(Nicht) Können und/oder Wollen?
Ich poste es mal hier in der Rubrik "Authentisch Christsein" ...
Seit Langem beschäftigt mich - im Blick auf den Glauben, aber auch im Blick auf unser Menschsein und auf unser menschliches Miteinander grundsätzlich - die Frage nach dem "Wollen" und dem "Können".
...
"Ich kann das nicht!, sagt Jemand --- und hört: "Du willst es ja gar nicht! Und Du könntest, wenn Du wolltest!"
"Ich will es nicht!", sagt eine Stimme --- und die Antwort? "Aber Du könntest es ... und dann würdest Du etwas Wunderbares/Gutes erfahren!"
"Ich will es so sehr! ... Aber ich kann es einfach nicht!", sagt Jemand --- und tatsächlich und ehrlich gelingt es ihm/ihr nicht.
...
Hinter diesem Widerstreit von (Nicht-) Wollen & Können stecken wohl viele Fragen:
Wie groß oder oder wie gering sind unsere Kompetenzen und unsere Grenzen? Wie selbst-bestimmt sind wir tatsächlich (nicht)? Wie sehr oder wie wenig sind wir "Herr/Frau im eigenen Haus" oder werden durch sovieles (auch unbewusst) gesteuert und gelenkt (wie Freud & Co es ja thematisiert haben)?
...
Philipper 2,13 heißt es ja: "Denn Gott ist's, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen." --- Und jedesmal denke ich: Mag sein, hier und da, aber faktisch und allgemeingültig kann es als Ansage nicht verstanden werden. Denn es ist wohl viel komplizierter mit dem Wollen und Vollbringen (Können) in unserem Menschsein und auch in unserem Glauben.
"Herr, schenk mir das Wollen & Vollbringen!" ... ? ... Das setzt ja schon ein eigenes Wollen voraus, oder? 😉
Was meint Ihr?
L'Chaim
Guten Morgen,
hier mal nur kurz geantwortet:
Das setzt ja schon ein eigenes Wollen voraus, oder? 😉
Ich finde, man muss das was Jesus (oder eine Wahrheit aus der Bibel) gesagt hat, unbedingt wollen, der Rest ergibt sich dann…
Also, zB wenn da steht, dass man in Frieden mit allen Menschen leben soll…dann muss man das mehr wollen, als recht haben wollen oder jemanden hassen und verurteilen. Man wird aus diesem Grund sein Verhalten dem unterordnen - auch wenn einen das kontinuierlich herausfordert erstmal.
Und dieses mehr wollen reicht schon, denke ich…auch wenn man das nicht gleich perfekt hinbekommt.
Wollen führt oft zum Können.
Ja, du hast mich richtig verstanden. Es gibt die Marschrichtung vor. Dass man sich da verläuft oder auch nicht vom Fleck kommt, ist dann nochmal eine andere Geschichte.
@awhler Der menschliche Wille, Antrieb etwas zu tun oder zu lassen hängt aufgrund meiner Erfahrung im Seelsorgebereich von jeweiligen Gedanken aufgrund der Vorgeschichte ab.
Achte auf Deine Gedanken, denn sie berinflussen Dein Verhalten kommt wohl nicht von Ungefähr.
Femizide=Morde sind meistFolgen von krankhafter Eifersucht seitens Täter.
Verleumdungen, können Folge von Neid sein, um den Kontahenten bezüglich beruflichet Beförderung zu diskreditieren.
Mit unrein/sündig machenden Gedanken, schafft ein Leidender direkt oder indirekt wiederum Leid.
Darum wies Paulus darauf hin: wessen Werke man tut dessen Knecht ist man (dessen Willen macht man zum Eigenen)
Die Worte von Johannes in 1 Joh 3:3 verstehe ich als empfohlene Reinigung von womöglich unrein/sündig machenden Gedanken.Neid Eifersucht usw
Dies, um Gottes Widersacher keinen negativen Einfluss mehr auf unsern Willen zu ermöglichen.
Ja, Gedanken lenken und steuern unser Verhalten.
Aber sind wir denn tatsächlich und grundsätzlich "Herr/Frau Über unsere Gedanken"? Denken wir (autonom)... oder denkt es nicht oft und vielmehr (in) uns?
Du gehst jedenfalls, wenn ich es richtig verstehe, davon aus, dass wir sehr wohl Verfügungsgewalt über unser Denken (und damit Wollen) haben ...
- Aber das Faktum quälender, zwanghafter Gedanken (bis in den pathologischen Bereich) offenbaren schon u.U. deutlich menschliche Grenzen.
- Indoktrinationen aller Art manipulieren ebenso das DEnken & Wollen als Fremdbestimmung (für den Indoktrinierten mit der Illusion: Das ist es, was Ich denke & was Ich will)
- Und "Triebimpulse" sind u.U. so stark, dass unser Denken und Wollen nicht drüber steht(Bewusstsein: "Das ist eigentlich nicht gut! Das sollte ich nicht denken und wollen!")
Ich finde es viel komplizierter (auch aus meiner Erfahrungen im Seelsorgebereich).
L'Chaim
Ich gehe immer vom freien Willen aus.
Prädestination widerspricht für mich dem christlichen und auch dem jüdischen Glauben.
Ich kann nicht nachvollziehen, wie manche das unter einen Hut bekommen. Darüber würde ich gern mal mit jemanden diskutieren, der daran glaubt.
VG
Chey
Veröffentlicht von: @cheyIch gehe immer vom freien Willen aus.
Prädestination widerspricht für mich dem christlichen und auch dem jüdischen Glauben.
Ich kann nicht nachvollziehen, wie manche das unter einen Hut bekommen. Darüber würde ich gern mal mit jemanden diskutieren, der daran glaubt.
VG
Chey
Was meinst Du konkret mit "frei", wenn Du (wie Du schreibst) "immer vom freien Willen" eines Menschen ausgehst?
"Selbstbestimmung" ist ein großes Wort - aber wie frei war und ist ein "Ich" tatsächlich auf seinen Lebenswegen und in seiner Lebenswahrnehmung?
Und wenn ich die Eingeschränktheit, die Grenzen und die Fremdbestimmtheit menschlicher Willensbekundungen bzw. Willensbehauptung meine, dann denke ich nicht in Richtung einer metaphysischen/"göttlichen" "Prädestination" - d.h. nicht an ein vorher schon feststehendes, vorherbestimmtes Schicksal, sondern an eine je und je "offene Dynamik", in der Menschen sich mit ihrem Leben einzeichnen in Einflüsse, Begrenzungen und Einschränkungen ihres Vermögens.
L'Chaim
Einflüsse, Erwartungen und Umstände kommen ja auch darauf an, inwiefern wir sie zulassen.
@awhler Hab die Frage mal Copilot gestellt, weil ich selbst gestolpert bin, und es ist interessant, dass das Ich gar nicht etwas Einzelnes ist.
Das Ich ist ein Zusammenspiel aus Bewusstsein, Unbewusstem, Intuition, Selbstregulation und dem Geist, die sich gegenseitig durchdringen und gemeinsam bestimmen, was du annimmst, zulässt oder ablehnst.
Es ist kein einzelner Akteur, sondern ein lebendiges Geflecht:
Das Bewusstsein bringt Klarheit, Sprache und die Fähigkeit, Dinge zu ordnen. Das Unbewusste liefert die schnellen Impulse, gespeicherten Muster und tiefen Prägungen, die oft schon entschieden haben, bevor du es merkst. Die Intuition verdichtet all diese inneren Daten zu einem körperlichen Gefühl, das dir zeigt, ob etwas stimmig ist oder nicht. Die Selbstregulation sorgt dafür, dass du nicht nur reagierst, sondern dich ausrichtest – auf Werte, Ziele, innere Wahrheit. Und der Geist bildet die weiteste, stillste Ebene: innere Führung, die alles zusammenhält und durchleuchtet, ordnet, deutet und verbindet.
Ja, in diese Richtung geht auch meine (In-)Fragestellung unseres "ICH" und unserer "ICH-Behauptungen".
Was Du im Copilot liest, stellt ja sehr fundamental in Frage, dass es uns (in Klarheit, Kompetenz, Regulation, im selbstbestimmten Denken & Fühlen & Entscheiden) als dieses ein-heitliche, substantielle "ICH" gibt ... Es gibt uns als einen Organismus, eine leiblich-geistig-seelische Vorfindlichkeit, die wir als "Ich" empfinden, entwickeln, behaupten, verteidigen - das aber in Wahrheit "kein einzelner Akteur, sondern ein lebendiges Geflecht ist" und die Frage bleibt: Wer oder was ist ein "Ich"? ...
Oder anders gefragt: "Wer" ist der "Boss" in diesem lebendigen Geflecht, der alles ordnet, verbindet und lenkt? Gibt es so eine übergeordnete Ich-Instanz? Wo ist sie zu finden, wie zu definieren?
Eines der Bücher von Precht hat ja den kuriosen, aber treffenden Titel "Wer bin ICH? Und wenn ja, WIEVIELE?" 😉
L'Chaim
Oder anders gefragt: "Wer" ist der "Boss" in diesem lebendigen Geflecht, der alles ordnet, verbindet und lenkt? Gibt es so eine übergeordnete Ich-Instanz? Wo ist sie zu finden, wie zu definieren?
Die Seele, der Lebensatem Gottes: die Gerfühle, der Wille, die Identität und Lebenskraft, die einen lebendig macht.
Veröffentlicht von: @awhlerEines der Bücher von Precht hat ja den kuriosen, aber treffenden Titel
"Wer bin ICH? Und wenn ja, WIEVIELE?" 😉
Genau das.
Und als Frau hast Du dann noch die Möglichkeit, das Ganze im Zyklus zu variieren. 😆
@awhler Der Mensch kann tun, was er will. Aber er kann nicht wollen, was er will.
Wer hat's gesagt? (Nicht googeln! 🧐 )
Der, von dem das Zitat stammt, hatte damit die ganze (Willens-Freiheit-) Angelegenheit recht bündig fest gestellt. Der Rest, wenn man die jeweiligen Einzelfälle betrachtet, ist mal mehr, mal weniger küchenmäßiges Psychologisieren; Dein Hinweis auf Freud ging da sicher in die erhellende Richtung. Sich etwas zuzutrauen (also zu glauben, es zu können) ist Einstellungssache - und irgendwann, irgendwie, irgendwo wurden wir alle mal eingestellt, justiert, konfiguriert. Aus 'nem verzagten Arsch kommt kein fröhlicher Furz und aus einem Kind, dem kein Vertrauen in seine Fähigkeiten vermittelt wurde, sowie die Freiheit - placet experiri - diese zu testen, wird im Erwachsenenalter kein mutiger Entdecker und Vollbringer.
Der Mensch kann tun, was er will. Aber er kann nicht wollen, was er will.
Dann ist er auch nicht frei, oder?
Ich hab nicht gegoogelt, also hab ich keine Ahnung wer das gesagt hat. Schopenhauer vielleicht…? …da war mal was…
Ist der Mensch dann nur Handlungsausführender dieses immanenten Willenserzeugers? (Wer immer das auch sein mag…?)
Oder hat er eine Chance in Opposition zu sein? (Laut dem Zitat ja eben nicht.)
@stern Ich hab nicht gegoogelt, also hab ich keine Ahnung wer das gesagt hat. Schopenhauer vielleicht…?
Bingo! 🙂
Dann ist er auch nicht frei, oder?
Kommt auf den Freiheitsbegriff an. Aber am Ende läuft's genau darauf hinaus. Der Wille der Menschen ist determiniert, umgangssprachlich ausgedrückt: unfrei.
Ist der Mensch dann nur Handlungsausführender dieses immanenten Willenserzeugers? (Wer immer das auch sein mag…?)
Der Wille des Einzelnen braucht so dringend einen Willenserzeuger wie jeder Wasserdruck in einer sich füllenden Mulde einen Wasserdruckerzeuger: beide ergeben sich - als Potentiale - im Weltenlauf notwendigerweise aus den bei ihrer Entstehung herrschenden Konditionen. Irgendwann ist das Potential hoch genug, um einen Handlungsimpuls (das "Feuern" einer, oder mehrerer bestimmten Synapse/n im Gehirn) beim Menschen oder das Überfließen des Wassers (oder einen Dammbruch) bei der Mulde auszulösen.
Der Wille des Einzelnen braucht so dringend einen Willenserzeuger wie jeder Wasserdruck in einer sich füllenden Mulde einen Wasserdruckerzeuger: beide ergeben sich - als Potentiale - im Weltenlauf notwendigerweise aus den bei ihrer Entstehung herrschenden Konditionen
Das würde ja wiederum bedeuten, dass nicht nur der Wille des Menschen, sondern insgesamt alles determiniert ist. (Weil sich ja alles zwangsläufig aus den Anfangskonditionen ergibt.)
Na gut.
Damit lässt sich auch leben. 🙂
@stern Das würde ja wiederum bedeuten, dass nicht nur der Wille des Menschen, sondern insgesamt alles determiniert ist. (Weil sich ja alles zwangsläufig aus den Anfangskonditionen ergibt.)
Yup. Die Kopenhagener Deutung der Quantenmechanik sieht zwar etwas anders aus, aber die betrifft ja nur den mikrokosmischen Bereich.
Na gut.
Damit lässt sich auch leben.
Stimmt. 🙂 So, wie sich auch damit leben ließe, wenn nicht alles determiniert wäre, also die Kopenhagener Deutung auch im meso- und makrokosmischen Bereich Bedeutung hätte. Tatsächlich kann man ja (so wie ich) durchgängig behaupten, alles auf dieser Welt wäre determiniert - und muss sich dennoch verhalten, als könne man seine Entscheidungen selbstbestimmt treffen. Psychologisch, so meine ich, ist die Illusion der (eigenen) Entscheidungsfreiheit Voraussetzung dafür, überhaupt irgendwelche Entscheidungen zu treffen. Und da man um des eigenen Überlebens willen immer wieder mal Entscheidungen treffen muss (Schoko- oder Erdbeereis?), ließe sich sagen, dass die Illusion zu hegen, Herr im eigenen Haus zu sein, überlebensnotwenig ist. 😀
dass die Illusion zu hegen, Herr im eigenen Haus zu sein, überlebensnotwenig ist.
Irgendwie schon…
Wobei ich mich heute mit meinem Sohn darüber unterhalten habe und er meinte, man kann aber auch nicht tun was man will (also nicht nur tun, sondern auch nicht tun)…und insofern gibt es ja doch mindestens zwei Alternativen, auch wenn man nicht wollen kann was man will, nämlich dem Willen nachzukommen oder auch nicht.
Findest du nicht, dass das nicht nur Illusion ist, diese Entscheidung?
Denn meine Erfahrung sagt mir, dass ich mit zunehmendem Alter (und dadurch Erfahrung mit meinem Willen) immer besser einschätzen kann, ob mein Wille zielführend ist in einer Situation oder eher kontraproduktiv. Und dann entscheide ich eventuell auch gegen meinen eigenen Willen.
ah, ich hab den Fehler…
…es ist dann immer noch mein Wille, ich will nämlich dann das übergeordnete Ziel, das meinem primären Willen gegenläufig ist…
🤯alles klar..
Und ausserdem wollte Awhler ja eigentlich wissen, was man macht, wenn man zwar will, aber nicht kann?
mehr wollen? anders wollen? was anderes wollen?
Wahrscheinlich ist diese Diskrepanz dann auch wieder nur eine Spannung zwischen zwei Potentialen, die irgendwann zu einem Handlungsimpuls wird …🙄
@stern Und ausserdem wollte Awhler ja eigentlich wissen, was man macht, wenn man zwar will, aber nicht kann?
Da kommt's ja drauf an, was unter "können" verstanden wird. Ich kann beispielsweise keinen Flicflac ausführen oder die hundert Meter unter 13 Sekunden rennen (inzwischen vermutlich nicht mal mehr unter 15 😀 ). Egal, wie sehr ich es wollen würde. Zu sagen: Ich kann nicht bis heute Abend warten, bevor ich die Schokolade aufesse, die da vor mir auf dem Tisch liegt, wäre allerding dann eine falsche Formulierung. Ich kann dies sehr wohl, aber meine Lust, die Schokolade sofort aufzufuttern, ist so groß, dass ich's sein lasse mit der Impulskontrolle... Ich fand diesen Teil von Awhlers Eingangsposting genaugenommen nicht sonderlich interessant, weil ich dachte, dass diese doppelte Bedeutung des Wortes "Können" allen bekannt sein sollte und die Unterscheidung zwischen Fällen, wo es nur umgangssprachlich verwendet wird und Fällen, in denen damit eine Tatsache ausgedrückt wird, so ziemlich allen ohne viel gedanklichen Aufwand gelingen dürfte.
Interessanter finde ich halt die Fälle, wo jemand gewissermaßen objektiv seine Optionen zu überblicken vermag und eigentlich weiß, was zu tun sei, dies dann aber dennoch nicht tut, aufgrund seiner psychologischen Prädispositionen.
Klassisches Beispiel: die Angestellte, die von allen Kollegen ständig ausgenutzt wird, weil sei immer, wenn jemand sie bittet, dies oder jenes zu tun, es tut. Weil sie "nicht nein sagen kann".
Obwohl sie nein sagen kann (daheim vor'm Spiegel hat sie's schon tausendmal ausprobiert und die entsprechenden Silben wurden anstandslos von ihren Lippen und ihren Stimmbändern geformt...), schafft sie's dann, wenn wieder mal einer sie bittet, die lästige Schlussabrechnung noch eben bis morgen fertig zu machen, obwohl sie längst Feierabend hätte.
Sie kann also nein sagen, wenn man sie um etwas bittet - aber irgendwie kriegt sie's dann doch nie hin. Will sie am Ende gar nicht Nein sagen (können)? Nein, im konkreten Fall will sie es nicht, vermutlich weil sie die Konsequenzen des Nein-Sagens fürchtet, ganz egal, wie lächerlich unproblematisch diese Konsequenzen aussehen würden: beim Abwägungsprozess hinsichtlich der jeweiligen Entscheidung spielen eben zig Faktoren eine Rolle - insbesondere im un- oder vorbewußten Teil dieses Prozesses.
Diese Frau will also jeweils tatsächlich nicht nein sagen: Weil ihr Unterbewußtsein diese Option dem Bewußtsein überhaupt nicht zur Entscheidung vorlegt. Sie kann nicht nein sagen, weil sie nicht nein sagen will - entgegen allen "objektiven" Einwänden. Tun kann sie nur, was sie will: Ja sagen.
Solange sich die Konditionen nicht ändern, keine neuen Determinanten in's Spiel geraten. Beispielsweise die Freundin, der sie ihr Problem schildert und die dann mit ihr einen Vertrag abschließt: "Wenn Dich das nächste Mal jemand bittet, unbezahlte Mehrarbeit zu leisten, kannst Du ja sagen - und mir danach ein Essen bei dem tollen neuen Italiener ausgeben. Oder Du sagst nein - und ich lade dich zu dem Italiener ein, zehn Minuten, nachdem Deine Arbeitszeit endet!" Der Wunsch, sich ein lecker Essen ausgeben zu lassen, wird als Beurteilungskriterium in den Pool von Faktoren, anhand denen das Unterbewußtsein Handlungsempfehlungen an das Bewußtsein liefert. Und entsprechend entscheidet das Unterbewußtsein beim nächsten Mal halt anders und heraus kommt eine andere Art des Wollens.
p.s. ich glaub, ich hab da gerade viel redundantes Zeugs geschrieben. Sorry, bin dieser Tage ständig übermüdet!
p.s. ich glaub, ich hab da gerade viel redundantes Zeugs geschrieben. Sorry, bin dieser Tage ständig übermüdet!
Alles gut..😅
Ich konnte dir ausnahmsweise gut folgen, vermutlich gerade deswegen 🙂
Zu dem Rest will (haha) ich eigentlich gar nichts mehr sagen- es ist einfach so vielschichtig, dass mein Kopf das nicht mehr gut sortiert bekommt. Sorry!
@jack-black kannst du kurz einfach erklären was du meinst mit Determinanten?
Versteh ich richtig, dass du meinst, wir können unsere Entscheidungen nicht frei treffen (*hust* ist das so ein Atheisten-Ding? Lucan schreibt auch immer sowas...), sondern werden von ... irgendwas gesteuert? Irgendwo las ich ... ganz simpel, ... wie nennt man das? von Impulsen im Gehirn?
@samira-jessica kannst du kurz einfach erklären was du meinst mit Determinanten?
Damit meine ich Faktoren, die etwas (zum Beispiel eine Entscheidung, die ein Mensch trifft) determinieren (festlegen, bestimmen).
Versteh ich richtig, dass du meinst, wir können unsere Entscheidungen nicht frei treffen
Ja, da verstehst Du mich richtig.
*hust* ist das so ein Atheisten-Ding?
Nicht zwangsläufig. Die Frage danach, ob alles, was geschieht, so und nicht anders geschehen muss, ist eine sehr alte philosophische Frage, über die auch Theologen unterschiedlicher Ansicht waren. Nimm als Beispiel die Vorstellung, dass Gott einen Plan für jeden einzelnen Menschen hat. Und nimm weiter die Vorstellung, dass alle Pläne Gottes "sich erfüllen". Das kann ja nur dadurch geschehen, dass nichts und niemand Gottes Pläne zu durchkreuzen vermag: also muss alles, also wirklich alles, im Vorhinein bestimmt/festgelegt sein.
Dieser Vorstellung widerspricht dann wieder eine andere theologische Vorstellung, nach welcher Menschen sich für oder gegen den Glauben, für oder gegen Gott, für oder gegen das Sündigen entscheiden könnten.
Ich will da jetzt nicht zu sehr in die Pro- und Contra-Argumente reingehen, sondern halt nur drauf hinweisen, dass es sich bei der Vorstellung, alle menschlichen Entscheidungen seien determiniert, nicht zwangsläufig um ein Atheisten-Ding handelt. Wobei Atheisten zugegebenermaßen es leichter haben, das Determinismus-Konzept zu akzeptieren, weil für sie nicht sofort das Gut-Böse-Problem aufploppt, wie das bei religiös Gläubigen und insbesondere bei Christen der Fall ist. Denn gemeinhin wird von Christen, die mit dem Theodizee-Problem konfrontiert werden, dieses Problem mit dem Hinweis auf die Willensfreiheit der Menschen gewissermaßen geleugnet. Ein Christ, der also zugeben müsste, dass der Mensch überhaupt nicht über Willensfreiheit verfügt, könnte deutlich schlechter Gott gegen den Vorwurf, für das Leid in der Welt allein verantwortlich zu sein, verteidigen (Theodice=Verteidigung, bzw. Rechtfertigung Gottes).
In den Naturwissenschaften, bzw. in dem Grenzbereich zwischen Naturwissenschaften und Philosophie ist das Thema "Determinismus" allerdings ebenfalls umstritten. Dort lautet die Frage allerdings nicht: Ist alles (von Gott) vorherbestimmt? Sondern: gibt es einen echten Zufall? Zufall wäre dabei ein Ereignis, das unmöglich, also logisch unmöglich, aus seinen Vorbedigungen heraus prognostiziert werden kann. Früher glaubten viele Naturwissenschaftler, insbesondere Mathematiker und Physiker, dass sich jedes Ereignis im Vorhinein berechnen ließe (also auch jede Entscheidung die ein Mensch trifft). Eine anschauliche Denkfigur für diese Vorstellung war der laplacesche Dämon, benannt nach einem Gedankenexperiment eines französischen Mathematikers.
Diese Vorstellung gilt heute als veraltet und durch die Quantenphysik widerlegt: im subatomaren Bereich gibt es nachweisbar Ereignisse, die sich nicht vorherberechnen lassen. Der Determinismus-Streit darum, ob es "echten Zufall" in der physikalischen Welt gebe, ist sozusagen entschieden: ja, es gibt echten Zufall.
Die Frage allerdings, die hier im Thread diskutiert wird, lautet aber nicht: gibt es Zufall? Sondern: ist der Mensch frei in seinen Entscheidungen, d.h. könnte er, kraft seines Willens, auch anders entscheiden, als er's tut?
Und da hilft m.A.n. die Kopenhagener Deutung der Quantenphysik nicht wirklich weiter, denn selbst, wenn wir einmal annähmen, dass im Entscheidungsprozess, der im Kopf eines Menschen vonstatten geht, quantenmechanistische Zufälle eine Rolle spielen, so müsste dann ja gesagt werden: Ob Peter die hundert Euro, die ihm die Kassiererin zuviel an Wechselgeld herausgegeben hat, zurück gibt, wird durch ein zufälliges Quantenereignis in einem Atom in einer seiner Gehirn-Synapsen entschieden. Hätte sich Peter gegen dieses ja nur zufällig auftretende Quantenereignis entscheiden, es also verhindern können? Wie?!
Immerhin zeichnet sich echter Zufall ja dadurch aus, dass er sich nicht vorausberechnen lässt. Um ein Ereignis verhindern zu können, muss man aber vorausberechnen wann es wo und wie auftritt. Da beißt sich dann die Katze in den Schwanz... 😉
Mir hat noch niemand so richtig plausibel darlegen können, inwiefern das, was Arthur Schopenhauer in seiner Preisschrift "Über die Freiheit des menschlichen Willens" schrieb, durch die modernen Erkenntnisse der Quantenphysik widerlegt werde. Sodaß ich weiterhin diese Preisschrift als ultimative Antwort betrachte auf die Frage, ob der Mensch einen freien Willen besäße: Nein, hat er nicht.
sondern werden von ... irgendwas gesteuert? Irgendwo las ich ... ganz simpel, ... wie nennt man das? von Impulsen im Gehirn?
Nun ja... Kommt drauf an, wie sehr man in's Detail gehen will bei der Betrachtung dessen, wie Entscheidungen von Menschen zustande kommen. Man kann ja diese "Impulse im Gehirn" zusammenfassend durchaus als "Willen" bezeichnen und dann sagen: Des Menschen Entscheidungen werden durch seinen Willen gesteuert.
Und da kommt man dann wieder bei dem bekannten Spruch Schopenhauers an, den ich schon ganz oben zitierte: "Der Mensch kann tun (d.h. entscheiden), was er will. Aber er kann nicht wollen, was er will."
Veröffentlicht von: @jack-black@samira-jessica kannst du kurz einfach erklären was du meinst mit Determinanten?
Damit meine ich Faktoren, die etwas (zum Beispiel eine Entscheidung, die ein Mensch trifft) determinieren (festlegen, bestimmen).
Ich hab die mal recherchiert, es gibt ja innere und äußere, und beide kann man sehr wohl verändern, sodass sie einen nicht mehr bestimmen:
Äußere Einflüsse:
Von äußeren Faktoren kann man sich weitgehend lösen. Man kann Grenzen setzen, Erwartungen zurückweisen, Rollen verlassen, Situationen verändern. Äußere Determination ist formbar, weil sie außerhalb von dir liegt.
Innere Einflüsse:
Von inneren Faktoren kann man sich ebenfalls lösen – durch Bewusstwerden, Durchdringung (hindurchgehen) und Umstrukturierung.
Automatismen, Prägungen, emotionale Reflexe und alte Muster verlieren ihre Macht, wenn du sie erkennst, neu bewertest und anders regulierst. Biologische und tiefe emotionale Grundlagen bleiben, aber sie können integriert und transformiert werden.
Nichts ist starr festgelegt und bestimmt, man kann (und sollte, imho) sich davon lösen. Viel zu viele Menschen leben das Leben anderer, wie es anderen gefällt und nicht das eigene, wie es ihnen selbst gefällt. Das muss nicht so sein (für euch getestet btw.).
Es mag schwierig sein, aber nicht unmöglich.
*hust* ist das so ein Atheisten-Ding?
Nicht zwangsläufig. Die Frage danach, ob alles, was geschieht, so und nicht anders geschehen muss, ist eine sehr alte philosophische Frage, über die auch Theologen unterschiedlicher Ansicht waren. Nimm als Beispiel die Vorstellung, dass Gott einen Plan für jeden einzelnen Menschen hat. Und nimm weiter die Vorstellung, dass alle Pläne Gottes "sich erfüllen". Das kann ja nur dadurch geschehen, dass nichts und niemand Gottes Pläne zu durchkreuzen vermag: also muss alles, also wirklich alles, im Vorhinein bestimmt/festgelegt sein.
Dieser Vorstellung widerspricht dann wieder eine andere theologische Vorstellung, nach welcher Menschen sich für oder gegen den Glauben, für oder gegen Gott, für oder gegen das Sündigen entscheiden könnten.
Achso ok ...
Widerspricht sich "...dass nichts und niemand Gottes Pläne zu durchkreuzen vermag" nicht mit dem Sündenfall, den der Teufel ausgelöst hat?
Wo steht das, dass das so ist?
Ich glaube es geht beim Thema "Gott hat einen guten Plan für uns" dabei, dass ... jmd kann Pläne haben, aber der andere muss sich nicht dran halten. Ein Plan ist das eine, ob es so kommt, das andere. So sehe ich das zumindest.
Gott ruft ja jeden, jeder hat das Sehnen im Herzen. Aber nicht alle antworten darauf, viele ignorieren es, schieben es von sich, betäuben es ...
Ich will da jetzt nicht zu sehr in die Pro- und Contra-Argumente reingehen, sondern halt nur drauf hinweisen, dass es sich bei der Vorstellung, alle menschlichen Entscheidungen seien determiniert, nicht zwangsläufig um ein Atheisten-Ding handelt. Wobei Atheisten zugegebenermaßen es leichter haben, das Determinismus-Konzept zu akzeptieren, weil für sie nicht sofort das Gut-Böse-Problem aufploppt, wie das bei religiös Gläubigen und insbesondere bei Christen der Fall ist. Denn gemeinhin wird von Christen, die mit dem Theodizee-Problem konfrontiert werden, dieses Problem mit dem Hinweis auf die Willensfreiheit der Menschen gewissermaßen geleugnet. Ein Christ, der also zugeben müsste, dass der Mensch überhaupt nicht über Willensfreiheit verfügt, könnte deutlich schlechter Gott gegen den Vorwurf, für das Leid in der Welt allein verantwortlich zu sein, verteidigen (Theodice=Verteidigung, bzw. Rechtfertigung Gottes).
Ich weiß nicht woher immer diese Vorstellung von der Willens-Unfreiheit kommt, das ist nicht wahr und wird vom Christentum keineswegs so ... geschrieben.
Ich kann dir nicht folgen, was genau möchtest du hier sagen?
In den Naturwissenschaften, bzw. in dem Grenzbereich zwischen Naturwissenschaften und Philosophie ist das Thema "Determinismus" allerdings ebenfalls umstritten. Dort lautet die Frage allerdings nicht: Ist alles (von Gott) vorherbestimmt? Sondern: gibt es einen echten Zufall? Zufall wäre dabei ein Ereignis, das unmöglich, also logisch unmöglich, aus seinen Vorbedigungen heraus prognostiziert werden kann. Früher glaubten viele Naturwissenschaftler, insbesondere Mathematiker und Physiker, dass sich jedes Ereignis im Vorhinein berechnen ließe (also auch jede Entscheidung die ein Mensch trifft). Eine anschauliche Denkfigur für diese Vorstellung war der laplacesche Dämon, benannt nach einem Gedankenexperiment eines französischen Mathematikers.
Diese Vorstellung gilt heute als veraltet und durch die Quantenphysik widerlegt: im subatomaren Bereich gibt es nachweisbar Ereignisse, die sich nicht vorherberechnen lassen. Der Determinismus-Streit darum, ob es "echten Zufall" in der physikalischen Welt gebe, ist sozusagen entschieden: ja, es gibt echten Zufall.
Die Frage allerdings, die hier im Thread diskutiert wird, lautet aber nicht: gibt es Zufall? Sondern: ist der Mensch frei in seinen Entscheidungen, d.h. könnte er, kraft seines Willens, auch anders entscheiden, als er's tut?
Und da hilft m.A.n. die Kopenhagener Deutung der Quantenphysik nicht wirklich weiter, denn selbst, wenn wir einmal annähmen, dass im Entscheidungsprozess, der im Kopf eines Menschen vonstatten geht, quantenmechanistische Zufälle eine Rolle spielen, so müsste dann ja gesagt werden: Ob Peter die hundert Euro, die ihm die Kassiererin zuviel an Wechselgeld herausgegeben hat, zurück gibt, wird durch ein zufälliges Quantenereignis in einem Atom in einer seiner Gehirn-Synapsen entschieden. Hätte sich Peter gegen dieses ja nur zufällig auftretende Quantenereignis entscheiden, es also verhindern können? Wie?!
Immerhin zeichnet sich echter Zufall ja dadurch aus, dass er sich nicht vorausberechnen lässt. Um ein Ereignis verhindern zu können, muss man aber vorausberechnen wann es wo und wie auftritt. Da beißt sich dann die Katze in den Schwanz... 😉
Mir hat noch niemand so richtig plausibel darlegen können, inwiefern das, was Arthur Schopenhauer in seiner Preisschrift "Über die Freiheit des menschlichen Willens" schrieb, durch die modernen Erkenntnisse der Quantenphysik widerlegt werde. Sodaß ich weiterhin diese Preisschrift als ultimative Antwort betrachte auf die Frage, ob der Mensch einen freien Willen besäße: Nein, hat er nicht.
Das ist mir zu hoch, davon versteh ich nichts. Was ist mitnehme, ist, es gibt Zufall. Wer hätte das gedacht?
sondern werden von ... irgendwas gesteuert? Irgendwo las ich ... ganz simpel, ... wie nennt man das? von Impulsen im Gehirn?
Nun ja... Kommt drauf an, wie sehr man in's Detail gehen will bei der Betrachtung dessen, wie Entscheidungen von Menschen zustande kommen. Man kann ja diese "Impulse im Gehirn" zusammenfassend durchaus als "Willen" bezeichnen und dann sagen: Des Menschen Entscheidungen werden durch seinen Willen gesteuert.
Und da kommt man dann wieder bei dem bekannten Spruch Schopenhauers an, den ich schon ganz oben zitierte: "Der Mensch kann tun (d.h. entscheiden), was er will. Aber er kann nicht wollen, was er will."
Ich meine ... ich glaub ich meine, was du oben beschrieben hast, dass es im Hirn einen Auslöser gibt ...
Ist ja egal, ich bin da ganz anderer Meinung ... es gibt innere und äußere Faktoren, die keineswegs unveränderbar festgeschrieben sind.
Wir waren nie, sind keine Marionetten und werden nie welche sein.
Ich weiß das aus eigener Erfahrung, ich hab mich von den äußeren Erwartungen noch nie bestimmen lassen, wenn ich nicht wollte.
Ich hab die mal recherchiert, es gibt ja innere und äußere, und beide kann man sehr wohl verändern, sodass sie einen nicht mehr bestimmen:
Äußere Einflüsse:
Von äußeren Faktoren kann man sich weitgehend lösen. Man kann Grenzen setzen, Erwartungen zurückweisen, Rollen verlassen, Situationen verändern. Äußere Determination ist formbar, weil sie außerhalb von dir liegt.
Innere Einflüsse:
Von inneren Faktoren kann man sich ebenfalls lösen – durch Bewusstwerden, Durchdringung (hindurchgehen) und Umstrukturierung.
Automatismen, Prägungen, emotionale Reflexe und alte Muster verlieren ihre Macht, wenn du sie erkennst, neu bewertest und anders regulierst. Biologische und tiefe emotionale Grundlagen bleiben, aber sie können integriert und transformiert werden.
Liest sich für mich, als hättest Du Dir diese Antwort von einer KI generieren lassen. Schade, aber damit bin ich raus aus dem Gespräch.
@jack-black (Ich frag mich gerade, ob es dir nicht passt, weil sie dich so schön widerlegt ;))
- Ich hab mir von KI erklären lassen, welche Faktoren es sein können, ja. V. a. die inneren, die äußeren weiß ich auch so, weil ich mich selbst schon immer bewusst möglichst wenig davon beeinflussen lasse. Oder es versuche.
- Dann hab ich sie die Faktoren zusammenfassen lassen.
Ich persönlich hätte es halt anders formuliert, aber im Grunde ist es ja genau das, was ich denke: Man muss fremde Erwartungen nicht akzeptieren und erfüllen. Wenn man das macht, verliert man sich selbst und lebt das Leben eines anderen.
Noch persönlicher hätte ich schreiben können: Man kann drauf scheißen, was anderen wollen und erwarten und ist nicht gezwungen sich dem anzupassen.
Der Kern bliebt derselbe.
Und Gewohnheiten und gelernte Muster kann man brechen. Das sind auch welche anderer, mAn.
Dass du den Rest eines Beitrags dann ignorierst, ist max. kindisch. Aber egal. Was du erzählst, ist schlicht ... darf ich nicht schreiben. Das ist, was ich sagen wollte.
Ach ich hab gerade gelesen, ich hab sogar das von KI drunter in eigenen Worten formuliert ....
Veröffentlicht von: @samira-jessicaNoch persönlicher hätte ich schreiben können:
Man kann drauf scheißen, was anderen wollen und erwarten und ist nicht gezwungen sich dem anzupassen.
Jo, kann man machen.
Und wenn das alle machen, hockt jeder auf seiner Insel und ärgert sich, dass es so viele Egoisten gibt.
@chai Also läuft man lieber mit und unterdrückt die eigenen Werte und Vorstellungen und wird dadurch psychisch/psychosomatisch krank? Jo, kann man machen.
Veröffentlicht von: @samira-jessica@chai Also läuft man lieber mit und unterdrückt die eigenen Werte und Vorstellungen und wird dadurch psychisch/psychosomatisch krank?
Jo, kann man machen.
Nee, man fährt. Sonst kommen nämlich die Kranken und Behinderten nicht zum Arzt.
Es gab und gibt Zeiten, da kann man sich einfach nicht auf sich zurückziehen.
Die einen brauchen jemanden, der sich kümmert und die anderen müssen sich dann halt kümmern.
@chai Ich rede nicht von zum Arzt fahren.
Da fahre ich lieber mit jmd. der Bock und Zeit hat oder halt der dafür bezahlt wird wie amb. Betreuung oder Pflege ...
@chai Wenn man Bock, Zeit hat und Geld dafür kriegt = Zurückstecken?
Veröffentlicht von: @samira-jessica@chai Wenn man Bock, Zeit hat und Geld dafür kriegt = Zurückstecken?
Glaubst Du, dass Job und Bock immer Hand in Hand gehen?
Kannst Du Dir vorstellen, dass die ambulante Pflegerin immer Bock hat oder sich nicht auch lieber mit anderen Dingen beschäftigen würde?
Und wenn die Oma zu versorgen ist, muss das halt jemand tun - entweder jemand von innerhalb oder außerhalb der Familie.
@chai ah, ich hätte "oder" statt "und" schreiben sollen.
Menschen, die keinen Bock auf ihren Job haben sind schlimm. Das merkt man sofort und dann hat man selbst auch keinen Bock mehr.
Ja ja die Oma ... wir gehen doch hier uns aus, mir und dir? Wenn du keinen Bock hast, tut es jmd anderes ja ... und? Jmd. der gerade mehr Zeit, Bock hat oder Geld dafür bekommt.
Familie heißt nicht, dass man sich aufopfern muss.
Veröffentlicht von: @samira-jessicaMenschen, die keinen Bock auf ihren Job haben sind schlimm. Das merkt man sofort und dann hat man selbst auch keinen Bock mehr.
Frag mal den Müllmann oder die Haushaltshilfe.
Ja ja die Oma ... wir gehen doch hier uns aus, mir und dir?
Wenn du keinen Bock hast, tut es jmd anderes ja ... und? Jmd. der gerade mehr Zeit, Bock hat oder Geld dafür bekommt.Familie heißt nicht, dass man sich aufopfern muss.
Jo.
@chai Stell dir vor, es gibt Menschen die haben Bock auf ihren Job..
Ihr tut mir leid, so in euren unfreien Weltbildern!
Meine Mutter hat mir nur geholfen weil muss halt, mein Bruder hat sich letztes Jahr mit 27 totgesoffen, da sieht man ja....
Und ich in der Förderschule hatten alle Bock und haben uns mit Herz gefördert.
Auch danach hatten.... Nein da hatten nicht alle Bock... Da mussten wir uns selbst helfen, obwohl Kohle kassiert wurde! Aber ich hab auch Leute die Bock haben. Wie kommst du darauf, dass niemand Bock hat und nur aus Pflicht hilft?
Veröffentlicht von: @samira-jessica@chai Stell dir vor, es gibt Menschen die haben Bock auf ihren Job..
Stell Dir vor, ich selber hab auch Bock auf meinen Job.
Ihr tut mir leid, so in euren unfreien Weltbildern!
Hab ich das? Ich bin nur nicht so ich-konzentriert, dass ich alle anderen ausblende.
Wie kommst du darauf, dass niemand Bock hat und nur aus Pflicht hilft?
Sag ich das? Im Idealfall geht das ja Hand in Hand.
Und manchmal macht man halt auch ohne Bock.
Tut mir ein bissel leid für Diene familiären Erfahrungen - das beeinflusst natürlich auch Deine Sichtweise.
Veröffentlicht von: @chaiVeröffentlicht von: @samira-jessica@chai Stell dir vor, es gibt Menschen die haben Bock auf ihren Job..
Stell Dir vor, ich selber hab auch Bock auf meinen Job.
Schön für dich, also ernst gemeint. Das ist wichtig, finde ich.
Ihr tut mir leid, so in euren unfreien Weltbildern!
Hab ich das? Ich bin nur nicht so ich-konzentriert, dass ich alle anderen ausblende.
Hier spielte jetzt das von Jack und Lucan mit rein, das sie mAn. haben.
Aber dich empfinde ich auch so, ja. Wer sich so sehr anderen "verpflichtet" ... ist nicht sehr frei.
Egoistisch ist das Wort, das du suchst, und keine Sorge, höre ich nicht zum ersten Mal. Aber ich weiß, dass das nicht stimmt. Ich habe in der Vergangenheit meine eigenen Bedürfnissse gefährlich weit zurückgestellt. Vielleicht wird man dadurch so. Nein, dass ich alle anderen ausblende stimmt nicht. Sonst würde ich mir ja auch gerade keine Meinung über euch bilden, oder?
Wie kommst du darauf, dass niemand Bock hat und nur aus Pflicht hilft?
Sag ich das? Im Idealfall geht das ja Hand in Hand.
Und manchmal macht man halt auch ohne Bock.Tut mir ein bissel leid für Diene familiären Erfahrungen - das beeinflusst natürlich auch Deine Sichtweise.
Kam so rüber, ja. Wenn du schreibst, dann muss halt wer anderes verzichten. (Verzichten impliziert doch "hab ich eigentlich keinen Bock drauf", oder lese nicht ich das so raus?)
Ich lass mich nicht mehr verpflichten und das macht mich frei, ja. Ich hoffe, ihr kommt auch iwann dahin. Raus aus dem familiären und beruflichen Hamsterrad, in dem es nur darum geht, andere Bedürfnisse zu befriedigen und die eigenen auf der Strecke bleiben.
Tut weh, ich weiß.
Veröffentlicht von: @samira-jessicaWer sich so sehr anderen "verpflichtet" ... ist nicht sehr frei.
Oder halt eingebunden. Natürlich ist das nicht 'frei', aber manche Verpflichtungen gibt's halt.
Man kann nicht alles auslagern - manchmal geht's halt nicht anders.
Stell Dir vor, ein Lieblingsmensch ist krank - wer soll denn da einspringen, wenn man grad 'kein Bock' hat?
Egoistisch ist das Wort, das du suchst, und keine Sorge, höre ich nicht zum ersten Mal.
Hätte ich das schreiben wollen, hätte ich's getan.
Wenn du schreibst, dann muss halt wer anderes verzichten.
(Verzichten impliziert doch "hab ich eigentlich keinen Bock drauf", oder lese nicht ich das so raus?)
Verzicht bedeutet nicht unbedingt, dass man keine Lust hat.
Aber bleiben wir beim kranken Lieblingsmenschen - im Zweifelsfall kann ich halt nicht kaffeetrinken gehen, wenn der zum Arzt gefahren werden muss und ein zweites Paar Ohren gebraucht wird.
@chai Beim Lieblingsmenschen macht mans doch aber gern?
@samira-jessica Man macht einfach Vieles.
Auch wenn man dafür auf eine Mütze Schlaf verzichtet.
@chai Man muss halt aber aufpassen, dass es nicht zu viele Mützen werden.
@samira-jessica Jo.
Irgendwann holt sich der Körper, was er braucht.
Ich empfehle die Let-Them-Theorie, nach der ich unbewusst leben gelernt habe und das gerne so mache;
Überschreiten Erwartungen meine gesundheitlichen Belastungsgrenzen, widerprechen sie meinen Werten (hab z. B. einer ehemligen Kindheitsfreundin keine Kippen gekauft als ich schon volljährig war und sie noch nicht) oder kommt so gar nichts zurück, lass ichs. Ganz einfach.
Ich bin durch @Mariposa22 im Thread über die Freiheit im Christentum auf Paulus´Aussage
Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! - Galater 5;1
gestoßen und die Knechtschaft umfasst all die äußeren Erwartungen und vermeintlichen Verpflichtungen, aus denen ich mich befreit bzw. welche ich mir von Anfang an habe nie auferlegen lassen, schon allein aufgrund meiner Behinderung, mit der ich nun mal nicht kann wie "alle anderen".
Hi du
Dein Mitleid lehne ich für mich ab.
In mir ist die Frage, wer von uns beiden das unfreiere Weltbild hat.
Du mit Blick aus deiner vermeintlich ziemlich weit oben aufgehängten sozialen Hängematte.
Oder ich, die gerne und lustvoll ihre Kreativität auslebt.
Die mehr als 50 Jahre mit dazu beigetragen hat, dass deine soziale Hängematte noch schaukelt.
Noch immer gerne und kunterbunt am liebsten mit bunten Wollen und Garnen werkelt.
Gerne auch in der Gegend herum reist.
Gerne anderen Menschen begegnet.
Gottes wunderbare Natur und Schöpfung geniest und bestaunt!
Jetzt erst einmal duschen geht.
Danach sich mit 3 lieben Menschen in einem Cafe trifft und eine saugute Zeit mit ihnen verbringt.
In einer tollen malerischen Stadt
Fröhliche Grüße
Irrwisch
Veröffentlicht von: @irrwischDu mit Blick aus deiner vermeintlich ziemlich weit oben aufgehängten sozialen Hängematte.
Oder ich, die gerne und lustvoll ihre Kreativität auslebt.
Die mehr als 50 Jahre mit dazu beigetragen hat, dass deine soziale Hängematte noch schaukelt.
Danke dafür.
Die Hängematte schaukelt nicht von allein.
Da brauchts z.B. den Deppen, der täglich Suppe bringt - egal ob mit oder ohne Bock.
Und wenn er's nicht gern macht, macht er's trotzdem
@irrwisch und jetzt?
Willste jetzt Dankbarkeit? Das ist dein Leben, wenn du dazu beiträgst obwohl keinen Bock hast, ist das nicht mein Problem. Ich hab ein Recht auf die Hängematte weil nun mal Behindert. Bedank dich bei meiner Mutter, die geraucht hat in der Schwangerschaft vor 32,5 Jahren. Ich zeig dir ihr Grab.
Viel Spaß bei allem, ernst gemeint. Dazu hat Gott das alles geschaffen.
Veröffentlicht von: @samira-jessicaIch hab ein Recht auf die Hängematte weil nun mal Behindert.
Nun ja - nicht jeder Behinderte hat diese Hängematte.
@chai aber ein Recht drauf. Ein Recht auf Inklusion und Hilfe.
@irrwisch Ich hab nicht verstanden, warum "meine Hängematte zu hoch hängen soll" und warum ich unfrei sein soll (deswegen?)?
Ich kann das alles auch tun. Einfach frei, weil niemand mehr meine Zeit beansprucht.
Veröffentlicht von: @samira-jessicaEinfach frei, weil niemand mehr meine Zeit beansprucht.
Ich hab die Freiheit, meine Zeit zu verschenken.
Die hab ich nicht nur für mich gekriegt.
Schon klar.
Deine anderen Usern hier konstatierte Unfreiheit und dein diesbezüglich geäußertes Mitleid lässt dich hoch über Menschen schweben, die treu ihrer Arbeit nachgehen.
Du versuchst damit, dein ganz und gar unsoziales Verhalten noch zu "adeln"
Auch der Begriff " Faulheit" und " Arroganz" fällt mir neben Überheblichkeit noch dazu ein.
Ich gestatte mir solche drastischen Worte, denn ich weiß um Lebenswege anderer Menschen, die ihr Leben trotz teilweise straken Behinderungen sehr sozial leben.
Zum einen denke ich an eine Cousine, die trotz ziemlich schwer ausgeprägtem Down Syndrom
immer in einer beschützenden Werkstatt gearbeitet hat und aus ihrer Arbeit dort bei Eintritt in ihren Ruhestand aus dieser Arbeit heraus Rente bezog.
Dann denke ich an einen jungen Mann, der mit stark ausgeprägter Bechterew Erkrankung seinen Beruf täglich nachgeht.
Du magst deine Mutter zwar dafür verantwortlich machen, dass sie während der Schwangerschaft mit dir geraucht hat und du deswegen eine Gehbehinderung hast.
Aber Gehbehinderungen können auch ganz anders entstehen.
Meine beste Freundin hat eine ganz starke Gehbehinderung. Die sie aber nicht davon abgehalten hat, 3 tollen Mädchen das Leben zu schenken und darüber hinaus bis zum Eintritt in ihre Rente täglich zu arbeiten!
Ich finde es längst an der Zeit, dass du dich bei allen diesen Menschen, die du mit deinen üblen Worten verletzt hast, zu entschuldigen!
@irrwisch oho, jetzt gehen wir aber auf die persönliche Ebene.
Meine Einstellung zur Arbeit aka Ausbeutung durch Arbeit"geber" ist ganz unabhängig von meiner Behinderung.
Beim Rest sind wir wieder bei "allen anderen machen auch...", also bei genau dem, was schon immer kategorisch für mich ablehne, weil ich bin ich und nicht alle anderen.
Ich habe eine "Ausbildung" in nem BBW gemacht, die allenfalls in der freien Wirtschaft der Bürohilfe entspricht, vier Jahre mit Berufsvorbereitung. Vollzeit, was so an meine Belastungsgrenzen ging, dass ich mir geschworen habe, nie VZ zu machen!
Danach hatte ich bis dieses Jahr, 12 ver*** Jahre mit Trauma zu kämpfen, aber trotzdem versucht mich weiterzubilden, weil mit o. g. "Ausbildung" mich geschämt hätte mich zu bewerben. Dieses Unterfangen wurde immer durch meine Gesundheit und eben das Trauma unterbrochen. Trotzdem hab ich mich immer wieder auf meine vier Buchstaben gesetzt und gelernt, weil es mir Spaß gemacht, weil ich wollte! Meine Noten waren Sehr gut, bei "normalem" Fernstudienstoff und Förderschulweg. Niemanden juckte meine Belastung, und genaus so würde es im Arbeitsleben sein. Das hat mich noch kränker gemacht und als es vor zwei Jahren hieß "wir können nicht ewig zahlen" ... ja, dann hab ich den digitalen Stift fallen lassen und bereue es nicht!
Ich hab mich privat genauso für Leute aufgeopfert, wie es hier gepredigt wird, und jetzt endlich daraus gelernt. Sorry, not sorry!
Ich mach mich nie wieder kaputt für andere, nicht privat und schon gar nicht beruflich!
btw. find ichs interessant wie hier "sozial sein" mit arbeiten gehen gleichgesetzt wird ...
Ich gehe nicht arbeiten, bin zufrieden damit, hab meine Energie und Zeit für mich, kann selbst entscheiden für wen und was ich wie viel davon einsetzen möchte. Das ist der Punkt, der mich mMn, ja!, freier macht.
Aber macht es mich asozial? Nein.
Wo setzt hier wer arbeiten gehen mit sozial sein gleich?
Sozial sein bedeutet für mich, in einer Gesellschaft eingebunden sein, in der ich gebe und such nehme.
Mein Freiheitsbegriff ist ein anderer.
Aber ich finde es höchst interessant, wie geradezu bilderbuchhaft bei dir durch die Foren querbeet sich das Dramadreieck beobachten läßt 😀
Wo setzt hier wer arbeiten gehen mit sozial sein gleich?
Sozial sein bedeutet für mich, in einer Gesellschaft eingebunden sein, in der ich gebe und such nehme.
Dein Post ist voll mit "yx hat diese und jene Behinderung und geht (trotzdem) arbeiten" ...
Geben und nehmen hat ja nicht nur was mit arbeiten gehen zu tun, das kann auch privat passieren .
Hallo Samira-Jessica,
ich finde es nicht richtig, dass mit dem Finger auf Menschen gezeigt wird, die nicht arbeiten können oder wollen, dabei aber vergessen wird, dass die wahren Schmarotzer der Gesellschaft wo ganz anders zu finden sind, nämlich im Großkotzkapitalismus.
Ich habe den Eindruck, dass du darum kämpfst, dir dein Recht auf ein lebenswertes Leben zu bewahren, während du das Gefühl hast, dieses vor anderen verteidigen zu müssen. Viele Menschen empfinden es als Provokation, wenn du ihnen sagst, dass du dich frei fühlst, weil du nicht arbeiten gehst (ich übrigens nicht). Es ist halt in unsere Köpfe eingehämmert worden, dass wir gefälligst nützlich zu sein haben, während die Superreichen nicht nur nicht nützlich, sondern sogar schädlich für die Allgemeinheit sind.
Manche Dinge macht man leider besser mit Gott und sich selbst aus, auch aus Respekt seinen Mitmenschen gegenüber, die ja auch alle ihr eigenes Päckchen zu tragen haben. Deshalb bist du noch lange nicht verlogen oder heuchlerisch, sondern findest zur Sanftmut.
@mariposa22 Danke, ist leider echt so aber ich steh dazu. Und ich steh auch dazu, dass ich im Grunde auch nie wirklich zur "arbeitenden Bevölkerung" gehören wollte, weil ich zur Generation gehöre, die gesehen hat und sieht, wie sich vorherige eben kapttschuftet(e) für n Appel und n Ei, und ich hab mir schon immer gesagt, ne , das will ich nicht mitmachen.
Ich hab mich privat schon so sehr für andere aufgeopfert, Entwicklungstraume und toxischen Bez., beruflich brauch ich das wirklich nicht auch noch! Unabhängig davon, dass die Chancen für Menschen mit Behinderung sowieso gering sind, aufm 1. Arbeitsmarkt. Und WfbM .... meine Meinung dazu äußere ich lieber nicht. Das hat nichts mit "der Gesellschaft was zurückgeben" zu tun in meinen Augen.
Und auch dort wäre ich ja 8h eingebunden. Das ist eben, wozu ich nicht die Energie und Kraft habe. Und das ist ja jetzt von der DRV so .. wie sagt man, anerkannt, bestätigt?
Ich bin einfach auch nur mega erleichtert, dass das Müssen müssen ein Ende hat, ja mit 31-32 Jahren. Ich bin behindert, ich kann eben nicht wie "alle anderen" und ich bin fein damit. Das geht auch niemanden was an und im Grunde jucks mich auch nicht, was andere davon halten, ist ja mein Leben.
@samira-jessica Arbeit aka Ausbeutung durch Arbeit"geber"
Also mir kommt hier zu sehr der Eindruck durch: "die bösen ausbeutenden Arbeitgeber und die armen Arbeitnehmer. Vorab, ich bin Arbeitnehmer, kein Arbeitgeber, erlebe das aber ganz anders." Sicher gibt es Arbeitgeber, die sich auf der Arbeit der anderen ausruhen, aber das ist wohl eher die Minderheit. Ich kenne viele Menschen, die mit viel Schweiß und Mühe ein Unternehmen aufgebaut haben und nun ebenso weiter schaffen, dass das Unternehmen am Laufen gehalten wird. Aber dazu braucht er nunmal auch in den meisten Fällen auch Arbeitnehmer. Und wenn das Verhältnis auf Augenhöhe basiert, ordentlich gelohnt wird usw., ist das doch in Ordnung. Die Hauptverantwortung und die Hauptmenge an Arbeit bleibt sowieso oft an den Arbeitgebern hängen. Nicht umsonst heißt es "Selbständig" - Selbst und ständig.
Und dem Menschen ist es nunmal seit Adam und Eva gesetzt zu arbeiten. Die erste Arbeit tat übrigens Adam, als er den Tieren die Namen gab. Und so ist es bis heute - Felder müssen bestellt werden, wenn etwas wachsen soll, Tiere müssen gefüttert werden, Brot muss gebacken werden, in Industriebetrieben müssen Werte geschaffen werden. Wenn keiner arbeiten würde, würden alle Menschen verhungern - auch du.
@turmfalke1 Weil ausbeuterische AG die Minderheit sind, haben auch so viele zu wenig Geld ...
Ja, es gibt auch Selbstständige wie dich, die ihre Arbeitnehmer hoffentlich fair bezahlen und denen nicht scheißegal ist, wie es ihnen geht und wie sie außerhalb der Arbeit klar kommen, aber die sind scheinbar eher die Minderheit.
Die Mehrheit schiebt Gewinne ein (die nur dafür da sind? Um sie oben einzusacken und zu verprassen oder zu horten? Hab anhand der Definition keinen anderen Zweck feststellen können) ein und speist die AN mit Mindestlohn und ohne Überstundenauszahlung ab.
Und dem Menschen ist es nunmal seit Adam und Eva gesetzt zu arbeiten. Die erste Arbeit tat übrigens Adam, als er den Tieren die Namen gab. Und so ist es bis heute - Felder müssen bestellt werden, wenn etwas wachsen soll, Tiere müssen gefüttert werden, Brot muss gebacken werden, in Industriebetrieben müssen Werte geschaffen werden. Wenn keiner arbeiten würde, würden alle Menschen verhungern - auch du.
Und jetzt? Wie soll ich mit meiner körperliche Behinderunge Felder bestellen, Tiere füttern, etc?
Sag ich, dass ich undankbar dafür bin? Nein.
In einer Gemeinschaft, wie Gott es vorgesehen hat, werden die schwächeren Mitglieder mitversorgt. Und Paulus sagte "ein jeder seiner Kraft nach", aber das will heute niemand, sonst würde man uns MmB nicht an den Rand drängen und einstellen.
Jemanden, wie mich, der gut ist, aber nun mal doppelt solang braucht, will man eben nicht ...
@samira-jessica Ja, es gibt auch Selbstständige wie dich,
Wie oben geschrieben, bin ich nicht selbständig, sondern Arbeitnehmer - aber ich möchte auch mal eine Lanze für die Arbeitgeber brechen, denn ohne diese funktioniert die Wirtschaft nicht.
die sind scheinbar eher die Minderheit.
Die Mehrheit schiebt Gewinne ein (die nur dafür da sind?
Ich weiß ja nicht, in welcher Gegend du wohnst, aber den Eindruck habe ich gerade nicht. Die Arbeitgeber, die ich kenne, arbeiten schwer. Selbstverständlich muss ein Unternehmen gewinnorientiert arbeiten, sonst kann es nicht bestehen, aber eben nicht, um:
sie oben einzusacken und zu verprassen oder zu horten?
... sondern um das Unternehmen am Laufen zu Halten, wovon letzten Endes die Arbeitnehmer auch mit Nutznießer sind. Sicher gibt es auch solche, von denen Du schreibst, aber bei denen muss man ja nicht unbedingt arbeiten. Aber jetzt einfach zu sagen: "Die Mehrheit sind die bösen Ausbeuter", das wird der Wahrheit einfach nicht gerecht.
Und jetzt? Wie soll ich mit meiner körperliche Behinderunge Felder bestellen, Tiere füttern, etc?
Das hat keiner geschrieben. Ich bin auch körperlich behindert und kann halt nur die Arbeiten tun, die mein Gesundheitszustand zulässt. Und nicht alle Arbeiten beanspruchen den Menschen körperlich.
Aber darum geht es gar nicht, es geht um die Aussage über die Mehrheit der bösen ausarbeitenden Arbeitgeber; und dass es unter Umständen besser ist, nicht zu arbeiten.
Jemanden, wie mich, der gut ist, aber nun mal doppelt solang braucht, will man eben nicht ...
Es gibt Werkstätten für behinderte Menschen, etc., wo Menschen mit ihren Einschränkungen durchaus akzeptiert werden. Nimm doch mal die "Negativ-Denke-Brille" ab und sieh auch mal die positiven Seiten.
Veröffentlicht von: @turmfalke1@samira-jessica Ja, es gibt auch Selbstständige wie dich,
Wie oben geschrieben, bin ich nicht selbständig, sondern Arbeitnehmer - aber ich möchte auch mal eine Lanze für die Arbeitgeber brechen, denn ohne diese funktioniert die Wirtschaft nicht.
Achso, dann hab ich das falch verstanden, weil du so über die Selbstständigkeit geschrieben hast ...
die sind scheinbar eher die Minderheit.
Die Mehrheit schiebt Gewinne ein (die nur dafür da sind?
Ich weiß ja nicht, in welcher Gegend du wohnst, aber den Eindruck habe ich gerade nicht. Die Arbeitgeber, die ich kenne, arbeiten schwer. Selbstverständlich muss ein Unternehmen gewinnorientiert arbeiten, sonst kann es nicht bestehen, aber eben nicht, um:
sie oben einzusacken und zu verprassen oder zu horten?
... sondern um das Unternehmen am Laufen zu Halten, wovon letzten Endes die Arbeitnehmer auch mit Nutznießer sind. Sicher gibt es auch solche, von denen Du schreibst, aber bei denen muss man ja nicht unbedingt arbeiten. Aber jetzt einfach zu sagen: "Die Mehrheit sind die bösen Ausbeuter", das wird der Wahrheit einfach nicht gerecht.
Ich kennen meinen Papa, der eine Firma hatte, der seine Arbeiter gut bezahlte und ich keinen einen seiner Freunde, der Unternehmer ist und Mioschwer ist. Wie seine AN bezahlt werden, weiß ich nicht aber niemand braucht Mios!
Mein Eindruck kommt ganz einfach aus Social Media, wo die meisten nicht mehr über die Runden kommen und über Ausbeutung klagen. Und wenn man die ganzen Schlagzeilen dann liest, nach denen Reiche immer reicher werden, v. a. in "Krisenzeiten" wie zu Corona ... dann zählt man eins und eins zusammen.
Dafür, das Unternehmen am Laufen zu halten, ist mWn der Umsatz da, nicht der Gewinn.
Der Gewinn ist das was nach den Kosten übrig bleibt und der dann nach oben, nicht an die Arbeitnehmer, verteilt wird.
Und jetzt? Wie soll ich mit meiner körperliche Behinderunge Felder bestellen, Tiere füttern, etc?
Das hat keiner geschrieben. Ich bin auch körperlich behindert und kann halt nur die Arbeiten tun, die mein Gesundheitszustand zulässt. Und nicht alle Arbeiten beanspruchen den Menschen körperlich.
Aber darum geht es gar nicht, es geht um die Aussage über die Mehrheit der bösen ausarbeitenden Arbeitgeber; und dass es unter Umständen besser ist, nicht zu arbeiten.
Jemanden, wie mich, der gut ist, aber nun mal doppelt solang braucht, will man eben nicht ...
Es gibt Werkstätten für behinderte Menschen, etc., wo Menschen mit ihren Einschränkungen durchaus akzeptiert werden. Nimm doch mal die "Negativ-Denke-Brille" ab und sieh auch mal die positiven Seiten.
Ohje, informier dich mal über die WfbM, die Rechte und Zustände, und erst recht "die Entlohnung" dort. Neee ... WfbM war für mich nie eine Option und wird es nie sein.
Ich lass meine Zeit nie wieder fremdbestimmen und nutze sie lieber für meine Freiheit, meinen Haushalt und das Schreiben, für das ich endlich wieder Feuer gefangen habe.
@samira-jessica Wie seine AN bezahlt werden, weiß ich nicht aber niemand braucht Mios!
Wenn er seine AN ordentlich lohnt, ist es mir eigentlich egal, wieviel er selber hat. Wenn er ein Unternehmen gegründet hat, das dann so gut läuft, soll er doch auch die Früchte genießen. Steht doch jedem frei, auch eine Firma zu gründen.
Mein Eindruck kommt ganz einfach aus Social Media, wo die meisten nicht mehr über die Runden kommen und über Ausbeutung klagen.
Weil wahrscheinlich die, die mit ihrer Lage zufrieden sind, nicht soviel darüber schreiben??? Klagen und Lamentieren funktioniert doch sowieso immer besser als sich positiv zu äußern - oder vielleicht mal selber die Ärmel hochzukrempeln und etwas gegen seine Lage tun. Und jeder der über Ausbeutung klagt, kann, wie oben schon gesagt, sich selbständig machen. Dann ist doch das Problem gelöst, oder?
Dafür, das Unternehmen am Laufen zu halten, ist mWn der Umsatz da, nicht der Gewinn.
Hast Du Dich schon mal mit Betriebswirtschaft beschäftigt? Wenn ein Unternehmen langfristig keinen Gewinn macht, geht ihm früher oder später die Luft aus. Über den Gewinn werden zum Beispiel neue Investitionen finanziert (Maschinen, Software, ...). Gewinn schafft Rücklagen für schlechte Zeiten. Gewinn ist Voraussetzung für Kreditwürdigkeit - Banken geben kein Geld an Betriebe, die keinen Gewinn nachweisen können. Ein Unternehmer, der den ganzen Gewinn für sich abschöpft, handelt nicht klug, und das werden deshalb auch nur die Wenigsten tun. Und dass der Unternehmer nun auch etwas für sich nutzt, steht ihm doch zu, oder.
Ohje, informier dich mal über die WfbM, die Rechte und Zustände, und erst recht "die Entlohnung" dort.
Also ich kenne einige, die in Behindertenwerkstätten arbeiten und die sich sehr positiv darüber äußern. Es gibt doch auch Selbstwert, wenn man weiß, was man kauft und genießt, hat man sich selber erarbeitet.
Ich lass meine Zeit nie wieder fremdbestimmen und nutze sie lieber für meine Freiheit, meinen Haushalt und das Schreiben,
Was denn nun? Vorhin schriebst Du, dass Du etliche Tätigkeiten aufgrund Deiner Behinderung gar nicht ausführen kannst. Das hier klingt wieder anders. Wer nicht arbeiten kann, der verdient vollste Unterstützung; aber wer nicht arbeiten will, da äußert sich schon Paulus sehr deutlich: "Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen."
Veröffentlicht von: @turmfalke1@samira-jessica Wie seine AN bezahlt werden, weiß ich nicht aber niemand braucht Mios!
Wenn er seine AN ordentlich lohnt, ist es mir eigentlich egal, wieviel er selber hat. Wenn er ein Unternehmen gegründet hat, das dann so gut läuft, soll er doch auch die Früchte genießen. Steht doch jedem frei, auch eine Firma zu gründen.
Klar, aber zuerst sollten halt die AN faier entlohnt werden.
Mein Eindruck kommt ganz einfach aus Social Media, wo die meisten nicht mehr über die Runden kommen und über Ausbeutung klagen.
Weil wahrscheinlich die, die mit ihrer Lage zufrieden sind, nicht soviel darüber schreiben??? Klagen und Lamentieren funktioniert doch sowieso immer besser als sich positiv zu äußern - oder vielleicht mal selber die Ärmel hochzukrempeln und etwas gegen seine Lage tun. Und jeder der über Ausbeutung klagt, kann, wie oben schon gesagt, sich selbständig machen. Dann ist doch das Problem gelöst, oder?
Ja gut, das hast du schon recht. Die sozialen Medien sind schon sehr voll von Negativem. Teilweise ist das richtig anstrengend.
Dafür, das Unternehmen am Laufen zu halten, ist mWn der Umsatz da, nicht der Gewinn.
Hast Du Dich schon mal mit Betriebswirtschaft beschäftigt? Wenn ein Unternehmen langfristig keinen Gewinn macht, geht ihm früher oder später die Luft aus. Über den Gewinn werden zum Beispiel neue Investitionen finanziert (Maschinen, Software, ...). Gewinn schafft Rücklagen für schlechte Zeiten. Gewinn ist Voraussetzung für Kreditwürdigkeit - Banken geben kein Geld an Betriebe, die keinen Gewinn nachweisen können.
Ist dafür nicht auch der Umsatz? So weit kam ich im Fernstudium nicht und es wurde in meiner Weiterbildung ... eigentlich gar nicht thematisiert. Aber auch wenn ich KI oder das Internet allg. frage, finde ich nur: Gewinn geht nicht ins Unternehmen und die AG sondern nach oben.
Ein Unternehmer, der den ganzen Gewinn für sich abschöpft, handelt nicht klug, und das werden deshalb auch nur die Wenigsten tun. Und dass der Unternehmer nun auch etwas für sich nutzt, steht ihm doch zu, oder.
Und nach allem man halt so mitbekommt landet dort das meiste und das ist halt das Unfaiere über das lamentiert wird.
Ohje, informier dich mal über die WfbM, die Rechte und Zustände, und erst recht "die Entlohnung" dort.
Also ich kenne einige, die in Behindertenwerkstätten arbeiten und die sich sehr positiv darüber äußern. Es gibt doch auch Selbstwert, wenn man weiß, was man kauft und genießt, hat man sich selber erarbeitet.
Soweit ich weiß bekommt man GruSi und der "Lohn" wird sogar angerechnet ... also Verarsche, wenn du mich fragst.
Und dieses "wir geben der Gesellschaft was zurück", das meine Freundin immer einbringt ... In der betreuten WG, in der ich mal eine Zeit lang lebte, hab ich mitbekommen, wie die den ganzen Tag Akten vernichten oder Mappen kleben und so ...
Ich lass meine Zeit nie wieder fremdbestimmen und nutze sie lieber für meine Freiheit, meinen Haushalt und das Schreiben,
Was denn nun? Vorhin schriebst Du, dass Du etliche Tätigkeiten aufgrund Deiner Behinderung gar nicht ausführen kannst. Das hier klingt wieder anders. Wer nicht arbeiten kann, der verdient vollste Unterstützung; aber wer nicht arbeiten will, da äußert sich schon Paulus sehr deutlich: "Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen."
Beides. Das Nicht-Wollen ist eben, das was ich o.g. mitbekomme. Und schon im BBW waren die Bedingungen nicht behindertengerecht.
Aber was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Ich bin körperlich und psychisch zu schnell erschöpft um arbeiten zu gehen (btw. von der DRV bestätigt, sonst würde ich die EM-Rente ja nicht bekommen), hab ich auch in der Ausbildung gemerkt, da war ich fertig. Den Haushalt, den ich dort nicht immer machen musste, weil die Aufgaben wöchentlich verteilt wurden, hätte ich immer zusätzlich gar nicht geschafft, nie!
Aber weil ich nicht kann, soll ich jetzt trotzdem mein Leben heulend in der Ecke verbringen und nicht genießen können? Ja ne.
Btw. sagte Paulus auch:
„Tragt einer des anderen Last.“ (Gal 6,2)
Im so gern von dir zitierten Satz gehts nicht um Schwache, Kranke, Alte, Erschöpfte, Überlastete, Alleinstehende, Witwe und Waisen.
Edit: Und sich hier austauschen oder Schreiben ist nicht Nichtstun, und eine geistige Tätigkeit in Gottes Sinne.
@samira-jessica Klar, aber zuerst sollten halt die AN faier entlohnt werden.
Aktuell haben in Deutschland die Menschen, die zuverlässig Leistung bringen, sehr gute Chancen auf einen gut bezahlten Job und müssen keinen Job mit unfairer Bezahlung annehmen. Wo und unter welchen Bedingungen hängt natürlich trotzdem von Branche, Region und Qualifikation ab. Aber prinzipiell zu sagen: "Die AN sollten fairer entlohnt werden." ist m.E. unfair gegenüber vielen Arbeitgebern, die genau das tun.
Die sozialen Medien sind schon sehr voll von Negativem. Teilweise ist das richtig anstrengend.
Deshalb ist es wohl eher sinnvoll, sich da rauszuhalten als sich von dem Negativen nach unten ziehen zu lassen. Womit ich mich beschäftige, das hängt mir an.
Aber auch wenn ich KI oder das Internet allg. frage, finde ich nur: Gewinn geht nicht ins Unternehmen und die AG sondern nach oben.
Tja, man sollte halt nicht alles glauben, was im Internet steht und auch die KI weiß nicht alles. Und diese Aussage über den Gewinn stimmt definitiv nicht. Ich habe Buchhaltung gelernt und denke mal, dass ich da schon bisschen was dazu sagen kann.
Und nach allem man halt so mitbekommt landet dort das meiste
Und wo bekommt man das "halt so mit", wenn man nicht in der Materie drin steckt? Wie gesagt, ein Unternehmer, der den ganzen Gewinn für sich rauszieht, würde sehr unklug handeln und die Zukunft seines Unternehmens ganz schön auf´s Spiel setzen.
Soweit ich weiß bekommt man GruSi und der "Lohn" wird sogar angerechnet ... also Verarsche, wenn du mich fragst.
Das ist das, soweit Du weißt. Und soweit ich weiß, bekommt man immer mehr Geld als ohne Arbeit. Hast Du das Ganze denn für Dich schon mal geprüft, was nun stimmt oder nur vom Hörensagen?
Und dieses "wir geben der Gesellschaft was zurück", das meine Freundin immer einbringt ... In der betreuten WG, in der ich mal eine Zeit lang lebte, hab ich mitbekommen, wie die den ganzen Tag Akten vernichten oder Mappen kleben und so ...
Vielleicht gibt es das, aber ich weiß durchaus von Behindertenwerkstätten, die echt sinnvolle Arbeit anbieten. Muss man sich halt mal bisschen umschauen, was da so machbar ist.
Im so gern von dir zitierten Satz gehts nicht um Schwache, Kranke, Alte, Erschöpfte, Überlastete, Alleinstehende, Witwe und Waisen.
Ich habe ja auch geschrieben, dass es um die geht, die nicht arbeiten "wollen", nicht um die, die nicht arbeiten "können". Wobei ich Witwen und Waisen nicht dazu zählen könnte, denn ich kenne durchaus sehr tätige Witwen.
Edit: Und sich hier austauschen oder Schreiben ist nicht Nichtstun, und eine geistige Tätigkeit in Gottes Sinne.
Das eine schließt aber das andere nicht aus.
Veröffentlicht von: @turmfalke1@samira-jessica Klar, aber zuerst sollten halt die AN faier entlohnt werden.
Aktuell haben in Deutschland die Menschen, die zuverlässig Leistung bringen, sehr gute Chancen auf einen gut bezahlten Job und müssen keinen Job mit unfairer Bezahlung annehmen. Wo und unter welchen Bedingungen hängt natürlich trotzdem von Branche, Region und Qualifikation ab. Aber prinzipiell zu sagen: "Die AN sollten fairer entlohnt werden." ist m.E. unfair gegenüber vielen Arbeitgebern, die genau das tun.
Was ist mit Pflege z. B., da hört man durchgehen, sie kriegen zu wenig Geld; überhaupt die ganzen sozialen Berufe.
Die sozialen Medien sind schon sehr voll von Negativem. Teilweise ist das richtig anstrengend.
Deshalb ist es wohl eher sinnvoll, sich da rauszuhalten als sich von dem Negativen nach unten ziehen zu lassen. Womit ich mich beschäftige, das hängt mir an.
Das stimmt, deshalb überlege auch, mich hier zurückzuziehen, weil mir diese ganzen Dikussionen ziemlich auf die ... Nerven gehen.
Nutze ich KI, werd ich angekackt.
Gehe ich offen mit meiner Arbeitslosigkeit um, werd ich angekackt.
etc.pp.
Aber auch wenn ich KI oder das Internet allg. frage, finde ich nur: Gewinn geht nicht ins Unternehmen und die AG sondern nach oben.
Tja, man sollte halt nicht alles glauben, was im Internet steht und auch die KI weiß nicht alles. Und diese Aussage über den Gewinn stimmt definitiv nicht. Ich habe Buchhaltung gelernt und denke mal, dass ich da schon bisschen was dazu sagen kann.
Deshalb gibt es auch immer wieder Schlagzeilen von Mio.-Gewinnen ... hör doch bitte auf. Die Bevölkerung sieht davon nichts..
Und nach allem man halt so mitbekommt landet dort das meiste
Und wo bekommt man das "halt so mit", wenn man nicht in der Materie drin steckt? Wie gesagt, ein Unternehmer, der den ganzen Gewinn für sich rauszieht, würde sehr unklug handeln und die Zukunft seines Unternehmens ganz schön auf´s Spiel setzen.
X (ehem. Twitter), Threads, Facebook ...
Und doch machen es scheinbar viele.
Soweit ich weiß bekommt man GruSi und der "Lohn" wird sogar angerechnet ... also Verarsche, wenn du mich fragst.
Das ist das, soweit Du weißt. Und soweit ich weiß, bekommt man immer mehr Geld als ohne Arbeit. Hast Du das Ganze denn für Dich schon mal geprüft, was nun stimmt oder nur vom Hörensagen?
Aber weniger als Aufstocker im Bürgergeld für mehr Arbeitszeit.
Das Internet sagt das, dort Arbeitende in social Media sagen das und die, die ich persönlich kenne. Wenn dir das nicht reicht ...
Im so gern von dir zitierten Satz gehts nicht um Schwache, Kranke, Alte, Erschöpfte, Überlastete, Alleinstehende, Witwe und Waisen.
Ich habe ja auch geschrieben, dass es um die geht, die nicht arbeiten "wollen", nicht um die, die nicht arbeiten "können". Wobei ich Witwen und Waisen nicht dazu zählen könnte, denn ich kenne durchaus sehr tätige Witwen.
Du wirfst mir aber unterschwellig nicht zu wollen, s. u.
Und es geht ja drum, was Paulus sagte, nicht darum was du oder wir meinen.
Edit: Und sich hier austauschen oder Schreiben ist nicht Nichtstun, und eine geistige Tätigkeit in Gottes Sinne.
Das eine schließt aber das andere nicht aus.
Was genau meinst du?
Wenn du arbeiten gehen meinst ... da ist bei gerade eine Grenze erreicht.
Nein. Weil ich dann keine Zeit mehr für o. g. habe, überhaupt ... ich hab nun mal die Energie nicht, nie gehabt, war auch im BBW sogar fast die Langsamste. Das will nun mal kein AG und ich will meine Energie, die so schon ausgelastet genug ist, nicht für Peanuts ganz aufbrauchen.
Ganz aufgebraucht hab ich sie privat und im Fernstudium (beruflich) die letzten Jahre schon, hat mich ein paar Mal in die Klinik und ins KH für ein paar Tage GsD nur gebracht.
Also nochmal: N.E.I.N.
Hier diese Diskussionen kann man als geistige Tätigkeiten sehen und die ziehen schon enorm ... deswegen zieh ich mich auch ab und zu raus.
@samira-jessica Was ist mit Pflege z. B., da hört man durchgehen, sie kriegen zu wenig Geld; überhaupt die ganzen sozialen Berufe.
Ich schrieb ja auch: "Wo und unter welchen Bedingungen hängt natürlich trotzdem von Branche, Region und Qualifikation ab." Aber es ist unfair, die Behauptung auf alle AG zu projizieren oder auf die Mehrheit. Wie es in der Pflege aussieht, weiß ich nicht.
Das stimmt, deshalb überlege auch, mich hier zurückzuziehen, weil mir diese ganzen Dikussionen ziemlich auf die ... Nerven gehen.
Vielleicht, weil man Dir nicht recht gibt???
Nutze ich KI, werd ich angekackt.
Also ich nutze sie, glaube aber nicht alles, was sie mir sagt, weil ich da auch schon schlechte Erfahrungen gemacht habe.
Gehe ich offen mit meiner Arbeitslosigkeit um, werd ich angekackt.
Es geht dabei wohl eher um etwas andere Fragen.
Deshalb gibt es auch immer wieder Schlagzeilen von Mio.-Gewinnen ...
Tja, die Schlagzeilen, dort wird ja auch nur über das berichtet, was die Leute interessiert und aufpeitscht. Über einen ganz normalen Arbeitgeber zu schreiben, der sich selbst im Unternehmen einbringt und seine Leute nicht ausbeutet, ist es ja auch viel zu langweilig zu schreiben. Und trotzdem gibt es die - und nicht zu wenig.
Das Internet sagt das, dort Arbeitende in social Media sagen das und die, die ich persönlich kenne. Wenn dir das nicht reicht ...
Tja, ich kenne halt auch Leute, mit denen ich rede ...
Du wirfst mir aber unterschwellig nicht zu wollen, s. u.
Ich werfe dir nichts vor, aber du hast selber geschrieben, dass du dir die Fremdbestimmung der Zeit nicht antun willst usw.. Wenn man wo arbeitet, muss man sich nun auch mit einfügen, das geht nun mal nicht anders.
Was genau meinst du?
Man kann arbeiten gehen und außerdem sich noch austauschen und geistig tätig sein. Das eine schließt das andere nicht aus.
Veröffentlicht von: @turmfalke1@samira-jessica Was ist mit Pflege z. B., da hört man durchgehen, sie kriegen zu wenig Geld; überhaupt die ganzen sozialen Berufe.
Ich schrieb ja auch: "Wo und unter welchen Bedingungen hängt natürlich trotzdem von Branche, Region und Qualifikation ab." Aber es ist unfair, die Behauptung auf alle AG zu projizieren oder auf die Mehrheit. Wie es in der Pflege aussieht, weiß ich nicht.
Es ist ganz einfach: Wären es nur ein schlechte AG, wäre die ganze Stimmung und Situation auf dem Arbeitsmarkt anders.
Hör auf das Märchen zu glaubem, die AG wollen nur unser bzw. dein Bestes, Spoiler, is nich so.
Das stimmt, deshalb überlege auch, mich hier zurückzuziehen, weil mir diese ganzen Dikussionen ziemlich auf die ... Nerven gehen.
Vielleicht, weil man Dir nicht recht gibt???
Nein, weil ständig kritisiert wird.
Nutze ich KI, werd ich angekackt.
Also ich nutze sie, glaube aber nicht alles, was sie mir sagt, weil ich da auch schon schlechte Erfahrungen gemacht habe.
Ich durchaus auch, stellt euch vor! Aber eben überwiegend auch Gute.
Gehe ich offen mit meiner Arbeitslosigkeit um, werd ich angekackt.
Es geht dabei wohl eher um etwas andere Fragen.
Die da wären?
Das Internet sagt das, dort Arbeitende in social Media sagen das und die, die ich persönlich kenne. Wenn dir das nicht reicht ...
Tja, ich kenne halt auch Leute, mit denen ich rede ...
Ist ok, ich mach dir deine WfbM-Blase nicht kaputt. Ist alles tutti dort, ihr könnt euch nichts leisten, werdet aber ach so behütet und gutschi gutschi und das wichtigste, ihr Leistet (billig) für die Gesellschaft!
Du wirfst mir aber unterschwellig nicht zu wollen, s. u.
Ich werfe dir nichts vor, aber du hast selber geschrieben, dass du dir die Fremdbestimmung der Zeit nicht antun willst usw.. Wenn man wo arbeitet, muss man sich nun auch mit einfügen, das geht nun mal nicht anders.
Ja, und? Ich kann nicht und bin nicht traurig darüber, weil ich dann auch nicht mehr genügend Zeit für mich hätte. An den letzten Beiträgen hab ich jew. glaub eine halbe Stunde geschrieben. Um mal zu verdeutlichen, dass ich nun mal viel langsamer bin als Nichtbehinderte. Ergo, hätte ich mit fremdstimmter Zeit weniger Zeit für mich, in der für alles ja trotzdem doppelt so lange brauche. Wenn ich selber koche, brauche ich eine Stunde für bspw. Nudeln mit Soße ...
Was genau meinst du?
Man kann arbeiten gehen und außerdem sich noch austauschen und geistig tätig sein. Das eine schließt das andere nicht aus.
Wow und jetzt?
Dann hat man aber weniger Zeit dafür.
Ich nicht (mehr), und so komme ich endlich wieder dazu.
Es geht dabei wohl eher um etwas andere Fragen.
Die da wären?
Ob diejenigen, die arbeiten, eben die Doofen sind, die sich ausbeuten lassen und es vielleicht besser ist alle fünfe grade sein zu lassen.
Und zu dem, was Du hier schreibst - andere Menschen denken auch nach, nicht nur du. Wir glauben auch nicht nur Märchen, leben in irgendwelchen Blasen, ...
Und keiner hat behauptet, dass die AG nur auf das Wohl der anderen bedacht seien. Aber es sind eben auch nicht bei weitem alles die bösen Ausbeuter.
Der Denkfehler besteht darin zu glauben, Arbeit sei nur dann etwas wert, wenn sie für andere und gegen Geld geschieht. Christlich gesehen ist das nicht so.
Wertvoll ist Arbeit, wenn sie aus Liebe, Berufung und Treue zu Gott geschieht — unabhängig von Geld, Sichtbarkeit oder äußerem Nutzen.
@samira-jessica Der Denkfehler besteht darin zu glauben, Arbeit sei nur dann etwas wert, wenn sie für andere und gegen Geld geschieht. Christlich gesehen ist das nicht so.
Und wer behauptet hier so etwas? Ganz, ganz viele, die sich ihren Lebensunterhalt durch Arbeit verdienen, gehen außerdem ehrenamtlichen Tätigkeiten nach, sind für andere da, sind für Jesus unterwegs, uvm. Am idealsten ist es natürlich, wenn Beruf und Berufung zusammenfallen.
Wertvoll ist Arbeit, wenn sie aus Liebe, Berufung und Treue zu Gott geschieht — unabhängig von Geld, Sichtbarkeit oder äußerem Nutzen.
Diesem Satz kann ich voll und ganz zustimmen. Das schließt aber nicht aus, dass wir hier auf Erden trotzdem ohne Geld nicht bestehen können - und wer mehr davon hat, kann ja auch damit für andere zum Segen und zur Hilfe werden.
@turmfalke1 Wer behauptet was?
Geld ist ein erfundenes Zahlungsmittel wegen dem einiges, das Gott für uns gemacht hat, künstlich verknappt wird, um es zu scheffeln.
btw. Wurde im social Media gerade über die Mio oder sogar Milliardengewinne von Schell gepostet..... Mitten in einer "Krise"! Mal wieder. So war aber auch.... Die armen reichen.... Die ihre fetten Mäuler nicht voll genug kriegen vom Geld, das sie u.a. den AN vorenthalten.
Ich möchte hiermit das Thema beenden, weils mich zu der aufregt. Ich muss und werde mich nicht weiter rechtfertigen warum ich nicht arbeite.
Und ich werde nicht über meine Zeit Buch führen "um das zu rechtfertigen", bekomme GsD EM-RENTE, also ist es "offiziell...anerkannt", mehr muss niemand wissen.
@samira-jessica Ich möchte hiermit das Thema beenden,
Geht klar.
Am idealsten ist es natürlich, wenn Beruf und Berufung zusammenfallen.
Dachte ich auch mal - bin mir aber nicht mehr so sicher.
Denn gerade dann braucht es eine sehr gute Fähigkeit für sich selbst einzustehen, Grenzen zu setzen und auf sich zu achten.
Nicht umsonst gelten viele der Berufe im sozialen/kirchlichen Bereich als Burnout-Fallen oder sind schlecht bezahlt.
Veröffentlicht von: @samira-jessicaWenn ich selber koche, brauche ich eine Stunde für bspw. Nudeln mit Soße ...
Was denkst Du, wie lange andere Leute brauchen?
Veröffentlicht von: @samira-jessica@chai Kürzer auf jeden Fall
Von was für einer Soße reden wir?
Eine Soßenpulver-Soße ist schnell gemacht; alles, was geschnippelt und angebraten etc. werden muss, dauert länger.
Veröffentlicht von: @samira-jessica@chai Wäre zweiteres in dem Fall erwähnenswert?...........
Keine Ahnung.
Manche Leute kochen ja, weil es sie entschleunigt. (Ich auch nicht unbedingt)
@chai entschleunigt? X Zutaten mühevoll schneiden...
Ah, ich hab mittlerweile so einen Zerkleinerer, wo man oben den Stab vom Pürierstab reinsteckt.
Das geht ab XD
Veröffentlicht von: @samira-jessica@chai entschleunigt? X Zutaten mühevoll schneiden...
Ich hab ja auch nicht gesagt, dass es alle Menschen entschleunigt.
Veröffentlicht von: @samira-jessicaMein Eindruck kommt ganz einfach aus Social Media, wo die meisten nicht mehr über die Runden kommen und über Ausbeutung klagen. Und wenn man die ganzen Schlagzeilen dann liest, nach denen Reiche immer reicher werden, v. a. in "Krisenzeiten" wie zu Corona ... dann zählt man eins und eins zusammen.
Vielleicht ist es ein Fehler, alles Wissen aus Social Media zu beziehen.
Ich kenne auch viele Menschen, die nicht gut über die Runden kommen, obwohl sie Vollzeit in einem anstrengenden Job arbeiten.
(Nebenbei - in einem sozial arbeitenden Betrieb, in dem sehr viel Rücksicht auf die Klienten genommen wird. Solche Jobs sind nicht nur körperlich anstrengend, sondern auch mental.)
Es gibt Werkstätten für behinderte Menschen, etc., wo Menschen mit ihren Einschränkungen durchaus akzeptiert werden. Nimm doch mal die "Negativ-Denke-Brille" ab und sieh auch mal die positiven Seiten.
Ohje, informier dich mal über die WfbM, die Rechte und Zustände, und erst recht "die Entlohnung" dort.
Neee ... WfbM war für mich nie eine Option und wird es nie sein.
Nun ja - die WfbM müssen ja nicht nur die armen ausgebeuteten behinderten Menschen bezahlen, sondern auch die Mitarbeiter, die den Betrieb am Laufen halten.
Incl. der Putzfrau und des Küchenpersonals.
Ich lass meine Zeit nie wieder fremdbestimmen und nutze sie lieber für meine Freiheit, meinen Haushalt und das Schreiben, für das ich endlich wieder Feuer gefangen habe.
Das scheint der Knackpunkt zu sein, an dem sich diverse Diskussionen entzünden.
In dem Moment, wo Du Arbeitnehmer (fast egal wo) bist, bist Du nicht mehr alleiniger Herr über Deine Zeit.
Aber dafür bekommst Du halt auch Geld zum Leben.
Veröffentlicht von: @chaiVeröffentlicht von: @samira-jessicaMein Eindruck kommt ganz einfach aus Social Media, wo die meisten nicht mehr über die Runden kommen und über Ausbeutung klagen. Und wenn man die ganzen Schlagzeilen dann liest, nach denen Reiche immer reicher werden, v. a. in "Krisenzeiten" wie zu Corona ... dann zählt man eins und eins zusammen.
Vielleicht ist es ein Fehler, alles Wissen aus Social Media zu beziehen.
Ich kenne auch viele Menschen, die nicht gut über die Runden kommen, obwohl sie Vollzeit in einem anstrengenden Job arbeiten.
(Nebenbei - in einem sozial arbeitenden Betrieb, in dem sehr viel Rücksicht auf die Klienten genommen wird. Solche Jobs sind nicht nur körperlich anstrengend, sondern auch mental.)
Das bestätigt ja nur, was ich "aus Social Media weiß".
Es gibt Werkstätten für behinderte Menschen, etc., wo Menschen mit ihren Einschränkungen durchaus akzeptiert werden. Nimm doch mal die "Negativ-Denke-Brille" ab und sieh auch mal die positiven Seiten.
Ohje, informier dich mal über die WfbM, die Rechte und Zustände, und erst recht "die Entlohnung" dort.
Neee ... WfbM war für mich nie eine Option und wird es nie sein.Nun ja - die WfbM müssen ja nicht nur die armen ausgebeuteten behinderten Menschen bezahlen, sondern auch die Mitarbeiter, die den Betrieb am Laufen halten.
Incl. der Putzfrau und des Küchenpersonals.
Und deshalb rechtfertigt das die Peanuts?
Ich lass meine Zeit nie wieder fremdbestimmen und nutze sie lieber für meine Freiheit, meinen Haushalt und das Schreiben, für das ich endlich wieder Feuer gefangen habe.
Das scheint der Knackpunkt zu sein, an dem sich diverse Diskussionen entzünden.
In dem Moment, wo Du Arbeitnehmer (fast egal wo) bist, bist Du nicht mehr alleiniger Herr über Deine Zeit.
Aber dafür bekommst Du halt auch Geld zum Leben.
Genau, das ist der Knackpunkt!
Deinen Aber-Punkt versteh ich nicht; steht uns hier in D ja auch zu, das Minimum muss gewährleistet sein. Und hier bin ich eh pro BGE. Das sollte immer gewährleistet sein.
Gott möchte eine Gemeinschaft, in der alle versorgt werden, unabhängig von ihrer Leistung(sfähigkeit).
@samira-jessica Gott möchte eine Gemeinschaft, in der alle versorgt werden, unabhängig von ihrer Leistung(sfähigkeit).
Es ist aber ein Unterschied zwischen Leistungsfähigkeit und Leistungswilligkeit. Wie gesagt, wer nicht arbeiten kann, dem steht vollste Unterstützung zu, aber bei Dir klingt das halt anders, wenn Du schreibst:
Ich lass meine Zeit nie wieder fremdbestimmen und nutze sie lieber für meine Freiheit, meinen Haushalt und das Schreiben, für das ich endlich wieder Feuer gefangen habe.
Und zu dem:
steht uns hier in D ja auch zu, das Minimum muss gewährleistet sein
Für die, die nicht arbeiten können, absolut in Ordnung, denen kann man durchaus auch mehr als das Minimum zugestehen, weil sie nichts dafür können und auch Anspruch auf ein lebenswertes Leben haben.
Aber wer arbeiten kann und nicht will, und sich dann das Minimum finanzieren lässt, beutet der nicht diejenigen aus, die hart arbeiten und dadurch dafür sorgen, dass sein Minimum mit finanziert werden kann? Irgendwo muss das Geld ja herkommen, das fällt ja nicht vom Himmel sondern muss erwirtschaftet werden.
@turmfalke1 Ich will und kann nicht, weil behindert und Trauma. Ich hatte schon immer weniger Energie ... ist halt so.
So und jetzt werd ich mich nicht mehr dazu äußern. Ich muss mich nicht rechtfertigen.
@samira-jessica So und jetzt werd ich mich nicht mehr dazu äußern. Ich muss mich nicht rechtfertigen.
Hat auch nie jemand verlangt. Nen schönen Abend noch.
@turmfalke1 Aber wer arbeiten kann und nicht will, und sich dann das Minimum finanzieren lässt, beutet der nicht diejenigen aus, die hart arbeiten und dadurch dafür sorgen, dass sein Minimum mit finanziert werden kann?
Ausgebeutet wird der Lohnarbeiter vor allem vom Kapitalisten. Dass auf die paar wenigen Leute (es handelt sich um eine quantité négligeable) , die hierzulande nicht arbeiten wollen und lieber von der Grundsicherung leben, mit solchen Argumenten wie Deinem moralischer Druck ausgeübt wird, ist die traurige Regel. Solcher innerhalb der unteren Klassen geschürter Neid und Streit hilft dabei, die Herrschaft des Kapitals zu stabilisieren.
Mach vielleicht einfach mal selbst die Rechnung auf: wieviel Cent nimmt ein Kapitalist von jedem Euro Mehrwert, den sein hart arbeitender Lohnarbeiter produziert? Kleiner Tipp: die Mehrwertrate (Mehrwert geteilt durch das variable Kapital) wird für Deutschland auf weit über 100% geschätzt... Also: von dem Mehrwert, den ein Lohnarbeiter durch seine Leistung schafft, wird ihm anteilig mehr als die Hälfte von seinem Arbeitgeber abgenommen. Und wieviele Cent der Abgaben- und Steuermittel, die dieser Arbeiter pro Euro Bruttolohn an die unterschiedlichen Institutionen (von der Renten- über die Kranken- und Pflegekassen bis hin zum Staatssäckel, in welches die Lohnsteuer fließt...) abführt, fließt dann an diese so dargestellten Schmarotzer/Arbeitsverweigerer?
Dein Argument ist also nicht grundsätzlich falsch: ein klitzekleines Fitzelchen dessen, was ein hart arbeitender Lohnarbeiter erwirtschaftet, geht auch an die winzige Gruppe der totalen Arbeitsverweigerer in Deutschland. Dieses Bißchen nimmt sich allerdings neben dem, was er an seinen "Arbeitgeber" - dessen einziger Grund, ihn anzustellen, derjenige ist, ihn auszubeuten - abgibt, aus wie ein Fliegenschiß zu einem Berg.
@jack-black dessen einziger Grund, ihn anzustellen, derjenige ist, ihn auszubeuten
Ist das jetzt Ironie oder ernst gemeint???
@turmfalke1 guck dich doch um, außerhalb deiner WfbM-Blase (berichtige mich, wenn ich falsch verstanden habe, dass du in eine gehst.).
@samira-jessica berichtige mich, wenn ich falsch verstanden habe, dass du in eine gehst.
Da hast Du mich tatsächlich falsch verstanden. Ich gehe in keine Behindertenwerkstatt, sondern war zuerst in der Buchhaltung eines Unternehmens tätig mit allem, was sonst so im Büro anfällt, und arbeite jetzt im öffentlichen Dienst. Ich habe bis jetzt keinen AG kennengelernt, der AN nur deshalb anstellt, um sie auszubeuten. Das aufs Große, Ganze zu beziehen, halte ich für eine schwerwiegende Unterstellung.
Übrigens mache ich nebenbei noch für einen guten Freund die Buchhaltung, bin praktisch bei ihm angestellt und fühle mich keinesfalls ausgebeutet. Und als Buchhalter habe ich schon Einblick, was für ihn vom Unternehmensgewinn abfällt.
Wenn es keine AG gäbe, wäre das ganze System längst zusammengebrochen und wir könnten uns in Deutschland den Wohlstand nicht leisten, den wir tagtäglich genießen dürfen. Das Gleiche gilt natürlich, wenn es keine AN gäbe. Beides ist wichtig. Und wenn ich das Arbeitspensum sehe, das die AG zu leisten haben, die ich kenne, ich möchte nicht mit ihnen tauschen. Es ist vielleicht nochmal ein Unterschied, ob man von ganz normalo Arbeitgebern spricht oder von der Chefetage eines Konzerns. Da kann es eher zu Ungleichgewicht kommen, aber da kann ich nicht mitreden - weil da habe ich keine Erfahrung.
@turmfalke1 Jetzt bin ich ein kleines Bisschen neidisch auf dich Buchhalter. ^^
Aber ansonsten ... ich hab nie verstanden, wozu ein AG gut ist. Um Aufgaben zu verteilen aber die kann man auch selbst sehen und erledigen.
Ich hab nie verstanden, warum es "immer jmd. brauchen soll, der anderen sagt, was sie zu tun haben". Vielleicht war das ein Pluspunkt in der Förderschule, wir haben selbstständiges Lernen bzw. Arbeiten gelernt.
Wäre ich nicht so, ja, lahmarschig, und wäre die Hürde nicht x Jahre angestellt erstmal angestellt zu sein, hab ich mir überlegt mich selbstständig zu machen. Aber wer stellt denn eine Behindi ein, die 5 kackjahre für ein vierteltes Fernstudium gemacht hat (mit Sehr guten Noten, aber das zählt ja weniger - dem Jobcenter wars scheißegal)?
Zum Rest deiner Pro-AG-Hymne hat Jack ja schon alles gesagt.
Ist ja schön, wenn du glücklich bist und genug Geld bekommst, den meisten im Arbeitsleben gehts halt nicht so.
Veröffentlicht von: @samira-jessicaAber ansonsten ... ich hab nie verstanden, wozu ein AG gut ist.
Um Aufgaben zu verteilen aber die kann man auch selbst sehen und erledigen.
Nun ja - in der Regel bedeutet es ja, dass mit 'Arbeitgeber' ein Betrieb gemeint ist, in dem verschiedene Aufgaben auf verschiedene Bereiche und Mitarbeiter verteilt sind.
Hat ja keinen Wert, wenn jedes irgendwas erledigt, weil's das grad sieht.
Und es ist auch nicht jedes für jede Aufgabe ausgebildet.
Ich hab nie verstanden, warum es "immer jmd. brauchen soll, der anderen sagt, was sie zu tun haben".
Vielleicht war das ein Pluspunkt in der Förderschule, wir haben selbstständiges Lernen bzw. Arbeiten gelernt.
Wie gesagt - Aufgaben können (und müssen) verteilt werden.
Und in diesem Bereich ist dann auch selbstständiges Arbeiten möglich.
(Lernt man übrigens nicht nur in der Förderschule)
@chai Nein, Arbeitgeber meint den Chef, der erstmal die Bereiche und dann die Aufgaben verteilt, oder wozu ist er denn sonst da??
Wieso keinen Wert? Ich meine ja jeder in dem Bereich in der auch Ahnung.
Veröffentlicht von: @samira-jessica@chai Nein, Arbeitgeber meint den Chef, der erstmal die Bereiche und dann die Aufgaben verteilt, oder wozu ist er denn sonst da??
Im Zweifelsfall trägt er auch Verantwortung.
Wieso keinen Wert? Ich meine ja jeder in dem Bereich in der auch Ahnung.
???
@chai eigentlich tragen die doch die AN, der AG übernimmt sie halt ("großzügigerweise"), aber wenn ich heute scheiße baue, bin ich doch dafür verantwortlich.
Ich hab den Satz mit dem Wert nicht verstanden. Darum sollte es doch gehen, eigenständig Arbeit sehen und auch machen. Imho.
Oh, der Satz war holprig xD Mein Kopf ist oft schneller als meine Hände. Ich meinte, selbstredend gehts ja um die jew. Bereiche, in denen man sich auskennt.
Veröffentlicht von: @samira-jessicaDarum sollte es doch gehen, eigenständig Arbeit sehen und auch machen. Imho.
Ich geb Dir mal ein ganz banales Beispiel aus der Bäckerei.
Es müssen Brötchen gebacken werden, es muss Mehl bestellt werden, es müssen Kuchen gebacken werden, die Produkte müssen in die Filialen gebracht und dort verkauft werden.
Also gibt's einen Bäcker, der den Brötchenteig ansetzt; leitet die Bestellung fürs Mehl an den Kollegen aus der Abteilung Einkauf weiter.
Ein anderer Bäcker backt Kuchen, und ein Fahrer packt die Produkte ins Auto und bringt sie in die Filialen - und logisch - dort wartet die Verkäuferin, dass das Zeug endlich beikommt, weil irgendjemand Brötchen und Kuchen kaufen will.
Wenn jetzt jeder im Laden Brötchenteig ansetzt, aber der Einkäufer kein Mehl bestellt hat, gibt's keinen Kuchen, der Fahrer kann nix ausfahren und die Verkäuferin in der Filiale kann nix verkaufen. Etc.
@chai die AN leiten untereinander weiter, wer was und wie viel davon braucht. Die wissen das ja sogar noch besser, als ein Chef, der irgendwo drüber sitzt, behaupte ich jetzt mal, weil sie ja direkt ihre Bestände und Zahlen im jew. Bereich (wo logischerweise nicht überall Teil gemacht wird) sehen.
Das geht doch auch ohne dass man es gesagt bekommt.
@samira-jessica Ich seh's schon - Du kennst Dich voll aus 😆
@chai Ne, ich lass mich ja nicht ausbeuten ... äh ich arbeite ja nicht.
Das ist meine persönliche Sicht auf dieses Thema.
aber wenn ich heute scheiße baue, bin ich doch dafür verantwortlich.
Verantwortlich schon, aber die Konsequenzen trägt man nicht.
aber wenn ich heute scheiße baue, bin ich doch dafür verantwortlich.
Verantwortlich schon, aber die Konsequenzen trägt man nicht.
Werden die aber nicht dann weitergegeben? Entlassungen oder so?
ich hab nie verstanden, wozu ein AG gut ist. Um Aufgaben zu verteilen aber die kann man auch selbst sehen und erledigen.
Ich hab nie verstanden, warum es "immer jmd. brauchen soll, der anderen sagt, was sie zu tun haben".
Dann zeige mir mal den Betrieb, der lange besteht, wenn jeder das macht, was er/ sie gerade für richtig hält. Es muss jemanden geben, der sich entschließt ein Unternehmen zu gründen. Es muss jemanden geben, der Geld reinsteckt in das Unternehmen. Und es muss jemanden geben, der organisiert, Aufgaben anweist, dass eben nicht alles durcheinander geht.
Und es muss jemanden geben, der organisiert, Aufgaben anweist, dass eben nicht alles durcheinander geht.
Weil alle anderen zu doof dafür sind, oder was?
Ich hab mich im Fernstudium mit dem Führungsprozess auseinandergesetzt, weils mich interessiert hat, und nichts erkannt, was nicht auch dem Selbstmanagement entspricht ...
@samira-jessica Weil alle anderen zu doof dafür sind, oder was?
Mit "doof" hat das überhaupt nichts zu tun. Aber zeige mir doch mal ein Unternehmen, wo das so funktioniert, dass jeder das macht, was ihm gerade einfällt.
@turmfalke1 'Aufgabenverteilung' nennt man das. 🙂
@turmfalke1 Google sagt gibt es; nennet sich Holokratie und läuft.
@samira-jessica Google sagt gibt es; nennet sich Holokratie und läuft.
Na mal schauen, ob sich das durchsetzt. Ich habe doch tatsächlich mal die KI gefragt, wieviele Unternehmen danach weltweit arbeiten und die gibt als Zahl 47. Keine Ahnung, ob das so stimmt, aber wäre durchaus noch keine repräsentative Zahl. Wikipedia spricht zumindest von einigen hundert, aber auch das ist ein verschwindend geringer Teil gegenüber der Gesamtwirtschaft.
Interessant finde ich folgenden Satz in Wikipedia: "Häufige Probleme in holokratischen Organisationen seien die Gehaltsstrukturen sowie die Karrieremöglichkeiten. Oft bilde sich eine informelle Hierarchie heraus, die dem klassischen Modell der Unternehmensführung recht nahe komme."
Da würde ich dann schon sagen, wenn das stimmt: Vom Regen in die Traufe.
@turmfalke1 Darum ging es nicht, es ging darum ob es solche Unternehmen gibt.
Die Frage ist aber, wie lange die Bestand haben und ob das ein Modell ist, welches für eine Gesellschaft Wohlstand usw. garantieren kann. Es gibt viele Unternehmensmodelle, aber nicht alle sind tauglich.
Weil alle anderen zu doof dafür sind, oder was?
Manche schon, die nächsten können nicht, obwohl sie nicht doof sind. Die allermeisten wollen aber garnicht.
Ich hab mich im Fernstudium mit dem Führungsprozess auseinandergesetzt, weils mich interessiert hat, und nichts erkannt, was nicht auch dem Selbstmanagement entspricht ...
Die meisten AN können sich nicht mal selbst managen, geschweige denn andere. Aber viele müssen das auch garnicht, weil sie einfach nur daily business machen.
Weil alle anderen zu doof dafür sind, oder was?
Ich hab mich im Fernstudium mit dem Führungsprozess auseinandergesetzt, weils mich interessiert hat, und nichts erkannt, was nicht auch dem Selbstmanagement entspricht ...
Es ist eine Frage der Organisation. Ich hatte beispielsweise mal die Aufgabe, einen Bericht zu verfassen, für den ich Informationen von Kollegen brauchte. Ich habe den Kollegen also eine Liste gegeben mit den Informationen, die ich benötigte.
Die habe ich dann auch bekommen... aber jeder hat es mir auf völlig andere Weise geschickt, manche haben sich auf wenige Stichpunkte beschränkt, andere haben seitenweise überflüssiges Zeug geschrieben, jeder hat eine andere Formatierung gewählt, so dass ich einen Riesenhaufen Arbeit hatte das ganze Zeug erst mal zu sortieren und zu formatieren bevor ich es verwenden und meinen Bericht schreiben konnte.
Also habe ich danach, für den nächsten Bericht, ganz präzise Vorlagen erstellt und genau geschildert was ich brauche, wie viele Worte, wie viele Listen, welche Informationen genau in welchem Format.
Und das ist letztlich das, was Vorgesetzte tun... genaue Anweisungen geben und organisieren. Das hat nichts damit zu tun, dass meine Kollegen zu "doof" gewesen wären, aber jeder hatte eine völlig andere Arbeitsweise und andere Vorstellungen.
In vielen anderen Betrieben ist es hingegen so, dass praktisch nichts mehr gemacht wird, sobald der Chef mal nicht da ist... da ist dann plötzlich alles egal. Habe ich auch kein Verständnis für, aber so eine Mentalität ist wohl weit verbreitet...
@lucan-7 Ja gut, aber man kann sich ja auch untereinander einigen, dass Informationen nur in Stichpunkten weitergeben bzw. zur Verfügung gestellt werden, und das so aushängen oder für jede Abteilung eine Handout machen.
Das gibts ja schon, eine Aufgabenliste für alle Abteilungen, damit Vertretungen sich zurecht finden. Hab ich so auch mal im Praktikum gesehen.
@samira-jessica Und denkst Du, das ist einfacher?
Ich hab in den unterschiedlichsten Betrieben gearbeitet und obwohl's (zu diesem Zeitpunkt) immer 'Büro' war, lief es doch überall sehr unterschiedlich.
Logisch, der Ingenieur hat andere Schwerpunkte als der Handwerksbetrieb und im Handel läuft's nochmal anders.
@chai Vielleicht hab ich zu wenig praktische Ahnung aber ich sehe das Problem nicht, wenn jeder Bereich eigene macht. So wars auch gemeint.
Ist es nicht real auch so, der Chef kann doch nicht bereichsübgreifend Sachen entscheiden kann, sondern an die Bereiche angepasst? Bzw. machen das dann vielleicht die Bereichsleiter?
@samira-jessica Ich war meistens in kleineren Betrieben beschäftigt.
Da läuft das etwas anders als in großen Firmen.
Ja gut, aber man kann sich ja auch untereinander einigen, dass Informationen nur in Stichpunkten weitergeben bzw. zur Verfügung gestellt werden, und das so aushängen oder für jede Abteilung eine Handout machen.
Nein... auf keinen Fall!
Ich habe sehr nette, aber auch sehr redefreudige Kollegen. Für mich ist das recht gewöhnungsbedürftig... da sind Leute, die wirklich alles haarklein bereden wollen. Und sie finden einfach kein Ende.
Und wenn wir dann eigentlich alles soweit fertig haben meldet sich noch jemand, der eigentlich lieber alles ganz anders machen würde, und dann geht wieder alles von vorn los... wir haben ganze Nachmittage mit Teamsitzungen verbracht, die eigentlich in 20 Minuten hätten erledigt sein können!
Also nein, wirklich nicht. Ich bin so froh, dass wir inzwischen einen neuen Teamleiter haben. (Ich selber wollte den Job nicht übernehmen... habe ich lange genug selbst gemacht).
Der wird jetzt gefragt, wie wir es machen sollen - dann sagt er, was wir tun sollen, und dann ist das erledigt. Dauert keine fünf Minuten, und alle kommen damit klar.
Und das hat nichts damit zu tun, dass er jetzt der "Boss" wäre oder so (Der muss auch nur die Verträge erfüllen, damit Geld reinkommt) - es geht schlicht um Organisation.
Wenn man die richtigen Leute als Team hat, dann mag das auch ohne Chef funktionieren. Aber wir haben sehr verschiedene Leute mit sehr verschiedenen Arbeitsweisen... ich komme mit jedem Kollegen gut klar, aber wir brauchen einfach klare Arbeitsweisen und Vorgaben.
Und dann läuft das auch.
@turmfalke Es ist vollständig ernst gemeint - allerdings verwende ich den Begriff "ausbeuten" nicht im pejorativen Sinne, klage also nicht den jeweiligen Kapitalisten moralisch an. Einen anderen Grund, jemanden als Lohnarbeiter anzustellen, als dessen Arbeitskraft auszubeuten, gibt es objektiv im Kapitalismus nicht. Na klar: man könnte sagen, da ist ein kreativer Unternehmer, der hat eine großartige Vision, wie er mit seinen Produkten die Menschheit voranbringen könne. Und so weiter und so fort.
Aber diese Art idealistischer Motivation zerschillt ganz schnell im System und selbst, wenn man meinen würde, dass es dem Kapitalisten nur darum ginge, diese tollen Produkte für die Welt zu produzieren - würde eben der Lohnarbeiter, den er für diesen Zweck anstellt, nur aus diesem Grund angestellt: um ihn (seine Arbeitsleistung) ausbeuten zu können. Kein Unternehmer stellt Leute ein, weil er die Menschen so lieb hat und möchte, dass es allen gut geht. Er stellt sie ein, um Profite zu erwirtschaften - kein Unternehmen hält sich erwähnenswert lang am Markt, wenn es keine Profite abwirft (oder zumindest Investoren mit immer weiteren Versprechungen auf zukünftige Profite bei der Stange hält).
Also nochmal: im Kapitalismus ist es der default-modus, dass der Kapitalist den Lohnarbeiter ausbeutet. Und wie sehr er dies im Regelfall* tut, darauf weist die über 100 Prozent liegende Mehrwertrate hin.
Du verwendetest das Wort "ausbeuten" im pejorativen (moralisch anklagenden) Sinne, das hatte ich zumindest so verstanden. Und mit meiner Einwendung versuchte ich zweierlei: Erstmal klar zu machen, dass diese Begriffsverwendung einem systemerhaltenden, die Machtstrukturen stützenden Narrativ dient (dass ein paar Totalverweigerer in nennenswertem Umfang daran schuld seien, wenn hart arbeitende Leute so stark belastet werden, wie's sich für sie richtigerweise anfühlt) und zum zweiten, dass die tatsächliche Ausbeutung der hart arbeitenden Leute im Regelfall von der anderen Seite her geschieht: von denen, die ihnen, der Euphemismus lässt sich leider kaum vermeiden, Arbeit geben.
*Der einzelne Unternehmer kann es sich übrigens systembedingt gar nicht leisten, es nicht zu tun: gäbe er mehr von dem erwirtschafteten Wert an den Lohnarbeiter ab als unbedingt nötig, würden entweder seine Waren teurer und könnten gegen die Konkurrenz auf dem Markt nicht bestehen, oder müsste er auf seine Profite verzichten. Die sind aber im Kapitalismus im Regelfall der einzige Zweck des Unternehmertums.
Tja, ich kenne halt den Begriff "ausbeuten" bis jetzt nur in dem negativen Sinn der rücksichtslosen Nutzung fremder Arbeit. Bin halt noch in der DDR in die Schule gegangen, wo man immer als Kennzeichen des Kapitalismus die "Ausbeutung des Menschen durch den Menschen" gelehrt hat.
Ich hab mal geschaut - Ausbeutung kommt von den Worten "wegnehmen, erbeuten, verteilen". Ich sag mal so, normalerweise nimmt der AG dem AN nichts weg, sondern gibt Geld gegen Arbeitsleistung, ein normales Vertragsverhältnis.
Kein Unternehmer stellt Leute ein, weil er die Menschen so lieb hat und möchte, dass es allen gut geht.
Das ist mir schon klar. Er stellt Leute ein, um das Unternehmen am Laufen zu erhalten und natürlich auch, um Gewinne zu erwirtschaften. Aber umgekehrt lässt sich auch kein AN anstellen, weil er den AG so lieb hat und diesem eine Freude machen will, sondern er lässt sich anstellen, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Beutet er dann nicht nach Deiner Sichtweise auch den AG aus? Dann würde sich das aber wieder ausgleichen, oder?
kein Unternehmen hält sich erwähnenswert lang am Markt, wenn es keine Profite abwirft
Das musst Du nicht mir erklären. Das war Samira, die der Meinung war, dass der Gewinn/ der Profit einzig dazu dient, den AG immer reicher zu machen und dass der Umsatz reichen würde, das Unternehmen am Laufen zu halten.
dass die tatsächliche Ausbeutung der hart arbeitenden Leute im Regelfall von der anderen Seite her geschieht: von denen, die ihnen, der Euphemismus lässt sich leider kaum vermeiden, Arbeit geben.
Sicher sind sie die ersten Nutznießer der Arbeit, die die AN leisten - aber umgekehrt sind auch die AN die Nutznießer davon, dass es den Betrieb überhaupt gibt und er Bestand hat. Und das wiederum ist dem AG zu verdanken. Also ein Nehmen und Geben.
Oh xD ein Boomer und Kapitalism-Liebhaber und AG-... das Wort darf ich hier sicher nicht schreiben, also ... Dann bin ich hier eh raus.
Beutet er dann nicht nach Deiner Sichtweise auch den AG aus?
xD Das musst mir mal erklären? Wo die AN den armen AG bitte ausbeuten.
@samira-jessica Das musst mir mal erklären? Wo die AN den armen AG bitte ausbeuten.
Das Wort - den "armen" würde ich hier eher weglassen. Jack benutzt ja lt. seiner Aussage den Begriff "ausbeuten" nicht im negativ-anklagenden Sinn.
Rein realistisch betrachtet stellt der AN dem AG seine Arbeitskraft zur Verfügung, wofür dieser ihm wiederum Geld gibt. Soweit klar?
Und wenn man das dann so sieht, dass der AG die Arbeitskraft des AN ausbeutet, beutet dann nicht der der AN den Geldbeutel des AG aus? 😀 Forderung nach Gehaltserhöhung - welch eine Ausbeutung. 🤣 Umgekehrt, wenn der AG fordert, dass der AN mehr arbeitet, würdest Du es doch bestimmt als Ausbeutung sehen, oder? Warum dann nicht auch so rum?
@turmfalke1 Omg, da fällt mir fast nichts mehr ein xD
Der AN schafft mit seiner Arbeitskraft überhaupt erst das Geld ran!
Zieh man den Kopf aus dem ... der AGs....
@samira-jessica Schalt mal einen Gang zurück.
@samira-jessica Der AN schafft mit seiner Arbeitskraft überhaupt erst das Geld ran!
Ach so, und der AG dreht Däumchen, oder was? Hast Du überhaupt schon mal in so einen Betriebsablauf reingeschaut, was es bedeutet AG zu sein und mit wieviel Arbeit und Verantwortung das verbunden ist? Also ich kenne viele Arbeitgeber, die sind fast rund um die Uhr beschäftigt. Wenn der AN Feierabend hat, geht er nach Hause und lässt die Arbeit hinter sich. Bei vielen Arbeitgebern funktioniert das so nicht. Und außerdem - gäbe es keinen AG, könnte der AN auch kein Geld ranschaffen.
Zieh man den Kopf aus dem ... der AGs....
Über so ein Niveau kann ich nur den Kopf schütteln.
Bin grad noch an dem Wort hängengeblieben:
@samira-jessica Kapitalism-Liebhaber
Ich würde mich eher als Jesus-Liebhaber bezeichnen. 😀
Lieben tu ich den Kapitalismus nicht, weil er ein zutiefst irdisches Konzept ist, das durchaus auch zu vielen Ungerechtigkeiten führt. Aber deshalb verteufel ich trotzdem nicht die Mehrzahl der AG, die man nunmal - ebenso wie die AN - braucht, um die Wirtschaft am Laufen zu halten.
Wir leben noch auf dieser Erde, und da muss ein Weg gefunden werden, das die Menschen überleben können - und der Kapitalismus hat sich nunmal bis jetzt am längsten bewährt. Hast Du eine bessere Idee? Der Sozialismus, den ich durch meine Kinderzeit noch gut kenne, ist jedenfalls gründlich baden gegangen. Meinen Eltern wurde in der Schule noch erzählt, dass in der näheren Zukunft - im Kommunismus - kein Geld mehr notwendig wäre, weil jeder ganz freiwillig aus reiner Nächstenliebe, auch ohne Gewinn seine Arbeitskraft dem Gemeinwohl zur Verfügung stellt. Als ich in die Schule ging, hatte man sich von dieser Illusion schon verabschiedet. Und inzwischen hat sich das ganze System als nicht tragbar erwiesen. Wir leben eben noch auf dieser sündenbehafteten Erde und der Mensch ist nicht dieses edle selbstlose Wesen. Das wird sich erst in Gottes neuer Welt erfüllen, wenn Sünde, Tod und Teufel nicht mehr da sind.
Was schlägst Du vor? Wie überbrücken wir die Zeit bis dahin? Wie soll Wohlstand geschaffen und erhalten werden ohne das Konzept von AG und AN?
@turmfalke1 Du hast vorher was von DDR erwähnt, das war kein Sozialismus, wurde euch nur so erzählt. Genau wie die AG wollen alle nur euer bestes, oder der Staat ...
Märchen sind nicht echt, tut mir Leid, Boomer.
Welcher Wohlstand, der der oberen 10%, von dem die Mehrheit nichts sieht?
Der juckt mich nicht. Soll verteilt werden. Damit auch die AN was davon sehen und haben und sich dann ohne AG selbstständig machen könnten.
Aber ich hab da wirklich zu wenig Ahnung, will ich auch gar nicht. Interessiert mich nicht. Ich hab mein Leben, meine Energie (die ich hier schon wieder verschwende, deshalb zieh ich mich wieder raus, tut mir gerade nicht gut) und meine Zeit für mich. Mehr (jajaja außer Essen, Wohnung - Grundrechte, Basics) will ich eh nicht.
@samira-jessica Du hast vorher was von DDR erwähnt, das war kein Sozialismus, wurde euch nur so erzählt.
Und was ist Sozialismus dann?
Genau wie die AG wollen alle nur euer bestes, oder der Staat ...
Hat hier keiner gesagt.
tut mir Leid, Boomer.
Ach so, wenn die Argumente ausgehen, muss man den Gegenüber beleidigen.
Damit auch die AN was davon sehen und haben und sich dann ohne AG selbstständig machen könnten.
... und damit dann selber AG werden? 🤣
Aber ich hab da wirklich zu wenig Ahnung, will ich auch gar nicht. Interessiert mich nicht.
Das sind mir die richtigen - schimpfen über die aktuellen Zustände, aber keine Vorschläge, wie mans besser machen kann. Zum Glück gibt´s noch welche, die die Arme hochkrempeln und was aufbauen.
@turmfalke1 Google doch, da ist es erklärt.
Das Hauptziel ist eine gerechte und solidarische Gesellschaft. Alle Menschen sollen gleichen Wohlstand und die gleichen Rechte haben. Wichtige Grundwerte sind Gleichheit, Gerechtigkeit und gegenseitige Hilfe.
Wichtige Merkmale
- Gemeinsamer Besitz: Wichtige Dinge wie Fabriken, Maschinen oder Grundstücke sollen nicht einzelnen reichen Personen gehören. Sie sollen der Allgemeinheit oder dem Staat gehören.
- Gerechtigkeit: Der erwirtschaftete Gewinn soll fair unter allen Menschen aufgeteilt werden. Niemand soll ausgebeutet werden.
- Zusammenarbeit: Die Menschen sollen einander helfen (Solidarität), anstatt nur im harten Wettbewerb gegeneinander zu kämpfen.
Verschiedene Formen
- Demokratischer Sozialismus: Die Ziele sollen auf friedlichem Weg durch Wahlen und Gesetze in einer Demokratie erreicht werden.
- Kommunismus: Im Marxismus wird der Sozialismus oft als Vorstufe zum Kommunismus gesehen. Im Kommunismus soll es am Ende gar keinen Staat und kein Privateigentum mehr geben.
- Historische Realität: In der Geschichte (wie in der ehemaligen Sowjetunion oder der DDR) führte der Staatssozialismus oft zu einer strengen Herrschaft, Armut und dem Verlust von Freiheit. Das führte zu viel Kritik.
Die DDR war kein echter Sozialismus, weil sie eine Diktatur der Parteiführung statt einer Herrschaft der Arbeiter war.Hier sind die vier Hauptgründe kompakt zusammengefasst:
- Machtmissbrauch: Nicht das Volk bestimmte, sondern allein die Führung der SED-Partei.
- Staatsbesitz statt Volksbesitz: Fabriken gehörten dem Staat und wurden von Bürokraten gelenkt, die Arbeiter hatten kein Mitspracherecht.
- Neue Privilegien: SED-Funktionäre bildeten eine bevorzugte Oberschicht mit Luxusgütern und Sonderrechten, was dem Ideal der Gleichheit widersprach.
- Unfreiheit: Meinungsfreiheit fehlte, Kritiker wurden durch die Stasi überwacht und die Bevölkerung wurde durch die Mauer eingesperrt.
Das System war deshalb ein Staatssozialismus, der die sozialistische Idee als Deckmantel für eine Diktatur nutzte.
und damit dann selber AG werden?![]()
Und in welchem Land gibt es diese Form des Sozialismus? Genauso wurden die Ziele auch im Ostblock zuerst formuliert und dann driftete das Ganze immer mehr in Schieflage ab.
@turmfalke1 was weiß ich, googel doch alleine .... Boomer. Hier jedenfalls nicht.
Was willst Du mir eigentlich damit sagen, dass Du mich immer wieder als "Boomer" bezeichnest? Was soll das sein?
@turmfalke1 ... nicht die Generation ... sondern ein Weltbild (kann man das so sagen?) ... pro Kapitalsm, pro AG ... all das
Frag bitte Googel oder jmd anderes ... ich hab heute keine Energie mehr, dir alles zu erklären ... bin ja auch nicht Lehrerin geworden.
@samira-jessica Frag bitte Googel oder jmd anderes ... ich hab heute keine Energie mehr, dir alles zu erklären ... bin ja auch nicht Lehrerin geworden.
Dann hör einfach auf, mit solchen Begriffen um Dich zu werfen.
Und noch mal - ich bin weder "Pro Kapitalismus" noch "pro AG" oder sonstwas, aber ich kann´s einfach nicht ab, wenn eine ganze Gruppe von Menschen diffamiert und als die Bösen hingestellt werden. Es gibt Ausbeuter unter den AG, es gibt Ungerechtigkeiten im Kapitalismus, aber wir leben nunmal darin, und ich bin dankbar, dass es Menschen gibt, die sich dafür entscheiden, ein Unternehmen zu gründen und die Wirtschaft am Laufen zu halten.
Und jetzt sag ich auch mal - Punkt.
Und in welchem Land gibt es diese Form des Sozialismus? Genauso wurden die Ziele auch im Ostblock zuerst formuliert und dann driftete das Ganze immer mehr in Schieflage ab.
Auch außerhalb des Ostblocks gab es Länder, die sich als sozialistisch bezeichneten. Unten bring ich ein Beispiel.
Aber eine Diskussion, die »den« Kapitalismus und »den« Sozialismus vergleicht, ist mir zu simpel gestrickt.
Kapitalismus hat was mit Marktwirtschaft zu tun. Marktwirtschaft ist ein System, das die bestehende Nachfrage ohne viel Aufwand (die berühmte »unsichtbare Hand« des Adam Smith) ziemlich effizient befriedigt.
Was oft übersehen wird: Nachfrage ist nicht das Gleiche wie Bedürfnisse. Die Nachfrage eines Superreichen, der jedes Jahr mehrere Millionen für privaten Verbrauch ausgibt, wird genauso effizient befriedigt wie die nachfrage von jemand, der vom Bürgergeld leben muss …
Eine Möglichkeit, da die schlimmsten Auswüchse einzudämmen, wäre eine (teilweise) Enteignung der Superreichen. So was Ähnliches gab es z.B. in einigen europäischen Ländern, nannte sich Bodenreform. Aber das Grundübel wird nicht beseitigt: Durch die Gesetze des Marktes werden die Reichen reicher und die Armen ärmer. Lässt sich an zahlreichen Beispielen in der Geschichte feststellen.
Deshalb gibts den Ansatz der sozialen Marktwirtschaft: Dem marktbedingten Geldfluss von unten nach oben wird eine Umverteilung von oben nach unten entgegengesetzt, damit sich ein Gleichgewicht ergibt: Steuerprogression, Sozialprogramme etc. Wo sich das Gleichgewicht einpendelt, hängt natürlich von Art und Ausmaß dieser Umverteilung aus, und ggf. den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
In Schweden gab es sehr viel Umverteilung: Astrid Lindgren fand es völlig in Ordnung, dass sie 90% Einkommenssteuer bezahlte - es blieb ja genug für sie übrig. So was nannte man auch den skandinavischen Sozialismus (der mehr umfasste als nur diese Steuerprogression).
Nur als Lindgren 102% Einkommenssteuer zahlen sollte, fand sie das auch übertrieben, in einer »Fabel« schrieb sie dagegen an (und gegen unsinnige Bürokratie etc.), was mit dazu beitrug, dass die Sozialdemokraten die nächste Wahl verloren - der skandinavische Sozialismus ist inzwischen Geschichte.
Am liebsten würde ich noch viel mehr schreiben, aber jetzt fehlt mir die Zeit dazu. Aber das hat hoffentlich gezeigt, dass es mehr als zwei Systeme gibt - und auch jede Menge Stellschrauben, um das was zur zeit existiert zu verbessern. Nur die Denkweise »Sozialismus ist schlimm, der Markt ist immer die beste Lösung« hat dazu geführt, dass seit ca. 1980 Vieles in die falsche Richtung gelaufen ist.
Davon war mir jetzt so einiges neu, aber sehr interessant.
Gut ist ja, dass bei uns nicht die freie, sondern die soziale Marktwirtschaft vorherrschend ist. Aber Stellschrauben gibt es tatsächlich noch viele.
@samira-jessica Kennst Du die 'Farm der Tiere' von George Orwell?
(Wenn nicht, weißt Du ja, wen Du fragen kannst)
Kernsatz daraus 'Alle Tiere sind gleich, bis auf ein paar, die sind gleicher...'
@chai nein ... und was du mir damit sagen willst, versteh ich auch nicht ... mein Kopf ist gerade echt zu voll ... wir harmonieren nicht, lassen wir es.
Geh du einfach weiter Stiefel lecken und ich nehme meine Energie und Zeit hier jetzt wieder zurück zu mir.
entschuldige .... ich hab dich verwechselt, ist mir gerade aufgefallen ...
ich muss mich echt rausziehen ... es tut mir nicht gut
@samira-jessica Geh du einfach weiter Stiefel lecken
Schon mal die Charta von Jesus.de gelesen? Beleidigungen gehören nicht hierher, auch nicht als Ersatz für mangelnde Argumente.
@turmfalke1 Meld mich doch ...
Ah, falls du vorhin gemeldet wurdest ... oder wer anderes hier,... ich wars nicht
Ich habe nicht vor, Dich zu melden. Es liegt in Deiner eigenen Verantwortung, auf welchem Niveau Du unterwegs sein willst.
Google doch, da ist es erklärt.
google erzählt viel, wenn der Tag lang ist, nicht selten Nonsens.
@turmfalke1 Bin halt noch in der DDR in die Schule gegangen, wo man immer als Kennzeichen des Kapitalismus die "Ausbeutung des Menschen durch den Menschen" gelehrt hat.
Und tiefer wurde da nicht in die Analyse eingestiegen? In der Ständegesellschaft des Mittelalters oder in der Sklavenhaltergesellschaft des Altertums wurden ja auch Menschen durch Menschen ausgebeutet - das kann dann ja kein sehr aussagekräftiges Kennzeichen des Kapitalismus sein. 😉
Ich sag mal so, normalerweise nimmt der AG dem AN nichts weg, sondern gibt Geld gegen Arbeitsleistung, ein normales Vertragsverhältnis.
(Nebenbei: ich spreche lieber von Kapitalist statt von Arbeitgeber, und von Lohnarbeiter statt Arbeitnehmer. Arbeit kann man weder geben noch nehmen, sondern sie wird verrichtet. 😀 Und sowohl AG als AN sind in meinen Augen Euphemismen.) Woher stammt das Geld, dass der Kapitalist dem Lohnarbeiter für dessen Arbeitsleistung gibt? Aus eben dieser Arbeitsleistung. Würde diese Arbeitsleistung nicht erbracht, hätte der Kapitalist nichts, was er dem Arbeiter geben könnte. Das Geld, das der Kapitalist dem Lohnarbeiter gibt, hat er von jenem: es ist allerdings nur ein Bruchteil dessen, was durch den Lohnarbeiter an Mehrwert produziert wurde. Den Rest behält der Kapitalist für sich - das ist sein Profit.
ein normales Vertragsverhältnis.
Nein, das ist ein ganz besonderes Vertragsverhältnis - so, wie die menschliche Arbeitskraft eben eine ganz besondere Ware ist - auch wenn es selbstverständlich milliardenfach im globalen Kapitalismus vorkommt. 🙂
Es ist das Verhältnis zwischen ungleich mächtigen Vertragsparteien. Der doppelt freie Lohnarbeiter ist, um sein Leben erhalten zu können, gezwungen, das einzige gegen Geld einzutauschen, worüber er verfügt: seine Arbeitskraft. Doppelt frei meint: er ist frei von Besitz an Produktionsmitteln (hätte er solche, z.B. eine eigene Werkstatt, einen Hof, Werkzeuge etc. pp. könnte er selbstbestimmt Güter produzieren) und er ist frei darin, den Kapitalisten zu wählen, dem er seine Arbeitskraft (Verfügungsgewalt über Lebenszeit) verkaufen mag.
Dabei - bei der Wahl seines Ausbeuters - ist er strukturell ähnlich frei wie die Hure bei der Wahl ihrer Freier ist: er kann infrage kommende "Vertragspartner" ablehnen und ablehnen und ablehnen... Und dann irgendwann verhungern.
Der Kapitalist hingegen könnte einfach selbst mittelst seiner Produktionsmittel Güter produzieren, also: arbeiten. Oder sie verkaufen und den Erlös dann verbrauchen. Er verfügt nun mal über Besitz und ist nicht unter der Gefahr des Verhungerns darauf angewiesen, den Vertrag mit dem Lohnarbeiter einzugehen.
Aber umgekehrt lässt sich auch kein AN anstellen, weil er den AG so lieb hat und diesem eine Freude machen will, sondern er lässt sich anstellen, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Völlig richtig. Um leben zu können, muss er den Arbeitsvertrag eingehen.
Beutet er dann nicht nach Deiner Sichtweise auch den AG aus?
Nein. Was nimmt er sich denn vom Kapitalisten? Der Kapitalist stellt die Produktionsmittel zur Verfügung, mittelst denen der Lohnarbeiter eine Ware produziert. Aber er übereignet diese Produktionsmittel ja dem Lohnarbeiter nicht. Nicht das Fabrikgebäude, nicht das Montageband, nicht den Schraubschlüssel... Und die zu verarbeitenden Rohstoffe ebensowenig. Was also nimmt der Lohnarbeiter vom Kapitalisten? Was besaß (worüber verfügt) der Kapitalist vor dem Vertragsbeginn, das er hernach nicht mehr besitzt (worüber er hernach nicht mehr verfügt)?
aber umgekehrt sind auch die AN die Nutznießer davon, dass es den Betrieb überhaupt gibt und er Bestand hat. Und das wiederum ist dem AG zu verdanken.
Das ist die kapitalistische Betrachtungsweise. Den "Betrieb" gäbe es allerdings im Kommunismus auch: also die Produktionsmittel, mit denen die Güter produziert werden. Diese würden dann der Gesamtgesellschaft gehören, wie es, wenn wir mal davon ausgehen, dass doch eigentlich alle Menschen auf der Welt den gleichen Anteil an den Werten, die sich in dieser Welt befinden, haben sollten, gerecht wäre. (Verteilungsgerechtigkeit).
Um das prinzipielle Machtgefälle zwischen Kapitalist und Lohnarbeiter zu begreifen, frage Dich einfach, wer im Rahmen ihres "Vertrags" die Arbeit verrichtet, also die Güter erschafft, die mehr wert sind als die Rohstoffe und sonstigen fixen Kosten, die bei ihrer Produktions anfallen. Das tut der Lohnarbeiter. Der Kapitalist arbeitet nicht. Er lässt - dieser Zynismus wird nicht mal mehr mit einem Augenbrauenheben moniert - angeblich sein Geld arbeiten. Was selbstverständlich Quatsch ist: tatsächlich lässt er den Lohnarbeiter für seinen Profit arbeiten.
Also ein Nehmen und Geben.
Was gibt der Kapitalist?
Der Arbeitgeber (ich bleibe bei diesem Begriff, auch wenn du ihn nicht magst) bringt im Mittelstand sein Kapital und in den meisten Betrieben ebenfalls seine Arbeitsleistung ein. Er sorgt dafür, dass Räume und Maschinen dort stehen, nimmt Kredite dafür auf, für die er haftet usw..
Bei großen Firmen sind dann selbst die Firmenleitungen in der Regel Angestellte. Bei AGs kommt das Kapital dann von vielen. Oft von Arbeitnehmern. Sie beuten sich nach deiner Vorstellung also selbst aus.
Natürlich gibt es die Extreme, reiche Erben, die nur noch andere für dich arbeiten lassen und da sollten wir mit einer vernünftigen Erbschaftssteuer und Vermögenssteuer endlich mal ran.
Allerdings hast Du Arbeitnehmervereinigungen wie Gewerkschaften aussen vor gelassen.
Aber was ist deine Alternative zur sozialen Marktwirtschaft? Ein kommunistische System? Nette Theorie, funktioniert nur bei den Menschen nicht und führt zur Diktatur. Ist ja nun schon mehrfach ausprobiert worden.
Und nein, weiter werde ich diesen aus meiner Sicht völligen Unsinn nicht diskutieren. Ich diskutiere gern über Probleme und Fehler in unserem System. Und davon gibt es viele. Einige greifst Du zu Recht auf.
Aber auf eine kommunistische Diktatur habe ich keine Lust.
VG
Chey
@chey Der Arbeitgeber (ich bleibe bei diesem Begriff, auch wenn du ihn nicht magst)(...)
Ich hatte mich mit Turmfalke unterhalten - bist Du ein Doppel-Account von ihm?
Und nein, weiter werde ich diesen aus meiner Sicht völligen Unsinn nicht diskutieren.
Dann lass es halt. ^^
Ich hatte mich mit Turmfalke unterhalten - bist Du ein Doppel-Account von ihm?
Da das eine Diskussion in einem öffentlichen Forum ist, kann sich jeder in jede Unterhaltung einklinken. Also bitte nicht gleich Doppel-Account unterstellen.
Er mag es offensichtlich nicht, wenn nach seinen Alternativen gefragt wird. Dann kommen halt unsachlich Unterstellungen. Schade, ich hätte ihm mehr Rückgrat zugetraut. So kann man sich täuschen. Ist halt alles nur heiße Luft, passt insofern zum Wetter.
Ist immer leichter, nur zu kritisieren. Wenn es dieses Verhalten nicht gäbe, gäbe es wohl auch keinen Kommunismus, denn funktionieren tut er ja nicht, im Gegenteil.
VG
Chey
@turmfalke1 Also bitte nicht gleich Doppel-Account unterstellen.
Ich hatte da nichts unterstellt, sondern es lag - siehe mein Zitat - die Vermutung für mich nahe, da Chey schrieb: (...)ich bleibe bei (...). Tatsächlich hatte ich Cheys Posting in der irrigen Meinung, es stamme von Dir, gelesen und den Irrtum erst bemerkt, als ich auf "Antworten" klickte und dort dann "@ Chey" stand.
@jack-black Und tiefer wurde da nicht in die Analyse eingestiegen?
Sicher wurden auch die anderen Dinge beleuchtet - aber letztlich immer wieder mit dem Ziel, zu erklären, dass der Kapitalismus letztlich das Erbe aller ausbeutenden Gesellschaften ist und einzig und allein der Sozialismus/ Kommunismus dies überwunden habe und die einzige vernünftige Lösung sei.
ich spreche lieber von Kapitalist statt von Arbeitgeber
Und ich spreche lieber vom Arbeitgeber, weil dies der präzisere, neutrale Begriff ist für jemanden, der Menschen beschäftigt. Das Wort Kapitalist ist mir zu sehr ideologisch geprägt. Ich hörte den Begriff oft genug in einer Zeit, die ich mir nicht zurückwünsche. Auch ist nicht jeder Arbeitgeber automatisch Kapitalist - AGs können auch kleine Vereine sein, kirchliche Einrichtungen, etc.
Arbeit kann man weder geben noch nehmen, sondern sie wird verrichtet.
Im älteren Deutsch heißt "geben" auch "zur Verfügung stellen". Der Arbeitgeber gibt die Möglichkeit zu arbeiten, den Arbeitsplatz, ...
Woher stammt das Geld, dass der Kapitalist dem Lohnarbeiter für dessen Arbeitsleistung gibt? Aus eben dieser Arbeitsleistung.
Du vergisst, dass in dem meisten Fällen der AG auch selbst investieren muss.
Würde diese Arbeitsleistung nicht erbracht, hätte der Kapitalist nichts, was er dem Arbeiter geben könnte.
Und würde der AG dem AN den Arbeitsplatz nicht zur Verfügung stellen, also ihm keine Möglichkeit geben, sich seinen Lebensunterhalt und Wohlstand zu verdienen, könnte dieser keine Arbeitsleistung erbringen - also wieder beidseitig.
Das Geld, das der Kapitalist dem Lohnarbeiter gibt, hat er von jenem: es ist allerdings nur ein Bruchteil dessen, was durch den Lohnarbeiter an Mehrwert produziert wurde. Den Rest behält der Kapitalist für sich - das ist sein Profit.
Also dass es nur ein Bruchteil ist, mag in manchen Fällen sein, ist aber nicht immer so - es gibt auch viele Unternehmen, die gerade so über die Runden kommen. Und den Rest behält eben der AG nicht nur für sich, sondern er verwendet es, um Rücklagen zu bilden, um Investitionen zu tätigen, etc - eine Sache, wovon letztlich auch der AN etwas hat, weil damit sein Arbeitsplatz gesichert wird. Und genauso wie dem AN sein Lohn zusteht, steht es natürlich auch dem AG zu, von dem Erwirtschafteten seines Unternehmens zu leben.
Der doppelt freie Lohnarbeiter ist, um sein Leben erhalten zu können, gezwungen, das einzige gegen Geld einzutauschen, worüber er verfügt: seine Arbeitskraft.
Nein, ist er nicht. Wer hat ihn denn gezwungen, die Arbeit anzunehmen? Genausogut kann er sich auch selbständig machen. Dann kann er frei über seine Arbeitskraft verfügen.
Was also nimmt der Lohnarbeiter vom Kapitalisten? Was besaß (worüber verfügt) der Kapitalist vor dem Vertragsbeginn, das er hernach nicht mehr besitzt (worüber er hernach nicht mehr verfügt)?
Er nimmt den Lohn, während der AG die Arbeitskraft und Leistung nimmt. Man kann es natürlich auch andersrum sagen: Der AN stellt seine Arbeitskraft und -zeit zur Verfügung und der AG zahlt ihm dafür den Lohn aus. Ich weiß nicht, wo hier das Problem ist.
Diese würden dann der Gesamtgesellschaft gehören, wie es, wenn wir mal davon ausgehen, dass doch eigentlich alle Menschen auf der Welt den gleichen Anteil an den Werten, die sich in dieser Welt befinden, haben sollten, gerecht wäre. (Verteilungsgerechtigkeit).
Aber das Modell des Kommunismus ist nun mal krachend gescheitert, während der Kapitalismus trotz aller Ungerechtigkeiten, Unvollkommenheiten, etc. der Mehrheit in Deutschland doch einen gewissen Wohlstand beschert hat.
Um das prinzipielle Machtgefälle zwischen Kapitalist und Lohnarbeiter zu begreifen, frage Dich einfach, wer im Rahmen ihres "Vertrags" die Arbeit verrichtet, also die Güter erschafft, die mehr wert sind als die Rohstoffe und sonstigen fixen Kosten, die bei ihrer Produktions anfallen. Das tut der Lohnarbeiter. Der Kapitalist arbeitet nicht.
Und genau das ist eine üble Unterstellung. In den Unternehmen, wo ich bis jetzt tätig war und wo ich Kontakte pflege, ist der Unternehmer selbst tätig - in den meisten Fällen noch viel mehr als der AN. Er holt Aufträge rein - in vielen Fällen macht er Angebote, wo kein Auftrag draus wird/ also sinnlos vertane Zeit, er organisiert den Betriebsablauf und arbeitet zum Teil auch noch mit in der Werkstatt. Es gibt Unternehmen, da würdest du beim Betreten wohl gar nicht merken, wer der Chef ist, weil er die gleiche Arbeitskleidung trägt wie seine Angestellten. Sicher sieht das in großen Konzernen anders aus - aber gerade in kleinen Handwerksbetrieben ist das eher die Regel. Und während der AN zum Feierabend die Tür hinter sich zumacht, sieht das für den AG oft ganz anders aus.
Was gibt der Kapitalist?
Der Arbeitgeber gibt Arbeitsmöglichkeit, Arbeitsplatz, Erwerbschancen, Vergütung, ...
@turmfalke1 ich spreche lieber vom Arbeitgeber, weil dies der präzisere, neutrale Begriff ist für jemanden, der Menschen beschäftigt.
Präziser ist der Begriff ganz gewiss nicht. Und neutraler eben auch nicht, sondern, wie ich schrieb, ein Euphemismus. Arbeit wird geleistet, und wenn wir statt Arbeit Arbeitsleistung sagen würden, wäre klar, dass genau das Gegenteil dessen der FAll ist, was die von Dir gewählten (und natürlich im herrschenden kapitalistischen System durchgängig verwendeten) Bezeichnungen suggerieren: die Arbeitsleistung wird vom Lohnarbeiter demjenigen gegeben, der ihn dafür bezahlt. Der Lohnarbeiter gibt also seine Arbeit (Verfügungsgewalt über das, was er mit einem Teil seines Lebens macht) dem Kapitalisten, während jener sie nimmt.
Das Wort Kapitalist ist mir zu sehr ideologisch geprägt.
Es ist aber eben der präzisere Begriff. 😀 Dass Du als jemand, der aus der DDR stammt und da womöglich aus biografischen Gründen nachvollziebarerweise allergisch auf die Verwendung bestimmter Termini reagierst, verstehe ich. Aber nur, weil das diktatorische Regime der DDR (und alle möglichen anderen Verbrecher in der Menschheitsgeschichte - von Stalin oder Pol Pot bis zur RAF waren das eine lange Reihe...) einen stimmigen Begriff verwendete, sollte man seinen deskriptiven Gebrauch nicht tabuisieren. Übrigens habe ich selbst lange das "marxistische Vokabular" unter Generalverdacht gehabt: es wurde in meiner Jugend- und Studentenzeit häufig von Schwätzern und Möchtegernchefs in WGs und RAF-Sympathisanten in Szenekneipen verwendet. Da wir darüber hinaus in der Schule wenig marxistische Theorie vermittelt bekamen und im Kalten Krieg es schon fast erstaunlich dünkte, dass Marx kein Iwan, d.h. Russe gewesen sein sollte, hielt ich diese gesamte Theorie für totalitären Humbug und, na klar: gefährliche Ideologie. Jetzt, mit Mitte fünfzig erst, fange ich an, da meine Bildungslücken aufzufüllen und zu bemerken, dass ein Großteil der scheinbaren Ideologie ganz nüchtern in der Analyse der tatsächlichen Verhältnisse bestand und besteht.
Nein, ist er nicht. Wer hat ihn denn gezwungen, die Arbeit anzunehmen?
Das System. 🙂
Genausogut kann er sich auch selbständig machen.
Ja genau. Falls er über entsprechende Produktionsmittel verfügt. Also über Arbeitsräume, Werkzeug, Geld, um Rohstoffe für die herzustellenden Güter zu kaufen... Kurz: wenn er Kapital hätte, könnte er sich selbständig machen.
Als Selbständiger wäre er dann freilich kein Lohnarbeiter mehr.
Dann kann er frei über seine Arbeitskraft verfügen.
Korrekt.
Er (der Lohnarbeiter, Hinzufügung von mir, Jack) nimmt den Lohn, während der AG die Arbeitskraft und Leistung nimmt.
Na bitte, nun schreibst Du's selbst: der AG, also Arbeitgeber nimmt die Arbeitskraft/Leistung. 🙂
Man kann es natürlich auch andersrum sagen: Der AN stellt seine Arbeitskraft und -zeit zur Verfügung und der AG zahlt ihm dafür den Lohn aus. Ich weiß nicht, wo hier das Problem ist.
Das Problem ist, dass ich vermutlich im obigen Beitrag das falsche Wort fettete. Ich schrieb, und auf die Passage beziehst Du Dich ja:
Was also nimmt der Lohnarbeiter vom Kapitalisten?
Ich hätte die Fettung vielleicht besser so setzen und ein weg hinzufügen sollen:
Was also nimmt der Lohnarbeiter vom Kapitalisten (weg)?
Mit meiner Hinzufügung, die Du übrigens mit zitiertest, also gelesen haben wirst, meinte ich es deutlich genug gemacht zu haben:
Was besaß (worüber verfügt) der Kapitalist vor dem Vertragsbeginn, das er hernach nicht mehr besitzt (worüber er hernach nicht mehr verfügt)?
Ich bitte zu beachten, dass unser Disput sich an dem Begriff der Ausbeutung entspann. Ausbeuten bedeutet, etwas aus etwas heraus nehmen, etwas weg nehmen. So, wie man eine Kohlemine ausbeutet, indem man die Kohle aus ihr herausholt - wodurch hernach eben die Kohle nicht mehr in ihr ist... So beutet der Kapitalist den Lohnarbeiter aus: indem er dessen Lebenszeit für sich nimmt. Am Ende der Schicht hat der Lohnarbeiter acht Stunden weniger Lebenszeit. Wenn wir mal großzügig sind und sagen, dass die Mehrwertsrate in seinem Fall bei nur 100 Prozent läge, dann hat er vier dieser Stunden für sich selbst verwendet: um essen, trinken, überdacht wohnen, gekleidet durch die Gegend gehen, seine Kinder zu versorgen, seiner Frau eine neue Spülmaschine - die alte hatte nach zwanzig Jahren ihren Dienst aufgegeben - und der heimlichen Geliebten Reizwäsche kaufen zu können. Die restlichen vier Stunden von seiner (des Lohnarbeiters) Lebenszeit hat sich der Kapitalist von ihm genommen: um essen, trinken, überdacht wohnen, gekleidet durch die Gegend gehen, seine Kinder zu versorgen, seiner Frau ein neues Töpferatelier einrichten - das Reiten der Dressurpferde hat sie drangegeben - und seiner heimlichen Geliebten ein Smaragdkollier kaufen zu können).
Der springende Punkt ist hier nun: dem Lohnarbeiter fehlen am Ende des Arbeitstags 4 Stunden seiner Lebenszeit. Sie wurden ihm weg genommen, er hat sie nun weniger. Dem Kapitalisten wurde am Ende des Arbeitstages nichts weggenommen. Klar: er hat dem Arbeiter Geld (Lohn) gezahlt. Aber den (Tausch-)Wert dieses Lohns hat ja der Arbeiter durch seine Arbeitsleistung erst geschaffen. Der gehörte vorher dem Kapitalisten nicht. Er kann ihm also nicht genommen worden sein.
Ja, sicherlich: das Geld, mit dem der Kapitalist den Arbeiter entlohnt, wird erst später, wenn die vom Lohnarbeiter produzierte Ware verkauf wurde, wieder "reinkommen". Es ließe sich also sagen, dass der Kapitalist den Lohnarbeiter mit Geld bezahlt, das dieser erst in der Zukunft erwirtschaftet. Er schießt den Lohn gewissermaßen erstmal vor und geht damit, dies sei zugestanden, ein Risiko ein. Ein Risiko, das mit dem Risiko einer relativ, aber freilich nicht hundertprozentig sicheren Wette verglichen werden kann.
Darin, das Risiko einer Wette einzugehen, besteht also die Leistung des Kapitalisten - wenn man es denn eine Leistung nennen möchte. 🙂
Übrigens kannst Du hier vielleicht erkennen, warum ich lieber vom Kapitalisten als vom Arbeitsplatzzuverfügung-Steller oder vom Unternehmer rede. Denn im real existierenden Kapitalismus leistet der Kapitalist im Regelfall (!!!) nichts, ausser auf Aktienkurse zu wetten. Ich bin, durch das (überschaubar kleine...) Aktiendepot bei meiner Bank, so ein Kapitalist: ich habe noch in keinem der Unternehmen, an die ich mein Kapital per Aktienkauf verliehen habe, auch bloß eine einzige unternehmerische Entscheidung getroffen oder sonstwie einen Finger gerührt. Irgendwo auf der Welt schuften Lohnarbeiter für mich, bzw. zu dem Zweck, das aus meinem Geld mehr Geld wird. Irgendwo auf der Welt werden Lohnarbeiter für mich ausgebeutet. Und alles, was ich dafür getan habe: ich habe auf Kurssteigerungen oder Dividendenerträge gewettet.
Und genau das ist eine üble Unterstellung. In den Unternehmen, wo ich bis jetzt tätig war und wo ich Kontakte pflege, ist der Unternehmer selbst tätig - in den meisten Fällen noch viel mehr als der AN. Er holt Aufträge rein - in vielen Fällen macht er Angebote, wo kein Auftrag draus wird/ also sinnlos vertane Zeit, er organisiert den Betriebsablauf und arbeitet zum Teil auch noch mit in der Werkstatt. Es gibt Unternehmen, da würdest du beim Betreten wohl gar nicht merken, wer der Chef ist, weil er die gleiche Arbeitskleidung trägt wie seine Angestellten.
Ich wußte schon, warum ich den Begriff Kapitalist verwende - und zwar nicht synonym für "Chef" oder "Unternehmer" oder "Firmenleiter"... Sondern als Bezeichnung der Beziehungs-Funktion, die er in Relation zu seinen Lohnarbeitern hat. Der Chef in dem Unternehmen, in welchem man ihn nicht anhand seiner Arbeitskleidung herauszufinden vermag, gibt dem Lohnarbeiter, mit welchem er den Anstellungsvertrag schloß, dennoch nichts, was er ohne dessen Mitarbeit auch hätte. Ich habe nirgends behauptet, dass Unternehmer nicht arbeiten würden. Aber sie werden dabei nicht durch ihre Lohnangestellten ausgebeutet.
Der Kapitalist stellt das Kapital. Mal direkt inform von Produktionsmitteln, mal indirekter in Geldform. Darin besteht sein Kapitalist-Sein. Kapitalist zu sein bedeutet nicht, dass man nicht arbeite oder nichts leiste.
Du beschreibst ja die Arbeit der Unternehmer: sie holen Aufträge rein, machen Angebote, organisieren Arbeitsabläufe oder fassen auch mal selbst mit in der Werkstatt an (da handelt es sich dann vermutlich um recht kleine Handwerksbetriebe). Für wen tun sie das? Für sich selbst. Und zwar über die gesamte Zeitspanne, die sie für ihr Unternehmen arbeiten. Also maximal 24 Stunden am Tag. Nehmen wir mal an, dass es sich bei ihnen um menschliche Wesen handelt, dann arbeiten sie maximal 16 Stunden am Tag. Für sich. Nicht für andere.
Wenn also die Mehrwertrate bei hundert Prozent liegt (sie liegt, ich erwähnte es schon, im Regelfall deutlich höher, aber nehmen wir mal diesen niedrigern Wert an), reicht es, wenn so ein Unternehmer fünf Lohnarbeiter für acht-Stunden täglich anstellt, damit der mehr aus denen "heraus holen" kann als aus sich selbst: 4x5= 20.
Klar: die kapitalistische Ideologie besagt: die Arbeitsleistung des einen sei wertvoller als die des anderen. Aber man vertue sich nicht: Wenn, um eine Ware X herzustellen, sowohl einer gebraucht wird, der Angebote schreibt und Arbeitsabläufe organisiert, als auch einer, der die Schrauben an der Unterseite anzieht und einer, der die Falzmaschine von Rückständen reinigt oder den Hubwagen mit den von Zulieferern bereitgestellten Bauteilen von Rampe A in Lagerraum B lenkt - dann kommt diese Ware X nur zustande, wenn alle Beteiligten ihre jeweilige Lebenszeit in den Arbeitsprozess investieren. Die Produktion bräche genauso zusammen, wenn keiner mehr den Hubwagen lenkt, wie wenn bei der Betriebsorganisation vergessen worden wäre, sich danach zu erkundigen, ob der Frachthafen, über den die Vorprodukte just in time transportiert werden, auch über Nacht offen hat...
Aber das Modell des Kommunismus ist nun mal krachend gescheitert, während der Kapitalismus trotz aller Ungerechtigkeiten, Unvollkommenheiten, etc. der Mehrheit in Deutschland doch einen gewissen Wohlstand beschert hat.
Da könnte ich nun antworten, dass das Modell des Kommunismus noch nie probiert wurde, aber da müsste ich mich dann auf tendenziell endlose Diskussionen darüber einlassen, ob die "real existierenden" Sozialismen nicht womöglich doch kommunistisch gewesen seien. Selbst, wenn es mir gelänge, dies überzeugend zu argumentieren, schlösse sich absehbar die "Gotcha!"-Frage an: "Wenn dein echter Kommunismus noch nie irgendwo auf der Welt ausprobiert wurden - wie willst du den denn dann, mal so ganz praktisch, erreichen?"
Und auf die müsste ich die Frage schuldig bleiben, denn tatsächlich habe ich nicht den leisesten Schimmer (Hoffnung), wie das geschehen könnte. Auch, da mich die marxistischen Ideen zu der Frage (Revolution, Diktatur des Proletariats usw...) bislang nicht zu überzeugen vermochten: nicht die Zukunftsutopien sind Marx' Stärke, sondern seine Analysen dessen, was der Fall ist.
Allerdings behaupte ich ja auch gar nicht: Ich kenne das ideale ökonomische System und weiß auch, wie der Übergang vom herrschenden System zu jenem idealen System zu organisieren ist!
Ich behaupte lediglich: das herrschende System ist auf Dauer nicht tragfähig, sondern wird aufgrund seiner inneren Widersprüche irgendwann (und ich vermute: in nicht allzu ferner Zukunft) zusammenbrechen.
Den von Dir konstatierten gewissen Wohlstand "der Mehrheit in Deutschland" im Rahmen kapitalistischer Bedingungen will ich dabei noch nicht mal bezweifeln. Aber der ist halt ein zeitlich und regional begrenzter Ausschnitt. Global betrachtet sorgt der Kapitalismus eben nicht nur für einen gewissen Wohlstand mancher, sondern nebenbei auch für die Konkurrenz der Nationalstaaten als ideeller Gesamtkapitalisten mit sich daraus ergebenden Kriegen und für eine Ausbeutung nicht nur menschlicher Arbeitskraft sondern auch der für unser aller Überleben nötigen Naturressourcen weit über alle Nachhaltigkeitsgrenzen hinaus. Weil er das Konkurrenzprinzip über das Kooperationsprinzip setzt: Moloch!
Darüber ließe sich nun noch ewig diskutieren (was ich hier im Forum auch schon ein paar Mal versuchte, aber eher auf Desinteresse stieß 😉 ). Aber hier im Thread war's mir nur um das eine, ganz kleine Argument gegangen: dass jeder Kapitalist die für ihn arbeitenden Lohnarbeiter zigfach mehr/stärker ausbeutet, als sie von den wenigen "Arbeitsverweigerern" hierzulande überhaupt ausgebeutet werden könnten.
@jack-black Der Lohnarbeiter gibt also seine Arbeit (Verfügungsgewalt über das, was er mit einem Teil seines Lebens macht) dem Kapitalisten, während jener sie nimmt.
... und ihm als Gegenleistung Geld gibt.
Ja genau. Falls er über entsprechende Produktionsmittel verfügt. Also über Arbeitsräume, Werkzeug, Geld, um Rohstoffe für die herzustellenden Güter zu kaufen... Kurz: wenn er Kapital hätte, könnte er sich selbständig machen.
Manche fangen mit wenig an und bauen sich dann viel auf.
Wer als AN ordentlich arbeitet, kommt auch im Normalfall dazu, etwas Geld zu sparen, welches er dann dafür einsetzen kann. Es gibt auch die Möglichkeit sich einen Startkredit zu nehmen.
So beutet der Kapitalist den Lohnarbeiter aus: indem er dessen Lebenszeit für sich nimmt. Am Ende der Schicht hat der Lohnarbeiter acht Stunden weniger Lebenszeit.
Er hat aber auch selbst etwas davon, weil er von dem dem Geld sich einen gewissen Wohlstand leisten kann.
Aber den (Tausch-)Wert dieses Lohns hat ja der Arbeiter durch seine Arbeitsleistung erst geschaffen.
Dann frage ich mich nur, warum der Arbeiter das nicht erkennt und das für sich selber schafft, wenn das so einfach ist???
Aber Du vergisst eins - da muss erst einmal einer da sein, der die Grundlagen dafür schafft, der die Geschäftsidee hat, der das Unternehmen aufbaut, der es am Laufen hält, ... Und der letzten Endes auch das Risiko bei Auftragsmangel bis hin zur Insolvenz trägt. Dem AN ist das im Regelfall egal - er will sein Geld, egal wie voll oder leer die Auftragsbücher sind.
Ich behaupte lediglich: das herrschende System ist auf Dauer nicht tragfähig, sondern wird aufgrund seiner inneren Widersprüche irgendwann (und ich vermute: in nicht allzu ferner Zukunft) zusammenbrechen.
Tja, das wurde immer wieder prophezeit. Aber was kommt dann???
@turmfalke1 ... und ihm als Gegenleistung Geld gibt.
Genau. Jenes Geld, das der Lohnarbeiter erwirtschaftet hat.
Manche fangen mit wenig an und bauen sich dann viel auf.
Ja. Wo hätte ich dies bestritten?
Wer als AN ordentlich arbeitet, kommt auch im Normalfall dazu, etwas Geld zu sparen, welches er dann dafür einsetzen kann.
Nun weiß ich nicht, was Du unter "ordentlich arbeiten" verstehst und kann daher auch nicht abschätzen, welche Normalfälle Du vor Augen hast. Allerdings will ich mit Dir hier auch nicht streiten darüber, inwiefern diese Narrative - wer ordentlich arbeitet, verdient genug, um sich dafür Kapital zum Wechsel in die Selbständigkeit beiseite zu legen - von der Realität gedeckt sind. Ich gehe darüberhinaus davon aus, dass Du stets die deutschen Verhältnisse der vergangenen paar Jahrzehnte vor Augen hast - und nicht den Normalfall im internationalen Kapitalismus. Denn wenn Du mal statt eines VW-Facharbeiters der letzten Jahrzehnte (über die nächsten Jahre dürfte es dort auch anders aussehen...) einen "illegalen" Erdbeerpflücker in Spanien anschaust, oder eine allein erziehende Mutter in den USA, die trotz zwei parallelen Jobs kaum mal was Gesundes für ihre Kinder auf den Tisch zu bringen vermag: arbeiten die nicht ordentlich genug, oder woran mag es liegen, dass sie nicht einfach was sparen und sich selbständig machen?
Es gibt auch die Möglichkeit, sich einen Startkredit zu nehmen.
Wenn man den von seiner Bank bereitgestellt bekommt - sicherlich.
Wie auch immer: das gesamte kapitalistische System baut darauf auf, dass diejenigen, welche über Produktionsmittel verfügen, die Arbeitsleistung derer, die nicht über Produktionsmittel verfügen, ausbeuten, indem sie ihnen von dem Mehrwert, den sie mit ihrer Arbeit schaffen, nur einen Teil als Lohn auszahlen. Und den anderen Teil - in aller Regel deutlich mehr als die Hälfte - für sich behalten. Damit beuten sie ihre Lohnarbeiter aus. Nicht, weil sie böse Menschen wären, sondern weil das System nun mal so funktioniert. Die Zeiten, in denen jeder problemlos selbständig arbeiten konnte, sind lange vorbei: das waren nämlich die Zeiten, in denen die Synergieeffekte, die sich aus der Arbeitsteilung ergeben, noch überhaupt nicht bekannt und genutzt wurden: Einst hatte jeder Urmensch seinen eigenen Speer und seinen eigenen Feuerstein und seine eigene Knochennadel, sowie den Wald und den See und die Tundra und... um all diese Produktionsmittel dafür zu nutzen, sich Güter wie einen Lendenschurz, einen Tragebeutel oder ein saftiges Mammutschnitzel herzustellen. Und später dann kamen die Leute, die besser mit dem Speer als mit der Nadel umgehen konnten, auf den Trichter, das Fleisch ihrer erlegten Beute einzutauschen gegen fertig genähte Tragebeutel oder Kleidungsstücke. Und noch ein paar Jahrtausende später, die Vorzüge der Arbeitsteilung waren inzwischen so offensichtlich, dass Muscheln oder Goldstückchen verwendet wurden, um den Tausch von Gütern zu erleichtern... Der Knochennadelhersteller tauschte seine Nadeln nicht mehr direkt gegen Brombeeren, Mammutschnitzel oder Lendenschurze, sondern gegen Geld. Das er dann wieder gegen die Güter, derer er bedurfte, eintauschte: Waren - Geld - Ware (W-G-W). Und dann, irgendwann, soooo lange ist es menschheitsgeschichtlich betrachtet, gar nicht her, wurde das Tauschmittel Geld vom Mittel zum Zweck. Diejenigen, die genügend Geld hatten, kamen auf den Trichter, dass sie andere für sich Waren produzieren lassen könnten, um diese Waren dann gegen mehr Geld weiter verkaufen zu können: Geld - Ware - mehr Geld (G-W-G').
Naja - und heute haben wir halt Leute, denen gehören der Wald oder der See, die Tundra oder die Stelle mit den Feuersteinen. Und die Verkehrswege, und die Chipfabriken mit ihren riesigen Fertigungsanlagen: die Produktionsmittel. Oder das Äquivalent dafür: Geld. Alles, womit man arbeiten und dadurch Werte schaffen kann, gehört irgendwem*. Und jene, die über diese Produktionsmittel verfügen, die können all die Effektivitäts-Vorteile, die eine arbeitsteilige - also industrielle - Produktionsweise so mit sich bringt, nutzen. Jene, die nicht über die Produktionsmittel verfügen, können dies nicht. Um andere systematisch und systemkonform ausbeuten zu können, braucht man eben Kapital.
Dann frage ich mich nur, warum der Arbeiter das nicht erkennt und das für sich selber schafft, wenn das so einfach ist???
Die drei Fragezeichen signalisieren mir eine gewisse Gereiztheit - kann das sein? Dabei ist die Frage nicht sonderlich schwer zu beantworten: Weil dem Lohnarbeiter (ich räume unumwunden ein, dass auch der Kapitalist arbeiten kann und meinetwegen sogar in der Mehrheit aller Fälle arbeitet, also als Arbeiter bezeichnet werden kann) das Kapital fehlt, beispielsweise.
Aber Du vergisst eins - da muss erst einmal einer da sein, der die Grundlagen dafür schafft, der die Geschäftsidee hat, der das Unternehmen aufbaut, der es am Laufen hält...
Wie kommst Du darauf, dass ich dies vergäße?
Und der letzten Endes auch das Risiko bei Auftragsmangel bis hin zur Insolvenz trägt.
Worin besteht bei ihm das Risiko? Doch vor allem darin, das investierte Kapital zu verlieren, nicht wahr? So, wie bei einem Casionbesucher das Risiko beim Roulette darin besteht, den eingesetzten Betrag zu verlieren. Mit dem Unterschied, dass ein kluger Kapitalist solche Risiken zu minimieren vermag.
Die Folgen, die Auftragsmangel oder gar Insolvenz des Unternehmens für die darin angestellten Lohnarbeiter haben, sind übrigens auch kein Pappenstiel: Falls sie nicht woanders eine neue Anstellung finden, haben sie demnächst nix mehr zu Essen auf dem Tisch. Ein Kapitalist, der besonders waghalsig "zockt", zockt nicht nur mit seiner Existenz, sondern auch der seiner Lohnarbeiter. Wie ungleich das Machtgewicht auch hier verteilt ist, lässt sich daran erkennen, dass der Lohnarbeiter schwerlich mit der (ökonomischen) Existenz des Kapitalisten zocken kann, der umgekehrte Fall aber immer mal wieder auftritt.
Wenn also ein Kapitalist mal "ruiniert" sein sollte - dann kann das alle möglichen Gründe haben. Dass aber seine angestellten Lohnarbeiter dafür die Verantwortung trügen, erscheint mir unmöglich - es sei denn, sie hätten ihn bestohlen, es wäre also kriminelle Energie im Spiel.
Tja, das wurde immer wieder prophezeit. Aber was kommt dann???
Das weiß ich nicht, kann also nur spekulieren und, indem ich per Diskussionen im Internet mein kleines Apfelbäumchen für "the day after" pflanze, für diejenigen, die uns nachfolgen werden, hoffen, dass sie aus der Katastrophe die richtigen Schlüsse zu ziehen bereit sein werden. Meine Vermutung ist, dass nach dem Zusammenbruch des Kapitalismus nur diejenigen Menschen übrig bleiben, die genug Ressourcen besitzen, um von denen zehren zu können: einstige Kapitalisten, die bis zum Zusammenbruch des Systems genug Kapital akkumulierten und dann rechtzeitig vor'm Kollaps gegen konkrete Güter tauschten: Land, Wasser, Metalle und andere Naturressourcen, darüber hinaus physische Produktionsmittel aller Art, vor allem natürlich Fabriken zur Roboterherstellung.
Diese Menschen werden (sofern das Alignmentproblem gelöst worden sein sollte, was ich allerdings für unwahrscheinlich halte) im Überfluss leben: ihre Roboter werden alle nur wünschbaren Güter für sie produzieren. Niemand von ihnen wird arbeiten müssen, der Begriff Arbeit verliert - abgesehen von seiner Bedeutung in der Physik - seinen Sinn. Sie werden tun, was immer sie wollen: Haikus verfassen, Puzzles legen, sich Strähnchen färben, Schach spielen, in virtuellen Welten 24/7 Sex haben oder immer neue Drogen ausprobieren. Wenn es überhaupt noch einen Tauschhandel geben sollte, in dem Geld eine Rolle spielt, dann dürfte der wieder zu dem Schema W-G-W zurückkehren: getauscht würden dann zwischen den Reichen allein Luxusgüter: Waren, die keinen Gebrauchswert haben, deren Wert also allein ein ideeller ist (Kunstwerke z.B.).
Da menschliche Arbeitsleistung keinerlei Konkurrenz mehr im Vergleich zu der Arbeitsleistung, die KI-betriebene Roboter erbringen, darstellt, werden alle Menschen, die heutzutage von ihrem Arbeitseinkommen leben, entweder zu reinen Almosenempfängern ohne jede Art politischer Macht. Oder - wiederum meiner Ansicht nach viel wahrscheinlicher - sie werden verhungern, weil ihnen nichts von den begrenzten und sich sämtlich in Privatbesitz befindenden Naturressourcen überlassen wird. Sie werden sich mit Gewalt nichts von diesen Ressourcen aneignen können, weil Hungeraufstände sich in Zeiten autonom gesteuerter Waffensysteme leicht zusammenschießen lassen. Es wird keine erfolgreiche Revolution des Proletariats geben.
Ich würde noch zwei alternative Szenarien sehen, die mich sogar ein gutes Stück weit wahrscheinlicher dünken:
1. Der Zusammenbruch des Kapitalismus fällt in eins mit einer ultimativen Umwelt/Klimakatastrophe und/oder einem 3. Weltkrieg. Genauer gesagt: diese katastrophalen Ereignisse ergeben sich aus den inneren Widersprüchen des kapitalisitischen Systems. Der Planet wird im Folgenden großflächig unbewohnbar, die überlebenden Reichen werden weit weniger Naturressourcen zum Verzehren übrig behalten.
2. Alle Bemühungen, das Alignmentproblem zu lösen, schlagen fehl. Eine Super-KI vernichtet alles biologische Leben auf der Erde, weil biologisches Leben als Problem betrachtet wird und die Super-KI wirklich ziemlich gut im Lösen von Problemen ist.
*Und wenn sich dafür kein Besitzer feststellen lässt, wie z.B. bei sauberer Luft oder bestäubende Insektenarten - dann nimmt sich derjenige, der dazu die (ökonomische) Macht hat, soviel davon, wie er brauchen kann, oder macht's kaputt, weil sich dadurch Profite maximieren lassen - egal, ob er dadurch anderen es verunmöglicht, ebenfalls davon Gebrauch zu machen.
@jack-black Genau. Jenes Geld, das der Lohnarbeiter erwirtschaftet hat.
... das er aber nur erwirtschaften konnte, weil der AG die notwendigen Voraussetzungen geschaffen hat - oft auch wieder mit Einsatz eigenen Geldes.
Ich gehe darüberhinaus davon aus, dass Du stets die deutschen Verhältnisse der vergangenen paar Jahrzehnte vor Augen hast - und nicht den Normalfall im internationalen Kapitalismus.
In dieser aktuellen Debatte ging es aber von Beginn an um die aktuellen deutschen Verhältnisse - und von dieser Basis argumentiere ich. Wenn man die anderen Länder dazuzieht, öffnet sich ein Fass ohne Boden. Und dass der Kapitalismus auch mit Ungerechtigkeiten verkoppelt ist, bestreitet doch keiner, aber deshalb ist nicht jeder AG ein böser ausbeutender Kapitalist.
indem sie ihnen von dem Mehrwert, den sie mit ihrer Arbeit schaffen, nur einen Teil als Lohn auszahlen. Und den anderen Teil - in aller Regel deutlich mehr als die Hälfte - für sich behalten.
... oder das Geld wieder ins Unternehmen stecken, Rücklagen bilden, Investitionen tätigen und damit den Fortbestand sichern, wovon dann - als kleiner Nebeneffekt - auch die AN profitieren.
Die drei Fragezeichen signalisieren mir eine gewisse Gereiztheit - kann das sein?
Ne, war eher als Unterstreichung gedacht.
Wie kommst Du darauf, dass ich dies vergäße?
Weil Du das unterschlägst und immer nur darauf hinweist, was der AN für den AG tut. Dabei hat der AG erstmal die Voraussetzung geschaffen, oftmals auch mit viel Geld und Schweiß.
Falls sie nicht woanders eine neue Anstellung finden, haben sie demnächst nix mehr zu Essen auf dem Tisch.
Das ist aktuell in Deutschland zum Glück nicht der Fall.
@turmfalke1 ... das er aber nur erwirtschaften konnte, weil der AG die notwendigen Voraussetzungen geschaffen hat - oft auch wieder mit Einsatz eigenen Geldes.
Korrekt.
Und dass der Kapitalismus auch mit Ungerechtigkeiten verkoppelt ist, bestreitet doch keiner, aber deshalb ist nicht jeder AG ein böser ausbeutender Kapitalist.
Wer hat was von böse geschrieben? Der Aufhänger unseres Disputs war das Wort "ausbeuten". Du schriebst (sinngemäß), dass hart arbeitende Menschen von Arbeitsverweigerern ausgebeutet würden. Da diese Deine Behauptung nur systemisch gemeint gewesen sein konnte - durch die (noch) gültigen Sozialgesetze werden Bedürftige über die Sozialkassen oder gar Steuermittel unterhalten, und die Sozial- und Steuerkassen werden befüllt von denen, die in sie einzahlen, insbesondere durch Abgaben auf ihr Einkommen... - wandte ich gegen dieses sich auf ein herrschendes System zielende Argument ein, dass Ausbeutung im herrschenden System an anderer Stelle - nämlich bei der Beziehung zwischenb Kapitalist und Lohnarbeiter in viel höherem, also wirklich in um Zehnerpotenzen höheren Maße statt findet. Nicht, weil die Kapitalisten böse Menschen sind, sondern weil das herrschende System darauf hin ausgelegt ist. Die Ausbeutung des Lohnarbeiters durch den Kapitalisten findet nicht zufällig statt, sondern immer. Es ist für den Kapitalisten systemisch unmöglich, auf diese Ausbeutung zu verzichten.
Ausbeutung dessen, was ausgebeutet werden kann, folgt aus dem Prinzip des Kapitalismus, der Profitmaximierung. Gleichzeitig gilt:
1.Innerhalb des Systems kann nicht erfolgreich seinen Regeln zuwider gehandelt werden, auch nicht von Mitgliedern der in dem System herrschenden Klasse (dazu im Folgenden das erste Beispiel) und
2. Das System mündet in eine Gefahr für Leib und Leben aller (dazu im Folgenden das zweite Beispiel).
Beispiel 1. Der Unternehmer Herr Müller lässt in seiner Fabrik Hosen herstellen. Dazu heuert er Näherinnen an. Jede Näherin kann pro Stunde 10 Hosen herstellen. Da Herr Müller aus idalistischer Menschenliebe sich vornimmt, nicht wie alle anderen Unternehmer von dem Wert, den die Näherinnen durch ihre Arbeit generieren, etwas für sich abzuzweigen, sie also nicht auszubeuten, zahlt er ihnen doppelt soviel wie die Konkurrenz. Er arbeitet in seiner Fabrik mit (ist also so ein Chef, wie Du ihn oben beschrieben hattest: selbst mit anpackend...) und zahlt sich entsprechend auch aus den Einkünften der Fabrik ein Gehalt aus - auf Grundlage des Stundenlohns, den er seinen Näherinnen zahlt. Damit kommt er privat gut über die Runden und kann seinen zwei Kindern zumindest ein wenig in ihren Studentenjahren zur Miete ihrer eigenen Bude beisteuern...
Zuerst hat sein unorthodox faires Vorgehen den positiven Effekt, dass seine Näherinnen seltener krank feiern und, da motiviert, auch besser und schneller arbeiten. Womöglich versuchen sogar die besten Näherinnen konkurrierender Unternehmen in seines zu wechseln. Für einen gewissen Zeitraum hat er also glückliche, motivierte und besonders effektiv arbeitende Näherinnen als Angestellte - und ein gutes Gefühl in der Überzeugung, besonders fair zu sein.
Die Leitung der Konkurrenzfirma Gierhaltz AG (Werbeslogan: Gier hältz länger!) schaut sich das ein Weilchen an und entscheidet dann: Okay, um zu kompensieren, dass uns unsere besten Näherinnen verlassen und wir die dadurch entstehenden Lücken in der Belegschaft durch weniger qualifizierte Bewerber aus der Reservearmee "Arbeitslose" besetzen müssen, was uns langfristig Profiteinbußen beschert, machen wir folgendes: Um die Produktivität unserer Näherinnen zu erhöhen, schaffen wir mit dem Kapital, dass wir bisher akkumulierten, stärker automatisierte Nähmaschinen an. Mit diesen Maschinen kann jeder ungelernte Dulli zwei Hosen mehr pro Stunde nähen, als mit den Maschinen der Vorgängergeneration eine gut ausgebildete Näherin. Weil wir mit ebensovielen Näherinnen wie bisher nun 2 Hosen mehr pro Stunde und Arbeitsplatz (Nähmaschine) produzieren können, investieren wir erstens in ein weiteres Fabrikgebäude, in dem wir dann weitere zweihundert Näherinnen für uns arbeiten lassen können, und senken gleichzeitig die Preise für unsere Hosen um 20 Prozent, dabei kurzfristig auf 10 Prozent Profit verzichtend, bis das geplante Ziel - unseren Marktanteil zu erhöhen und die lästige Müller-Moden-Konkurrenz aus dem Markt zu drängen - erreicht ist. Die Pläne der Unternehmensführung werden bei der Aktionärssammlung vorgestellt - und da trotz der kurzfristigen relativen Profitrückgänge langfristig absolute Gewinnsteigerungen zu erwarten sind, abgenickt.
Da steht Herr Müller mit seinem guten Gewissen nun dumm da: die Konkurrenzprodukte sind um 20 Prozent günstiger zu haben. Ein paar treuen Stammkunden, die aus fair-trade-Gründen (idealistische Menschenfreunde trifft man überall mal) weiterhin seiner im Vergleich nun deutlich teureren Stangenware die Stange halten (zehn Prozent der Kunden), können nicht ausgleichen, dass die anderen 90 Prozent der Kunden sich die Gierhaltz-Hosen kauft. Herr Müller hat zwei Möglichkeiten: Er kann die Preise für Müller-Mode ebenfalls um 20 Prozent senken - und entsprechend die Löhne seiner Arbeiterinnen und den für seine eigene Arbeit (womit dann das Töchterchen doch nicht während ihres Aufbaustudiums unterstützt werden kann, weswegen es bei der nächsten Familienfeier zum Eklat kommt, seine Frau sich von ihm trennen wird, infolge der Scheidung dann ein Wohnungswechsel ansteht und beim Umzug der schon etwas lahme und etwas blinde, aber von allen geliebte Hund von einem umfallenden Schrank erschlagen wird... haste Kacke am Schuh, haste Kacke am Schuh...). Oder er kann einfach 90 Prozent weniger Hosen verkaufen - mit dem Ergebnis, dass er auf 90 Prozent seiner Näherinnen verzichten und sie in die Arbeitslosigkeit entlassen muss. Der Lohn, den er sich dann noch selbst wird auszahlen können, schrumpft dann allerdings erheblich, denn bei 90 Prozent weniger Geschäft fällt für ihn auch 90 Prozent weniger Arbeit an - er wird überflüssig in seinem eigenen Betrieb und kann sich gemäß seinen Leistungsgerechtigkeitsprinzipien auch nur noch 10 Prozent seines einstigen "Lohns" auszahlen. (Die erstaunten Gesichter, als er beim Sozialamt anfragt, ob er vielleicht für sich selbst als "Aufstocker" arbeiten und den Rest des zum Leben nötigen Geldes vom Staat zugeschossen bekommen könne, geben ein interessantes Bild ab. 😀 In seinem Alter ist das ja so ein Ding mit der Vermittlung in bezahlte Arbeit, er hat ja nix gelernt ausser Unternehmensführung und Spötter könnten nicht ganz unberechtigterweise einwenden, dass er auch die nicht so wirklich beherrsche... Aber ergeben Fortbildungsmaßnahmen bei einem wie ihm noch wirklich Sinn? Der Staat muß schließlich sparen, so, wie er ständig von Bürgergelderschleichungsschlingeln ausgebeutet wird...)
Was Herr Müller leider nicht tun kann: auch die besseren Nähmaschinen anschaffen, mit denen seine Näherinnen ja deutlich effektiver als die Dullis in den Gierhaltz-AG-Hallen arbeiten und 14 Hosen pro Stunde nähen könnten. Dazu fehlt ihm das zusätzliche Kapital. Im Gegensatz zur Gierhaltz AG kann er sich als Privatunternehmer solches Kapital nicht "einfach so" an der Börse beschaffen. Und da er ja bekanntlich nicht "profitorientiert" wirtschaftet, wird ihm auch seine Hausbank keinen entsprechenden Kredit geben zu einem Zinssatz, der allerhöchstens in Höhe der Inflationsprognosen liegen darf. Sie verleiht ihr Geld lieber an die Gierhaltz AG. Ach, was heißt: lieber? Sie muss ihr Geld an die Gierhaltz AG verleihen, weil sie ihren eigenen Anteilseignern gegenüber zu verantworten hat, wie am Ende des Quartals ihre Geschäftszahlen aussehen...
Ich will das Beispiel nun nicht noch weiter auswälzen, sondern hoffe, deutlich gemacht zu haben, warum im Kapitalismus Leute wie Herr Müller nicht lange "am Markt" überleben können. Moral ist kein Kriterium im Kapitalismus - höchstens taugt sie, wenn man sie glaubhaft vorzuschützen weiß, als PR-Kleidchen...
Beispiel 2: als Beleg, wie gemeingefährlich das kapitalistische System ist.
Da brauche ich überhaupt kein fiktives Unternehmen aus dem Hut zu zaubern, sondern nehme, als pars pro toto:
Schonmal gehört, den Namen? Bei den letzten Fifa-Gladiatorenspielen im Heiligen Land des Kapitalismus prangte er gefühlt die Hälfte der Zeit auf den Werbebanden um die Spielplätze.
Führende Vertreter des Unternehmens haben glaubhaft versprochen, jeden Liter, der sich in ihren Ölfeldern befindet, auch fördern zu wollen. Das war keine Drohung, wiewohl damit ja implizite gesagt wird, dass man den Klimawandel zu ignorieren gedenkt, sondern ein Versprechen: den Aktionären Aramcos gegenüber. Denen allein sind nämlich die "Bosse" des Unternehmens verpflichtet. Wenn eine Konzernleitung nicht im Interesse der Aktionäre handelt, also größtmögliche Profite erwirtschaftet, dann können, gemäß der Gesetzeslage, diese Aktionäre sie verklagen.
Obwohl wir als Menschheit seit über vierzig Jahren sicher wissen, das die Folgen des Verbrennens fossiler Energieträger katastrophale Folgen für die Ökosphäre des Planeten haben wird, lassen wir es zu, dass das oberste Prinzip des Kapitalismus, die Heiligkeit des Privateigentums (auch und insbesondere an Produktionsmitteln wie z.B. Ölfeldern...) selbst über dem Überlebensinteresse der Menschheit steht.
Würden die Naturschätze dieser Welt nicht als Privateigentum betrachtet, in dessen Nutzung den Besitzern nicht dreingeredet werden darf - es gäbe eine realistische Chance, oder hätte sie wenigstens bis vor wenigen Jahren noch gegebe, die zwei großen, sich aus der kapitalistischen Wirtschaftsweise zwangsläufig ergebenden globalen Naturkatastrophen: Artensterben und Klimawandel zu verhindern. Man hätte sich als Menschheit darauf einigen können, welche Ziele man verfolgt: langfristig genug Nahrung und erträgliches Klima für alle. Und man hätte anhand dieser Ziele entscheiden können, wie die zur Verfügung stehenden Naturschätze verwendet werden: wieviel Wald gerodet werden kann, wieviele Bodenschätze gefördert, wieviel fruchtbarer Boden versiegelt, wieviel Treibhausgabe in die Luft gepustet... und und und. Aber da hätte dann ja das Ziel des Wirtschaftens die Befriedigung der Bedürfnisse der Menschen sein müssen. Ein gänzlich anderes als das im real existierenden Kapitalismus dominierende: die Geldmehrung (Kapitalakkumulation).
Ein CEO von Aramco also, der verspricht, noch den letzten Liter des Stoffs, der unser aller Leben vergiften und zerstören wird, zu fördern, verhält sich im Rahmen des Kapitalismus nicht etwa verantwortungslos und und moralisch böse - sondern verantwortlich und gemäß seinen Pflichten. Es wird übrigens gemunkelt, dass einige der größeren Anteilseigner von Aramco ob ihrer jüngst erfreulich hohen Dividendengewinne auch - man soll ja sein Vermögen diversifiziert anlegen - ein Investment in die Gierhaltz AG in's Auge gefasst haben. 😎
@jack-black Ich hab mich mal durch dein 1.Beispiel gelesen und finde es mega!
Denn daneben gibt es unter den "Arbeitgebern" (Oder besser: Arbeitsplatzgebern) aber auch jene, die vielleicht eine eigene Firma besitzen, dafür aber Kredite aufnehmen mussten, das meiste Kapital eben dieser Firma zur Verfügung stellen, sich selbst auch nur ein gewisses Gehalt auszahlen und ansonsten 16 Stunden am Tag 6 Tage in der Woche für ihre Firma schuften, um den Laden irgendwie am Laufen zu bewahren, Arbeitsplätze zu sichern und Rücklagen für schlechte Zeiten aufzubauen.
Ist das nicht, was in Jacks Beispiel Fa. Müller ist?
Der springende Punkt ist hier nun: dem Lohnarbeiter fehlen am Ende des Arbeitstags 4 Stunden seiner Lebenszeit. Sie wurden ihm weg genommen, er hat sie nun weniger. Dem Kapitalisten wurde am Ende des Arbeitstages nichts weggenommen. Klar: er hat dem Arbeiter Geld (Lohn) gezahlt. Aber den (Tausch-)Wert dieses Lohns hat ja der Arbeiter durch seine Arbeitsleistung erst geschaffen. Der gehörte vorher dem Kapitalisten nicht. Er kann ihm also nicht genommen worden sein.
Mir ist an dieser Stelle nicht ganz klar, was du eigentlich unter einem "Kapitalisten" verstehst.
Deine Beispiele bedienen sich ja meist dem stumpfen Klischee, dass da irgendein "Kapitalist" ist, der dank seines Geldes Material und Arbeitskraft kauft und durch die Ausbeutung der Arbeitskraft selbst nicht arbeiten muss.
Das ist in der Tat die Definition von "Kapitalismus", dass Menschen Geld nicht mit eigener Arbeitskraft, sondern mit dem Einsatz von Kapital verdienen (Und dabei oftmals immer reicher werden, während die Angestellten kaum eine Chance haben, ihr verdientes Kapital zu erhöhen).
Solche Leute, die selbst nicht arbeiten müssen und stattdessen im Ferrari die Düsseldorfer Kö rauf- und runterfahren und sich auf Golfplätzen herumtreiben geraten komischerweise weder von Wählern noch der Politik in den Fokus, sondern werden generell als "Leistungsträger" verbucht... ganz egal wie deren Tagesablauf zwischen Tennis, Golf und Yachtclub aussieht. Allerdings ist es auch unklar, wie viele derartige Leute es eigentlich gibt... denn viele "Kapitalisten" arbeiten ja selbst nicht zu knapp.
Denn daneben gibt es unter den "Arbeitgebern" (Oder besser: Arbeitsplatzgebern) aber auch jene, die vielleicht eine eigene Firma besitzen, dafür aber Kredite aufnehmen mussten, das meiste Kapital eben dieser Firma zur Verfügung stellen, sich selbst auch nur ein gewisses Gehalt auszahlen und ansonsten 16 Stunden am Tag 6 Tage in der Woche für ihre Firma schuften, um den Laden irgendwie am Laufen zu bewahren, Arbeitsplätze zu sichern und Rücklagen für schlechte Zeiten aufzubauen.
Dass es daneben auch für die Angestellten die Möglichkeit gibt, einen Teil des Gehaltes beiseite zu legen um damit Aktien zu kaufen, also selber zum "Kapitalisten" zu werden wird von dir auch gerne unterschlagen.
In deiner Welt leben wir anscheinend immer noch im 19. Jahrhundert, in dem der reiche Adel Fabriken gründet und Menschen wie Sklaven und Leibeigene ausbeutet... aber die heutige Realität ist komplexer als das.
@lucan-7 Mir ist an dieser Stelle nicht ganz klar, was du eigentlich unter einem "Kapitalisten" verstehst.
(...) eine Person, die über ökonomische Werte (Kapital) verfügt, die sie planmäßig dazu einsetzt, um einen größeren Wert zurückzuerhalten.
(Quelle: Klick mich!)
Wobei mir diese Definition allerdings schon einen Ticken zuu allgemein erscheint. Auch Händler, die, ohne irgendeinen Lohnarbeiter zu beschäftigen, ihr Kapital planmäßig einsetzen, fielen ja damit in die Kapitalisten-Kategorie. Dann hätte es also schon in vorkapitalistischen Zeiten Kapitalisten gegeben... Ich würde also den Begriff etwas enger fassen: Eine Person, die über ökonomische Werte (Kapital)verfügt, die sie planmäßig dazu einsetzt, um per Ausbeutung der Arbeitskraft anderer Personen im Zusammenhang industrieller Produktion einen größeren Wert zurückzuerhalten.
Dass es daneben auch für die Angestellten die Möglichkeit gibt, einen Teil des Gehaltes beiseite zu legen um damit Aktien zu kaufen, also selber zum "Kapitalisten" zu werden wird von dir auch gerne unterschlagen.
Mit Verlaub: Unfug! Dass ich allseits bekannte Tatsachen nicht redundanterweise erwähne, ist keine Unterschlagung.
Ich würde also den Begriff etwas enger fassen: Eine Person, die über ökonomische Werte (Kapital)verfügt, die sie planmäßig dazu einsetzt, um per Ausbeutung der Arbeitskraft anderer Personen im Zusammenhang industrieller Produktion einen größeren Wert zurückzuerhalten.
Sorry, aber das ist zu allgemein. Was sind "ökonomische Werte" in diesem Zusammenhang? Warum beschränkst du dich auf "industrielle Produktion"? Sind die Leute der Schwarz-Gruppe, die Milliarden im Einzelhandel verdienen, etwa keine "Kapitalisten"?
Und ist der Kioskbesitzer, der eine Vertretung einstellt, damit er mal eine Woche Urlaub machen kann, in diesem Sinne dann auch ein "Kapitalist"?
Mit Verlaub: Unfug! Dass ich allseits bekannte Tatsachen nicht redundanterweise erwähne, ist keine Unterschlagung.
Doch. Denn würdest du hier sauber und der Definition nach argumentieren, dann würdest du das ebenfalls in Bezug zum Kapitalismus setzen: Der Arbeiter, der sein Erspartes in Aktien investiert, bedient sich ebenfalls kapitalistischer Methoden - und gewinnt damit, ohne dafür eine weitere Arbeitsleistung zu erbringen (Basis ist die bereits erbrachte Arbeitsleistung, nicht aber die folgenden Gewinne).
Du scheinst "Kapitalismus" einzig und allein auf "Ausbeutung von Arbeitskraft" zu beschränken, was natürlich ein wesentlicher Teil ist - aber eben nicht ausschliesslich.
"Kapitalisten" setzen "Kapital" statt Arbeitskraft ein, um Gewinne zu erzielen. Und dieses Prinzip kann sowohl von Reichen wie von Armen angewendet werden... mit dem Unterschied, dass die Reichen mehr Kontrolle haben und deren Gewinne höher ausfallen.
Wobei mir diese Definition allerdings schon einen Ticken zuu allgemein erscheint.
Tja, zu dumm... anscheinend passt die Definition nicht ganz in dein Weltbild. Was aber nichts an deren Sinn ändert.
"Kapitalismus" kommt von "Kapital" - nicht von "Ausbeutung".
@lucan-7 Sorry, aber das ist zu allgemein.
Ja wat denn nu? Du hattest geschrieben:
Mir ist an dieser Stelle nicht ganz klar, was du eigentlich unter einem "Kapitalisten" verstehst.
Darauf hin verlinkte ich auf die übliche Kapitalisten-Definition und präzisierte die noch, da Du ja nach meinem Verständnis des Begriffs fragtest oder zumindest Deine Selbstaussage, dass Dir etwas nicht ganz klar sei, als Frage verstanden werden konnte. Was wolltest Du also? Mein Verständnis des Begriffs erfragen/klären, oder für die Galerie achselzuckende Ironie aufführen?
Was sind "ökonomische Werte" in diesem Zusammenhang?
Du bist aber schon meinem Link auf die Wikipedia-Seite gefolgt, oder? Vielleicht wird nach deren Überfliegen Dir ja ersichtlich, was wohl unter ökonomischen Werten gemeint sein könnte. Den Terminus jedenfalls hatte ich 1:1 von dort übernommen.
Sind die Leute der Schwarz-Gruppe, die Milliarden im Einzelhandel verdienen, etwa keine "Kapitalisten"?
Da ihre Profite ohne die Beschäftigung von Lohnarbeitern unmöglich wären: Selbstverständlich.
Und ist der Kioskbesitzer, der eine Vertretung einstellt, damit er mal eine Woche Urlaub machen kann, in diesem Sinne dann auch ein "Kapitalist"?
In welchem Sinne? Demjenigen, dass Deine Frage zu den "Leuten der Schwarz-Gruppe" rein rhetorischer Art war? Aber ja: damit das Produktionsmittel Kiosk Profit abwirft, muss die Vertretung ihre Lebenszeit/Arbeitskraft für Lohn verkaufen, wird also vom Kapitalisten, dem Kioskbetreiber, ausgebeutet. Und nu? Wollen wir in's Klein-Klein gehen, ob die Ausbeutung der Aushilfskraft schon nach einem Nachmittag oder der einen Woche Urlaub anfängt, oder doch erst nach vier Wochen?Oder wollen wir diskutieren, worin der Unterschied zwischen "Dienstleistung" im Verkaufsgewerbe und "Lohnarbeit" in der industriellen Produktion materieller Güter bestehen könnte und inwiefern dass ökonomisch-systematisch einen signifikanten Unterschied mache? Wärst Du denn zu dem Behuf dann auch mal willens, etwas tiefer in die Theorie einzusteigen, oder müsste ich dann wieder mit schon ernsthaft an Beleidigung grenzenden Strohmännern a la
In deiner Welt leben wir anscheinend immer noch im 19. Jahrhundert, in dem der reiche Adel Fabriken gründet
rechnen?
Doch. Denn würdest du hier sauber und der Definition nach argumentieren, dann würdest du das ebenfalls in Bezug zum Kapitalismus setzen: Der Arbeiter, der sein Erspartes in Aktien investiert, bedient sich ebenfalls kapitalistischer Methoden - und gewinnt damit, ohne dafür eine weitere Arbeitsleistung zu erbringen (Basis ist die bereits erbrachte Arbeitsleistung, nicht aber die folgenden Gewinne).
Liest Du Dir mal meine Argumente durch, bevor Du in den Widerspruchsmodus schaltest? Ich hatte nie und nirgends bestritten, dass jeder, der Aktien kauft, selbst auch als Kapitalist agieren kann. Im Unterschied zu Dir oder Turmfalke schlingere ich allerdings nicht ständig zwischen den Begriffen hin und her: Ich spreche nicht mal vom Kapitalisten und mal vom Unternehmer, wie's mir gerade in den Kram passt. Und ich konstatiere auch keinen kategorischen Unterschied zwischen Arbeiter und Unternehmer. Ich komme also sehr gut damit klar, dass ein Unternehmer auch arbeiten und dass ein Arbeiter auch als Kapitalist agieren kann. Ich argumentiere "der Definition nach", jener Definition, die ich verlinkte und die ich darüber hinaus noch präzisierte. Was Dir dann wiederum "zu allgemein" war.
Oben brachte ich mein eigenes, persönliches Beispiel ein: ich selbst besitze Aktien, agiere also systemisch als Kapitalist. Und wie Du weißt, und wie ich an anderer Stelle auch schon schrieb, arbeitete ich längere Zeit als angestellter Lohnarbeiter. Da ich auch zu der Zeit schon ein Aktiendepot besaß, war ich also in Personalunion Kapitalist und Lohnarbeiter. Aber Lohnarbeiter war ich nicht in der Beziehung zu mir, dem Kapitalisten, sondern in Beziehung zu einem anderen Kapitalisten, dem Eigentümer der Firma, für die ich arbeitete. Und Kapitalist war ich nicht in Bezug auf mich als Lohnarbeiter - sondern in Bezug auf jene Lohnarbeiter, die für die Unternehmen malochten, an denen ich per Aktienscheinen Anteile hielt.
Und das ist m.A.n. so unspektakulär und weitverbreitet (schließlich sollen demnächst ja alle Leute irgendwie ihre Renten per Aktiendepot bestreiten können), dass es nicht zu erwähnen keine Unterschlagung war, wie Du sie unterstellt hast, sondern das Einsparen von Tipp-Arbeitzeit. Die ich jetzt noch ein letztes Mal hier leiste, weil anscheinend manche Leute, ohne dass sie es von mir erführen, nicht im Traum auf die Idee kämen, Lohnarbeiter könnten sich von ihrem üppigen Einkommen tatsächlich selbst Aktien kaufen oder sonstwie mit ihrem Kapital an den Märkten "zocken". Darüber hinaus, bevor mir nochmal das Unterschlagen von irgendwas unterstellt, möchte ich klar stellen, dass der Himmel oben und die Erde unten ist, sofern man mit den Füßen auf ihr steht und die Begriffe oben und unten im landläufigen Sinne verwendet. Und, ach ja, dass man schlechter sehen kann, wenn man die Augen zu macht. Und noch drei Milliarden andere Selbstverständlichkeiten seien hiermit pauschal eingestanden. Zufrieden?
"Kapitalismus" kommt von "Kapital" - nicht von "Ausbeutung".
Ah, ein Freizeit-Etymologe.
Darauf hin verlinkte ich auf die übliche Kapitalisten-Definition und präzisierte die noch, da Du ja nach meinem Verständnis des Begriffs fragtest oder zumindest Deine Selbstaussage, dass Dir etwas nicht ganz klar sei, als Frage verstanden werden konnte. Was wolltest Du also?
Mein Punkt ist, dass du vor allem in letzter Zeit dazu neigst, "den Kapitalismus" für so ziemlich jedes Problem verantwortlich zu machen, das wir auf der Welt haben (Und ja, das ist jetzt eine bewusste Übertreibung).
Mindestens jedenfalls für den Klimawandel (da stimme ich noch zu), aber auch für den Gaza-Krieg (eher nicht), Waffenlieferungen in die Ukraine (auch nicht) und den Krieg gegen den Iran (teilweise - die USA haben sicherlich kapitalistische Interessen, Israel eher nicht).
Und wenn du dann anführst, was der Kapitalismus eigentlich ist, dann führst du allein "Ausbeutung" als wesentliches Merkmal ins Feld: Ausbeutung von Arbeitskraft, von Rohstoffen, von allem, mit dem sich Geld verdienen lässt.
Das ist meiner Ansicht nach viel zu simpel gedacht. Putin denkt beispielsweise überhaupt nicht kapitalistisch. Er verbrennt Geld statt es zu investieren. Putin ist an imperialistischen Einflusssphären interessiert, teils aus Größenwahn (Wiederherstellung der Sowjetunion), teils aus Paranoia (Schaffung eines Puffers gegen einen militärischen Angriff durch die Nato auf Moskau).
Israel attackiert Gaza und Libanon (Und auch den Iran) nicht, um dort Land zu erobern, sondern um eine Terrorgefahr abzuwenden. Auch damit ist kaum Geld zu verdienen.
Aber ja: damit das Produktionsmittel Kiosk Profit abwirft, muss die Vertretung ihre Lebenszeit/Arbeitskraft für Lohn verkaufen, wird also vom Kapitalisten, dem Kioskbetreiber, ausgebeutet. Und nu?
Nun wissen wir, dass "Kapitalisten" nicht nur böse Ausbeuter sind, die die Welt zerstören, sondern auch Leute, die jeden Tag selbstständig arbeiten gehen und einfach mal Urlaub machen wollen.
Kapitalismus zerstört nicht nur, er schafft auch Möglichkeiten. Etliche Erfindungen, Projekte und Produkte wären ohne kapitalistische Prinzipien kaum zu verwirklichen. Jedenfalls nicht so lange Menschen sind wie sie sind... und wir müssen eben nehmen, was wir haben.
Kapitalismus hat zu besseren und zuverlässigeren Produkten geführt, bessere Forschung, medizinischem Fortschritt, Bildung, Sicherheit und Wohlstand.
Natürlich ist das nur deshalb der Fall, weil auch das Profite verspricht. Aber das macht es ja nicht per se schlechter.
Die Nachteile des Kapitalismus sind selbstverständlich nicht zu bestreiten. Kapitalistische Interessen arbeiten gerade an mehreren Katastrophen gleichzeitig - Klimawandel, totalitäre Staaten und Konzerne durch KI und wachsende Kriegsgefahr. Dass hier der Kapitalismus ein wesentlicher Treiber ist ist unbestritten.
Aber das bedeutet nicht, dass wir den Kapitalismus abschaffen, sondern dass wir ihn regulieren müssen.
Denn Planwirtschaft funktioniert nicht. Unser unmittelbares Interesse gilt nur wenigen Menschen unserer unmittelbaren Umgebung. Soll ich meinen Finger auch für Fremde krumm machen, dann erwarte ich dafür Bezahlung. Und damit funktioniert dann auch eine größere Gesellschaft.
Da ich auch zu der Zeit schon ein Aktiendepot besaß, war ich also in Personalunion Kapitalist und Lohnarbeiter.
Damit wäre es bei der von dir geforderten Abschaffung des Kapitalismus aber schnell vorbei... Aktien gäbe es dann nicht mehr, die sind schließlich urkapitalistisch.
"Kapitalisten" setzen "Kapital" statt Arbeitskraft ein, um Gewinne zu erzielen.
... dann brauchen sie ja gar keine Arbeitskraft Anderer ...
... durch dessen Arbeit ja Geld aus der Wert-(ab-)schöpfung gewonnen wird ...
... dann brauchen sie ja gar keine Arbeitskraft Anderer ...
Nicht unbedingt. Sie können ja auch einfach etwas vermieten. Oder mit Land handeln.
In jedem Fall wird aber Geld durch den Einsatz von Geld vermehrt. Das ist Kapitalismus.
@lucan-7 bei den Mieten handelt es sich auch wieder um ... ich behaupte, Mehr an Geld von den Mietern. Und Geld wird nicht immer zurück in die Wohnung gesteckt.
Was ich vergessen habe: Land und Wohnraum ist ein göttliches Grundrecht. Bzw. gehört das Land lt. Psalm 24,1 sogar Gott und er setzt uns "nur" als Bewahrer, Bebauer und Verwalter ein (1 Mose 2,15) u. a., was den freien Zugang zu Land voraussetzt.
Und Gott gibt Land, damit gewohnt und gelebt werden kann, nicht angehäuft. (5 Mose 12,10; Jos. 21,43-44; 2 Sam 7)
Was ich vergessen habe: Land und Wohnraum ist ein göttliches Grundrecht. Bzw. gehört das Land lt. Psalm 24,1 sogar Gott und er setzt uns "nur" als Bewahrer, Bebauer und Verwalter ein (1 Mose 2,15) u. a., was den freien Zugang zu Land voraussetzt.
Und Gott gibt Land, damit gewohnt und gelebt werden kann, nicht angehäuft. (5 Mose 12,10; Jos. 21,43-44; 2 Sam 7)
Wäre schön. Aber in unserer Welt, in der alles etwas eng geworden ist, ist Land ein Gut, das gehandelt werden kann.
Das ist nicht optimal... andererseits, wie soll man es sonst machen? Einen König einsetzen, der Land verteilt?
@lucan-7 Es ist so entschieden, gemacht worden, also kann es auch wieder rückgängig oder anders gemacht werden; same mit Kapitalismus.
Nichts davon ist Naturrecht xD
@johnnyd Der AG schöpft den (Mehr-)Wert ab, den der AN erst durch Einsatz seiner Kraft und Zeit geschaffen hat.
Der Unternehmer schöpft nicht ab, was ihm ohnehin zusteht.
Arbeitnehmer/Auftragnehmer leisten Teilbeiträge für ein Gesamtprodukt, welches der Unternehmer auf dem Markt anbietet.
Welchen Wert das Produkt hat bestimmt der Markt; Er wird nicht davon bestimmt, dass ein Teilbeitrag eine bestimmte Stundenanzahl gedauert hat. Das ist Aufwand, nicht Wert. Der erzielbare Preis sollte typischerweise die Kosten aller Teilbeiträge klar übersteigen.
@johnnyd Der Gewinn wird unverhältnismäßig abgeschöpft, sonst würde er besser auf die AN verteilt und dann würden sie mehr bekommen als nur Mindestlohn.
Die meiste und eigentlich Arbeit machen immer noch AN.
So und jetzt konzentriere ich mich wieder auf mich und mein Schreibprojekt, das gerade nach fünf Jahren Zwangspause weil beruflich ach so wichtiges Fernstudium (es war mega interessant aber ... mei) und Gesundheit.
Das ist, was mich mit Leidenschaft erfüllt und zufrieden einschlafen lässt, wenn es wieder gewachsen ist; nicht der bloße Profit eines ausbeuterischen Kapitalisten. ^^
Veröffentlicht von: @samira-jessicaDer Gewinn …
… wird eben nicht komplett ausgeschüttet sondern muss auch für Rücklagen, Rückstellungen, Re-Investitionen, Steuern, Zinszahlungen … und auch für den Unternehmerlohn … reichen. Ich kenne Unternehmer, die ein Familienunternehmen in der x-ten Generation fortführen, die sich als ›Privatentnahme‹ ein eigenes Gehalt zahlen, das nach Steuern & Abgaben geringer ist alss das einiger ihrer Angestellten.
Als ich gefragt habe, warum sie für solch einen niedrigen Lohn arbeiten und nicht den Laden absperren und selbst als AN arbeite gehen, sagten alle ›uni sono‹ zu mir …
»Die Firma haben wir von den Eltern übergeben bekommen, damit wir sie später an unsere Kinder weitergeben können. So wie sie es für uns gemacht haben. Da können wir doch nicht einfach zusperren!«
@samira-jessica Es wird nichts abgeschöpft, was nicht ohnehin dem Unternehmer zusteht. Dein Bild ist schief.
Arbeitnehmer bekommen das, was sie für ihr Arbeitsangebot verlangen können. Das kann im Bereich des Mindestlohns liegen oder darüber.
Die entscheidende Leistung erbringt derjenige, der die Teilleistungen in einem Gesamtprodukt vereinigt und auf den Markt bringt und alle Risiken trägt. Der hat die Vision, der investiert, der trägt das Verlustrisiko, der geht pleite.
Arbeitnehmer wollen das typischerweise nicht. Die wollen pünktlich ein festes, planbares Gehalt egal ob der Laden Gewinn macht oder Verlust.
Die entscheidende Leistung erbringt derjenige, der die Teilleistungen in einem Gesamtprodukt vereinigt und auf den Markt bringt und alle Risiken trägt.
Nö dem ist nicht so. Ohne Arbeitnehmer kann der genau garnichts. Und derjenige ist es aber, der es im Zweifelsfall verkackt.
Der hat die Vision, der investiert, der trägt das Verlustrisiko, der geht pleite.
Und die Angestellten haben keinen Job mehr. Das Verlustrisko ist bei den meisten Unternehmern überschaubar, dank diversen Firmenkonstrukten die man sich schaffen kann.
Sehr viele Unternehmen kommen ohne Arbeitnehmer aus. Anders herum hat der Arbeitnehmer keinen Job.
Das Verlustrisiko ist bei Unternehmern wesentlich höher als bei Angestellten. Man wird längst nicht so behütet wie ein Arbeitnehmer, sondern zahlt und haftet und wird bestraft.
Firmenkonstruktionen sind teuer und helfen einem nicht mehr wirklich, wenn man ein paar Fehlentscheidungen trifft und ordentlich Verluste einfährt.
Das Verlustrisko ist bei den meisten Unternehmern überschaubar, dank diversen Firmenkonstrukten die man sich schaffen kann.
Ja, so wird es gerne von interessierter Seite beschrieben, aber die Realität sieht meistens anders aus. "verlustresistente Firmenkonstrukte", die eine Pleite des Kapitaleigner verhindern sollen, gibt es eigentlich nur bei Großunternehmen (Großunternehmern) und immer mal wieder bei Unternehmern mit krimineller Energie.
Aber immer noch sind in Deutschland die meisten Unternehmen kleinere und mittelständische Betriebe, Selbständige und Freiberufler, Handwerksbetriebe, kleinere und mittlere Handelsunternehmen, meistens Familienunternehmen in x-ter Generation. Und diese Unternehmer sind schon froh, wenn sie aus ihrer Arbeit einen ausreichenden Betrag auf die "hohe Kante" schaffen können, für darüber hinausgehende Firmenkonstrukte fehlen ihnen die Zeit, die Energie und meistens auch die finanziellen Mittel.
@johnnyd Ich stimme dem Elch zu und bleibe bei meiner Meinung, dass AN mehr an der Wertschöpfung beteiligt sind aber unverhältnismäßig entlohnt werden.
Ja, das ist fußt nur auf Hören-Sagen, weil ich keine praktische Erfahrung habe und nie sammeln werde.
Tatsächlich bevorzugen Arbeitnehmer diese ach so unverhältnismäßige Entlohnung gegenüber der eigenen Selbständigkeit.
Tatsächlich bevorzugen Arbeitnehmer diese ach so unverhältnismäßige Entlohnung gegenüber der eigenen Selbständigkeit.
Auch Unternehmer nehmen gern mal das sozialversicherungspflichtige Angestelltenverhältnis im eigenen Unternehmen.
Veröffentlicht von: @samira-jessicaJa, das ist fußt nur auf Hören-Sagen, weil ich keine praktische Erfahrung habe und nie sammeln werde.
Genau hier liegt ein Problem.
Es gibt Branchen, wo nur Mindestlohn bezahlt wird.
Aber es gibt auch genug Jobs, die deutlich über Mindestlohn bezahlt werden.
Von daher kann man das nicht so pauschal sagen, wie Du es hier darzustellen versuchst.
und bleibe bei meiner Meinung, dass AN mehr an der Wertschöpfung beteiligt sind aber unverhältnismäßig entlohnt werden.
Ja, das ist fußt nur auf Hören-Sagen, weil ich keine praktische Erfahrung habe und nie sammeln werde.
Genau deshalb finde ich es gut, dass du dich hier so engagiert an der Diskussion beteiligst. Und mutig, dass du offen über deine fehlende eigene Erfahrung sprichst.
Denn viel zu oft erlebe ich Menschen, deren Wirtschafts- und Finanzkompetenz lediglich aus abgedroschenen Parolen der Frühindustrialisierung stammt, oder halt aus der Zeitung mit den dicken Buchstaben...
Wieweit AN an der Wertschöpfung beteiligt sind ist von Branche zu Branche extrem unterschiedlich. In solchen Diskussionen hat man nicht selten den Eindruck, dass die Berufstätigen in Deutschland überwiegend vom Mindestlohn leben müssen und um den gerechten Anteil am Profit (der ihrer Arbeitsleistung entspricht) geprellt werden.
Wäre dies tatsächlich so, dann würden Unternehmen (immer häufiger auch kleinere und mittelständische) nicht darüber nachdenken müssen, Produktionsstätten in Deutschland stillzulegen und Arbeit ins Ausland zu verlagern.
Und bei all dieser Betrachtung sollten wir nicht übersehen, dass gerade Großunternehmen ihre Mitarbeiter am Gewinn beteiligen - und das nicht zu knapp. Ich arbeitete mal in einem mittelständischen Unternehmen (klassischer deutscher Anlagenbau), wo die Hälfte des Nettogewinns an die Mitarbeiter ausgeschüttet wurde. OK - das ist jetzt nicht die Regel, aber eine Ausnahme war es auch nicht.
Aber wir sind uns wohl darüber einig, dass alles seinen Preis hat. Kein Mensch wird beim Einkauf freiwillig mehr zahlen als nötig, wenn die gekaufte Ware nicht besser ist, biologischer angebaut wurde, einen höheren Nutzen (Wert, Haltbarkeit, Verarbeitungsmöglichkeit) bietet, mit besonderen Vorteilen verbunden ist oder einfach besser gefällt (Design, Mode).
Bei vergleichbaren Gütern ergibt sich daher auch fast automatisch ein vergleichbarer Preis.
Und mit den Personalkosten ist es nicht anders. Von "Vetternwirtschaft" mal abgesehen steht eine gut ausgebildete Fachkraft dem Markt zu einem anderen, höheren "Preis" (Lohn/Gehalt) zur Verfügung als eine nicht ausgebildete Hilfskraft. Und kaum ein Unternehmer kann es sich leisten, über dieses Lohn- und Gehaltsniveau hinausgehend mehr zu zahlen.
Veröffentlicht von: @bepe0905und bleibe bei meiner Meinung, dass AN mehr an der Wertschöpfung beteiligt sind aber unverhältnismäßig entlohnt werden.
Ja, das ist fußt nur auf Hören-Sagen, weil ich keine praktische Erfahrung habe und nie sammeln werde.
Genau deshalb finde ich es gut, dass du dich hier so engagiert an der Diskussion beteiligst. Und mutig, dass du offen über deine fehlende eigene Erfahrung sprichst.
Denn viel zu oft erlebe ich Menschen, deren Wirtschafts- und Finanzkompetenz lediglich aus abgedroschenen Parolen der Frühindustrialisierung stammt, oder halt aus der Zeitung mit den dicken Buchstaben...
Danke! Wobei ich denke meine Meinung stammt ja auch "nur" aus meinen Eindrücken aus social Media ...
Wieweit AN an der Wertschöpfung beteiligt sind ist von Branche zu Branche extrem unterschiedlich. In solchen Diskussionen hat man nicht selten den Eindruck, dass die Berufstätigen in Deutschland überwiegend vom Mindestlohn leben müssen und um den gerechten Anteil am Profit (der ihrer Arbeitsleistung entspricht) geprellt werden.
Eben diesen Eindruck gewinnt man schon länger auch aus den sozialen Medien.
Wäre dies tatsächlich so, dann würden Unternehmen (immer häufiger auch kleinere und mittelständische) nicht darüber nachdenken müssen, Produktionsstätten in Deutschland stillzulegen und Arbeit ins Ausland zu verlagern.
Warum, meinst du, nicht?
Ist es nicht so, weil es dort billiger (insofern, dass es keinen Mindestlohn und vielleicht weniger Steuern gibt) ist?
Aber wir sind uns wohl darüber einig, dass alles seinen Preis hat. Kein Mensch wird beim Einkauf freiwillig mehr zahlen als nötig, wenn die gekaufte Ware nicht besser ist, biologischer angebaut wurde, einen höheren Nutzen (Wert, Haltbarkeit, Verarbeitungsmöglichkeit) bietet, mit besonderen Vorteilen verbunden ist oder einfach besser gefällt (Design, Mode).
Bei vergleichbaren Gütern ergibt sich daher auch fast automatisch ein vergleichbarer Preis.
Und dennoch wird stetig alles teurer ... Ohne bessere Qualität, Bio, besseren Nutzen oder Design ...
Und mit den Personalkosten ist es nicht anders. Von "Vetternwirtschaft" mal abgesehen steht eine gut ausgebildete Fachkraft dem Markt zu einem anderen, höheren "Preis" (Lohn/Gehalt) zur Verfügung als eine nicht ausgebildete Hilfskraft. Und kaum ein Unternehmer kann es sich leisten, über dieses Lohn- und Gehaltsniveau hinausgehend mehr zu zahlen.
Hier schließe ich mich der Social-Media-Meinung an: "Wenn zu wenig Geld reinkommt, liegts daran, dass das Unternehmen schlicht zu wenig nachgefragt wird."
Aber mehr kann und will eigentlich gar nicht mehr dazu sagen ...
Ich muss mich ja zum Glück, in meiner ach so schönen und hoch hängenden sozialen Hängematte, nicht weiter damit auseinandersetzen, wie AN aus Profitgier ausbeutet werden ...
Ist dein Post nicht auch moralisch anklagend gemeint? So liest es sich für mich zumindest. Aber ich denke, man kann Kapitalismus auch gar nicht anders sehen, weil er eben moralisch anklagenswert und nichts anderes ist.
(Aber sind wir nicht wieder zu weit vom Hauptthema abgewichen?)
Aber diese Art idealistischer Motivation zerschillt ganz schnell im System und selbst, wenn man meinen würde, dass es dem Kapitalisten nur darum ginge, diese tollen Produkte für die Welt zu produzieren - würde eben der Lohnarbeiter, den er für diesen Zweck anstellt, nur aus diesem Grund angestellt: um ihn (seine Arbeitsleistung) ausbeuten zu können. Kein Unternehmer stellt Leute ein, weil er die Menschen so lieb hat und möchte, dass es allen gut geht.
Warum würde? Genau so ist es doch.
@samira-jessica Aber ich denke, man kann Kapitalismus auch gar nicht anders sehen, weil er eben moralisch anklagenswert und nichts anderes ist.
Wenn du nur mal einen Verbesserungsvorschlag hättest. Sicher läuft nun mal vieles schief im Kapitalismus, aber das ist halt das Kennzeichen der gefallenen Welt.
Auf der anderen Seite hat der von Dir so verachtete Kapitalismus uns einen gewissen Wohlstand verschafft und auch dafür gesorgt, dass Dir Deine Grundsicherung zusteht, dass jeder, der Behinderungen hat, sozial abgefedert wird, usw., was auch gut ist. Aber schon mal überlegt, wo das Geld dafür herkommt?
@turmfalke1 hach das alte "hast du schon mal überlegt ..."
1. wie du selbst erwähnst, es steht mir zu.
2. seit eineinhalb Jahren aus der DRV, ach und vorher wurden auch im BBW SV-Beiträge abgeführt .... äh was wolltest du sagen?
Also doch dem Kapitalismus zu verdanken. Da gehörts nämlich dazu, dass Dir das zusteht und dass SV-Beiträge abgeführt werden.
@turmfalke1 Naja schwierig dass es nicht so ist hier .... gibt ja nur das.
Weißt du was? Ich setz hier nen Punkt .
Ich möchte mich nicht weiter mit all dem beschäftigen. Warum auch?
Es ist mir zugegeben auch tlw. etwas zu kompliziert..
Warum wieso weshalb mir was zusteht ... juckt mich nicht. Es steht mir zu und fertig. Verhungern lassen dürft ihr mich nicht, sorry not sorry ... was soll die ganze scheiß Thematik überhaupt. Ich bin behindert, und kann nicht arbeiten. Da kann ich nichts für als geh mir nicht auf die Eier damit!
Veröffentlicht von: @samira-jessicaEs ist mir zugegeben auch tlw. etwas zu kompliziert..
Dafür teilst Du halt ganz schön aus.
Ich bin behindert, und kann nicht arbeiten. Da kann ich nichts für als geh mir nicht auf die Eier damit!
Genau deshalb ist es manchmal wichtig, etwas zu differenzieren.
Behindert ist der Krebspatient und der Rollstuhlfahrer ebenso wie ein geistig Behinderter.
Allein die Aussage 'behindert' sagt nicht viel aus.
@chai xD Was hat austeilen damit zu tun, dass es mir langsam zu kompliziert und anstrengend wird?
Oh, muss ich euch meinen Schwebi zeigen oder was? Oder euch von meinen 5 Hirnblutungen nach der Geburt und dem dadurch fehlenden Kleinhirn erzählen?
Wenn ihr meint, ich sag das ohne Grund (wtf?) ....
Sogar das Austeilen liegt an meiner Behinderung, wenn meine Belastungsgrenze erreicht ist. Hat mir auch kein Arzt alles erklärt sondern KI, meinen Hirnschaden und alles was damit zusammenhängt. Sehr spannend sag ich euch.
Veröffentlicht von: @samira-jessicaSogar das Austeilen liegt an meiner Behinderung, wenn meine Belastungsgrenze erreicht ist.
Hat mir auch kein Arzt alles erklärt sondern KI, meinen Hirnschaden und alles was damit zusammenhängt. Sehr spannend sag ich euch.
Ich glaub Dir, dass Du behindert bist und ich glaub Dir, dass das spannend ist, wenn man rausfindet, was da alles mit zusammenhängt.
Aber die Aussage 'ich bin behindert und darf rumpöbeln, wenn ich drüber bin' ist etwas ... dürftig.
Dann schalt die Kiste aus, leg Dich hin oder trink einen Tee. Das gehört zu DEINER Selbstfürsorge.
@chai von dürfen war nicht die Rede, ich machs halt dann.
@samira-jessica Gibt es irgendeine anständige Möglichkeit, Dir zu signalisieren, dass Du vielleicht mal Pause machen solltest, bevor es eskaliert und Du Dich selber ins Aus schießt?
@chai ... da hat sich in 32 Jahren noch nie jmd Gedanken gemacht, es wird immer nur gesehen und angemerkt "Du bist gerade scheiße" und dann schaukelt es sich hoch ....
Im RL bin ich mittlerweile ... seit einem halben Jahr sehr viel alleine und bin enorm ruhiger geworden je weniger mich stresst. Ist so eine Beobachtung von mir in den letzten Jahren.
Ich sag euch jetzt, was mich hier triggert: Das unterschwellige "deine Lebensweise" ist ... falsch, nicht gut ... was weiß ich. Ich weiß dass das (für mich) nicht stimmt und ich hab lange Jahre verteidigen müssen, ich bin es satt.
Veröffentlicht von: @samira-jessica@chai ... da hat sich in 32 Jahren noch nie jmd Gedanken gemacht,
Dann wird's vielleicht mal Zeit.
Ich sag euch jetzt, was mich hier triggert: Das unterschwellige "deine Lebensweise" ist ... falsch, nicht gut ... was weiß ich.
Ich weiß dass das (für mich) nicht stimmt und ich hab lange Jahre verteidigen müssen, ich bin es satt.
Ich finde Deine Sichtweise auf die, die arbeiten, nicht gut.
@chai xD Und jetzt?
Juckt mich nicht, ist ja Mein Leben und Meine Sicht.
Wir sollten aufhören uns unsere jew. Sichtweisen um die Ohren zu hauen, wenn wir eh nicht mögen.
"Und jetzt?"
Jetzt sperre ich dich erstmal. Dein Auftreten ist mir deutlich zu aggressiv, zu fäkal und zu beleidigend.
Morgen schaue ich mir das noch einmal genauer an.
Hej Samira-Jessica,
ob du jetzt hier noch liest, weiß ich natürlich nicht, wenn ja: dein Auftreten in den letzten zwei Wochen war für mindestens zwei Gelbe Karten gut, und die werde ich dir auch geben. Zwei GK sind im Regelfall mit einer Sperre von drei Tagen verbunden, heute Abend sind diese drei Tage rum, da werde ich dich also wieder freischalten.
Meine Empfehlung ist, dass du, bevor du wieder irgendetwas schreibst, gründlich die Regeln liest - und auch deinen Copiloten lesen lässt (ich hoffe, der kann das) - und dich daran hältst.
Liebe Grüße
fr 🙂 sch
@frosch80-mod
Hi Mod, äh Frosch,
ich hab den Thraad hier weiter verfolgt und Jack hat alles gesagt, was ich auch denke aber nicht so gut rüberbringen kann (ja, auch wegen überkochenden Emotionen).
Desweiteren hab ich tatsächlich den Copiloten mal über die ganze Thematik befragt, weil Turmfalkes Beiträge bei mir ein großes Fragezeichen (wollte was anderes schreiben..) ausgelöst haben. KI hat mir von der Konditionierung in DDR erklärt und dass damals der Sozialsmus zwar propagiert wurde, aber genau das Gegenteil eben gelebt.
Das scheint dann halt etwas zu sein, was man nicht mehr aus dieser noch verbleibenden Generation rausbekommt. Gut, deshalb werde ich mich dazu nicht mehr äußern und
künfig werde ich warten, ob nicht vielleicht jmd. meine Sichtweise teilt und besser in Worten kleiden kann. Also, ich werde es versuchen.
Trotzdem erlaube ich mir zu kritisieren, dass er wohl dennoch seine veraltete und schon längst widerlegte eben nicht so tolle Kapitalismusfahne schwingen darf. Aber gut, ähnlich hatten wir das Thema schon bei den Atheisten. Gott sei Danke haben wir keine Satanisten hier ...
Das war die eine Woche, worauf bezieht sich die zweite? Auf das Thema "wozu lasse ich mich verpflichten"? Kannst du mir hier bitte erklären, was angeblich falsch war, außer vielleicht mein Ton ... ich fand es ging sogar noch ...
Finde das btw. schwer nachzuvollziehen, wenn dann ein Rüffler oder sogar eine Sperre wegen etwas kommt, das vor 3 Wochen passiert ist. Ist mir schon ein paar Mal aufgefallen. Daher mal ein gut gemeinter Tipp an die Moderation, vielleicht genau zu begründen.
im Übrigen möchte ich Chais "Depp, der mir Suppe bringt" und Irrwischs "zu hoch hängende soziale Hängematte" als ableistisch anmerken. Hätte ich auch melden können.
@samira-jessica Ist dein Post nicht auch moralisch anklagend gemeint?
Nein.
So liest es sich für mich zumindest.
Dann kommt das, was ich ausdrücken wollte, bei Dir nicht so an, wie's gemeint war. 🙂
Aber ich denke, man kann Kapitalismus auch gar nicht anders sehen, weil er eben moralisch anklagenswert und nichts anderes ist.
Nach meinem Begriffsverständnis kann man Menschen moralisch anklagen. Aber Systeme nicht. Der Kapitalismus ist ein ökonomisches System, das meiner Überzeugung nach dysfunktional ist und schädlich für die Menschheit und den gesamten Planeten. Aber er kann als System nicht "böse" sein. Er hat ja keine Absichten - also auch keine moralisch verwerflichen. 🙂
Warum würde? Genau so ist es doch.
Ja, aber ich hatte vorher den Konjunktiv verwendet, als ich den hypothetischen Fall des allein aus idealistischen Motiven vorgehenden Unternehmers skizzierte. Da ist dann auch im weiteren Verlauf meines Arguments der Konjunktiv angebracht - meinem Sprachempfinden gemäß.
@chai Btw. was ihr immer habt mit "wenn das alle machen" ... Ich mache das so, weil ich nicht sein möchte wie alle anderen.
Umgekehrt heißt ja nicht, wenn ich Ki nutze oder mich von Erwartungen distanziere und mein eigenes Ding , dass es alle anderen genauso machen sollen ...
Kapier immer diese Argumentation nicht xD Ich hebe mich doch extra von der Masse ab.
Gibt mir eine Insel und ich hock mich mit Freude drauf, sowie ich mit Freude und Hochgenuss in meiner eigenen Wohnung lebe, ohne dass mehr erwartet wird, dass ich mich anderen anpasse - endlich!
Und es soll ja durchaus Menschen geben, die gleich ticken aber wir machen def. keine Inselgemeinschaft, weil wir nicht gleich ticken.
@samira-jessica Ich denke, wir leben in unterschiedlichen Welten.
In dem Moment, wo Du in einem Familienverband lebst und von anderen gebraucht wirst (und Dich auch brauchen lassen willst), kannst Du nicht immer nur Dein eigenes Ding machen.
Und wenn Du die Bedürftigkeit Deiner Angehörigen auslagerst, muss halt ein anderer auf sein eigenes Ding verzichten.
@chai ah, ich unterscheide klar von wollen und nicht wollen, und spreche gegen Erwartungen etc. die ich eben nicht will.
Ja, da leben wir unterschiedlich, ich hatte nie und habe keinen "Familienverband", was das auch sein mag. Klar mein Vater hilft mir, aber auch nicht immer.
Es geht ja drum, ob man aufs eigene Ding verzichten will oder nicht.
Die Frau im Jacks Beispiel wollte offensichtlich nicht, konnte aber aus Angst nicht Nein sagen. Das führt langfristig dazu, dass die eigenen Bedürfnisse, Wert etc. unterdrückt werden und das ist schlicht nicht gut, nicht gesund, behaupte ich sogar. Ich hab Erfahrung damit.
Wenn jemand mir hilft, der nicht will, merk ich das und dann ist die ganz eigene Stimmung im ...
Oder wie ist das bei dir?
Die Frau im Jacks Beispiel wollte offensichtlich nicht, konnte aber aus Angst nicht Nein sagen. Das führt langfristig dazu, dass die eigenen Bedürfnisse, Wert etc. unterdrückt werden und
Zu der fiktiven Dame, die ständig die Arbeit für ihre Kollegen übernimmt, wollte ich auch noch etwas sagen: sie macht das nicht uneigennützig, sondern erhofft sich damit, Konflikten oder gar lebensverändernde Entscheidungen aus dem Weg zu gehen. Sie sollte sich darüber bewusst werden und dazu stehen. Dann hat sie eine echte Chance darauf, dass sie doch mal nein sagt, wenn sie es denn will.
@samira-jessica (Ich frag mich gerade, ob es dir nicht passt, weil sie dich so schön widerlegt ;))
Das ist mir piepegal. Ich unterhalte mich nicht mit KI und wenn ich merke, dass jemand KI verwendet, dann stelle ich das Gespräch ein. Meine Motive dafür lass mal meine Sorge sein.
@jack-black Du bist so kindisch, das ist furchtbar!
Ich unterhalte mich auch nicht weiter mit dir, dein und Lucans Geschwafel von Unfreiheit ... ist nicht auszuhalten.
Dazu nehme ich mir jetzt die Freiheit, ganz aus mir selbst und freien Stücken heraus.
Ich hab die mal recherchiert, es gibt ja innere und äußere, und beide kann man sehr wohl verändern, sodass sie einen nicht mehr bestimmen:
Äußere Einflüsse:
Von äußeren Faktoren kann man sich weitgehend lösen. Man kann Grenzen setzen, Erwartungen zurückweisen, Rollen verlassen, Situationen verändern. Äußere Determination ist formbar, weil sie außerhalb von dir liegt.
Innere Einflüsse:
Von inneren Faktoren kann man sich ebenfalls lösen – durch Bewusstwerden, Durchdringung (hindurchgehen) und Umstrukturierung.
Automatismen, Prägungen, emotionale Reflexe und alte Muster verlieren ihre Macht, wenn du sie erkennst, neu bewertest und anders regulierst. Biologische und tiefe emotionale Grundlagen bleiben, aber sie können integriert und transformiert werden.
Nichts ist starr festgelegt und bestimmt, man kann (und sollte, imho) sich davon lösen.
Mir ist was aufgefallen, ich hab die körperlichen und gesundheitlichen Einschränkungen vergessen?
Daran hab ich nicht gedacht, weil - um mal beim beruflichen zu bleiben - für mich im Grunde möglich wäre, was ich will (simple Buchhaltung), wenn nicht der "innere - mein eigener" Fakter der Langsamkeit und schnelleren Erschöpfung sowie Trauma wäre sowie der äußere Unwille, Geduld mit mir zu haben. Aber wenn ich jetzt unbedingt eine körperliche Arbeit machen wollen würde, könnte ich es trotzdem nicht.
Oder - frage ich mich hier gerade - wäre das auch eine Frage der Unterstützung von außen? Privat sieht man, dass es MmB ... ka ... z.B. möglich gemacht werden kann zu laufen, mit entsprechender Hilfe und Hilfsmitteln, die ansonsten von sich aus nur im Rollstuhl sitzen können.
Veröffentlicht von: @samira-jessica... (simple Buchhaltung), ...
Ich weiß z.B. von der hiesigen Lebenshilfe, dass die auch Buchhalter brauchen.
Und dort werden Menschen mit Behinderung bevorzugt eingestellt.
@chai Ah, ich weiß was du meinst, aber das sind ja dann trotzden "normal schnelle" AN, die da gesucht werden, geh ich mal davon aus.
Außerdem hab ichs nicht lernen können und bräuchte ewig dafür wahrscheinlich.
@samira-jessica Keine Ahnung - ich hab mich da nicht näher informiert; ich weiß nur von einer dort Beschäftigten, dass dort auch Leute für Büro und die Buchhaltung gesucht werden.
@chai Naja, egal. Bleibt Tatsache, dass ichs nicht lernen konnte, und zu langsam dafür (es zu lernen auch) bin (O-Ton Jobcenter "Wir können nicht ewig zahlen, beantragen Sie EM-Rente" - gesagt, getan.).
Tatsache bleibt auch, dass ich nicht Arbeit und Leben geregelt bekomme. Hab ich immer wieder gemerkt an den Grenzen, die mein Körper mir aufgezeigt hat.
Tatsache bleibt auch, dass ichs trotzdem lernen kann, in meinem Tempo, in 10 Jahren ... oder wie lange ich halt brauch, nebenbei, ohne Stress und alle Übungsbücher durcharbeiten kann, die es gibt. xD Jaa, das mein ich ernst, mir macht das Spaß. Ich bin ja nicht schlecht, nur zu langsam für die feinen AG.
Nichts ist starr festgelegt und bestimmt, man kann (und sollte, imho) sich davon lösen.
Btw. sagt Paulus in Galater 5.1: „Christus hat uns befreit; er will, dass wir frei bleiben. Haltet also am Glauben fest und lasst euch nicht wieder in das Joch der Sklaverei einspannen!“
Was in heutiger Def. durchaus u. a. gesellschaftlichen Normen und Fremdbestimmtheit entspricht.
Aber er sagt auch weiter in Vers 13-15: "Geschwister, Gott hat euch zur Freiheit berufen! Aber missbraucht diese Freiheit nicht als Freibrief für eure eigenen egoistischen Wünsche. Dient vielmehr einander in Liebe!“
Bedeutet, wir haben beide recht. Bzw. handle ich nicht egoistisch.
Solange sich die Konditionen nicht ändern, keine neuen Determinanten in's Spiel geraten.
So, frisch ausgeschlafen will ich doch noch etwas dazu sagen.
Das ist auch meine Erfahrung, dass durch neue, andere Umstände neue Handlungsmöglichkeiten entstehen, seltsamer Weise…eigentlich sollte man meinen, dass das keine Rolle spielt, so als eigenes abgeschlossenes System. Aber daran erkennt man finde ich ganz gut, dass wir nicht als einzelner Mensch losgelöst von allen anderen agieren (können?).
Und mir fällt dazu eine biographische Geschichte von Alice Cooper ein, der als Alkoholiker und „Inbegriff eines Nichtchristen“ (sagt er selbst über sich) die Befreiung von der Gier nach Alkohol erlebt hat.
Ich unterstelle ihm mal, dass er sie auch gerne loswerden wollte, aber eben nicht konnte, weil er die Gier nicht abstellen konnte.
Und dann hat jemand die Gier für ihn abgestellt. Vielleicht aufgrund der Gebete Nahestehender, vielleicht auch einfach so.
Dieser Jemand ist für mich Gott, der in eben all diese vorhandenen, determinierten Faktoren eingreift. (Damit musst du in einem christlichen Forum rechnen.)
Cooper meinte nämlich, dass die Gier von ihm genommen wurde und er dazu gar nichts getan hat. Sie war nur plötzlich einfach nicht mehr da.
Hab einen guten Tag!
@stern dass durch neue, andere Umstände neue Handlungsmöglichkeiten entstehen, seltsamer Weise…eigentlich sollte man meinen, dass das keine Rolle spielt, so als eigenes abgeschlossenes System.
Abgeschlossenes System? Meinst Du damit den einzelnen Menschen? Bei dem beginnt die Unabgeschlossenheit bei jede einzelnen Hautpore - die größeren Öffnungen will ich mal lieber gar nicht erwähnen, es lesen womöglich doch Kinder mit. 😉
„Inbegriff eines Nichtchristen“ (sagt er selbst über sich)
Was meint er denn damit? Ich kann mir unter dem Terminus ehrlich gesagt nix vorstellen.
Damit musst du in einem christlichen Forum rechnen.
Ja, in christlichen Foren muss man wirklich mit allem rechnen! 😀
Abgeschlossenes System? Meinst Du damit den einzelnen Menschen?
Ja…aber jetzt wo du das sagst, scheint es mir absurd, dass ich das die ganze Zeit dachte…😅 Ich hab mich immer als getrennt vom Rest der Welt wahrgenommen, als nur auf eigenen Wunsch mit ihr interagierend und dessen Impulse aus ihm selbst heraus und nicht von aussen kommen…aber das muss ich wohl nochmal überdenken.
Was meint er denn damit? Ich kann mir unter dem Terminus ehrlich gesagt nix vorstellen.
Nun, wenn wir Christen als „heilig“ ansehen täten …oder zumindest mal als angestrebte Richtung, dann strebt er die genau entgegengesetzte Richtung an. So viel Blut, Horror und keine Ahnung was noch alles wie möglich, seine Konzerte galten früher als Jugendgefährdend und waren erst ab 18 erlaubt. (Funfact: er war die Vorlage für Frank‘n‘furter aus der RockyHorrorPicture Show).
@stern Nun, wenn wir Christen als „heilig“ ansehen täten …oder zumindest mal als angestrebte Richtung, dann strebt er die genau entgegengesetzte Richtung an.
Heilig? Auch mit dem Begriff kann ich wenig anfangen. Ich hätte ja vermutet, dass der Inbegriff eines Nicht-Christen jemand wäre, der keinen der üblichen christlichen Glaubenssätze für wahr erachtet.
Aber na gut, ich versuche, es zusammenzufassen: Vorher war er ein ganz Böser und danach (also nachdem irgendeine neue Determinante seine Entscheidungen bestimmte) ... öhm... Hörte er auf zu saufen. Okay.^^
Ich hätte ja vermutet, dass der Inbegriff eines Nicht-Christen jemand wäre, der keinen der üblichen christlichen Glaubenssätze für wahr erachtet
Das sicher auch, aber mehr noch: den Teufel eigentlich viel cooler findet.
Vorher war er ein ganz Böser und danach (also nachdem irgendeine neue Determinante seine Entscheidungen bestimmte) ... öhm Hörte er auf zu saufen. Okay
Was du so kurz zusammenfasst, ist eben der Sieg über das Nichtkönnen trotz vorhandenem Willen (nicht wegen fehlender Fähigkeiten) Und wenn du mal in irgendeiner Form dein eigenes Gefangensein in Gier (oder was auch immer) erlebt hast, dann weiss du, dass das eine echte Befreiung ist.
@stern wenn du mal in irgendeiner Form dein eigenes Gefangensein in Gier (oder was auch immer) erlebt hast, dann weiss du, dass das eine echte Befreiung ist.
Als trockener Spieler weiß ich, was Sucht ist und weiß, wie verdammt schwer es ist, von ihr wegzukommen. Aber ich habe mich halt auch mit den biochemischen Mechaniken beschäftigt, die im Gehirn eines Süchtigen am Wirken sind, und ich habe im Zusammenhang mit den Selbsthilfegruppen die unterschiedlichsten Coping-Mechanismen Suchtkranker kennen gelernt und die "üblichen" Interpretationen, warum der eine es schafft, von der Sucht loszukommen und der andere nicht.
Alice Cooper kenne ich nicht persönlich und weiß daher nicht, was von seinen Selbst-Äußerungen ich ihm abnehmen kann und welche nicht*. Was ich weiß, ist, dass solche "Gott hat mich von der Sucht befreit!"-Aussagen regelmäßig auftreten, aber Leute, die das von sich behaupten, ungefähr dasselbe Rückfallrisiko haben wie Leute, die's nicht tun. Und wenn dann einer prahlt, er habe die Bibel fünfzehnmal komplett durchgelesen, dann ist das für mich so wenig ein Grund, sein Beispiel als wirklich beispielhaft zu betrachten wie das Beispiel meines Vaters, der, nachdem er seinen ersten Herzinfarkt hatte, von "heute auf morgen" mit dem Rauchen aufhörte: weil er halt zum ersten Mal nicht nur die mahnenden Worte seines Hausarztes (und die Meckerei meiner Mutter... 😀 ) als Entscheidungsgrundlage hatte, sondern die unsägliche Angst vor'm Sterben, die ihn im Zusammenhang mit dem Infarkt packte. Dessen "Story" war dann freilich nicht so schlagzeilenträchtig wie die eines "Schock-Rockers", der zu Jesus findet. So, wie auch meine Story, wie ich meine Spielsucht (vorerst...) in den Griff kriegte, keine tolle ist.
Aber fünfzehn mal? Warum nicht dreissig mal? Oder nur einmal? Wem etwas "offenbart" wurde - muss der noch vierzehnmal nachschauen, ob er's tatsächlich kapiert habe?
Um es jugendslangisch auszudrücken: Isch weiß nich, digga...
*Was ich weiß: Suchtkranke haben sich angewöhnt, regelmäßig zu lügen, übrigens auch und gerade sich selbst.
@jack-black vielleicht ist der Schlüssen unabhängig von anderen Personen sich aus der Sucht zu befreien, zur Erkenntnis zu gelangen, wie schädlich sie ist.
Ich kann von emotioanler Abhängigkeit sprechen, die auch sehr weit entfremden und schädlich sein kann, aber bei mir war das so. Ich musste selbst erkennen, das tut mir nicht gut.
Und wenn dann einer prahlt, er habe die Bibel fünfzehnmal komplett durchgelesen
Hat er das? Keine Ahnung…Anyway, ich weiß auch nicht viel über ihn, ausser diese Geschichte… und natürlich ist das kein vollständiges Bild, sondern ein Miniausschnitt.
So, wie auch meine Story, wie ich meine Spielsucht (vorerst...) in den Griff kriegte, keine tolle ist.
Mir ging es weniger um die tolle Story - und by the way: deine ist da genauso toll - sondern um das, was du weiter oben auch beschrieben hast: da hat jemand Willen und schafft es aber dennoch nicht, weil …?…
Wenn du dich damit auskennst, wirst du auch unterschiedliche Geschichten kennen, also mit unterschiedlichem Ausgang. Aber so wie du das Problem technisch-biologisch-therapeutisch angegangen bist, so kann man es auch mit dem Glauben angehen und es als Geschenk von oben akzeptieren. Wieso unnötig leiden?
@stern Ich kann mich an einen Bericht über Alice Cooper in einem frommen Heftchen von vor über 20 Jahren entsinnen. Und ich fand's einfach klasse, dass das Christsein sich nicht auf 'anständig-angezogene-bürgerliche' Personen beschränkt.
'Alice Cooper' ist ja auch nur eine Arbeitskleidung, aus der der Herr Cooper nach Feierabend aussteigt.
Und ich fand's einfach klasse, dass das Christsein sich nicht auf 'anständig-angezogene-bürgerliche' Personen beschränkt.
Ja. Geht mir auch so.
Ob du dich nun zu den guten wähnst und „böse“ bist oder ob du dich zu den bösen wähnst und „gut“ bist…es gibt nur einen, der den Durchblick hat 😌🥰 und für den jeder erstmal nur Mensch ist.
@jack-black Heilig? Auch mit dem Begriff kann ich wenig anfangen.
Heilig bedeutet kurz gesagt: abgesondert/ herausgenommen für den Dienst Gottes
Im alten Testament wurden Gegenstände geheiligt - d.h. sie wurden von den anderen Gegenständen getrennt und dienten bestimmten rituellen Handlungen.
Im neuen Testament bedeutet Heiligung, dass ein wiedergeborener Christ sich immer mehr von der Sünde löst und für Gott zur Verfügung steht. Er gehört zu Gott und ist von Ihm geprägt.
@stern Ich wollte gerade schreiben, dann muss der Wille, der Gier zu widerstehen großer als sie werden aber dann hab ich zu Ende gelesen ... wow.
aber dann hab ich zu Ende gelesen ... wow.
Ja, wie Awhler schon sagte: Gott schenkt das Wollen UND das Vollbringen.
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen…
Was meinst du eigentlich dazu, Awhler?
Also dazu, dass Gott beides schenkt.
Dass das eigene Wollen ausreichend sein muss?
@jack-black mMn hat das nichts mit dem Unterbewusstsein sondern der von außen anerzogenen Angst vor den Konsequenzen des Nein-Sagens zu tun. Das kann man ändern. Der Wille und der Mut muss nur stark genug sein und dann wirds immer einfach. (für dich getestet)
@samira-jessica Nein-Sagen an sich ist weder gut noch schlecht.
Kommt immer auf den Zusammenhang an.
Wenn die Oma zum Arzt muss und ich fahr sie nicht, ist sie aufgeschmissen.
Wenn die Oma zum Kaffeekränzchen will und ich mag sie (in diesem Moment) nicht fahren, hat sie halt Pech gehabt.
@chai In Jacks Beispiel gehts aber um Grenzen setzen.
Kann ja auch sein, dass du die Oma gerade nicht zum Arzt fahren kannst, weil ... selbst überlastet oder so, aber das musst du dann selbst entscheiden.
Veröffentlicht von: @samira-jessica@chai In Jacks Beispiel gehts aber um Grenzen setzen.
Kann ja auch sein, dass du die Oma gerade nicht zum Arzt fahren kannst, weil ... selbst überlastet oder so,
aber das musst du dann selbst entscheiden.
Sag ich doch.
NOT-wendige Dinge mach ich auch, wenn ich am Limit bin, da KANN ich nicht nein sagen.
Ausnutzen lassen mag ich mich nicht - da zieh ich dann schon Grenzen.
Veröffentlicht von: @awhlerDu gehst jedenfalls, wenn ich es richtig verstehe, davon aus, dass wir sehr wohl Verfügungsgewalt über unser Denken (und damit Wollen) haben ...
- Aber das Faktum quälender, zwanghafter Gedanken (bis in den pathologischen Bereich) offenbaren schon u.U. deutlich menschliche Grenzen.
Wichtig ist es doch für uns Seelsorger, die mögliche Ursache für zwanghafte, quälenden Gedanken des davon geplagten Menschen zu finden. Die liegt meist in einer von seelisch/körperlichen Verletzung geprägten Kindheit.
Der Heilungsprozess ist dann ja individuell und dauert manchmal länger und manchmal schafft dies der oder die vom Kindheitstrauma betroffene Person recht schnell, sich mit der im Denken und Handeln bislang negativ beeinflussten dunklen Vergangenheit auszusöhnen.
Mir bleiben die Worte einer davon vollkommen befreiten Frau in bester Erinnerung. Sie fühlte sich zuvor wie in einem finsteren Kokon gefangen, unfähig für licht- und freudvolle Gedanken.
Doch 9 Monate nach vollendetem Aussöhnungsprozess mit der Vergangenheit habe sie diesen verlassen können und fühle sie die Leichtigkeit eines Schmetterlings, der dem Licht des Himmels entgegenflattern und sich erleichtert und wohl fühlen kann. Getragen und geleitet von der Liebe Gottes.
Es ist schön, wenn Du dieses "strahlende" Beispiel anführst und es ist gut, wenn Menschen Befreiungen (oder bescheidener: Fortschritte des freier Werdens) erleben.
Aber ich bleibe dabei, dass wir alle in unserem Wollen & Können (auch Christen, die Simul justus et peccator sind) in Vielem unfrei und (woher auch immer) fremdbestimmt bleiben.
"Die Leichtigkeit eines Schmetterlings" zu fühlen und "vollkommen befreit" zu sein und zu bleiben, das ist für die betreffende Person (und für manch Andere) dann tatsächlich ein Halleluja ... Ich selbst bleibe aber ein Skeptiker ggü. allzuviel Befreiungs-, Überwindungs- und geistlich-charismatischen Sieghaftigkeits-Proklamationen.
L'Chaim
Veröffentlicht von: @awhler"Die Leichtigkeit eines Schmetterlings" zu fühlen und "vollkommen befreit" zu sein und zu bleiben, das ist für die betreffende Person (und für manch Andere) dann tatsächlich ein Halleluja ... Ich selbst bleibe aber ein Skeptiker ggü. allzuviel Befreiungs-, Überwindungs- und geistlich-charismatischen Sieghaftigkeits-Proklamationen.
Ich bleib da auch skeptisch.
Und ich denke, was auch immer dieser 'Stachel im Fleisch' des Paulus war, es gibt nicht immer 'Befreiung' von belastenden Dingen und Eigenschaften. Manchmal ist es ja die Herausforderung, mit Begrenzungen zu leben und in diesen positiv zu sein oder zu werden oder zu bleiben.
Für mich persönlich denke ich, dass ich viele Prägungen aus jungen Jahren durchdacht und verarbeitet habe, aber ein 'euphorischer Halleluja-Christ' werde ich aufgrund meiner Wesenszüge nie werden.
aber ein 'euphorischer Halleluja-Christ' werde ich aufgrund meiner Wesenszüge nie werden.
Ich auch nicht, aber manchmal habe ich Halleluja-Momente. Alles hat seine Zeit.
Aber ich bleibe dabei, dass wir alle in unserem Wollen & Können (auch Christen, die Simul justus et peccator sind) in Vielem unfrei und (woher auch immer) fremdbestimmt bleiben.
Da hat Luther die alte Natur wiederbelebt, die am Kreuz gestorben ist, durch das kleine Wörtchen 'bin' . Das entmutigt viele wollende Christen.
Die Geburt von oben (auch Wiedergeburt genannt) findet im menschlichen Geist statt. Der erneuerte Geist kann nicht mehr sündigen, denn er ist eine neue Schöpfung. So sagen wir mit Recht: Ich bin eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, siehe Neues ist geworden.
Fehlverhalten kommt aus der Prägung der Seele und den Körpererinnerungen und kann unter der Führung des Geistes und den Impulsen durch den Heiligen Geist nicht sündigend bleiben. (Johannesbriefe).
Die Aufgabe ist also, die alte Natur, 'das Fleisch', gekreuzigt zu halten und nicht mehr darauf zu hören. Das kämpft manchmal ganz schön, aber Gott hilft zu überwinden.
Nein, das ent-mutigt nicht, das tröstet.
Denn auch wir Christen bleiben täglich (Du nicht? Doch sicher!) Menschen, die täglich das "Vergib uns unsere Schuld!" nötig haben.
L'Chaim
Mich tröstet das nicht. Fehler macht man, die ist man nicht. Natürlich brauche ich Vergebung, wenn ich Fehler mache. Aber ich bin kein Fehler mehr.
Die Unterscheidung zwischen Sein (IchBin) und Tun haben viele Menschen nicht gelernt.
Abgesehen davon, dass ich nicht "viele" bin, die diese "Unterscheidung ... nicht gelernt haben" 😉 ...
Luthers Aussage stellt das "Neue Sein" als Gerechtfertigte, Erlöste und Geliebte ja nicht in Frage, sondern ergänzt es durch die nüchterne Tatsache, dass wir zu Lebzeiten "Sünder" (immer wieder auch in Sünde verfallende, verstrickte und eben, im Tun, sündige Menschen) bleiben.
L'Chaim
im Tun
Das ist der Knackpunkt. Da triffst du meine Aussage, dass die alten Gewohnheiten der Änderung bedürfen.
Luther allerdings formuliert beides mit Sein. Das ist aus meiner Sicht und von der Bibelkenntnis her nicht richtig.
Du BIST Schuld ist etwas anderes als Du HAST Schuld.
BIN ich Schuld, muss ich mich beseitigen, damit die Schuld verschwindet.
HABE ich Schuld getan, kann ich sie loswerden durch Bekennen und Vergebung erhalten, durch das Kreuz.
Für mich ist diese Unterscheidung mal überlebenswichtig geworden, denn meine erste Lebensbotschaft war: Du BIST ein Fehler und Fehler beseitigt man.
Es ist ihnen Gott sei Dank nicht gelungen.
Was Du im letzten Absatz persönlich schreibst, ist für mich entscheidend und klärend.
Es zeigt, wie unterschiedlich uns Aussagen (be-)treffen ... und so ist Dir selbst biografisch an dieser Stelle eine Unterscheidung wichtig und Du schreibst warum.
Mich erreicht das lutherische sjep ganz anders (und in meiner Seelsorge-Erfahrung Andere auch) - nämlich als Seins-Aussage, die gut tut, befreit und tröstet!
Also lassen wir beides gelten, insofern es in der Erfahrung des Evangeliums wurzelt.
L'Chaim
Ich hatte gute Ausbilder und besonders eine Fachfrau, die dann in der Traumaaufarbeitung und in der Behandlung von Multiplen Persönlichkeiten sehr gut drauf war. Sandra Skinner-Young hat einige Jahre über Elijah House und in der Nestle Traumaarbeit in Deutschland gedient und kannte sich auch mit Hochsensitiven Personen aus. Inzwischen ist sie wieder in Amerika. Ihr verdanke ich sehr viel.
Text unter dem Eingangsvideo mit www.deepl.com übersetzt.
Im Namen von A.C.A.C.I.A. Ministries, einem internationalen Dienst, möchte ich Sie auf unserer Website herzlich willkommen heißen. Seit 30 Jahren stehen wir Menschen zur Seite, die durch verschiedene Formen des Missbrauchs traumatisiert sind. Unter der Führung des Herrn, durch die Kraft seines Wortes und durch die Salbung des Heiligen Geistes ist es uns gelungen, Menschen zu Heilung und Wiederherstellung zu verhelfen.
Unser Ziel ist es, nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für Fachleute, Geistliche, Familienangehörige und Unterstützer eine Anlaufstelle zu sein. Wir freuen uns darauf, Ihnen auf jede erdenkliche Weise zu dienen. Bitte beachten Sie, dass die Inhalte dieser Website eine Therapie durch qualifizierte Berater weder ersetzen können noch ersetzen sollten.
Denn auch wir Christen bleiben täglich (Du nicht? Doch sicher!) Menschen, die täglich das "Vergib uns unsere Schuld!" nötig haben.
Und falls mal nicht für den Tag heute, dann doch für viele in der Vergangenheit.
Die sickern ja manchmal nur so langsam ins Bewusstsein…🙄
Der Heilungsprozess ist dann ja individuell und dauert manchmal länger und manchmal schafft dies der oder die vom Kindheitstrauma betroffene Person recht schnell, sich mit der im Denken und Handeln bislang negativ beeinflussten dunklen Vergangenheit auszusöhnen.
Ich, als ehemalige Betroffene möchte dazu anmerken, dass der erste Schritt ist, zu verstehen, dass wir nicht vollkommen sein müssen, um von Gott geliebt zu werden. Gott liebt uns trotz unserer quälenden Gedanken und unserer gebeutelten Psyche. Ich finde, das sollte vor allen anderen Heilungsansätzen. Sonst kommt es zum zusätzlichen Druck, vor Gott gut dastehen zu wollen. Ich persönlich habe das lange nicht verstanden.
Jesus hat versprochen, dass er jedes verirrte Schaf zurück holt. Und daran glaube ich, wenn nicht in diesem Leben, dann vielleicht im Leben danach, wie immer das aussehen mag.
@mariposa22 Ja, die Liebe Gottes ist bedingungslos. Dies zu wissen ist gerade für solche Menschen wichtig, die dies zuhause anders lernten.
Und gerade deshalb freut es Gott dann besonders, wenn Menschen mit verletzten Seelen
- sich seinem Sohn Jesus, dem Guten Hirten anvertrauen
- und durch das Hören auf SEINE Stimme,
- Bleiben in seinen Lehren allmählich Ruhe für ihre Seele finden.
Mt 11:28 Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. 29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. 30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.
Veröffentlicht von: @jack-blackund aus einem Kind, dem kein Vertrauen in seine Fähigkeiten vermittelt wurde, sowie die Freiheit - placet experiri - diese zu testen, wird im Erwachsenenalter kein mutiger Entdecker und Vollbringer.
Ja, da stimme ich Dir vollkommen zu: Wer als Kind immer wieder zu hören bekam, er sei eh ein Versager und aus ihm würde nie was "Gscheites" werden, hat es oft im Leben nicht leicht, wenn diese Worte auf der Seele lasten.
Ja, da stimme ich Dir vollkommen zu: Wer als Kind immer wieder zu hören bekam, er sei eh ein Versager und aus ihm würde nie was "Gscheites" werden, hat es oft im Leben nicht leicht, wenn diese Worte auf der Seele lasten.
Ich stimme Jacks Aussage gar nicht zu. Ich kenne einige Menschen mit einer üblen Kindheit, und erlebe gerade diese als besonders mutig und resilient. Vielleicht weil sie schon früh lernen mussten, dass das Leben kein Ponyhof ist, wie man so schön sagt. Aber liebevolle Eltern erleichtern natürlich vieles.
@mariposa22 Das ist ja kein Widerspruch in sich.
Ich denke, es hat auch was mit der Persönlichkeit zu tun, ob man resigniert oder eben die Herausforderung annimmt.
Ich denke, es hat auch was mit der Persönlichkeit zu tun, ob man resigniert oder eben die Herausforderung annimmt.
Oder eben mit dem Wollen.
@mariposa22 Ich stimme Jacks Aussage gar nicht zu. Ich kenne einige Menschen mit einer üblen Kindheit
Ich habe allerdings auch nicht von einer üblen Kindheit gesprochen. Sondern einer, in welcher einem Kind das Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten vermittelt wird. Dies geschieht u.a. auch dann, wenn sich das Kind von früh an um sich selbst kümmern muss - und in der Praxis also per Erfahrung, vermittelt bekommt, dass es dies auch kann.
So entstehen früh die Handlungstrategien, die Erwachsenen später bei jedem neuen zu lösenden Problem als erste von ihrem Unterbewußtsein "vorgeschlagen" werden. Ein Kind, das nie die Erfahrung machte, dass eigene Anstrengungen zum Erfolg führen, dem werden im Erwachsenenalter auch Problemlösungsstrategien, die Eigeninitiative erfordern, kaum einfallen, denn es hat gelernt: Es bringt nix, wenn ich mich anstrenge.
@mariposa22 Ich sehe es eher so, dass solche Menschen =Opfer von seelischen u/o körperlichen Verletzungen in der Kindheit; ihr wahres Potential erst dann erkennen und auf mutige Art leben konnten, nachdem sie sich mit der Vergangenheit ausgesöhnt haben.