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Wann gilt man vor Gott als verheiratet – was sagt die Bibel dazu?

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Sam345
 Sam345
Themenstarter
Beiträge : 5

Hallo zusammen,

ich habe eine persönliche Frage und würde gerne wissen, wie ihr das biblisch versteht.

Der Vater meiner Kinder und ich möchten unserer Beziehung noch einmal eine neue Richtung geben und beide Christus wirklich in die Mitte stellen. Wir möchten langfristig heiraten, haben aber gerade unterschiedliche Vorstellungen davon, wann man vor Gott eigentlich verheiratet ist.

Ich bin mit dem Verständnis aufgewachsen, dass man sich bewusst auf die Ehe vorbereitet, mit einem Pastor spricht, sich vor Gott und anderen Menschen das Eheversprechen gibt und anschließend – auch wenn es nur ganz klein ist – gemeinsam mit Familie oder Freunden diesen Bund feiert. Mir geht es dabei nicht um eine große Hochzeit, sondern darum, diesen Schritt bewusst zu machen und öffentlich zu bezeugen.

Er sieht das anders. Er sagt, dass wir uns auch einfach zu zweit vor Gott setzen, gemeinsam beten, Gott in unsere Beziehung einladen und uns gegenseitig verbindlich versprechen könnten, Mann und Frau zu sein. Damit wären wir seiner Meinung nach bereits vor Gott verheiratet. Eine kirchliche Feier könnte dann irgendwann später kommen.

Sein Argument ist unter anderem: „So wie wir heute heiraten, haben die Menschen früher doch auch nicht geheiratet.“ Und wenn Menschen beispielsweise arm sind oder keine Möglichkeit für eine große Feier oder eine kirchliche Trauung haben, könne Gott ja trotzdem eine Ehe anerkennen.

Ich verstehe den Gedanken, frage mich aber gleichzeitig: War eine Ehe in biblischen Zeiten nicht trotzdem irgendwie öffentlich und innerhalb der Gemeinschaft bekannt und bestätigt – auch wenn sie natürlich nicht genauso aussah wie eine heutige Hochzeit?

Deshalb würde mich vor allem interessieren:

Was macht nach der Bibel einen Ehebund vor Gott aus?
Braucht es dafür ein gegenseitiges Versprechen allein, oder gehören auch Zeugen, Öffentlichkeit, Familie/Gemeinde oder eine bestimmte Form dazu?

Und gibt es konkrete Bibelstellen oder biblische Beispiele, die zeigen, wie ein Ehepaar überhaupt „Ehemann und Ehefrau“ wurde?

Ich suche keine bestimmte Antwort, sondern möchte wirklich verstehen, was die Bibel dazu sagt. ❤️

Antwort
128 Antworten
Stern
 Stern
Beiträge : 3750

@sam345 

Hallo,

also, ich finde dein Mann hat eine gute Sichtweise darauf.

Von Amts wegen müsst ihr sowieso auf dem Standesamt heiraten, wenn ihr als Ehepaar gelten wollt. Aber vor Gott: da reicht das völlig aus, was er vorschlägt.  Was Gott angeht, seid ihr da nicht falsch abgebogen. Es kann höchstens sein, dass du lieber in einer Kirche wärest, weil es feierlicher ist…oder gern den Ehevorbereitungskurs besuchen würdest zusammen mit Deinem Mann…was auch immer Deine Gründe sind, sprecht darüber.

Dieser Bibelvers zeigt für mich, dass es um die Einheit geht, die Gott gestiftet hat….und sie kommt zustande, wenn ein Mann seine Eltern verlässt,  um „an seiner Frau anzuhangen“….

Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.

Math 19, 5-6

Viel mehr habe ich nicht gefunden, was die Ehe angeht.

 

stern antworten
38 Antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 1804

@stern wie kommst du theologisch zu der Aussage das es reicht was er sagt :).

kappa antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3750

@kappa 

Ich habe gerade ein Teil meiner Antwort an Lucan kopiert und wiederhole es hier:

Ich denke, damit ist gemeint, dass zwei Menschen sich „gefunden“ haben. Also nicht den Seelenverwandten, sondern dass da was chemisch passiert…ist ja irgendwie nicht „vom Menschen“ gemacht, soll heissen: für wen du Gefühle entwickelst oder wer dir attraktiv erscheint läuft vermutlich nicht auf einer bewussten Ebene ab. Damit könnte das auch als „von Gott zusammengefügt“ gelten

Deshalb kann ich ihren Partner verstehen. Das „von Gott zusammengefügt“ ist für mich nicht der Akt, wo ein Priester vor dem Paar steht und eine Zeremonie abhält. 

Wobei ich verstehen kann, dass die Kirche als der geeignete Ort erscheint, um „vor Gott“ zu sein.

Aber eigentlich ist man immer „vor Gott“ oder? Und besonders wenn zwei in seinem Namen versammelt sind.

 

stern antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5539

@stern 

Naja - das sich zwei Menschen gefunden haben, ist aber eine eher moderne Sache und hat mit Beziehung zu tun, aber eben nichts mit Ehe. Eine Ehe ist eigentlich überall in allen Kulturen ein öffentlich-rechtliches Ding und kein romantisches. Gut wenn es zusammen kommt. 

Ich kann eine Art Not-Ehe verstehen, die man zu zweit vor Gott schließt, weil man aus äußeren Gründen nicht öffntlich heiraten darf/kann. Da gibt es ja historisch unglaublich viele Beispiele, warum eine Ehe rechtlich nicht möglich ist. Heute gibt es da recht wenig Gründe, die man nicht selbst beeinflussen kann und damit auch keine Begründung, warum man nicht öffenltich heiratet, wenn man heiraten will. 

Und biblisch eben erst recht nicht.

channuschka antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3750

@channuschka 

Eine Ehe ist eigentlich überall in allen Kulturen ein öffentlich-rechtliches Ding und kein romantisches.

Die Frage war ja: was zählt vor Gott? Und welche Form braucht es dafür? Ab wann ist das Zusammenfinden von Mann und Frau eine Ehe?

Und früher sollte ja ein Mann eine Frau heiraten, wenn er mit ihr geschlafen hat. Ist das dann von Gott zusammengefügt? 

Aber ich sehe mittlerweile den Punkt: das Schließen einer Ehe ist eine öffentliche Angelegenheit, eine Zeremonie in irgendeiner Form, um den Status festzulegen. Das ist nicht von der Hand zu weisen.

stern antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 1804

@stern 

Wenn Jesus von Ehen gesprochen hat sprach er vom damals üblichen Kontext. Der war öffentlich.

Alles andere ist pure Spekulation.

Ich Frage mich wie man als Christ bewusst das Risiko angeht nicht verheiratet zusammen zu leben. Ehebruch?

Falls man allerdings eine so liberale Einstellung hat und außerehelichen Sex nicht als Sünde betrachtet wäre das eine Erklärung.

kappa antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1389

@kappa

Wenn Jesus von Ehen gesprochen hat sprach er vom damals üblichen Kontext. Der war öffentlich.

Das sehe ich nicht so. Jesus hat darüber gesprochen, dass ein Mann die Ehe in seinem Herzen schon gebrochen hat, wenn er eine andere Frau begehrt. Er hätte das nicht erwähnt, ginge es nur um die rechtliche Absicherung.

Ich Frage mich wie man als Christ bewusst das Risiko angeht nicht verheiratet zusammen zu leben. Ehebruch?

Treue ist Treue, ob mit oder ohne Eheschein. 

mariposa22 antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 1804

@mariposa22 

Zum ersten; Hier geht's doch um Ehebruch/ Sünde und nicht wie man eine Ehe schließt.

Zum Zweiten - es geht nicht um Treue durch die Heirat. Ansonsten wäre es einfach - man wird Untreu? Achso! Dann war man ja nie verheiratet!

Ehe ist ein Versprechen und Zustand, Treue ist es, sich daran dann zu halten. 

kappa antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5538
Veröffentlicht von: @kappa

Wenn Jesus von Ehen gesprochen hat sprach er vom damals üblichen Kontext. Der war öffentlich.

Stimmt. 
Wobei im heutigen üblichen Kontext auch eine verbindliche Lebensgemeinschaft ohne Trauschein anerkannt ist. 

chai antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5538

Wobei ich nicht ganz kapiere, wie dieser Absatz zu verstehen ist. 

Der Vater meiner Kinder und ich möchten unserer Beziehung noch einmal eine neue Richtung geben und beide Christus wirklich in die Mitte stellen. Wir möchten langfristig heiraten, haben aber gerade unterschiedliche Vorstellungen davon, wann man vor Gott eigentlich verheiratet ist.

Ich bin mit dem Verständnis aufgewachsen, dass man sich bewusst auf die Ehe vorbereitet, mit einem Pastor spricht, sich vor Gott und anderen Menschen das Eheversprechen gibt und anschließend – auch wenn es nur ganz klein ist – gemeinsam mit Familie oder Freunden diesen Bund feiert. Mir geht es dabei nicht um eine große Hochzeit, sondern darum, diesen Schritt bewusst zu machen und öffentlich zu bezeugen.

Ein Paar lebt zusammen, hat Kinder (also mehr als eins) - das ist also schon eine längere Verbindung und mit Sicherheit auch als solche bekannt.
Was ist das anderes als eine Ehe, worauf will man sich da noch vorbereiten? 

chai antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3750

@chai 

Was ist das anderes als eine Ehe, worauf will man sich da noch vorbereiten? 

Ich habe das selbst auch so gehandhabt, dass ich meinen Mann erst geheiratet habe, nachdem wir schon drei Kinder zusammen hatten. (Ich will jetzt nicht darauf hinaus, dass das „richtig“ war.)

Und ich kann dir versichern, dass das Eheversprechen das Zusammenleben nochmal auf eine ganz andere Ebene hebt -  was vorher unverbindlich lief, ist plötzlich verbindlich. 

Ich verstehe zwar nicht wieso, aber es ist so.

stern antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5538
Veröffentlicht von: @stern

Ich verstehe zwar nicht wieso, aber es ist so.

Dann war's bei Dir so. 
Bei uns hat sich (nach zwei Kindern) nicht viel geändert. 

chai antworten
Sam345
 Sam345
(@sam345)
Beigetreten : Vor 3 Wochen

Beiträge : 5

@stern und wie habt ihr diesen Eheversprechen euch gegeben ?

sam345 antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3750

@sam345 

Das war das auf dem Standesamt. Also nichts so persönliches, wie Dein Mann das angedacht hat.

Und es hatte auch nichts mit Gott zu tun, der hat damals nich keine (bewusste) Rolle in meinem Leben gespielt.

stern antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 1804

@stern 

Man kann das heutzutage auf Standesämtern auch verbinden. Bei mir und meinem Bruder hatte es etwas persönliches, individuelles.

kappa antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5538

@kappa Ich war in den letzten Jahren auf einigen Trauungen. 
Und die waren alle recht persönlich.

chai antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2233

@chai 

Wobei im heutigen üblichen Kontext auch eine verbindliche Lebensgemeinschaft ohne Trauschein anerkannt ist. 

Eine Ehe ist es trotzdem nicht. 

derelch antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3750

@kappa 

Ich Frage mich wie man als Christ bewusst das Risiko angeht nicht verheiratet zusammen zu leben. Ehebruch?

Falls man allerdings eine so liberale Einstellung hat und außerehelichen Sex nicht als Sünde betrachtet wäre das eine Erklärung.

Also, das hört sich jetzt für mich so an, als wäre die einzige Legitimation der Ehe, legitim Sex haben zu können…🙂

Siehst du das so?

Das wäre zumindest eine Erklärung dafür, warum sich manchmal Paare zusammentun, die eigentlich von ihren Wertvorstellungen nicht wirklich zusammenpassen….(ich nehme mich da auch jetzt nicht von aus, das sollte kein Lästern sein)

Mir kommt es auf das „vor Gott“ an. Was weltlich dazu gemacht wird, um eine vor Gott bestehende Ehe anzuerkennen, finde ich da nicht relevant. Oder besteht sie für dich erst, wenn es amtlich ist?

Ein Paar gibt sich ein Versprechen ab, den Rest ihres Lebens gemeinsam durchs Leben zu gehen. Soweit so gut. 

Zählt dieses Versprechen nicht auch schon so „vor Gott“?

 

stern antworten
Sam345
 Sam345
(@sam345)
Beigetreten : Vor 3 Wochen

Beiträge : 5

@kappa würdest du sagen, dass es förderlich ist Menschen die christlich sind zu involvieren bevor man in die Ehe geht. Und es eben öffentlich vollzieht? 
Oder es ist eine Sache zwischen Gott Mann und Frau sie können beten sich versprechen vor Gott und Gott einladen. Der Welt dann auch sagen wir sind Mann und Frau ?

sam345 antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3750

@sam345 

Der Welt dann auch sagen wir sind Mann und Frau ?

Ist das wichtig, dass die Welt “da draussen“ es weiss? (Ich meine jetzt nicht damit das Amtsgedöns)

Wen juckt das denn? Was versprichst du dir davon, wenn andere es wissen (oder auch nicht wissen)? Spielt das eine Rolle?

Es muss ja weder ein Geheimnis sein noch verkündet werden; wenn das eine Sache zwischen euch dreien ist: deinem Partner und Gott und dir, dann ist alles andere doch wumpe (egal).

Und wie empfindest du es eigentlich: willst du mit ihm den Rest deines Lebens verbringen? Und will er den Rest seines Lebens mit dir verbringen? 

 

stern antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 1804

@sam345 

Hm, also ich sage zur Ehe gehört dazu daß es ein Zustand ist, welcher offengelegt und ein Standpunkt ist gegenüber den anderen Menschen.

Das ist in der Gemeinde so aber auch grundsätzlich in unserer Gesellschaft.

Wärt ihr auf einer einsamen Insel seit ihr selbst die ganze Gesellschaft - das wäre etwas anderes. Aber in Deutschland ist man ein Teil der Gesellschaft.

Sie Ehe ist ja auch mehr wie das was man zwischenmenschlich heutzutage mit einem "Versprochen" versteht. Sie ist im biblischen Verständnis eine Art Bund. Das war sehr lange so, früher wurden Königreiche verbündet durch Ehen. Ausdruck findet dies heute noch in der Gütergemeinschaft.

Auch wenn diese für euch nicht wichtig ist, geht das einher mit einer Ehe und das geht hier in unserer Gesellschaft eigentlich nur einher, wenn man ganz formal offiziell heiratet. 

kappa antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8571

@kappa 

Ehebruch?

Wie kommst Du in diesem Kontext auf Ehebruch. Wessen Ehe brechen denn Personen, die unverheiratet zusammenleben (und auch Sex haben)? Vorausgesetzt natürlich, beide sind nicht schon mit jemandem verheiratet.

Falls man allerdings eine so liberale Einstellung hat und außerehelichen Sex nicht als Sünde betrachtet wäre das eine Erklärung.

Ich stelle mal folgende Frage:

Stell Dir zwei Paare vor. 

Das eine lebt ohne Trauurkunde zusammen. Haben Kinder. Führen eine exklusive, verbindliche Beziehung. Sogar als der eine schwer krank wird, sorgt der andere für ihn. Die beiden bleiben zusammen, bis der Tod sie scheidet.

Das andere Ehepaar heiratet. Verzichtet vor dem Gang zum Standesamt und Traualtar sogar auf Sex. Ein paar Jahre später ist das Paar geschieden.

Welches der beiden hat wohl eher Gottes Idee "Ehe" umgesetzt?

alescha antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5538
Veröffentlicht von: @alescha

@kappa 

Ehebruch?

Wie kommst Du in diesem Kontext auf Ehebruch. Wessen Ehe brechen denn Personen, die unverheiratet zusammenleben (und auch Sex haben)? Vorausgesetzt natürlich, beide sind nicht schon mit jemandem verheiratet.

Das ist eine durchaus gängige Sichtweise in frommen Kreisen. 

Falls man allerdings eine so liberale Einstellung hat und außerehelichen Sex nicht als Sünde betrachtet wäre das eine Erklärung.

Ich stelle mal folgende Frage:

Stell Dir zwei Paare vor. 

Das eine lebt ohne Trauurkunde zusammen. Haben Kinder. Führen eine exklusive, verbindliche Beziehung. Sogar als der eine schwer krank wird, sorgt der andere für ihn. Die beiden bleiben zusammen, bis der Tod sie scheidet.

Das andere Ehepaar heiratet. Verzichtet vor dem Gang zum Standesamt und Traualtar sogar auf Sex. Ein paar Jahre später ist das Paar geschieden.

Welches der beiden hat wohl eher Gottes Idee "Ehe" umgesetzt?

Und das ist auch mein Argument bei Paaren ohne Trauschein. 

chai antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8571

@chai 

Das ist eine durchaus gängige Sichtweise in frommen Kreisen. 

Eine, die ich nicht begreifen kann.

Es wird dann allenfalls gesagt, dass man eine zukünftige Ehe bricht. Ich finde das aber nicht stichhaltig. 

Aber was weiß ich schon, nach katholischer Sichtweise und der mancher anderer lebe mit meinem Mann im Ehebruch, obwohl wir miteinander verheiratet sind.

Wenn Sex, den man vor der jetzigen Ehe gehabt hat, allein schon Ehebruch ist, dann sollte man seine Finger nicht nur von Leuten, die ohne Trauschein mit anderen Sex hatten, die Finger lassen, sondern auch von Witwen bzw. Witwern (und von Geschiedenen sowieso)

alescha antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 1804

@alescha keines.

kappa antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8571

@kappa 

O.k.

Die Antwort auf die Frage

Wie kommst Du in diesem Kontext auf Ehebruch. Wessen Ehe brechen denn Personen, die unverheiratet zusammenleben (und auch Sex haben)? Vorausgesetzt natürlich, beide sind nicht schon mit jemandem verheiratet.

würde mich aber auch noch interessieren.

 

 

 

alescha antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 1804

@alescha

Hi, also außerehelicher GV war doch noch nie legitim? Vielleicht ist Ehebruch das falsche Wort, aber das andere möchte ich hier nicht schreiben.

Im alten Testament gab's meines Wissens direkte Strafen für diese Sünde.

Klar wenn man das grundlegend anders sieht, keine Ehe, keine Sünde und alle Freiheiten wäre man ja Leichtsinnig wenn man heiratet.

Da hätte ich aber wenig Anlass das so locker zu sehen.

kappa antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8571

@kappa  

Aber ja: Man hatte gefälligst zu heiraten:

Wenn jemand eine Jungfrau beredet, die noch nicht verlobt ist, und schläft bei ihr, so soll er den Brautpreis für sie geben und sie zur Frau nehmen. Weigert sich aber ihr Vater, sie ihm zu geben, so soll er Geld darwägen, so viel einer Jungfrau als Brautpreis gebührt. 

2.Mose 22,15+16, Luther 2017 (und bezeichnenderweise steht das unter "Eigentumsvergehen")

Oder welche Strafe hattest Du jetzt im Sinn?

Wenn man das auf heute überträgt: Man kann schon Sex miteinander haben. Dann soll man aber auch so konsequent sein und heiraten. 

Klar wenn man das grundlegend anders sieht, keine Ehe, keine Sünde und alle Freiheiten wäre man ja Leichtsinnig wenn man heiratet.

Was genau meinst Du mit "alle Freiheiten"?

 

alescha antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 1804

@alescha 

Naja, man könnte jederzeit alles abbrechen und sich einen neuen Partner oder Partnerin suchen;).

Im Alten Testament war es doch so das Schwangere unverheiratete damit rechnen mussten gesteinigt zu werden. Ich recherchiere das Mal.

kappa antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8571

@kappa 

Naja, man könnte jederzeit alles abbrechen und sich einen neuen Partner oder Partnerin suchen;).

Kann man auch, wenn man verheiratet ist. Die hohen Scheidungsraten sprechen eine deutliche Sprache, und das Entsetzen der Jünger, als Jesus klar macht, dass Scheidung eigentlich nicht in Frage kommt, spricht ja auch Bände:

Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Unzucht, und heiratet eine andere, der bricht die Ehe. Da sprachen seine Jünger zu ihm: Steht die Sache eines Mannes mit seiner Frau so, dann ist’s nicht gut zu heiraten.

(Matthäus 19, 9-10)

Schon damals galt die Ehefrau offenbar als jemand, dessen man sich entledigen konnte, wenn's nicht mehr passte, und die Vorstellung, für den Rest seines Lebens an die Frau gebunden zu sein, war scheint's so gruselig, dass man wohl besser Junggeselle blieb.

Im Alten Testament war es doch so das Schwangere unverheiratete damit rechnen mussten gesteinigt zu werden. Ich recherchiere das Mal.

Die Arbeit kann ich Dir abnehmen, Du meinst die Geschichte von Tamar und Juda, 1. Mose 38.

Ja, Frauen mussten mit sowas rechnen. Männer nicht. In der Geschichte stört es offenbar niemanden, dass Juda zu einer (vermeintlichen) Prostituierten geht. Er darf außerehelichen Sex haben, aber wehe Tamar macht das. 

Ebenso wie nur Frauen gesteinigt wurden, wenn der Mann nach der Hochzeit feststellte, dass sie keine Jungfrau mehr war. Wenn man liest, dass die "Zeichen der Jungfräulichkeit" äußerst fragwürdig sind - mehr zum Mythos Jungfernhäutchen: Klick - will man gar nicht wissen, wie viele Frauen da zu Unrecht gesteinigt wurden.  Nachzulesen in 5. Mose 22, 13-29. Dort ist auch nachzulesen, dass Männer nur gesteinigt wurden, wenn sie mit der Frau oder Verlobten eines anderen Mannes schliefen oder sie vergewaltigten. Fand die Tat in der Stadt statt und die Frau hat nicht geschrieen, wurde sie gleich mit gesteinigt. Sowas wie Schockstarre, bei der das Opfer sich nicht wehrt oder schreit, gab es damals wohl nicht. Vergewaltigte der Mann eine Jungfrau, die weder verlobt oder verheiratet, musste er sie heiraten. Man mag gar nicht daran denken, was das Opfer dabei empfand, war aber einer Gesellschaft geschuldet, in der nur eine Jungfrau einen Wert auf dem Heiratsmarkt hatte. 

Bei einer derart einseitigen Fixierung auf die Frau, während der Mann außerehelichen Sex haben durfte, solange er die Finger von verlobten oder verheiratete Frauen ließ, und sich von der Frau scheiden lassen konnte, muss man sich doch fragen, ob man es hier mit Gottes Willen oder nur dessen Zugeständnis an patriarchale Gesellschaftsstrukturen zu tun hat (Jesus spricht von Herzenshärte als Ursache für Moses' Erlaubnis, sich scheiden zu lassen).

Mal ehrlich, sind solche einseitigen Bestimmungen für Dich ein Argument gegen Sex vor der Ehe oder Partnerschaften ohne Trauurkunde? Für mich sind das eher Auswüchse patriarchalischen Besitzdenkens.

 

alescha antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5539

@stern 

Ich wüsste keine biblische Stelle, die sagt eine Ehe ist vor Gott geschlossen ohne dass sie vor den Menschen geschlossen wurde.

Die Form anfür sich ist da sicher zweitranig, da sich diese im Laufe der Jahrhunderte und Kulturen unterscheidet und dazu auch nichts in der Bibel steht. Außer eben dass klar ist, dass menschliche Zeugen anwesend sind.

Und die Ehe ist bis heute ja eine Absicherung wirtschaftlicher Art, wenn auch nicht so wichtig, wie in früheren Zeiten.

channuschka antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3750

@channuschka 

Und die Ehe ist bis heute ja eine Absicherung wirtschaftlicher Art, wenn auch nicht so wichtig, wie in früheren Zeiten.

Würde das als Argument zählen? Irgendwie nicht, oder? Also als Argument für eine Ehe oder ihren Fortbestand.

stern antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 1804

@stern 

Wirtschaftlich war es früher sinnvoll oder wichtig, weil eine Ehe keine lose Beziehung darstellt sondern eine feste Verbindung, ein Bund.

Dieser Grundcharakter hinter dem Begriff Ehe ändert sich ja nicht, nur weil wir heute die wirtschaftliche Notwendigkeit nicht mehr haben.

kappa antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5539

@stern 

Und die Ehe ist bis heute ja eine Absicherung wirtschaftlicher Art, wenn auch nicht so wichtig, wie in früheren Zeiten.

Würde das als Argument zählen? Irgendwie nicht, oder? Also als Argument für eine Ehe oder ihren Fortbestand.

Es ist ein Argument dafür, warum eine Ehe weltliche Zeugen braucht. Denn daraus ergeben sich Verpflichtungen, wenn der Vertrag wieder aufgelöst wird. Und die können je nach Lebensmodel eines Paares sehr wohl für eine Ehe sprechen.

channuschka antworten
BePe0905
(@bepe0905)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 680

@stern 

Aber ich sehe mittlerweile den Punkt: das Schließen einer Ehe ist eine öffentliche Angelegenheit, eine Zeremonie in irgendeiner Form, um den Status festzulegen.

Ja, rechtlich gesehen ist Eheschließung eine öffentliche Angelegenheit, die zuvor öffentlich verkündet  (sog. "Aufgebot") und dann in einer öffentlichen Amtshandlung (Unterschrift auf dem Standesamt) geschlossen wird. 

Dies hat aber nichts mit "von Gott zusammengefügt" zu tun und bedeutet auch nicht, dass diese Ehe der Absicht oder dem Willen Gottes entspricht (aber was heißt das in unserer Zeit schon...). 

So gesehen stimme ich der Meinung von SAMs Partner zu: 

Er sagt, dass wir uns auch einfach zu zweit vor Gott setzen, gemeinsam beten, Gott in unsere Beziehung einladen und uns gegenseitig verbindlich versprechen könnten, Mann und Frau zu sein. Damit wären wir seiner Meinung nach bereits vor Gott verheiratet.

Wenn zwei Menschen gemeinsam beschließen, ihren künftigen Lebensweg als Paar zu leben und diese Entscheidung vor Gott bringen (und dazu seinen Segen erbitten), dann dürfen sie sich mMn vor Gott als verheiratetes Paar sehen. Eine Zeremonie durch einen Priester wird diesen Moment mit Sicherheit feierlicher gestalten und wohl auch eindrücklicher in Erinnerung halten, vielleicht auch dies alles zusätzlich bekräftigen, scheint mir aber nicht zwingend notwendig. 

Nur mal als Anregung zum Nachdenken: 2 Menschen leben irgendwo in der Einsamkeit (egal ob in der Antarktis, im Dschungel oder auf einer einsamen Insel, vielleicht auch auf einer Weltraumstation) und wollen heiraten. Müssen sie nun (mit allem was eine Ehe erst "richtig schön" macht) warten, bis sie vll. in 2 Jahren einen Pfarrer und eine passende Location finden???  ☹️

bepe0905 antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29821

@bepe0905 

Nur mal als Anregung zum Nachdenken: 2 Menschen leben irgendwo in der Einsamkeit (egal ob in der Antarktis, im Dschungel oder auf einer einsamen Insel, vielleicht auch auf einer Weltraumstation) und wollen heiraten. Müssen sie nun (mit allem was eine Ehe erst "richtig schön" macht) warten, bis sie vll. in 2 Jahren einen Pfarrer und eine passende Location finden???  ☹️

Es geht hier ja nicht darum, in aufwändiger Suche einen Priester zu finden... sondern sich ihm zu verweigern, obwohl er zur Verfügung steht.

Extreme Ausnahmesituationen sollten in einer zivilen Gesellschaft wohl kaum der Maßstab sein, an dem man sich orientiert.

 

 

 

lucan-7 antworten
Herbert52
(@herbert)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 259

@channuschka 

Die Ehe als ein offizieller Akt hat ja zwei Aspekte: einmal wenn die Gemeinde als Ganze die Ehe trägt etc. Das kann ich mir heute so nicht vorstellen. Ansonsten ist die Ehe in Hinblick auf die ökonomische Seite zu sehen, weil es um die Regelung von Erbe etc. geht.

Ehen werden im Himmel geschlossen und dass das der Fall ist, werdet ihr beide als erste und wahrscheinlich auch als einzige merken. Wenn man sich darauf fokussiert ist alles andere nebensächlich. Ich finde den Weg deines Mannes prima.

herbert antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5539

@herbert 

Ich vermute du hast falsch angehängt und wolltest eigentlich @sam345 antworten?

channuschka antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2233

@herbert 

Ehen werden im Himmel geschlossen

Das ist ein Sprichwort, aber weder christliche Lehre, noch biblisch. 

derelch antworten


DerElch
Beiträge : 2233

@sam345 

sondern möchte wirklich verstehen, was die Bibel dazu sagt.❤️

Ansich erst mal garnichts. Es ist kein Regelbuch, dass man aufschlägt und dann weiss was man zu tun hat. Meisten jedenfalls nicht. 

In Sachen Ehe wirst du einfach erstmal "historische" Beschreibungen finden. Da findest du etliche aus heutiger Sicht unschöne Sachen wie Polygamie und Patriarchat, Kuppelei und arrangierte Ehen. Was du mit Sicherheit nicht findest sind zwei Menschen, die alleine bestimmen konnten dass sie verheiratet sind. Das war immer ein öffentlicher und gesellschaftlicher Akt. 

In sofern liegt dein Bräutigam daneben.

Wenn man zusammen Kinder hat, ist es sowieso bescheuert nicht rechtsgültig zu heiraten. Spätestens wenn man dann auch privatrechtlich nichts regelt (Testament, Lebensversichung etc. pp) 

derelch antworten
14 Antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19414

@derelch 

Ja, an diese Dinge habe ich auch gedacht.

@sam345 Ihr seid doch schon eine Familie. Hat er die Vaterschaft anerkannt? Das an sich ist doch auch ein "öffentlicher Akt" sozusagen, vor Gesetz und Welt zu erklären, ja, ich stehe dazu, das sind meine Kinder. Oder nicht? Wenn nicht, warum nicht? Gibt es da ähnliche Gedanken seinerseits wie zur Hochzeit?

Ich stimme dem Elch in dem Gedanken zu, es ist für die Familie insgesamt ein Stück einfacher, vor dem Gesetz zu heiraten, um eben auch vor dem Gesetz in der heutigen Zeit, wie sie nunmal ist, abgesichert zu sein, auch die Kinder abgesichert zu wissen.

neubaugoere antworten
Sam345
 Sam345
(@sam345)
Beigetreten : Vor 3 Wochen

Beiträge : 5

@neubaugoere

Ja, die Vaterschaft ist anerkannt. 😊

Ich glaube, ich muss unsere Situation noch etwas genauer erklären, weil es mir gar nicht hauptsächlich um eine große Hochzeit oder eine Feier geht.

Der Vater meiner Kinder und ich möchten unserer Beziehung noch einmal eine neue Richtung geben und beide Christus wirklich in die Mitte stellen. Wir möchten heiraten und unsere Beziehung bewusst nach Gott ausrichten.

Von seiner Seite besteht aber ein großer Wunsch, das jetzt möglichst schnell vor Gott verbindlich zu machen, weil wir momentan noch zusammenwohnen und er – genauso wie ich – nicht weiterhin in einer Situation leben möchte, die wir als Sünde verstehen. Für ihn ist deshalb die Lösung relativ einfach: Wir könnten uns zu zweit vor Gott hinsetzen, beten, uns gegenseitig versprechen, Mann und Frau zu sein, und damit wären wir vor Gott bereits verheiratet. Anschließend könnten wir das auch nach außen so benennen. Eine kirchliche Feier könnte irgendwann später stattfinden.

Für mich fühlt sich das aber nicht richtig an. Nicht, weil ich eine große Hochzeit möchte. Eine kleine Zeremonie mit unseren Kindern und vielleicht unseren Familien würde mir völlig reichen. Viel wichtiger ist mir, dass es vorher eine gewisse Vorbereitung gibt.

Ich wünsche mir, dass wir mit einem Pastor, Ältesten oder anderen reifen Christen sprechen, uns mit dem Thema Ehe auseinandersetzen, gemeinsam beten und auch schwierige Fragen klären. Gerade weil wir momentan nicht bei allen Punkten auf derselben Wellenlänge sind – z. B. was wir unter Ehe verstehen und wie wir bestimmte Dinge in der Bibel verstehen – würde mir eine solche Vorbereitung Sicherheit geben.

Er empfindet mein Zögern teilweise so, als würde ich die Ehe hinauszögern, obwohl wir sie beide wollen. Für mich ist es aber eher das Gegenteil: Ich nehme die Ehe so ernst, dass ich nicht einfach darüber hinweggehen möchte, wenn wir bei wichtigen Fragen noch unterschiedliche Vorstellungen haben.

Für mich ist Ehe ein Bund für das ganze Leben, bis zum Tod. Gerade deshalb habe ich einen großen Respekt davor und möchte nicht einfach sagen: „Wir beten jetzt zusammen und ab heute sind wir verheiratet“, ohne vorher wirklich zu verstehen, worauf wir uns einlassen und ohne Menschen zu haben, die uns dabei geistlich begleiten und auch korrigieren können.

Deshalb würde mich besonders interessieren:

Ist dieses Bedürfnis nach einer bewussten Ehevorbereitung und geistlicher Begleitung biblisch begründbar?

Und wie würdet ihr die beiden Vorstellungen beurteilen: Ist ein verbindliches Eheversprechen nur zwischen zwei Menschen und Gott bereits ein Ehebund – oder gibt es biblische Gründe dafür, dass eine Ehe auch öffentlich bezeugt, von der Gemeinschaft anerkannt und von anderen reifen Christen begleitet werden sollte?

Ich suche wirklich keine Bestätigung für meine eigene Meinung, sondern möchte verstehen, was die Bibel dazu tatsächlich sagt.

sam345 antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5538

@sam345

Ich wünsche mir, dass wir mit einem Pastor, Ältesten oder anderen reifen Christen sprechen, uns mit dem Thema Ehe auseinandersetzen, gemeinsam beten und auch schwierige Fragen klären. Gerade weil wir momentan nicht bei allen Punkten auf derselben Wellenlänge sind – z. B. was wir unter Ehe verstehen und wie wir bestimmte Dinge in der Bibel verstehen – würde mir eine solche Vorbereitung Sicherheit geben.

Er empfindet mein Zögern teilweise so, als würde ich die Ehe hinauszögern, obwohl wir sie beide wollen. Für mich ist es aber eher das Gegenteil:Ich nehme die Ehe so ernst, dass ich nicht einfach darüber hinweggehen möchte, wenn wir bei wichtigen Fragen noch unterschiedliche Vorstellungen haben.

Für mich ist Ehe ein Bund für das ganze Leben, bis zum Tod. Gerade deshalb habe ich einen großen Respekt davor und möchte nicht einfach sagen: „Wir beten jetzt zusammen und ab heute sind wir verheiratet“, ohne vorher wirklich zu verstehen, worauf wir uns einlassen und ohne Menschen zu haben, die uns dabei geistlich begleiten und auch korrigieren können.

Deshalb würde mich besonders interessieren:

Ist dieses Bedürfnis nach einer bewussten Ehevorbereitung und geistlicher Begleitung biblisch begründbar?

Und wie würdet ihr die beiden Vorstellungen beurteilen: Ist ein verbindliches Eheversprechen nur zwischen zwei Menschen und Gott bereits ein Ehebund – oder gibt es biblische Gründe dafür, dass eine Ehe auch öffentlich bezeugt, von der Gemeinschaft anerkannt und von anderen reifen Christen begleitet werden sollte?

Ich versteh's immer noch nicht ganz

Ihr habt Kinder und wollt zusammenbleiben. Jetzt merkt Ihr, dass Ihr in manchen Punkten unterschiedliche Sichtweisen habt. Das ist normal - kompletten Gleichklang gibt's ausgesprochen selten. 
Nochmal meine Frage - was wollt Ihr vorbereiten? Und was ist, wenn die unterschiedlichen Sichtweisen bleiben? 
Ist Trennung eine Option oder wollt Ihr dann nur nicht heiraten? 
Und was stellst Du Dir / was stellt Ihr Euch unter 'geistlicher Begleitung' vor?

chai antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5539

@sam345 

Ist dieses Bedürfnis nach einer bewussten Ehevorbereitung und geistlicher Begleitung biblisch begründbar?

Biblisch gibt es keine Vorbereitung dieser geistlich/geistigen Art auf eine Ehe. Das was du dir wünscht ist ein relativ neues Ding.

Und nach biblischen Begründungen zu suchen um seine Ansicht seinem Partner "aufzuzwingen" ist eine ganz gefährliche Geschichte, die eigentlich nie gut endet (Ausnahmen mag es geben).

Und wie würdet ihr die beiden Vorstellungen beurteilen: Ist ein verbindliches Eheversprechen nur zwischen zwei Menschen und Gott bereits ein Ehebund – oder gibt es biblische Gründe dafür, dass eine Ehe auch öffentlich bezeugt, von der Gemeinschaft anerkannt und von anderen reifen Christen begleitet werden sollte?

Biblisch ist wie hier schon oft gesagt, die Ehe immer eine öffentliche Sache. 

Natürlich hat ein Versprechen von Gott schon einen bindenden Charakter, aber es ist eben keine Ehe. 

 

Mir scheint eher, ihr habt da ein paar andere Baustellen, bzw. du siehst Probleme in der Beziehung, die du gerne erst lösen würdest und er übergeht diese Bedenken. Daher wäre ich aus einer ganz weltlichen Sicht dafür erstmal jemanden/eine Stelle aufzusuchen, wo diese Zweifel und Probleme besprochen werden können. Ganz egal, ob ihr euch ein Versprechen vor Gott gebt oder einen öffetliche Vertrag miteinander eingeht.

Aneinander gebunden seid ihr durch die Kinder eh schon für immer, aber sowohl das Versprechen vor Gott einander zu heiraten als auch eine Ehe machen die Sache emotional nochmal komplizierter. 

 

 

channuschka antworten
Hesed
 Hesed
(@hesed)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 243

@sam345 

Wie wurden Adam und Eva verheiratet?
Im biblischen Buch Genesis (1. Mose) gab es keine Hochzeitsbräuche, Gäste, Ringe oder Gelübde. Ihre „Trauung“ vollzog sich laut der Bibel durch das direkte Handeln Gottes: 
  1. Die Erschaffung als Gegenstück: Gott stellte fest, dass es für Adam nicht gut sei, allein zu sein, und erschuf aus einer seiner Rippen Eva als eine ihm ebenbürtige Partnerin. 
  2. Das Zusammenführen durch Gott: Die Bibel beschreibt in Genesis 2,22, dass Gott die Frau formte und sie selbst zu dem Menschen brachte. Viele Bibelausleger sehen diesen Moment, in dem Gott Eva an Adam übergab, als die allererste Hochzeitszeremonie der Menschheitsgeschichte. 
  3. Das Fundament der Ehe: Daraufhin wurde das Grundprinzip der Ehe formuliert: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein“(Genesis 2,24). 
 
Wie soll man heute heiraten?
Die Bibel schreibt keine spezifische Zeremonie oder Bürokratie vor, da sich Hochzeitsbräuche je nach Kultur und Epoche stark unterscheiden.
 
 
Um den Gedanken aufzugreifen, dass Gott selbst die Braut dem Bräutigam übergibt – so wie er es am Anfang der Schöpfung bei Adam und Eva getan hat –, kann man diesen spirituellen Akt heute auf verschiedene symbolische und gläubige Weisen in einer Hochzeit sichtbar machen.
Da Gott nicht physisch anwesend ist, wird diese Übergabe in der Praxis durch Stellvertreter, Gebete oder bewusste Rituale ausgedrückt.
Hier sind die drei gängigsten Wege, wie gläubige Paare dieses Prinzip heute erfüllen:
 
1. Die traditionelle Übergabe durch den Vater (oder die Eltern)
In vielen Kulturen führt der Vater (oder führen beide Eltern) die Braut zum Altar und übergibt sie dem Bräutigam. Im christlichen Kontext wird dies oft so interpretiert:
  • Die Eltern handeln hier als Stellvertreter Gottes auf Erden.
  • Sie haben das Kind im Glauben und unter Gottes Schutz großgezogen.
  • Mit der Übergabe am Altar entlassen sie die Braut aus ihrer elterlichen Obhut und legen sie symbolisch in die Hände des Bräutigams – im Vertrauen darauf, dass dies Gottes Plan und Führung entspricht.
 
2. Das gemeinsame Vor-Gott-Treten (Die bewusste Führung Gottes)
Viele Paare empfinden es als noch passender zum Schöpfungsbericht, wenn keine Übergabe durch einen anderen Menschen stattfindet. Sie argumentieren, dass Gott sie bereits im Leben zusammengeführt hat.
  • Gemeinsamer Einzug: Braut und Bräutigam ziehen gemeinsam in die Kirche ein. Sie zeigen damit: „Gott hat uns im Alltag einander vorgestellt, unsere Herzen verbunden, und wir kommen nun als Paar vor seinen Altar.“
  • Der Geistliche als Stellvertreter: Wenn das Paar am Altar ankommt, nimmt der Pfarrer oder Pastor (als Diener Gottes) die beiden in Empfang. Er stellt sie symbolisch voreinander und spricht im Namen Gottes den Segen über sie aus.
 
3. Das theologische Verständnis: Die Ehe als Berufung („Vokation“)
Man kann die Erfüllung auch ganz ohne äußeres Ritual, sondern rein durch die innere Haltung und das Eheversprechen definieren. Im Moment des Ja-Wortes sagen beide Partner Ja zu dem Menschen, den sie als Gottes Geschenk für ihr Leben ansehen.
  • Der Bräutigam empfängt die Braut nicht als „Besitz“, sondern als eine ihm von Gott anvertraute Partnerin (wie Eva für Adam eine Hilfe auf Augenhöhe war).
  • Man betet im Traugottesdienst ganz konkret darum, dass Gott dieses Zusammenführen nun besiegelt.
 
Ein konkretes Beispiel für den Ablauf in einer Zeremonie:
Wenn du diesen Moment in einer heutigen Hochzeit ganz bewusst betonen möchtest, kann der Geistliche nach dem Einzug ein Gebet sprechen, das genau darauf Bezug nimmt:
 
„Herr, du hast am Anfang Eva zu Adam geführt. Wir danken dir, dass du auch [Name der Braut] und [Name des Bräutigams] im Leben zusammengebracht hast. Wir bitten dich nun, dass du selbst diese beiden Menschen einander anvertraust und ihren Bund segnest.“
Vielleicht kann dir das ein bischen zur Orientierung helfen😃
hesed antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5538

@hesed Das hast Du aber nicht selber geschrieben?

chai antworten
Hesed
 Hesed
(@hesed)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 243

@chai 

nein natürlich nicht das habe ich nicht selbst geschrieben, 

Ich habe gegoogelt und alles in die KI kopiert und gebeten sie soll mir alle Informationen zusammenfassen und dann nochmals verbessern, und hinzufügen was mir noch gefällt oder ausgeschnitten was mir nicht gefällt. Dann nochmals alles als Text zusammenfassen lassen. 
Dann kam das dabei heraus.

Es soll ja nur als Orientierung helfen, denn es steht wohl eine Hochzeit an😃

Ich hoffe es zumindest das es helfen kann…. 

hesed antworten
Channuschka-Mod
Moderator
(@channuschka-mod)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 1387

@hesed 

Hallo Hesed,

Mit KI generierte Beiträge sehen wir nicht gerne. Es geht hier um den persönlichen Austausch und dein Wissen und deine Meinung. Googlen oder die KI fragen, dass kann jeder user hier selbst. Ein Beitrag sollte immer eine gewisse "Eigenleistung" beinhalten.

LG,

Channuschka-Mod

channuschka-mod antworten
Hesed
 Hesed
(@hesed)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 243

@channuschka-mod 

Das ist mir schon klar, das KI generierte Beiträge nicht gern gesehen werden. 
Ich nutze sie als Sekretärin, ich gebe meine Gedanken ein und forme dann den Text wie ich es mir vorstelle. 
Ich besitze selbst nicht die Kenntnisse das der Text politisch korrekt ist. 
Deswegen nutze ich die KI, die ich führe wie ich mir das vorstelle. 
Wenn ich anmerken darf ging es der Braut darum was die Bibel über die Ehe sagt. 
So wie ich die Antworten gelesen habe hat hier niemand der Braut wirklich geholfen, niemand hat ihr Variationen gezeigt woran sie sich orientieren kann, oder könnte. Das hilft ihr ja nicht weiter. 
In dem Text was ich der KI vorgegeben habe steht nichts verkehrtes, es sind meine Gedanken die ich in einen vernünftigen Text habe zusammen fassen lassen. 
Der Text ist und bleibt meine Meinung weil ich ihn vorgegeben habe. 
Selbst kann ich einfach nicht meine Gedanken so darstellen. 
Liebe Grüße 

Hesed

Dann war’s das wohl mit Jesus .de 

ich wünsche der Braut alles Gute und das ihr Herz die Hochzeit bekommt wie sie es sich wünscht. 

 

hesed antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 8008

@hesed 

Sehr schade. Ich wünsch Dir eine Plattform ohne Poller, über die man stolpert.

queequeg antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3750

@hesed 

Das hast Du aber nicht selber geschrieben?

von chai

Falls nicht, dann gib uns doch bitte die Quelle an, das hört sich gut an.

stern antworten
Sam345
 Sam345
(@sam345)
Beigetreten : Vor 3 Wochen

Beiträge : 5

@derelch uns geht’s beiden nicht unbedingt um das amtliche sondern wie die Ehe vor Gott gilt. Und für mich gibt’s da gewisse Vorbereitungen man muss mit Menschen reden, Pastor, ältere, eine Gemeinde angehören. Was bei uns nicht stattfindet was mir Unsicherheit gibt.

sam345 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2233

@sam345 

uns geht’s beiden nicht unbedingt um das amtliche sondern wie die Ehe vor Gott gilt. 

Das hab ich schon verstanden. Ich sehe nur nicht, dass man das trennen kann. 

derelch antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 1804

@sam345 

Gott ist mit seinen Regeln für uns zwar anders als diese Welt, aber trotzdem in dieser Welt.

Wenn für Gott die Offizialität einer Ehe dazu gehört, also der im Umfeld gültige Akt, gehört dieser dazu und ohne ihn keine Ehe.

Das mag zwischen zwei gestrandeten auf einer einsamen Insel anders sein, aber wir sind hier in Europa.

Notfalls macht eben einen Ehevertrag. Wenn es wegen dem finanziellen Sorgen nicht ist, weshalb ist es dann der Fall partout nicht vor dem Standesamt heiraten zu wollen?

kappa antworten
Lucan-7
Beiträge : 29821

@sam345 

Historisch gesehen ist eine Ehe immer etwas öffentliches, zumal zu Zeiten der Bibel.

Zu Zeiten der Christenverfolgung gab es Ehen, die heimlich geschlossen wurden - allerdings in Gegenwart eines christlichen Priesters. 

Dass man eine "Ehe" einfach so zu zweit schliesst war meines Wissens nirgendwo üblich und wurde auch nirgendwo anerkannt.

Wie Gott die Sache sieht... nun, das ist eine ganz andere Frage. Jesus spricht davon, was "Gott zusammengefügt hat", also nicht davon, was "von Menschen zusammengefügt" wurde.

Wie und unter welchen Umständen das geschieht... das steht nirgendwo...

 

lucan-7 antworten
62 Antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3750

@lucan-7 

Jesus spricht davon, was "Gott zusammengefügt hat", also nicht davon, was "von Menschen zusammengefügt" wurde.

Ich glaube nicht, dass sich das darauf bezieht, ob da nur zwei Menschen sind oder auch noch ein Gott-Repäsentant.

Ich denke, damit ist gemeint, dass zwei Menschen sich „gefunden“ haben. Also nicht den Seelenverwandten, sondern dass da was chemisch passiert…ist ja irgendwie nicht „vom Menschen“ gemacht, soll heissen: für wen du Gefühle entwickelst oder wer dir attraktiv erscheint läuft vermutlich nicht auf einer bewussten Ebene ab. Damit könnte das auch als „von Gott zusammengefügt“ gelten.

stern antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29821

@stern 

Ich glaube nicht, dass sich das darauf bezieht, ob da nur zwei Menschen sind oder auch noch ein Gott-Repäsentant.

Ich denke, damit ist gemeint, dass zwei Menschen sich „gefunden“ haben. 

Ich denke auch nicht, dass Jesus die damals übliche Ehe angezweifelt hat. Das stand wohl kaum zur Debatte.

Es ging allerdings um die Frage der Scheidung. Und da ist eben die Frage, ob wirklich jede Ehe "von Gott" zusammengefügt wurde. Ich würde es so verstehen, dass das eben nicht immer der Fall ist.

lucan-7 antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3750

@lucan-7 

Und da ist eben die Frage, ob wirklich jede Ehe "von Gott" zusammengefügt wurde. Ich würde es so verstehen, dass das eben nicht immer der Fall ist.

Das ist eine Möglichkeit. 

Die andere ist, dass - da Gott ja Scheidung hasst - es schon von ihm zusammengefügt wurde, aber der Mensch daran scheitert es zu bewahren.

stern antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29821

@stern 

Die andere ist, dass - da Gott ja Scheidung hasst - es schon von ihm zusammengefügt wurde, aber der Mensch daran scheitert es zu bewahren.

Diese Auslegung wird ja gerne verbreitet.

Da sie aber viele Menschen immer wieder ins Unglück gestürzt hat und noch immer stürzt, weil es dazu führt, dass Menschen ein Leben lang zusammenbleiben müssen, egal was es da in der Ehe an Vorkommnissen geben mag, würde das wohl kaum zu einem Gott passen, der Menschen liebt.

...aber da passt ohnehin vieles nicht, letztlich könnte ich also auch sagen: Es bestätigt, dass vom Christentum nicht viel zu halten ist. Was ich auch jenen so unterschreiben würde, die an so einer Auslegung festhalten...

lucan-7 antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3750

@lucan-7 

Da sie aber viele Menschen immer wieder ins Unglück gestürzt hat und noch immer stürzt, weil es dazu führt, dass Menschen ein Leben lang zusammenbleiben müssen

Dass Gott Scheidung hasst, heisst ja nicht, dass man es unter keinen Umständen darf.

Dass Menschen es nicht schaffen, diesem Anspruch gerecht zu werden ist eher die Regel als die Ausnahme.  Aber der Anspruch fällt deshalb ja nicht weg, nur weil der Mensch versagt. Er darf ja versagen.

stern antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5539

@lucan-7 

Da sie aber viele Menschen immer wieder ins Unglück gestürzt hat und noch immer stürzt, weil es dazu führt, dass Menschen ein Leben lang zusammenbleiben müssen, egal was es da in der Ehe an Vorkommnissen geben mag, würde das wohl kaum zu einem Gott passen, der Menschen liebt.

Die Frage ist für mich - ist vor Gott die Scheidung = Aufhebung des Vertrages die Sünde, oder die Art des Zusammenlebens, das zu der Entscheidung der Vertragsaufhebung führt.

Sprich ist die Sünde (wobei das eigentlich biblisch nicht mal wirklich Sünde ist oder überseh ich da gerade ne Stelle), die Unversöhnlichkeit und der Unwille ein Eheleben in dem Beide gut leben können zugestallten, bzw. die Gewalt von einem Partner oder tatsächlich nur die Auflösung des Vertrages. 

Das ist irgendwie ja auch die Diskussion, was ein zulässiger Scheidungsgrund ist. Fremdgehen oder angebranntes Essen. 

Die Hartherzigkeit der Menschen ist ja im Christentum leider nicht verschwunden....

Allerdings ist das hier etwas off topic und ich will mich nicht mit der Moderatorin anlegen 🙂

 

channuschka antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29821

@channuschka 

Die Frage ist für mich - ist vor Gott die Scheidung = Aufhebung des Vertrages die Sünde, oder die Art des Zusammenlebens, das zu der Entscheidung der Vertragsaufhebung führt.

Was mich in diesem Zusammenhang oft schockiert ist die Gleichbehandlung der Partner unabhängig ihrer Taten... wenn man einer Frau, die täglich von ihrem alkoholisierten Ehemann verprügelt wird, weismachen will, dass SIE eine Sünde begeht, wenn sie sich von dem Typen trennt und sich scheiden lässt.

So etwas geht einfach gar nicht und ist für mich nicht akzeptabel. Wie genau man jetzt die Sünde des brutalen Ehemannes im Detail bewertet ist dabei für mich völlig zweitrangig.

 

lucan-7 antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5539

@lucan-7 

So etwas geht einfach gar nicht und ist für mich nicht akzeptabel. Wie genau man jetzt die Sünde des brutalen Ehemannes im Detail bewertet ist dabei für mich völlig zweitrangig.

Das Problem für mich ist, dass die Sünden gewichtet werden und Scheidung schwerer wiegt als der Missbrauch irgendeiner Art. Das Problem ist die Unversöhnlichkeit, die manche Menschen da an den Tag legen. Das urteilen. Die Scheinheiligkeit, die da sooft wieder sichtbar wird...

channuschka antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29821

@channuschka 

Das Problem für mich ist, dass die Sünden gewichtet werden und Scheidung schwerer wiegt als der Missbrauch irgendeiner Art.

Wer behauptet denn so etwas? Jesus jedenfalls nicht... der sagt ganz klar: "Bei Hartherzigkeit ist eine Scheidung angemessen!"

Denn Jesus sagt ja nicht: "Vergesst es, die Leute lagen falsch als sie die Scheidung zugelassen haben!", sondern: "Die Leute hatten damals recht, dass sie die Scheidung zuliessen, denn es gab Gründe dafür!"

 

Jesus knüpft das Scheidungverbot an eine Bedingung: Dass die Menschen nicht hartherzig sind. Denn als seine Anhänger sollten sie das nicht sein und sich mit Liebe und Respekt begegnen.

 

Das Problem ist die Unversöhnlichkeit, die manche Menschen da an den Tag legen. Das urteilen. Die Scheinheiligkeit, die da sooft wieder sichtbar wird...

Alles richtig.

Und dennoch kann man jemanden nicht für die Verfehlungen des Ehepartners verantwortlich machen. Wenn da ein Mann jeden Tag seine Frau verprügelt, dann kann man der Frau nicht erzählen: "Du musst dir halt mehr Mühe geben in deiner Ehe!".

Da kann es nur heissen: "Das ist keine Ehe, dieser Mann war nie für dich bestimmt - nichts wie raus da!"

lucan-7 antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 8008

@lucan-7 

"Da kann es nur heissen: "Das ist keine Ehe, dieser Mann war nie für dich bestimmt - nichts wie raus da!"

Das hört man in christlichen Kreisen eher selten. Häufiger ist: "Das ist dann eben das Kreuz, das Dir auferlegt wurde und Du nun tragen musst; denk an Jesus, der musste viel mehr tragen.

queequeg antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29821

@queequeg 

Das hört man in christlichen Kreisen eher selten. Häufiger ist: "Das ist dann eben das Kreuz, das Dir auferlegt wurde und Du nun tragen musst; denk an Jesus, der musste viel mehr tragen.

Würde ich jetzt auch nicht sagen... ich bin da jetzt zwar seit Jahren aus den christlichen Kreisen raus und kann nicht genau sagen, wie verbreitet solche Ansichten sind. Aber die Diskussionen hier im Forum gingen keineswegs alle in die Richtung, dass so etwas unbedingt ausgehalten werden muss... ich denke, da gab es in den letzten Jahren doch ein Umdenken, weil inzwischen sehr viel offener über Gewalt und Probleme in Beziehungen gesprochen wird.

Und ich stimme jederzeit zu, dass man eine Ehe nicht leichtfertig aufgeben sollte, sobald es mal Probleme gibt. Aber es gibt klare Grenzen und rote Linien - und wenn die erst mal überschritten wurden, dann sollte man auch klare Konsequenzen ziehen.

lucan-7 antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

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Veröffentlicht von: @queequeg

@lucan-7 

"Da kann es nur heissen: "Das ist keine Ehe, dieser Mann war nie für dich bestimmt - nichts wie raus da!"

Das hört man in christlichen Kreisen eher selten. Häufiger ist: "Das ist dann eben das Kreuz, das Dir auferlegt wurde und Du nun tragen musst; denk an Jesus, der musste viel mehr tragen.

Es gibt auch die Variante 'selber-schuld'. 
Selber schuld, dass Du Dir den rausgesucht hast, obwohl Gott einen viel besseren Partner für Dich in der Hinterhand gehabt hätte. 
Selber schuld, dass Du nicht gewartet hast und unverheiratet mit dem rumgemacht hast ...

chai antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5539

@lucan-7 

Das Problem für mich ist, dass die Sünden gewichtet werden und Scheidung schwerer wiegt als der Missbrauch irgendeiner Art.

Wer behauptet denn so etwas? Jesus jedenfalls nicht... der sagt ganz klar: "Bei Hartherzigkeit ist eine Scheidung angemessen!"

Nicht Jesus - Teile seiner Anhänger. Alles was mit dem Schlafzimmer zu tun hat, wiegt da gefühlt oft schwerer als Neid, Unwille zur Vergebung, Habgier, Lüge,.... und das seh ich in der Bibel eben so nicht.

 

channuschka antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5539

@lucan-7 

Da kann es nur heissen: "Das ist keine Ehe, dieser Mann war nie für dich bestimmt - nichts wie raus da!"

Ich würde den Satz "Nie für dich bestimmt" raus lassen. Eher "Dieser Mensch (egal welchen Geschlechts) verhält sich (momentan) nicht so, dass eine Beziehung im Sinne Gottes möglich ist."

Die Konsequenz bleibt die gleiche.

channuschka antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29821

@channuschka 

Ich würde den Satz "Nie für dich bestimmt" raus lassen. Eher "Dieser Mensch (egal welchen Geschlechts) verhält sich (momentan) nicht so, dass eine Beziehung im Sinne Gottes möglich ist."

Die Konsequenz bleibt die gleiche.

Warum sollte Gott einen Menschen zum Partner bestimmen, von dem er weiss, dass er versagen wird und die Ehe nicht funktioniert?

Ich würde eher (Ganz mit Calvin so wie ich ihn verstehe) sagen: Was Gott zusammenfügt, das funktioniert auch - allerdings sehen wir Menschen das erst im Nachhinein.

lucan-7 antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5538
Veröffentlicht von: @lucan-7

@channuschka 

Ich würde den Satz "Nie für dich bestimmt" raus lassen. Eher "Dieser Mensch (egal welchen Geschlechts) verhält sich (momentan) nicht so, dass eine Beziehung im Sinne Gottes möglich ist."

Die Konsequenz bleibt die gleiche.

Warum sollte Gott einen Menschen zum Partner bestimmen, von dem er weiss, dass er versagen wird und die Ehe nicht funktioniert?

Ich würde eher (Ganz mit Calvin so wie ich ihn verstehe) sagen: Was Gott zusammenfügt, das funktioniert auch - allerdings sehen wir Menschen das erst im Nachhinein.

Wobei es halt so ist, dass man in der Verliebtheitsphase gern spürt, dass man ja von Gott füreinander bestimmt ist. 
Und wenn's dann doch nicht geklappt hat (Gründe gibt es viele), heißt es dann, dass es ja doch nicht von Gott bestimmt war und die Menschen ihre eigenen Wege gegangen sind. 
Hab ich nicht nur einmal beobachtet. 

chai antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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Beiträge : 29821

@chai 

Wobei es halt so ist, dass man in der Verliebtheitsphase gern spürt, dass man ja von Gott füreinander bestimmt ist. 
Und wenn's dann doch nicht geklappt hat (Gründe gibt es viele), heißt es dann, dass es ja doch nicht von Gott bestimmt war und die Menschen ihre eigenen Wege gegangen sind. 
Hab ich nicht nur einmal beobachtet. 

So sieht`s aus...

Und warum auch nicht? Natürlich hat man am Anfang jede Menge Hoffnung... und das es oft nicht funktioniert, das wissen wir ja nun auch alle...

 

lucan-7 antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5539

@lucan-7 

Warum sollte Gott einen Menschen zum Partner bestimmen, von dem er weiss, dass er versagen wird und die Ehe nicht funktioniert?

Ich würde eher (Ganz mit Calvin so wie ich ihn verstehe) sagen: Was Gott zusammenfügt, das funktioniert auch - allerdings sehen wir Menschen das erst im Nachhinein.

 
 
Gott hat in jeden von uns das Potenzial gelegt uns weiter zu entwickeln, ob wir das nutzen ist dann wieder die freie Entscheidung eines jeden Menschen.
Sprich eine Beziehung zwischen zwei Menschen kann funktionieren, wenn beide an sich arbeiten und bereit sind für Veränderung. Wenn das aber ein Partner nicht ist und sein missbräuchliches Verhalten nicht als Fehler sieht an dem er spätestens nach dem ersten Vorfall arbeiten muss, dann findet diese Veränderung nicht statt und die Beziehung wird nicht funktionieren, so wie Gott sich das vorgestellt hat.
 
Ich gebe dem einzelnen Menschen an der Stelle sehr viel mehr Freiheit als Calvin. Zukunft ist für mich nichts vorherbestimmt lineares, sondern eine Anzahl an Möglichkeiten. Gott kennt alle, aber er gibt uns die Möglichkeit selbst zu wählen. Eben auch in Beziehungen und Persönlichkeitsentwicklung.
channuschka antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29821

@channuschka 

Gott hat in jeden von uns das Potenzial gelegt uns weiter zu entwickeln, ob wir das nutzen ist dann wieder die freie Entscheidung eines jeden Menschen.

Ich halte die Chance, dass ein Mensch sich von Grund auf ändert, für extrem gering.

Tatsächlich ist es ja so, dass Psychologen ein bestimmtes Schema erkannt haben, wie  beispielsweise Männer  in  einer Beziehung immer gewalttätiger werden, bis am Ende der Mord an der Partnerin steht. Da gibt es bestimmte Phasen, die nacheinander durchlaufen werden.

Und wenn man dann sieht, wie eine Phase nach der nächsten abgewickelt wird und sich die  Sache immer weiter steigert, dann kann ich nur empfehlen  die Sache schleunigst abzubrechen, statt sich darauf zu verlassen, dass der Typ sich noch ändert.

Und ich kenne persönlich Beispiele dafür, wie eben genau  diese Phasen nacheinander  durchlaufen wurden und dann die Notbremse gezogen wurde.

Dass Gott hier weniger weiß als moderne Psychologen sollte doch eher unwahrscheinlich sein. 

Und jene  wenigen Ausnahmen, die sich tatsächlich ändern, sind dann eben  das - Ausnahmen und Glücksfälle.

Kennen tue ich keinen einzigen solchen Glücksfall... aber geben mag es das wohl, irgendwo...  

 

Ich gebe dem einzelnen Menschen an der Stelle sehr viel mehr Freiheit als Calvin. 

Damit räumst du ein, dass Gott sich irrten könnte, sich so eine Ehe anschaut wie eine Seifenoper, und am Ende sagt: "Ach menno... ich dachte echt, das würde klappen! Sie hatten doch alle Möglichkeiten!"?

Ich denke, Gott sollte da von Anbeginn etwas mehr Einblick haben...

lucan-7 antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5539

@lucan-7 

Ich halte die Chance, dass ein Mensch sich von Grund auf ändert, für extrem gering.

Tatsächlich ist es ja so, dass Psychologen ein bestimmtes Schema erkannt haben, wie beispielsweise Männer in einer Beziehung immer gewalttätiger werden, bis am Ende der Mord an der Partnerin steht. Da gibt es bestimmte Phasen, die nacheinander durchlaufen werden.

Das Muster ist aber nicht zwingend und kann unterbrochen werden - allerdings nur, wenn der Mann (bzw. die Frau, auch wenn es da seltener ist) möchte und daran arbeitet. 

Die Persönlichkeit wird sich nicht grundlegend ändern, aber der Umgang der Person mit seinen Gefühlen/Impulsen. Allerdings ist der Leidensdruck bei den Personen selbst meistens sehr gering, was eine Änderung erschwert - weil Menschen meistens nur was ändern wollen, wenn sie selbst leiden.

Aber ich kenne Beispiele. Eines davon sogar sehr gut. 

Das Problem ist übrigens, dass auch die andere Person bereit sein muss, wieder Vertrauen zu wagen und dazu Zeit braucht.

 

Damit räumst du ein, dass Gott sich irrten könnte, sich so eine Ehe anschaut wie eine Seifenoper, und am Ende sagt: "Ach menno... ich dachte echt, das würde klappen! Sie hatten doch alle Möglichkeiten!"?

Ich denke, Gott sollte da von Anbeginn etwas mehr Einblick haben...

a) Ich glaube nicht, dass irgendwas so linear ist, dass es da nur einen Weg gibt.

b) Gott hat für jeden von uns einen Idealweg vorgesehen und dann gibt es da eben noch die 120quadtrilliarden anderen Möglichkeiten und jede kennt Gott. Welchen Weg wir gehen ist, aber unsere Sache. Er geht mit. Selten greift er direkt ein und noch seltener gegen unseren Willen.

c) Ich glaube nicht an "den/die Richtige". Ich glaube, dass es jemanden gibt mit dem es einfacher geht, weil es besser passt. Ich glaube aber auch, dass wenn beide Partner es wollen und bereit sind zurückzustecken, viel möglich ist. Wenn allerdings nur einer nicht 100% bereit ist, die Beziehung an erste Stelle zu rücken, wird es schon schwer - und das ist menschliche Entscheidung.

d) Gott weiß immer, wie es gut werden könnte. Die Sache ist, dass er uns viel zu oft machen lässt ohne einzugreifen. Sondern uns diese große Freiheit lässt.

channuschka antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29821

@channuschka 

Das Muster ist aber nicht zwingend und kann unterbrochen werden - allerdings nur, wenn der Mann (bzw. die Frau, auch wenn es da seltener ist) möchte und daran arbeitet. 

Ich gestehe jedem zu, es zu versuchen und gratuliere jedem, der es schafft... aber es bleibt halt doch die Ausnahme.

Und ob die Frau dann weiter zu ihm hält (Oder umgekehrt) hängt dann sehr davon ab, was im Vorfeld geschehen ist... manche Taten erschüttern das Vertrauen dann doch zu sehr.

 

a) Ich glaube nicht, dass irgendwas so linear ist, dass es da nur einen Weg gibt.

Ist eigentlich irrelevant, weil wir letztlich nur einen Weg erleben. Ob es die anderen Möglichkeiten tatsächlich gab oder nicht werden wir nie erfahren.

 

c) Ich glaube nicht an "den/die Richtige". Ich glaube, dass es jemanden gibt mit dem es einfacher geht, weil es besser passt. 

Ob man den/die Richtige gefunden hat weiß man erst im Nachhinein. Und dann, wenn es wirklich passt, erscheint es eben so, als sei man füreinander bestimmt gewesen.

Auch hier: Ob das nun so war oder nicht werden wir nie erfahren...

 

Ich glaube aber auch, dass wenn beide Partner es wollen und bereit sind zurückzustecken, viel möglich ist. Wenn allerdings nur einer nicht 100% bereit ist, die Beziehung an erste Stelle zu rücken, wird es schon schwer - und das ist menschliche Entscheidung.

Auch wieder schwer zu sagen... ich denke, jeder Mensch hat solche Vorstellungen, die verhandelbar sind und andere, die unbedingt erfüllt sein müssen. Und das ist individuell natürlich sehr verschieden.

 

d) Gott weiß immer, wie es gut werden könnte. Die Sache ist, dass er uns viel zu oft machen lässt ohne einzugreifen. Sondern uns diese große Freiheit lässt.

Und es gehören in diesem Fall zwei Leute dazu. Und man kann jemanden nicht für das Fehlverhalten eines anderen verantwortlich machen.

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
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@channuschka 

Die Frage ist für mich - ist vor Gott die Scheidung = Aufhebung des Vertrages die Sünde, oder die Art des Zusammenlebens, das zu der Entscheidung der Vertragsaufhebung führt.

Die Wiederheirat ist das Problem. 

derelch antworten
Channuschka
(@channuschka)
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@derelch 

Das ist doch aber eher eine christliche als eine biblische Sicht

channuschka antworten
Chai
 Chai
(@chai)
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@channuschka Kann man das trennen? 

Ich weiß von Geschiedenen, die größte Probleme hatten, als ein neuer Partner ins Leben trat. 

chai antworten
Channuschka
(@channuschka)
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@chai 

Ja. 

Denn biblisch gibt es für Ehe und Wiederheirat und so durchaus klare Regeln (Paulus mit seinen Empfehlungen zur Ehelosigkeit gehört für mich da nicht mit rein).

Neutestamentlich ist eine Scheidung eigentlich ausgeschlossen. Da gibt es nicht viel zu rütteln. Nur hatte es Gott erlaubt "wegen der Hartherzigkeit der Menschen". Und diese Hartherzigkeit besteht ja trotzdem. Und hier besteht für mich eben das Problem mit der Naherwartung der Christen zu biblischen Zeiten und der Realität in der wir leben.

Also entweder verbiete ich Scheidung, außer bei Ehebruch der Frau und bleibe damit auf einer ganz klaren Linie, wie sie uns als Worte Jesu in den Evangelien überleifert wurde. Oder ich schaue auf die REalität, die uns die Bibel sonst so vorgibt. Denn wir leben einfach in dieser Welt und dieser Spannung.

Klar kann man die Auslegung vertreten - Scheidung gibt es nicht und damit ist erst die Wiederheirat das Problem, weil da dann eben die "Untreue" reinkommt. Das ist oft die christliche Sicht. Die Ehe als solche wird nicht aufgehoben, wenn Mann und Frau getrennte Wege gehen.

Biblisch gibt es da einfach den Unterschied zwische AT und NT.

channuschka antworten
Chai
 Chai
(@chai)
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@channuschka Ich bin für realitätsnahes Christsein. 
Und erlebe oft, dass man sich irgendwie 'verrenkt', um biblische Aussagen und reales Leben irgendwie miteinander vereinbart zu kriegen.

chai antworten
Channuschka
(@channuschka)
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@chai 

Ich bin für realitätsnahes Christsein.
Und erlebe oft, dass man sich irgendwie 'verrenkt', um biblische Aussagen und reales Leben irgendwie miteinander vereinbart zu kriegen.

Das eine Spannung zwischen Erwartung und Realität klafft, ist eben Wahrheit und damit umzugehen eine extrem schwere Aufgabe.

channuschka antworten
Chai
 Chai
(@chai)
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Veröffentlicht von: @channuschka

@chai 

Ich bin für realitätsnahes Christsein.
Und erlebe oft, dass man sich irgendwie 'verrenkt', um biblische Aussagen und reales Leben irgendwie miteinander vereinbart zu kriegen.

Das eine Spannung zwischen Erwartung und Realität klafft, ist eben Wahrheit und damit umzugehen eine extrem schwere Aufgabe.

Was eben wiederum dazu führt, dass man evtl. zu unterschiedlichen Schlüssen kommt. 

chai antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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@channuschka 

Neutestamentlich ist eine Scheidung eigentlich ausgeschlossen. Da gibt es nicht viel zu rütteln. Nur hatte es Gott erlaubt "wegen der Hartherzigkeit der Menschen". Und diese Hartherzigkeit besteht ja trotzdem.

Eben.

Und genau deshalb kann man es auch nicht so interpretieren, dass eine Scheidung generell ausgeschlossen wäre. Jesus stellt die Begründung, dass bei "Hartherzigkeit" eine Scheidung angebracht ist, ja nicht in Frage.

Denn Jesus wendet sich hier eindeutig an seine Anhänger. Und das bedeutet, an Menschen, von denen er erwartet, dass sie eben nicht "hartherzig" sind.

Nur in diesem Fall hält er dann auch eine Scheidung für unangemessen.

 

lucan-7 antworten
Stern
 Stern
(@stern)
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@lucan-7 

Und genau deshalb kann man es auch nicht so interpretieren, dass eine Scheidung generell ausgeschlossen wäre. Jesus stellt die Begründung, dass bei "Hartherzigkeit" eine Scheidung angebracht ist, ja nicht in Frage.

Ich weiss nicht ob das so stimmt.

Er verschärft alle anderen Gesetze des AT. „Ihr habt gehört dass, ich aber sage euch…“ und es folgt eine noch engere Sichtweise.

Auch die Reaktion seiner Zuhörer lässt darauf schließen, dass Jesus es verschärfender gemeint hat.

Er antwortete: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer die Menschen am Anfang als Mann und Frau geschaffen hat und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden, und die zwei werden ein Fleisch sein? Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.
Da sagten sie zu ihm: Wozu hat dann Mose vorgeschrieben, dass man der Frau eine Scheidungsurkunde geben muss, wenn man sich trennen will?
Er antwortete: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat Mose euch erlaubt, eure Frauen aus der Ehe zu entlassen. Am Anfang war das nicht so. Ich sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch.
Da sagten die Jünger zu ihm: Wenn das die Stellung des Mannes in der Ehe ist, dann ist es nicht gut zu heiraten.

 

stern antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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@stern 

Ich weiss nicht ob das so stimmt.

Er verschärft alle anderen Gesetze des AT. „Ihr habt gehört dass, ich aber sage euch…“ und es folgt eine noch engere Sichtweise.

Auch die Reaktion seiner Zuhörer lässt darauf schließen, dass Jesus es verschärfender gemeint hat.

Wie passt das denn mit der Nächstenliebe zusammen? 

Und wie passt es damit zusammen, dass Jesus gesagt hat: "Das Gesetz ist für den Menschen da, nicht der Mensch für das Gesetz!"?

Jesus hat eindeutig die strenge Auslegung von Gesetzen, unter denen Menschen zu leiden hatten, kritisiert. Wie passt es dann damit zusammen, dass er die Gesetze selbst NOCH strenger formuliert haben soll?

Nein, Jesus ging hier von anderen Voraussetzungen aus. Die alten Gesetze wurden für eine andere Form von Gemeinschaft gemacht: Eine Gemeinschaft, in der Neid und Missgunst herrschte, Eifersucht und Bosheit und was nicht sonst noch alles.

Deshalb brauchte es auch Gesetze, die dem Rechnung trugen - und das schliesst auch die Scheidung ein, um größeres Unglück zu verhindern.

Aber in einer Gemeinschaft, die Jesus nachfolgt, die Nächstenliebe lebt, wo Menschen einander respektieren und dies auch nach aussen leben ist die Situation anders. Dort gibt es keine Rache, keine Missgunst... und eine Scheidung ist eben auch nicht nötig. Denn diese Menschen vergeben einander.

Anders ergibt es keinen Sinn. Dass Jesus die Gesetze auf eine Weise verschärft, unter der die Menschen dann zu leiden haben würde allem Hohn sprechen, was er ansonsten gepredigt hat.

Dass Menschen seine Worte aber auf denkbar ungünstige Weise auslegen... das überrascht mich dann weniger.

 

lucan-7 antworten
Stern
 Stern
(@stern)
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Beiträge : 3750

@lucan-7 

Aber in einer Gemeinschaft, die Jesus nachfolgt, die Nächstenliebe lebt, wo Menschen einander respektieren und dies auch nach aussen leben ist die Situation anders. Dort gibt es keine Rache, keine Missgunst... und eine Scheidung ist eben auch nicht nötig. Denn diese Menschen vergeben einander.

Ich weiss dass du recht hast. Das ist die Welt/ das Reich das Jesus vor Augen hat und von der er will, dass wir sie erreichen.

Aber muss er nicht sagen, was der Standard ist? Sonst kämen die Menschen ja doch auf die Idee, dass Scheidung einfacher ist als sich gegenseitig vergeben und lieben.

stern antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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@stern 

Aber muss er nicht sagen, was der Standard ist? Sonst kämen die Menschen ja doch auf die Idee, dass Scheidung einfacher ist als sich gegenseitig vergeben und lieben.

Das ist eben die Frage, inwiefern man daran glaubt, dass "echte Christen" durch den Heiligen Geist tatsächlich innere Veränderung erfahren.

Zwar weist auch Paulus darauf hin, dass gläubige Christen keineswegs perfekt sind - Vergebung, Nächstenliebe und Respekt sollten aber so naheliegend und selbstverständlich sein, dass man unter "echten Christen" erwarten sollte, dass viele Probleme gar nicht erst auftreten.

Ob das jetzt zu viel erwartet ist, darüber lässt sich wohl diskutieren. Aber dass jemand, der die Scheidung bevorzugt, statt Vergebung oder Respekt zu praktizieren, Jesu Lehre wohl nicht so recht verinnerlicht hat, davon können wir wohl ausgehen...

lucan-7 antworten
Chai
 Chai
(@chai)
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@lucan-7 Ich denke, dass Jesus (und auch Paulus) wussten, dass der Mensch eben auch nach seiner Bekehrung immer noch Mensch bleibt. Und aufgrund dessen auch an vielen Punkten scheitern kann. 
Manchmal ist es einfach besser, wenn man dann einen Schlussstrich zieht und mit Gott einen Neuanfang wagt.

chai antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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@chai 

Ich denke, dass Jesus (und auch Paulus) wussten, dass der Mensch eben auch nach seiner Bekehrung immer noch Mensch bleibt. Und aufgrund dessen auch an vielen Punkten scheitern kann. 

Natürlich. Aber auch da muss man irgendwo Grenzen setzen. Wenn also ein Mensch weiss, dass er zur Aggression neigt, dann sollte er zumindest daran arbeiten. Und zwar ernsthaft.

Und ich denke schon, dass Jesus hier hohe Ansprüche stellt... so sehr, dass viele Christen dem vermutlich gar nicht gerecht werden. Wobei es nicht um konkrete Taten, sondern um die Einstellung geht, also die Herzenshaltung.

Ob das realistisch ist ist wieder eine andere Frage. 

 

Manchmal ist es einfach besser, wenn man dann einen Schlussstrich zieht und mit Gott einen Neuanfang wagt.

Nachdem man festgestellt hat, dass man den Ansprüchen nicht genügt hat?

 

lucan-7 antworten
Chai
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(@chai)
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Veröffentlicht von: @lucan-7

@chai 

Ich denke, dass Jesus (und auch Paulus) wussten, dass der Mensch eben auch nach seiner Bekehrung immer noch Mensch bleibt. Und aufgrund dessen auch an vielen Punkten scheitern kann. 

Natürlich. Aber auch da muss man irgendwo Grenzen setzen.
Wenn also ein Mensch weiss, dass er zur Aggression neigt, dann sollte er zumindest daran arbeiten. Und zwar ernsthaft.

Und wenn er das nicht tut, darf der andere Teil gehen.

Manchmal ist es einfach besser, wenn man dann einen Schlussstrich zieht und mit Gott einen Neuanfang wagt.

Nachdem man festgestellt hat, dass man den Ansprüchen nicht genügt hat? 

Nachdem man gegangen ist.

 

chai antworten
Stern
 Stern
(@stern)
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@lucan-7 

Zwar weist auch Paulus darauf hin, dass gläubige Christen keineswegs perfekt sind - Vergebung, Nächstenliebe und Respekt sollten aber so naheliegend und selbstverständlich sein, dass man unter "echten Christen" erwarten sollte, dass viele Probleme gar nicht erst auftreten.

Genau so sehe ich das auch. (Bleibt noch die Frage, ob es reicht gerauft zu sein, oder man sich auch damit identifizieren muss, um Christ zu sein.)

Aber dass jemand, der die Scheidung bevorzugt, statt Vergebung oder Respekt zu praktizieren, Jesu Lehre wohl nicht so recht verinnerlicht hat, davon können wir wohl ausgehen...

Gut. 
Aber wenn ein Ehepartner ein Verhalten an den Tag legt, das für den anderen eine redflag ist und das wie ein PingPongspiel  auftritt-entschuldigt- vergeben wird. Das wäre christlich, oder? Weil vergeben soll man ja…

 

stern antworten
Chai
 Chai
(@chai)
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@stern Ich denke, dass Jesus auch das sieht, was eine Beziehung schwierig bis unmöglich macht.

chai antworten
Stern
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(@stern)
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@chai 

Ich denke, dass Jesus auch das sieht, was eine Beziehung schwierig bis unmöglich macht.

Ja, das denke ich auch. Deswegen hat er bestimmt für jeden was, mit dem er (Jesus/Gott) erreicht werden kann.

stern antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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@stern 

Genau so sehe ich das auch. (Bleibt noch die Frage, ob es reicht gerauft zu sein, oder man sich auch damit identifizieren muss, um Christ zu sein.)

Ich gehe mal davon aus, dass einfach einmal Wasser drüber nicht reicht... da braucht es schon eine bewusste Entscheidung...

Gut.
Aber wenn ein Ehepartner ein Verhalten an den Tag legt, das für den anderen eine redflag ist und das wie ein PingPongspiel auftritt-entschuldigt- vergeben wird. Das wäre christlich, oder? Weil vergeben soll man ja…

Das ist schwer zu sagen. Aber Vergebung und weiter leiden sind ja zwei paar Schuhe.

Wenn ein Mann jeden Tag seine Frau verprügelt, dann sollte sie ihm das irgendwann vergeben (Auch wenn das sicher eine Weile brauchen wird). 

Aber das bedeutet nicht, dass sie sich jeden Tag aufs Neue grün und blau schlagen lassen muss... man kann auch vergeben und trotzdem die Scheidung einreichen.

Denn der Ehepartner hat sich auf jeden Fall nicht als Christ erwiesen.

lucan-7 antworten
Stern
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(@stern)
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@lucan-7 

Das ist schwer zu sagen. Aber Vergebung und weiter leiden sind ja zwei paar Schuhe.

Ja..und angeblich ist man auch gerade im Christenleben sehr leidensbereit…

Aber das bedeutet nicht, dass sie sich jeden Tag aufs Neue grün und blau schlagen lassen muss... man kann auch vergeben und trotzdem die Scheidung einreichen.

Denn der Ehepartner hat sich auf jeden Fall nicht als Christ erwiesen

Ja, das ist halt das Schwierige: wo ist die Grenze? Ab wann lässt sich sagen: du verhältst dich unchristlich, deshalb kann ich (zurecht?) die Scheidung elnreichen?

Du hast jetzt ein relativ drastisches Beispiel gewählt, wo ein Partner ja wirklich Schaden erleidet durch den anderen. Aber gilt das zB auch für Werte? Wenn der Partner andere Werte hat als ich schadet mir das ja nicht unmittelbar- ist für mich aber vielleicht trotzdem nicht annehmbar, wenn ich ganz andere Werte vertrete.

 

stern antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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@stern 

Du hast jetzt ein relativ drastisches Beispiel gewählt, wo ein Partner ja wirklich Schaden erleidet durch den anderen. Aber gilt das zB auch für Werte? Wenn der Partner andere Werte hat als ich schadet mir das ja nicht unmittelbar- ist für mich aber vielleicht trotzdem nicht annehmbar, wenn ich ganz andere Werte vertrete.

Du meinst eine Situation, wo sich die Partner auseinander leben und dann nichts mehr gemeinsam haben?

Ich denke, dass Jesus so etwas ausschließt. Zum einen geht er von einem gemeinsamen Glauben aus, und zum anderen stellte die Ehe zu seiner Zeit in erster Linie eine Arbeitsgemeinschaft dar, in der man sich halt irgendwie arrangieren muss. Den Luxus, sich da allzu viele Gedanken zu machen hatten die Leute früher gar nicht.

lucan-7 antworten
Stern
 Stern
(@stern)
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@lucan-7 

Den Luxus, sich da allzu viele Gedanken zu machen hatten die Leute früher gar nicht.

 Jesus Gebote gelten aber nicht nur für früher. Das sind ja universell gültige Gebote, nicht nur auf eine bestimmte Zeit bezogen.

Dass man sich innerhalb einer Ehe arrangieren muss ist ja auch heute noch der Fall, es gibt immer Berührungspunkte, die diskussionswürdig sind. Je nachdem wie gut das gelingt, belastet das die Ehe eben mehr oder weniger.

Und wenn die Ehe eben  belastet ist (durch die persönlichen Defizite, durch Werte, die diametral sind, usw) dann wäre die Ansage von Jesus ja diesbezüglich, dass man das zusammen nicht nur irgendwie durchstehen soll, sondern eben sogar noch Respekt erweisen (Frau an den Mann) und lieben (Mann die Frau) soll. Das ist alles kein Problem, wenn man nicht sehr verschieden ist und gleiche Werte teilt. Aber wenn nicht, dann wird zB Respekt erweisen schon ein Problem (wenn der Partner ein Verhalten hat, das selbst keinen Respekt erkennen lässt).

Da würde sich sicher gerne der eine oder andere rauswinden ( ich zumindest manchmal schon). Ich persönlich hätte es schon längst getan, gäbe es diese Ansage nicht, die mir immer wieder ins Gedächtnis ruft, dass die Ehe anders gemeint ist. 

Aushalten ist nun aber nicht Liebe. Und das ist ja das Endziel.

Meinst du aber nicht, dass Jesus dann gesagt hätte: liebt einander, und wenn ihr euch nicht liebt, dann trennt euch? 

Denn darauf würde Deine Interpretation hinauslaufen.

 

stern antworten
Chai
 Chai
(@chai)
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@stern Wie schon erwähnt - Gott sieht auch die Dinge, die ein Zusammenleben erschweren / unmöglich machen. 
Und Gott sieht auch die Kämpfe, die man über diesem Thema führt. 
Ich bin sicher, er geht bei jeder Entscheidung mit.

chai antworten
Stern
 Stern
(@stern)
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@chai 

Gott sieht auch die Dinge, die ein Zusammenleben erschweren / unmöglich machen. 

Das sehe ich schon auch so. Klar. Aber die Vorgaben bleiben trotzdem die gleichen.

stern antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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@stern 

 Jesus Gebote gelten aber nicht nur für früher. Das sind ja universell gültige Gebote, nicht nur auf eine bestimmte Zeit bezogen.

Das ist halt die entscheidende Frage für die Interpretation der Bibel. Geht es darum, die Gebote genau so zu befolgen, wie sie da stehen - oder geht es um einen tieferen Sinn?

Die Frage ist doch, warum es Jesus überhaupt wichtig war, dass die Leute sich nicht scheiden lassen. Was wäre denn anders gewesen, wenn er gesagt hätte: "Ach, das ist schon okay, macht mal, was ihr wollt!"?

Die Ehe hatte damals eine ganz andere Stellung als heute. Die Familie war Basis jeder Gemeinschaft, darauf baute alles auf. Hier gab es eine Arbeitsteilung und einen Bund, der Ordnung schuf. Das aufzulösen hätte früher oder später auch die übrige Gemeinschaft gefährdet. Beispielsweise hätten attraktive, junge Frauen gegen Geld zur Scheidung überredet werden können, damit ein älterer Mann noch weitere Nachkommen zeugen kann. So etwas verstieß aber gegen die Regeln.

Heute haben Menschen eine andere Position. Sie sind selbstständiger, die Gemeinschaft wird durch Scheidungen nicht gefährdet. Es gibt Patchwork-Familien, Alleinerziehende und alle möglichen Konstellationen.

Und nun wissen wir nicht, warum Jesus gegen die Scheidung war. Er ging mit Sicherheit von der Situation vor Ort aus, was er in einer modernen Gesellschaft 2000 Jahre später gesagt hätte wissen wir nicht.

Ich vermute, er hätte hier manches anders erzählt, wobei es ihm im Kern immer noch um dieselbe Botschaft gegangen wäre, nämlich Gottesfurcht, die Vergebung und die Nächstenliebe.

Aber was genau er gesagt hätte - das bleibt leider unklar. 

 

Meinst du aber nicht, dass Jesus dann gesagt hätte: liebt einander, und wenn ihr euch nicht liebt, dann trennt euch? 

So simpel hätte er das wohl nicht gesagt, zumal "Liebe" damals ja gar nicht das wesentliche Thema in einer Ehe war. Das war eher ein Zusatz, wenn man Glück hatte.

Und die Erwartung an christliche Paare wäre wohl noch dieselbe. Die Frage ist halt, wie es zu bewerten wäre, wenn einer (oder beide) sich eben nicht mehr an diesen Werten orientieren.

Möglicherweise hätte er das heute nicht mehr so streng gesehen... kann man aber nur spekulieren.

 

lucan-7 antworten
Stern
 Stern
(@stern)
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@lucan-7 

Das ist halt die entscheidende Frage für die Interpretation der Bibel. Geht es darum, die Gebote genau so zu befolgen, wie sie da stehen - oder geht es um einen tieferen Sinn? 

Ich nehme an, dass die Befolgung der Gebote den tieferen Sinn erst offenbart.

Die Frage ist doch, warum es Jesus überhaupt wichtig war, dass die Leute sich nicht scheiden lassen

Genau. Er gibt auch selbst Antwort darauf: weil es nicht von Anfang an so gewesen ist. Weil Mann und Frau eine Einheit bilden. Eins sind. Vielleicht liegt der tiefere Sinn darin, dass wir die Einheit erfahren.

Also nicht: damit die Frau wirtschaftlich abgesichert ist (obwohl das der Nebeneffekt davon ist).

Ich glaube das ist die Kernaussage. Und die erklärt auch, warum das so unspezifisch bleibt. Die Frau kann sich trennen, soll dann aber alleine bleiben. Und der Mann begeht Ehebruch, wenn er seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet.

Bis auf die Unzucht werden damit alle Gründe vom Tisch gewischt, die für eine Scheidung in Frage kommen seitens des Mannes. (Vermutlich war Jesus sich bewusst, dass die Frau ab und zu Gründe haben könnte, das Weite zu suchen).

Aber ansonsten könnte man meinen, dass jeder Mann und jede Frau, die von Gott zusammengefügt wurden, miteinander auskommen sollten - und zwar auf eine gute Art und Weise.

stern antworten
Chai
 Chai
(@chai)
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Veröffentlicht von: @stern

Aber ansonsten könnte man meinen, dass jeder Mann und jede Frau, die von Gott zusammengefügt wurden, miteinander auskommen sollten - und zwar auf eine gute Art und Weise.

Und was, wenn das nicht klappt? 
Ich bin froh darüber, dass es auch in frommen Kreisen kein absolutes No-Go mehr ist, wenn sich ein Paar trennt.
(Ich muss das nicht gut finden, aber es kommt halt vor - und dann ist es gut, wenn das auch akzeptiert wird.) 
Und ich kenne nicht nur ein frommes Paar, das in zweiter Ehe verheiratet ist. 

chai antworten
Stern
 Stern
(@stern)
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@chai 

Ich denke, dass ist einfach verweltlichter christlicher Glaube… das ist weder gut noch schlecht, es hat nur nichts mehr mit Jesus zu tun, sonder mit unserer heutigen Zeit, dass es einen zweite oder dritte Ehe gibt.

 

stern antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

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@stern Was meinst Du mit 'verweltlichter christlicher Glaube'? 
Es ist halt Realität, die selbst vor Pastoren nicht halt macht. 
Und ich denke, es ist ehrlicher, sich zu trennen, wenn's gar nicht mehr geht, als nur noch eine Ehefassade aufrecht zu halten. 
Gott ist auch im Scheitern dabei.

chai antworten
Stern
 Stern
(@stern)
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@chai 

Und ich denke, es ist ehrlicher, sich zu trennen, wenn's gar nicht mehr geht, als nur noch eine Ehefassade aufrecht zu halten. 
Gott ist auch im Scheitern dabei.

Uneingeschränkt ja. Eine Fassade entspricht sicher nicht Jesus‘ Absicht hinter seinen Worten.

Gott ist sicher auch im Scheitern mit dabei. Aber eine neue Ehe ist eigentlich nicht vorgesehen- zumindest wenn man Jesus wörtlich nimmt. 

 

stern antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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@stern 

Er gibt auch selbst Antwort darauf: weil es nicht von Anfang an so gewesen ist. Weil Mann und Frau eine Einheit bilden. Eins sind. Vielleicht liegt der tiefere Sinn darin, dass wir die Einheit erfahren.

Nun lässt sich diese Einheit ja nicht mit Geboten erzwingen. Entweder sie ist vorhanden - oder nicht. Ist sie vorhanden, braucht es auch kein Gebot. Ist sie nicht vorhanden, ändert ein Gebot daran auch nicht mehr viel.

 

lucan-7 antworten
Stern
 Stern
(@stern)
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@lucan-7 

Nun lässt sich diese Einheit ja nicht mit Geboten erzwingen

Ja.

Entweder sie ist vorhanden - oder nicht.

Du meinst also, dass sie nur unter bestimmten Konstellationen vorhanden ist und nicht grundsätzlich? (Und natürlich muss man diese Einheit auch selbst wahrnehmen können bevor man sich bindet.)

Das Vorhandensein der Einheit könnte man dann auch als „gefügt“ bezeichnen - weil man hat ja keinen Einfluß darauf.

Ist sie vorhanden, braucht es auch kein Gebot. Ist sie nicht vorhanden, ändert ein Gebot daran auch nicht mehr viel.

Das weiss ich eben nicht, da bin ich mir nicht sicher.

Also ich glaube, ich  weiss, was du mit Einheit und „vorhanden“ oder „nicht vorhanden“ meinst. 

Aber vielleicht wird diese Einheit auch gespeist mit der grundsätzlich wohlwollenden, friedliebenden und nicht misstrauischen Sichtweise von Christen aufeinander (oder anderen Gottesfurcht habenden Menschen) - und damit wäre sie Konstellationsunabhängig. 

stern antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

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@stern 

Also ich glaube, ich  weiss, was du mit Einheit und „vorhanden“ oder „nicht vorhanden“ meinst. 

Aber vielleicht wird diese Einheit auch gespeist mit der grundsätzlich wohlwollenden, friedliebenden und nicht misstrauischen Sichtweise von Christen aufeinander (oder anderen Gottesfurcht habenden Menschen) - und damit wäre sie Konstellationsunabhängig. 

Was genau diese "Einheit" ausmacht werden die Menschen sicher verschieden sehen, aber wenn man mit seinem Partner darin übereinstimmt, dann hat man auf jeden Fall schon mal etwas gefunden.

Und damit ist schon etwas allgemeines gemeint, denke ich - also nicht etwas, das exclusiv Christen vorbehalten wäre. Aber Christen werden hier sicherlich ihren gemeinsamen Glauben als eine wesentliche Basis betrachten. Wenn auch sicher nicht die Einzige, das wäre ja auch zu einfach....

lucan-7 antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3750

@lucan-7 

Und damit ist schon etwas allgemeines gemeint, denke ich - also nicht etwas, das exclusiv Christen vorbehalten wäre.

 

Das meinte ich auch nicht- sondern eben dass die Einheit, - die es eben gibt oder nicht- signalisiert: das ist jetzt ein Match fürs Leben. Von Gott so zusammengefügt und deshalb vom Mensch nicht zu trennen, und in dieser wahrgenommen Einheit schon so perfekt, dass eine Scheidung gar nicht notwendig ist. (Unabhängig von der Religionszugehörigkeit - denn Gott ist ja ein Gott für alle Menschen). Dann wären aber auch alle anderen Beziehungen sowieso zum Scheitern verurteilt. Allerdings würde man ja dann auch gar nicht mehr falsch wählen, wenn die Einheit der Kompass ist.

Wenn wir das auf Christen ausschließlich beziehen, dann denke ich dabei an den Heiligen Geist. Wenn er eben diese Veränderung hervorbringt, die du zu Anfang angesprochen hast, dann wiederum müsste es tatsächlich egal sein, wer mit wem verheiratet ist, solange beide vom Heiligen Geist schon „begossen“ sind. “Eins in Christus“ ist sowieso eins.

stern antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3750

@lucan-7 

Was genau diese "Einheit" ausmacht werden die Menschen sicher verschieden sehen, aber wenn man mit seinem Partner darin übereinstimmt, dann hat man auf jeden Fall schon mal etwas gefunden.

Man hat das gefunden, zu dem man zurückkehrt, selbst wenn man sich zwischendurch trennt. So ergibt das dann auch Sinn, dass Jesus sagt, dass die Frau alleine bleiben soll oder sich mit ihrem Mann wieder versöhnen.

Bleibt nur nich die Frage, ob Beziehungen, die diese Einheit nicht haben, „falsch“ sind…

stern antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

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@lucan-7 

Denn Jesus wendet sich hier eindeutig an seine Anhänger. Und das bedeutet, an Menschen, von denen er erwartet, dass sie eben nicht "hartherzig" sind.

Nur in diesem Fall hält er dann auch eine Scheidung für unangemessen.

Wobei hier sich jetzt die Frage stellt, was das dann für Christen (= Anhänger Jesu) heute bedeutet.

Gibt es dann so was wir "wahre Christen"? Woran können wir als Menschen das fest machen? Wir sollen ja nicht urteilen und über die Beziehung zu Gott können wir kaum urteilen. Hartherzige Christen, die sich oft sogar als besonders fromm sehen, hab ich schon zu viele erlebt.

channuschka antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2233

@channuschka 

Biblisch gibt es da einfach den Unterschied zwische AT und NT.

Und das 2  Testament gehört nicht zur Bibel?

Natürlich ist die Unauflöslichkeit der Ehe während Lebzeiten biblisch.

Das war nur für Männer nicht so tragisch, weil Polygynie biblisch nicht explizit verboten war.

 

derelch antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5539

@derelch 

zum beitrag

Biblisch gibt es da einfach den Unterschied zwische AT und NT.

Und das 2  Testament gehört nicht zur Bibel?

Natürlich ist die Unauflöslichkeit der Ehe während Lebzeiten biblisch.

Das war nur für Männer nicht so tragisch, weil Polygynie biblisch nicht explizit verboten war.

Mir fehlt der Kontext meines Beitrags und ich hab ihn jetzt leider auch nicht gefunden um ihn nachzulesen. Daher kann ich dazu gerade nichts sagen.

channuschka antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2233

@channuschka 

Das ist doch aber eher eine christliche als eine biblische Sicht

Äh nein. 

derelch antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8571

@lucan-7 

Dass man eine "Ehe" einfach so zu zweit schliesst war meines Wissens nirgendwo üblich und wurde auch nirgendwo anerkannt.

Offenbar gab es das tatsächlich: Heimliche Ehe – Wikipedia

Außerdem gibt es in Teilen der USA bis heute die Common-Law-Ehe ( https://de.wikipedia.org/wiki/Common-law_marriage   oder ausführlicher auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Common-law_marriage ): Rechtsverbindliche Ehen ohne Trauschein oder sonstige Zeremonien.

Zu Zeiten der Christenverfolgung gab es Ehen, die heimlich geschlossen wurden - allerdings in Gegenwart eines christlichen Priesters. 

Hast Du dazu Quellen, insbesondere darüber, ob sowas dann auch rechtsverbindlich war? Schließlich gab es in der Antike und weit darüber hinaus Vorschriften, wer überhaupt rechtsgültig heiraten darf und, wenn ja, wen. 

Vermutlich hast Du da eine Segnung eines concubinatus (nichteheliches Zusammenleben zweier freier Personen meist unterschiedlichen Standes) oder eines contubernium (Zusammenleben zweier Personen die nicht heiraten dürfen, weil mindestens einer der beiden im Sklavenstand ist). Aber gibt es dafür historische Quellen, dass da Priester irgendeine Rolle spielten?

 

alescha antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29821

@alescha 

Hast Du dazu Quellen, insbesondere darüber, ob sowas dann auch rechtsverbindlich war? Schließlich gab es in der Antike und weit darüber hinaus Vorschriften, wer überhaupt rechtsgültig heiraten darf und, wenn ja, wen. 

*puh*... so etwas sind ja in erster Linie Einzelfälle und ich habe da jetzt nicht jede Quelle im Kopf.

Es gibt ja auch die Geschichte vom heiligen Valentin, von dem der Valentinstag seinen Namen hat, der ja auch im 3. jahrhundert heimliche Trauungen vorgenommen haben soll... wobei da die Historizität wohl umstritten ist.

lucan-7 antworten


Kappa
 Kappa
Beiträge : 1804

@sam345 

Guten Abend,

also die Ehe hat das Wesen von etwas überkulturellem. Sie kommt überall vor.

Bei uns Katholiken ist es ursprünglich und wenn bewusst zelebriert, eigentlich sogar eines der Sakramente.

Ein Element durch alle Zeiten hindurch und alle Kulturen, ist es wenn ich mich nicht irre, das es doch etwas öffentliches ist. Etwas offizielles.  Nichts verstecktes! Sondern etwas, was auch die Menschen "drumherum" angeht.

Man braucht theoretisch keine Feier, das Standesamt würde sogar reichen.  In Deutschland in unserer Kultur und der Gesetzeslage ist das die Ehe.

Grüße Etienne 

 

kappa antworten
1 Antwort
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5538
Veröffentlicht von: @kappa

Man braucht theoretisch keine Feier, das Standesamt würde sogar reichen. 

In Deutschland in unserer Kultur und der Gesetzeslage ist das die Ehe. 

Richtig. 
Ihr lebt zusammen, Ihr habt Kinder.
Da ist die Eheschließung einfach die offizielle Bestätigung dessen, was Ihr eh schon lebt. 

chai antworten
Channuschka
Beiträge : 5539

@sam345 

Wenn man es biblisch betrachtet, dann ist eine Ehe immer ein weltlicher Vertrag, der einen Mann und eine Frau aneinander bindet und ihre Versorgung und das Fortbestehen der Familie sichert. Wobei natürlich gerade atl. nicht wirklich zwischen weltlichen und religösen Gesetzten unterschieden wird und alle Gesetzte von Gott stammen. 

Von daher tendiere ich zu Luthers Ansicht "Die Ehe ist ein weltlich Ding" - und für mich gehört dazu, dass es immer weltliche Zeugen dieser Verbindung geben sollte. 

Biblisch kann ich das Verständnis deines Verlobten nicht wirklich nachvollziehen. Seelsorgerlich ja ok, aber biblisch nicht wirklich.

channuschka antworten


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