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Stolz und sowas…


Tagesschimmer
Themenstarter
Beiträge : 1067

Schade, dass es nicht mehr anonym geht oder irre ich mich? Ich befürchte, dass sich nicht so viele outen wollen. Ihr könnt aber gern berichten, was ihr aus erster Hand von anderen gehört habt. 

Wir erleben in unserem Gebetskreis gerade eine sehr gute Zeit. Am Rande bringt das auch gute, offene Gespräche. Gestern hat mir eine Glaubensschwester, gestanden, wie peinlich ihr unser Gebetsort war und dass sie, wenn sie mit den Öffentlichen gekommen ist, gehofft hat, dass sie niemand beim Ein- und Aussteigen sieht. Sie hat da sehr mit Stolz zu tun. (Das ist eine normale, kleine Plattenbausiedlung ohne besondere Kriminalität oder Verschmutzungen) Sie hat durchblicken lassen, dass es auch wir Mitbeter waren und überhaupt.

Gnade brauchen wir alle, keine Frage und ja, wir sind wirklich eine recht spezielle Truppe. Ich bin dankbar für ihre Offenheit. Es ist uns ja bewusst, dass andere Mitchisten ähnlich empfinden und dem nachgeben. 

Mal ganz ehrlich, kennt ihr das?

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8 Antworten
Goldapfel
Beiträge : 1170

@tagesschimmer 

Dass man Impulse hat, manches in Frage zu stellen aufgrund des Beigeschmacks, den die Person, die Personen haben? Ja, allerdings in alle Richtungen, zu "XYZ", setze das ein, was dir am fernsten liegt, von deiner Einstellung her. Da geht von katholisch, konservativ, alternativ, reich, arm, grün, rechts, pietistisch, pfingstlerisch alles... 😉 

Das zu erkennen, zu benennen und zu überwinden, dazu gehört Mut und ist m. Überzeugung nach geistliches Wachstum, besonders, wenn man stark an solchen Prägungen und den eigenen Überzeugungen klebt.

Aber das ist letztendlich das, was nach meinem Verständnis Gemeinde war und ist, ein bunter Haufen, die durch Jesus eins sind.

Oder geht es auch um das Bekenntnis zu Jesus? Dass man sich zum Gebet trifft?

Ich freue mich, dass ihr so gute Erfahrungen macht.

Ich wünsche euch weiterhin viel Segen!

goldapfel antworten
3 Antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 1067

@goldapfel Sowas wie ein latentes Misstrauen vor dem Fremden meinst du? Stimmt, das halte ich auch erstmal für normal. Vertrauen wächst langsam. Aber wie fremd sind sich denn die Christen, die 15 Autominuten entfernt wohnen und die gleichen Versammlungen besuchen? In diesem Fall müssten nur „die anderen“ mal die Strecke überbrücken, was aber für einige gänzlich unmöglich ist.

Was ich meine, ist diese Peinlichkeit und Abschottung. Da steckt viel mehr Bewertung drin als nur in Fremdheit. So als würde man eine rote Linie übertreten, wenn man ein Plattenbaugebiet betritt und wer dort wohnt, gehört einfach nicht dazu. Warum geht das gaaaar nicht in christlichen Kreisen? Du meinst

Das zu erkennen, zu benennen und zu überwinden, dazu gehört Mut und ist m. Überzeugung nach geistliches Wachstum

Der Gedanke gefällt mir, denn auch ich habe das Verständnis von Gemeinde als „bunter Haufen“. Ist dieser Gedanke auch richtig?

Ich sehe aber, dass die allgemeine Tendenz in den Kirchen ist, sich mit möglichst ähnlichen Leuten zu treffen und sowas wie Parteipolitik zu machen. Da Pastoren studiert haben müssen, geben sie schon mal einen sozialen Kontext vor. Auch sie haben gute Begründungen.

Ist es normal, das Kirchen einen immer engeren Rahmen um sich stecken und immer weniger Menschen keinen Zugang mehr bekommen? Mich erschreckt das. Eine wichtige Frage stellt sich mir, weil mir der gegenwärtige Zustand wirklich weh tut: Was muss man tun, um das Vertrauen der Christen in den etablierten Kirchen zu gewinnen?

tagesschimmer antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 12685

@tagesschimmer 

Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Der Gedanke gefällt mir, denn auch ich habe das Verständnis von Gemeinde als „bunter Haufen“. Ist dieser Gedanke auch richtig?

Schau dir die Jünger an, die Jesus um sich gesammelt hat ... voll bunter Haufen ... 🙂

neubaugoere antworten
Goldapfel
(@goldapfel)
Beigetreten : Vor 12 Monaten

Beiträge : 1170

@tagesschimmer ich denke, ja. Sieh dir, wie Neubaugöre schon schrieb, die Jünger an. In der Apostelgeschichte und in den Briefen kann man aber auch herauslesen, dass es auch unter den Jüngern und den ersten Christen schon Probleme gab. Rangfolge, Arm-reich, Sklave und Herr und wer zu wem und so. Ich denke, es hängt damit zusammen, dass wir immer noch Menschen sind. Gute Lehre, die immer wieder auf die Einheit des Leibes und die Liebe hinweist, kann helfen. Ebenso wie das klare Bewusstsein, dass wir als Christen einen Auftrag in der Welt haben. Eine Berufung. Die sich nicht darauf beschränkt, die eigene Gemeinde beschäftigt zu halten, sondern die Ewigkeit im Herzen hat.

Vermutlich ist es auch nicht schlecht, solche Verletzungen durch andere nicht zu sehr an sich herankommen zu lassen, bzw. sie gleich zu Jesus zu bringen und zu vergeben. Dass sich bloß keine Bitterkeit einschleicht. Das halte ich sogar für sehr wichtig. 

Was man tun muss? Ich denke, allein Gott kann tun. Wir dürfen beten. Und eben die Grenzen, die andere haben, nicht durch eigene noch verstärken. Sondern lieben. 

Mir fällt dazu ein alter Liedtitel ein: Die Sache Jesu braucht Begeisterte

Be-Geist-ert. Hin und weg sein von Jesus, seiner Botschaft. Und der Heilige Geist in uns...

 

goldapfel antworten


hundemann
Beiträge : 233

hallo,

hundemann antworten
hundemann
Beiträge : 233

hallo,

meine eigene Erfahrung ist, das es bei uns Christen auch immer um Macht geht. Auch in mir steckt dieses

Machtdenken noch drin. Wer ist der Beste, die Schönste, wer kennt sich am Besten in der Bibel aus,

usw........

Deshalb gibt es auch bei uns Christen sehr viele Beziehungsprobleme . Weil wir nun alle einmalig sind,

verschiedene Lebensläufe, Begabungen usw. haben. Und wer hat Recht..............

Auch ich selbst habe schon oft zu selbstgerecht gehandelt. Und auch in den Gemeinden gibt

es Mobbing. Doch Christus hat sich immer auf die Seite der eher einfachen Menschen gestellt.

Und deshalb bin ich nach wie vor im Glauben an IHN. Unser aller Leben ist Gnade.

Und wir leben nicht ewig auf der Erde...Vielleicht muss ich mich auch nicht so wichtig nehmen.

Vielleicht muss ich nicht immer recht haben, jede Diskussion gewinnen. 

liebe Grüße,

hundemann antworten
2 Antworten
Goldapfel
(@goldapfel)
Beigetreten : Vor 12 Monaten

Beiträge : 1170

 

Hallo lieber @hundemann 🙂 

Meine persönliche Erfahrung ist, wenn ich Gott um Seine Wahrheit bitte, Ihn bitte, mein Denken zu erneuern, meine Lebenslügen über mich und andere aufzudecken, Er mich auch von diesem Blick auf andere löst, indem ich bei Ihm und Seinem Wort der Gnade und Liebe und Barmherzigkeit über mich bleibe. Also mein Augenmerk auf meine Beziehung mit Ihm richte. Und wenn ich mich verletzt fühle mit dieser Wunde, diesem Schmerz, zuallererst zu Ihm gehe. Um das versorgen zu lassen. Keine Bitterkeit aufkommen lasse.

Ich weiß, du meinst es gut. Aber hast du wirklich erlebt, dass es bei Christen immer auch um Macht oder Konkurrenz geht? Ich hoffe nicht, denn das fände ich sehr traurig für dich. Und wenn man es dann wirklich mal feststellt, nicht mitmachen. 😊 

Dass Jesus immer auf der Seite der Schwachen und Bedürftigen war und ist, finde ich auch richtig Klasse! Wir haben schon einen tollen Herrn! Das macht Mut, ihm nachzufolgen finde ich. 😊 

Segen und Frieden dir!

 

goldapfel antworten
hundemann
(@hundemann)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 233

@goldapfel vielen herzlichen Dank für deine so liebe und kluge Antwort. Und DU hast Recht.

Ja ich habe mich oft von Christen ausnutzen lassen. Durch meine psychische Krankheit fehlt

mir manchmal das Gottvertrauen, und auch das Selbstvertrauen. Und dadurch liegt vieles

an mir selbst. Und so habe ich nicht das Recht, übe andere Christen zu richten.

Und wenn ich mit dem Finger auf andere Menschen zeige, bedeutet es, das vier Finger

auf mich selbst gerichtet sind.

DU und da bin ich nicht besser. Mir geht es auch oft um die Macht..........

Doch ich liebe es auch, wenn ich selbst, Menschen sich von Herz zu Herz begegnen. Zusammen

lachen verbunden sein, Leid und Freude teilen. Diese guten Erfahrungen durfte ich selbst auch machen.

Wege zueinander und miteinander finden.

Christus hat selbst am Kreuz noch für seine Feinde gebetet........................

JA, wir haben in Christus so ein gutes Vorbild. Dass wenn ich trotzdem wieder versage,

ER mich wieder in Liebe annimmt.....Für mich ist das immer wieder ein Wunder.

 

Viele, liebe Grüße an Dich.

hundemann antworten


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