Was liest du gerade?
Noch ist das Wetter ziemlich unbeständig und man greift zwischendurch zu einem Buch.
Es gibt doch sicher hier auch "Bücherwürmer" , die ihr Lesefutter mitteilen möchten.
Ich lese gerade Eckard von Hirschhausen, " Mensch, Erde"
Querfeldein geht es um Umweltthemen - d.h. Es lässt sich gut querlesen, ich suche das, was mich gerade beschäftigt - auch mit dem Hintergedanken: was kann ich einzelner tun, um ... tja, ist nicht einfach, wenn dein Essen von einer Großküche kommt und viel Fertigware dabei ist?
Das Fazit des Autors: "Wir könnten es so schön haben" - manchmal fürchte ich: Es ist in einigen Bereichen schon zu spät.
@mmieks Ganz neu ist bei mir "Das Geheimnis des Galiläers - Ein Nachtgespräch über Jesus von Nazareth" von Gerhard Lohfink eingezogen..
Von dem Autor habe ich schon einmal ein Buch gelesen, welches mir sehr gut gefallen hat... Ich habe am Wochenende mit Lesen begonnen & bis jetzt - ausgesprochen spannend & interessant!
Ich lese nicht, aber höre jetzt als Hörbuch (bin audible-Abonnent) einen Roman, den ich vor etwa 35 Jahren las:
"Joseph und seine Brüder" von Thomas Mann.
Ich wußte von damals nur noch, dass ich das Buch sehr gut fand und trotz seines beträchtlichen Umfangs gewissermaßen durchsuchtete: 14 Ferientage auf Rhodos reichten mir dafür. Ich wußte natürlich auch noch, dass eben die Joseph-Geschichte aus der Bibel hier in extenso erzählt würde und dass immer wieder Meditationen darüber, wie Zeit vergeht, was Vergangenheit und Gegenwart sind etc. da mit eingearbeitet seien und dass ich dies damals sehr amüsant und unterhaltsam fand.
Was ich nicht mehr so genau in Erinnerung hatte, war die Sprache. Herrschaftszeiten, was war Thomas Mann nur für ein Sprachkünstler! Gert Westphal liest den Roman wirklich kongenial und solcherart vorgelesen wirkt die Sprache auf mich noch beeindruckender, noch sehender... So wird heute nicht mehr geredet und auch nicht geschrieben, es ist schon erstaunlich: Wenn ich während der Arbeit (als Maler brauche ich halt immer für die linke Gehirnhälfte akkustischen Input) dieses Hörbuch höre und dann, nach zwei oder drei Stunden, umschalte und Radio höre, fällt mir dieser Unterschied besonders auf: Selbst in den Kultur-Beiträgen im DLF wirkt alles so sprachlich nährstoffarm. Wie wenn man eben vor einem 3-Sterne-Menü saß, wo jeder Bissen eine neue Geschmackswelt eröffnete, und nun bekommt man plötzlich Kantinenfressen vorgesetzt: standardisiert und abgeschmackt im Sinne des Wortes, auch wenn es den Bauch füllt.
Als uns in der Grundschule unsere Religionslehrerin erzählte, die Bibel sei so spannend, die Geschichten darin seien spannender als jeder Krimi, glaubte ich, der damals voll auf Karl May und Ritterromane abfuhr, ihr anfangs sinngemäß. Ich las damals zwar keine Krimis, aber ich ging davon aus, dass Krimis ihrem Verständnis nach die spannendsten Bücher seien und also die Bibel spannender als alle anderen Bücher sei.
Also las ich da rein - und fühlte mich nach kurzer Zeit voll verarscht, denn die Geschichten, wenn es denn überhaupt welche sein sollten, waren alles andere als spannend. Als Zehnjähriger reichten mir auch Ausschnitte, ich war noch nicht so erwachsen, "im Zweifel für den Angeklagten" zu verfahren und, da mir weder der Anfang des Alten noch der des Neuen Testaments gefielen, noch ein paar hundert Seiten weiterzulesen, ob es irgendwann spannender würde...
Heute, nachdem ich irgendwann in meiner frühen Studentenzeit die Bibel mal komplett durchlas (um das dann eben auch fürderhin immer von mir sagen zu können... 😉 ) bin ich mir sehr sicher, dass die Bibel ganz gewiss nicht die spannendsten Geschichten enthält.
Aber: Mann kann was aus ihr machen. Dafür ist Thomas Manns Roman der Beweis. Der Plot, der da ausgebreitet wird, ist ja nun nicht sonderlich spannend und man kennt ihn ja. Also zumindest Ihr Christen kennt ihn vermutlich: Spoiler-Alert!: irgendwann kommt Joseph zurück aus Ägypten. 😀 Wo soll da dann also noch Spannung sein?
Spannend ist, wie der Dichter da die altbekannte und eher lahm-action-lose Story zum Leben erweckt. Wie er all sein enzyklopädisches historisches Wissen mit einflicht und all die theologischen und religionspsychologische Aspekte. Darüber, wie Abraham sozusagen Gott erschafft, wie Isaak oder Jakob ihre von Gott vorbestimmte Rollen verstehen, wie kleine Nomadenvölker, die schon sowas wie Monotheismus vertreten, damit umgehen, dass nebenan im weltbeherrschenden Ägypter-Imperium ein selbsterklärter Gott auf dem Thron sitzt, den man ja nun nicht unbedingt auf die Puschen treten möchte...
Es ist ein Fest, das zu lesen, bzw. zu hören. Bin gerade erst zu einem Drittel durch und freue mich, gleich, nachdem ich dieses Posting "abgesetzt" habe, wieder zur Arbeit und damit zum Weiterhören fahren zu können. 🙂
Aber Achtung: Leider ist das Buch in seiner Hörfassung (rund 33,5 Stunden) immer noch gekürzt. Das ellenlange Vorwort, bzw. die Einleitung, an die ich mich noch von meiner einstigen Buch-Lektüre vage erinnerte, fehlt hier komplett. Ich kann nicht sagen, was sonst noch so weggekürzt wurde. Wer also Zeit hat, dem sei die Komplettlektüre, schwarz auf weiß, empfohlen!
@mmieks Ich beginne morgen "Pu der Bär" von Alan Alexander Milne (1882 - 1956). Da meine jüngste Tochter großer Pu-Fan ist, will ich mich mal mit den Grundlagen vertraut machen. Das Buch ist von 1926. Die Disney-Filme habe ich schon alle gesehen über die Jahre und fand die natürlich gut. Pu muss man einfach liebhaben.
❤️
Lese gerade Christoph Hein "Das Narrenschiff".
Die Geschichte der DDR von der Gründung bis zum Mauerfall - als Gesellschaftsroman und erzählt mit der Biografie, dem Erleben und Agieren verschiedener (fiktiver) Protagonisten, aber voller Anspielungen auf tatsächliche, "real existierende" Personen und Gegebenheiten 😉
Mir gefallen die Ambivalenzen, Brüche und Psychogramme, die in den Personen, ihren Lebenswegen, ihrem Denken und Agieren deutlich werden.
Über 700 Seiten, die es aufmerksam zu lesen gilt ... Bin gerade bei der Hälfte.
Zeiten der Erkenntnis / Ian Mortimer
Welches der vergangenen zehn Jahrhunderte hat die größten Veränderungen erlebt, welches hat uns als Menschheit am weitesten vorangebracht? Mit dieser Frage beginnt Ian Mortimer seine Reise durch die Geschichte des europäischen Westens, vom 11. Jahrhundert bis heute. War es das 15. Jahrhundert als das Zeitalter der Entdeckungen? Oder doch das 16. mit dem Erfindung des Buchdrucks und der Reformation? Auf den ersten Blick würden die meisten von uns vielleicht auf das 20. Jahrhundert tippen, denn die Gründe liegen auf der Hand: Flugzeuge, Raumfahrt, Internet, der Siegeszug der Demokratie, die Globalisierung und vieles andere mehr. Warum diese »Froschperspektive« zu kurz greift (wir mit unserer Vermutung aber dennoch nicht ganz falsch liegen), erklärt Ian Mortimer – witzig, philosophisch und so klug wie prägnant.
Mehr als einmal war ich sehr erstaunt. Habe ich als Hörbuch.
Immer wieder nehme ich mir vor, hier meine gelesenen Bücher einzustellen und dann vergesse ich es wieder. Deshalb kommen heute meine „gesammelten Werke“ von Juli und der ersten Augusthälfte.
Alle Bücher auf ihre Weise empfehlenswert.
Ralf Rothmann, Museum der Einsamkeit
Richtig gute Kurzgeschichten
Andreas Maier, Der Teufel
Keine Angst, nichts Theologisches 🙂 Ein Titel aus einer Buchreihe, in der der Autor auf herzliche und humorvolle Weise das Leben in der Provinz in den 70er, 80er und 90er Jahren beschreibt. Eines der Bücher, bei denen ich oft schmunzeln und manchmal lauthals loslachen musste.
Christine Bilkau, Halbinsel
Wunderschönes Mutter-Tochter Buch, hat mir sehr gut gefallen
Hannes Köhler, Zehn Bilder einer Liebe
Eine schöne turbulente Patchworkfamilien- und Liebesgeschichte, abwechselnd aus der Sicht der Frau und des Mannes erzählt
Weil vor einiger Zeit mein Interesse für Ostdeutschland geweckt wurde:
Ilko-Sascha Kowalczuk, Freiheitsschock – eine anderer Geschichte Ostdeutschlands
Den Autor nennt man den Punk unter den Historikern. Spannendes Buch mit vielen persönlichen Erfahrungen des Autors über die Geschichte Ostdeutschlands seit 1990.
Bei youtube gibt es einige Interviews mit ihm.
Und als Kontrastprogramm
Dirk Oschmann – Der Osten, eine westdeutsche Erfindung
Auch da bei youtube spannende Gespräche mit ihm.
Und hier streiten die beiden miteinander über ihre unterschiedlichen Standpunkte:
Doris Knecht, Ja, nein, vielleicht
Frauen in der zweiten Lebenshälfte, lest dieses Buch! 😊
Martina Bergmann, Das Fräulein Buchhändlerin
Wunderbare Geschichte über eine mutige Frau, die in den 1960er Jahren sich getraut, eine eigenen Buchhandlung zu eröffnen. Als gelernte Buchhändlerin war das für mich ein Hineintauchen in die Geschichte des Buchhandelt nach dem 2. Weltkrieg. Vieles wusste ich nicht, aber viel anderes kam mir auch sehr bekannt vor, weil bis heute aktuell…
Knut Elstermann, Bach bewegt
Auf dieses Buch bin ich durch eine Radiosendung vom rbb am 275. Todestag von JSB gestoßen.
Dort unterhalten sich der Autor Elstermann und der rbb-Moderator und Musikwissenschaftler Bernhard Schrammeck über JSB. Der Autor Elsermann schreibt in dem Buch unterhaltsam über die Filme, in denen der Komponist im Laufe der Jahrzehnte immer wieder eine Rolle spielte, über die Darsteller, über die Motivation der Regisseure usw.
Einiges davon ist auch hier bei youtube zu sehen.
Hier der Link zu der 2-stündigen Sendung, falls hier noch andere bach-bekloppte mitlesen 😊
rbb-Sendung zum 275. Todestag JSB
Und bei dieser Gelegenheit habe ich auch noch von einem tollen Podcast erfahren, den Schrammeck zusammen mit Michael Maul (Intendant des Bachfestes in Leipzig) seit 2020 macht.
Jedesmal eine Einführung in eine Kantate oder ein anderes Werk von Bach, inzwischen gibt es bereits über 280 Folgen.
Irgendwas mit den Links ging schief.... 😐