Karfreitag: Freikirchlicher Gottesdienst im Kontrast zur Katholischen Messe
Am Morgen von Karfreitag gingen wir in bei uns in den Gottesdienst. Später am Tag gingen wir raus und haben einen Mate in Park der katholischen Kirche getrunken. Wir mögen den Ort, da es windgeschützt und sonnig ist und der Park wirklich angenehm. Währen wir am Mate trinken sind, merken wir das da eine Messe startet, also sind wir kurzentschlossen in die Messe gegangen.
Einige Beobachtungen und den Kontrast zwischen den beiden Anlässen möchte ich gerne besprechen.
Bei unserem freikirchlichen Gottesdienst, gefiel mir, das gemeinsame Singen, das gemeinsame Nehmen des Abendmahls und den Kirchenkaffee. Was mir nicht gefiel, ist der sterile Gottesdienstsaal und die mittelmässige vorgetragene Predigt, die zusammengefasst, eine grafische Beschreibung des Kreuzestodes, und ganz viel Sünde und schuld gespickt mit Bibelversen, und dann eine Turn or Burn Botschaft.
In der katholischen Messe gefiel mir, die Atmosphäre, die liturgische Elemente der Messe, die Lesung der Passion nach Johannes und die Führbitte (trotz der lustlos gemurmelten Antwort der Gemeinde), was mich gestört hat, ist die politische Predigt über leiden in der Welt, und im persönlichen Schmerz, und keinerlei Hinweis auf Kreuzestod Christi, auch das lustlose Singen der Gemeinde und allgemein die Kälte zwischen den Messebesuchern.
Wer von euch hat die Erfahrungen in beiden Lagern und wie schätzt was ist eure Meinung dazu.
Wer von euch hat die Erfahrungen in beiden Lagern und wie schätzt was ist eure Meinung dazu.
Bei mir geht viel über die Musik. Am Karfreitag steht das Leiden Jesu im Zentrum. Die Bitte um Erbarmen, das Trauern.
Es.ist.noch.nicht.Ostern. Sondern verweilen unterm Kreuz angesagt.
Weiß nicht, ob die Charis das so hinbekommen? Zu meiner Zeit war es (noch?) nicht so.
By the way:
Alto: Tobias Segura Peralta, LIVE semi-staged concert 27 March 2022 , Der Aakerk Groningen, youtube
Wer von euch hat die Erfahrungen in beiden Lagern und wie schätzt was ist eure Meinung dazu.
Also ich war jetzt in einer Evangelischen Kirche, und da war es sehr auf das Leid fixiert, leider…ich hätte die ganze Zeit weinen müssen, hätte ich mich nicht zurückgehalten…auch Marias Leid in Form des Stabat Mater wurde vorgetragen…was ich irgendwie sehr katholisch fand…
Komplementär dazu wurde dann aber von Gottes Nähe im Kreuz gesprochen, was dann die positive Seite darstellen sollte…was nicht so gut gelungen ist.
Aber vor ein paar Jahren hat das ein Pfarrer so hinbekommen, dass sonnenklar war, dass es Jesus ist, der mit seinem Tod dafür sorgt, dass du sicher wieder zu Hause ankommst und ich musste dann deswegen während des Abendmahls, das gemeinsam im Kreis stattfand Rotz und Wasser heulen, weil ich plötzlich wusste, dass wir alle „safe“ sind…
Was ich aber gestern Abend, als ich in der selben evangelischen Kirche zum Gründonnerstagsgottesdienst war, bemerkenswert fand, war dass die Schriftlesung die Geschichte der Befreiung der Juden aus Ägypten war (2. Mose12) und dass unser Osterfest mit Jesus als Lamm dem analog zu sehen ist. Und dass damals Gott die neue Zeitrechnung einsetzen liess mit der Befreiung und wir ja mit Jesus eine neue Zeitrechnung haben…
Deine letzten zwei Abschnitte gefallen mir sehr. Sie sprechen von Herzensberührung durch Gottes Geist.
Das Thema Jesus als Lamm, das uns aus unserem Ägypten herausholt/herausgeholt hat, ist mir auch seit ein paar Tagen präsenter.
Das Thema Jesus als Lamm, das uns aus unserem Ägypten herausholt/herausgeholt hat, ist mir auch seit ein paar Tagen präsenter.
Ja, das war wirklich beeindruckend da die Parallelen zu sehen bzw. aufgezeigt zu bekommen.
Ich habe dann im Netz auch einen (für mich) wirklich guten Kommentar gelesen auf kingcomments.com (sorry, ich kann mir nicht merken wie das mit dem verlinken geht)
Gestern, am Gründonnerstag, gab es nach 2 Jahren endlich wieder ein "Männer-Retreat". Wir waren 10 Männer und hielten neben anderen Aktivitäten vormittags und nachmittags ein Council ab. Wie auch die Jahre davon fühlten wir uns alle sehr angesprochen von den Beiträgen der anderen, die fast alle Positive und negative Ereignisse und Erlebnisse mit den andern teilten. Danach, wenn es das Thema nahelegte, war dann auch die Frage, wie das alles von oben aussehen könnte.
Einer der Beteiligten - nach eigenen Worten ein überzeugter Atheist - sagte in der Endrunde, es habe ihn im Laufe des Tages immer mehr erstaunt, wie sehr die Geschichten dieser Menschen - einschließlich seiner eigenen - mit dem Himmel zu tun hatten. Auf dem Rückweg - er fuhr die 2 Stunden Fahrt - äußerte er genau die Vorstellung, die auch ich habe, dass die Wahrheit des Lebens in der hier und heute gelebten Wirklichkeit und von da aus dann das verständlich wird, wie nah wir dem Himmel sind - oder auch nicht.
äußerte er genau die Vorstellung, die auch ich habe, dass die Wahrheit des Lebens in der hier und heute gelebten Wirklichkeit und von da aus dann das verständlich wird, wie nah wir dem Himmel sind - oder auch nicht.
Darunter kann ich mir jetzt nichts vorstellen, also ich verstehe es nicht. Kannst du es nochmal anders sagen?
"Darunter kann ich mir jetzt nichts vorstellen, also ich verstehe es nicht. Kannst du es nochmal anders sagen?"
Ja, es ist schwierig. Ich will es versuchen.
Wenn es irgend etwas zu überlegen gibt - Konflikte, etwas Unverständliches, Fragwürdiges (z.B. Schuldgefühle), aber auch positive Dinge oder Erlebnisse -, wo wir uns dazu verstehen, eine Antwort finden zu wollen oder glauben, finden zu müssen, dann wären wir oft oder fast immer froh, wenn uns jemand aus dem Stand heraus hilft.
Das kann auf zweierlei Weise versucht werden. Wenn man mit eigenem Nachdenken nicht weiterkommt, z.B. weil man immer wieder das Portemonaie verliert oder verlegt, kann man einen Freund oder ein Mitglied der Gemeinde, dem man vertraut, fragen, ob er einen Rat weiß. Der wird dann vermutlich nach situativen Daten fragen, die beim Auffinden helfen könnten und/oder Ratschläge geben, die helfen sollen, so etwas zu verhindern.
Man kann aber auch einen Menschen fragen, von dem man weiß, dass er sehr mit Gott verbunden ist. Der wird dann möglicherweise sagen, dass man alle üblichen irdischen Versuche vergessen kann, weil die einzig wirksame Hilfe von Gott selbst kommt und man sich deshalb direkt an ihn wenden soll.
Nach meiner Erfahrung führen beide Wege zu keiner Lösung, weil sie nur schablonenhafte Antworten geben. Das heißt, sie sehen - wie der Mensch, der die Probleme hat, auch - nur das Problem und nicht wirklich den Menschen, der die Probleme hat.
Also, die Wirklichkeit, die ich hier angesprochen habe, ist das, was wir im irdischen Leben erleben. Und die Wahrheit ist das, was es im Himmel gibt oder auch nicht.
Das heißt, sie sehen - wie der Mensch, der die Probleme hat, auch - nur das Problem und nicht wirklich den Menschen, der die Probleme hat.
Also, die Wirklichkeit, die ich hier angesprochen habe, ist das, was wir im irdischen Leben erleben. Und die Wahrheit ist das, was es im Himmel gibt oder auch nicht.
Ok, ich glaube damit kann ich was anfangen…
Wobei ich manchmal den Eindruck habe, dass man den Himmel vergessen muss, um das Wesen eines Menschen hier in der Wirklichkeit wahrzunehmen. So als gäbe es den Himmel gar nicht. und paradoxerweise kommt man dem anderen dann näher.
🤷♀️
"Eindruck habe, dass man den Himmel vergessen muss, um das Wesen eines Menschen hier in der Wirklichkeit wahrzunehmen"
Ja, so sehe ich das. Um einen Menschen wirklich so zu sehen, wie er ist und möglicherweise dadurch in Schwierigkeiten gekommen ist, muss man von allen dogmatischen Prämissen und Vorurteilen absehen.
"paradoxerweise kommt man dem anderen dann näher"
Ja, das sieht paradox aus. Aber solche Paradoxien sind im menschlichen Seelenleben die Regel und nicht die Ausnahme. Der Hintergrund ist, dass sich ein Mensch, der sich in dieser Weise auf sich selbst und einem verständnisvollen "Helfer" einlassen kann, eine große Freiheit hat. In dieser Freiheit kann er dann auch erkennen, was er falsch gemacht hat und wie es weitergehen kann. Nicht immer, aber auch nicht selten werden dann aus Feinden Freunde.
"paradoxerweise kommt man dem anderen dann näher"
Ich denke, die Ursache liegt darin, dass die meisten Gottesbilder, welche die Individuen haben eine Reflexion des eigenen Paradigmas ist. Mein Gott der in Meine Welt passt, und das wird dann der Filter mit dem man andere filtert.
Wer aber bereit ist das eigene Paradigma aufzugeben und damit auch das eigne Gottesbild, und Gott so annimmt wie er sich präsentiert, wird auch bereit sein, Menschen so zu sehen wie sie sind.
Die dogmatischen Prämissen, die wir auf Menschen anwenden, wenden wir, auch auf Gott an. Wenn also die unsere Wahrnehmung der Menschen nicht mit der Wirklichkeit zusammenpasst, dann sollten wir an unserer Wahrnehmung arbeiten, denn diese hat Einfluss auf unser Gottesbild.
Meine Erfahrungen kommen aus der RKK, Ref. Kirche, Charismatik, exklusive Brüder .
Es ist ein Wechselbad der Traditionen, Gefühle und immer stark von der Person und dem Stil des Leiters geprägt.
Ich habe erlebt, dass die Gegenwart Gottes sich in der ref. Kirche während des Liedes "Großer Gott, wir loben dich" auf die Besucher niederließ. Das war beeindruckend.
Ich kenne aber auch diese Kälte. Es tut mir in der Seele weh. Es hört sich vielleicht sehr krass jetzt an, aber meine aktuelle Empfindung dazu... Menschen werden oft um die Liebe Gottes betrogen und es wird ihnen ein falsches Gottesbild vermittelt.
Das wünsche ich mir und ihnen anders, mit Auferstehungsleben, durchscheinend auch in einer Karfreitagspredigt, die Lust auf Glauben macht.
Erfahrungen in beiden Ladern habeb ich keine.
Die Karfreitagskiturgie ist jeine Eucharistiefeier, hat eínen eigenen Ablauf, Lesungen, das Wvangelium wird in verteilten Rollen gesprochen,(meistens keine Predigt), Kreuz-Verehrung. Nach den "großen Fürbitten" geht es nahtlos zum Vater-unser und Kommunion über. Es wird keine Orgel, Piano oder Musikinstrument gespielt. Da wior eine priesterlose Gemeinde sind, war es heuer wirklich ein Gottesdienst mit Laienseelsorger gestaltet. Das ist das Neue, noch Ungewohnte.
In Österreich wurde den Evangelischen , Altkatholiken und Medhodisten der Feiertag weggenommrn vor ein paar Jahren, weil ein Konfessionsloser deen Verfassungsgerichtshof eingeschaltet hat wegen Zwangsfeiertag - und dieser ihm recht gab.
In Österreich wurde den Evangelischen , Altkatholiken und Medhodisten der Feiertag weggenommrn vor ein paar Jahren, weil ein Konfessionsloser deen Verfassungsgerichtshof eingeschaltet hat wegen Zwangsfeiertag - und dieser ihm recht gab.
Oh nein! Grässlich….wie schade!☹️
In der Schweiz gibt es 8 Feiertage, welche die Kantone verteilen dürfen, ausser in den erzkatholischen Kantonen Tessin und Wallis ist der Karfreitag überall ein Feiertag. Dafür feiern diese dann Epifania, aber in der regel ist der Unterschied zwischen den Katholischen und den reformierten Kantonen der, 1.Mai der in den Reformierten und Allerheiligen welcher in den katholischen Kantonen gefeiert wird.
Die Lesung der Passion wurde auch verteilt gesprochen. Lieder wurden mit der Orgel begleitet und es fand eine Kreuz-Verehrung statt, welche ich ziemlich crinsh fand.
@arcangel Ich persönlich kenne nur evangelische Freikirchen und die ev. Landeskirche. Und bemerke hier sehr starke Unterschiede. Es gibt Freikirchen, die wirken kalt und steril, andere sind sehr lebendig. Und genau das Gleiche kenne ich von der Landeskirche. Da gibt es kalte, unpersönliche Gemeinden, die meist auch sehr leer sind. Und dann gibt es zum Glück auch lebendigere Godis bei den Landeskirchen (zugegeben leider nicht die Regel). Aber deshalb fällt mir der Vergleich sehr schwer. Am Ende kommt es auf die Menschen an (in Leitung und unter Besuchern), oder?
Veröffentlicht von: @leibesgliederAm Ende kommt es auf die Menschen an (in Leitung und unter Besuchern), oder?
Auf jeden Fall.
Im selben Verband gibt's 'angenehme' (also so, dass sie für den entsprechenden Besucher 'angenehm' oder 'passend' sind) und weniger 'angenehme' Gemeinden.
Kommt immer ganz arg drauf an, wer diese Gemeinden prägt. (Und ich meine jetzt nicht, dass diese Gemeinden von Christus geprägt werden müssen) Aber ganz klar - als junge Familie hat man logischerweise andere Bedürfnisse (Kinderbetreuung, Gottesdienstzeiten, Musikprogramm) als ein alter Mensch, der einfach einen traditionellen Gottesdienst besuchen will.
Und dann wollen die Einen gesehen und beachtet werden, während ein Anderer vielleicht froh ist, wenn er unangesprochen wieder das Gemeindehaus verlassen kann.