Das Sonnenblumen-Zeichen
Hallo zusammen,
kennt Ihr das Zeichen für unsichtbare Behinderungen? Die Sonnenblume soll das symbolisieren. Bei verschiedenen Einrichtungen wissen die Angestellten dann, daß man möglicherweise mehr Zeit oder mehr Aufmerksamkeit als andere braucht.
Hier oder hier gibt es mehr Infos zur Initiative.
Grundsätzlich finde ich die Initiative gut. Denkt Ihr, daß sich das Symbol etablieren wird?
Schönen Gruß!
Hm, grundsätzlich bin ich der Meinung, dass unsere Gesellschaft so eingestellt sein sollte, dass sie auch ohne so ein Zeichen den nötigen Respekt im Umgang mit anderen Menschen hat.
Ältere Menschen sind ja zB auch langsamer. Würden sie dann so ein Zeichen brauchen, oder reicht ihr Äusseres?
Ich fände es einerseits schade, wenn wir es bräuchten…andererseits ist es vielleicht auch ein gutes Training um mehr aufeinander zu achten.
Hm, grundsätzlich bin ich der Meinung, dass unsere Gesellschaft so eingestellt sein sollte, dass sie auch ohne so ein Zeichen den nötigen Respekt im Umgang mit anderen Menschen hat.
Natürlich, da hast Du völlig recht!
Bei dem Thema geht es um spezielle Behinderungen, die man dem Betroffenen von außen nicht ansieht. Nimm als Beispiel einen schwer herzkranken 20-Jährigen. Im vollbesetzten Bus belegt er einen Sitzplatz. Nun kommt eine ältere Dame mit Gehstock und fragt, ob er ihr den Platz freimachen kann.
Natürlich kann der junge Mann sagen: "Tut mir leid, ich bin herzkrank und kann nicht lange stehen." Ich kann mir vorstellen, daß die Dame dafür Verständnis hat.
Doch es ist für den Mann im Beispiel mühsam, weil er immer wieder in solche Situationen kommt. Man sieht es ihm nicht an - und vielleicht hat er schon erlebt, daß die anderen Personen denken, das sei eine Ausrede.
Ein sichtbares Zeichen wie diese Sonnenblume soll signalisieren: "Ich habe eine unsichtbare Behinderung und bin auf Eure Rücksicht und Euer Verständnis angewiesen." Dann kommt der junge Mann vielleicht seltener in die Verlegenheit, seine Behinderung fremden Menschen offenlegen zu müssen.
Die verlinkte Seite nennt als weitere Beispiele psychische Krankheiten. Da kann ich mir besonders gut vorstellen, daß der Betreffende gar nicht immer in der Lage ist oder Willens ist, über seine Behinderung zu sprechen.
Ältere Menschen sind ja zB auch langsamer. Würden sie dann so ein Zeichen brauchen, oder reicht ihr Äusseres?
Ich hoffe und ich denke, daß in den meisten Fällen Rücksicht genommen wird.
@mikefrommuc Ich sehe Menschen mit Rheuma, einer Schmerzerkrankung, Epilepsie, Krebs - all das sind Dinge, die 'behindern', aber nicht offensichtlich sind.
Ja. So wie ich das Zeichen verstehe, ist es deutlich niedrigschwelliger als ein offizieller Schwerbehindertenausweis. Jeder, der sich selbst als bedürftig ansieht, daß man auf ihn mehr Rücksicht nimmt als auf andere, kann sich das Zeichen umhängen. Das macht mir die Idee sehr sympathisch.
Aber ich bezweifle, daß das Zeichen in Deutschland bekannt ist.
Veröffentlicht von: @mikefrommucJa. So wie ich das Zeichen verstehe, ist es deutlich niedrigschwelliger als ein offizieller Schwerbehindertenausweis. Jeder, der sich selbst als bedürftig ansieht, daß man auf ihn mehr Rücksicht nimmt als auf andere, kann sich das Zeichen umhängen. Das macht mir die Idee sehr sympathisch.
Aber ich bezweifle, daß das Zeichen in Deutschland bekannt ist.
Ich meine, ich hätte schon mal was von diesem Zeichen gehört.
Und ich bin mir nicht sicher, ob ich es gut oder hilfreich finden soll.
Erstens nutzt es nicht viel, wenn's nicht allgemein bekannt und anerkannt ist.
Und zweitens seh ich durchaus auch die Möglichkeit, dass es, wenn es denn bekannt und anerkannt wäre, zwar niedrigschwelliger als ein Behindertenausweis wäre, aber gleichzeitig natürlich auch Tür und Tor für jeden, der meint, nicht genug berücksichtigt zu werden, öffnen würde.
Was dann wiederum zur Folge hätte, dass sich der Träger eines solchen Symbols doch offenbaren müsste, warum er dieses Symbol trägt.
Erstens nutzt es nicht viel, wenn's nicht allgemein bekannt und anerkannt ist.
Stimmt. Vor allem wenn man es mit einer anderen Bedeutung verwechseln kann. Bei einer Sonnenblume denke ich eher, daß ich ein Mitglied der Grünen vor mir habe ...
Und zweitens seh ich durchaus auch die Möglichkeit, dass es, wenn es denn bekannt und anerkannt wäre, zwar niedrigschwelliger als ein Behindertenausweis wäre, aber gleichzeitig natürlich auch Tür und Tor für jeden, der meint, nicht genug berücksichtigt zu werden, öffnen würde.
Ich verstehe, was Du meinst. Bestimmt gibt es Mißbrauch, wenn man sich Vorteile dadurch erhofft. Andererseits sind die Vorteile nicht so groß, daß sich der Mißbrauch wirklich lohnt. Menschen, die so etwas ausnutzen, finden immer Wege für ihren Vorteil.
Ich frage mich eher, ob ich mich selbst tatsächlich so "stigmatisieren" würde, daß jeder meine Einschränkung sieht. Da muß der Leidensdruck schon hoch sein.
Veröffentlicht von: @mikefrommucIch frage mich eher, ob ich mich selbst tatsächlich so "stigmatisieren" würde, daß jeder meine Einschränkung sieht.
Da muß der Leidensdruck schon hoch sein.
Ja, das denke ich auch.
Ich denke speziell an Menschen mit psychischen oder neurologischen Problemen - da will man ja evtl. gar nicht, dass das publik wird.
Ich weiß nicht, ob so ein Symbol hilfreich ist.
Genau das würde mich interessieren. Hier im Unterforum "Mit Behinderung leben" sind bestimmt Betroffene. Wie geht es Euch - wäre so ein sichtbares Zeichen hilfreich?
Ich würde es nicht als hilfreich empfinden.