Hingabe
Guten Abend zusammen,
Hingabe erscheint mir eigentlich ein zentrales Thema zu sein in der Nachfolge. Also nicht nur wenn man den Beruf eines Seelsorgers oder Evangelisten hat, sondern ganz allgemein, für jeden Christen.
(—>vielleicht auch ein essenzielles Mittel gegen die innere Leere aus Heseds Beitrag)
Wie macht ihr das? Setzt ihr euch morgens hin und meditiert darüber ganz bewusst?
Oder passiert es eher punktuell, also wie zB ein Strohfeuer und dann klingt die Hingabe wieder ab?
Was bedeutet Hingabe für euch überhaupt? Wie macht sie sich bemerkbar in eurem Leben?
Liebe Grüße,
⭐️
"Hingabe"? Ich weiß nicht, ob ich so etwas erlebt habe. Ich würde jedenfalls dieses Wort nicht benutzen. Was ich erlebt habe ist das Lebensgefühl, dass alles gut ist, auch die schmerzhaften Dinge, auch die Aussicht, sterben zu müssen. Vor all dem brauche ich keine Angst zu haben.
Ich denke mal laut. Wenn ich solche Dinge höre wie "Hingabe", "innere Leere" etc., sind das für mich Begriffe, die mir eher nach "Schubladen" klingen, nach Labeln für etwas, das jeder lieber mit eigenen Worten und Emotionen beschreiben könnte/sollte, um eben keine Begriffe hin- und herzuwerfen ähnlich dem "mit Bibelversen um sich werfen" ...
Den Begriff Hingabe füllt wahrscheinlich auch jeder mit eigenen Vorstellungen, die er sich im Laufe seines Lebens angeeignet hat.
In meinem persönlichen Umfeld höre ich von den einen, ich wäre so "fromm" und würde "ständig an Jesus denken", während andere das nicht bestätigen. Jeder sieht andere Dinge, hört andere Dinge. Fragen wir einander nach diesen Dingen (und hören auch zu), nicht um zu vergleichen, sondern um einander kennenzulernen und verstehen zu lernen ... ?
Ich denke nicht 24/7 an Jesus, Gott-Vater oder den Heiligen Geist. Ich kann sagen, mir ist zumeist oder oft bewusst, und es begleitet mich wie eine Art Schutzschild und Wegweiser zugleich, dass es Gott gibt - weil ich ihn kennengelernt habe - und dass er mich eben 24/7 begleitet, dass ich geliebt bin, dass ich herausgenommen bin aus der Schöpfung, dass ich etwas Besonderes bin, dass er gleich neben mir ist, bereit, gefragt zu werden, gesprächsbereit und hilfebereit. Das hatte damals schon mein Leben auf den Kopf gestellt und ist mir heute wie ein wohliger Mantel um mich herum. Ich bin Gott für so unendlich viel so unendlich dankbar, ich könnte ihn den ganzen Tag lobpreisen und würde nie "fertig werden" damit ...
Für mich ist es eine Art ständiges Wissen um diese Dinge, ein ständiges Begleitetsein durch den (All-)Tag ... wie eben ein Kind bei den Eltern aufwächst, auch eigene Schritte geht, aber immer um die Begleitung, den Schutz der Eltern weiß ...
Ich denke an einen Gedanken, den mir mein alter Pastor in einem Gespräch mitgab - klingt erstmal völlig themenfremd, vielleicht erklärt es sich von selbst -: "Das Gesetz (AT) sorgt für Veränderung deines Handelns. Die Liebe (NT) sorgt für Veränderung deiner Haltung."
Hingabe ist für mich eine Haltung zu leben, so wie es Lobpreis, Dankbarkeit etc. auch sind. Es ist keine "Disziplin", kein Gehrock oder Mantel, den ich anziehe und mich dann verändere. Es kommt von innen heraus.
Wie macht ihr das? Setzt ihr euch morgens hin und meditiert darüber ganz bewusst?
Ahnst du, wie ich darauf im Grunde antworten würde? ... 🙂
Was bedeutet Hingabe für euch überhaupt?
Mein Ja zu Jesus und seinem Freikauf meiner Person durch sein Blut. Sein Leben für mein Leben, mein Leben für sein Leben.
Wie macht sie sich bemerkbar in eurem Leben?
So ähnlich wie Neubaugöre es beschreibt. Ich weiß mich bleibend in seiner Gegenwart, mal mehr mal weniger deutlich spürbar, in unbewusster und bewusster Kommunikation von beiden Seiten her. Wie in der Bibel beschrieben: versetzt in Jesu Reich. Das ist eine ganz andere Lebenswahrnehmung als vorher, als ich ihm noch nicht begegnet war.
Das ist eine ganz andere Lebenswahrnehmung als vorher, als ich ihm noch nicht begegnet war.
Das dtimmt.