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Wenn die Eltern älter werden ...


Chai
 Chai
Themenstarter
Beiträge : 5538

Beim Stöbern im Forum 'Familie & Partnerschaft' hab ich viele Überschriften gefunden - aber keine passende. 
Deshalb dieser Thread - falls Interesse an einem Austausch besteht. 

Antwort
26 Antworten
neubaugoere
Beiträge : 19414

@chai 

Ist mir auch schon aufgefallen, denn ich hätte schon manchmal gern Austausch mit anderen, wie sie mit ihren älter werdenden Eltern klarkommen.

neubaugoere antworten


Lucan-7
Beiträge : 29821

@chai 

falls Interesse an einem Austausch besteht. 

An welche Art von Austausch hast du da gedacht...?

Es geht doch wohl darum, dass Dinge schwieriger werden im Alter... in diesem Fall der Eltern. 

Also nach dem Motto: Die Zeiten ändern sich, wenn man bei Besuchen der Eltern Latexhandschuhe statt Blumen mitbringt.

lucan-7 antworten
4 Antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5538
Veröffentlicht von: @lucan-7

@chai 

falls Interesse an einem Austausch besteht. 

An welche Art von Austausch hast du da gedacht...?

Ich hab da gar keine bestimmte Vorstellung. Kann ja sein, dass hier niemand über dieses Thema reden will. 

Es geht doch wohl darum, dass Dinge schwieriger werden im Alter... in diesem Fall der Eltern. 

Also nach dem Motto:
Die Zeiten ändern sich, wenn man bei Besuchen der Eltern Latexhandschuhe statt Blumen mitbringt.

Ich bring weder Latexhandschuhe noch Blumen mit. 

chai antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29821

@chai 

Ich hab da gar keine bestimmte Vorstellung. Kann ja sein, dass hier niemand über dieses Thema reden will. 

Kommt halt drauf an. Ich könnte da ein paar Erfahrungen beisteuern.

Etwa, dass man nie vom besten Fall ausgehen sollte, sondern immer vom Schlechtesten. Wenn es besispielsweise darum geht, Vermögen rechtzeitig auf die Kinder zu übertragen, damit es der Staat nicht beschlagnahmen kann, wenn es darum geht, wer für die Pflege zahlen muss.

Denn wenn den pflegebedürftigen Eltern ihr Haus noch gehört, dann wird es zwangsweise verkauft werden, um sie noch so lange wie möglich am Leben zu erhalten, damit irgendwelche Pflegeeinrichtungen sehr viel Geld dafür kassieren können, eine Person einfach nur lebendig zu halten... egal in welchem Zustand. Und dann ist das Haus plötzlich weg... auch wenn die Eltern das niemals gewollt hätten, weil sie das doch ihren Kindern hinterlassen wollten.

Hätten sie rechtzeitig das Haus überschrieben, dann könnte der Staat es nicht einfach wegnehmen... dann würde der Staat für die Pflege zahlen müssen, und es wäre eher im Sinne der Eltern gelaufen.

Und falls das jetzt so klingt, als wäre das genau meine Situation... nein, ist es nicht. Aber was ich weiß ist, dass man zur Vorsorge für das Alter gar nicht früh genug beginnen kann, um die Dinge in seinem Sinne zu regeln. Und man sollte da auch unangenehmen Möglichkeiten nicht ausweichen. 

Demenz beispielsweise kann jeden treffen, jederzeit. Es bedeutet: "Du bist tot! - Aber nicht sofort, sondern ganz langsam. Sehr langsam. Du stirbst, aber nicht sofort, sondern über 5, 10, 15 Jahre. Stück für Stück verlierst du die Fähigkeit, zu denken, dich zu bewegen, dich zu erinnern. Und irgendwann reduzieren sich alle Körperfunktionen darauf, irgendwas zu essen, zu verdauen und auszuscheiden. Wobei man selbst weder in Lage ist, sich Essen zuzubereiten noch auf Toilette zu gehen... diese Dinge müssen dann andere Leute übernehmen. Aber man ist halt noch am Leben, immerhin. Wofür auch immer.

Tja, wofür diese drastische Schilderung...? Wie gesagt, zur Vorbereitung... wir gehen diesen Dingen ja gerne aus dem Weg. Wird schon gutgehen, das Alter, irgendwie.

Nach dem was ich gelesen habe geht es allerdings nur für 20% von uns gut... nur einem Fünftel aller Menschen ist es vergönnt, im vollem geistigem Vermögen alt zu werden. Der Rest wird tatterig, trottelig, vergesslich, dement oder sonstwie beeinträchtigt sein... in einer Weise, die vom Rest der Welt nicht mehr ernst genommen werden wird.

Schöne Aussichten... ein hohes Alter mag prinzipiell erstrebenswert erscheinen.

Aber nicht um jeden Preis.

lucan-7 antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5538

@lucan-7 Da hast Du jetzt Aspekte reingebracht, an die ich nicht gedacht hatte.

chai antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29821

@chai 

Da hast Du jetzt Aspekte reingebracht, an die ich nicht gedacht hatte.

An was hattest du denn gedacht?

 

 

lucan-7 antworten
Alescha
Beiträge : 8571

@chai 

Das ist tatsächlich schon fast seltsam, dass es dazu noch keinen Thread gibt, schließlich wird das Thema einige hier beschäftigen.

Uns beispielsweise sehr:

Die Situation: Mein Mann und ich leben mit meinen Eltern und unseren gemeinsamen Kindern in einem Haus. Meine Eltern sind über 80, und um deren Situation kurz und knapp auf den Punkt zu bringen: Meine Mutter sieht's nicht und mein Vater blickt's nicht.

Auch wenn bei meinem Vater die Diagnose noch nicht offiziell sind, leidet er wohl unter Demenz. Routinesachen wie Frühstück machen kann er, komplexere Sachen überfordern ihn. Nach einem multiplen Organversagen vor fast 10 Jahren ist er auch gesundheitlich angeschlagen, ist immunsupprimiert etc.

Meine Mutter ist geistig noch fit, sieht aber aufgrund einer Makuladegeneration sehr schlecht, und der Zustand meines Vaters belastet sie natürlich auch sehr.

Heißt: Sie brauchen Unterstützung. Sie werden von uns bekocht, zu diversen Terminen und zum Einkaufen gefahren, wir erledigen den Schreibkram, etc.

Als wir jetzt in den Urlaub fuhren, übernahmen unsere Kinder diese Aufgaben. Bis auf eine Woche, als mein Mann meine Eltern und seine Mutter abholte und sie eine Woche an unserem Urlaubsort verbrachten. Ergebnis: Mein Vater stürzte, brach sich den Unterarm, und wir kamen in den unfreiwilligen Genuss, die Notaufnahme im Krankenhaus vor Ort eingehend zu besichtigen. Sightseeing mal anders. Ein Großteil der Zeit, in der meine Eltern da waren, drehte sich damit um meinen Vater und darum, wie man dafür sorgt, dass meine Schwiegermutter trotzdem auf ihre Kosten kommt. 

Das ist nicht immer einfach. Nicht nur wegen des Organisationsaufwandes, oder der mental load, sondern auch, weil meine Mutter die Neigung hat, unsere Lebensführung zu kommentieren oder weil es unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, welche Aufgaben wann und wie zu erledigen sind. Unerfreuliche Diskussionen sind da zwar nicht an der Tagesordnung, kommen aber durchaus vor. 

Da würde mich ein Austausch, wie es da anderen geht, durchaus interessieren.

alescha antworten
19 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29821

@alescha 

Da würde mich ein Austausch, wie es da anderen geht, durchaus interessieren.

Du meinst bezüglich der Einmischung in die Lebensführung der Kinder, auch wenn sie längst erwachsen sind?

 

lucan-7 antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5538

@lucan-7 Ich bin nicht Alescha - mir geht's einfach um das allgemeine Zusammenleben. 

Konkret fiel mir die Tage auf, dass sich vieles um die Versorgung, um Organisatorisches etc. dreht, aber wenn man's eilig hat, kommt das 'Zeit-schenken', was mir im Prinzip sehr wichtig ist, etwas zu kurz.

(Meine Mama ist fast 90 Jahre alt, seit einigen Jahren verwitwet, hat all ihre Kinder hier, die sich auch regelmäßig um sie kümmern (ich selber komm täglich mindestens zwei mal zu ihr, aber manchmal halt nur kurz) und leidet doch unter Einsamkeit - während wir sagen, sie hat das 'De-luxe-Programm' mit täglichen Besuchen und allen Kindern vor Ort. Ändert aber nix dran, dass sie sich abends vor ihrem Fernseher allein fühlt)

chai antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 8008

@chai 

Schade. Aber Du wirst ja wissen, das Menschen beim Älter werden oftmals merkwürdig werden und Situationen nicht richtig einschätzen. Die Erkenntnis hilft zwar nicht, aber kann helfen, die Reaktionen des älteren Menschen besser einzuschätzen.

queequeg antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8571

@lucan-7 

Auch. Ja.

Aber auch, wie man mit dem mental load umgeht.

Nicht nur im Alltag, wir hatten schon mehr als einmal den Fall, dass während unserer Abwesenheit ein "Kümmer-Fall" eingetreten ist. Diesmal eben sogar vor Ort im Urlaub. Wie geht man damit um, dass man irgendwie nie mal "abschalten" kann, sondern selbst im Urlaub aus der Distanz noch "kümmern" muss.

alescha antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29821

@alescha 

Nicht nur im Alltag, wir hatten schon mehr als einmal den Fall, dass während unserer Abwesenheit ein "Kümmer-Fall" eingetreten ist. Diesmal eben sogar vor Ort im Urlaub. Wie geht man damit um, dass man irgendwie nie mal "abschalten" kann, sondern selbst im Urlaub aus der Distanz noch "kümmern" muss.

Da ist natürlich die Frage, inwieweit man sich kümmern "muss"... geht es da nur um irgendwelche Forderungen, weil irgendwer sich einsam fühlt... oder muss man sich kümmern, weil jemand sonst die nächsten Tage nicht überleben würde...?

Ich will diese emotionale Komponente nicht kleinreden, weil ich weiss dass das auch sehr belastend sein kann... aber das sind halt em Ende doch zwei sehr verschiedene Situationen.

lucan-7 antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5538
Veröffentlicht von: @lucan-7

Ich will diese emotionale Komponente nicht kleinreden, weil ich weiss dass das auch sehr belastend sein kann...
aber das sind halt em Ende doch zwei sehr verschiedene Situationen.

Ich denke, das geht Hand in Hand. 
Wenn die Oma sich einsam fühlt, merkt sie ihre körperlichen Gebrechen noch ein bissel mehr. 
In unserem Fall kann (theoretisch) schon jedes mal wegfahren - es sind ja immer noch ein paar da. 
Aber kürzlich war meine Schwester in Urlaub, da hab ich dann ständig gehört, wie sie die vermisst. 
Wenn wir in ein paar Wochen einige Tage wegfahren, wird meine Schwester hören, wie sie sich freut, wenn ich endlichendlichendlich wiederkomme ...
Und ich merke, dass es uns gut tut, ab und zu mal ein paar Tage Abstand zu haben. 
Und wir wissen alle, dass eine Veränderung nicht in eine gute Richtung geht. 

chai antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29821

@chai 

Die Frage, wie oft man die Eltern besucht und wie sehr sie sich noch in das Leben ihrer erwachsenen Kinder einmischen (Auf welche Weise auch immer) ist sicher in vielen Familien ein großes Thema.

Ich muss sagen, dass ich da wirklich Glück hatte, weil meine Eltern im Grunde froh waren, mal Zeit für sich zu haben und Dinge unternehmen zu können. Die haben mich in meinem Leben unterstützt, wenn es nötig war, sich aber sonst nicht eingemischt. Falls ich sie längere Zeit nicht besuchen konnte, dann kamen sie selber mal auf einen Sprung vorbei, aber das war immer ganz locker... und das ging auch noch bis ins hohe Alter.

Ich weiss aber, dass das auch ganz anders laufen kann, und manche Leute im Alter nichts mit sich anzufangen wissen... die fordern dann einiges von der Familie ein, und das kann echt anstrengend werden... 

lucan-7 antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8571

@chai 

In unserem Fall kann (theoretisch) schon jedes mal wegfahren - es sind ja immer noch ein paar da. 

Bei uns ist das nicht der Fall. Ich bin ein Einzelkind. Da müssen dann die Enkel einspringen, aber auch da bekommt man zu hören, wie sehr man vermisst wird und wie froh man ist, wenn man wieder da ist. 

Und womöglich noch die Klage, dass man die Enkel kaum zu Gesicht bekommt, obwohl die dafür sorgen, dass meine Eltern Termine jeden Tag ein warmes Essen auf den Tisch gestellt bekommen und man meist sogar zusammen isst oder sie ihre Termine wahrnehmen können. 

Sie haben eigentlich das de-luxe-Programm, das Du schon angesprochen hast.

Um zu sehen, wie gut sie es vergleichsweise haben, reicht ein Blick auf das Haus gegenüber. Die Nachbarin, auch schon über 80, hat letztes Jahr ihren Mann verloren, und dann sind auch noch die Mieter, die mit im Haus wohnten und fast wie eine Familie waren, weggezogen. Die sitzt jetzt ganz allein in einem Zwei-Familien-Haus, Kinder hat sie keine. 

Meine Eltern haben sich auch nie um Kontakte vor Ort gekümmert. Diverse Verwandte, Freunde und Bekannte wohnen nicht gerade ums Eck und können nicht all Naslang zu Besuch kommen. Der Kontakt ist v.a. telefonisch, und Telefonate mit ihrer Schwester ziehen sie oft noch mehr runter, weil sie und ihr Mann diverse Ferienhäuser u.a. in Spanien haben und sie meiner Mutter immer wieder vorschwärmt, wie toll es doch ist, am Pool zu sitzen oder aufs Meer zu schauen - während meine Eltern, die früher mind. zwei Mal im Jahr auf Kreuzfahrt gegangen sind, zu Hause festsitzen. Neulich durfte sie sich die mediterrane Landschaftsbeschreibung auf Krankenhausfluren anhören.

Der Versuch, ihnen wenigstens eine Woche an der Nordsee zu ermöglichen (nicht gerade ihr Traumurlaub, aber besser als nichts) endete damit, dass mein Vater sich wie gesagt einen Knochenbruch einfing. Spätestens jetzt ist klar, dass sich das Thema Verreisen für meine Eltern erledigt hat. 

Und da meine Eltern beide nicht mehr Auto fahren können kommen sie halt auch nur dann irgendwo hin, wenn wir sie fahren. 

alescha antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5538

@alescha Es ist nicht gleich, aber es gibt Parallelen. 

Kochen tut die Mama noch selber - wobei 'Kochen' auch das Öffnen einer Dose Ravioli bedeuten kann. Oder halt das aufwärmen, was sie von ihren Kindern geliefert kriegt. Wobei das mit dem Lieferdienst manchmal etwas stolperig ist, weil es passieren kann, dass sie mehr als einem Kind ihren Einkaufszettel (notfalls auch den von der letzten Woche, der nicht weggeworfen wurde) diktiert und dann mehr als ein Päckchen Käse oder Butter oder ... im Kühlschrank ist und übersehen werden kann ... 
Aber prinzipiell haben wir das etwas aufgeteilt - Lebensmittel besorgt i.A. meine Schwester, für die Getränke ist mein Bruder zuständig und für die Arzt- und Apothekensachen bin ich da. 
Außer man ist - wie am Wochenende - grad unterwegs und die Mama ruft auf dem Handy an, dass sie noch Brot, Butter, Käse braucht und man will nicht erst einen Rundruf starten, bevor man die gewünschten Dinge in den Einkaufswagen packt ... 
Kontakte sind hauptsächlich innerfamiliär, ansonsten wären es hauptsächlich Gemeindeleute. Aber die sind auch alle alt und nicht mehr so mobil, so dass sie nicht einfach mal zur Mama kommen können. Die Mama selber ist nicht mobil - hat zwar einen Führerschein, aber Autofahren ist nicht ihrs. 

Urlaub ist eher Sache der Schwiegereltern, die wir auch ums Eck haben. 
Die sind zum Teil noch recht rüstig, aber wenn ein Fahrdienst gebraucht wird, werden auch wir (d.h. ich, weil der Mann ja tagsüber arbeiten ist) angefragt. Das ist noch ausbaufähig ...

 

chai antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8571

@chai 

Was das Thema einkaufen betrifft habe ich einen Tipp: Wir haben eine App, "Die Einkaufsliste". Da kann man verschiedene Einkaufslisten anlegen und da haben dann auch mehrere Leute Zugriff. Unsere Tochter z.B. macht schon regen Gebrauch davon, wenn sie merkt, dass was fehlt setzt sie das auf die entsprechende Liste, und der nächste, der dann einkaufen geht, bringt das Benötigte mit - und hakt es ab, damit die anderen wissen, dass das schon besorgt wurde. 

Bei Euch könnte das dann z.B. so aussehen, dass Ihr eine Bedarfsliste für Eure Mama einrichtet, jeder, also auch Deine Mama, können reinsetzen, was benötigt wird, und derjenige, der das besorgt, hakt es ab, sodass keine Dopplungen auftreten.

 

alescha antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5538
Veröffentlicht von: @alescha

... jeder, also auch Deine Mama, ...

🤣

Nee, das kann die Mama nicht. 
Die braucht meine Tochter, um den AB abzuhören. 

chai antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8571

@chai 

O.k., meine Mama bekäme das auch nicht mehr hin. 

Aber immerhin haben die Kinder den Überblick, was zu besorgen ist und wer was schon besorgt hat.

alescha antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5538

@alescha Wenn es 'normal' läuft, geht ja meine Schwester einkaufen. Die hat dann auch den Überblick über das, was sie in letzter Zeit angeschleppt hat. Aber irgendwie hakt's halt manchmal (oder meine Schwester ist in Urlaub) und dann gibt's halt Chaos.

chai antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8571

@lucan-7 

Da ist natürlich die Frage, inwieweit man sich kümmern "muss"... geht es da nur um irgendwelche Forderungen, weil irgendwer sich einsam fühlt... oder muss man sich kümmern, weil jemand sonst die nächsten Tage nicht überleben würde...?

Beides. 

Wir hatten z.B. schon den Fall, dass wir im Urlaub waren und unser Ältester, der keinen Bock mehr hatte, mit uns an die Nordsee zu fahren und daheim geblieben war, anrief, dass Oma mit dem Krankenwagen ins KH gebracht worden sei. Wir mussten daraufhin unseren Sohn briefen, damit er dafür sorgen kann, dass Opa seine Tabletten bekommt, Abendessen bekommt und - er war zeitweise Dialysepatient - morgens fertig ist, wenn das Taxi ihn zur Dialyse abholt. 

Wäre unser Sohn nicht zuhause geblieben, hätten wir schauen müssen, wo wir auf die Schnelle einen ambulanten Pflegedienst herbekommen, der diese Aufgaben übernimmt. Andernfalls hätte einer von uns für die paar Tage, die meine Mutter dann im KH war, den Urlaub unterbrechen und 700 km gen Süden fahren müssen.

 

 

 

alescha antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2235

@alescha 

Wie geht man damit um, dass man irgendwie nie mal "abschalten" kann, sondern selbst im Urlaub aus der Distanz noch "kümmern" muss.

Eigentlich genauso so, wie beim der Aufzucht des eigenen Nachwuchs oder sehr vereinnahmenden Jobs/Chef:innen.

"Nein" ist eines der wichtigsten Wörter im Leben. Als Kind kann man das oft recht gut, als "wohlerzogener" Erwachsener muss man das oft wieder mühsam lernen. Dabei ist es hilfreich, wenn man seine eigenen Grenzen kennt und diese auch anerkennt. Davon profitiert letztendlich auch die Umgebung.

Es gibt zum Bespiel mobile Pflegedienste oder die Kurzzeitpflege. Das ist vielleicht für die Eltern nicht angenehm, aber wenn die Kinder ausbrennen bei der Pflege, dann ist das Heim als Dauerlösung näher gerückt.
Die andere Variante ist wenn Pflegende Kinder und ihre Partner getrennt Urlaub machen oder sich aus der Verantwortung nehmen. Das ist dann für die Kinder richtig Mist.    

 

derelch antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8571

@derelch

Es gibt zum Bespiel mobile Pflegedienste oder die Kurzzeitpflege.

Mobile Pflegedienste fassen wir inzwischen durchaus als Option ins Auge. Spätestens dann, wenn auch von den Enkeln keiner da ist und meine Eltern bekochen, zu irgendwelchen Terminen fahren und sich auch sonst kümmern kann oder es ihnen zu viel wird.

Die andere Variante ist wenn Pflegende Kinder und ihre Partner getrennt Urlaub machen oder sich aus der Verantwortung nehmen. Das ist dann für die Kinder richtig Mist.  

Für unsere Kinder nicht mehr. Die sind 19, fast 18 und 15. Die kommen inzwischen nicht mehr oder nur zeitweise mit. 

Für meinen Mann und mich wäre das richtig Mist, da wir zu den Paaren gehören, die auf gemeinsamen Urlaub Wert legen.

Wir hatten dieses Jahr zum ersten Mal seit Geburt unseres Ältesten wieder die Erfahrung, ohne Kinder Urlaub zu machen. Die erste Woche an der Nordsee waren wir allein, dann kamen die Mittlere und der Jüngste für eine Woche hoch, anschließend waren meine Eltern und meine Schwiegermutter für eine Woche da, und dann waren wir wieder für ein paar Tage für uns. 

 

alescha antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2235

@alescha 

Mobile Pflegedienste fassen wir inzwischen durchaus als Option ins Auge.

Unbedingt. Aber da sind natürlich keine Wunder zu erwarten und es gibt keinen Vollservice, den du  leistest. Haben deine Eltern einen Pflegegrad?

Für unsere Kinder nicht mehr. Die sind 19, fast 18 und 15. Die kommen inzwischen nicht mehr oder nur zeitweise mit.

Oh Missverständnis. Ich meinte auch nicht deine Kinder, sondern die "Pflegenden Kinder" und Schwiegerkinder. Also damit dich und deinen Mann.

Für meinen Mann und mich wäre das richtig Mist, da wir zu den Paaren gehören, die auf gemeinsamen Urlaub Wert legen.

Ich kenne wenig Paare, die darauf keinen Wert legen. Aber wenn du den Mental Load tatsächlich mal auf Null bringen willst, ist das eine Möglichkeit. Viele Menschen in Deutschland haben ja 6 Wochen Urlaub. Davon 1 Woche pro Jahr als Metime einzuplanen und was ohne Familie zu machen kann eine gute Sache sein. Ja die anderen müssten das mittragen. Ist so. Aber es ist auch in ihrem Interesse. 

Ich bin böse, aber viele Frauen haben verlernt oder es wurde ihnen abgewöhnt, ihr eigenes Wohl mal nicht vor das aller anderen zu stellen.

 

derelch antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8571

@derelch 

Haben deine Eltern einen Pflegegrad?

Mein Vater hat Pflegegrad 2, für meine Mutter haben wir auch einen Pflegegrad beantragt, aber solange jemand noch so beweglich ist, dass er sich selbst anziehen und waschen kann, und klar bei Verstand ist, sehen die keinen Grund für einen Pflegegrad, da kann man noch so schlecht sehen und entsprechen auf Unterstützung angewiesen sein. Aber da wollen wir einen neuen Anlauf nehmen und uns entsprechend vorab beraten lassen. Auch in Bezug auf meinen Vater, ob da inzwischen keine höhere Einstufung drin ist. 

Oh Missverständnis. Ich meinte auch nicht deine Kinder, sondern die "Pflegenden Kinder" und Schwiegerkinder. Also damit dich und deinen Mann.

Ach so.

Ich bin böse, aber viele Frauen haben verlernt oder es wurde ihnen abgewöhnt, ihr eigenes Wohl mal nicht vor das aller anderen zu stellen.

Das ist nicht böse, das ist m.W. Fakt.

Wobei ich sagen muss, dass mein Mann einen ganz wesentlichen Teil mitträgt. So hat er selbst als er für fast 3 Monate im KH war, sich schon am Tag nach seiner Einlieferung seinen Laptop bringen lassen und wie gehabt den ganzen Schreibkram etc. für uns und meine Eltern erledigt. 

Da er inzwischen auch in Rente ist, hat auch er manchmal das Vergnügen, meine Eltern zu chauffieren. Und als Ingenieur ersetzt er auch oft den Handwerker. 😀 

Und um den mental load wirklich los zu werden müssten ich und/oder mein Mann tatsächlich ohne Handy weg. Solange man irgendwie doch erreichbar ist wird das nichts. 

alescha antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5538

@alescha Meine Mama hat Pflegegrad 3 (Diabetikerin, lungenkrank und dadurch eingeschränkt mobil sowie einige weitere kleine Zipperlein) - es kommt täglich der Pflegedienst für die Kompressionsstrümpfe und die Dame von der Pflegeberatung, die ja verpflichtend zweimal im Jahr kommt (könnte sich ja was verbessert haben 😆 ) kann ihre Aussagen, dass sie sich ja mit Hilfe noch recht gut versorgen kann, durchaus richtig einsortieren ...

Ich selber wollte nicht allein in Urlaub fahren - gerade die guten Momente wollen wir ja auch gemeinsam haben. 
Unser Urlaubsziel ist seit Jahren der Schwarzwald - der ist nicht so weit weg, dass man im Notfall nicht heimfahren könnte, aber weit genug weg, um aus dem Alltag rausgenommen zu sein. Und wir merken bei jedem Kilometer, wie wir uns weiter von diesem Alltag entfernen ...

 

chai antworten


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