Wann gilt man vor Gott als verheiratet – was sagt die Bibel dazu?
Hallo zusammen,
ich habe eine persönliche Frage und würde gerne wissen, wie ihr das biblisch versteht.
Der Vater meiner Kinder und ich möchten unserer Beziehung noch einmal eine neue Richtung geben und beide Christus wirklich in die Mitte stellen. Wir möchten langfristig heiraten, haben aber gerade unterschiedliche Vorstellungen davon, wann man vor Gott eigentlich verheiratet ist.
Ich bin mit dem Verständnis aufgewachsen, dass man sich bewusst auf die Ehe vorbereitet, mit einem Pastor spricht, sich vor Gott und anderen Menschen das Eheversprechen gibt und anschließend – auch wenn es nur ganz klein ist – gemeinsam mit Familie oder Freunden diesen Bund feiert. Mir geht es dabei nicht um eine große Hochzeit, sondern darum, diesen Schritt bewusst zu machen und öffentlich zu bezeugen.
Er sieht das anders. Er sagt, dass wir uns auch einfach zu zweit vor Gott setzen, gemeinsam beten, Gott in unsere Beziehung einladen und uns gegenseitig verbindlich versprechen könnten, Mann und Frau zu sein. Damit wären wir seiner Meinung nach bereits vor Gott verheiratet. Eine kirchliche Feier könnte dann irgendwann später kommen.
Sein Argument ist unter anderem: „So wie wir heute heiraten, haben die Menschen früher doch auch nicht geheiratet.“ Und wenn Menschen beispielsweise arm sind oder keine Möglichkeit für eine große Feier oder eine kirchliche Trauung haben, könne Gott ja trotzdem eine Ehe anerkennen.
Ich verstehe den Gedanken, frage mich aber gleichzeitig: War eine Ehe in biblischen Zeiten nicht trotzdem irgendwie öffentlich und innerhalb der Gemeinschaft bekannt und bestätigt – auch wenn sie natürlich nicht genauso aussah wie eine heutige Hochzeit?
Deshalb würde mich vor allem interessieren:
Was macht nach der Bibel einen Ehebund vor Gott aus?
Braucht es dafür ein gegenseitiges Versprechen allein, oder gehören auch Zeugen, Öffentlichkeit, Familie/Gemeinde oder eine bestimmte Form dazu?
Und gibt es konkrete Bibelstellen oder biblische Beispiele, die zeigen, wie ein Ehepaar überhaupt „Ehemann und Ehefrau“ wurde?
Ich suche keine bestimmte Antwort, sondern möchte wirklich verstehen, was die Bibel dazu sagt. ❤️
Damals in der Bibel holte der Bräutigam die Braut in sein Haus, wenn der Vater des Bräutigams die Erlaubnis erteilte.
Eine jüdische Hochzeit war zweiteilig: eine Verlobte galt schon als verheiratet in Warteposition.
Das finden wir bei Maria und Joseph wieder, als der Engel dem Joseph im Traum erschien und ihm sagte, dass das Kind vom Heiligen Geist sei und er Maria nach Hause holen sollte. Mt 1,20
Und bei den 10 Jungfrauen mit dem Öl oder kein Öl in den Lampen, da kommt auch der Bräutigam, die Braut holen.
Und im Zusammenhang mit der himmlischen Hochzeit sagt Jesus: Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten..... Joh 14,2.28
Das lässt sich mMn nicht so auf heute übertragen. Damals wurden Ehen meist arrangiert.
Was sich aber an Info herausziehen lässt: die Heimholung der Braut war öffentlich. Der Bräutigam stand zu seiner Braut. Die Feier war auch kein nachmittägliches Kaffetrinken nach dem Standesamt (Ehevertrag Ketuba, seit es ihn gab). Da wurde länger gefeiert.
Veröffentlicht von: @deborah71Das lässt sich mMn nicht so auf heute übertragen. Damals wurden Ehen meist arrangiert.
Das denk ich mir auch.
Und auch das Eheverständnis ist heute ein anderes als damals.