Alles klar zum Gefecht!
Nein, das ist kein Tippfehler.
Wenn man sich heute umsieht, könnte man meinen, dieser Satz sei das Motto unserer Zeit. Wohin man auch blickt, scheint alles auf Konfrontation ausgerichtet zu sein.
Im Straßenverkehr wird gekämpft. In den sozialen Medien wird gekämpft. In der Politik wird gekämpft. In den Familien wird gekämpft. Selbst unter Christen scheint es manchmal wichtiger zu sein, Recht zu behalten, als den anderen zu gewinnen.
Wer am lautesten ist, gewinnt Aufmerksamkeit. Wer am schärfsten formuliert, bekommt Zustimmung. Wer nachgibt, gilt schnell als schwach.
Und mitten hinein sagt Jesus:
"Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen."
Ich frage mich ehrlich: Wie soll das funktionieren?
Wie wird man Friedensstifter in einer Welt, die ständig zum Gefecht bläst?
Bedeutet Friedensstiftung, jedem Streit aus dem Weg zu gehen? Wohl kaum. Jesus selbst hat Konflikte nicht gescheut. Er hat Heuchelei beim Namen genannt, den Tempel gereinigt und unbequeme Wahrheiten ausgesprochen. Gleichzeitig hat er nie aus Hass gehandelt. Sein Ziel war nie der Sieg über Menschen, sondern ihre Versöhnung mit Gott.
Vielleicht liegt genau dort der Unterschied.
Wir führen Auseinandersetzungen oft, um zu gewinnen. Jesus ging in Auseinandersetzungen, um zu retten.
Ein Friedensstifter ist deshalb vermutlich auch kein Mensch, der Konflikte vermeidet. Vielleicht ist er vielmehr jemand, der sich fragt: "Was dient jetzt wirklich dem Frieden?" Und manchmal bedeutet das, den Mund aufzumachen. Manchmal bedeutet es aber auch, den letzten scharfen Satz herunterzuschlucken.
Ich muss dabei auch an mich selbst denken. Friedensstifter zu sein, fällt mir nicht leicht. Wenn ich Ungerechtigkeit sehe, werde ich wütend. Wenn ich angegriffen werde, möchte ich zurückschlagen – wenigstens mit Worten. Die Bergpredigt klingt wunderbar, bis sie den eigenen Alltag trifft.
Deshalb beschäftigt mich dieser Vers so sehr. Jesus sagt nicht: "Selig sind die Friedliebenden." Er spricht von Menschen, die Frieden stiften. Das ist Arbeit. Das kostet Kraft. Und vermutlich kostet es auch den eigenen Stolz.
Mich würde interessieren, wie ihr diesen Vers versteht.
Wie lebt man als Christ "Selig sind, die Frieden stiften", wenn die Welt um einen herum ständig "Alles klar zum Gefecht!" ruft? Wo zieht ihr die Grenze zwischen notwendiger Auseinandersetzung und christlicher Friedensstiftung? Und habt ihr Erfahrungen gemacht, in denen Frieden tatsächlich stärker war als der Wunsch, zu gewinnen?
Oh, ich erkenne mich in der Haltung, der rechthaberischen Standtpunktverteidiger wieder!
Was heißt den Frieden stiften lt. Jesus genau?
@samira-jessica Sei nicht nur Schreiberin, sondern auch Leserin. 😉
Wo zieht ihr die Grenze zwischen notwendiger Auseinandersetzung und christlicher Friedensstiftung?
Zuerstmal sehe ich das nicht als Gegensatz. Jesus sagte, eure Rede sei Ja, Ja oder Nein, Nein.
Ein Nein am rechten Ort gehört genauso zum Friedenstiften, wie ein Ja oder ein Genug, ein Lächeln oder ein Schweigen!
Falsches Dulden "um des lieben Friedens willen" verlagert die Grenze und den Ärger in die eigene Person und man hat keinen Frieden. Es wird auch kein Frieden bewahrt. Frieden stiften ist aktiv. Den Ärger beim anderen lassen, ist aktiv (z.B. und was willst Du jetzt unternehmen?)
Dann ist es eine Frage: welche Signale strahle ich aus? Habe ich ein unsichtbares Schild um den Hals.... nur zu, lass deinen Frust an mir aus. Fehlen mir die Worte, deeskalierend zu reden und zu handeln? Das ist ein Lernbereich.
Und schließlich: wie gerne nehme ich persönlich, wo ich gar nicht gemeint bin? Finde ich eine linde Antwort? Spr 15,1 Vergesse ich nicht, Gott um Weisheit und Geduld zu bitten?
Um Frieden stiften zu können, muss man den Frieden haben, glaube ich.
Jesus sagt auch: „Meinen Frieden gebe ich euch.“
Wenn du ihn also hast, dann kannst du ihn stiften. Weil du weder für jemanden Partei ergreifst noch ihn mit Gewalt durchdrücken willst.
Ich kann es nicht. Wenn meine Kinder Streiten, versuche ich das meist verbale Kämpfen mit Autorität zu unterbinden. Klappt schon, aber bringt keinen dauerhaften Frieden.
Ich persönlich glaube, man braucht diese tiefe Menschenliebe, auch für die weniger einfachen Menschen, um Frieden stiften zu können. Ein komplettes annehmen jeder Konfliktpartei ohne (moralischen) Zeigefinger sondern nur die Wiederherstellung des Friedens im Blick habend - aus Liebe zum Frieden. In dem Stadium hat man auf jeden Fall auch das Gewinnenwollen schon hinter sich gelassen.
Und manchmal bedeutet das, den Mund aufzumachen. Manchmal bedeutet es aber auch, den letzten scharfen Satz herunterzuschlucken.
Beides trifft es nicht ganz, glaube ich.
Bei der Geschichte mit der Ehebrecherin, die gesteinigt werden sollte, kniet Jesus auf dem Boden vor der aufgebrachten Meute. Er steht nicht auf und bleibt niedriger als sie. Und er hebt erst den Blick, als alle weg sind. Keine Konfrontation. Nur der eine denkwürdige Satz -„wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“. Erstaunlich hier, dass niemand sich für sündlos hält. Und das finde ich genau das Mindset, das einen selbst auch vor dem Richten anderer abhält…und eben auch dem Frieden dient! Aber der Initiator ist hier Jesus: er macht ihnen das durch seine Frage klar. Bevor du nicht dieses Bewusstsein hast, kannst du nicht Frieden stiften oder halten.
(und dann musst du auch nicht „runterschlucken“, weil dann ärgerst du dich gar nicht)
.......neben meinen Bedürfnis der Größe habe ich es auch gerne, wenn Menschen Danke zu mir sagen,
mich loben. Menschen haben es gerne für das was sie tun, Anerkennung und Wertschätzung zu
bekommen, mein Hund auch..................................................................................
Mit Ablehnung tue ich mich auch schwer. Ein Grund hier im Forum zu schreiben ist,
Anerkennung zu bekommen. Und um des lieben Friedens willen, halte ich lieber den Mund, als
etwas Provokatives zu sagen.
Christus war es wichtig, in erster Linie für Gottes Ehre zu leben. Er selbst war da unabhängig, brauchte
die Ehre der Menschen nicht für sich, um innere Unsicherheiten zu übertünchen, sein Ego zu
stärken.........ER wusste genau wer ER war.
In Zeiten, wo ich weiß, ich bin ein geliebtes Kind Gottes bin ich auch unabhängiger von
der Meinung anderer Menschen.
Aber wir müssen nicht alles Lob, alles Danke, von Menschen ablehnen.
Gut ist es, wenn Menschen mich ehren, auch damit Gott ehren.
Das in meinen Beziehungen zu leben, ist nicht so einfach, die Menschen, Tiere, die
unmittelbar mit mir zusammen leben, kennen mich, auch meine Launen.........
Deshalb immer wieder Danke für Christi Vergebung und Versöhnung.
liebe Grüße,
Der Frieden liegt in uns. Wir sind der Frieden. Somit können wir Friedensstifter sein. Eigentlich einfach, aber der Balken des Anderen ist zu verlockend ... und dann jeidet los: das ich will recht haben, will mit seinen Gedanken und Gefühlen gesehen werden und es heißt: klar Schiff zum Gefecht 😉
Wir sind das Alpha und Omega der Wahrnehmung. Es beginnt mit uns, es endet mit uns. Der liebe Gott bleibt doch auch entspannt. Wieso tun wir es ihm/ihr nicht gleich?
Liebe Grüße 🙋🏻♂️😄🍀
Was ist denn mit dem eigenen Balken? Wie oft hört man: Gott hat mir vergeben, ABER ich.... ich kann mir (........das und das) nicht vergeben. Und diese Unvergebenheit kommt dann im unpassendsten Moment wieder auf den Tisch und stört die Liebe.
Der eigene Balken schwindet mit der Zeit. Liebe bringt Erkenntnis. Erkenntnis bringt Ruhe. Und so führt eins zum anderen. Unser kleines ich (der Balken) wird durchschaut und wir erkennen mit der Zeit das -wirkliche, reale- große ich.
Und ab und haben wir halt Situationen, die nicht glatt laufen, die nicht vermeidbar waren🤷🏻♂️ so wat ... wir wissen, Gott hat uns schon vergeben und wir wissen, dass wir ein Süßwasserozean sind. Da ist jetzt mal ein Löffel Salz reingekommen. Das stört den Ozean nicht wirklich. Wir behalten unser Urvertrauen, Mund abwischen und es geht weiter ..., und zwar heiter 😄
Wie Chey unten schreibt, wir sagen einfach mal nichts und bleiben bei uns selbst, beim inneren Kind ❤️
blumige Worte..... aber ich lese nichts von der Vergebung (praktizierte Liebe) an sich selbst weiterreichen, wo es nötig tut
Mund abwischen
Die Bibel verwendet den Begriff Mund abwischen wohl in anderer Weise (Spr 30,20).
Was verstehst du darunter?
einen Rückschlag schnell abhaken, aufstehen und weiter geht's ...
Frieden untereinander bedeutet ja nicht, dass dann alle die gleiche Meinung haben.
Ich versuche gerade zu lernen, mehr zuzuhören. Es ist bei meiner Glaubensgemeinschaft Sitte, den anderen immer aussprechen zu lassen und dann auch nicht gleich zu antworten sondern erst mal darüber nachzudenken und dann zu entscheiden, ob man überhaupt noch antworten muss.
Das ist bisher nicht so meine Natur und insofern eine Herausforderung.
Aber ich merke, wie es mir auch Schritt für Schritt gelingt, das auch in meinen normalen Alltag einfließen zu lassen.
Aber der Weg ist noch lang 😉
Ich denke, wenn man selbst Frieden ausstrahlt, dann kommt das schon bei anderen an.
VG
Chey