Karfreitag- welche Bedeutung hat er für euch?
Guten Morgen,
dass Jesus vor knapp 2000 Jahren heute gestorben ist hat für uns alle vielleicht eine unterschiedliche Bedeutung.
Ich zB verbinde damit die grosse Liebe, die Jesus für uns hat. „Keiner hat grössere Liebe, als der, der sein Leben lässt für seine Freunde.“ Das ist für mich die Krone…der Gipfel…mehr geht nicht…da ist das Maß der Liebe voll.
Leider ist diese Botschaft für viele nicht erfassbar, sondern wird als „Torheit“ abgestempelt.
Aber eine grössere Liebe ist nicht vorstellbar.
Darüber denke ich gerne nach und spüre das nach…
Und ihr? Was bedeutet euch der Karfreitag?
Vorösterliche Grüße
⭐️👋🏻🖖
Veröffentlicht von: @sternUnd ihr? Was bedeutet euch der Karfreitag?
Am Karfreitag ist Jesus von Nazareth, Stifter und Zentralfigur meiner Religion, zu Tode gefoltert worden, auf eine entwürdigende, brutale und damals sehr verbreitete Art und Weise. Das hätte eigentlich das Aus für seine Bewegung sein müssen, nach menschlichem Ermessen und dem Kalkül der damaligen Machthaber.
Gekreuzigt, gestorben und begraben.
Auf der Suche nach einer angemessenen Ausdrucksweise für ALLES Geschenkte, was Karfreitag mir bedeutet, habe ich diese Liste der verschiedenen Bibelübersetzungen von Röm 8,32 gefunden:
https://www.bibleserver.com/de/verse/R%C3%B6mer8,32
Lu17 Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? (1Mo 22,16; Joh 3,16)
Was heute für mich in den Vordergrund tritt, ist das Geschenk eines liebevollen Gott-Vaters. Ein Vater, der mich gewollt hat.
Lu17 Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? (1Mo 22,16; Joh 3,16)
Was heisst denn für dich dieses „alles schenken“?
Was heute für mich in den Vordergrund tritt, ist das Geschenk eines liebevollen Gott-Vaters. Ein Vater, der mich gewollt hat.
Ja, so meinte ich das…dass jeder an etwas anderes denkt, der an das Kreuz und den Tod von Jesus denkt.
@stern Hallo, alles schenken bedeutet das Reich Gottes und die Ewigkeit die wir mit Jesus Christus teilen können. Christus ist für uns gestorben das wir das ewige Leben haben können. Er hat sich selbst geopfert. Ohne sein Opfer würden wir keinen Zugang zu Gottes Reich haben können, also auch nichts mit Christus teilen können.
Karfreitag selbst ist sehr problematisch. Wenn Christus am Sonntag in Jerusalem einzog und dieser Tag als der 10. des ersten Monats angesehen werden muss, kann der darauf folgende Freitag nicht der 14. sein an dem Christus ja am Kreuz gestorben ist, er starb am Passa. Der 14. müsste in diesem Jahr ein Donnerstag gewesen sein. Ab da kann man auch 3 Tage und 3 Nächte im Grab errechnen.
Der Tod Christi selbst, sein Opfer, ist aber Ausdruck seiner Liebe zu den Menschen.
@b1msk4
Der Tod Christi selbst, sein Opfer, ist aber Ausdruck seiner Liebe zu den Menschen.
Ja, das sehe ich auch so.
Ab da kann man auch 3 Tage und 3 Nächte im Grab errechnen.
Ja klar, dann kommt man auch bei Sonntag raus. Aber ich hab mal gehört, dass drei Tage im hebräischen Sprachraum soviel heisst wie drei Tage und zwei Nächte…🤷♀️
Wenn Christus am Sonntag in Jerusalem einzog und dieser Tag als der 10. des ersten Monats angesehen werden muss, kann der darauf folgende Freitag nicht der 14. sein an dem Christus ja am Kreuz gestorben ist, er starb am Passa. Der 14. müsste in diesem Jahr ein Donnerstag gewesen sein.
Ja, kann sein…habe ich im Prinzip auch nichts dagegen…es geht ja letztlich mehr um den Inhalt als um den genauen Zeitpunkt…wobei bei uns Ostern ja immer am Sonntag und Montag stattfindet und ich glaube, das Pessach ja nicht…das ist doch immer an einem anderen Wochentag, oder? Also der Beginn, meine ich.
@b1msk4
jep, Jesus feierte das letzte Abendmahl im Essenerviertel (Hinweis, der Wasser tragende Mann) in einem ihrer Gasthäuser. Die Essener hatten ein anderes Feierdatum von Pesach, ebenso die Sadduzäer und Pharisäer.
Die variablen Monatstage zu unseren feststehenden Wochen sind eine weitere Herausforderung.
Unser Anker ist der erste Wochentag (Auferstehungstag), der auf den Sonntag fällt.
Das Kreuz (sprich: Der Blick auf den Gekreuzigten) ist für mich ein "Heilsmysterium", das wir Menschen mit unserem Verstehen und unseren Deutungen nicht vollends erfassen, begreifen, deuten und erklären können.
Bilder und Deutungen können mMn immer nur Annäherungen an dieses Geheimnis sein, das im Neuen Testament auf den Satz gebracht wird (2. Korinther 5,19): "Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selbst."
Jürgen Moltmann spricht (religionsphänomenologisch) vom Unikum des "Gekreuzigten Gottes" - d..h. (in Annäherung des Verstehens): "Gott begegnet uns in Chr, nicht als unberührte und leid/welt-ferne "göttliche Wirklichkeit", sondern als mitleidend, erniedrigt, gequält und ans Kreuz genagelt - und in diesem Kreuz spiegeln sich all die Kreuze (Leiden, Tränen, Schmerzen, Verwerfungen) der Weltgeschichte und der menschlichen Existenz.
Es ist - glaubensmäßig gedeutet - die "Schnittstelle" und der "Brennpunkt", wo sich die Welt/Menschen-Wirklichkeit und Gottes Wirklichkeit als Mitleiden, aber auch als Gottes Angebot der Umkehr, Vergebung, Versöhnung und einer Neuen Wirklichkeit zeigt.
Schon damals war dieses Wort vom Kreuz "den Griechen" (stehend für Bildung, Kultur, Philosophie & Weltverstehen) eine "Torheit" (dummes Zeug, Nonsens) und "den Juden" (mit ihrer einseitigen Vorstellung von der überirdischen Erhabenheit Gottes ein "Ärgernis" (SO kann Gott nicht sein).
Paulus aber redet weiter: "Uns aber ist es eine Gotteskraft." - D.h. ein Trost in Leid und Schmerz, eine Erfahrung der Nähe, Vergebung und Liebe Gottes, und eine Ruf zur Neuausrichtung unseres Lebens, Tuns & Denkens.
Wichtig ist mir, dass Gott selbst (eben als Subjekt und als der zerrissene, "gekreuzigte Gott") im Gekreuzigten gesehen und erkannt wird.
Das ist mein Zugang und Verstehensversuch.
Und als wir heute im Karfreitagsgottesdienst das Abendmahl geteilt haben (das ich zuvor beruflich unzählige Male selbst ausgeteilt habe), stand es mir (gerade im derzeitigen Weltgetriebe) nochmal vor Augen und ging mir zu Herzen ... als Empfangender und in der Teilhabe am Brot & Wein.
L'Chaim
Wichtig ist mir, dass Gott selbst (eben als Subjekt und als der zerrissene, "gekreuzigte Gott") im Gekreuzigten gesehen und erkannt wird.
Das finde ich verständlich. Es bringt Gott ganz nahe heran an unser Menschsein, er verschmilzt an der Stelle mit dem Mensch-Sein.
Das Kreuz (sprich: Der Blick auf den Gekreuzigten) ist für mich ein "Heilsmysterium", das wir Menschen mit unserem Verstehen und unseren Deutungen nicht vollends erfassen, begreifen, deuten und erklären können.
Nicht vollends vielleicht, nein…aber doch genug, um die Ahnung erwachen zu lassen, dass wir hier nicht allein sind.
Da gibt es aber auch diese unaussprechliche Komponente, die man nicht in Worte fassen kann, ja.