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Selbstverleugnung versus „Fülle des Lebens“


Stern
 Stern
Themenstarter
Beiträge : 3511

Hallo @lle, 

ich bekomme mal wieder etwas nicht zusammengebacken:

Jesus Aussagen

“wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich“ 

und

“ich bin gekommen damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“

sind für mich diametral und ein „entweder oder“ und nicht ein „beides“.

Wenn ich mich selbst verleugne, erscheint mir mein Leben schwer und vor allem leer - logisch, denn ich komm darin ja nicht mehr vor.

Eine möglich Auflösung bietet sich an in der Trennung der Angesprochenen:

Sind in der ersten Aussage einfach nur und ausschließlich diejenigen gemeint, die ihr Leben dann tatsächlich ganz in den Dienst der Verkündung stellen? Dann sind sie ja quasi mit was anderem gefüllt, mit dem Dienst an Jesu Stelle. Und mit der zweiten Stelle wäre dann quasi die breite Masse gemeint, die das Evangelium hört.

Wie geht es euch mit diesem scheinbaren Widerspruch? Ist es für euch überhaupt einer?

Liebe Grüße, ⭐️

 

Antwort
7 Antworten
AWHler
 AWHler
Beiträge : 2440

@stern 

Ich denke, dass Jesus seine Worte immer wieder situativ gesprochen, adressiert und gemeint hat.

D.h. es gibt Situationen für uns alle (im Glauben und in der Nachfolge Jesu), wo wir gefordert sind, Widerstände und Beschwernisse (gegen unser "Ego") zu ertragen und auf uns zu nehmen.

Und es darf uns gesagt sein, dass wir in und mit Jesus keine sauertöpfischen, lebensverneinenden und freudlosen Menschen sind, sondern Lebensfreude und auch diesseitige Lebenserfüllung haben, genießen und finden dürfen.

Deine Unterscheidung von Dienstberufenen und der breiten Masse sehe ich in beiden Worten nicht, sondern nur verschiedene Aspekte unseres Christenlebens.

L'Chaim

awhler antworten
2 Antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3511

@awhler 

Deine Unterscheidung von Dienstberufenen und der breiten Masse sehe ich in beiden Worten nicht, sondern nur verschiedene Aspekte unseres Christenlebens.

Ok, danke für deine Antwort. Dann ist das für dich eher eine Frage der jeweiligen Situation, was gerade „dran“ ist, hab ich dich so richtig verstanden? 

stern antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2440

@stern 

Ja 🙂

L'Chaim

awhler antworten


Hesed
 Hesed
Beiträge : 37

Ich denke auch das mit „Verleugne dich selbst“ bedeutet, Jesus an erster Stelle zu setzen, bereit sein für den Glauben Schwierigkeiten auf sich zu nehmen, und eben dann die Fülle des Lebens zu erhalten.

 

hesed antworten
1 Antwort
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3511

@hesed 

Danke für deine Antwort, du meinst also dass das eine das andere bedingt? Also wenn ich bereit bin, Schwierigkeiten auf mich zu nehmen, dann bekomme ich dadurch auch  (oder erst ?) die Fülle des Lebens?

stern antworten
Hesed
 Hesed
Beiträge : 37

Awhler hat es sehr gut beantwortet mit dem Ego, zurückstellen des eigenen Egos, Jesus kam in unsere Welt und brachte uns die Botschaft das er, wir vorhergesagt im AT, die Menschen rettet, er fordert eine komplette Neuausrichtung, den eigenen Willen hinter Gott zurückstellen, da geht es nicht um Alltagssorgen, sondern die Bereitschaft zur Umkehr, Schwierigkeiten auszuhalten, wenn man von Menschen verhöhnt wird wegen dem Glauben.

Jesus an erster Stelle zu setzen ist für mich die Voraussetzung um ein gesundes befreites Leben in Fülle zu bekommen.

Ich meine wir sind von Gott erschaffen alles gehört ihm nichts gehört uns selbst, alles kommt von ihm was in der Welt ist, wir haben keinen Anspruch auf nichts weil es ihm gehört, außer unseren freien Willen, und der ist bekanntlich bescheiden wenn es um die Wurst geht, zumindest ist es bei mir so, ich will meinen Willen lieber Jesus in die Hände geben, damit er mich erfüllen kann. Die Persönlichkeit, so hat er uns ja gemacht die muss wohl anscheinend für ihn gut sein, aber unser Wille und Wünsche die gebe ich lieber Jesus ihm unterstellt,  damit befreites leben Empfangen werden kann. 

 

hesed antworten


kerygma
Beiträge : 445
Veröffentlicht von: @stern

wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich“ 

und

“ich bin gekommen damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“

sind für mich diametral und ein „entweder oder“ und nicht ein „beides“.

Ja, das ist interessant. 

Mir geht der Gedanke durch den Kopf, dass diese Position davon ausgeht, dass ein Leben in Fülle nur dort erreicht werden kann, wo sich der Menschen selbst verleugnet und das Kreuz auf sich nimmt.

So bringe ich beide Sätze zusammen.

Leben in Fülle... heißt es nicht auch, alle Aspekte des Lebens in sich zu haben, auch die Erschwernisse?

Selbstverleugnung... wie geht es uns, wenn wir anderen Menschen ohne Eigennutz helfen? Erfahren wir darin nicht eine Erfüllung, eine viel größere?

Die Wissenschaft stimmt mit dem Buddhismus darin überein, dass es kein konstantes Ich gibt, sondern wir ein Ich immer selbst als Instanz erschaffen, wenn wir Gedanken oder Sätze, die dieses Ich setzen, äußern.

Steht uns dieses "Ich" nicht oft im Weg ? Kommen wir nicht über Ichlosigkeit oder Selbstlosigkeit dem Nächsten gegenüber in ein Leben, das uns bereichert?

Kürzlich gelesen: Menschen, die ehrenamtlichen Tätigkeiten nachgehen, leben oft länger... Leben in Fülle?

Es scheint also kein Widerspruch zu sein, sich selbst nicht in den Vordergrund zu schieben und dadurch das Leben in Fülle zu erhalten.

kerygma antworten
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