Bibel & Bibelstelle...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Bibel & Bibelstellen

Fragen und Antworten rund um das Buch der Bücher.
Seite 1 / 13

Hallo,
mich plagen seit gestern riesige Glaubenszweifel. Anlass ist die Erkenntnis dass alle meine Familie und Freude nicht an Jesus glauben, auch wenn sie von ihm gehört haben. Und somit laut Bibel in die gerichtet werden. Ich kenne die Bibel. Ich weiß es gibt keine Werksgerechtigkeit. Ich weiß nur aus Gnade sind wir gerettet. Ich weiß dass diese Gnade ein Geschenk ist. Und ich weiß dass wir sie auch annehmen müssen. Aber sagt die Bibel streng genommen, dass die Hölle für Nicht-Gläubige für immer ist?
Mich beklemmen Zweifel. Eine ewige Strafe weil man ein Geschenk nicht angenommen hat? Dann ist es doch kein Geschenk? Dann ist es eine Notwendigkeit zur Frieden. Es gibt nur ein richtig und falsch. Alle anderen machen einen Fehler. Sind sie alle verloren. Ich weiß keine verdiente Gnade...aber ein Mensch voller Nächstenliebe ohne Jesus. Und ein Verbrecher der eine Partnerschaft mit Jesus pflegt...der letztere wird errettet? Denn das ist das Ende der Kreuzigung. Der Verbrecher wird von Jesus erlöst. Nur durch sein Bekenntnis. Also sind meine Familie und Freunde alle verloren laut Bibel? Ist es nicht so?

845
7,989
Vor 3 Tagen

Hallo, ich hatte durch das Bibelstudium neulich eine interessante Theorie über die 2 Zeugen. 

 

Vers 3: Es handelt sich um 2 Personen, welche gemeinsam auftreten und verzweifelt und großem Leid um die verdorbene versuchen die Menschheit trauern und sie  wieder auf den richtigen und moralischen Weg zu bringen

 

Vers 4: Das sind 2 von Gott gesegnete und beauftragte Personen, welche das Böse in der Welt aufdecken und werden auch als Hoffnungsträger gesehen, da sie einen unerschütterlichen Glauben haben, welcher sich in ihrem Widerstand gegen das Böse zeigt.

 

Vers 5: Ihre Feinde können ihnen nichts anhaben, obwohl sie extrem verhasst sind und unter dauerbeschuss stehen. Ihre scharfen Worte und Wahrheiten, welche die Beiden aussprechen und offenlegen, entmachten (,,tötet'') ihre Gegner.

 

Vers 6: Das sind nicht einfach irgendwelche 08/15 Personen sondern welche Autoritätspersonen, welche mit ELIA und MOSE gleichgesetzt werden, außerdem werden sie dafür SOrgen, dass die Menschen ihren Wohlstand verlieren und sich gegenseitig bekriegen, bzw. die Gesellschaft spalten.

  • Himmel verschließen= Segen oder Gaben Gottes aus dem Himmel zurückhalten, was zu Mangel führt.
  • Regen= Segen aus dem Himmel, welcher eine reiche Ernte und Sattheit aka Fülle und Wohlstand verspricht.
  • Gewässer in Blut verwandeln= ,,Gewässer'' sind Völker Sprachen und Nationen und in ,,Blut verwandeln'' meint Leid, Spaltung und Tod

 

Vers 7: Wenn die beiden mit ihrem Auftrag durch sind, werden sie von dem Tier aus dem Abgrund besiegt und schlussendlich getötet werden.

  • Tier aus dem Abgrund=dieses korrupte menschenhassende System.

 

Vers 8: Der Vers zeigt nochmal gegen wen oder was die beiden Zeugen kämpfen und wer ihre Gegner sind. Dass hier eine Parallele zu Christus gezogen wird, zeigt, dass sie mit ihnen genauso umspringen, wie sie es mit Jesus taten, als dieser die Werke des Feindes offenlegte und die Welt aufforderte umzukehren.

  • Sodom= Linksextremisten, LGBTQ-Community 
  • Ägypten= korruptes System und Machthaber, welche die Bevölkerungen unterdrücken und ihre Macht missbrauchen.

 

Vers 9: Der untergang der 2 Zeugen wird ein internationales und großes Ereignis sein. Und selbst nachdem die beiden schon ,,besiegt'' am Boden liegen, werden die Schmutzkampagnen und die Hetzjagt gegen die 2 nicht aufhören, sie werden also dennoch die Welt beschäftigen.

  • Nicht zulassen, dass ihre Leichname in Gräber gelegt werden= Die Leute wollen und können nicht mit den 2 Zeugen abschließen.

 

ELIA: Er hat kein Blatt vor den Mund genommen und war sehr konfrontativ im Umgang mit korrupten Machthabern und der Obrigkeit. Er hat sich mit Isebell und Ahab angelegt, die auch in den Baalskult verwickelt waren, in welchem Kinderopfer und sexuelle Unmoral (evtl. Pädophilie) üblich waren. Kann also gut sein, dass der heutige Elia genau DIESE Leute bekämpft

 

MOSE: Er war nicht besonders charismatisch und nicht unbedingt ein guter Redner, wahrscheinlich wurde er sehr oft missverstanden, wie an der Stelle, als er den Ägypter erschlug und dachte, die Israeliten würden ihn aufnehmen. Vermutlich ist der heutige Mose auch einer der durch eine Handlung ''Solidarität und Wohlwollen'' ausdrücken will, aber dieser Schuss nach hinten los geht. Aber dennoch setzt er sich für die Befreiung der Unterdrückten, Redefreiheit ect. ein. Wie der alte Mose, das Volk ins gelobte Land brachte, könnte auch der neue Mose mit den Auserwählten eine neue Zivilisation an einem bestimmten Ort gründen wollen.

 

 

 

 

 

 

77
340
Jan. 13

...kennt die jemand / hat die jemand in Gebrauch?

Wie kommst du damit zurecht?

6
757
Jan. 04

Hallo Zusammen, 

seit Wochen beschäftigt mich die Geschichte mit der Flucht von Lots Familie aus Sodom und warum Lots Frau zur Salzsäule erstarrte. Beim Googeln habe ich verschiedene Theorien gefunden:

- sie hat nicht auf die Engel gehört und aus Strafe für ihren Ungehorsam erstarrte sie zur Salzsäule

- sie hing zu sehr der Vergangenheit nach, was sie unwiderruflich verloren hat

- das Entsetzen war zu groß als dass sie es hätte verkraften können

Mir ist noch ein anderer Gedanke hierzu gekommen. Und zwar, dass eine Rückkehr zur Welt der Sünde unmöglich geworden ist, wenn Gott einen da raus geholt hat. Und wenn man sich umdreht, um zu betrachten, welchem Szenario man da geradeso entkommen ist, erstarrt man vor Schreck. Ich stelle mir bildlich vor, wie ich vor meinen Sünden davonlaufe, um rechtzeitig entkommen zu sein, bevor Gott die Sünden vernichtet und auch mich vernichten würde, würde ich daran festhalten.

Was meint ihr dazu?

34
169
Dez. 20

Joh 10, 22 Es war damals das Fest der Tempelweihe[8] in Jerusalem; es war Winter.
23 Und Jesus ging in dem Tempel umher, in der Säulenhalle Salomos.

[8]Fest, das jährlich zur Erinnerung an die Neueinweihung des Tempels durch Judas Makkabäus (165 v. Chr.) begangen wurde

 

Der 2. jüdische Tempel war von den damaligen Besatzern entweiht worden. Unter Judas Makkabäus gab es einen Aufstand und dann wurde der Tempel wieder eingeweiht. Leider hatten die Besatzer die Gefäße mit koscherem Öl zerstört, um zu verhindern, dass der Leuchter/die Menorah wieder benutzt werden konnte.  Aber sie hatten ein kleines Gefäß übersehen, das Öl für einen Tag enthielt. 
Wundersamerweise hielt das Öl für die ganzen 8 Tage der Einweihungsfeier. 

Dieses Wunder wird immer noch gefeiert. Nes gadol haja scham = Ein großes Wunder geschah dort. 
Es gibt einen zweiten Satz: Nes gadol haja po = Ein großes Wunder geschah hier. 

Nes ist nicht das eigentliche Wort für Wunder, denn es bedeutet Banner, Signal d.h. ein Zeichen der Gegenwart Gottes. 

Symbolisch für die Dauer der Einweihung wurde dann ein 9armiger Leuchter, die Chanukkia gewählt, 8 Arme für die Festtage, der 9. Arm ist für den Schamasch, die Dienerkerze, die die anderen Lichter nach und nach entzündet. 

Heute wurde der Leuchter am Brandenburger Tor aufgestellt und am Sonntag abend geht das Lichterentzünden los. Chanukka ist ein bewegliches Fest, also nicht immer am selben Tag beginnend. 

Soweit eine Spur durch die Historie von Judas Makkabäus über Jesu Teilnahme am Fest bis heute. 

 

Ich kann für mich eine persönliche Verbindung ziehen zu dem Vers: 1. Kor 3, 16 Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Der Heilige Geist symbolisch als  Öl und als Flamme für Jesu Leuchten durch uns. 

Könnt ihr das Lichterfest mit etwas für euch verbinden? 

 

24
198
Dez. 18

Warum heißen die Todsünden so und was bedeutet das für uns?

Trennt uns das für immer von Gott?

148
1,584
Dez. 13

Lu17 schreibt: 

Mt 8,24 Und siehe, da geschah ein großes Beben im Meer, sodass das Boot von den Wellen bedeckt wurde. Er aber schlief.

Elberfelder schreibt: 

Mt 8,24 Und siehe, es erhob sich ein heftiger Sturm auf dem See, sodass das Boot von den Wellen bedeckt wurde; er aber schlief.

NeÜ und Schlachter schreiben auch von einem Sturm. 

 

Der biblehub interlinear zeigt Seismos  an der Stelle.

Weiß jemand, wie es zu dieser unterschiedlichen Übersetzung kommt ? 

Ich finde den Unterschied nicht unerheblich, denn einen Sturm stillen oder ein Erdbeben beenden, hat ja ganz andere Auswirkungen. 

 

 

145
551
Dez. 10

Ich mache jetzt einen kleinen Sprung in der Reihenfolge und springen zu dem wohl umstrittensten Teil, zu den Themen Gerechtigkeitskalküle und Feindesliebe.

38          Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist: Auge um Auge, Zahn um Zahn! *

39          Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich jemand auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die andere hin.

40          Will jemand mit dir rechten und dir deinen Rock nehmen, dann laß ihm auch den Mantel.

41          Nötigt dich jemand, eine Meile weit mitzugehen, dann geh zwei mit ihm.

42          Wer dich bittet, dem gib; wer von dir borgen will, den weise nicht ab.

43          Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. *

44          Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen,

45          damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel werdet, der seine Sonne aufgehen läßt über Böse und Gute, und es regnen läßt über Gerechte und Ungerechte.

46          Denn wenn ihr nur jene liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das gleiche nicht auch die Zöllner? 

47          Und wenn ihr nur eure Freunde grüßt, was tut ihr da Besonderes? Tun das gleiche nicht auch die Heiden? 

48          Seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist. *

 

Hier liegen die Problem wohl weniger im Verstehen des Textes selbst als in den Fragen der lebenspraktischen – alltäglichen Umsetzung. Eine zentrale Behauptung in diesem Zusammenhang lautet, dass gerade dieser Teil der Bergpredigt allein für den privaten Umgang, nicht aber für eine politische Orientierung tauge (siehe auch Wehpflichtdebatte). Ich bin mir dagegen sicher, dass die Aussagen auch im gesellschaftlichen und politischen Maßstab gelten sollen. Die Frage ist nur, was im konkreten Einzelfall Feindesliebe bedeutet, wo und ob es Grenzen der Barmherzigkeit gibt.

Rache ist eine uraltes Gerechtigkeitsprinzip, bei dem scheinbar Gleiches mit Gleichem vergolten wird. Was vielleicht bis zu einem gewissen Grad stimmen mag. Aber in der Konsequenz führt Rache zu Vergeltung und der Konflikt wird nicht beendet, sondern am Leben erhalte. Theologisch gesehen ist es verwerflich und hochmütig, anhand äußerer Merkmale die Äquivalenz zweier Taten zu beurteilen. Rache ist immer ungerecht. Man muss wohl kein Hellseher sein, um sich vorzustellen, dass nach dem militärische Sieg in einigen Jahren und Jahrzehnten dem Volk Israel durch die Rache der Nachkommen der Hamas und durch viele jetzt traumatisierte Kinder noch einen hohen Preis abverlangen wird. Rache gebiert Rache. Die Hamas hat ihre Politik und ihre Angriffe mit dem Recht auf Rache begründet, Israel tut nichts anderes. Selbst wenn man mit den herrschenden Köpfen der Kriegsparteien nicht sprechen kann, wird man es mit den meisten ´einfachen` Menschen (Soldaten) durchaus können.

Aus meiner Sicht kommt es darauf an, nicht allein den äußerlichen Handlungsablauf zu sehen (den Schlag), sondern, soweit es geht, die Motivation oder Gründe mit einzubeziehen (zur Erinnerung: „25 Verständige dich ohne Verzug mit deinem Gegner, solange du noch mit ihm unterwegs bist“;  hier meint der letzte Teil, solange man mit dem Gegner noch vernünftig reden kann, er also Argumenten zugänglich ist). Es kommt darauf an, nach dem Motto zu handeln „der Klügere gibt nach“, was beinhaltet, dass der Kluge zunächst einmal Besonnenheit an den Tag legt.

Im Notwehrfall, der dadurch definiert ist, dass es keine Möglichkeit des Austausches des ´Mitgehens` gibt, ist Gegenwehr mit gleichen – adäquaten Mitteln erlaubt. Der Begriff ´Verhältnismäßigkeit der Mittel` trifft das sehr gut.

Jesus der Herr lehrt und empfiehlt dringend (Vers 39) auf Rache zu verzichten und dem Kreislauf ein Ende zu setzen. Weiterhin verstehe ich diesen Vers als die Methode, den Gegner zu beschämen. Ich fantasiere mal: wenn jetzt irgendwelche russ. Soldanten hier ankommen, indoktriniert und durch Putins PR-Apparat und andere Sozialisationsagenten verdummt, und sie treffen auf bewaffnete Verteidiger, dann erleben sie genau dass, was ihnen vorher gesagt worden ist womit Putins Agenten recht behalten und der Soldat noch mehr seinem Staat traut.  Käme er in eine Stadt und träfe auf passiven Widerstand, er würde schweigend begrüßt und man würde ihm z.B. Nelken in den Gewehrlauf stecken = Nelkenrevolution in Portugal) dann käme auch der dümmste Soldat ins Zweifeln an der Propaganda derjenigen, die ihn in den Krieg geschickt haben (und selbst in der Etappe blieben). Praktisch gesehen ist das Hauptproblem unserer Zeit, dass überhaupt keinerlei Ressourcen in der Entwicklung nichtmilitärischer Widerstandsstrategien gesteckt wird. Ich erinnere an Ghandi und M.L. King, dass das auch erfolgreich sein kann. Wird zwar auch Opfer kosten, wohl aber deutlich weniger als im Krieg.

Schwieriger ist die Frage, ob man sich präventiv bewaffnen soll. Die Bibel verweist ja auf staatliche Strukturen (Richter, Könige etc.), die nicht nur Recht sprechen, sondern auch für öffentliche Ordnung und Schutz sorgen sollen. Das militärische Stärke wirkungsvoll abschreckt, hat sich ja als Illusion erwiesen. Wenn ein Staat Gründe für einen Krieg sucht, dann wird er sich solange aufrüsten, bis er sich stark genug fühlt. Bei der Hamas hat die Überlegenheit der israelischen Armee in keiner Weise dazu geführt, auf den Angriff zu verzichten. Wo kein militärischer Widerstand zu erwarten ist, ist es auch für den Angreifer sinnlos, Waffen einzusetzen. Wie gesagt es geht darum, andere Formen des Widerstandes zu finden.

 

40          Will jemand mit dir rechten und dir deinen Rock nehmen, dann laß ihm auch den Mantel.  Klar ist, Mantel und Rock steht zunächst für materielle Hilfe in existenziellen Situationen. Gemeint könnte sein, dass man mehr geben soll als erbeten, nämlich soviel wie es ausreicht, eine menschenwürdiges Leben zu führen. Dass erschließt sich aus des Sicht des Bittenden. Es geht hier nicht um den Nachbarn der um zwei Eier bittet und ich gebe ihm dann vier. Warum will jemand dir einen ´Rock` nehmen und nicht Geld oder Schmuck?

Im ersten Teil heißt es, Will jemand mit dir rechten“ – als nicht berauben. Das verstehe ich so, dass jemand aus Armut heraus bittet und die Mikroumverteilung quasi ein Schritt zur Gerechtigkeit ist. Derjenige der hat, kann besser als der Arme beurteilen, welchen Beitrag er zur Gerechtigkeit machen kann. Mit anderen Worten, es geht nicht allein darum einer Bitte wörtlich nachzukommen, sondern den Grund der Bitte unter dem Aspekt der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zu beurteilen. Das heißt, ich erkenne, das ihm mehr fehlt als nur der Rock und ich bin bereit und in der Lage diesem Mehr als nur dem minimal Lebensnotwendigen zu entsprechen. D.h. Nächstenliebe ist das ´äußerliche` Eingehen auf den Bedürftigen, sondern mit dem liebenden Blick, der die Bedürftigkeit und seine eigenen Möglichen erkennt. Siehe dazu auch:

2Mos.22: 25 Nimmst du von einem anderen den Mantel in Pfand, so sollst du ihm dieses bis Sonnenuntergang wieder zurückgeben.

26 Denn er ist seine einzige Decke, die Hülle für seinen Leib. Worin soll er schlafen? Wenn er zu mir ruft, werde ich ihn erhören; denn ich bin barmherzig.

 

41          Nötigt dich jemand, eine Meile weit mitzugehen, dann geh zwei mit ihm.

42          Wer dich bittet, dem gib; wer von dir borgen will, den weise nicht ab.

Diese Verse verstehe ich als Verallgemeinerung und Verstärkung des bisher Gesagten, insofern es in Vers 41 um die persönliche Beziehung und nicht nur um den Austausch von Gütern geht bzw. dass das eine nicht gegen das anderen ausgespielt wird.  .

Ab Vers 43 handelt es sich nicht bloß um eine inhaltliche Wiederholung der bisherigen Aussagen, sondern um eine Steigerung bzw. weitere Konkretisierung, nämlich dass es nicht nur um das äußerliche Verhalten geht, sondern um die dazugehörige innere Haltung. „… die, die euch verfolgen“ bezieht sich nicht nur auf die, die Christen verfolgt haben oder noch verfolgen, sondern auf alle, von denen eine Anfechtung des Glaubens ausgeht. Für diese Beten heißt auch sich selbst geistig aufrüsten, da man so Gott näher kommt. Diese Sichtweise bestätigt sich durch die Verse 46 und 47. Insgesamt kommt dem Verhalten eines Nachfolgers Jesus des Herrn eine Vorbildfunktion zu. Zu glauben, das Reich Gottes wird durch fromme Sprüche und sonntäglichen Kirchgang vorbereitet der irrt gewaltig. Was hilft, ist die überzeugende gute Tat. Sie ist die Basis der Glaubwürdigkeit. Wer Glaubwürdig ist, der kann auch erfolgreich über den Glauben sprechen.

Der letzte Vers ist zwar leicht im wörtliche Sinne zu verstehen und fasst den Kern der Hausforderungen die mit der Nachfolge verbunden sind, zusammen.

12
141
Nov. 23

Hallo,
in der Bibel App wird heute im Gebet Johannes 15,7 genannt. In der Hoffnung für Alle steht:

"Wenn ihr aber fest mit mir verbunden bleibt und euch meine Worte zu Herzen nehmt, dürft ihr von Gott erbitten, was ihr wollt; ihr werdet es erhalten."

Das liest sich wie ein Wunschbrunnen. Ähnlich auch bei der Basisbibel und Neues Leben. Der 1. Teil liest sich als eine Bedingung für den 2. Teil ("dürfen"), der dann als Erlaubis für Wünsche gilt. Anders liest sich das bei Luther:

"So ihr in mir bleibet und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren."

Es ist keine Erlaubnis mehr. Es ist eine Schlussfolgerung. Und man versteht: Nein, du kannst nicht alles bitten, was du willst und dann auch bekommen! Jeder Christ weiß mit Lebensalter dass so eine Haltung in Krisen endet (warum hat Gott ihn nicht heilen lassen, warum kam es so, obwohl ich Gott und mein ganzer Hauskreis betete). Wir bitten im Einklang der Worte. 

Oder versteht ihr es anders? Seht ihr in den Übersetzungen auch einen Unterschied? Wie geht ihr mit dem Vers um?

63
242
Nov. 19

Guten Morgen,

 

hier ein Frage für diejenigen, die sich professioneller mit der Bibel auskennen als wir Laien…🙂

 

Fahre fort mit Vorlesen, mit Ermahnen, mit Lehren, bis ich komme.

Lutherbibel

was ist hier an dieser Stelle mit Vorlesen und Lehre gemeint?

Das waren ja ehemals Juden, oder sind es im Grunde immer noch (sie wurden erstmal nur von anderen Christen genannt, oder?), dh sie lesen aus der Thora vor und lehren aus der Thora? Oder haben sie irgendwelche anderen Schriften? Weiss man darüber etwas von den frühen Gemeinden? 

Habt einen guten Tag! ⭐️

17
94
Nov. 13

Hallo,
immer wieder fällt es mir schwer das AT so zu lesen sodass es zu mir spricht. Gerade bin ich Ezechiel, was schwer ist, da hier Gnade nicht spürbar wird. In Kapitel 9 musste ich die Bibel kurz zur Seite legen. Kinder werden erschlagen, wenn sie kein Zeichen tragen. Gott betont dass er nciht gnädig sein will. Wie geht es euch mit solche Stellen? 

84
239
Nov. 13

Beim Aufräumen alter mails bin ich auf diesen Beitrag des Israel Bible Centers gestoßen, verfasst von Dr. Nicholas J. Schaser, den ich selbst damals überlesen hatte. 

Nicht alle Redewendungen sind auf Anhieb verständlich. So führt Dr. Schaser durch AT und NT, um diese Redewendung zu verdeutlichen. 

Was bedeutet in Christus gekleidet zu sein - Original in Englisch

 

In seinem Brief an die Galater schreibt Paulus: „Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen“ (Galater 3,27). Auch wenn die Leser vielleicht annehmen, dass das „Anziehen“ (ἐνεδύσασθε; enedúsasthe) des Messias nur eine elegante Metapher ist, hat der Apostel etwas Konkreteres im Sinn. Die Sprache greift auf Beispiele aus den Schriften Israels zurück, in denen Menschen mit dem Geist des Herrn „bekleidet“ und befähigt werden, für Gott zu sprechen oder zu handeln. Nach Paulus erzeugt das Bekleidetsein mit Christus die Kraft, in Übereinstimmung mit den himmlischen Absichten zu leben, und verbindet die Gläubigen mit Gott und untereinander.

Wenn die alten Israeliten Gottes Geist begegneten, beschreiben die biblischen Autoren, dass Einzelne mit göttlicher Kleidung bekleidet wurden. In der Zeit der Richter beispielsweise besucht Gott Gideon, bevor dieser in die Schlacht zieht: „Der Geist des Herrn bekleidete (לבשׁה; lavshah) Gideon, und er blies die Posaune“ (Richter 6,34). In der altgriechischen Übersetzung dieses Verses in der Septuaginta verwendet der Übersetzer dasselbe Wort, das Paulus für „bekleidet“ (ἐνδύω) mit Jesus verwendet. In ähnlicher Weise empfängt zu Davids Zeiten einer seiner mächtigen Männer den Geist Gottes, bevor er sich der militärischen Entourage des Königs anschließt: „Der Geist bekleidete (לבשׁה/ἐνέδυσε) Amasai ...und er sprach: „Wir sind dein, David, und mit dir, Sohn Isais. Friede, Friede sei mit dir und mit deinen Helfern. Denn dein Gott hilft dir“ (1. Chronik 12,18). In diesen Fällen bedeutete die Bekleidung mit dem Geist, für den Kampf gerüstet zu sein, weshalb Epheser diese Bildsprache umdeutet, um die Verteidigung gegen das Böse zu beschreiben: „Zieht (ἐνδύσασθε; endúsasthe) die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die listigen Anschläge des Teufels bestehen könnt“ (6,11).

Mit dem Geist bekleidet zu sein, konnte den Sprechern auch die Kraft geben, ein Wort Gottes zu verkünden. Zacharias, der Sohn Jojadas, tadelte die Führer Judas, nachdem er vom Himmel ausgerüstet worden war: „Der Geist Gottes bekleidete (לבשׁה/ἐνέδυσεν) Zacharias ... und er stand über dem Volk und sprach zu ihnen: So spricht der Herr: Warum brecht ihr die Gebote des Herrn, sodass ihr keinen Erfolg haben könnt?“ (2. Chronik 24,20). Zacharias' geistgewirkte Kleidung ermöglichte es ihm, für Gott zu sprechen; der Prophet und der Herr waren sich einig, den göttlichen Willen auszuführen. Die Ankunft des Geistes bewirkt eine Veränderung in den bekleideten Menschen, sodass sie zu Vertretern Gottes werden. Das ist es, was Paulus meint, wenn er sagt, dass die Gläubigen mit Christus „bekleidet“ worden sind, sodass sie „alle eins sind in Christus Jesus“ (Gal 3,28).

Und er sprach: „Wir sind dein, David, und mit dir, Sohn Isais. Friede, Friede sei mit dir und mit deinen Helfern. Denn dein Gott hilft dir“ (1. Chronik 12,18). In diesen Fällen bedeutete die Bekleidung mit dem Geist, für den Kampf gerüstet zu sein, weshalb Epheser diese Bildsprache umdeutet, um die Verteidigung gegen das Böse zu beschreiben: „Zieht (ἐνδύσασθε; endúsasthe) die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die Bösen bestehen könnt.“ Indem er feststellt, dass es in Christus „weder Juden noch Griechen, weder Sklaven noch Freie, weder Männer noch Frauen“ gibt (3,28), beschreibt der Apostel keine fleischliche Veränderung der Menschen, durch die ihre ethnische Zugehörigkeit oder ihr Geschlecht nicht mehr existieren oder relevant sind. Stattdessen erklärt Paulus, dass jeder, der mit Christus bekleidet ist, eins mit dem Messias und miteinander geworden ist; unabhängig von der ethnischen Zugehörigkeit, dem Geschlecht oder der sozialen Stellung eines Menschen ist Gottes Geist gleichermaßen über alle ausgegossen worden.

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

 

War euch dieser Ausdruck in Christus gekleidet zu sein, schon sonnenklar? Wie greifbar ist das für euch  im Alltag? Macht der Artikel ein stärkeres Bewusstsein des In Christus gekleidet sein mit seinen möglichen Auswirkungen? 

 

 

 

18
128
Nov. 12


Bei der Bibelstelle mit der Ehebrecherin wird beschrieben, dass Jesus in den Sand schrieb. Warum er das tut, weiß man ja nicht so genau. Die Bibelpassage beginnt jedoch mit dem Vers "Frühmorgens aber kam Jesus wieder in den Tempel" (Joh. 8,1). Nun frage ich mich: Wie kann da Sand sein? Besteht der Boden des Tempels aus Sand? Vielleicht nicht wichtig, aber irgendwie wüsste ich gern mehr darüber.

37
323
Nov. 11

Hallo Zusammen

Ich möchte mit euch gerne zwei unterschiedliche Herangehensweise der Textkritik besprechen. In deutschen akademischen Kreisen wird ja die neue Urkundenhypothese mit JEDPRDH+ (ist kein Schenkelklopfer) so ziemlich als gegeben betrachtet und behandelt. Im englischsprachigen Raum ist eine weitere JDP Ergänzendenhypothese durchaus verbreitet und anerkannt. 

Kurz erklärt für diejenigen, denen das ganze nichts sagt, die Urkundenhypothese behauptet, dass mehrere Quellen gab, die unabhängig voneinander geschrieben wurden, J (Jahwist), E (Eloist), Dtr1 (früher Deuteronomium) Dtr2, (später Deuteronomium), P (Priesterschrift), DH (Deuteronomium Geschichte "History") welche dann alle durch einen R (Redaktor) zusammengefügt worden sein sollen. Dies soll all die Diskontinuitäten und Unterscheide in den Büchern Mose, Joshua, und Könige erklären. 

Die zweite Hypothese, postuliert, dass es einen ursprünglichen Text gibt, welche die Werke, die als J und E identifiziert haben umfasst. Dieser Text wurde dann später durch D und P ergänzt und aktualisiert. Es sind also nicht unabhängige Werke, die zusammengeführt worden sind, sondern Texte welche ergänzt wurden. Diskontinuitäten und Unterschiede sind nach dieser These gewollt, um theologische Aussagen zu machen. 

 

Habt ihr von diesen Thesen schon mal gehört, was haltet ihr von der Ergänzendenhypothese. 

30
406
Nov. 08

Hallo zusammen, guten Abend an alle!

Mich beschäftigt die Geschichte in 1.Mose 4  bzgl. Kains Gemütsverfassung. Chai und Queequeg meinten ja, er sei ein „armes Schwein“ weil Gott sein Opfer nicht beachtet.

Was genau Gott dabei nicht gefallen hat, ist nicht ganz klar und ob Kain vorsätzlich ein minderwertiges Opfer dargebracht hat, ist irgendwie auch nicht klar. Jedenfalls bekommt er dann für seine Wut über die Nichtbeachtung/Zurückweisung Schelte von Gott. 

Gott erwartet also, dass Kain mit der Zurückweisung/Nichtbeachtung -  ganz locker umgeht - wieso eigentlich?

Wieso juckt ihn das nicht, dass Kain gekränkt ist?

Weil Kain es eh schon falsch angepackt hat und Gott nicht wirklich ernst genommen hat und er dadurch auch kein Recht hat, gekränkt zu sein? Aber das gibt die Geschichte eigentlich nicht her…

Oder soll er Selbstbeherrschung üben, gerade wenn er sich ungerecht behandelt fühlt? In dem Sinn, dass er selbst ja am besten weiss, 
in welcher Haltung er das Opfer gebracht hat und wenn er sich nichts vorzuwerfen hat, dann brauch er auch nicht sauer sein?

Was für Ideen habt ihr dazu?

 

 

 

 

377
1,354
Nov. 08

Die politischen Ereignisse in Israel sind gewaltig. Im Moment wird Geschichte geschrieben und Donald Trump, der so gerne ein Friedenspräsident wäre, hat verkündet:

https://www.tagesschau.de/ausland/asien/trump-rede-knesset-100.html

Zitat daraus:

In einer Rede vor der Knesset - dem israelischen Parlament - hat US-Präsident Donald Trump das unter seiner Mitwirkung verhandelte Gaza-Abkommen als Beginn einer neuen Ära des Friedens im Nahen Osten bezeichnet. Dieser Tag markiere nicht nur das Ende eines Krieges, sondern auch "das Ende einer Zeit von Terror und Tod", sagte Trump beim Auftritt in der Knesset. Es sei der Beginn einer "dauerhaften Harmonie" für Israel und andere Länder, der Beginn eines neuen Nahen Ostens.

Dem möchte ich 1. Thes. 5, 1-6 (um etwas Kontext mitzugeben) gegenüberstellen:

1 Von den Zeiten aber und Stunden, Brüder und Schwestern, ist es nicht nötig, euch zu schreiben; 2 denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht. 3 Wenn sie sagen: »Friede und Sicherheit«, dann überfällt sie schnell das Verderben wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entrinnen. 4 Ihr aber seid nicht in der Finsternis, dass der Tag wie ein Dieb über euch komme. 5 Denn ihr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis. 6 So lasst uns nun nicht schlafen wie die andern, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein.

Sind wir genau da? Fände ich schon etwas beängstigend - einmal für die Akteure im Nahen Osten, aber auch für uns, die wir auf die Wiederkunft Christi vorbereitet sein sollten. Was tun? Könnte so ein Zusammenhang Euch in Eurem Verhalten beeinflussen? Seht Ihr da überhaupt so einen Zusammenhang?

44
550
Nov. 04

„Denn durch ihn wurde alles erschaffen, was im Himmel und auf der Erde ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, Throne und Herrscher, Mächte und Gewalten. Das ganze Universum wurde durch ihn geschaffen und hat in ihm sein Ziel. Er war vor allem anderen da, und alles besteht durch ihn.“(Kolosser 1,16 -17).

So, das ist ja nicht unbekannt…aber was heißt das für euch?

Kann man das überhaupt mit dem Verstand erfassen? Es ist nicht wirklich begreifbar.

Ist da ein “Block“ Jesus, in dem das Universum stattfindet? Wie soll ich mir das vorstellen?

Und wie kommt Paulus dazu, das zu sagen? Es gab noch kein Evangelium des Johannes 1,…woher weiss er das? 

1Am Anfang war das Wort. Das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott selbst.2Von Anfang an war es bei Gott.3Alles wurde durch das Wort geschaffen; nichts ist ohne das Wort entstanden.4In ihm war das Leben, und dieses Leben war das Licht für alle Menschen.…

….

?

Das ist alles sehr weit weg von Jesus als Mensch.

 

73
544
Nov. 04

Guten Morgen Community,

die beiden Stellen hier mal parallel:

Johannes 3

13 Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn.

und

Hebräer 11


 5 Durch den Glauben wurde Henoch entrückt, dass er den Tod nicht sehe, und wurde nicht mehr gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; denn vor seiner Entrückung ist ihm bezeugt worden, dass er Gott gefallen habe.

Laut Jesus ist noch keiner vor ihm in den Himmel gekommen. 

Wo sind dann Abraham, Moses und Jakob? Noah? Und all die Propheten…von denen glaube ich bei manchen es auch heißt, dass sie entrückt wurden?

Da hat sich doch sicher schon mal jemanden Gedanken dazu gemacht. Weiss jemand was darüber?

25
174
Nov. 04

Ein Zusammenfassung von Teil IV erscheint mir ziemlich schwer und vielleicht auch verfrüht. Dennoch fange mal mit den nächsten Abschnitt an.

21          Ihr habt gehört, daß den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten! Wer tötet, soll dem Gericht verfallen.

22          Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder zürnt, wird dem Gericht verfallen sein; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Tor!, wird dem Hohen Rat verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du Gottloser!, wird dem Feuer der Hölle verfallen sein.

23          Wenn du also deine Gabe zum Altar bringst und dich dort erinnerst, daß dein Bruder etwas gegen dich hat,

24          so laß deine Gabe dort vor dem Altar, und geh, zuerst versöhne dich mit deinem Bruder; dann komm und opfere deine Gabe.

25          Verständige dich ohne Verzug mit deinem Gegner, solange du noch mit ihm unterwegs bist. Sonst könnte dich dein Gegner dem Richter übergeben und der Richter dem Gerichtsdiener, und man würde dich ins Gefängnis werfen.

26          Wahrlich, ich sage dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Heller bezahlt hast.

 

Dass auch hier ein mehr als der buchstäbliche Sinn gemeint ist, ergibt sich aus dem Gesamtkontext der Bergpredigt als Vollendung ´des Gesetzes und der Propheten`. Das zeigt sich im Vers 22, in dem Jesus der Herr auf die motivationalen Voraussetzungen des Tötens verweist. Jemanden >Töten< muss weiter gefasst werden als das Herbeiführen des physischen Ablebens.

Bereits im Schöpfungsbericht, in dem Adam und Eva unter Androhung des Todes das ´Speiseverbot` auferlegt worden war und sie dennoch dagegen verstießen, wurden sie ja nicht getötet, sondern aus dem Paradies, spricht Nähe Gottes entfernt. Also heißt töten, jemanden von Gott entfernen. Dadurch dass sie weiterlebten, war Adam und Eva die Chance gegeben, die Sünde zu bereuen und die Nähe zu Gott wieder herzustellen.

Geht man von den inneren Voraussetzungen aus wie in 22-25 beschrieben, heißt töten letztlich dem Nächsten in Lieblosigkeit begegnen. Für mich zählt zum Töten heute vor allem auch die Ausbeutung oder auch die Verweigerung, Flüchtende aufzunehmen. In beiden Fällen wird den Menschen ihre Lebensgrundlage geschmälert oder gar ganz genommen. Ausgangspunkt für die Lieblosigkeit ist die innere Haltung des Hochmutes, d.h. sich selbst mehr lieben als den nächsten, der gerade jetzt meine Liebe(stat) benötigt; sich selbst besser oder wertvoller zu sehen als andere. Damit ´ich` mein ´Recht` auf billige Klamotten oder ein Smartphone durchsetze, werden Kinder ausgebeutet und Landschaften zerstört und Zukunftsmöglichkeiten vernichtet (abgesehen davon, dass die in diesen Ländern durch Ausbeutung und Umweltzerstötung erzeugten Krisen häufig Krieg und Kriminalität hervorrufen.

Es drängt sich die Frage auf, ob es nicht gerechter Weise eine Todesstrafe geben darf / muss. Wenn ein Straftäter getötet wird, hat er keine Chance, irgendwann in seinem Leben zu bereuen und umzukehren. Kein Richter kann diese voraussehen, kein Richter hat das Recht, diese Chance zu verwehren. Wenn man jemand im Rahmen eines formellen Prozesses tötet, (Todesstrafe) bewirkt der Tod keine Strafe, sondern nimmt die Chance auf Umkehr und Versöhnung mit. Daher: „…Verständige dich ohne Verzug mit deinem Gegner, solange du noch mit ihm unterwegs bist.“ Das es heute technisch möglich ist, auch die schlimmsten Verbrecher sicher zu bewahren, halte ich Todesstrafe für absolut unnötig.

Tot sind die, die Gottes Liebe / Nähe meiden, töten heißt dementsprechend auch, Menschen von Gott entfernen (sie verführen etc.) und ihnen den Weg zu Gott verbauen (Sir.8):

35          Denn wer mich findet, findet das Leben; was er wünscht, erhält er vom Herrn.

36          Wer mich verfehlt, verletzt seine Seele; alle die mich hassen, lieben den Tod." 

Hassen meint nicht immer eine heftige Emotion, sondern die tiefe Abneigung gegen die Güte, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit Gottes. Die Gott gänzlich verwerfen (im Unterschied zu leugnen). Das ist wiederum die Grundlage für die Verachtung von Menschen, vor allen derjenigen, die nicht wie sie selbst sind. Vor allem in der AfD findet man sehr viele Funktionäre, die Gott und die Menschen hassen.

Eine gute Erläuterung für den weiteren Zusammenhang finde ich insgesamt in Spr.18., hier (Spr.18,19-21):

19          Ein Bruder, den man beleidigt, ist verschlossener als eine feste Stadt; Streitigkeiten sind wie der Riegel eines Palastes.

20          Jeder sättigt sich an der Frucht seines Mundes, am Ertrag seiner Lippen ißt er sich satt.

21          Tod und Leben stehen in der Zunge Gewalt, wer sie fleißig gebraucht, wird ihre Frucht genießen.

 

Über die Relevanz des Unterschiedes von Tor (anders auch Raka) und Gottloser (anders Narr, Schwachkopf) in Vers 22 bin ich mir nicht so im Klaren, ebenso wie über den Unterschied zwischen Hohen Rat und Feuer der Hölle . In beiden Fälle würde ich im Zorn und in der ´Beschimpfung` ein hochmütiges Urteil sehen, dass die Kommunikation (praktische Grundvoraussetzung der Nächstenliebe) verhindert. Das man Menschen mit Worten töten kann, kennt jeder, der sich mit Mobbing befasst hat. Auch wenn sich die Opfer nicht umbringen, wird oft ihre Seele verletzt und ihr Vertrauen in die Welt und in der Folge auch in Gott.

 

Gut kann ich mir vorstellen, dass dieser Teil der Bergpredigt aktuell besonders im Nahost-Konflikt gefragt ist. Ich stelle mir vor, wenn ich ein Palästinenser oder Israeli wäre. Wie kann da noch Versöhnung statt finden. Doch nur, wenn man erst man aufhört sich gegenseitig Schuld zuzuschreiben und zu verteufeln. Und um dahin zu kommen scheint mir dieser Teil die rechte Anleitung. Wer diese Weg nicht geht, nimmt sich selbst in seinen negativen Gedanken in Gefangenschaft und überträgt die auf den anderen.

3
174
Okt. 28

Mt. 5, 10 – 16. Der gemeinsame Sinn dieser Verse ist, dass hier Erwartungen Jesus des Herrn an die Menschen ausgesprochen werden, die sich für Seine Nachfolge entschieden haben.

10          Selig, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen; denn ihrer ist das Himmelreich.

Wer muss, weil er gerecht ist, Verfolgung von wem erleiden? Die Gerechten von den Ungerechten.

Gerechtigkeit die hier gemeint ist, die der Bergpredigt: also Barmherzigkeit und Nächsten- und Feindesliebe. >Verfolgung< verstehe einmal als inneren Kämpfe (Anfechtung), als Gewissenskonflikte zwischen den zwei Wegen, dem der Nachfolge und dem der Abkehr und Verführung durch das ´fleischliche Denken`, den Einflüsterung des Satans.

Zum zweiten verstehe ich darunter die Konsequenzen, die sich aus einem christlichen Lebenswandeln in der Welt ergeben. Je nachdem, wo man lebt und wie weit dieser von der Norm und vom herrschenden Zeitgeist abweicht, wird man Nachteile in Kauf nehmen müssen. Verfolgung ist weniger personifizierte Nachstellung, sondern der Umstand, dass man mit seinem Glauben und Überzeugung aneckt, vielleicht auch gar nicht mehr mit Menschen und der Gesellschaft klar kommt, weil sie völlige andere Werte verfolgen. Verfolgen kann auch das Aushalten eines Gruppendrucks meinen. Wie die Verfolgung konkret aussieht, prophezeit Jesus im nächsten Vers: 11    Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und euch lügnerisch alles Böse nachreden! 12          Freut euch und jubelt: denn groß ist euer Lohn im Himmel. Ebenso haben sie ja die Propheten, die vor euch waren, verfolgt

Ursprünglich hat sich das sicher auf die Aussendung der Apostel bezogen. Sie waren damals Außenseiter, wie die Propheten vor ihnen, was in gewisser Weise die heutigen Christen und Glaubenden anderer Religionen mit ihnen verbindet. „… lügnerisch alles Böse nachreden“ mag sich damals auf den ´Leumund` der Apostel bezogen haben. Heute mag es die `Gutmenschen` treffen, was ja eigentlich eine abwertende Bezeichnung ist (und tief in den Zustand unsere Gesellschaft blicken lässt)

 

13          Ihr seid das Salz der Erde. Wenn aber das Salz schal wird, womit soll man es salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; man wirft es hinaus und es wird von den Leuten zertreten.

Salz ist das wohl wichtigste Gewürz und fasst immer unentbehrlich eine Speise zu würzen. Insofern sind die Apostel und alle, die Jesus dem Herrn im Glauben und Tun nacheifern unentbehrlich, um das Himmelreich auf Erden vorzubereiten.
Schal werden´ hieße dann, dass man im Glaubens- und Missionseifer nachlässt. Mit Missionseifer meine ich weniger klassische Missionierungsunternehmen als das Leben des Glaubens im Alltag, und zwar nicht im verborgenen, sondern sichtbar. Wer sich im Alltag allzu schnell auf ´faule` Kompromisse einlässt, kann nicht nur nicht andere für den Glauben gewinnen, sondern wird auch sich selbst gegenüber nachlässig und ´faul`. Da Salz kostbar und köstlich (als Gewürz) ist, kann man davon ausgehen, dass die Menschen sich nach der Erkenntnis des Glaubens ´die Finger lecken`. Das Forum hier ist ein Beweis dafür dass es solche Menschen gibt. (Und das Forum wäre dann ein Refresher für das Salz)

 

14          Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.

15          Man zündet auch nicht eine Lampe an und stellt sie unter einen Scheffel, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet sie allen im Haus.

16          So leuchte euer Licht vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Ich würde sagen, dass es im Prinzip erstmal anlog zum Thema Salz zu verstehen ist. Salz wirkt ja erst, wenn die Menschen es in ihre Nahrung tun, was wohl heißt, dass ein intensiver Austausch erforderlich ist, damit es sein Wirkung entfalten kann.

Wer leuchten, anderen den Weg weisen will, muss natürlich vorher selbst ´erleuchtet` sein. Auch muss er seine Lampe mit ausreichend Öl versorgen. Licht wirkt schon von weitem. Hier ist vielleicht mehr der Aspekt betont, dass Glauben und Frömmigkeit in verschlossenen Räumen nichts bringt. Beides kann sich nur im Leben verwirklichen, so das andere das sehen.

Wenn viele Lichter leuchten dann wird die Welt auch nachts hell, was heißt, dass dem Unglaube (der Finsternis) ein Gegengewicht entgegengesetzt wird.

Zugleich scheint mir in dem Bild auch eine Warnung zu stecken: Lichter aus verschiedenen Richtungen können die Menschen verwirren. Daher sollten sich die Lichter in einer Stadt (Gemeinschaft, Gemeinde, Kirche) auf einem Berg versammeln. Dann macht es auch nichts, wenn sie in verschiedenen Farben leuchten.

Soweit mein ersten Gedanken. Bin gespannt auf eure Anregungen.

44
507
Okt. 26

14 Denn es ist wie mit einem Menschen, der außer Landes ging: Er rief seine Knechte und vertraute ihnen sein Vermögen an; 15 dem einen gab er fünf Zentner[1] Silber, dem andern zwei, dem dritten einen, jedem nach seiner Tüchtigkeit, und ging außer Landes.

Wenn wir davon ausgehen, dass Jesus mit dem Mann, der ausser Landes geht, sich selbst meint, wie er zum Vater zurückkehrt, dann bleibt die Frage, was mit dem Vermögen gemeint ist, das er seinen Knechten anvertraut.

In einem anderen Thread hatte ich meine Sicht dargestellt. Ich gehe davon aus, dass mit dem Vermögen Jesu die Liebe Gottes gemeint ist, die uns über den heiligen Geist zuströmt und mit der wir je nach unseren individuellen Fähigkeiten arbeiten sollen.

Das wurde von Deborah bestritten. Daher möchte ich gerne von den Bibelexperten hier wissen, was sie unter dem Vermögen Gottes verstehen, das den Knechten, also uns Gläubigen, anvertraut wurde oder wird.

377
8,234
Okt. 22

Neulich fiel mir wieder ein Buch (Christophorus-Verlag, 1989, Freiburg i.B.) in die Hände, dessen Titel einen Nerv trifft - und den man humorig oder ernsthaft, amüsiert oder tiefsinnig verstehen kann. Allein der Titel ist es wert, hier mal reingestellt zu werden:

"Warum versteht Ihr meine Bibel nicht?"

Die Autoren thematisieren z.B. jüdisch-christliche Perspektiven, tiefenpsychologische Zugänge, Schwarze Theologie, Feministische Bibelauslegung, Befreiungstheologie, lutherisches Schriftverständnis, historisch-kritische und evangelikale Interpretationen.

Nun geht es mir nicht darum, das Buch zu kennen - sondern um den herausfordernden Titel, der auch hier im Forum immer wieder ein Thema ist: "Warum versteht Ihr meine Bibel nicht?" ... Und schon sind wir mittendrin, oder?

L'Chaim

 

 

175
740
Okt. 21

Ich fasse die nächsten drei Verse zusammen, da diese aus meiner Sicht eine Sinneinheit darstellen.

Mt.5,7:Selig die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen“.

Bei Lk.6 konnte ich keine wirkliche Parallele finden. Lk. 36           Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist, korrespondiert mit Mt. 48 Seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist. Das bestärkt bei mir den Gedanken, dass es bei den Seligpreisungen um die schrittweise Vervollkommnung einer christlichen Lebensführung handelt.

Daher so meine Gedanken zu Mt.5,7:

Im ersten Verstehen nehmen ich den Satz wörtlich: So wie wir mit unseren Mitmenschen umgehen, so geht auch Jesus mit uns um.

Für mich ist Barmherzigkeit die Steigerung von Gerechtigkeit, sie macht Gerechtigkeit erst vollkommen. Der Barmherzigkeit liegt die Einsicht zugrunde, dass der Mensch kein wirklich gerechtes Urteil über einen anderen Menschen treffen kann (und es daher auch nicht soll), d.h. sich nicht immer angemessen gegenüber anderen verhält. ´Urteil` ist eher im Sinne von Haltung oder Einstellung zu verstehen.

Im Alltag wird man immer wieder vor die Situation gestellt, abzuwägen, wie man gegenüber anderen angemessen (= gerecht) sich verhalten soll. Also was ist das Gute, dass ich jemanden tun will? Dabei ist man notwendig ungerecht, weil man nicht alle Fakten und Umstände kennt, so dass es besser ist, im Sinn der Barmherzigkeit großzügig zu handeln. Wer überlegt und kalkuliert kann Fehler machen, wer barmherzig ist, ist immer auf der sicheren Seite.

Barmherzigkeit wird von der Hoffnung getragen, Gott möge Gnade vor Recht ergehen lassen, so wie man selbst auch großzügig und nicht kleinlich von seinen Mitmenschen beurteilt und behandelt werden möchte (siehe die entsprechende Stelle im ´Vater unser`; das Gleichnis über den Schuldner, dem die Schulden erlassen worden sind, der aber seinerseits unbarmherzig gegen seinen Schuldner vorgeht; Mt.18,23 sowie Sir.21).

Barmherzigkeit baut auf den bisher genannten Tugenden (Haltungen) auf, vor allem auf Friedfertigkeit und Geduld, dann auf das Armsein im Geiste (nicht selber alles schon zu wissen, sondern demütig das Urteil Gott überlassen). Bei Lk.6 wird beschrieben, dass Barmherzigkeit angewandte Liebe ist

Kann es vorkommen, dass man sich gegenüber dem Falschen barmherzig verhält?

Eigentlich nicht. Ich habe eine Szene vor Augen: Ich warte auf dem Bahnsteig auf den Zug. Da kommt ein junger Mann, heruntergekommen und offensichtlich drogensüchtig und bittet um Geld „(Brauch dringend eine Fahrkarte …) Ich geben ihm zwei Euro, obwohl ich denke, dass er kein Fahrkarte kaufen wird und dass ihm das nicht wirklich helfen wird. Meine Begleitung ist dagegen: Du hilfst ihm nicht, sondern den Dealern. Besser wäre es ihm direkt eine Fahrkarte oder was zu Essen zu geben.

Wäre beides in gleicher Weise barmherzig?

Ein anderes Beispiel findet sich in einem rabbinischen Kommentar zum Hiob Bericht (bekannt als Hiobs Testament). Darin wird berichtet, dass Hiob sich die Feindschaft Satans zugezogen hat, weil er ein Götzenbild gestürzt hat. Satan tritt als Bettler verkleidet vor sein Haus und bat um Brot. Um gerecht und barmherzig zu blieben ließ Hiob ihm verbranntes Brot geben mit den Worten: „Von meinem Brote sollst du nie mehr essen; ich bin dein Gegner ja geworden. Dies gebe ich dir gerade noch, damit ich nicht verrufen würde, ich hätte meinem Feind auf seine Bitten nichts gegeben.“ (HT. 7,10-11). Man könnte das verbrannte Brot als Verhöhnung von Barmherzigkeit / Nächstenliebe ansehen. Dies aber nur, wenn der Empfänger tatsächlich ein Hungernder wäre. Das verbrannte Brot ist angemessen, da Hiob Satan damit einen Spiegel der ihm eigenen Hinterlist vorhält. In diesem Sinne entspricht Hiobs Verhalten dem Gebot der Feindesliebe, da Satan, der ja nicht hungert, erhält, wessen er bedarf. Nämlich einen deutlichen Hinweis, wie verlogen er ist und die Aufforderung, sich zu besinnen.

 

Mt.8     Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.

Was ist und wie erlangt man ein reines Herz? Zunächst was es aus meiner Sicht nicht ist: eine kindliche naive, blauäugige Haltung zur Welt, die nichts Böses und keine Verführung kennt. Im Gegenteil: ein reines Herz weiß um die Schlechtigkeit in der Welt, hält sich aber davon fern. Eine reines Herz ist mehr als nur Freiheit von Sünde, sondern eine Grundhaltung, die an die Barmherzigkeit anschließt und wie David es beschreibt, darüber hinaus geht (Ps.101,1 ff):

1             Huld und Recht will ich besingen, spielen will ich dir, o Herr,

2             will auf frommen Wandel achten, Treue gehe zu mir ein. In der Mitte meines Hauses will ich reinen Herzens wandeln.

3             Meine Augen will ich nie hin auf böse Dinge richten; denn ich hasse frevles Tun. Nimmer soll es an mir haften!

4             Fern von mir sei falscher Sinn! Nichts will ich vom Bösen wissen.

5             Wer von seinem Nächsten Übles im Verborgenen berichtet, den will ich zum Schweigen bringen. Wer mit stolzen Augen blickt und ein Herz voll Hochmut hegt, den mag nimmer ich ertragen.

6             Meine Augen sind gerichtet auf die Redlichen im Land, daß sie bei mir weilen möchten. Wer auf rechten Wegen wandelt, der nur soll mein Diener sein!

7             Nimmer darf in meinem Haus wohnen, wer Betrug verübt. Und wer lügt, der darf nicht hoffen, vor meinen Augen zu bestehen.

8             Jeden Morgen bringe zum Schweigen alle Frevler ich im Land, um so aus der Stadt des Herrn alle Bösen zu verbannen.

 

Das reine Herz ist weder einfältig noch dumm. Es hat ein tiefes (nicht immer bewusstes) Wissen um die Verlockungen Satans; es entscheidet sich gegen seine Einflüsterungen und ist stark im Widerstand (=Abscheu ) gegen seine Versuchung. Das reine Herz ist ein Geschenk Gottes: „Ein reines Herz erschaffe mir, o Gott! Erneuere in mir den rechten Geist!“ (Ps.51,12), das der Mensch in seiner Freiheit annehmen und kultivieren oder verkümmern lassen kann. Das reine Herz wendet sich ab vom Bösen (Sir.38,10) und bittet Gott um die Vergebung der Sünden. Das reine Herz achtet die Schwierigkeiten des Alltags, die Anforderungen der säkularen Welt, doch wiest es ihnen den gebührenden Stellenwert zu und erhebt sich darüber. Das reine Herz schaut weit und tief, es lässt sich weder von Flüchtigem noch von Vordergründigem ablenken. Seine Perspektive ist das Leben über den Tod hinaus.

Das Herz bestimmt über die Vorlieben und Interessen, bestimmt darüber, mit welche Menschen man sich umgibt; von welchen man sich angezogen fühlt und selber anzieht, welches Tun attraktiv und sinnvoll erscheint, was man meidet und verabscheut. Bei Mt.6, 21heißt es: „Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“

Das reine Herz ist nicht nur eine innere Einstellung, sondern auch Erkenntnismittel. Das reine Herz ist eine Quelle für die Ästhetik eines gottgefälligen Lebens, in der >schön< und >gut< zusammenfällt. Praktisch: wer z.B. die Schönheit der Natur erleben will, benötig vorweg eine bestimmte innere Haltung, diese überhaupt erkennen zu können. Wer nicht im Inneren bewusst eine Haltung gegen z.B. Ausbeutung, soziale Ungerechtigkeit oder für  Bruder-/ Schwesterlichkeit hat, der wird diese auch nicht erkennen und nicht praktizieren können. Wer im Leben immer wieder betrogen worden ist, der wittert schnell überall Betrug. Obwohl menschlich verständlich, wäre das das Gegenteil von ´reines Herz`. Vergebung und Versöhnung wären dann, auch wenn es schwer fällt, der Weg zu einem reinen Herzen. Zu wissen, dass die Welt schlecht ist, aber erst einmal mit wachem Blick und positiver Haltung sich auf die Welt und ihre Menschen einlassen und dabei auf Gott vertrauen, ist für mich praktisch gesehen, das ´reine Herz`.

In diesem Sinne schaut es Gott: Es orientiert sich an Gottes Ordnung und nimmt eine transzendente Haltung ein. Es begreift die Welt und das Leben aus Sicht Gottes. Das reine Herz ist erfüllt von Liebe, es hat keine Angst vor Verlust und ist frei zu geben. Der Mensch ist mit sich im Reinen, er kann sein Leben vor sich und Gott verantworten. Der Mensch reinen Herzens ist zwar nicht frei von Sünde, aber er sieht seine Schuld ein und kann sie tragen. Das reine Herz ist der Quelle inneren und äußeren Friedens.

Ins besonders in verschiedenen Apostelbriefen wird auf das ´reine Herz`/ `reine Liebe` Bezug genommen 1Tim.1,5; 2Tim.2,22; Tit.1,15; Jak.1,27; 1Petr.1,22

 

Mt5.9: „Selig die Friedenstifter; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.“

Was ist Frieden? Im Grunde das Reich Gottes auf Erden. Also vielmehr als nur das Schweigen der Waffen und dass ´Stillehalten` aus Angst, der andere ist stärker (= Gleichgewicht des Schreckens durch gegenseitige Aufrüstung)

Der Mensch reinen Herzens hat seinen inneren Frieden gefunden. Er ist mit sich und seinen Bedürfnissen, mit seinen Verletzungen und Kränkungen, mit seinen Zurücksetzung und Benachteiligung im Reinen. Er ist mit seiner Existenz, seiner sozialen Stellung, seinem Leben und seinen Hoffnungen und auf diese Weise mit Gott ´seinem Vater und Schöpfer ´zufrieden`, „Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen." (Mk.10,14, siehe auch Lk.18,16). Der innere Frieden ist Voraussetzung, um über friedlich hinaus auch friedensstiftend zu handeln. Die Ehrlichkeit zu sich selbst bringt die Weisheit hervor, die nötig ist, um andere Menschen in gottgefällige Weise beeinflussen zu können. Nur wer aus innerer Überzeugung sich in die Ordnung Gottes fügt, kann nach außen Frieden stiften. So erweisen sie sich die ´Überzeugten` als von Gott ´ernährte` und erzogene ´Kinder`, als Teil des auserwählten Volkes (= Familie). Wenn es bei Mk.10,18 und Lk.18,16 heißt: "Laßt die Kinder zu mir kommen und wehrt es ihnen nicht, denn für solche wie sie ist das Reich Gottes“ sind mit >Kinder< keine chronologisch jungen Menschen gemeint. Kinder sind Menschen, die im Vertrauen auf die Liebe und die Weisheit von Vater / Mutter tun, was diese ihnen sagen und sich zu Herzen nehmen, was diese lehren. Umgekehrt ergibt sich der Sinn der Seligpreisung: Wer anderen Menschen Frieden bringen will muss sie Lieben wie Eltern ihre Kinder und muss einen Vorsprung in der Weisheit haben, wie Eltern vor ihren Kindern. Beachte: Kinder müssen erwachsen werden und im Herzen doch Kind bleiben. Damit meine ich nicht eine Aussage wie ´im jedem Mann steckt ein Kind`.

 

Lässt man die bisher besprochenen Seligpreisungen in ihrer Gesamtheit und inneren Verbundenheit an sich vorbeiziehen, leuchtet unmittelbar der unüberbrückbare Gegensatz zu Satan ein. An die Stelle von Demut setzt Satan Hochmut; an die Stelle der Trauer um der Unvollkommenheit willen setzt er Ignoranz und Selbstgefälligkeit; an die Stelle frommer Sanftmut setzt er den Willen zur Macht über andere; an die Stelle der Sehnsucht nach Überwindung des Materiellen und Irdischen setzt er auf das Verhaftetsein im Streben nach schneller und immer wieder neu erwachender Bedürfnisbefriedigung (= ständige Unzufriedenheit); an die Stelle von Barmherzigkeit mit Schuldnern setzt er die Hartherzigkeit ´gerechter` Abrechnung mit dem Gegner; an die Stelle von Offenheit und Arglosigkeit des reinen Herzens setzt er List, Täuschung und vor allem falsche Versprechungen; an die Stelle von Frieden und Eintracht setzt er Zwietracht und Verschlagenheit um der Macht willen.

 

 

 

 

Ich fasse die nächsten drei Verse zusammen, da diese aus meiner Sicht eine Sinneinheit darstellen.

 

Mt.5,7:Selig die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen“.

Bei Lk.6 konnte ich keine wirkliche Parallele finden. Lk. 36           Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist, korrespondiert mit Mt. 48 Seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist. Das bestärkt bei mir den Gedanken, dass es bei den Seligpreisungen um die schrittweise Vervollkommnung einer christlichen Lebensführung handelt.

Daher so meine Gedanken zu Mt.5,7:

Im ersten Verstehen nehmen ich den Satz wörtlich: So wie wir mit unseren Mitmenschen umgehen, so geht auch Jesus mit uns um.

Für mich ist Barmherzigkeit die Steigerung von Gerechtigkeit, sie macht Gerechtigkeit erst vollkommen. Der Barmherzigkeit liegt die Einsicht zugrunde, dass der Mensch kein wirklich gerechtes Urteil über einen anderen Menschen treffen kann (und es daher auch nicht soll), d.h. sich nicht immer angemessen gegenüber anderen verhält. ´Urteil` ist eher im Sinne von Haltung oder Einstellung zu verstehen.

Im Alltag wird man immer wieder vor die Situation gestellt, abzuwägen, wie man gegenüber anderen angemessen (= gerecht) sich verhalten soll. Also was ist das Gute, dass ich jemanden tun will? Dabei ist man notwendig ungerecht, weil man nicht alle Fakten und Umstände kennt, so dass es besser ist, im Sinn der Barmherzigkeit großzügig zu handeln. Wer überlegt und kalkuliert kann Fehler machen, wer barmherzig ist, ist immer auf der sicheren Seite.

Barmherzigkeit wird von der Hoffnung getragen, Gott möge Gnade vor Recht ergehen lassen, so wie man selbst auch großzügig und nicht kleinlich von seinen Mitmenschen beurteilt und behandelt werden möchte (siehe die entsprechende Stelle im ´Vater unser`; das Gleichnis über den Schuldner, dem die Schulden erlassen worden sind, der aber seinerseits unbarmherzig gegen seinen Schuldner vorgeht; Mt.18,23 sowie Sir.21).

Barmherzigkeit baut auf den bisher genannten Tugenden (Haltungen) auf, vor allem auf Friedfertigkeit und Geduld, dann auf das Armsein im Geiste (nicht selber alles schon zu wissen, sondern demütig das Urteil Gott überlassen). Bei Lk.6 wird beschrieben, dass Barmherzigkeit angewandte Liebe ist

Kann es vorkommen, dass man sich gegenüber dem Falschen barmherzig verhält?

Eigentlich nicht. Ich habe eine Szene vor Augen: Ich warte auf dem Bahnsteig auf den Zug. Da kommt ein junger Mann, heruntergekommen und offensichtlich drogensüchtig und bittet um Geld „(Brauch dringend eine Fahrkarte …) Ich geben ihm zwei Euro, obwohl ich denke, dass er kein Fahrkarte kaufen wird und dass ihm das nicht wirklich helfen wird. Meine Begleitung ist dagegen: Du hilfst ihm nicht, sondern den Dealern. Besser wäre es ihm direkt eine Fahrkarte oder was zu Essen zu geben.

Wäre beides in gleicher Weise barmherzig?

Ein anderes Beispiel findet sich in einem rabbinischen Kommentar zum Hiob Bericht (bekannt als Hiobs Testament). Darin wird berichtet, dass Hiob sich die Feindschaft Satans zugezogen hat, weil er ein Götzenbild gestürzt hat. Satan tritt als Bettler verkleidet vor sein Haus und bat um Brot. Um gerecht und barmherzig zu blieben ließ Hiob ihm verbranntes Brot geben mit den Worten: „Von meinem Brote sollst du nie mehr essen; ich bin dein Gegner ja geworden. Dies gebe ich dir gerade noch, damit ich nicht verrufen würde, ich hätte meinem Feind auf seine Bitten nichts gegeben.“ (HT. 7,10-11). Man könnte das verbrannte Brot als Verhöhnung von Barmherzigkeit / Nächstenliebe ansehen. Dies aber nur, wenn der Empfänger tatsächlich ein Hungernder wäre. Das verbrannte Brot ist angemessen, da Hiob Satan damit einen Spiegel der ihm eigenen Hinterlist vorhält. In diesem Sinne entspricht Hiobs Verhalten dem Gebot der Feindesliebe, da Satan, der ja nicht hungert, erhält, wessen er bedarf. Nämlich einen deutlichen Hinweis, wie verlogen er ist und die Aufforderung, sich zu besinnen.

 

Mt.8     Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.

Was ist und wie erlangt man ein reines Herz? Zunächst was es aus meiner Sicht nicht ist: eine kindliche naive, blauäugige Haltung zur Welt, die nichts Böses und keine Verführung kennt. Im Gegenteil: ein reines Herz weiß um die Schlechtigkeit in der Welt, hält sich aber davon fern. Eine reines Herz ist mehr als nur Freiheit von Sünde, sondern eine Grundhaltung, die an die Barmherzigkeit anschließt und wie David es beschreibt, darüber hinaus geht (Ps.101,1 ff):

1             Huld und Recht will ich besingen, spielen will ich dir, o Herr,

2             will auf frommen Wandel achten, Treue gehe zu mir ein. In der Mitte meines Hauses will ich reinen Herzens wandeln.

3             Meine Augen will ich nie hin auf böse Dinge richten; denn ich hasse frevles Tun. Nimmer soll es an mir haften!

4             Fern von mir sei falscher Sinn! Nichts will ich vom Bösen wissen.

5             Wer von seinem Nächsten Übles im Verborgenen berichtet, den will ich zum Schweigen bringen. Wer mit stolzen Augen blickt und ein Herz voll Hochmut hegt, den mag nimmer ich ertragen.

6             Meine Augen sind gerichtet auf die Redlichen im Land, daß sie bei mir weilen möchten. Wer auf rechten Wegen wandelt, der nur soll mein Diener sein!

7             Nimmer darf in meinem Haus wohnen, wer Betrug verübt. Und wer lügt, der darf nicht hoffen, vor meinen Augen zu bestehen.

8             Jeden Morgen bringe zum Schweigen alle Frevler ich im Land, um so aus der Stadt des Herrn alle Bösen zu verbannen.

 

Das reine Herz ist weder einfältig noch dumm. Es hat ein tiefes (nicht immer bewusstes) Wissen um die Verlockungen Satans; es entscheidet sich gegen seine Einflüsterungen und ist stark im Widerstand (=Abscheu ) gegen seine Versuchung. Das reine Herz ist ein Geschenk Gottes: „Ein reines Herz erschaffe mir, o Gott! Erneuere in mir den rechten Geist!“ (Ps.51,12), das der Mensch in seiner Freiheit annehmen und kultivieren oder verkümmern lassen kann. Das reine Herz wendet sich ab vom Bösen (Sir.38,10) und bittet Gott um die Vergebung der Sünden. Das reine Herz achtet die Schwierigkeiten des Alltags, die Anforderungen der säkularen Welt, doch wiest es ihnen den gebührenden Stellenwert zu und erhebt sich darüber. Das reine Herz schaut weit und tief, es lässt sich weder von Flüchtigem noch von Vordergründigem ablenken. Seine Perspektive ist das Leben über den Tod hinaus.

Das Herz bestimmt über die Vorlieben und Interessen, bestimmt darüber, mit welche Menschen man sich umgibt; von welchen man sich angezogen fühlt und selber anzieht, welches Tun attraktiv und sinnvoll erscheint, was man meidet und verabscheut. Bei Mt.6, 21heißt es: „Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“

Das reine Herz ist nicht nur eine innere Einstellung, sondern auch Erkenntnismittel. Das reine Herz ist eine Quelle für die Ästhetik eines gottgefälligen Lebens, in der >schön< und >gut< zusammenfällt. Praktisch: wer z.B. die Schönheit der Natur erleben will, benötig vorweg eine bestimmte innere Haltung, diese überhaupt erkennen zu können. Wer nicht im Inneren bewusst eine Haltung gegen z.B. Ausbeutung, soziale Ungerechtigkeit oder für  Bruder-/ Schwesterlichkeit hat, der wird diese auch nicht erkennen und nicht praktizieren können. Wer im Leben immer wieder betrogen worden ist, der wittert schnell überall Betrug. Obwohl menschlich verständlich, wäre das das Gegenteil von ´reines Herz`. Vergebung und Versöhnung wären dann, auch wenn es schwer fällt, der Weg zu einem reinen Herzen. Zu wissen, dass die Welt schlecht ist, aber erst einmal mit wachem Blick und positiver Haltung sich auf die Welt und ihre Menschen einlassen und dabei auf Gott vertrauen, ist für mich praktisch gesehen, das ´reine Herz`.

In diesem Sinne schaut es Gott: Es orientiert sich an Gottes Ordnung und nimmt eine transzendente Haltung ein. Es begreift die Welt und das Leben aus Sicht Gottes. Das reine Herz ist erfüllt von Liebe, es hat keine Angst vor Verlust und ist frei zu geben. Der Mensch ist mit sich im Reinen, er kann sein Leben vor sich und Gott verantworten. Der Mensch reinen Herzens ist zwar nicht frei von Sünde, aber er sieht seine Schuld ein und kann sie tragen. Das reine Herz ist der Quelle inneren und äußeren Friedens.

Ins besonders in verschiedenen Apostelbriefen wird auf das ´reine Herz`/ `reine Liebe` Bezug genommen 1Tim.1,5; 2Tim.2,22; Tit.1,15; Jak.1,27; 1Petr.1,22

 

Mt5.9: „Selig die Friedenstifter; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.“

Was ist Frieden? Im Grunde das Reich Gottes auf Erden. Also vielmehr als nur das Schweigen der Waffen und dass ´Stillehalten` aus Angst, der andere ist stärker (= Gleichgewicht des Schreckens durch gegenseitige Aufrüstung)

Der Mensch reinen Herzens hat seinen inneren Frieden gefunden. Er ist mit sich und seinen Bedürfnissen, mit seinen Verletzungen und Kränkungen, mit seinen Zurücksetzung und Benachteiligung im Reinen. Er ist mit seiner Existenz, seiner sozialen Stellung, seinem Leben und seinen Hoffnungen und auf diese Weise mit Gott ´seinem Vater und Schöpfer ´zufrieden`, „Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen." (Mk.10,14, siehe auch Lk.18,16). Der innere Frieden ist Voraussetzung, um über friedlich hinaus auch friedensstiftend zu handeln. Die Ehrlichkeit zu sich selbst bringt die Weisheit hervor, die nötig ist, um andere Menschen in gottgefällige Weise beeinflussen zu können. Nur wer aus innerer Überzeugung sich in die Ordnung Gottes fügt, kann nach außen Frieden stiften. So erweisen sie sich die ´Überzeugten` als von Gott ´ernährte` und erzogene ´Kinder`, als Teil des auserwählten Volkes (= Familie). Wenn es bei Mk.10,18 und Lk.18,16 heißt: "Laßt die Kinder zu mir kommen und wehrt es ihnen nicht, denn für solche wie sie ist das Reich Gottes“ sind mit >Kinder< keine chronologisch jungen Menschen gemeint. Kinder sind Menschen, die im Vertrauen auf die Liebe und die Weisheit von Vater / Mutter tun, was diese ihnen sagen und sich zu Herzen nehmen, was diese lehren. Umgekehrt ergibt sich der Sinn der Seligpreisung: Wer anderen Menschen Frieden bringen will muss sie Lieben wie Eltern ihre Kinder und muss einen Vorsprung in der Weisheit haben, wie Eltern vor ihren Kindern. Beachte: Kinder müssen erwachsen werden und im Herzen doch Kind bleiben. Damit meine ich nicht eine Aussage wie ´im jedem Mann steckt ein Kind`.

 

Lässt man die bisher besprochenen Seligpreisungen in ihrer Gesamtheit und inneren Verbundenheit an sich vorbeiziehen, leuchtet unmittelbar der unüberbrückbare Gegensatz zu Satan ein. An die Stelle von Demut setzt Satan Hochmut; an die Stelle der Trauer um der Unvollkommenheit willen setzt er Ignoranz und Selbstgefälligkeit; an die Stelle frommer Sanftmut setzt er den Willen zur Macht über andere; an die Stelle der Sehnsucht nach Überwindung des Materiellen und Irdischen setzt er auf das Verhaftetsein im Streben nach schneller und immer wieder neu erwachender Bedürfnisbefriedigung (= ständige Unzufriedenheit); an die Stelle von Barmherzigkeit mit Schuldnern setzt er die Hartherzigkeit ´gerechter` Abrechnung mit dem Gegner; an die Stelle von Offenheit und Arglosigkeit des reinen Herzens setzt er List, Täuschung und vor allem falsche Versprechungen; an die Stelle von Frieden und Eintracht setzt er Zwietracht und Verschlagenheit um der Macht willen.

52
486
Okt. 16

Hier vorweg der Textvon dem ich ausgehe (Übersetzung Schöningh)

Mt.

3             "Selig die Armen im Geist; denn ihrer ist das Himmelreich

4             Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.

5             Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land als Erbe besitzen.

6             Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden.

7             Selig die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

8             Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.

9             Selig die Friedenstifter; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.

10          Selig, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen; denn ihrer ist das Himmelreich.

11          Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und euch lügnerisch alles Böse nachreden! 

12          Freut euch und jubelt: denn groß ist euer Lohn im Himmel. Ebenso haben sie ja die Propheten, die vor euch waren, verfolgt.

 

Hier Lk.6 (ebenfalls Schöningh)

21          Selig, die ihr jetzt hungert, ihr werdet gesättigt werden. Selig, die ihr jetzt weint, ihr werdet lachen.

22          Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen, wenn sie euch verstoßen und schmähen und euren Namen schlechtmachen um des Menschensohnes willen! 

23          Freut euch an jenem Tag und frohlockt; denn seht, groß ist euer Lohn im Himmel. Ihre Väter haben es ja mit den Propheten ebenso gemacht.

24          Aber wehe euch, ihr Reichen! Ihr habt schon euren Trost. *

25          Wehe euch, die ihr jetzt satt seid! Ihr werdet hungern. Wehe euch, die ihr jetzt lacht! Ihr werdet trauern und weinen.

26          Wehe, wenn alle Welt euch umschmeichelt! Ihre Väter haben es ja mit den falschen Propheten ebenso gemacht.

 

Bevor wir in den Austausch gehen sollten wir schauen, ob es Übersetzungen gibt, die signifikant vom Text abweichen. Dann ist die Frage offen, ob es sich bei Mt. und Lk. um die jeweils gleiche Situation handelt, oder um zwei verschiedene. (Die letzte Position könnte sich auf die Unterschied, etwa der Reihenfolge beziehen).

Meine Meinung ist, unabhängig davon ist jeweils das Gleiche gemeint, bestimmte Aspekte der Bedeutung anderes hervorgehoben werden. So würde ich

3             "Selig die Armen im Geist; denn ihrer ist das Himmelreich

4             Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden

Nach Mt. mit Lk. gleichsetzen:

21          Selig, die ihr jetzt hungert, ihr werdet gesättigt werden. Selig, die ihr jetzt weint, ihr werdet lachen

 

Für das Verständnis würde dann die Frage auftauchen, ob Armut bei Mt. materielle Armut bedeutet, die dazu führt, dass man nicht genügend zu Essen kaufen kann, wie man Lk. verstehen könnte. Ich schlage vor, dass wir damit beginnen und dann Schritt für Schritt die weiteren Seligpreisungen diskutieren.

69
506
Okt. 09


Hi,

 

ist eine provokative Überschrift, ich weiß.

Hier der gesamte Text

 

"Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter!" 

Matthäus 7,22-23

 

Der gesamte Abschnitt hier:

Warnung vor den falschen Propheten

 

15 Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. 16 An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? 17 So bringt jeder gute Baum gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte. 18 Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. 19 Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. 20 Darum, an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. 21 Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. 22 Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen Dämonen ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Machttaten getan? 23 Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, die ihr das Gesetz übertretet! 

 

1. Gibt es ab Vers 21 eine andere Richtung oder gehört das zum allem? Ich kann mir nicht vorstellen, dass jeder Christ ein "Prophet" ist. 

2. Ist nicht jeder Auftrag gleich ein Auftrag? (ihr werdet größere Dinge tun...sagte Jesus). Sollte man also nicht vorschnell für jemanden um Heilung oder sonstiges beten?

Es könnten weitere Fragen kommen.

 

 

16
350
Okt. 03

Bergpredigt I

Ich würde gern einen Austausch über die Bergpredigt initiieren. Es gab da schon einmal ein Forum mit dem Thema: Wie ernst nehmen christliche Kirchgänger Jesu Bergpredigt?

Unter dem Eindruck von Putins Überfall auf die Ukraine ging es dann sehr schnell um „Die Bergpredigt ist keine Predigt über Staatsführung. Versuchst du das trotzdem so anzuwenden, wird es schräge.“  „Die Bergpredigt ist wichtig. Aber Jesus verbietet den Soldaten nicht zu kämpfen!“  bis hin zu „Aber momentan sehe ich wenig Sinn dahinter, rein politische Themen anhand der Bergpredigt abzuhandeln. Ich denke, es reicht schon, wenn jeder Christ sich dran macht, sie umzusetzen“

Mein Vorschlag wäre, abschnittsweise bzw. in Sinneinheiten vorzugehen. Wenn dann jeder für sich (s)ein Verständnis gefunden hat, kann man auf die praktische Relevanz zu sprechen kommen.

Danach wenden wir uns dem nächsten Abschnitt zu. Meine Idee wäre dann auch jeweils einen neuen Dialog zu eröffnen, damit die alles übersichtlich bleibt.

 

Vorweg wäre aus meiner Sicht zunächst der Kontext zu klären, d.h. die Beschreibung der Situation für die spätere Interpretation zu verstehen. Bei Mt.5 steigt Jesus auf einen Berg, „setzte sich, … Und als er sich gesetzt hatte, traten seine Jünger zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie“. Bei LK.6. heißt es dagegen: „Mit ihnen (den 12 Aposteln) stieg er hinab und machte auf einem ebenen Platz halt. Eine große Schar seiner Jünger und eine zahlreiche Menge des Volkes aus ganz Judäa, Jerusalem und dem Küstenland von Tyrus und Sidon hatte sich eingefunden. Einmal haben wir einen Berg, dass andere man ein Feld oder Tal.

Meine erste Frage wäre: Handelt es sich um einen Widerspruch und Ungenauigkeiten der Überlieferung oder deutete das Evangelium an, dass es sich um ein vielschichtiges Ereignis handelt, dass unter verschiedenen Perspektiven / Ebenen wahrgenommen und verstanden werden will.

19
441
Sep. 29

Jesus sagte den Jüngern: Habt  Gottes Glauben. Mk 11,22 Fußnote Elb

Er sagte ihnen aber auch, wo sie kleingläubig waren. 

Röm 12,3 Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, dass niemand mehr von sich halte, als sich’s gebührt, sondern dass er maßvoll von sich halte, wie Gott einem jeden zugeteilt hat das Maß des Glaubens.

Kürzlich bin ich über eine Aussage von E. W. Kenyon gestolpert, die mich hat nachdenken lassen. 

Er sagte: Glaube deinem Glauben 

 

Glaube ich mir selbst das geschenkte Maß des Glaubens und was genau denke ich über das 'Maß des Glaubens'? 

 

Wie denkt ihr über die Aussage 'Maß des Glaubens'? 

 

 

48
461
Sep. 25

Ich frage mich schon seit einiger Zeit wie das Gleichnis von den Talenten in Matthäus 25, Vers 14 - 30 gemeint ist. Talent war übrigens ursprünglich ein Ausdruck für einen großen Geldbetrag. Das Talent heute auch Begabung bedeutet, liegt daran weil schon früher das Gleichnis so interpretiert wurde, dass die Talente in den Gleichnis für Begabungen stehen und so kam das Wort Talent für Begabung in den Sprachgebrauch. Jesus könnte allerdings auch etwas anderes mit den Talenten (in einer anderen Übersetzung Zentner) gemeint haben zum Beispiel das Evangelium.

Wenn Begabungen gemeint sind, sagt das Gleichnis dann aus, dass wir sie für das Reich Gottes nutzen sollen, oder auch dass wir sie allgemein nutzen sollen und was aus unseren Begabungen machen sollen?

Was ist mit 'auf die Bank bringen gemeint'?

Könnte mit den Talenten auch Jugend und Chancen gemeint sein. Versündigt man sich nach den Gleichnis sogar wenn man nicht aktiv nach einen Mann sucht und noch bei den Eltern wohnt?

Der dritte Knecht sagt, er habe sein Talent verborgen weil er Angst hat, aber sein Herr bezeichnet ihn als faul und böse, wieso sagt er das? War die Angst nur vorgeschoben und der Herr weiß das? Wenn der Knecht wirklich Angst hatte, ist es nicht etwas ungerecht, dass der Knecht für etwas bestraft wird was er aus Angst tut? Bedeutet seine Angst wenig Gottvertrauen und wird er deshalb für sein fehlendes Vertrauen in Gott bestraft?

In 1. Petrus 4 Vers 10 schreibt Petrus:

...je nachdem ein jeder eine Gnadengabe empfangen hat, dienet einander damit als gute Verwalter der mancherlei Gnade Gottes. Wenn jemand redet, so rede er als Aussprüche Gottes; wenn jemand dient, so sei es als aus der Kraft, die Gott darreicht, auf das in allem Gott verherrlicht werde durch Jesum Christum,..

Vielleicht sind diese Worte auf das Gleichnis bezogen. Petrus hat Jesus das Gleichnis ja selbst sagen hören und Jesus hat seinen Jüngern alle Gleichnisse erklärt, wenn er mit ihnen allein war. Vielleicht bin ich dumm aber meine Fragen sind mir dadurch immer noch nicht beantwortet und ich weiß immer noch nicht, ob ich mich versündigt habe, als ich aus Angst eine Ausbildung nicht begonnen habe.

Wie versteht ihr das Gleichnis? Was denkt ihr, wollte Jesus uns damit sagen?

Ich wäre euch dankbar wenn ihr euch, bevor ihr antwortet, das ganze Gleichnis noch mal durchlest.

Vielen Dank im Vorraus für eure Antworten.

 

7
250
Sep. 21

Die Paulusbriefe sind voll mit Versen, in denen steht, dass wir als Christen durch den Glauben errettet sind und nicht durch das Gesetz, dass man also in den Himmel kommt aufgrund des Glaubens und nicht aufgrund seiner Taten. Das steht zum Beispiel im ganzen Kapitel Galater 3. Da steht auch, dass wer versucht durch das Gesetz errettet zu werden unter einen Fluch steht weil er nicht das ganze Gesetz erfüllen kann und jeder der nicht das ganze Gesetz erfüllt stehe unter einem Fluch.

Jesus sprach jedoch: "Nicht wer mich dauernd Herr nennt, wird in Gottes himmlisches Reich kommen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. Am Tag des Gerichts werden viele zu mir sagen 'Aber Herr, wir haben doch in deinem Auftrag prophetisch geredet! Herr wir haben doch in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und viele Wunder vollbracht.' Aber ich werde ihnen erntgegnen. 'Ich habe euch nie gekannt. Ihr habt meine Gebote mit Füßen getreten, darum geht mir aus den Augen!"

Wie passt das denn zusammen? Wiederspricht sich das nicht?

 

22
319
Sep. 10
Welche Bibelstellen und Argumente gibt es dafür, dass Gott nur einer ist und zwar der Vater und sonst keiner?
209
1,685
Sep. 02

Leitfragen zur Kontextanalyse biblischer Texte


Die Bibel ist nicht nur ein Buch, sondern eine Sammlung von Schriften, die in ganz unterschiedlichen Zeiten, Kulturen und Lebenssituationen entstanden sind. Wer biblische Texte verstehen will, braucht deshalb mehr als nur ein oberflächliches Lesen. Es geht darum, den Kontext zu erfassen, die Sprecher, die Adressaten, die Situation und die Absicht der Worte oder Taten.

Die folgenden Leitfragen helfen dabei, biblische Texte sorgfältig, objektiv zu analysieren und die Botschaft differenziert wahrzunehmen.

Hier das Werkzeug:

  1. Wer spricht oder handelt?
  2. Zu wem wird gesprochen oder in Bezug auf wen gehandelt?
  3. Was wird gesagt oder getan?
  4. Wann geschieht es (historisch, heilsgeschichtlich, literarisch innerhalb des Buches)?
  5. Wo geschieht es (geographisch, kulturell, im Handlungsrahmen des Textes)?
  6. Wie wird es gesagt oder dargestellt (Stil, Gattung, rhetorische Mittel)?
  7. Warum / weshalb geschieht oder wird es gesagt (Anlass, Situation, Problemstellung)?
  8. Wozu geschieht es (Absicht, Ziel, intendierte Wirkung)?

Merksatz-Formel

(komprimiert)

  1. Wer spricht oder handelt?
  2. Wem gilt das Gesagte/Handeln?
  3. Was wird gesagt oder getan?
  4. Wann geschieht es?
  5. Wo geschieht es?
  6. Wie geschieht es (Stil, Form, Mittel)?
  7. Warum geschieht es (Ursache, Anlass)?
  8. Wozu geschieht es (Ziel, Absicht)?
50
556
Aug. 30

Eine Frage bleibt für mich sehr ungeklärt - und ich hätte gerne Eure Gedanken dazu:

Alles Leben - nicht nur das menschliche, auch das tierische, pflanzliche & organische - ist endlich und vergänglich. Dies ist in der Schöpfung angelegt und ohne die Grundlage der Vergänglichkeit wäre neues Leben garnicht denkbar ... also Neues entsteht, wächst, gedeiht, vermehrt sich und wird ja erst (substantiell, räumlich, sich erneuernd) möglich durch das Vergehen, Sterben und Absterben von altem Leben. Jeder Jahreszeit-Zyklus "predigt" es uns 😉 - Kein Fühling ohne Absterben der Natur zuvor, kein erneutes Blühen ohne Vefall zuvor, auch keine Menschen- und Tierwelt in unendlicher Expansion.

Nun schreibt Paulus (Römer 6,23): "Der Tod ist der Sünde Sold" - d.h. nach meinem (Nicht-)Verstehen dieser Bibelstelle und wohl gängiger Auslegung: Der Lohn, die Frucht, das Ergebnis der Sünde ist die Endlichkeit, das Sterben und Vergehen des Lebens.

Hier haperts bei mir im Verstehen: Denn die ursprüngliche Schöpfung als Schöpfung an sich (in ihrer Struktur & ontologisch) ist ja ein Werden und Vergehen. Ob ich nun den menschlichen Sündenfall (Genesis) wörtlich mit einem Ur-Menschenpaar verbinde oder die Geschichte vom Sündenfall als Spiegel unseres "gefallenen" Daseins grund-sätzlich verstehe --- es macht für mich keinen Sinn, den ontologischen Kreislauf von Leben & Tod, Werden & Vergehen mit dem Sündenfall in Verbindung zu bringen ... Noch dazu eine Ur-Verfehlung in Verbindung zu bringen mit der Struktur der Schöpfung, die wir doch mit dem Lob des Schöpfers preisen, als gut ansehen und Gott dafür danken.

Durch das "Überspringen" dieses Dilemmas --- mit dem Verweis auf  Hoffnung eines "neuen Himmels & einer neuen Erde", die dem "Unterworfensein der ganzen Schöpfung unter die Vergänglichkeit" und dem "Seufzen der Kreatur" (auch Paulus) ein Ende macht ---, ist mir in der Frage nicht geholfen.

Was denkt Ihr?

L'Chaim

182
2,390
Aug. 15

Was unterscheidet "Trompeten tönen" von "Trompeten schmettern"? Dieser Unterschied war in 4Mose.10:7 (für die Israeliten) sehr wichtig: Tönen war das Signal zur Volksversammlung, Schmettern das Signal zum Marschaufbruch.

Aber im Wahrig-Wörterbuch steht dazu: "schmettern" = "laut tönen". Und ich glaube nicht, dass Trompeten als Aufruf zur Volksversammlung nur "leise" geblasen wurden.

20
215
Aug. 08

Gestern habe ich auf YouTube einen Vortrag eines kanadischen Christen gehört, wo er die Evolutionstheorie generell in Frage stellte und sie als Machwerk des Bösen sah, das Christentum zu vernichten. Dazu dann noch die Zahlen derer, die eine Kirche besuchten in westlichen Nationen - ein Grafik mit einer linear abfallenden Geraden - heute ankommend bei vielleicht 10%, startend bei 80% irgendwann um 1900.

Er brachte Argumente, warum die aus Fossilien gezogenen Schlussfolgerungen quatsch sind und er forderte die Bibel wieder zum Maßstab von Wahrheit zu machen.

Wer mich kennt, weiß, dass ich als Biologe und Christ meinen Frieden mit der Sache gemacht habe - ich kann beides vereinbaren. 

Aber, ja, ich nehme die Schöpfungsgeschichte in der Bibel nicht wortwörtlich sondern nur als Hinweis auf die Herkunft der Schöpfung und Ablauf der Schöpfung. Nach diesem Prediger, einem Calvinisten übrigens, wäre ich damit vom Glauben abgefallen.

Und nun frage ich mich ernsthaft, ob der Schöpfungsbericht wirklich wie ein Sachbuch, wie eine die Realität 1:1 beschreibende Tatsachendokumentation zu lesen ist. Von den Wort steht sicher alles genau so da. Aber kommen wir mit den Schöpfungsgeschichten aus einer Kultur und einer Zeit, wo man solche Dinge wie ein Augenzeugenbericht lesen würde? Sind das nicht vielmehr Schöpfungsmythen, die so viel mehr enthalten als nur Sachinformation? Sind das nicht eigentlich Texte, die auch von uns handeln und unsere Beziehung zum Herrn?

Können verkopfte Menschen überhaupt solche Texte im Sinne ihrer Intention noch lesen? Und machen wir da nicht entscheidendes falsch, wenn wir diese Inhalte rein materialistisch und logisch als Tatsachenbeschreibungen nehmen?

Die Texte sind in einen Versmaß verfasst - wie Gedichte. Im hebräischen haben wir eine Zahlendimension und eine Eigenbedeutung der Buchstaben, die noch einmal eine ganz interessante Dimension aufmacht - grade in diesen ersten Abschnitten der Bibel. Vergewaltigt nicht derjenige, der diese Texte als reine Sachinformation liest, komplett? Wo ist da die Häresie?

Das mal nur als Gedanke, den ich mit Euch teilen möchte. Ich weiß, dass wir hier Menschen haben, die mehr zu der Sache sagen können als ich. Ich hoffe auf Euch! Wie liest man solche Texte richtig? Betend? Meditierend? Oft wiederholend und Eindrücke sammelnd?

Und, ja, ich habe diesen Thread auch deshalb gestartet, weil da eine Welle von kaltem Käse aus dem Westen rüberschwappt, der mit dem Anschein von Frömmigkeit Irrlehren in der Christenheit auffrischen möchte. Ich meine, dass es jetzt wichtig ist, einen festen Stand einzunehmen, wenn es darum geht, Dinge, die vor Jahrhunderten falsch gelaufen sind, nun wieder zum Status Quo zu machen.

 

Liebe Grüße

GoodFruit

34
562
Aug. 07

Hallo an alle,

Jak 4,12Nur Gott, der das Gesetz gegeben hat, kann gerecht richten. Nur er hat die Macht, zu retten oder zu vernichten. Welches Recht hast du also, deinen Nächsten zu verurteilen?

Also, mir geht es um das fett Gedruckte. 

Hier wird ja das Richten/Vernichten Gott zugeschrieben, der das als einziger tun soll/kann.

Mir gibt dieser Satz persönlich viel Freiheit, denn ich muss mir nie wieder Gedanken machen, wie ich einen anderen Menschen einordnen soll.

Allerdings muss ich auch Gott darin als Richter akzeptieren.

 

Wie ist das bei euch?

4
186
Aug. 07

Ich fange gleich mal mit den beiden Bibelstellen an, die zur Diskussion stehen

2.Mose 6,2 Dann sagte Gott zu Mose: "Ich bin Jahwe! 3 Ich bin Abraham, Isaak und Jakob als Gott, der Allmächtige, erschienen. Aber unter meinem Namen Jahwe habe ich mich ihnen noch nicht zu erkennen gegeben.

Soweit so gut, nur

1.Mose 15,6 Abram glaubte Jahwe, und das rechnete er ihm als Gerechtigkeit an. 7 Dann sagte er: "Ich, Jahwe, ich habe dich aus dem Ur der Chaldäer herausgeführt, um dir dieses Land als Eigentum zu geben." 8 "Jahwe, mein Herr", erwiderte Abram, "woran könnte ich erkennen, dass ich es je besitzen werde?"

Passt nicht, oder?

In einem Podcast bin ich auf eine Argumentation gestossen, dort wurde ein Buch von F.Anderson "The Sentence in Biblical Hebrew" besprochen, worin dieser eine andere Übersetzung von 2.Mose 6,3 für korrekt betrachtet.

“I am the Lord. [I am Yahweh.] I appeared to Abraham, Isaac, and Jacob as El Shaddai, and my name is Yahweh. Did I not make myself known to them?”

"Ich bin der Herr. [Ich bin Jahweh] Ich bin Abraham, Isaak und Jakob als El Schaddai erschienen, und mein Name ist Jahwe. Habe ich mich ihnen nicht zu erkennen gegeben?"

Ich bin kein hebräisch Kenner, was ich mitbekommen habe, ist das es Argumente für und gegen diese Variante gibt. Ich kann diese Argumente nicht beurteilen.

Was haltet ihr davon? Seit ihr dem Gedanken schon mal begegnet?

Eine Übersetzung wie von Anderson vorgeschlagen würde den Widerspruch auflösen.

15
368
Aug. 03


Seite 1 / 13
Teilen:

Hey du!

Dieses Forum ist für dich kostenlos.
Das funktioniert nur, weil uns treue Menschen regelmäßig mit ihrer Spende unterstützen.
Bist du dabei?