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Wann gilt man vor Gott als verheiratet – was sagt die Bibel dazu?


Sam345
 Sam345
Themenstarter
Beiträge : 1

Hallo zusammen,

ich habe eine persönliche Frage und würde gerne wissen, wie ihr das biblisch versteht.

Der Vater meiner Kinder und ich möchten unserer Beziehung noch einmal eine neue Richtung geben und beide Christus wirklich in die Mitte stellen. Wir möchten langfristig heiraten, haben aber gerade unterschiedliche Vorstellungen davon, wann man vor Gott eigentlich verheiratet ist.

Ich bin mit dem Verständnis aufgewachsen, dass man sich bewusst auf die Ehe vorbereitet, mit einem Pastor spricht, sich vor Gott und anderen Menschen das Eheversprechen gibt und anschließend – auch wenn es nur ganz klein ist – gemeinsam mit Familie oder Freunden diesen Bund feiert. Mir geht es dabei nicht um eine große Hochzeit, sondern darum, diesen Schritt bewusst zu machen und öffentlich zu bezeugen.

Er sieht das anders. Er sagt, dass wir uns auch einfach zu zweit vor Gott setzen, gemeinsam beten, Gott in unsere Beziehung einladen und uns gegenseitig verbindlich versprechen könnten, Mann und Frau zu sein. Damit wären wir seiner Meinung nach bereits vor Gott verheiratet. Eine kirchliche Feier könnte dann irgendwann später kommen.

Sein Argument ist unter anderem: „So wie wir heute heiraten, haben die Menschen früher doch auch nicht geheiratet.“ Und wenn Menschen beispielsweise arm sind oder keine Möglichkeit für eine große Feier oder eine kirchliche Trauung haben, könne Gott ja trotzdem eine Ehe anerkennen.

Ich verstehe den Gedanken, frage mich aber gleichzeitig: War eine Ehe in biblischen Zeiten nicht trotzdem irgendwie öffentlich und innerhalb der Gemeinschaft bekannt und bestätigt – auch wenn sie natürlich nicht genauso aussah wie eine heutige Hochzeit?

Deshalb würde mich vor allem interessieren:

Was macht nach der Bibel einen Ehebund vor Gott aus?
Braucht es dafür ein gegenseitiges Versprechen allein, oder gehören auch Zeugen, Öffentlichkeit, Familie/Gemeinde oder eine bestimmte Form dazu?

Und gibt es konkrete Bibelstellen oder biblische Beispiele, die zeigen, wie ein Ehepaar überhaupt „Ehemann und Ehefrau“ wurde?

Ich suche keine bestimmte Antwort, sondern möchte wirklich verstehen, was die Bibel dazu sagt. ❤️

Antwort
6 Antworten
Stern
 Stern
Beiträge : 3686

@sam345 

Hallo,

also, ich finde dein Mann hat eine gute Sichtweise darauf.

Von Amts wegen müsst ihr sowieso auf dem Standesamt heiraten, wenn ihr als Ehepaar gelten wollt. Aber vor Gott: da reicht das völlig aus, was er vorschlägt.  Was Gott angeht, seid ihr da nicht falsch abgebogen. Es kann höchstens sein, dass du lieber in einer Kirche wärest, weil es feierlicher ist…oder gern den Ehevorbereitungskurs besuchen würdest zusammen mit Deinem Mann…was auch immer Deine Gründe sind, sprecht darüber.

Dieser Bibelvers zeigt für mich, dass es um die Einheit geht, die Gott gestiftet hat….und sie kommt zustande, wenn ein Mann seine Eltern verlässt,  um „an seiner Frau anzuhangen“….

Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.

Math 19, 5-6

Viel mehr habe ich nicht gefunden, was die Ehe angeht.

 

stern antworten


DerElch
Beiträge : 2197

@sam345 

sondern möchte wirklich verstehen, was die Bibel dazu sagt.❤️

Ansich erst mal garnichts. Es ist kein Regelbuch, dass man aufschlägt und dann weiss was man zu tun hat. Meisten jedenfalls nicht. 

In Sachen Ehe wirst du einfach erstmal "historische" Beschreibungen finden. Da findest du etliche aus heutiger Sicht unschöne Sachen wie Polygamie und Patriarchat, Kuppelei und arrangierte Ehen. Was du mit Sicherheit nicht findest sind zwei Menschen, die alleine bestimmen konnten dass sie verheiratet sind. Das war immer ein öffentlicher und gesellschaftlicher Akt. 

In sofern liegt dein Bräutigam daneben.

Wenn man zusammen Kinder hat, ist es sowieso bescheuert nicht rechtsgültig zu heiraten. Spätestens wenn man dann auch privatrechtlich nichts regelt (Testament, Lebensversichung etc. pp) 

derelch antworten
1 Antwort
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19292

@derelch 

Ja, an diese Dinge habe ich auch gedacht.

@sam345 Ihr seid doch schon eine Familie. Hat er die Vaterschaft anerkannt? Das an sich ist doch auch ein "öffentlicher Akt" sozusagen, vor Gesetz und Welt zu erklären, ja, ich stehe dazu, das sind meine Kinder. Oder nicht? Wenn nicht, warum nicht? Gibt es da ähnliche Gedanken seinerseits wie zur Hochzeit?

Ich stimme dem Elch in dem Gedanken zu, es ist für die Familie insgesamt ein Stück einfacher, vor dem Gesetz zu heiraten, um eben auch vor dem Gesetz in der heutigen Zeit, wie sie nunmal ist, abgesichert zu sein, auch die Kinder abgesichert zu wissen.

neubaugoere antworten
Lucan-7
Beiträge : 29657

@sam345 

Historisch gesehen ist eine Ehe immer etwas öffentliches, zumal zu Zeiten der Bibel.

Zu Zeiten der Christenverfolgung gab es Ehen, die heimlich geschlossen wurden - allerdings in Gegenwart eines christlichen Priesters. 

Dass man eine "Ehe" einfach so zu zweit schliesst war meines Wissens nirgendwo üblich und wurde auch nirgendwo anerkannt.

Wie Gott die Sache sieht... nun, das ist eine ganz andere Frage. Jesus spricht davon, was "Gott zusammengefügt hat", also nicht davon, was "von Menschen zusammengefügt" wurde.

Wie und unter welchen Umständen das geschieht... das steht nirgendwo...

 

lucan-7 antworten


Kappa
 Kappa
Beiträge : 1739

@sam345 

Guten Abend,

also die Ehe hat das Wesen von etwas überkulturellem. Sie kommt überall vor.

Bei uns Katholiken ist es ursprünglich und wenn bewusst zelebriert, eigentlich sogar eines der Sakramente.

Ein Element durch alle Zeiten hindurch und alle Kulturen, ist es wenn ich mich nicht irre, das es doch etwas öffentliches ist. Etwas offizielles.  Nichts verstecktes! Sondern etwas, was auch die Menschen "drumherum" angeht.

Man braucht theoretisch keine Feier, das Standesamt würde sogar reichen.  In Deutschland in unserer Kultur und der Gesetzeslage ist das die Ehe.

Grüße Etienne 

 

kappa antworten
1 Antwort
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5279
Veröffentlicht von: @kappa

Man braucht theoretisch keine Feier, das Standesamt würde sogar reichen. 

In Deutschland in unserer Kultur und der Gesetzeslage ist das die Ehe. 

Richtig. 
Ihr lebt zusammen, Ihr habt Kinder.
Da ist die Eheschließung einfach die offizielle Bestätigung dessen, was Ihr eh schon lebt. 

chai antworten
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