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Authentisch Christsein

Der beste Ort, einfach mal Christ zu sein. So, wie man halt ist.
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Wie entsteht Glaube ((bisher? ; )) nicht)? 

Wer kann erinnern und möchte teilen, wann/ wie/ wodurch es bei ihm "Klick" gemacht hat. Es sind auch Erfahrungen willkommen, bei denen sich Glaube eher vage und nach und nach entwickelt hat oder wie auch immer sich Glaube entstanden ist.

Wer nicht glaubt ist auch willkommen zu schreiben, was bei ihm den Glauben im Keim (oder später) erstickt hat oder auch weshalb er sich nicht darauf einlassen kann oder will.

Auf eure Beiträge freut sich Seidenlaubenvogel 

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Vor 19 Stunden

In einem anderen Thread kam die Sprache auf einen "KI-Jesus", der in der Lage ist mit Menschen zu kommunizieren... wie chatGPT halt, nur im Namen von Jesus. 

Die Idee wird wohl von den meisten Gläubigen sehr skeptisch gesehen... allerdings muss man die KI ja nicht gleich "Jesus" nennen, sondern kann sie auch ganz allgemein halten, um in Glaubensfragen hilfreich zu sein.

Eine solche KI kann darin trainiert werden, besonders erfolgreich darin zu sein, Menschen zum Glauben zu führen - so wie man eine KI generell darauf auslegen kann, Menschen von bestimmten Dingen zu überzeugen, sei es für Werbung, Politik oder Propaganda generell.

Würdet ihr den Einsatz einer solche KI für legitim halten? Ich setze dabei voraus, dass die Menschen durch die KI ernsthaft vom Glauben überzeugt werden und dabei christliche/biblische Inhalte vermittelt werden. Es geht also nicht darum, die Menschen von der KI abhängig zu machen oder dergleichen  und auch nicht um eine ganz bestimmte Lehre.

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Vor 3 Tagen

Hallo ins Forum,

was sagt es über Christen aus, wenn sie sich ein Urteil erlauben, ob andere „richtige Christen“ sind? Dabei wird auch gerne das Wort „überzeugte Christen“ verwendet. Ich kann das einordnen. Ich habe verschiedene Freunde, mit denen ich Glaubensthemen unterschiedlich intensiv anschneide und nehme in dem Bereich auch unterschiedliche Übereinstimmungen wahr. Ich nehme auch hier im Forum verschiedene Glaubenshaltungen wahr. Ja, wir alle leben unseren Glauben unterschiedlich. Und ja, es gibt zum Beispiel Mitglieder insbesondere in der ev. und kath. Kirche, für die Glaube im Alltag (abgesehen z.B. von Feierlichkeiten) keine Rolle spielt. Nur, wozu Wertung oder vielmehr Abwertung? Wem steht es zu, sich über andere zu erheben? Und, was erreicht er damit?

Gott ist es, der uns durch und durch kennt. Er sieht auf unser Herz - jenseits von Glaubenszuschreibungen. Möglicherweise können wir das sogar auch - ausschnittsweise. Oft werden wir uns auch täuschen können? Um einen guten Dialog zu pflegen, hilft es nicht, den anderen in eine Ecke zu stellen oder gar zu brandmarken. Ich glaube so, der andere anders oder evtl auch gar nicht. Ja, und? Suchen wir das Verbindende. Fragen wir nach, was uns irritiert. Halten wir fest, was uns wichtig ist. Lassen wir dem anderen Raum darauf zu reagieren oder auch nicht.

Hab ich mich jetzt über jene überhoben, die es sich herausnehmen, Christen einzuteilen? Womöglich. Es ist nicht meine Absicht. Vielleicht konnte ich dennoch Verständnis wecken, dass es nicht darauf ankommt, zu den „Vorzeige-Christen“ oder zu den „richtigen“ zu gehören und dass wir vor Gott alle „auf einer Stufe“ stehen.

LG Seidenlaubenvogel 

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Vor 3 Tagen

Hallo,

ich frage mich immer wieder wie ich an Gott glauben kann ohne ihn wirklich zu kennen. Es wird soviel erzählt und gepredigt, und es steht soviel in der Bibel wo rein aus meiner Lebenserfahrung keinen Sinn ergibt und einfach auch nicht stimmen zu scheint.

Das folgende sind einfach meine Einschätzungen, vielleicht ein bisschen Grob formuliert, aber es bedrückt mich schon.

Es wäre schön, wenn mir jemand ein paar Antworten, oder Gedankenanstöße hat (gerne auch nur zu einem Punkt)

Vielen Dank

1. Gott hat einen Guten Plan für mein Leben.

Das hört man ja immer wieder und ich habe auch lange Zeit fest darauf vertraut. Aber schaut man sich die Welt an scheint es unmöglich dass es für jeden Menschen einen Plan gibt, geschweige denn einen guten. Menschen werden geboren und leiden Jahrelang bis sie dann durch Hunger, Gewalt, o.ä. qualvoll sterben. Diese Menschen haben keine Chance jemals am Leben teilzunehmen. Das ist einfach Faktisch nicht GUT, und jemand der ein solchen Plan für jemand aufstellt soll so wunderbar und liebevoll sein? Natürlich werden wir auf der Erde nie verstehen was Gott vorhat, aber wie kann von mir erwartet werden an das Gegenteil der Realität zu glauben?

2. Gott ist gut, liebevoll, perfekt.

Gott wird oft als perfekt und unendlich liebevoll beschrieben. Das Leben gibt mir aber ehrlicherweise mehr das Gefühl dass er rücksichtslos, egoistisch und fahrlässig ist. Gott hat uns geschaffen, alles was hier auf der Erde passiert ist in seiner Verantwortung. Klar erschaffen wir Menschen viel Leid durch unseren freien Willen. Dennoch kommt alles aus der Schöpfung. Es steht alles in seiner Verantwortung. Nun scheint er die Verantwortung einfach auf uns übertragen zu haben, im Zuge der Sünde. Ein Mitspracherecht hatten die Menschen nicht. Wir haben auch keine Wahl ob wir geboren werden wollen oder nicht. Ich wurde quasi in ein System geboren wo von Grund auf alles geregelt ist, wo ich Leid erfahre, Probleme bekomme usw. Das ist egoistisch und rücksichtslos aus meiner Sicht, ganz egal ob es aus Liebe geschieht. Und wenn ich mich nicht an diese Regeln halte, brenne ich in der Hölle? Des weiteren bringt Gott in der Bibel zahlreiche Menschen um, quält sie sogar. Der Gott der jeden Menschen lieb hat und 99 Schafe verlässt um das 1e zu finden bringt einfach ein paar Menschen um. Teilweise um zu zeigen wie Stark und mächtig er ist (Gott bringt den Pharao im Mose-Buch dazu ihm hinterher zu jagen damit er Ihn und die ganzen anderen Ägypter umbringen kann, damit seine Macht gezeigt wird) So So viele Dinge sprechen für mich gegen die Liebe und einen Perfekten Gott. Es ist mir unmöglich zu glauben dass jemand der so etwas tut perfekt ist, oder uns liebt. Wie kann ich glauben das Gott mich liebt und Gut ist, wenn die Realität und selbst die Bibel das Gegenteil zeigen.

3. Gebet

Ich habe lange Zeit regelmäßig gebetet. Mittlerweile sehe ich keinen Grund mehr dafür. Ich weis nicht wie oft ein Gebet von mir offensichtlich erhört wurde. Ich meine wenn ich dafür bete das meine Klausur gut wird und sie gut wird muss das ja nicht heißen das sie ohne beten nicht gut geworden wäre. Es passieren sicher auch gute Dinge per "Zufall". Wie dem auch sei, man betet für so viele Dinge und scheinbar hat es keine Auswirkung. ich rede nicht von Gebeten wie mache das ich morgen reich werde. Ich rede von Gebeten wie heile mich, nimm das Leid von mir weg, zeige mir deinen Weg, mach bitte dass das Leben nichtmehr so schwer ist. Wenn man auf diese Gebete über Jahre keine Rückmeldung bekommt, es immer noch schlimmer wird, verstehe ich nicht, warum wo das Gebet seinen Sinn hat. Wenn Gottes Plan anders ist und er sowieso macht was er will, brauche ich auch nicht beten. So wie es in der Bibel steht "Bitten, und er wird euch geben. Sucht, und ihr werdet finden. Klopft an, und es wird die Tür geöffnet" ist das für mich komplett falsch. Es stimmt einfach nicht. Ich kann bitten soviel ich will, suchen soviel ich will und klopfen soviel ich will. Es passiert nichts. 

4. Was glaubt man? Was interpretiert man?

In Predigten werden ganz oft, Texte aus der Bibel als Grundlage verwendet. Diese werden dann interpretiert, ein bisschen verändert, ein Teil wird verwendet, ein widersprüchlicher Teil einfach weggelassen. Die einen Sagen die Bibel muss man in die heutige Zeit übertragen, die anderen sagen die Bibel ist das Wort Gottes und genau so gültig. Wie genau soll ich mir aus diesem ganzen heruminterpretiere und diesen ganzen Meinungen einen Glauben Bilden? Ich kenne Gott rein aus der Bibel und der Interpretation von anderen Menschen. Sind die Interpretationen richtig? Sind sie falsch? Ist die Bibel genau so richtig? Muss die Bibel auf die heutige Zeit übertragen werden, was eigentlich auch Interpretation ist? Muss ich alles glauben was in der Bibel steht? Gott ist Gott, und keine Interpretation. Ich möchte Ihn kennenlernen, weis aber nie was stimmt und was nicht. Ich weis nicht wie er ist, wie er sich verhält, was er gut findet was er schlecht findet. Ich muss doch jemanden richtig kennen und das auch gut heißen, damit ich an jemanden glauben kann und ihm nachfolgen kann.

 

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Vor 4 Tagen

Hallo,

heute ist mir was komisches passiert.

Ich war erst traurig über den Tod meines Vaters vor ein paar Jahren und habe dann den starken Eindruck gehabt, dass wir hier völlig abgeschnitten sind von Gott. Das hat mich natürlich noch trauriger gemacht und ich fand es seltsam, weil es nicht meinem sonstigen Glauben entspricht, aber es war wie eine Gewissheit: wir sind hier alleine ohne Gott und wenn wir tot sind sind wir erstmal einfach tot. 

Ich habe mein ganzes Leben lang nie gezweifelt, dass wir weiterleben nach unserem irdischen Ableben. Heute war dieser Gedanke aber aus dem Nichts da- mein Glaube an Gott war dabei aber nicht weg. Es war nur so, dass ich dachte: wenn Jesus mich nicht aufweckt (oder dich oder jemand anderen) dann sind wir für immer tot. Wie ein Wurm. Es gibt buchstäblich kein Entkommen. Das hat mir keine Angst an sich gemacht, auch seltsamer Weise. Es war eher wie eine Tatsache akzeptieren, die anders ist, als man gedacht hat.

Für jemanden wie mich, der das bisher für selbstverständlich hielt, dass unsere Seele mit unserem Tod diese Erde sofort verlässt, ist das jetzt Neuland.

Nachdenkliche Grüße 

⭐️

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Juni 08

Mal aus aktuellem Anlass...

Ich habe im Zuge einer Diskussion darauf hingewiesen, dass mich nichts davon überzeugen könnte, dass Gott oder Jesus zu mir spricht. Weil ich keine realistische Möglichkeit habe, das irgendwie zu überprüfen - letztlich könnte das, so meine Argumentation, irgendein Wesen sein, dass sonstwas behauptet. Ein Wesen, das möglicherweise über überlegene und unerklärliche Fähigkeiten verfügt... aber was beweist das schon?

Nun sagt die Bibel: Jesus kommt zurück! Es könnte also - prinzipiell - durchaus sein, dass da plötzlich jemand vor euch steht und sagt: "Ich bin Jesus!"

Und nun die - durchaus sehr persönliche und daher sicher nicht einfache - Frage: Woran würdet ihr festmachen, dass da tatsächlich Jesus vor euch steht - und nicht irgendein Geist, Ausserirdischer oder sonstiger Betrüger...?

Eine vermutlich sehr persönliche, aber auch nicht ganz unwichtige Frage, wenn es um Glauben und Vertrauen geht.

Was würdet ihr hier sagen...?

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Juni 06

Hallo zusammen,

in diesem Thread geht es um Träume, die sich um Jesus drehen. Sei es jetzt, dass er darin vorkommt, oder dass man denkt, dass der Traum von Jesus geschickt wurde und auch, wieso man weiss, dass es Jesus war und nicht jemand anderes. 

Vor langer Zeit hatte ich einen Traum, bei dem es von der Landschaft her so war, wie ich es auf Bildern von Israel kenne, Jesus hatte auch die typischen Sandalen und Klamotten an und sah auch sonst sehr stilecht stereotypisch nach Jesus aus. Aber der bleibende Eindruck dieses Traums war das Gefühl, bis ins tiefste Innere angenommen zu sein, so wie ich es eigentlich auf der Welt nicht kenne, bis in die letzte Zelle meines Körpers.

Der Traum war nur ein Traum, trotzdem hatte dieses körperliche Gefühl der totalen Akzeptanz etwas unirdisches , etwas das ich so noch nicht erlebt habe.

Aber wenn man träumt, man könne fliegen, ist das ja eigentlich auch so…es ist ja nichts, dass wir selbst können ohne Hilfsmittel und trotzdem träumen wir, wir könnten es…

Das Gefühl hat mich noch ein paar Wochen begleitet, aber dann ist es verblasst und ich kann es auch nicht wieder generieren. 

Ich habe mir witziger Weise nie gross Gedanken darüber gemacht, ob das nun Jesus war. Ich dachte tatsächlich, kann ja nur er sein, bei dem Gefühl…Aber - wer weiss…

Vielleicht mag ja noch jemand was von Jesus- Träumen berichten…

Viele Grüße, 🖖 ⭐️

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Juni 04

Welchen Weg, welche Wahrheit und welches Leben bestimmt er?

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Mai 29

Hallo zusammen,

die meisten Historiker sind sich einig, dass Jesus von Nazareth wirklich gelebt hat – als Jude im 1. Jahrhundert unter römischer Besatzung und dass er unter Pontius Pilatus gekreuzigt wurde.

Soweit, so bekannt.

Aber hier ist eine Frage, die mich beschäftigt:

Wenn Jesus schon vor 2000 Jahren gestorben ist – wie kann man ihm heute überhaupt nachfolgen?

Christ zu sein bedeutet ja nicht nur, seinen Lehren zu folgen, sondern auch ihm selbst. Viele Christen sagen sogar, dass es um eine persönliche Beziehung zu Jesus geht.

Doch wie soll das gehen, wenn niemand mehr lebt, der ihn persönlich kannte?

Besonders herausfordernd finde ich seine Worte:

„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Johannes 14,6)

Das klingt nicht nur wie eine Lehre – sondern wie ein Anspruch auf etwas viel Größeres.

Was denkt ihr:

  • Ist Jesus nur eine historische Figur?
  • Oder steckt mehr dahinter?
  • Und wenn ja – wie kann man ihm heute konkret nachfolgen?

Ich freue mich auf eure Gedanken.

Viele Grüße
Adi

28
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Mai 20

Die nachfolgende Lebenserinnerung von Ruth Elisa (Elias, R.. „Die Hoffnung erhielt mich am Leben. Mein Weg von Theresienstadt u. Auschwitz nach Israel“, Verlag Piper, München 1988) über ihr Überleben in verschiedenen KZs läuft auf eine extrem komplexe und schwierige Situation hinaus, in der verschiedene Blickwinkel und Deutung möglich sind. Ihre ´Rundreise` durch verschiedene KZs kumuliert in eine Leidenssituation von Ruth Elisa und ihrer Leidensgefährtin Berta, die beiden scheinbar keinen anderen Ausweg bot, als ihr gerade geborenes Kind zu töten. Ich habe viel darüber nachgedacht, wie ich wohl gehandelt hätte. Was wäre für mich nach dem Wort Gottes das entscheidende Argument, so oder so zu entscheiden.

Wichtig: es geht mit in keiner Weise um eine moralische Verurteilung. Die Haltung, mit dem Hinweis auf  das 5. Gebot, Mord ist Mord ist, natürlich völlig unhaltbar, solange man das Recht auf kollektive Selbstverteidigung (Krieg) rechtfertigt. Dass eine Mutter ihr Kind aus Liebe töte ist für mich grundsätzlich bibelkonform. Nur was heißt dann Liebe und welche Umstände führen dazu, Mord und Liebe für vereinbar zu halten.

Schwierig ist auch die Frage, ob beide Frauen in der gleichen Situation sind. Berta hat schon bei der Deportation ihr erstes Kind verloren. Es wurde ins Gas geworfen.

Auch finde ich das Verhalten der Ärztin Marca nicht einfach.

Hier nun eine Zusammenfassung der Situation:

 

Unter menschenunwürdigen Bedingungen mussten Ruth Elias( franz. Jüdin) und Berta (Jüdin aus Tschechien), der bereits ein Kind von den SS-Schergen genommen wurde, im KZ. Auschwitz ihr Kinder zu Welt bringen. Wie durch ein Wunder hatten beide verschiedene Selektionen überstanden, in denen ihr Schwangerschaft nicht entdeckt wurden. Wenige Wochen vor dem Ende ihrer Schwangerschaft, die bis dahin von den KZ-Mördern unentdeckt blieb, wurden sie von Auschwitz in ein Lager nach Hamburg verlegt wo sie schwere Aufräumarbeiten leisten mussten. Da ließ sich Schwangerschaft nicht mehr verheimlichen, wurden sich zurück nach Auschwitz verlegt. Dort kamen sie auf eine Krankenstation, die dem berüchtigten Lager Arzt Mengele unterstand (Wichtig ist zu wissen, dass seine Grausamkeiten unter den Häftlingen nur zu gut bekannt waren).

Ruth Elias das Kind mit Hilfe einer Hebamme auf die Welt brachte, die aber außer einer unsterilen Schere keine Hilfsmittel, nicht einmal warmes Wasser oder Windeln hatte.

Notdürftig wurde das Kind versorgt und hilfl- und mittelosen Mutter aufs Lager gelegt. Die Not von Mutter und Kind lassen sich kaum adäquat beschreiben. Es waren nicht nur die äußeren Umstände, sondern die psychische Belastungen: „Ich konnte meinem Kinde keinen Namen geben, es war mir schwer, es irgendwie zu benennen, denn jeder Name, welcher mir nur einfiel, erinnerte mich an jemanden aus meiner Familie. Ich gab es auf, und das Neugeborene hatte nur einen Namen: Mein Kind. Mein Kind, was wird aus uns werden? Wie werden wir enden? … Mein Kind, wie kann ich dir nur helfen? Wie kann ich dich von deinen Leiden befreien? Wie kann ich dich behalten? Geh nicht von mir! Verlaß mich nicht! Ich streichle dich ja, will deine Leiden auf mich nehmen, doch auch das vergönnt mir Mengele nicht. Leidest du sehr, mein Kind? Du bist doch noch viel zu klein, um das alles zu fühlen, zu begreifen. Ja, kann man denn so etwas überhaupt begreifen?“ (dito:186).

Das Kind schrie, aber an Stillen war nicht zu denken. „Wie jeden Tag, so erschien auch diesmal Mengele zur täglichen Visite und sah, daß ich entbunden hatte. Lange blickte er das Neugeborene an, und nach weiterer Überlegung rief er eine Ärztin(ebenfalls ein Gefangene) heran und gab den Auftrag, meine Brüste ganz fest zu bandagieren. In meiner Naivität dachte ich zunächst an nichts Böses, doch erschrak ich zutiefst, als ich hörte, daß dieses Kind nicht gestillt werden dürfe“ (:185). Der Grund: Mengele wollte herausfinden, wie lange ein Neugeborenes ohne Essen aushalten kann. Der kam „Sechs Tage, jeden Tag ein Besuch, jeden Tag dieselben höflichen Fragen, jeden Tag graute mir mehr vor seinen Besuchen.“ (dito:185). „Mein Kind, du lebst erst einige wenige Tage und mußt schon solche Qualen erleiden. Du kannst doch noch gar nicht einmal gesündigt haben, daß du schon so schwer bestraft wirst. Wie kann man dieser Qual nur ein Ende bereiten? Was kann ich als Mutter dafür tun? Habe ich überhaupt als Mutter das Recht, an ein gemeinsames Ende zu denken? Wie können wir beide es aber durchhalten? Wann ist schon endlich Schluß mit diesen Qualen? Hier Kind, nimm den Lutscher aus Brot, mit Kaffee oder Suppe getränkt, vielleicht lindert das deinen Hunger! Langsam hast du schon keine Kraft mehr, an diesem Lutscher zu ziehen

Heute ist schon der sechste Tag, und noch immer sehe ich keinen Ausweg aus dieser entsetzlichen Lage. Gott, bitte laß uns beide sterben. Wann werden wir endlich erlöst? Mein Kind, du bist schon aschgrau, ein so kleines, mit Haut überzogenes Skelett. Du kannst doch nicht einmal mehr wimmern. Und diese Liegewunden. Atmest du überhaupt noch?

Hier Mengele, untersuche mein Kind! Ergötz dich an seinem Anblick! Ist deine medizinische Neugier endlich befriedigt? Weißt du es endlich, wie lange ein Neugeborenes ohne Nahrung leben kann? Kinder sind zäh, doch dein Sadismus ist noch viel zäher! Du Teufel in Menschen-gestalt! Dich kann und werde ich nicht um Erlösung bitten! Aber vielleicht erhört mich doch endlich Gott?! Wir sind doch schon beide nicht mehr lebensfähig! Nimm uns zu Dir, bitte, bitte, lieber Gott!!!

Am sechsten Tag kündigte Mengele an: „»Morgen früh komme ich euch beide abholen. Sei um acht Uhr früh bereit!«“ (dito:187).

Bahnte sich so die von Gott erhoffte Erlösung an?

„Warum müssen wir noch einen vollen ganzen Tag diese Qualen aushalten? Nimm uns schon heute mit! Komm mein Kleines, wir werden die letzten Stunden ganz eng zusammen sein. Dein kleiner Körper ist schon ganz blau und wund, aber wir müssen beide bis morgen durchhalten. Ich habe keine Tränen mehr. Morgen gehen wir zusammen ins Gas, mein Kind. Morgen kommt uns Mengele holen. Dann wird endlich alles vorbei sein. Aber weißt du, mein Kind, ich wollte doch so gerne noch leben. Ich bin doch noch so jung, 22 Jahre bin ich alt, und nun muß ich sterben. … Atmest du noch, mein Kind? Ich muß weiter weinen – morgen gehe ich ins Gas. Aber ich will doch so gerne noch leben. … Nur noch wenige Stunden haben wir auf Mengele zu warten. Alles in mir bäumt sich auf. Ich will LEBEN! LEBEN! Bin ich wahnsinnig? Warum schreie ich?

Ich kann aber nicht anders. Ich muß schreien, morgen werde ich nicht mehr schreien können. Ich kann nicht beten, deshalb muß ich schreien. Ich habe nicht beten gelernt, gibt es überhaupt in dieser Lage Gebete? Ich bin schon halb wahnsinnig. Ich will LEBEN! LEBEN! Wer hilft mir nur?“ (dito:188)

Durch die Schreie nach ´Leben` wird eine (Zahn)Ärztin (Marca), ebenfalls ein Häftling, auf sie aufmerksam. Sie hörte sich Ruths Geschichte an und versprach Hilfe. Die brachte sie in Form einer Morphium Spritze: „… spritz das deinem Kind ein! … »Was ist in dieser Spritze?« fragte ich. »Morphium, das wird das Kind töten«, sagte Maca mit einer Selbstverständlichkeit, welche einen Schauer bei mir auslöste. »Aber ich kann doch nicht die Mörderin meines eigenen Kindes sein!« schrie ich Maca an, »gib du ihr doch die Spritze!«

Maca begann zu reden. Eine Engelsstimme sprach auf mich ein, redete, redete.

»Ruth, du bist jung. Du mußt leben. Schau dir dein Kind bloß an. Es ist nicht lebensfähig. In einigen Stunden wird es sowieso sterben. Es muß aber sterben, noch bevor Mengele euch holen kommt. Wenn das Kind dann noch lebt, nimmt er euch beide mit. Du mußt leben, du bist jung. Ich habe den Hippokrates-Eid geleistet und muß Menschenleben retten. Ich muß dich retten. Und ich darf nicht töten. Du mußt es tun, um dich zu retten. Dein Kind muß ja sterben, aber du mußt leben. Du mußt es tun, um dich zu retten. Bitte gib schnell die Spritze deinem Kind, tue es, tue es.«“ (dito:189).

Nach weitere Diskussion gab Ruth den Widerstand auf: „Ich beging die Tat. Ja, ich tötete mein eigenes Kind. Ja, Herr Dr. Mengele, sie haben mich zur Kindesmörderin gemacht“. Als das Kind seinen letzten Atemzug gemacht hat gehen ihr die Gedanken durch den Kopf: „Vielleicht bist du endlich von den Qualen deines so kurzen Lebens befreit? Hast du sehr gelitten? Mein Kind, nun ist alles vorbei. Du wirst nicht mehr leiden müssen. Du bist schon davon befreit. Warum hat Maca [die Ärztin] nicht auch für mich eine Spritze Morphium gebracht? Ich will mit dir gehen. Warum sagt Maca, daß ich leben muß? Wie werde ich mit dieser Last leben können? Ich will nicht leben. Will ich leben? Nein, ich will nicht mehr leben.“ (dito:190).  … Mir war ganz egal, was um mich herum geschah. Ich habe es nur Berta und Zenka, welche felsenfest zu mir stan-den, zu verdanken, daß ganz langsam mein Lebenswille zurückkehrte. Berta erreichte dies dadurch, daß sie mich immer wieder beschwor, daß sie mich brauchen wird, da ja auch sie die Entbindung erwartete, und daß ich ihr helfen müsse, so wie sie mir geholfen hatte. Daß auch sie dasselbe wie ich wird erleiden müssen. Daß wir niemanden außer uns selbst haben. Daß wir zueinander stehen müssen und einander helfen müssen.

Maca war auch da, als Berta ihre Wehen bekam, und Maca und ich beschlossen, Berta alle Qualen, welche ich hatte erleiden müssen, zu ersparen. Maca besorgte … das Morphium für Berta und stahl wieder eine Injektionsspritze. Unter denselben Umständen wie ich überstand Berta die Entbindung. Es war wieder ein Junge, doch sie bekam diesen gar nicht zu Gesicht, denn er starb einige Stunden nach seiner Geburt durch die Spritze.

Als Mengele zur Visite kam, wurde ihm gemeldet, daß Berta eine Totgeburt gehabt habe. So konnte diesmal Mengeles medizinisch wissenschaftlicher Wissensdrang über die Lebensfähigkeit eines Neugeborenen und über die Lebensverkürzung durch Aushungern nicht befriedigt werden.

 

 

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Mai 19

Hallo zusammen,

das war die Frage in einem anderen Thread und ich möchte sie gerne aufgreifen, um es allgemein an alle zu fragen.

Ich habe keine Bibelstelle im Sinn, die das so sagt und ich persönlich denke das nicht.

Ich glaube, dass das eine persönliche Entscheidung ist, die man trifft. Es gibt zwar Bibelstellen, die die Gnade der Erlösung von Sünde, das Wollen und das Vollbringen Gott zuschreiben- aber nicht den Glauben. Oder?

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Mai 07

Das Fest des Heiligen Geistes steht vor der Tür und es belustigt mich immer wieder, wie ratlos selbst die Kirchenpredigten manchmal im Pfingstgottesdienst zu diesem Thema sind. Ich habe diesbezüglich noch keine gehört, die mich wirklich dazu „informiert“ hat…alles nur so ein grosses wabawaba …nichts genaues weiss man nicht und er weht eh wo er will und sonst kann man auch nicht viel dazu sagen.

Dabei ist er meines Erachtens nach der grosse Dreh- und Angelpunkt, um die Welt anders wahrzunehmen…ohne Christus kein Heiliger Geist, ohne Heiligen Geist keine Wiedergeburt und ohne Wiedergeburt kein Reich Gottes.

Wieso schreib ich das hier? Das weiss ich auch nicht so recht…vermutlich weil es mich innerlich dazu drängt und ich mich mit euch abgleichen will. Deswegen sag ich jetzt einfach mal was ich so denke und warte auf eure Gedanken dazu.

Ich bin mir immer noch nicht sicher,  ob das eine einmalige Geschichte ist (mit dem HG einmalig überschüttet) oder eine durchgehend konstante Weiterentwicklung…also eher „tröpfchenweise“…

Das ist das eine.

Und das andere ist, dass man da ja überhaupt gar nichts selbst dazu tun kann - ausser wollen und warten (und darum bitten; aber das verstehe ich unter wollen). Das finde ich ausgesprochen aufregend…fast wie früher das Warten auf Weihnachtsgeschenke.

Und ihr? Was denkt ihr darüber?

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Apr. 25

Hallo,

ich überlege mir schon länger, ob Christen ihr Leben vielleicht zu sehr auf das „Danach“ ausrichten als auf das „Jetzt“. Also ob Christen das Leben so leben, als wäre es nur wichtig, in den Himmel zu kommen und als müsse man das Jetzt eben solange in Kauf nehmen, bis man da ist.

Das ist mir nicht selbst aufgefallen, sondern war ein Vorwurf oder eine Feststellung meines Sohnes. 

Seht ihr das auch so?

Die Behauptung an sich ist ja nicht weit hergeholt, es finden sich genügend Stellen dazu in der Bibel. Aber leben wir tatsächlich so? Und wenn ja, gehört das so? Oder ist das eine Falle, in die wir treten und wir verpassen das eigentliche Ziel, nämlich zu leben? 

Nachdenkliche Grüsse, mit der Bitte um Mithilfe beim Denken…

Stern

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Apr. 25

Hallo, 

Seit einiger Zeit stecke ich tief in einer Glaubenskrise. Als christlich erzogene Frau bin ich mein ganzes Leben lang Christin gewesen, mal mehr, mal weniger intensiv. 

Vor einigen Jahren habe ich meinen Glauben neu entdeckt und mich bewusst für Jesus entschieden. 

Jetzt rutsche ich allerdings in ein gewisses Leistungsdenken ab. Ich habe seit Wochen das Gefühl, dass ich tun muss, um in den Himmel zu kommen. Jeden Tag, vor allem abends kommen mir diese Gedanken: Du wirst niemals mit Jesus in der Ewigkeit sein. 

Ich zwinge mich dazu, jeden Tag Bibel zu lesen, da die Freude am Lesen nicht von selbst kommt. Ich bin zunehmend unglücklicher in meiner Situation. Die Liebe, von der alle sprechen, fühle ich nicht und obwohl ich über den Tag mit Gott spreche, als stünde er neben mir, fühle ich mich fern. 

Ich habe immer das Gefühl, dass ich Dinge machen muss und dass ich meinen Lebensstil ändern muss und ich versuch es und falle noch tiefer. 

Ich weiß, dass mein Verhalten etwas übertrieben ist, jedoch komme ich nicht aus dieser Spirale heraus. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass allein Glaube ausreicht. Und dann kommt wieder die Frage auf: Wie sieht denn dann Glaube aus? 

Ist Glaube genug? Und wie lebe ich so, dass ich am Ende im Himmel bin?

Denn ich möchte gerne mit Jesus im Himmel sein und keine Angst mehr vor seiner Wiederkunft haben. 

Vielen Dank und Liebe Grüße! 

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Apr. 17

Hallo an alle

Ich habe eine Sünde begangen bei der ich befürchtet habe Gott wäre deshalb immer noch zornig auf mich und deshalb habe ich mir vorgenommen an Karfreitag und Karsamstag darüber zu fasten (außer Wasser und Medikamente nichts zu mir nehmen) und Gott zu bitten das er mir vergibt.

Ich begann dann also am Karfreitag zu fasten und ging am Nachmittag in die Karfreitagsliturgie. Dort ist mir dann bewusst geworden, was ich eigentlich schon hätte wissen müssen: Dass ich nicht leiden muss sondern, dass Jesus für mich gelitten hat. Dass er für meine Sünden starb, es vollbracht hat und ich nichts durch meine eigenen Anstrengungen hinzu tun kann, auch nicht zu fasten. Ich beschloss also nicht weiter zu fasten und ging nach der Kirche direkt in einen Burgerimbiss.

Jetzt habe ich jedoch ein schlechtes Gewissen weil ich mir vorgenommen habe zu Fasten und das Fasten gebrochen habe und das kommt mir so vor als hätte ich Gott etwas versprochen, dass ich nicht gehalten habe. Ich bin deshalb am überlegen das Fasten nachzuholen. Gleichzeitig habe ich jedoch Angst dass wenn ich das Fasten nachhole ich Gott wieder signalisiere, dass ich mich aus eigener Kraft erlösen möchte und dadurch aus der Gnade falle.

Ich weiß auch nicht wie lange ich fasten soll. Ich dachte mir eineinhalb Tage langt weil ich ja einen halben Tag schon gefastet habe aber zwei Tage zu fasten ist viel schwieriger als eineinhalb Tage und wenn ich das Fasten nachhole dann sollte es vielleicht genauso schwierig sein wie ich mir ursprünglich vorgenommen habe.

Was denkt ihr, sollte ich das Fasten nachholen und wenn ja wie lange?

16
184
Apr. 08

Guten Morgen,

dass Jesus vor knapp 2000 Jahren heute gestorben ist hat für uns alle vielleicht eine unterschiedliche Bedeutung.

Ich zB verbinde damit die grosse Liebe, die Jesus für uns hat. „Keiner hat grössere Liebe, als der, der sein Leben lässt für seine Freunde.“ Das ist für mich die Krone…der Gipfel…mehr geht nicht…da ist das Maß der Liebe voll.

Leider ist diese Botschaft für viele nicht erfassbar, sondern wird als „Torheit“ abgestempelt.

Aber eine grössere Liebe ist nicht vorstellbar.

Darüber denke ich gerne nach und spüre das nach…

Und ihr? Was bedeutet euch der Karfreitag?

Vorösterliche Grüße 

 ⭐️👋🏻🖖

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171
Apr. 04

Ich bin 19 Jahre alt und gläubig aber kenne leider keinen in meinem alter der auch gläubig ist und mit dem ich meine erfahrungen teilen kann

9
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März 31

Ich lese gerade das Buch "Prüft alles, behaltet das Gute" von Georg Schwikart (Freiburg i.B., 2015), in dem er sich mit Glaubenspluralismus, "Synkretismus" und den Fundamenten/Verbindlichkeiten des eigenen christlichen Glaubens in der Begegnung mit anderen Weltanschauungen & Religionen beschäftigt.

Im Zusammenhang mit dem Konzil von Nizäa (325), wo es vor allem um die Frage der göttlichen/menschlichen Natur Christi ging  und um das Verhältnis des Sohnes zum Vater, schreibt er." In Mehrheitsbeschlüssen, manchmal nach leidenschaftlichen Debatten und auch durch manipulative Versammlungsleitung hebeigeführt" kam es zu Konzilsentscheidungen, die als "geoffenbarte Wahrheit des Glaubens" fortan zu gelten hatte und "unter Kämpfen, Intrigen und unzähligen Spaltungen" entwickelte sich in dieser frühen Kirchenzeit (nach der Konstantinischen Wende, in der das Christentum zur einzig erlaubten Religion im Römischen Reich wurde) das Dogma von den zwei Naturen Christi (wahrer Gott-wahrer Mensch) und das sog. Trinitäts-Dogma ... "Es waren Antwortversuche, die dem Glauben an den EINEN Gott treu bleiben und sich gleichzeitig der hellenistischen Philosophie öffnen wollten." --- Soviel zum Kontext.

In diesem Zusammenhang stellt sich bis heute wohl - im Blick auf Bibel, Dogmengeschichte, Kirchenlehre, Glaubensstreitigkeiten, Theologie und die vielen Konfessionen - eine spannende Frage, nämlich die nach dem, was wir bzw. was Menschen (damals wie heute und über die Zeit) glauben SOLLEN, glauben KÖNNEN und glauben WOLLEN.

Mit dem einfachen Rückgriff auf die Schrift, die Bibel als "Gottes Wort", oder dem bloßen Verweis auf 1. Korinther 3,11 ("Einen anderen Grund kann niemand legen ...") ist es eben nicht getan, wie es ja auch Jesus.de als Kommunikationsforum unter Christinnen und Christen nicht ohne Spannungen wiederspiegelt. Und erst recht stellt sich die Frage in unserer Zeit und "post-christlichen" Gesellschaft, wo Traditionsabbrüche, der Wegfall von "Zuchtmitteln" (Ketzer werden nicht mehr verbrannt), Globalisierung, Religionsvielfalt, Autoritätsverfall  und Individualismus das Spannungsfeld "Sollen - Können - Wollen" als solches "spannend" machen 😉

Menschen leuchtet es nicht mehr einfach ein, wenn sie - und sei es noch so freundlich mit der Ergänzung "dürfen" - vor der Aufforderung oder Einladung stehen, etwas glauben ZU SOLLEN, was ihnen als "Glaubensbekenntnis" vorgegeben begegnet oder gar gefordert wird.

Menschen sagen - und das nicht als faule Ausrede - ich KANN es NICHT glauben (was mir als Glaubensangebot inhaltlich begegnet).

Und Menschen nehmen sich die Freiheit - durchaus mit Argumenten - zu sagen: Ich WILL es nicht glauben - weil andere Weltanschauungen, Erfahrungen, Einsichten und Erkenntnisse mich vom WOLLEN abhalten.

..........

Was meint Ihr zu dieser Trias von "Sollen-Können-Wollen"?

Ich denke die Gewichtung und Deutung dieser drei Aspekte macht die Glaubensfrage lebendig, spannend und bunt. Und sie ist mir eine Threaderöffnung wert.

L'Chaim

8
178
März 21

versteht mich nicht falsch aber ich persönlich bin zum beispiel an ruhigen orten so wie auf einem berg mehr mit gott verbunden 

39
315
März 12

Hallo zusammen. Ich finde es höchst unfair, dass man Paulus unermüdlichen Einsatz für Jesus Evangelium vom Reich Gottes viel zu wenig würdigt. Schliesslich wurde er, der diese Lehren früher meinte zerstören zu müssen dann deswegen von einstigen gleichgesinnten AT-Gesetzeslehrer verfolgt, gefangengenommen.

Er ist sicherlich gegen die weitverbreitete Irrlehre in manch Christenkreisen. Menschen könnten nichts für ihre Errettung vom Bösen, Erlösung aus allfälliger Sündenknenchtschaft tun.

Das ist nur schon mal eines von mehreren Beispielenn, was zu wahrem sinnerfülltem Leben in Christus und Anteilhabe am Reich Gottes führt. Dies, so man nebst Leser auch getreulicher, beherzter Umsetzer sein wird. Man kann Jesus um den Hl.Geist bitten, der darin führt und unterstützt.

Gal 5,19 Es ist ja offensichtlich, was die Werke des Fleisches sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, 20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Eigennutz, Zwietracht, Parteiung, 21 Missgunst, Trunkenheit, Übermut und dergleichen mehr - ich sage es euch voraus, wie ich es schon einmal gesagt habe: Die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben. 

22 Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Güte, Rechtschaffenheit, Treue, 23 Sanftmut, Selbstbeherrschung. Gegen all dies kann kein Gesetz etwas haben. 24 Die aber zu Christus Jesus gehören, haben das Fleisch samt seinen Leidenschaften und Begierden gekreuzigt. 25 Wenn wir im Geist leben, wollen wir uns auch am Geist ausrichten.

Wieso Paulus Untugenden, oder auch unrein machende Gedanken wie Jesus ja Neid, Eifersucht etc. nennt, als fleischlicher Gesinnung bezeichnet, verstehe ich nicht wirklich. Doch worum es geht, ist ja offensichtlich. Ist doch genial, findet Ihr nicht auch? lg lulute

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809
März 10

Hallo Community,

weil wir es ja davon hatten, wie das mit dem Hören und so ist…

*3 Zwei Seiten einer Medaille*

_Ihr sollt den Herrn, euren Gott, lieben und auf ihn hören! Dt 11:1_

​In unserer hektischen Welt definieren wir Liebe oft über Gefühle und das „Hören“ oft nur als das Aufnehmen von Informationen. Doch im biblischen Kontext sind Liebe und Hören untrennbar miteinander verwoben. Sie sind wie Einatmen und Ausatmen.

*Lieben heißt:* Den Fokus verändern! Gott zu lieben ist kein Befehl zur Gefühlsduselei. Es ist eine Entscheidung. Es bedeutet, Gott den Platz im Zentrum unseres Lebens einzuräumen, der ihm gebührt. Wenn wir jemanden lieben, suchen wir seine Nähe, wir interessieren uns für das, was ihn bewegt. Liebe ist der Motor, der uns dazu bringt, überhaupt erst hinhören zu wollen.

*Hören heißt:* Vertrauen wagen. Wenn Gott sagt: „Hör auf mich“, dann meint er: Vertrau mir so sehr, dass du meine Worte in deinem Alltag lebendig werden lässt. Wir hören nicht, um informiert zu sein, sondern um verwandelt zu werden.

Das fand ich sehr passend zum Thema der Wahrnehmung von Jesus.

Es ist aus der Seite jesus-impuls.de als Tagesimpuls für heute.

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Feb. 26

...habe ich vorliegen und suche etwas austausch darüber.

Wer hätte Interesse?

21
206
Feb. 23

Johannes 14,2

Ich stelle mir vor, dass es das "HAUS GOTTES" ist, das eben viele Etagen und Wohnräume hat - wobei das Fundament gelegt ist (1. Korinther 3,11) und der  Hauseingang  jedem mit Schlüssel offen steht (Johannes 10,9) ... nun aber geht's im Haus los mit der Frage von Nachbarschaft & Miteinander, Wohnraumbehauptung, Flurbegegnungen, Hausordnung etc.

Die Wohnungen - ich konkretisiere das Bild vom Haus Gottes mal - liegen auf unterschiedlichen Etagen, sind kleiner oder gräumiger, unterschiedlich eingerichtet und die Fensterausblicke sind, je nach Verortung und Himmelsrichtung, unterschiedlich.

Schön wäre es, wenn keiner dem anderen Wohnrecht unter diesem gemeinsamen Dach absprechen würde - alle haben vom Hausherrn Wohnerlaubnis bekommen.

Einige Nachbarn sind sich näher als Andere. Einige grüßen sich nur, Manche laden sich gegenseitig in ihre Wohnräume ein, planen gemeinsame Feste, kultivieren den Gemeinschaftsgarten.

Aber leider gibt's auch diejenigen, die meinen "Hausmeister" spielen zu müssen, obwohl sie's nicht sind. Argwohn, Nickeligkeiten, Beschwerden, laustarken Streit im Treppenhaus  und sogar Übergriffigkeiten kommen vor - zum Betrübnis des Hausbesitzers (der der HausbesitzerIN 😉

Einige "Einsiedler" scheint es zu geben, ruhige Mieter, die eher zurückgezogen in ihren vier Wänden leben, aus denen man selten was hört. Andere sind ausgesprochen gesellig und kommunikativ, tolerant und meist gutgelaunt. Familien finden sich, Handwerker im Keller, Sportinteressierte ebenso ...

Am "Schwarzen Brett" hängen alle möglichen Hinweise, Nachrichten, Einladungen oder Beschwerde-Zettel

Gibt es eine "Grundstimmung" im Haus? Fühlen sich alle wohl oder wer träumt vom Wegzug? Beansprucht Jemand das Haus für sich und seinesgleichen? Warum wohl sind die aus der zweiten Etage letzte Woche sang- und klanglos ausgezogen? Und wer sind die neuen Mieter, die wohl die Hausordnung noch nicht kennen!? ...

usw 😉

Ein Impuls zum Aufgreifen und  Weiterspinnen?

L'Chaim

21
148
Feb. 01

Guten Morgen,

ich habe das mal zusammen in einen Topf geworfen- beten und meditieren.

Vielleicht sollte man das nicht, weil in der Bibel sowas wie Meditation nicht zu finden ist. Aber die Gebetsrituale und Gebetspraxis der christlichen Orden oder auch christliche Mystiker haben ja durchaus geistliche Übungen hervorgebracht und auch verbreitet, die der Meditation zT näher stehen als dem Gebet. Insofern denke ich, ist das ok. 

Eine christliche Meditation: darunter verstehe ich ein bewusstes sich leer machen und warten auf Gott.

Allezeit beten: darunter verstehe ich eine bewusste gedankliche und emotionale Ausrichtung auf Gott so oft es mein Alltag zulässt bzw. während des Alltags.

Wie handhabt ihr das? Wann und wie richtet ihr euch aus oder ist das eher gar nicht notwendig, was meint ihr dazu?

👋🏻 Stern

 

57
584
Jan. 31

Gestern waren meine Frau und ich bei einer Trauerfeier und Beisetzung. Ein Pfarrkollege, mit dem ich vor über 30 Jahren meine Berufsanfangsjahre geteilt und zusammengearbeitet habe, ist recht plötzlich verstorben, mit 68 Jahren ...

Die Trauerfeier war sehr berührend und persönlich, auch das Wiedersehen mit seiner Frau.

Nun habe ich in meinen fast 40 Berufsjahren bestimmt (mal hochgerechnet) 1500 plus Beerdigungen, Trauerfeiern und Beisetzungen vollzogen, die letzte vor 1 1/2 Jahren - und nun saß ich selbst bei den Trauernden, erlebte die Pfarrerin (die es gut gemacht hat) und sah mich selbst nochmal "da vorne" auf der Kanzel und dann am Grab stehend mit Talar & Beffchen.

Es war mir vor dem Verlassen des Friedhofs wichtig, der Pfarrerin ein kurzes Danke zu sagen ... so wie ich selbst es immer wieder auch wohltuend erlebt habe, wenn Menschen nach der Grablegung freundlich zunickend oder mit einem Danke an mir vorbei gingen oder auf mich zukamen. Denn bis zum Schluss denkst Du: "Hoffentlich war ich als Pfarrer nahe und wohltuend und hilfreich mit dem, was die Trauernden gerade erlebt und von mir gehört haben!"

Meine Frage - im Nachklang zu gestern - ist: Was habt Ihr selbst, beim Verlassen des Friedhofs zurück ins Leben, für Erfahrungen? Welche Nachklänge habt Ihr schon mitgenommen, wenn Ihr wieder eingetaucht seid ins Leben und in den Verkehr da draußen außerhalb des Friedhofs? Und wie habt Ihr Trauerfeiern - inhaltlich und von denen die sie gemacht haben - schon erlebt?

Ich bin neugierig, denn Beerdigungen sind ja wichtige "Schnittstellen" in unser aller Leben.

L'Chaim

12
448
Jan. 30

Eine gute Bekannte und ich kamen kürzlich auf das Thema "Exorzismus". Zu Halloween ging es im Radio um Horrorfilme, u. a. "Der Exorzist", deshalb das Thema.

Wie ist eure Meinung dazu? Jesus war wohl der erste Exorzist und hat seinen Jünger erlaubt, ebenfalls Dämonen auszutreiben. Bekannt war auch Pater Gabriele Amorth aus dem Vatikan und der Vatikan hat bis heute Exorzisten in Diensten.

Also, wie denkt ihr darüber? Danke! 

42
510
Jan. 27

Guten Morgen Community,

die Botschaft vom Reich Gottes war die zentrale Verkündigung von Jesus. 

Laut ihm ist dieses Reich in uns.

Und es ist das, wonach wir als erstes trachten sollen, vor allem anderen

Das bedeutet ja, dass wir nach keinen äusseren Umständen oder Ereignissen suchen brauchen, so gut sie auch sein mögen, sondern allein in der Innenwelt fündig werden.

Also so verstehe ich das zumindest. Wie versteht ihr das?

Und was für einen Unterschied macht das für euer Leben?

Liebe Grüße,

⭐️

 

107
602
Jan. 16

Als ich Christ wurde, war gerade eine große Welle von Hoffnung und Erwartung im Leib Christi spürbar – zumindest im freikirchlichen Umfeld der späten 80er und frühen 90er Jahre. Bewegungen wie „Durchbruch für Deutschland“ riefen zum geistlichen Aufbruch, und auch Reinhard Bonnke rückte Deutschland erneut als Missionsland in den Fokus.

Das Christenleben sollte vor allem eines sein: erfolgreich.
War nicht geschrieben, dass Jesus alle Krankheiten ans Kreuz nahm? Also müsse man nur „den Dreh rauskriegen“, dann würden sich viele Probleme fast automatisch lösen.
Auch die Kirchen sollten wieder vor allem eines ausstrahlen: Exzellenz. Nur das Beste sei gut genug für Gott. Und je charismatischer desto besser – das Umfallen im Heiligen Geist gehörte damals fast schon zum guten Ton.

Diese Atmosphäre weckte viele Erwartungen – auch in mir:

  • Erwartungen an mich selbst

  • Erwartungen an den Leib Christi

  • Erwartungen an meinen Glauben

  • Erwartungen an den Glauben

Doch das Leben verlief in vielen Bereichen anders als erwartet.
Die – damals durchaus schlüssig dargelegte – nahe Entrückung etwa? Bis heute auf „pending“.
Mein Glaube an Gott selbst geriet dabei nie ins Wanken. Aber ich musste durch manches hindurch. Musste Bilder loslassen. Vorstellungen neu sortieren. Und auch meinen Glauben in wesentlichen Punkten neu bedenken und justieren.

Wie war das bei euch?
Was hat euch am Glauben – oder an dem, was man euch versprach – enttäuscht?
Und welche Lehren habt ihr daraus gezogen?

126
1,609
Jan. 13

Hallo zusammen,

ist Pole Dance/Pole Fitness als Sportart eine Sünde, da es auf manche Menschen "anrüchig" wirken könnte?

Ich habe letzten Monat einen Kurs gemacht, einfach nur, weil ich neugierig war & mal eine etwas andere Tanzform ausprobieren wollte. Hat auch Spaß gemacht 🙂

Mittlerweile habe ich ein schlechtes Gewissen - darf man als Christin überhaupt eine solche Sportart ausüben? 

39
1,189
Dez. 27

Neulich sagte mir Jemand: "Letztlich bin ich wohl sowas wie ein 'christlicher Agnostiker'!"

Ich habe gestutzt, denn beides scheint sich gegenseitig auszuschließen, beides scheint unvereinbar.

Ein Agnostiker sagt: "Ob es wahr ist, oder nicht, vermag ich nicht und vermag niemand zu sagen. Es kann wahr sein und es kann sich auch als falsch erweisen!"

Das ist in Glaubenssachen der Unterschied zu einem Atheisten (der möglichwerweise noch 'missionarisch' unterwegs ist, weil er God-Talk und Religion für schädlich hält) und der sagt: "Es gibt keinen Gott, das Christentum und Glaube sind grundsätzlich unwahr!" ...

Nun ist aber der christliche Glaube etwas, was Viele grund-sätzlich mit Glaubensgewissheit verbinden und alle Atheisen & Agnostiker einladen, "die Wahrheit selber zu entdecken", von Gott. in der Begegnung mit dem Auferstandenen und durch den Heilige Geist zur "Glaubensgewissheit" geführt zu werden!

Mein Gesprächsparner aber sagte: "Ich habe das in gewisser Weise hinter mir, ich war ja auch einmal so unterwegs. Aber aufgrund der Lebens- und Welterfahrung und mit all den Fragen und Zweifeln, die ich irgendwann nicht mehr wegblenden konnte und kann, ist mir diese Art von Gewissheit und Sicherheit nicht mehr möglich. Ich bin, versteh mich richtig, keiner, der den Glauben ganz verloren hat, ich bei kein Atheist - sondern eher Jemand, der nachwievor hofft, dass der christliche Glaube richtig ist und dass das Evangelium wahr ist. Ich hoffe es sehr! Aber ich bin mittlerweile auch ein 'Agnostiker', der sein 'Es kann (hoffentlich) wahr sein, ich wünsche es sogar - aber mit tiefer Gewissheit kann ich es nicht sagen - und vertraue darauf, dass mir dies nicht als Unglaube vor die Füße fällt!"

Mich hat das berührt und ich gebe es mal hier als Impuls weiter, dass nicht Jedem/Jeder die Glaubensgewissheit möglich ist, die Viele für das "A und O" halten.

Was meint Ihr?

L'Chaim

39
591
Dez. 18

Das sagte ich über viele Jahre über mich selbst. Erst heute, mit 59 fällt mir auf, wie unsinnig dieser Satz ist. Denn entweder bin ich überzeugt, dann bin ich Christ. Oder ich bin es nicht, dann bin ich kein Christ. Niemand würde von sich sagen "ich bin nicht überzeugter Christ." warum auch sollte man das von sich sagen?

Viel wichtiger wäre mir, ich könnte von mir sagen "ich bin überzeugender Christ!" Und noch viel wichtiger wäre mir, das könnten und würden andere über mich sagen.

Ideen dazu? Danke. 🙂

13
625
Dez. 14

Kommunikation - zumal in einem Internet-Forum, wo man sich nicht persönlich kennt, aber sich u.U. schnell ein Bild von Jemandem macht und ihn ggf. in eine Schublade steckt - ist wohl kein einfach Ding.

Ich bin nicht frei davon, Ihr seid es nicht ... und schnell verhakt und ent-zweit es sich.

Interessant, wer wem oder wer wem nicht einen Response gibt und welche Koalitionen in Angriff und Verteidigung sich bilden und ggf. auch verfestigen.

So habe ich die letzten Tage manchen Strang hier verfolgt ("Universalismus", "Nicht-Christen verloren?") und auch die Vorwürfe gelesen, wer was wo bei wem "stehenlassen" soll oder wo es legitim, richtig und gut ist, zu widersprechen und dagegen zu halten.

Ich selbst bin ja in den vergangenen Wochen und Monaten ein Teil von diesem "Hin & Her" geworden und habe mich munter beteiligt ...

Die Frage, die mir nun doch kommt, ist die nach dem Verhältnis von Subjektivität und Objektivität. Und damit will ich jetzt keine große und spitzfindige Diskussion über die Begriffe - sondern ich meine damit; dass beide "Ebenen" hier ständig verwechselt werden bzw. die Verhältnissetzung unklar ist.

Konkret: Jemand postet etwas, was ihm wichtig ist und er teilen möchte (so wie ich es eben auch tue) - nun kann der Andere damit übereinstimmen oder anderer Meinung sein (und natürlich auch indifferent sein oder es nicht von Interesse finden). Soweit, so gut. Schwierig wird es, wenn das "Subjektive" den Anspruch erhebt, "mehr" zu sein und damit Grund gegeben scheint, dem Anderen von einem (vermeintlich) "objektiven" Standpunkt aus widersprechen, ihn korrigieren, ja auch ihn belehren zu müssen im Sinne einer "Rechtgläubigkeit".

Besonders schwierig wird es dadurch, dass es dem/derjenigen, der sich berufen fühlt zum Widerspruch, zum Korrigieren und zur Belehrung ja (im Selbstverständnis und in der Selbstwahrnehmung) gar nicht um den eigenen Standpunkt, die eigene Meinung und Selbstbehauptung geht, sondern um Statements, die sich auf "Gott selbst" berufen --- allerdings mit der Überzeugung, das rechte, richtige, einzige und normative Verständnis der Bibel zu vertreten ... Das es aber tatsächlich NICHT gibt, wie die Konfessionen, Erfahrungen, theologischen Sichtweisen und  Interpretationen (von Anfang an und durch die Zeiten) zeigen.

Wenn wir (auch ich !) also unsere Subjektivität mehr im Blick haben, es konseqenter & bescheidener  als eigene Ansicht (ohne weiteren Anspruch) rüberbringen und auf allzuviel "objektive Behauptungen" verzichten, wäre manches einfacher.

Was meint ihr?

L'Chaim

45
687
Dez. 07

Beten geschieht viel-fältig und jeder/jede von uns ist wohl „zuhause“ in einer bestimmten Art und Weise, in einem bestimmten Frömmigkeits-Kontext, wo er/sie betet, zu beten gewohnt ist – für sich, gottesdienstlich, in Gebetsgemneinschaft mit Anderen.

Bei ökumenischen Gottesdiensten habe ich es z.B. immer wieder erlebt, dass Freikirchlicher, Katholiken und Protestanten (z.B. bei den verteilten Fürbitten) durchaus schnell erkennbar waren an ihrer Sprache, ihrer Wortwahl, ihrer Ausrichtung und Adressierung – geeint aber auch durch das gemeinsame „Vater Unser“ oder einen gemeinsam gesprochenen Psalm.

 

Nun zu meiner Frage: Kennt (oder praktiziert) Jemand hier das „Herzensgebet“ und hat Erfahrung/Übung darin, mit einem „Gebets-Mantra“ (einem stetig wiederholten Gebetssatz oder Gebetswort) unterwegs zu sein. In der katholischen und orthodoxen Kirche und Tradition ist dies geläufig und bekannt – Exerzitien, Kontemplation, Meditation, verbunden mit einem wiederholten Gebetswort wie „Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme Dich meiner!“

 

In der nun begonnenen Adventszeit – Stw. Erwartung – begegnet mir das Gebetswort „MA-RA-NA-THA!“ (aramäisch: „Unser Herr, komm!“, 1.Kor 16,22 und Offb. 22.20) als Meditations- und Gebets-Wort (christliches „Mantra“) – empfohlen von John Main OSB und Gerry Pearse OSSR, zwei katholischen Ordensleuten in der Tradition des sog. „Herzensgebetes“.

Sie sind mir in diesen Adventswochen eine Inspiration, ebenfalls 2-3x am Tag in die Stille und Präsenz vor Gott zu gehen und (mit den Atemzügen) dieses Wort still zu sprechen und zu ver-innerlichen.

 

Es tut mir gut – und meine Frage lautet: Wer hat hier im Forum Erfahrungen mit diesem oder einem anderen „Herzensgebet“ und der meditativen Übung, mit einem „christlichen Mantra“ (wen das Wort stört, daran hängt es nicht, alternativ: Mit betenden Wiederholungsworten) vor, in und zu Gott/Christus Gottesnähe und Herzensfrieden zu finden)?

 

Bin gespannt, zumal ich selbst ursprünglich nur das „freie“ Beten zu Gott/Jesus kannte … und erst danach mit „christlicher Meditation“ und Kontemplation (bes. im katholischen Bereich) in Berührung kam.

 

Bin gespannt auf Rückmeldungen und ggf. Erfahrungen

 

L’Chaim

 

98
555
Dez. 06

Kurt Marti (1921-2017) war ein Schweizer reformiertet Pfarrer, Schriftsteller und Dichter, der mich (seit den 80ern) kontinuierlich in meinem Glauben, Denken & Leben inspiriert (hat) ... Seine Gedanken/Texte sind in einer großen Variationsbreite tröstlich, herausfordernd, ermutigend und anregend.

O GOTT! ist ein Buchtitel von ihm (RADIUS-Verlag 1986), den ich hier mal als Überschrift benutze - für einen Thread, in den ich ff. Texte, Sätze, Gedichte und Meditationen poste ...

Lest sie, lasst sie wirken ... Schaut selbst, was bei Euch "resonanzt".

Ich beginne mit:

.............................................

HOFFNUNG

O nein, o nein

ich hab' mein Leben

nicht im Griff,

überhaupt nicht.

Eher umgekehrt:

ES hat MICH.

 

ES:

das Leben jetzt,

das Sterben einst,

und darin, hoff' ich,

DU

 

(Text im besagten Buch, S, 39)

13
488
Nov. 27

Eine sehr schwere Frage für mich aber auch sehr spannend.

 

Ist es der Zehnte? 

Eine Lehre aus dem AT. Unser Herr spricht auch davon im NT.

Ist es alles was du hast?

Wie die Liebe zum Herrn uns eigentlich bewegen möchte.

Ist es nichts?

Was könnten wir ihm für Geld geben, wenn ihm doch alles gehört und Geld vllt. nur tote Materie ist.

Ist es ein ganz individueller Betrag? 

Ja, das fände ich schön. Wenn er genau dein Herz sieht und weiß wieviel du geben kannst.

 

Da muss ich an die arme Witwe denken (Markus 12).

Jesus nimmt die Frau als Vorbild. Ein ganz tolles Bild von etwas Kleinem, was aber eigentlich voller Liebe ist und großartige Auswirkung hat (?)

 

Was denkt ihr dazu??

Bin sehr gespannt auf eure Antworten!

In ihm.

51
1,722
Nov. 24

Guten Morgen,

heute gab es diesen Impuls von der jesus-impuls.de Seite von Joachim Brenner. Mein Anliegen ist nur mitteilen, weil ich diese Aussage so noch nicht gehört habe, sie aber stimmig finde. 

 

*5. Gottes Reich in uns*

_Dein Reich komme! Lk 11:2_

Das Reich Gottes ist Gott selbst, der sich uns naht. Es ist nicht eine Sache, nicht eine politische Gesellschaft, nicht eine Utopie, sondern es ist Gott. Wo Gott herrscht, da ist das Reich Gottes. Er selbst ist das Reich. Wir bitten darum, dass sein Reich unter uns anbreche, dass er selbst unter uns sei und wir ganz sein Eigentum werden. Indem wir bitten: Dein Reich komme, bitten wir in letzter Konsequenz um ihn selbst: dass er unter uns sei. Wir bitten ihn, dass wir selbst zu Menschen seines Reiches werden – Menschen der Wahrheit und der Liebe, Menschen der Gerechtigkeit und des Friedens. Wir beten dass das Reich Gottes uns seelisch durchdringt und sich dadurch auch auf den Umgang mit unserem Nächsten auswirkt. Benedikt XVI

Euch allen einen schönen Tag!

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Nov. 24
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