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Mögliche Beihilfe zur Frühabtreibung in der Pflege durch Austeilen der Pille


Wamba
 Wamba
Themenstarter
Beiträge : 3

Hallo, ich arbeite auf einer Onkologie und da ist es üblich, dass junge Patientinnen mal für einen Zeitraum die Pille nehmen müssen während eines Zeitraums, wo sie Chemotherapie bekommen müssen. Ich als Pflege soll den Patienten die Medikamente zuteilen. Jetzt ist es so: an sich hat die Pille, wie ich es verstehe, keine direkt schädliche Wirkung auf eine befruchtete Eizelle. Meines Verständnisses nach (und auch die Biologie hat dieses Verständnis) beginnt menschliches Leben ab dem Zeitpunkt der Befruchtung; demnach ist das töten einer befruchteten Eizelle mit dem beenden eines schützenswerten und wertvollem Menschenleben gleichzusetzen. Zwar hat die Pille keine direkt schädliche Auswirkung auf die Eizelle, wohl aber eine Auswirkung auf dessen Einnistung in die Gebärmutter. Ich frage mich: wenn die Pille theoretisch dazu beitragen würde, dass eine befruchtete Eizelle sich nicht in die Gebärmutter einnisten kann und deswegen stirbt, verhelfe ich dann, wenn ich sie einer Patientin austeile, zu einem Mord, zu einer Frühabtreibung? Wenn ja, wie sollte man mit solchen Situationen umgehen, wo es unsicher ist, ob man theoretisch ein Menschenleben dadurch gefährdet? Wenn mir eine Patientin sagt, dass sie die Pille mal nicht eingenommen hat und sie hatte in dem Zeitraum Geschlechtsverkehr, dann gibt es meines Verständnisses nach die Möglichkeit einer Befruchtung. Zwar ist die je nachdem, wie lange die Einnahme schon war etc. nicht immer gleich die Chance, aber sie besteht; sollte man pauschal dann sagen, man verweigert die Gabe? Meine Befürchtung ist, dass die Ärzte die Einnahme befürworten würden und ich wäre rechtlich nicht geschützt durch einen Gewissenskonflikt. Wenn ich für sowas meinen Beruf verlieren sollte, dann sei es so, besser das, als ein Menschenleben zu nehmen, ich frage mich nur, gibt es eine weisere Lösung? Mir ist das ziemlich unklar, was in bestimmten Fällen klug wäre bzw. mir fehlt der Frieden durch mangelndes Wissen teilweise.

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Chai
 Chai
Beiträge : 5044

@wamba Es ist 'Standard', dass man während einer Chemotherapie nicht schwanger werden soll. 
Das dürfte Gründe haben. 

chai antworten
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Wamba
 Wamba
(@wamba)
Beigetreten : Vor 13 Stunden

Beiträge : 3

@chai Das ist klar, es geht mir nicht darum, dass sie nicht schwanger werden soll, sondern, dass wenn sie schon Menschenleben in sich hat, man es evtl. ohne es ganz wissen zu können, beendet.

wamba antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7708

@chai 

Richtig. Eine Chemotherapie ist auch "mörderisch".

Abgesehen davon: Natürlich ist die sorgfältige Reflexion über die Bedingungen, Gründe und Folgen einer Entscheidung notwendig. Wenn aber das Ansinnen dahinter steht, nur ja keinen Fehler zu machen, ist man schon auf dem falschen Dampfer.

Erstens wird einem das ohnehin nicht immer gelingen.

Zweitens würde man damit ungemein egozentrisch handeln und die christliche Vorstellung des Sinns von Jesu Tod über Bord werfen.

queequeg antworten
Wamba
 Wamba
(@wamba)
Beigetreten : Vor 13 Stunden

Beiträge : 3

@queequeg Auf jeden Fall muss man nicht aus Angst vor Fehlern sein Leben eingeengt leben. Es gibt aber gravierendere Fehler, die anderer Natur sind und meiner Meinung nach geht das hier in die Richtung. Es wäre nicht nur ein "Fehler" ein Menschenleben zu beenden.

wamba antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7708

@wamba 

Natürlich ist ein Unterschied, ob ich meinem Mitbewohner nächstens einen Pudding aus dem Kühlschrank klaue oder mit seine Auto einen Menschen überfahre.

Aber mir ging es nicht um Fehler, sondern um Schuld. Das ist eine andere Kategorie. Und nicht schuldig werden ist im menschlichen Leben unmöglich.

queequeg antworten


Stern
 Stern
Beiträge : 3438

@wamba 

Hallo Wamba,

meines Wissens nach hast du in den ersten zwei Wochen nach Befruchtung weder Rückenmarksbildung noch Herz noch sonst irgendeine Organbildung im Frühstadium, mit anderen Worten: du hast einen Zellhaufen. Ab dem 16 Tag bildet sich das Herz und ab der 5. Woche beginnt es dann zu schlagen und Flüssigkeit durch die Gefäße zu pumpen. Die Einnistung in die Gebärmutter erfolgt ab dem 5.Tag, solange ist die befruchtete Eizelle unterwegs. 

Hier in D sind Experimente an Embryonen verboten, aber in anderen Ländern um uns herum gibt es die 14- Tage - Regel, dh bis zu diesem Zeitpunkt dürfen Experimente an einer befruchteten Eizelle vorgenommen werden, danach muss das Zellgewebe vernichtet werden.

Ich verstehe, dass du niemanden töten möchtest, das würde ich auch nicht wollen. Aber biologisch betrachtet tötest du zu diesem Zeitpunkt niemanden. Da ist kein Herzschlag, kein Nervensystem, keine Orange.

Man kann sicher über den Zeitpunkt streiten, ab wann das der Fall ist und das aus vielen verschiedenen Perspektiven.

In der Bibel steht zB dass im Blut Leben ist. Das gibt es in dem Stadium nicht und auch keine Gefässe, durch das etwas fließt und kein Herz, das das weiterpumpt. 

Ich verstehe dein Dilemma. Aber biologisch- ethisch betrachtet ist das völlig ok, dass diese Patientinnen die Pille bekommen.

Es wäre auch extrem fahrlässig von Ärzten und Patientinnen, nicht zu verhindern, dass eine Eizelle sich einnisten kann, wenn klar ist, dass durch die Therapie die weitere Entwicklung der Eizelle schwer geschädigt wird. 

stern antworten
3 Antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5044
Veröffentlicht von: @stern

Es wäre auch extrem fahrlässig von Ärzten und Patientinnen, nicht zu verhindern, dass eine Eizelle sich einnisten kann, wenn klar ist, dass durch die Therapie die weitere Entwicklung der Eizelle schwer geschädigt wird. 

Genau das ist es. 

Und dann 'müsste' man evtl. über eine 'richtige' Abtreibung nachdenken. 
Was noch eine zusätzliche Belastung zu Krankheit und Therapie wäre. 

chai antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3438

@chai 

Und dann 'müsste' man evtl. über eine 'richtige' Abtreibung nachdenken. 
Was noch eine zusätzliche Belastung zu Krankheit und Therapie wäre. 

Das wiederum sehe ich jetzt anders. Gehen wir mal von einer lebensfähigen Behinderung aus, dann gibt es aus meiner Perspektive keinen Grund für eine Abtreibung. Aber das ist ja wiederum eine persönliche Sache, diese Sichtweise kann man ja niemandem aufzwingen.

Zu einem späteren Zeitpunkt, wenn es mehr ist als nur dieser Zellhaufen und ein schlagendes Herz hat usw. ist es aus meiner Perspektive schon eine Tötung. Und wer will das schon?

stern antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7708

@stern 

Ich habe vor vielen Jahren u.a. mit einem Menschen gearbeitet, dessen Knoch, einschließlich der Wirbelsäule derartig "verbaut" waren, dass er sich nicht rühren konnte, einzig seine Zunge konnte er bewegen. Sprechen konnte er auch nicht, nur in verschiedenen Tönen "quaken".

Dabei war er hochintelligent und hatte mit technischen Hilfsmitteln mehrere Sprachen gelernt und wissenschaftliche Bücher gelesen. Ob er glücklich war, weiß ich nicht, aber in jedem Fall war er sehr humorvoll und hat mir mal "gesagt" - ich hatte mittlerweile seine Sprache gelernt - dass er gerne lebe. Wobei man allerdings sagen muss, dass er im Sinne menschlicher Zuwendung außergewöhnlich gut untergebracht war.

Nun war dieser Mensch mit seiner Lebensfreude ja schon da, so dass sich bei ihm keine Fragen mehr stellten. Aber was würdest Du tun, wenn Du von vorneherein wüsstest, dass die zu erwartenden Behinderungen solch ein Ausmaß annehmen?

queequeg antworten
Maria
 Maria
Beiträge : 1299

Hallo @wamba, welche Pille sollen die Patientinnen denn einnehmen? Ist das eine Antibabypille, eine Pille danach oder eine Abtreibungspille? Nur die Abtreibungspille beendet von diesen dreien eine bestehende Schwangerschaft. 

maria antworten


Lucan-7
Beiträge : 29503

@wamba 

Ich frage mich: wenn die Pille theoretisch dazu beitragen würde, dass eine befruchtete Eizelle sich nicht in die Gebärmutter einnisten kann und deswegen stirbt, verhelfe ich dann, wenn ich sie einer Patientin austeile, zu einem Mord, zu einer Frühabtreibung?

Mal abgesehen, dass die Frage, wann genau das menschliche Leben beginnt nicht objektiv zu klären ist: Ein "Mord" setzt eine Tötungsabsicht aus niederen Motiven voraus. Das ist hier ja wohl in keinem Fall gegeben. Auch bei einer allerstrengsten Auslegung wäre es "nur" ein Totschlag. Aber auch so eine Auslegung halte ich für unsinnig.

Denn hier ist es noch einmal völlig anders, weil du ja Menschen hilfst. Eine Schwangerschaft zu verhindern ist unter den hier geschilderten Umständen auf jeden Fall sinnvoll. Und rein technisch gesehen macht es hier keinen Unterschied, ob Spermium und Eizelle nun bereits miteinander verschmolzen sind oder getrennt abgeführt werden... so oder so wird ein menschliches Leben verhindert - genau so, wie es auch bei einem Kondom der Fall wäre, welches ja auch die Entstehung eines Menschen verhindert.

Und es geht auch gar nicht anders... so dramatisch es auch klingen mag, dass die Entstehung eines Menschen verhindert wurde, so viel dramatischer wäre es am Ende, wenn jeder, wirklich jeder Mensch der da theoretisch gezeugt wurde auch tatsächlich auf die Welt kommen würde. Die Überbevölkerung wäre so dramatisch, dass Kriege und Hungersnöte an der Tagesordnung wäre.

Das ist deshalb wichtig, weil wir uns hier fragen müssen auf welcher Basis wir hier urteilen wollen. Und das sollte letztlich immer darauf hinauslaufen, dass Geburten geplant und gewollt sein sollten. Ist nicht immer der Fall, sollte aber die angestrebte Regel sein.

Und vor diesem Hintergrund würde ich mir da keine Sorge machen...

lucan-7 antworten
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