"Ja" zu Gott oder Gottes "Ja" (Taufe)
Was muss im Leben eines Christen zuerst passieren, Gottes bedingungsloses "Ja" zum Menschen oder das bewusste, eigenständige "Ja" des Menschen zu Gott? Ich stelle mir die Frage wegen der Taufe/Kindestaufe.
Veröffentlicht von: @elinajona7Was muss im Leben eines Christen zuerst passieren, Gottes bedingungsloses "Ja" zum Menschen oder das bewusste, eigenständige "Ja" des Menschen zu Gott? Ich stelle mir die Frage wegen der Taufe/Kindestaufe.
Zuerst "passiert" würde ich als Perfektum verstehen und formulieren: "Zuerst IST passiert (geschehen) für ALLE Menschen: "Gottes bedingungsloses JA" ... im Kreuz als "Heilsmyterium".
Alle Menschen sollen und dürfen das schon zu Lebzeiten hören, annehmen, glauben - manche realisieren es auch, sagen ihr "Ja" dazu (mit einer Entscheidung als Kinder, Jugendliche oder Erwachsene, die es verstanden haben) und finden die Seligkeit schon jetzt-hier.
Die Kindertaufe aber habe ich selbst (nun Pfr. i.R.) fast 40 Jahre praktiziert und bejahe sie, weil ich ihren Zuspruchscharakter sehe und gut finde:
"Gottes bedingungslose Liebe gilt Dir, kleines Menschenkind, der Du das Leben noch vor Dir hast. Gott hat sie gezeigt, bewiesen und in Jesus als Heilstatsache in die Welt gesetzt. Und nun nimm sie, wenn Du größer wirst, an, realisiere sie, sage Dein Ja dazu. Aber schon am Anfang Deines Lebens steht Gottes JA zu Dir! Zu diesem Ja kannst Du im Zweifelsfall und nach krummen Wegen immer wieder zurückkehren! Das JA Gottes, dass Du Dir weder verdienen noch erarbeiten kannst und musst (Sola Gratia) - das ist das Evanglium!"
L'Chaim
@awhler man unterscheidet ja auch zwischen Taufe mit Wasser und mit dem Heiligen Geist. Ist das auch hier interessant? Ich finde die Kindestaufe auch schön und glaube dass vielleicht auch Funken dadurch mitgegeben wird, der vielleicht viel später brennt (redet man nicht auch von der Taufe mit Feuer)?
@koenigskind45 Taufe ist Taufe. Durch die Taufe wirst Du in den Leib Christi und Heiligen Geist eingegliedert und alles, was Dich von Gott trennt, wird getilgt. Bei Babys ist es nur die Erbsünde, bei Erwachsenen die Erbsünde und alle Sünden, die in die persönliche Verantwortlichkeit des Menschen fallen. Jemand, der direkt nach seiner Taufe stirbt, hat das Heil, und wir können die Gewissheit haben, dass ein solcher Mensch das ewige Leben hat.
Inwieweit war dann die Nottaufe beim Neugeborenen, das unmittelbar nach der Geburt verstarb, notwendig?
Die Taufe ist ein Geschenk. Gott schenkt sie. Wir haben daran kein Zutun. Deswegen ist es keine Frage von Notwendigkeiten.
Die Wassertaufe steht bei Johannes für äußere Umkehr (Handlungen), Reue und die Bereitschaft zur Sündenvergebung (Buße). Die Taufe im Heiligen Geist beschreibt die Erneuerung des Geistes, also die innere Erneuerung, Kraft und göttliche Gegenwart, die Jesus durch Pfingsten und den Glauben schenkt. Die Feuertaufe symbolisiert die läuternde und reinigende Wirkung des Heiligen Geistes in unserem Leben, aber auch das kommende Gericht und die Scheidung zwischen Gut und Böse.
@neubaugoere ja stimmt, das war mir natürlich bekannt. Ich denke dennoch dass eine Kindertaufe dadurch nicht nichtig ist, auch wenn ich die Erwachsenentaufe authentischer finde
Dann ist das so. - Ich denke für mich anders: Johannes ruft zur Umkehr auf. Das betrifft durchaus erwachsene Menschen (ich will jetzt nicht über Altersgrenzen bei Kindern diskutieren und mich im Kleinklein verlieren). Gott selbst ruft zur Umkehr auf. Auch das betrifft erwachsene Menschen. - Es war und ist jahrelange Tradition aus meiner Sicht, dass - eben jahrhundertelang (hier könnte sich jeder die Bedingungen und die Gründe anschauen) Kinder getauft wurden ähnlich auch Nottaufen, wo dann die Kirche meint, jemand könnte stellvertretend für einen anderen glauben und umkehren. Das ist meine Sicht.
@neubaugoere ja der Ursprung ist theologisch falsch, da hast du recht! Aber ist deshalb meine Taufe in deinen Augen ungültig?
Ich wage mir kein Urteil. Das musst du allein mit Jesus ausmachen. 🙂
@neubaugoere du hast dir ein Urteil erlaubt 😉 nicht als Gesamturteil, aber deine Meinung. Und wenn ich dann nachfrage…also nein vermute ich 😉🙂
Womit? Klär mich auf. Ich sehe es nicht.
@neubaugoere siehe oben. Auch wenn es deine persönliche Meinung ist, interessiert sie mich. Umkehr ist ja ein dauerhafter Vorgang. Taufe nur ein Symbol?
Umkehr ist ein Vorgang, der immer wieder vollzogen werden kann ... meinst du das mit "dauerhaft"? - Ja, für mich ist Taufe ein Symbol, oder ein Statement - sage ich gern - in die sichtbare UND unsichtbare Welt hinein. Weil ich es so erlebt habe.
@neubaugoere dann hatte ich dich falsch verstanden 🙂
Veröffentlicht von: @elinajona7Was muss im Leben eines Christen zuerst passieren, Gottes bedingungsloses "Ja" zum Menschen oder das bewusste, eigenständige "Ja" des Menschen zu Gott? Ich stelle mir die Frage wegen der Taufe/Kindestaufe.
Wie schon andere hier richtig geschrieben haben, hat Gott durch Jesus längst "Ja" zum Menschen gesagt. Mein "Ja-Wort" habe ich ihm gegeben, als ich vor ca. 8 Jahren Jesus bewusst mein Leben gegeben habe. Die später erfolgte Glaubenstaufe war dann "nur" noch eine Bestätigung dafür und - wie es so schön heißt - ein öffentliches Bekenntnis "vor der sichtbaren und der unsichtbaren Welt". Für mich hatte es dann auch so ein wenig den Charakter einer "Hochzeitsfeier" (mit Jesus als "Bräutigam", auch wenn das als Mann vielleicht etwas seltsam klingt).
Die Säuglingstaufe halte ich für OK, solange man nicht dem Irrtum unterliegt, dass ein Mensch allein durch die Taufe schon gerettet ist. Retten tut einen nur der Glaube an bzw. das Vertrauen auf Jesus (sofern der Mensch dazu entwicklungsmäßig in der Lage ist). Die Taufe ist dann ein Gehorsamsschritt, allerdings nicht im Sinne einer "lästigen Pflicht", der man nachkommen muss, sondern doch eigentlich ein "Freudenfest". Es gibt keine Notwendigkeit, Menschen schon im Säuglingsalter zu taufen, weil man befürchtet, sie könnten sonst verlorengehen, falls sie ungetauft sterben. Auch finde ich, dass man jemandem, der bereits als Baby getauft wurde, nicht absprechen sollte, sich auch später als Erwachsener infolge einer bewusst getroffenen Glaubensentscheidung nach biblischem Vorbild (durch Untertauchen) taufen zu lassen.
Falls ich oder jemand anderer das noch nicht erwähnt hat: Gott hat längst "Ja" gesagt - vor über 2000 Jahren am Kreuz. Dort hat er "Ja" gesagt zu jedem einzelnen.
🙂