Tatort / Polizeiruf Saison 2026-27
Hallo liebe Sonntagabendgemeinde,
kommenden Sonntag (13. September) ist es wieder soweit: es beginnt ein neues ARD Krimi Jahr
Deshalb starten wir auch den neuen Tatort / Polzeiruf Thread. Wir tauschen uns aus, bestätigen uns in unseren Meinungen oder fragen uns, ob wir eigentlich denselben Film gesehen haben, werben oder raten ab oder tun beides oder schreiben einfach auf, was uns ein- und auffällt.
Bewährt hat sich:
Der Thread sollte die ganze Saison umfassen, aber dabei nicht zu unübersichtlich werden. Darum beschränkt er sich auf die Sendungen "Tatort" und "Polizeiruf 110".
Für Filme und Serien gibt es eigene Rubriken:
https://forum.jesus.de/community/film-fernsehen/zuletzt-gesehener-film-2026/
https://forum.jesus.de/community/film-fernsehen/serienthread-2026-2/
Für die Erstausstrahlungen versuchen wir, jede anzulegen. Bei interessanten Wiederholungen alter Folgen fühlen wir uns frei, auf sie hinzuweisen oder nicht.
"Hm, aber was wenn ich jetzt nicht über den Film reden kann, ohne wichtige Details zu verraten?"
Manche von uns sehen den Film sofort im Fernsehen, andere später in der Mediathek. Manche auch nur, wenn sie hier lesen, ob er sehenswert ist. Für all die ist es wichtig:Wenn wir relevante Filminhalte posten, setzen wir ganz oben in unsern Kommentar fettgedruckt das Wort "Spoiler" ( https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Spoilerwarnung)
Manchmal sind wir unterschiedlicher Meinung, wie relevant ein Inhalt ist. Wenn wir nicht sicher sind, wie andere das empfinden: Lieber einmal zu oft "Spoiler" schreiben.
- Eine neue Sendung legen wir an, indem wir immer auf diesen Eingangspost hier antworten. Der Post zur neuen Sendung wird fett überschrieben mit dem Datum und dem Namen und Ort des Films. Also z.B. 35. Mai Heidelberg "Tod im Hörsaal" oder so.
- Für weitere Kommentare zu einer neuen Sendung antworten wir nicht auf diesen Post hier, sondern auf den Kommentar, mit dem die Sendung angelegt wurde. Solche Antworten lassen sich "einklappen".
- Spoilern tun wir sinnvollerweise dann erst in der Antwort auf den Post zur jeweiligen Sendung und nicht in diesem selbst.
Wenn das mal nicht hundertprozentig klappt, sind wir alle barmherzig.
"Was, wenn ich nicht weiß, ob Menschen durch diesen Film oder Beitrag unangenehm berührt werden könnten?"
Die Frage stelle ich mir auch erst diese Saison, aber nach der Erfahrung von letzteren. Dazu meine Meinung, die wir gern diskutieren können:
Wer einen Krimi schaut, weiß, dass es um Gewaltverbrechen gehen kann, und dass diese auch in der FSK12/20:00 - konformen Weise dargestellt werden könnten. Eine Trigger-Warnung "körperliche Gewalt" fände ich also unangemessen, weil sie de facto über dem ganzen Thread steht.
Ich kann mir aber zwei Bereiche vorstellen, bei denen eine "Content Note" hilfreich sein könnte, nämlich Suizid und sexualisierte Gewalt. Eine solche "C.N." zu setzen, entspricht manchmal schon einem Spoiler, und ich weiß gerade keine andere Lösung, als im Einzelfall abzuwägen, wie wir damit umgehen.
Versteht diese Gedanken nicht als Regel, sondern eher Anregung.
@Tristesse , die lange aktiv im Thread mit dabei war, wird vermutlich noch sporadisch reinschauen. Wir waren vorher kurz im Austausch. Wenn's häufiger ist, freue ich mich. Aber das gilt von Euch allen.
Die Sommerpause war sehr groß, am Sonntag geht's in Niedersachsen los. Ich freue mich auf die Saison mit Euch.
Gruß von
Andreas
Hallo Community,
die Nachricht von Andreas, dass er den aktuellen Sonntag-Abend-Krimi-Thread aufmacht, hat mich mal wieder hier reinschauen lassen. Danke fürs eröffnen 🙂
Ich schaue zwar nach wie vor die Tatorte, bin aber nur noch ab und zu mal hier unterwegs, nur um festzustellen, dass sich die allgemeine Diskusisonskultur nicht zum Besseren wendet und gehe dann wieder. Dieser Thread ist natürlich die Ausnahme, dennoch reicht es nicht, zum verweilen.
Ich wünsche euch recht viel Freude bei der Diskussion und vielleicht schaue ich bald mal wieder rein.
Trissi
Ich kann mir aber zwei Bereiche vorstellen, bei denen eine "Content Note" hilfreich sein könnte, nämlich Suizid und sexualisierte Gewalt. Eine solche "C.N." zu setzen, entspricht manchmal schon einem Spoiler, und ich weiß gerade keine andere Lösung, als im Einzelfall abzuwägen, wie wir damit umgehen.
… halte ich für eine gute Ergänzung. Danke für deine Anregung!
Inwieweit ich ab nächsten Sonntag wieder miteinsteigen werde, kann ich noch nicht abschätzen. Ich lass mich überraschen. Eine fleißige Mitschreiberin war ich noch nie - habe aber den Thread stets gerne verfolgt.
Danke dir für den Thread-Auftakt, Andreas!
13.09. Niedersachsen "König in Gelb"
Charlotte Lindholm ermittelt in einem Dorf, zwar keinem vergessenen, aber einem vergesslichen. Oder so.
Vergesst nicht, einzuschalten.
Übrigens: Ab dieser Saison sind die Sonntagskrimis schon freitags in der Mediathek zu sehen. Weiß noch nicht, ob mir das gefällt. Zumal ja auch noch Babylon Berlin geschaut werden will
13.09. Niedersachsen "König in Gelb"
Habe schon mal vorgeschaut. So viel sei gespoilert:
Der Fall greift ein facettenreiches psychologisches Thema auf!
Das Thema war Demenz, aber das auf eine Weise erzählt, die weder bedrückte noch es zu leicht nahm.
Das Drehbuch wusste viel über das Thema, und so wird es Absicht gewesen sein, dass Charlotte Lindholm bis zum Ende nicht hinbekam, mit Betroffenen angemessen zu reden. Natürlich muss es auch irgendein persönliches Betroffensein geben, und das war völlig überflüssig.
Verwoben damit war sehr kunstvoll die Frage: Welchen Erinnerungen von wem kann ich trauen? Das war die große Stärke dieser Erzählung. Davon lebte nicht nur die Philosophie, sondern auch der Krimi.
Als Krimi funktionierte es gut, wartete mit zwei drei Überraschungen auf, vielleicht ein bisschen zu sehr nach Lehrbuch entworfen. Aber ich kam bei dem, wofür ich eingeschaltet hatte, auf meine Kosten. Über ein zwei dienstrechtliche Fragwürdigkeiten will ich mal hinwegsehen. Ist ja schließlich nur ein Film. Dass wie vor 15 Jahren pünktlich um 21:05 eine Statistik zitiert wird, fand ich amüsant.
Eine Lust (Verzeihung!) war das Spiel von Andreas Lust als älterer Kollege, außerdem der Coup, Thomas Thieme für eine Rolle fast ohne Text zu gewinnen. Diesen beiden hätte man auf schauspielerischer Ebene ein ebenbürtigeres Gegenüber gewünscht als Maria Furtwängler. Charlotte Lindholm arbeitet die Fälle ab, wie es deutsche Beamte wahrscheinlich wirklich tun, was aber zum Zusehen eher semi-interessant ist.
Das Einschalten lohnt sich für die würdevolle Aufbereitung des Themas, das Spiel von Lust und Thieme und einen anständigen Krimi. Das sollte genügen.
20.09. Köln "Die letzten Menschen von Köln"
Max und Freddy sind inzwischen auch schon in ihrem 96. Tatort zu sehen, wenn man einen Cameo-Auftritt in Münster nicht mitzählt.
In ihrem neuesten Fall haben sie wohl, wie man liest, mit Menschen zu tun, die auf alles vorbereitet sein wollen.
Um auf sie vorbereitet zu sein, brauche ich hingegen nur eine Schüssel mit Knabberkram. Aber ich erst am Sonntag.
Ein starker Cast in den Episodenhaupt- und Nebenrollen hat sich durch ein eher durchwachsenes Drehbuch gearbeitet. Wieder mal sind wir in der "Prepper-Szene" unterwegs, und zum Plot gab es einige gute Ideen, die ohne den aktullen Todesfall vermutlich noch besser funktioniert hätten und sogar immer noch eine Kriminalgeschichte gewesen wären.
Dann hätte man freilich Max, Freddy, Jütte und Co. nicht unterbringen können, und die richtig starken Darstellenden wären unter sich geblieben, und es wäre kein Tatort geworden, und ich hätte es vermutlich nicht geguckt und damit einen sehr viel besseren Film verpasst, als ich jetzt gesehen habe.
Aber so wollte das Script ein bisschen viel. Oder musste sehr viel wollen, denn es galt, eine durchaus intelligente Kriminalgechichte ins Tatort-Format zu pressen. Am Ende kam beides zu kurz, was vor allem auf Kosten stringenter Charakterzeichnungen ging.
Es gab einige sehr sehenswerte stark gespielte Szenen und auch ein paar fein geschriebene Dialoge. Das Gesamtergebnis allerdings hat mich nicht überzeugt.
Veröffentlicht von: @andreas-wendtDiesen beiden hätte man auf schauspielerischer Ebene ein ebenbürtigeres Gegenüber gewünscht als Maria Furtwängler. Charlotte Lindholm arbeitet die Fälle ab, wie es deutsche Beamte wahrscheinlich wirklich tun, was aber zum Zusehen eher semi-interessant ist.
Das habe ich anders empfunden.
Furtwängler/Lindholm gehört auch nicht zu meinen Lieblingen und rangiert eher in der unteren Kategorie meiner Wertungen.
Aber sie hat ihren Charakter, ihre Art, ihre Rolle, die in der Tat sehr eigen ist und die nicht jedem gefällt. Und in diesem Tatort fand ich sie durchaus hier und da "angefasster" ... und nicht einfach nur im Modus des Abarbeitens. Dass sie hier und da um Fassung gerungen hat, nachvollziehbar oszillierte zwischen Abgrenzung, Bemühen, Verstehen, Kontakt und Berührtsein - immer mit dem Fokus, den Fall lösen zu wollen -, das fand ich nicht schwach. Und die Tanzszene war doch ein sympathischer Schluss-Akzent.
Nun gespannt auf Köln 🙂
L'Chaim
@awhler Danke für die Antwort.
Schaut doch, dass Ihr in Zukunft Eure Kommentare zu einzelnen Filmen nicht direkt drunterschreibt, sondern bei dem Post, der ihn eröffnet, auf "Antworten" klickt, dann bleibt es zeitlich ein bisschen sortierter, und man sieht schneller, wer sich auf welchen Film bezieht.