Neid
Hallo alles zusammen,
als eines der Gebote ist mir das immer noch ein guter Begleiter: das nicht neiden der Güter der anderen…sei es jetzt materiell oder ideell.
Was für ein Frieden- mit mir selbst. Keine Vergleiche, keine eigene Bewertung, kein Mangel…
Habt ihr auch so ein Gebot, dass euch mit Frieden füllt?
👋🏻 Stern ⭐️
Veröffentlicht von: @sternHallo alles zusammen,
als eines der Gebote ist mir das immer noch ein guter Begleiter: das nicht neiden der Güter der anderen…sei es jetzt materiell oder ideell.
Was für ein Frieden- mit mir selbst. Keine Vergleiche, keine eigene Bewertung, kein Mangel…
Habt ihr auch so ein Gebot, dass euch mit Frieden füllt?
👋🏻 Stern ⭐️
Hallo Stern,
du hast den Thread Neid genannt und fragst nach einem Gebet, das uns mit Frieden erfüllt.
1. Korinther 13 ist wunderbar dafür geeigent. Die Verse sind ein Loblied an die Liebe, die nicht von Bedingungen, Leistung oder Gegenleistung abhängt, sondern sich in der Haltung zum anderen zeigt. Sie zu beten, erfüllen mich mit einem tiefen Frieden, da alles, was so menschlich in uns ist, in diesen Teppich der Liebe hineingehalten und beim Namen genannt werden kann mit dem Wissen, dass es sich durch ihr Wesen wandelt.
du hast den Thread Neid genannt und fragst nach einem Gebet, das uns mit Frieden erfüllt.
Ja, das hat sich so ergeben…als ich anfing zu schreiben, war die Frage am Ende nicht absehbar…und als es mir auffiel, war die Bearbeitungszeit vorbei…
1. Korinther 13 ist wunderbar dafür geeigent. Die Verse sind ein Loblied an die Liebe, die nicht von Bedingungen, Leistung oder Gegenleistung abhängt, sondern sich in der Haltung zum anderen zeigt.
Ja, dem kann ich nur beipflichten…schon einige Male war mir das ein Leitfaden, wenn ich nich tweiter wusste.
Unser Ichwill zwar lieben, aber es will auch Liebe haben (oder etwas anderes)…dann zu lesen, dass die Liebe nicht das Ihre sucht und alles hofft und alles erduldet…bringt mich dann wieder von meinem Egotrip runter.
Habt ihr auch so ein Gebot, dass euch mit Frieden füllt?
Das war allerdings kein Schreibfehler. Ich hab wirklich ein Gebot gemeint und nicht an ein Gebet gedacht.
Aber 1.Kor bezieht sich ja auf das Liebesgebot…insofern passt das trotzdem.
Das war allerdings kein Schreibfehler. Ich hab wirklich ein Gebot gemeint und nicht an ein Gebet gedacht.
Oh, dann habe ich Gebet statt Gebot gelesen, sorry.
In den Wirren der Zeit hilft mir auch immer mal Micha 6, 8 als klare, sachliche Ansage zur inneren Ausrichtung;
„Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“
Lutherbibel 2017
👋
Bei mir ist es das Gebet um Dankbarkeit!
als eines der Gebote ist mir das immer noch ein guter Begleiter: das nicht neiden der Güter der anderen…sei es jetzt materiell oder ideell.
Wie ich das jetzt gelesen habe bin ich da etwas zwiegespalten...
Einerseits verstehe ich, was du meinst: Wer neidisch auf das schielt, was andere haben, verschliesst sich dem eigenen Glück - und wird im schlimmsten Fall auch unfähig, sich selbst oder seine Mitmenschen zu lieben.
Aber ich denke, es gibt auch eine andere Seite. Etwas provokant könnte man unterstellen, dieses Gebot sei von den Besitzenden aufgeschrieben worden, um das Volk, das weniger besitzt, ruhig zu halten.
Das kennt man ja auch aus den Medien heute: Sobald Priviliegien reicher Menschen in Frage gestellt werden - oder deren ungeheure Reichtum an sich - ist fluggs von einer "Neiddebatte" die Rede. Denn Neid, pfui, ist ja etwas Schlechtes, und wer hier irgendwelche Ungerechtigkeiten zu erkennen glaubt, der hat sich damit selbst einer Verfehlung schuldig gemacht!
Der Vorwurf des "Neides" wird also gerne mal als Totschlagargument verwendet. Das ist das Eine.
Zum anderen kann der Gedanke: "Das will ich auch!" ja auch durchaus positiv sein und als Ansporn dienen, sich selbst mehr Mühe zu geben. Vorausgesetzt natürlich, es sind keine spektakulären Luftschlösser, sondern erreichbare Ziele.
Ich denke also, es gibt hier ein gewisses Spannungsfeld... von berechtigten Vorwürfen, dass ein Teil der Gesellschaft sehr viel mehr hat, als ihnen zustehen sollte, über den Ansporn selbst etwas zu leisten - bis hin zu den negativen Auswirkungen wie Frust und Aggression.
Vielleicht ist es also so, dass Neid zwar sehr negative Effekte haben kann... vielleicht aber auch in etwas Positives überführt werden kann, wenn man sich dabei selbst hinterfragt und das Ganze sachlich bewertet...
Ich fang mal am Schluss an.
Vielleicht ist es also so, dass Neid zwar sehr negative Effekte haben kann... vielleicht aber auch in etwas Positives überführt werden kann, wenn man sich dabei selbst hinterfragt und das Ganze sachlich bewertet...
Das Sachliche ist eben das Problem- aber auch das Bewerten. Ich denke dabei daran, wie gefärbt unsere Sichtweisen sind und wir oftmals nach seltsamen Kriterien bewerten. Weil uns das aber nicht auffällt, ist die Bewertung stimmig…
Zum anderen kann der Gedanke: "Das will ich auch!" ja auch durchaus positiv sein und als Ansporn dienen, sich selbst mehr Mühe zu geben. Vorausgesetzt natürlich, es sind keine spektakulären Luftschlösser, sondern erreichbare Ziele.
Das ist zwar richtig. Realistisch bleiben und Ziele erreichen, die man sich gesteckt hat gehört sicher zum Leben mit dazu. Ich glaube aber, dass wenn sie aus einem Gefühl des Neids heraus entstanden sind, dass sie einem dann nicht zuträglich sind. Deborah hat etwas darüber geschrieben, was ein bisschen in die Richtung geht: was andere erreicht haben oder wie andere leben, hat gar nichts mit mir zu tun. Das ist ihr Lebensweg. Das auch haben zu wollen, kann dich davon abhalten, zu sehen was für dich dran ist. Muss nicht sein, aber kann.
Etwas provokant könnte man unterstellen, dieses Gebot sei von den Besitzenden aufgeschrieben worden, um das Volk, das weniger besitzt, ruhig zu halten.
Ja, könnte man…aber da die Gebote zu unserem Seelenheil da sind, glaube ich das nicht. Denn wenn du den Gedanken jetzt weiterdenkst, dann kommt daraus nur Unfrieden. Der Kampf gegen die Ungerechtigkeit der Ungleichverteilung würde - wenn es so wäre - auf dem Fusse folgen und hätte damit genau die entgegengesetzte Wirkung. Das Volk wäre nicht mehr ruhig irgendwann.
Wer neidisch auf das schielt, was andere haben, verschliesst sich dem eigenen Glück - und wird im schlimmsten Fall auch unfähig, sich selbst oder seine Mitmenschen zu lieben.
Das ist die zusammengefasste Essenz. Ich finde, das hast du gut formuliert.
Spannende Frage.
Ich würde gerne sagen, dass mich genau dieses Gebot mit Frieden erfüllt. Tatsächlich ist es bei mir eher umgekehrt: Gerade an diesem Gebot merke ich, wie oft ich scheitere.
Ich beneide selten Menschen um ihr Haus oder ihr Auto. Viel häufiger beneide ich sie um ihr Leben. Kollegen um ihre spannenden Aufgaben oder darum, dass sie in ihren Themen aufgehen können. Manchmal sogar Menschen, deren größte Sorge an einem Arbeitstag darin besteht, ob ihr Zug pünktlich fährt, während ich mich mit Themen beschäftige, die sonst keiner anfassen möchte.
Vielleicht ist genau deshalb dieses Gebot so wichtig. Nicht, weil Gott uns etwas verbieten möchte, sondern weil Neid uns den Blick für das nimmt, was wir selbst haben und sind. Er raubt Frieden, lange bevor er irgendeine sichtbare Tat hervorbringt.
Deshalb danke ich Dir für den Denkanstoß. Vielleicht sollte ich dieses Gebot weniger als Maßstab dafür sehen, ob ich versagt habe, sondern mehr als Einladung, Dankbarkeit einzuüben. Das fällt mir nicht leicht – aber vielleicht beginnt genau dort der Frieden, von dem Du schreibst.
Vielleicht ist genau deshalb dieses Gebot so wichtig. Nicht, weil Gott uns etwas verbieten möchte, sondern weil Neid uns den Blick für das nimmt, was wir selbst haben und sind. Er raubt Frieden, lange bevor er irgendeine sichtbare Tat hervorbringt.
Ja, genau so empfinde ich das auch.
Vielleicht sollte ich dieses Gebot weniger als Maßstab dafür sehen, ob ich versagt habe, sondern mehr als Einladung, Dankbarkeit einzuüben.
Das ist ganz wichtig. Solange du damit beschäftigt bist zu schauen, was die anderen wie machen, bist du nicht bei dir selbst, in dem was dir gegeben ist und wo du wirken kannst.
In einer Lehreinheit über Neid sprang mein Kopfkino an.
Ich nahm mich in einem Kreis war, der mit lauter kräftig grünen Pflanzen gefüllt war. Sie waren etwa kniehoch.
Mein Kreis grenzte an einen anderen Kreis voller Sand, in dessen Mitte eine halb vertrocknete Pflanze ihre Blätter hängen ließ.
Dann entwickelten sich die Gedanken.... im Nachbarkreis war nichts für mich vorhanden und ich würde eingehen. In meinem Kreis war alles in Entwicklung und wuchs gut. Die Pflanzen bekamen das, was sie brauchten. Was nebenan gebraucht würde - viel Wasser - hätte meine Pflanzen ersäuft. Ich begriff, dass Gott mir auf meinem Platz genau das geben will, was für mich von ihm gedacht ist. Nur auf Empfang gehen sollte ich nicht vergessen.
Andere Gaben waren für den Nebenkreis bestimmt und hätten mir geschadet.
Letztes oder vorletztes Jahr kam ein weiterer Input dazu: Ein Spruch von Karl Valentin: Morgen gehe ich mich besuchen. Mal sehen ob ich zu Hause bin.
*Pling* In meinem Platz zu Hause zu sein ist eine Vorbedingung für Pakete von Gott empfangen zu können.
🤗
Ja, das ist eine weise Sicht auf die Unterschiede, die unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten manchmal haben.