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Lügen wegen Pornosucht

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KleinesPony
Themenstarter
Beiträge : 8

Hallo, mein Mann offenbarte mir vor ein paar Jahren er habe eine Pornosucht. Die wäre auch schon da gewesen als wir uns noch nicht kannten. Nun wusste er aber das für mich Pornographie nicht in die Ehe oder einer monogamen Beziehung gehört. Ich bin sauer das er mir nichts erzählt hat bevor es in die Ehe ging. Und er meinte immer für ihn ginge das auch nicht. Er sammelt wohl sehr leidenschaftlich pornografische Bilder von Frauen. War sogar kurz auf einer Dating App unterwegs. Wir haben viel geredet und er sagte mir er wolle aufhören. Er macht ein Programm für Süchtige meinte er zu mir und ich solle seine Vertrauensperson sein falls wieder ein Auslöser da ist. Ich meinte das muss eine neutrale Person sein, aber er wollte sich niemanden anvertrauen auch keinem Therapeuten. Heute finde ich ein usb stick mit pornografischen Bildern. Ich kann ehrlich gesagt nicht mehr. Ich habe keine Kraft das auszuhalten und ich Frage mich wie viel Gott von mir verlangt. Muss ich das ertragen oder darf ich gehen? Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Habe auch leider niemanden den ich mich anvertrauen könnte diesbezüglich.

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78 Antworten
Murphyline
Beiträge : 1894
Veröffentlicht von: @tamaro

Mit deinem Männerbild habe ich sehr Mühe und es tut mir leid, dass du von einem oder mehreren Männern in deinem Leben offenbar sehr verletzt worden bist

Wenn das jetzt nur mein Männerbild wäre, wie kommt es dann, daß 1/3 der Internetinhalte Pornografie sind?

murphyline antworten
16 Antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5511

@murphyline 

Ich kenne tatsächlich auch genug Frauen, die regelmäßig Pornographie konsumieren. Ich glaube, da gibt es einen gewaltigen Unterschied zwischen älteren und allem was Millenial und jünger ist. Meine Beobachtung. Vielleicht reden die älteren auch einfach weniger drüber - oder die Frauen, dieser Alterstufen konsumieren eher die romantisch-erotischen Romane. Denn auch das fällt unter Pornografie auch wenn du dir das Bild im Kopf selbst malen musst.

Ich kenne zwar viele Männer, die Pornos gucken, alleine oder mit Partnerin oder die zumindest in der Vergangenheit geschaut haben, aber ich kenne kaum welche (über 16), die solche Bilder als Bildschirmhintergrund haben oder eine Bildersammlung daheim. Wobei ich natürlich nicht die Inhalte der privaten Festplatten kenne. Heute braucht es ja nicht mal mehr die VHS-Sammlung hinten im Schrank. Das wird gestreamt.

channuschka antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6247

@channuschka  (...) oder die Frauen, dieser Alterstufen konsumieren eher die romantisch-erotischen Romane. Denn auch das fällt unter Pornografie auch wenn du dir das Bild im Kopf selbst malen musst.

Danke, dass da mal eine Frau drauf hinweist! Häufig ist das Pornografische an diesen Romanen nicht mal so in den - erstaunlich einfallslos und klischeehaft beschriebenen - "erotischen" Passagen enthalten, sondern im Plot: wie da die Heldin an einen reichen, gutaussehenden Oberarzt (bzw. Assistenzarzt, der erst mit ihrer Hilfe zum Oberarzt avanciert) oder Pferdegestüt-Erben gerät und den wider alle Hinternisse in den Ehe-Hafen zu leiten vermag. Sozialpornografie ist das, der Blick wird da nicht auf einzelne "intime" Körperteile gelenkt, sondern auf intime Gefühle - wobei der Authentizitätsgrad da so ungefähr auf demselben Niveau liegen dürfte.

Der Unterschied dieser beiden Pornografiearten liegt darin, dass man Sozialpornografie seit Jahrzehnten an der Supermarktkasse für billig Geld zu kaufen bekommt, während man für den Kauf der hier in Rede stehenden "echte" Pornografie Jahrzehnte lang sich verschämt in die Sexshops in Bahnhofsnähe zu verfügen hatte.

jack-black antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5511

@jack-black 

Ich dachte jetzt nicht an diese "Aschenputtelgeschichten" an sich, sondern tatsächlich an die (oft auch darin) gut beschriebenen Sexszenen, die mal mehr mal weniger explizit sind. Die gibt es auch in Krimis (selbst bei Agatha Christie hab ich mal eine gelesen, wenn auch die Beschreibung weniger lange war als anderswo).

Und gerade diese (modernen) Frauenbücher mit Frauen, die, ich sag mal, versuchen sich selbst zu finden oder ihre Familiengeheimnisse zu lösen... Die Szenen haben mit dem Plot der Geschichte, oft ,wenn überhaupt, am Rande zu tun. Aber es wird seitenweise beschrieben, wie er sie wo berührt und was sie fühlt. 

Warum ich das weiß? Meine Mutter liest viel, aus der Bücherei und was sie von Freundinnen so geliehen bekommt und hin und wieder beklagt sie sich darüber - und ganz selten ist mir so langweilig bei meinen Eltern, dass ich mal so ein Buch querlese.... Wobei sich wohl auch hin und wieder ein Buch drunter schmuckelt, dass vom Cover und von der Beschreibung hinten genau klingt, wie all die anderen. Meine Mutter meinte, die Pornoromane vom Kiosk der 70er, die ihr Onkel ihr manchmal in einem Stapel mit anderen Büchern gegeben hat, weil sie sonst keine Bücher hatte, waren dagegen harmlos.

 

channuschka antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6247

@channuschka Ich dachte jetzt (...) tatsächlich an die (oft auch darin) gut beschriebenen Sexszenen, die mal mehr mal weniger explizit sind.

Ah, okay. Ich muss gestehen, dass ich nicht mal dran gedacht habe, dass jemand (Frauen) wirklich wegen solcher Szenen diese Bücher lesen/kaufen könnten. Ich dachte, diese Szenen seien einfach nur enthalten, um - öhm... keine Ahnung warum. 😀

Aber wenn ich z.B. in einem Verlag zu entscheiden gehabt hätte, dem "Fifty Shades of Grey" angeboten worden wäre, wäre diesem Verlag wohl auch ein Mega-Bestseller entgangen. Mir wären ja sogar, gesetzt den Fall, die Geschäfts-Idee wäre mir exklusiv angeboten worden, Einnahmen aus der Telefon-Sex-Branche entgangen. Nicht-visuelle Pornografie? Das wäre ja schon sprachlich ein Widerspruch in sich!

Während meiner Studentenzeit gab's mal ein Gespräch über "frauenfeindliche" Literatur. Eine Kommilitonin, behauptete, Charles Bukowski (einer meiner damaligen Lieblingsautoren) müsste eigentlich verboten werden, bzw. man sollte seine Bücher nur in Sex-Shops kaufen dürfen - damit man sich schämt dabei.

Worauf jemand meinte, die Sex-Szenen bei Bukowski seien überhaupt nicht pornografisch. Wenn die nicht pornografisch seien, wollte die Kommilitonin wissen, was sei denn dann pornografische Literatur, ausser de Sade vielleicht?

"Henry Miller beispielsweise", sagte der Bukowski-Verteidiger. "Ja klar", meinte sie, "Zu dem seinen Schweinkram holst du dir bestimmt einen runter!"

"Warum nicht?", war seine Antwort. Worauf mein Interesse geweckt war und ich mir bald darauf "Sexus" von Miller in der Stadtbücherei auslieh.

Ganz ehrlich? Ich las das und hatte danach erstmal so überhaupt keinen Bock mehr auf Masturbation. Je expliziter die Beschreibungen, desto weniger stimulierend. Da war ja de Sade noch besser - zwar finde ich dessen Sex-Beschreibungen ebenso wenig antörnend, aber der war ja gleichzeitig auch auf eine schwarzhumorige Art und Weise aufklärerisch und anti-klerikal unterwegs, von der Sex-Thematik abgesehen also sind bei ihm noch interessante Aspekte mit drin.

Kurz: Pornografie, die nicht grafisch, also visueller Natur ist, kann ich gar nicht als solche emfpinden - und daher blendete ich oben aus, dass andere Leute, insbesondere Frauen, dies anscheindend durchaus können. Danke also für die Korrektur! 🙂

jack-black antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5031

@jack-black Man(n) lernt halt nie aus 😀

chai antworten
Simba
 Simba
(@simba)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 389

@jack-black Naja, graphein bedeutet "schreiben, malen, zeichnen", kann also auch nicht-visuell sein. Die "Darstellung" wäre dann das Bild im Kopf, das durch den Text erzeugt wird.

Was du gut beschrieben hast ist die Abstumpfung durch allzu explizite Schilderungen bzw Darstellungen. Das ist keine Anregung, sondern Lustkiller - ein Effekt, dessen viele sich bei der Pornographie scheinbar nicht bewusst sind. 

simba antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6247

Naja, graphein bedeutet "schreiben, malen, zeichnen", kann also auch nicht-visuell sein. Die "Darstellung" wäre dann das Bild im Kopf, das durch den Text erzeugt wird.

 

Okay. 😀

@simba Was du gut beschrieben hast ist die Abstumpfung durch allzu explizite Schilderungen bzw Darstellungen.

 

Da hast Du mich falsch verstanden. Abstumpfung hat ja was mit Wiederholung zu tun. Mich törnen halt prinzipiell erotische oder sexuelle Texte nicht an, und vieles von dem, was ich bei Miller las, hätte mich vermutlich nicht mal als filmischer Inhalt nicht angetörnt. Naja, genau kann ich's nicht mehr auseinanderklambüsern, ist schon zu lang her.

Was nun "allzu explizite" Darstellungen angeht, so kann ich da bei mir keinen Abstumpfungseffekt bemerken. Ich will nicht behaupten, dass es bei Leuten, die sehr viel Pornografie konsumieren, nicht zu solchen Effekten kommen kann. Aber ich vermute stark, dass dies seltener der Fall ist, als in Diskussionen wie dieser hier von vielen angenommen wird, also Diskussionen, in denen gern mal regelmäßiger Pornokonsum mit Porno-Sucht gleich gesetzt wird.

jack-black antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5031
Veröffentlicht von: @simba

@jack-black Naja, graphein bedeutet "schreiben, malen, zeichnen", kann also auch nicht-visuell sein.
Die "Darstellung" wäre dann das Bild im Kopf, das durch den Text erzeugt wird.

Vielleicht ist diese nicht-visuelle Darstellung eher ein Frauen-Ding. 
(Ich könnte jetzt den alten Witz bringen, dass Männer halt besser gucken als denken können, aber vielleicht ist der auch plump...)
Ernsthaft - ich bin nicht so sehr anfällig für entsprechende Literatur, aber wenn ich die Wahl hätte, würde ich auch lieber lesen als gucken. Diese Bilder im Kopf muss man ja auch wieder loswerden.

Was du gut beschrieben hast ist die Abstumpfung durch allzu explizite Schilderungen bzw Darstellungen.
Das ist keine Anregung, sondern Lustkiller - ein Effekt, dessen viele sich bei der Pornographie scheinbar nicht bewusst sind. 

Das ist auch schon die ganze Zeit meine Überlegung - wie wirkt sich das aufs reale (Ehe-)Leben aus? 
Mir kann doch keiner erzählen, dass ständiger Porno-Konsum da keine Auswirkungen hat. 

chai antworten
Simba
 Simba
(@simba)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 389

@chai also ich finde lesen auch toll. Aber bitte nicht Marquis de Sade oder Fifty dingsbums oder (wie wir jetzt vernommen haben) Henry Miller 😂

simba antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5031

@simba Die Fifty dingsbums 🤣 hab ich angelesen - aber ich hab noch so viele Bücher, die mich wirklich interessieren, zu lesen. Da hab ich mir den Rest dann gespart.

chai antworten
Simba
 Simba
(@simba)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 389

@chai die Feststellung, dass man wichtigeres zu tun hat, ist oft eine ganz tolle Sache 😁

simba antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6247

@channuschka p.s.: Eben lese ich diesen SPON-Artikel. Chinesische Bücher über Schwulen-Beziehungen, die vor allem bei weiblichen Lesern ankommen. Keine Ahnung, wie genau das hier zur Thematik passt - aber irgendwie schon 🙂

jack-black antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 30188

@murphyline Also aus meiner Sicht gibt es tatsächlich Männer, in deren Leben sich so ziemlich alles um Pornographie dreht. Kenne selber welche. Die sind jede freie Minute im Internet zum Glotzen und können nie genug davon kriegen. Das treibt die Statistiken auch in die Höhe. Gerade auch in Gegenden, wo Sexualität unterdrückt wird - z.B. im Bible Belt der USA -, sind die Pornoklicks ja besonders hoch.

Gibt aber auch genug Männer, die diese Falle erkennen und dann einen Bogen darum machen, denn seien wir ehrlich: Pornographie sind nur Männerphantasien, die so rein gar nichts mit der Realität zu tun haben. Je eher Männer das begreifen, desto besser. Aber viele begreifen es leider nicht. Und leider gibt es auch viele Frauen, die denken, sie müssten so funktionieren wie im Pornofilm, um eine richtige Frau zu sein.

Hier ist Aufklärung vonnöten. Aber wer hat noch Geld und Muße dazu?

 

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Tamaro
 Tamaro
(@tamaro)
Beigetreten : Vor 9 Jahren

Beiträge : 2055

@murphyline 

Wenn das jetzt nur mein Männerbild wäre

Es war dein Posting insgesamt, das mir diesen Eindruck vermittelte, dass du aufgrund von schlechten Erfahrungen wohl ein negatives Männerbild entwickelt hast und nicht nur betreffend Internet-Pornografie.

Dass viel mehr Männer Konsumenten von Porno-Seiten sind, insbesondere auch was den exzessiven Konsum betrifft, will ich ja gar nicht abstreiten. Dennoch lässt sich dies nicht auf alle Männer übertragen.

 

tamaro antworten
Murphyline
(@murphyline)
Beigetreten : Vor 23 Jahren

Beiträge : 1894

@tamaro Gewiß gibt es Ausnahmen. Statistisch konsumieren alleinstehende Männer die meiste Internetpornographie, Pornosucht ist laut Krankenkessen einzig eine Männersucht.

Wie ich zu meinem Eindruck komme: gar nicht durch Partner, sondern weil ich oft von völlig technisch hilflosen Männern gebeten wurde, ihnen am PC bei Problemen zu helfen. Technisch hilflos bedeutet, dass die nicht mal wissen, dass man oben rechts mit dem Kreuz ein Fenster schließen kann ...

Tja, .... es bleibt dann nicht aus, wenn ich das "verloren gegangene Skatspiel auf dem Desktop" suchen oder neu installieren soll, diese Fenster zu schließen. Was ich da so gesehen habe, hat mich teilweise sehr entsetzt. Das konnten die Herren technisch dann doch, sich solchen Schweinkram (und damit auch Viren) aus dem Internet heraussuchen.

Jedenfalls habe ich nach der letzten Erfahrung vor ca.  einem Jahr beschlossen, nie wieder Männern bei Problemen mit Handy, Laptop oder Tablett zu helfen. (Das ist dann Gottes Strafe, dass das Gerät nicht mehr funktioniert 😜 )

murphyline antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5031
Veröffentlicht von: @murphyline

... (und damit auch Viren) aus dem Internet heraussuchen. ...
(Das ist dann Gottes Strafe, dass das Gerät nicht mehr funktioniert 😜 )

Sozusagen eine Geschlechtskrankheit auf dem PC...

chai antworten


Tatokala
Beiträge : 4697
Veröffentlicht von: @jack-black

angeboten worden wäre, wäre diesem Verlag wohl auch ein Mega-Bestseller entgangen.

Bestseller? Selten so was platter und langweiliges gesehen.

tatokala antworten
1 Antwort
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5031

@tatokala Ein Bestseller war's trotzdem.

chai antworten
MatzeBrae
Beiträge : 2

@kleinespony Hallo als erstes möchte dir Mut machen, deinen Mann nicht aufzugeben, auch wenn du sehr verletzt bist. Dass dich das verletzt ist auch normal. Er hat es dennoch geschafft sich dir zu offenbaren. Das erfordert eine Menge Mut. Das ist für ihn warscheinlicher noch viel schwieriger als du es dir vorstellen kannst. 

 

Ich möchte dir von mir erzählen und auch einigen Posts hier deutlich wiedersprechen, denn manche Ansichten sind hier sehr veraltet bzw. einfach falsch und sind ehr auf Schuldzuweisung aus. 

 

Ich bin 31 Jahre alt und seit 16 Jahren süchtig. Ja genau, seit 16 Jahren. Ich bin mit meiner Frau heute, 10 Jahre zusammen und davon über 4 Jahre verheiratet. Soweit zu mir. 

Pornografie ist und war schon immer der Teufel. Es bringt dich (als Süchtigen) in eine Welt die es gar nicht gibt. Besonders Männer aber auch Frauen, ganz unabhänig vom Glauben, sind von dieser Sucht betroffen. Dabei ist das Alter ziemlich egal. Man kann erst 13 sein oder auch schon 55. Egal. Die Sucht ist eine Welt, in der du glaubst, Erfüllung, Liebe und Geborgenheit zufinden.

Pornografie-Sucht beginnt immer mit einem Auslöser. Das nennt sich dann "die Wurzel der Sucht". Meine Wurzel begann, da war 14-15 Jahre alt. Was genau der Auslöser war muss jeder für selbst herrausfinden. Ich werde meinen Auslöser hier nicht teilen, aber ich habe mich oft missverstanden gefühlt, nicht geliebt und völlig überfordert. ADHS Kinder sind sowieso immer etwas anders als "normale" Kinder (Menschen). Was ich in dieser Welt (der Pornografie Welt) fand war Liebe, Zuneigung und das Gefühl ich bin etwas. Das ist natürlich aus heutiger Sicht völliger Quatsch.

Diese Wurzel (Sucht) lässt dich also glauben das du etwas bist. Das du normal bist und du diese Welt einfach dafür benutzt damit es dir besser geht. Was dabei passiert liegt auf der Hand. Dopamin (Glückshormon) wird ausgeschüttet. Es beginnt also die Sucht nach Dopamin. Wie bei einer Droge. Ein Orgasmus in der Sucht mit Pornografie, ist gleichzusetzen wie als wenn man sich eine Nase Koks zieht. Und das jedes einzelne Mal. Immer und immer wieder. Das Gehirn wird süchtig danach. Das alleine zu stoppen ist, besonders für uns Männer, fast unmöglich. Wir Männer haben, für diese Art von Entscheidung etwa nur 0,3 Sekunden. Natürlich können wir danach nochmal erneut darüber nachdenken aber in dieser Zeit, fällt die erste Entscheidung. Da muss schon ein Wunder her, wenn das einfach so wieder aufhören soll. Viele Menschen die in dieser Sucht nicht selbst drin stecken, verstehe gar nicht was das bedeutet. Und sie können es auch nicht nachvollziehen. Diese fangen dann an Sachen zusagen wie "auch so schwer kann das doch nicht sein daraus zukommen" oder "Puh das ist aber Ehebruch deiner Frau oder deinem Mann gegenüber". Das hilft gar nicht und macht verschlimmert den Zustand des betroffenden Menschen noch mehr. Was NICHT heißen soll, das man die Sucht gut heißen muss oder Verharmlosen sollte!

Wir Männer sind von Gott so geschaffen worden das wir auf Optische Eindrücke reagieren. Das sieht man allein schon daran wie Männer auf nackte Brüste reagieren. Sie zaubern uns ein Lächeln ins Gesicht. Für uns bedeuten sie etwas schön. Also in dem Fall Liebe, Geborgenheit und Wärme. Hat auch viel damit zutun das wir als Kinder gestillt werden. Das hat Gott in uns hineingelegt. Das können wir auch nicht ändern. Aber wir können und müssen lernen damit umzugehen. Und genau dieser Punkt ist bei Sucht nicht mehr wichtig. Der Mensch dahinter, hinter dem Video, Foto oder Geschichte ist egal geworden. Es geht nur noch um die Befriedigung. Es geht nur noch um den schnellen Kick. Man kann sich auch Zeit lassen aber darum soll es jetzt nicht gehen. 

Die Sucht treibt dich immer tiefer in die Scham und die Schuld. Irgendwann siehst dir immer härtere und extremere Dinge an, weil dir normale Dinge (ich sag jetzt einfach mal ganz klassisisch rein und raus) nicht mehr reichen. Du fällst immer tiefer rein. Fängst an, wie in deinem Fall dein Mann, Bilder zu sammeln etc. (Habe ich auch gemacht). Du bist also in dieser Welt gefangen. Es ist ein dreckiger und ekelhafter Kreis. Du fühlst schlecht -> Brauchst ein Kick -> Holst dir den Kick -> Fühlst dich wieder schlecht -> Holst dir den Kick usw. usw. Und glaub mir das ist kein Zuckerschlecken. Die Sucht hat mich Dinge machen lassen, an den ich bis heute zu knacken habe, auch wenn ich weiß das Gott mir vergeben hat. 

Nachdem allen fragt man sich "okay wie komme ich daraus?"

Den Sucht ist ein Teufel und wird es auch immer bleiben. Allerdings einem Suchtigen zusagen "du hörst damit auf oder ich bin weg", ist nicht nur auf einen der am Boden liegt weitereinzutreten, nein es ist auch ziemlich unreif. (Kein persönlicher Angriff!)

Ich erkläre warum: Jemanden der mit einer Sucht schon länger zukämpfen hat, mit Regeln, Vorwürfen, Drohungen oder ähnlichem zu bewerfen ist der völlig falsche Ansatz. Das kann und wird voll nach hinten losgehen. Die ganzen Beratungsstellen, Christlich oder auch nicht Christlich, Sexberater und selbst Seelsorger verfolgen oftmals ein falschen Ansatz. Du musst die Regel befolgen, du musst dich selber einschränken und mach dir noch ein Programm darauf und du musst dies und das. Alles quatsch. (Mag sein dass das für den einen oder anderen funktioniert, es bekämpft aber nicht die Wurzel sondern hält nur die Gedanken und Gelüsste nach Befriedigung zurück.) Die Wurzel also der Auslöser muss erkannt werden und wenn man diesen gefunden hat, erst dann kann man anfangen daran zuarbeiten. 

 

Ich erzähle dir wie ich vorgegangen bin und auch noch bis heute vorgehe:

1. Ich habe erkannt ich habe ein Problem.

2. Ich habe mich und das muss sein, wenn man das Problem wirklich in Griff bekommen will, Menschen geöffnet denen ich vertraue. 

3. Mit ungefähr 20-21 Jahren bin ich in Seelsorge gegangen. Genau wegen diesem Thema und auch andere Themen(Kinderheit, ADHS, etc.) Es tat gut mit jemanden darüber sprechen der nicht verurteilt und eine andere Perspektive auf die Sucht hat. 

4. Meiner jetzigen Frau habe ich von Anfang an alles offengelegt. Alles. Nicht unbedingt auf was ich mir angucke etc. aber ich habe ihr alles erzählt was mit dieser Sucht zutun hat. 

5. Ich habe dieses Jahr angefangen ganz bewusst meine Frau mit in diese Sucht zuholen. Sobald es schlechter läuft und ich mich wieder gefangen fühle und voller Scham bin, gehe ich zur ihr. Nicht weil sie mein Retter, Ankern oder meine Entschuldigung sein soll, sondern ehr um dieser Sucht und dieser Scham, Raum zunehmen. Dem Teufel Raum über mich, meine Sexualität und meiner Ehe zunehmen. Daraus entstand das ich sehr viel über Sexualität zwischen Mann und Frau, Selbstbefriedigung, Lust und Sucht gelesen habe. Ich hasse lesen. Ich habe mir sogar ein 350 Seiten Buch über Sex gekauft, weil ich bestimmte Dinge einfach nicht verstanden habe. Das hat nur nur mir persönlich geholfen sondern es hat mir und meiner Frau auch sehr gut getan. Denn dadurch habe ich viele Dinge entdeckt die durch die Sucht, völlig verzehrt waren oder teilweise gar nicht vorhanden.

6. Letzter Punkt (Stand heute) Heute gehe ich damit ganz bewusst um. Ich weiß das ich ein Problem habe. Ich darf Gott vertrauen das er mir hilft. Ich darf und das ist ganz wichtig, Lust empfinden, denn diese hat Gott mir gegeben. Ich darf dieser Lust nachgehen, wenn und das ist ganz ganz wichtig, Gott dabei ist und ich in Gedanken bei meiner Frau bin!

Wie schon erwähnt ist die Sucht immer noch da. Allerdings ist es schon deutlich besser geworden. Besonders dieses Jahr durfte ich erleben was Gott in meinem Leben alles tun kann und darf, wenn ich ihn lasse. 

Es ist wird immer ein Kampf bleiben, es hat schon gute Gründe warum ein Alkoholiker kein Alkohol mehr trink. Die Gefahr der Sucht ist immer da. Jeder der was andres behauptet war entweder nie süchtig oder hält sich für etwas besseres.

Das dein Mann dich als Vertrauensperson haben möchte ist erstmal grundsätzlich nicht falsch. Dich aber als Anker oder als Schuld/Scham-Ablege-Person zubenutzen ist aber definitv falsch. Das ist nämlich dann nicht er sondern die Sucht, die ein Hintertürchen hat und sagt" Ja wenn ich es ihr erzähle dann ist es nicht mehr so schlimm" Das darfst du deinem Mann auch so sagen!

Es muss und wenn er das Thema wirklich angehen will, eine außenstehende Person sein. Ich bin mir ziemlich sicher das es auch Menschen gibt die das ohne geschafft haben. Mag sein. Dennoch halte ich das für falsch und nicht für sehr förderlich sich nur auf seinen Partner zuverlassen.

Das dein Mann schon auf einer Dating Platform unterwegs war, zeigt wie krass seine Sucht ihn schon eingewickelt hat. Das sollte man wie schon von anderen erwähnt nicht unterschätzen. 

Es ganz ganz wichtig für euch beide, aber auch für dich über Gefühle zusprechen. Nimmt dieser dreckigen scheiß Sucht den Raum. Auch wenn du verletzt bist, was ich nachvollziehen kann, braucht dein Mann dich. Kommunikation ist hier ganz ganz wichtig. Ich werde dir ganz bewusst davon abraten dich zu trennen. Dir Gründe habe ich dir oben aufgezählt. Allerdings ist das immer noch deine Sache und wenn das nicht aushälst steht dir natürlich das Recht zu, zu gehen, denn wie schon gesagt, du bist nicht sein Retter und auch du darfst dich selbst schützen! 

 

Ich wünsche euch alles Gute und hoffe das es besser wird egal in welcher Art und Weise.

Gottes Segen euch! 

Gruß Matze

matzebrae antworten


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