Ulrich schaffer
Ich starte es mal unter der Rubrik "Bücher" ... und hole einleitend etwas aus.
In der ersten Hälfte der 80er habe ich in Bochum (ev. Theologie) studiert und gewohnt. Ich gehörte damals zur Bochumer Gruppe der SMD (Studentenmission Deutschland), die von der Gesamtausrichtung eher evangelikal ausgerichtet ist - unser "Stamm" aber war schon eher liberal, aufgeschlossen und politisch engagiert (Friedensbewegung etc.). Unsere Gruppe hatte ihren Treff im sog. "Kohlenkeller" - das war ein Studententreff im Haus parterre von Prof Günther Ewald, der seinerseits als Christ eine Gruppe der "Religiösen Sozialisten" leitete ... Als die "Resos" sich (nach Examina und Wegzug der Studis) auflösten, wurden wir dort heimisch ... Wir trafen uns zu Bibelabenden, Gebet, aber auch zu Parties, Feiern und Offenen Gesprächsabenden, z.T. mit Gästen & Referenten ...
Einer der Gäste war dann - an einem Abend zur Lesung, mit Übernachtung und einer geselligen Runde, im kleinen Kreis noch, in der engen Küche bei Bier & Wein ... Ulrich Schaffer. Seit den frühen 70ern kannte ich seine ersten Bücher, die noch im Oncken-Verlag erschienen und mochte seine Gedanken und Gebete. Ich habe diese persönliche Begegnung, das intensive und persönliche "Mitternachtsgespräch" im kleinen Kreis noch sehr eindrücklich in Erinnerung, und ihn als einen sehr freundlichen, wachen und zugewandten Menschen, der sich als Christ eine Menge Fragen & Suchen gestattete.
Ich habe dann bis in die frühen 90er seine Bücher größtenteil gekauft und gelesen. Und seine Entwicklung zu einem freieren Glauben & Glaubensleben führte ihn zum einen von Oncken weg zum liberaleren Kreuz-Verlag, und was er schrieb ging immer wieder auch parallel mit mir und meinen Entwicklungen.
Schaffers "Journal" war Antrieb zum eigenen Tagebuchschreiben, "Beten über Worte hinaus" eine Brücke, "Neues umarmen" und "Grundrechte" waren befreiend (parallel zur Beschäftigung mit "Gestalt (-Therapie)" für den weiteren, authentischen Lebens- und Glaubensweg.
Heute griff ich aber auch nochmal zu seinen drei frühen Oncken-Büchern "Trotz meiner Schuld", "Kreise schlagen" und "Umkehrungen" - und fand viel wieder von dem, was auch ein Teil von mir geblieben ist bis heute ...
...
Nun bin ich gespannt (ist ja hier wohl auch Altersfrage, Schaffer ist mittlerweile selbst über 80), ob hier noch Andere einen Bezug zu Büchern, Texten, persönlichen Bezügen oder Erlebnissen mit U.Schaffer haben ?
https://www.youtube.com/@ulrichschaffer4318
https://www.ulrich-schaffer.com/
L'Chaim
Ich habe auch Literatur von U. Schaffer, aber ich mochte sie nicht wirklich.
.......früher war Ulrich Schaffer ein Vorbild von mir. Ich liebte seine Bilder, wegen ihm war mein Traumland
Kanada. Seine Texte haben mir auch geholfen. Bis, er mir zu unklar wurde, eher liberal........................
Heute habe ich andere Vorbilder die mir helfen. Die den Weg des Glaubens schon vor mir gegangen sind, durch alle Höhen und
Tiefen...............
liebe Grüße,
In allem
jesus
du begegnest mir immer neu
in dem gespräch mit dem der dich liebt
und auch in dem menschen
der dich nicht kennt
du überrascht mich
mit john lennon der „imagine“ singt
ich sehe dich in dem stück von dürrenmatt
in der kurzen notiz in meiner tageszeitung
in dem vortrag von germaine greer
über die freiheit der frau
in den filmen ingmar bergmanns
und den bildern emil noldes
in den worten von angela davis
und dem geschehen watergate
plötzlich stehst du hier
in meinem wohnzimmer
mit propheten und lehrern
die es selbst nicht wissen
und sprichst zu mir
und ich merke wie du nicht gebunden bist …
dass alles dein sprachrohr werden kann
wenn du mit dieser welt sprechen willst
herr mache mich fähig
in allem
deine hand für mein leben zu lesen
Ullrich Schaffer, Umkehrungen, Oncken 1975
vielleicht sollte ich einmal in deinen Schuhen laufen, dann würde ich dich besser verstehen.
Und da fängt das Problem schon an, habe Schuhgröße 45, bin 184 cm groß, und gerade
auch zu schwer.......(meine liebe Frau kocht zu gut.....)
Kenne auch noch die Langspielplatte, als Siegfried Fietz Texte von Ulrich Schaffer singt....
Und die älteren Texte von Ulrich Schaffer mag ich auch noch.....dann habe ich mich verändert,
oder Ulrich Schaffer......
liebe Grüße,
"so zu wachsen ist mein Wunsch,"
Veröffentlicht von: @hundemannvielleicht sollte ich einmal in deinen Schuhen laufen, dann würde ich dich besser verstehen.
Und da fängt das Problem schon an, habe Schuhgröße 45, bin 184 cm groß ...
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Und die älteren Texte von Ulrich Schaffer mag ich auch noch.....dann habe ich mich verändert,
oder Ulrich Schaffer......
Das mit den Schuhen ist gut, es ist der hier und da schon gehörte indianische Ratschlag: *Beurteile niemanden vorschnell, bevor Du nicht in seinen Mokassins ein paar Wege gegangen bist!*
Vielleicht ist es gut, diesen Spruch auch "zu taufen", d.h. ihn im christlichen Sinne so zu verstehen, dass wir nicht nur unterschiedliche "Schuhgrößen" (Glaubens-Stadien in unserem Leben haben), sondern auch hier und da merken, wo uns Schuhe drücken und zu klein werden und wir hinauswachsen, nun nicht weiter barfußlaufend, aber mit "ner Nummer größer" ... und dass wir nicht alle dieselben Schuhe tragen (der eine bevorzugt diese, der andere jene Art von Schuhen) ... ja, und dass auch nicht alle Schuhe immer ein angemessenes "Schuhwerk" für bestimmte Wege oder Anlässe sind (Gummistiefel, Wanderschuhe, Flip-Flops oder Hugh Heels helfen an falscher Stelle wohl nicht) 😉
Zu Schaffer: Ja, er hat sich auf seinem Weg als Christ in Manchem "weiter" (im doppelten Sinne) entwickelt. Schon Mitte der 80er schrieb er in dem Buch "Neues umarmen" (Stuttgart, 1984), dass ihm manche Kategorien und Denkweisen "nicht mehr lebensfördernd" erschienen sind, und er sie losgelassen hat, und nun dabei ist, ins Offene zu gehen und Neues im Leben und in der Welt zu entdecken.
Was mich an Schaffer immer angesprochen hat und immer noch anspricht, das ist - neben seiner Fotokunst! - die Sensibilität, das wache Reflektieren und in allem die Authentizität.
Mag sein, dass Viele seinen Wegen und Gedanken ab einem bestimmten Punkt (so wie Du wohl) nicht mehr folgen konnten oder wollten - für mich bleibt er aber ein Christ, auf seinem Weg mit Gott, mit sich und mit dem Leben.
L'Chaim