Analog Eheentlassung und Heiliger Geist
Ich wusste nicht, wie ich das Thema besser beschreiben soll, aber als ich vor einigen Tagen gelesen habe, bin ich über folgende Stelle gestolpert:
"Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Unzucht, der macht, dass sie die Ehe bricht; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe." (Mt 5,32)
Gestolpert bin ich, weil ich spontan an folgende Stelle erinnert wurde:
"Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben." (Mt 12,31)
Ich sehe da eine interessante Verbindung. Es spiegelt sich hier stark das Beziehungsmotiv, das christliches Leben ausmacht.
@awhler Ich sehe in beiden Fällen ein konkretes Ausschlusskriterium. In beiden Fällen gibt es ein Einzelnes. Das hat in beiden Fällen mit Abkehr zu tun. Einmal mit dem Bruch der ehelichen Bindung, im anderen der Bruch mit dem Geist. Ich denke an: Du sollst keine anderen Götter neben mir haben, ich bin ein eifersüchtiger Gott. Wenn Gott die Liebe ist, ist es nicht die Abkehr von der Liebe, in beiden Fällen?
Nunja, es ist die Seite, welche nebenaus geht. Andererseits fällt mir Hosea ein, der seiner Frau unaufhörlich nachgeht und Gutes für sie will. So wie Gott auch dem Menschen nachgeht, der untreu wird und z.B. sich anderen Göttern zuwendet ...
Vielleicht war ich zu schnell mit meinem Beitrag. Weil, jetzt muss ich doch mal nachfragen: Geht es dir mehr um den Vergleich der jeweiligen Beziehung oder mehr um die Frage nach der Sünde wider den Heiligen Geist?
@adjutante einen Schwerpunkt hatte ich gar nicht. Mir fiel nur irgendwie auf, dass mich der eine Vers an den anderen erinnerte, und ich dachte, dass vielleicht jemand noch ein paar Gedanken oder Ideen hat.
einen Schwerpunkt hatte ich gar nicht. Mir fiel nur irgendwie auf, dass mich der eine Vers an den anderen erinnerte, und ich dachte, dass vielleicht jemand noch ein paar Gedanken oder Ideen hat.
... und danach folgte in deinem zweiten Beitrag der dritte Vers mit den anderen Göttern. So habe ich nur kurz auf die erste und die dritte Bibelstelle geantwortet. An welcher Art von Gedanken oder Ideen bist du jetza besonders interessiert?
Ich sehe da eine interessante Verbindung. Es spiegelt sich hier stark das Beziehungsmotiv, das christliches Leben ausmacht.
Das macht es zwar in der Tat aus, aber ich weiß nicht, ob die Lästerung gegen den heiligen Geist da auch drunter fällt.
Jesus sagt, ja, glaub ich sinngemäß an dieser Stelle, dass auch die Lästerung gegen ihn oder Gott vergeben werden wird aber eben nicht gegen den heiligen Geist.
das wiederum deutet mich darauf hin, dass das nichts mit Beziehung zu tun hat, sonst müsste es bei Gott und Jesus ja auch so zu verstehen sein.
Die "Sünde wider den Hl. Geist" (d.h. gegen den Geist Gottes, dessen 'Wirken & Walten' für uns und die Welt Leben, Liebe, Frieden, Gerechtigkeit ... bedeutet) ist für mich die bewusste und ausdrückliche, willentliche und entscheidungsmäßige Weigerung, das Sich-Verschließen ggü. diesem `Wirken & Walten' ... stattdessen offenbart sich die "Sünde wider den Geist Gottes" in den vielfältigen Wegen, in denen wir Menschen den Geist-losigkeiten und zerstörerischen "Un-Geistern" in unserem Leben, Handeln und Tun, auch im Sozialen und Politischen, Raum geben.
Das klingt abstrakt und allgemein, ist aber in concreto sofort anschaulich, wenn wir z.b. heute morgen die Zeitung aufschlagen und die Nachrichten hören/sehen - all das Schreckliche, Zerstörerische, das uns da entgegenkommt spiegelt wieder, was wir Menschen anrichten, erfahren und ernten, wenn wir "gegen den Geist Gottes" leben und handeln.
Sich zu Gott hinwenden (hebr. "Teschuwa" = Umkehr, Richtungsänderung) ist Menschen (individuell und kollektiv) jederzeit möglich, ebenso die Hinwendung zu Christus, zum Evangelium und zur Jesus-Nachfolge - niemals und zu keinem Zeitpunkt ist da "die Tür zu", das ist das Evangelium, die Gute Nachricht, der zurechtbringende und heilende Weg (hebr. Schalom, malkuth JHWH).
Das Sich-Verschließen und Verweigern aber ggü. dem Geist Gottes (das Festhalten am Handeln, Denken, Tun, das dem Lebens-Geist Gottes keinen Raum gibt) führt in Krieg, Leid & Zerstörung. Die Konsequenzen, die Erfahrung, das Erleben, Erleiden und Erdulden-Müssen - das bedeutet für mich, dass es uns Menschen "nicht vergeben" wird, d.h. die "Versündigung" am Geist Gottes BLEIBT verknüpft mit den unausweichlichen Folgen - im Welterleben, sich (wie oben angedeutet) in concreto wiederspiegelnd und greifbar in den Nachrichten von gestern und heute ...
L'Chaim
- all das Schreckliche, Zerstörerische, das uns da entgegenkommt spiegelt wieder, was wir Menschen anrichten, erfahren und ernten, wenn wir "gegen den Geist Gottes" leben und handeln.
Das würde ja aber im Umkehrschluss bedeuten, dass nichts liebloses, das wir tun vergeben wird.
Das wiederum kann ich mir nicht vorstellen. Also klar tragen wir (und andere) immer selbst die Konsequenzen des Lieblosseins. Aber sie nicht zu vergeben bekommen ist ja nochmal eine andere Hausnummer.
Ich interpretiere in der der Tat das "Nicht Vergeben" (wohl un-orthodox) als Warnung Jesu vor den Folgen unseres Tuns und als Erfahrung - wie aber auch flankiert durch die immer gegebene Umkehr-Möglichkeit (Teschuwa), die Vergebung UND erneute/erneuerte Raum-Gebung für den Geist Gottes schenkt ...
Auch wenn das jetzt Grob-klötzig und plakativ rüberkommt, die Geschichte bewahrheitet es doch immer wieder - so jedenfalls meine Wahrnehmung, geschuldet dem heutigen 9/11 und der 5. Staffel von Babylon Berlin (seit gestern in der Mediathek), verbunden mit der absoluten Empfehlung dieser Doku, die mich gestern beeindruckt hat > https://www.ardmediathek.de/video/babylon-berlin/wie-die-demokratie-unterging/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIzNDkyMDY?fbclid=IwY2xjawUQd-BwZG9mAWV4dG4DYWVtAjEwAGJyaWQRMHA3UlNLUGZlTVYybm1CQllzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeMBC-GY8e-J6eJbzXHNT3lcbdTL_QYuHRqOZcyvKimJ3PdMpVAPUF8O2Aqvo_aem_JfJCS5heULWg4EXTFexvFw
L'Chaim
Die Sünde wider den Heiligen Geist kennzeichnet Jesus glasklar: Jesus, dem Sohn Gottes wird vorgeworfen, dass ER durch einen dämon geheilt hat, also dass der Heilige Geist teuflischen Ursprungs wäre.
Mt 12 ab Vers 24-32
Lieblosigkeit betrübt den Heiligen Geist, das ist auch nicht ok, ist aber nicht expizit die Sünde wider den Heiligen Geist.