Was haben britische Privatclubs und deutsche Freikirchen gemeinsam?
Lange Jahre nahmen gerade die Clubs in London stetig ab, die nur Männer als Mitglieder hatten. Das ergab Finanzprobleme, weshalb sie ihre Immobilien verkauften, sich weniger exklusiven Clubs anschließen mußten oder deren Untermieter wurden.
Inzwischen soll es einigen Clubs wieder gut gehen, weil sie Frauen, Jüngere und Ausländer zulassen; es wird sogar politisiert und es werden Geschäfte gemacht. So soll es anfangs in deren Blütezeiten üblich gewesen sein. Das hat Seth Alexander Thévoz vor wenigen Jahren in seinem Buch „Behind Closed Doors“ - sprich: "Hinter verschlossenen Türen" - über das Geheimleben der Londoner Privatclubs geschrieben.
Die existentielle Krise, während der Gediegenheit und Stille herrschte, läßt sofort an Freikirchen in Deutschland denken, die schrumpfen und große Schwierigkeiten haben: Clubs wie Freikirchen sind klein und verwalten sich selbst. Geht es bergab, ändert aber das Verkaufen von Grundstücken und das Fusionieren nichts. Es braucht einen neuen Kurs. Eine Reformation. Und so ist interessant, daß der Autor zur Geschichte der Clubs betont, sie hätten sich in ihren Erfolgszeiten nicht abgekapselt, sondern sich statt dessen damit befaßt, was wichtig für das Leben von Interessierten war und ist.
Zum Abschluß eine Anekdote aus dem Club-Buch: „Ich habe mich nie besser gefühlt in meinem Leben“, erklärte ein 86 Jahre alter Adliger, um sogleich in seinem Sessel zu sterben; seine Geliebte stand fassungslos daneben.
@g-stemmler Ach und ich dachte in der Freikirche sind Leute die aus den Landeskirchen stammen, denen die nicht fromm genug waren, oder wie Latzel auf Instagramm hinausruft: Er hätte einen Pfarrer gefragt warum er diesen Beruf habe. Auskunft mein Vater war Pfarrer. Laut Latzel glaubte der Mann auch gar nicht an Jesus. --> klar Fehlbesetzung. Was man eher feststellt ist Gemeindehopping. Leute die in freien Gemeinden sind und zwei Jahre später wieder wo ganz anders.
Bei der FeG hier im in meiner Stadt ist von den Gründern eher niemand mehr da, aber weiterhin der ehem. Muttergemeinde.
Dass Leute aus Freikirchen austreten ist mir neu, da ist also auch nicht alles Gold was glänzt.
So nebenbei, ich bin in der Landeskirche und die ist demokratisch organisiert, man könnte sich also im Ältestenkreis aufstellen lassen, oder auch Leute wählen von deren Frömmigkeit man überzeugt ist.
Welche deutschen Freikirchen? Es gibt da ja ein breites Spektrum von den Geschlossenen Brüdern über FeG bis zu den Pfingstlern und Charismatikern und Emerging Church-Gruppen oder OOCC-lern (out of church-Christen).