Darf man mit der Glaubensverkündigung reich werden?
Eine moralische Frage.
Denn das es Personen gibt, die durch die Glaubensverkündigung Multimillionäre geworden sind durch Spenden an ihre Organisation, die sie dann gut bezahlt, bezahlte Auftritte, Bücherverkäufe u.v.m. dürfte bekannt sein.
Es geht mir hier also nicht um die Bezahlung von deutschen Pastoren sondern schon um ein paar Einkommensklassen darüber. In der Regel werden das wohl amerikanische Prediger*innen sein.
Wie seht Ihr das? Reich werden mit der Verkündung der christlichen Botschaft? Okay oder nicht und warum?
VG
Chey
Klares Jein.
Nicht nur das Bankkonto ist entscheidend, sondern wieviele soziale Werke von den Predigern getragen werden und wie vielen Angestellten sie Gehalt und Versicherung zahlen müssen.
Das Evangelium ist umsonst, die Evangelisationsstrukturen kosten. Die Waisenhäuser kosten, die Rettung aus Menschenhandel kostet, die Armenspeisung kostet, die Krankenversorgung kostet. Welche Projekte geplant und vorbereitet werden. Wie groß müssen die Rücklagen bei wieviel Angestellten und Ausrüstung sein.
Nicht die Menge des Geldes ist das Kriterium, sondern was der einzelne Prediger damit macht. So sehe ich das.
Wie zum Spenden animiert wird, das steht auf einem anderen Blatt. Da gibt es reichlich Wildwuchs, sprich Manipulation. Die Gesinnung Tetzels ist noch nicht ausgestorben.
Ich meinte hier das persönliche Einkomnen, was auch nur für das eigene Leben verwendet wird.
Das für eigene wohltätige Organisationen gesammelt und gür deren Zweck verwendet wird, ist ja völlig unproblematisch. Hier zählt für die Fragestellllung nur was man sich als Gründer/Verantwortlicher davon als Gehalt zahlt.
VG
Chey
Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Zahlen da um sich geworfen wird... Gesamteinkommen oder persönliches Salär. Das steht bei den Themen nämlich so gut wie nie dabei wenn diese Gretchenfrage aufkommt.
Die 12 und 70 Jünger wurden mittellos auf Diensttour geschickt. Gleichzeitig gilt auch, dass man dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden soll. Abraham war reich, Hiob war reich. Ananias und Saphira hätten den gesamten Erlös ihres Verkaufes behalten dürfen. Jesus hatte einen Finanzenverwalter.
Es gibt immer wieder Spendenaufrufe mit dem Hinweis, dass jeder Euro von einer anonymen Person verdoppelt oder vervielfacht wird, um da oder da zu helfen. Das wäre nicht möglich, wenn jemand nicht ausreichend versorgt wäre.
Wo man hinschauen kann: wird der Reiche vom Geld in Besitz genommen, oder ist Geld sein Diener, Gutes zu tun und seinen Auftrag zu erfüllen?
oT: Jesus hatte einen Finanzenverwalter? Das wusste ich noch nicht.
Hast Du da die Quelle im Kopf?
Reine Neugierfrage
VG
Chey
Judas Iskariot verwaltete das Geld, das Jesus und die Jünger gespendet bekamen.
z.B. Joh 12, 4 Da sprach einer seiner Jünger, Judas Iskariot, der ihn hernach verriet: 5 Warum wurde dieses Öl nicht für dreihundert Silbergroschen verkauft und das Geld den Armen gegeben? 6 Das sagte er aber nicht, weil ihm an den Armen lag, sondern er war ein Dieb; er hatte den Geldbeutel und nahm an sich, was gegeben wurde.
Hier werden zwei Frauen namentlich genannt, die Jesus und den Jüngern mit Spenden dienten. Das kann von Geld bis neuer Kleidung und zu Lebensmitteln vieles beinhalten.
Lk 8, 3 und Johanna, die Frau des Chuza, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele andere, die ihnen dienten mit ihrer Habe.
Eine moralische Frage.
Von mir ein klares Nein, ob die Verkündigung des Evangeliums etwas kosten darf zur Kostendeckung (oder schlimmstenfalls zur Bereicherung). —>Umsonst habt ihr es bekommen, umsonst sollt ihr es geben.
Dass unsere heutigen Strukturen der Größe der Gemeinden und deren finanziellen Verpflichtungen entsprechen, heisst nämlich nicht unbedingt, dass das Evangelium auch mehr oder besser verkündigt wird, es heisst eigentlich nur, dass die Organisation sich selbst tragen kann und eventuell ein paar soziale Projekte finanzieren kann.
Man könnte das auch so verstehen, dass Du hauptamtliche Pastoren und Kirchensteuer ablehnt. Ist das so gemeint?
Nein.
Zum einen hattest du das ja selbst ausgeklammert, zum anderen sind die landeskirchlichen Strukturen wie eine einzige grosse Gemeinde ausgelegt - bis auf das jetzt keine Witwen oder sonstigen Bedürftigen von der Kirche selbst unterstützt werden und die Höhe der Kirchensteuer nicht eine freiwillige Abgabe ist sondern prozentual, ähnelt das irgendwie einer Urgemeinde. Gut, eine Kirche oder auch zwei in jedem Dorf bräuchte es auch nicht, aber auch das hat sich ja kulturell als „Gotteshaus“/ „Bethaus“ / „Fingerzeig zum Himmel (Kirchturm)“ bewährt. Und die Gehälter der Pastoren/Priester/Pfarrer sind ja legitim, da sie ja technisch von den Kirchensteuern bezahlt werden, also den Menschen aus der Gemeinde. Die hauptamtlichen Verkünder leben also von der Gemeinde.
Mir fallen dazu die Worte „Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus. Umsonst habt ihr empfangen, umsonst gebt“ aus Matthäus 10 ein.
Hier geht es allerdings um Vollmacht und Gaben, die von Gott geschenkt werden.