Merz
Nachdem Spahn erst mit dem Kopf geschüttelt hat und dann doch zackig mit einer fadenscheinigen Ausrede als Fraktionsvorsitzender zurück getreten ist, ist Kanzler Merz der nächste der beharrlich auf dem Schleudersitz sitzen bleibt. Man möchte ihm fast wünschen, dass er einen fadenscheinigen privaten Grund findet, um zurückzutreten und alle halbwegs ohne Gesichtsverlust und Neuwahlen aus der Nummer rauskommen.
Wie bei Spahn stellt sich allerdings die Frage, ist Merz unglaublich dreist oder unglaublich merkbefreit? Liest der seine reden mal, bevor sie öffentlich werden? Wer berät den Mann und wie sind die an ihren Job gekommen?
Macht schlechte Politik, bringt der der AfD 20% und stellt sich dann hin und tut schockiert angesichts von 44% AfD, will aber an seiner schlechten Politik festhalten und tut so, als müsse man alles nur besser erklären. Dabei verstehen die meisten schon, wenn man ihnen in die Tasche greift.
Man darf gespannt sein, wieviele Kommunal- und Landtagswahlen er das noch durchziehen kann und ob die CDU-Basis auch mal aufwacht und dem Mann Dampf macht. Dass Lindner und Kubicki die FDP zu Grabe getragen haben lässt sich noch verschmerzen, eine CDU, die untergeht ist eine Katastrophe. Auch wenn es nicht mehr meine Partei ist, brauchen wir den Laden noch. Zumindestens so lange, bis sich dort die Kräfte durchsetzen, die eine AfD im Bett nicht so tragisch finden.
Meinungen? Prognosen? Wettangebote?
ps. Übrigens ist Spahn zur Vordertür raus und zur Hintertür schon wieder rein. Der weiss schon wie.
Erst mal Danke für den Thread, die klaren Worte - und Dein LOGO 😎 👍 🙂
Ich denke, nach MeckPom und Berlin wird Merz genötigt sein, den Weg frei zu machen.
Was die gesamtpolitische Lage und das Parteien-Gemenge angeht, war ich noch nie so ratlos wie im Augenblick.
L'Chaim
War es nicht Klingbeil, der sagte, er wolle jetzt noch mal an die bereits beschlossenen Reformen ran und alles nochmal ändern...?
Weil die Absicht, Reformen ständig wieder ändern zu wollen, um die eigene Partei zu stärken, sich ja auch als so effektiv erwiesen hat...
Genau so wie es ein kluger Schachzug war, einfach die Positionen der AfD zu übernehmen, um damit zu zeigen, dass sie falsch liegt. Das hat die Leute offensichtlich überzeugt.
Mein Eindruck hier ist folgender: Die etablierten Parteien schrecken davor zurück, irgendwen zu verärgern. Sie wollen einfach bei ALLEN Leuten erfolgreich sein, sobald es Gegenwind gibt rudern sie zurück. Niemand steht mehr für etwas ein, schon gar nicht für unbequeme Positionen.
Die AfD macht es grade umgekehrt: Die wird immer größer, je mehr Widerspruch sie provoziert. Weil sie (scheinbar) klare Positionen vertritt. Und genau das fehlt Leuten wie Merz. Wofür steht der denn? Für dumme Sprüche und Wirtschaftsklüngelei.
Ich will Merz jetzt nicht bösartig unterstellen, dass er an gar nichts glaubt... ich nehme mal an, dass er sehr wohl für Freiheit und Demokratie einstehen möchte. Aber er zeigt es nicht. Kein Mensch weiß, woran man mit dem ist. Außer, dass er das eigene Volk für ein faules Pack hält, das viel zu oft krank feiert und deshalb er und seine Freunde nicht mehr so viel Geld verdienen können wie vorher.
Ja, das motiviert natürlich, da fühlt man sich doch gleich abgeholt und mitgenommen...
Ich komme langsam zu dem Schluss, dass selbst so ein selbstherrlicher Schaumschläger wie Söder noch die bessere Wahl wäre. Der glaubt zwar erst recht an gar nichts und ändert seine Meinung so schnell wie sich der Wind dreht... aber zumindest hat er einen gewissen Unterhaltungswert und scheut sich nicht, auch mal anzuecken.
@deborah71 Dem fehlen offensichtlich häufiger die Schlüssel.
@deborah71 seine Mimik bei Hart aber Fair, als de Masi geredet hat, war allerdings Gold wert.
Veröffentlicht von: @derelchseine Mimik bei Hart aber Fair
Die Sendung war sowieso der Abgesang auf die politische Kultur.
Zumal die alle in ihrem Schema bleiben. Da kann die CDU Führung tausendmal was von Brandmauer erzählen, ich geb Dir Brief und Siegel, dass es keine 2 Wochen dauert bis ein Lokalpolitiker was von pragmatischer Arbeit erzählen wird.
War es nicht Klingbeil, der sagte, er wolle jetzt noch mal an die bereits beschlossenen Reformen ran und alles nochmal ändern...?
Zu Klingbeil komme ich vielleicht mal noch. Heute nicht. 🙂
Weil die Absicht, Reformen ständig wieder ändern zu wollen, um die eigene Partei zu stärken, sich ja auch als so effektiv erwiesen hat...
Es gibt keinen Grund an falschen Entscheidungen festzuhalten.
Mein Eindruck hier ist folgender: Die etablierten Parteien schrecken davor zurück, irgendwen zu verärgern. Sie wollen einfach bei ALLEN Leuten erfolgreich sein, sobald es Gegenwind gibt rudern sie zurück. Niemand steht mehr für etwas ein, schon gar nicht für unbequeme Positionen.
Irgendwie lebst du in einer anderen Welt. Die etablierten Parteien machen nichts anderes als ihre Wähler zu verärgern und ich wäre froh, wenn sie mal zurückrudern würden. Merz findet ja seine unbequemen Positionen immer noch gut. Nur schlecht erklärt.
Irgendwie lebst du in einer anderen Welt. Die etablierten Parteien machen nichts anderes als ihre Wähler zu verärgern und ich wäre froh, wenn sie mal zurückrudern würden.
Das ist kein Widerspruch. Der Wunsch, möglichst niemanden zu verärgern, und deshalb lediglich nichtssagende Phrasen von sich zu geben statt klare Kante zu zeigen sorgt eben genau für das Gegenteil - die Menschen werden gerade deshalb verärgert.
Und die Politiker verstehen es dann nicht und sind ratlos, weil sie doch dachten, sie hätten alles getan um eben das zu vermeiden.
Es gibt keinen Grund an falschen Entscheidungen festzuhalten.
Dann hätte man sie erst gar nicht treffen sollen.
So etwas mag sicher vorkommen, etwa wenn man neue Informationen erhält. Dann sollte man sich das eingestehen können und entsprechend korrigieren.
Als Dauerzustand ist das aber kaum überzeugend.