Umgang mit 1. Korin...
 
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Umgang mit 1. Korinther 5,9

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schlamuetzel
Themenstarter
Beiträge : 99

Wie versteht ihr folgenden Bibelabschnitt und speziell die Frage nach dem Umgang?

9 Ich habe euch in dem Brief geschrieben, dass ihr keinen Umgang mit Unzüchtigen haben sollt;
10 und zwar nicht mit den Unzüchtigen dieser Welt überhaupt, oder den Habsüchtigen oder Räubern oder Götzendienern; sonst müsstet ihr ja aus der Welt hinausgehen.
11 Jetzt aber habe ich euch geschrieben, dass ihr keinen Umgang haben sollt mit jemand, der sich Bruder nennen lässt und dabei ein Unzüchtiger oder Habsüchtiger oder Götzendiener oder Lästerer oder Trunkenbold oder Räuber ist; mit einem solchen sollt ihr nicht einmal essen.

Wie wird das in Gemeinden gelebt? Oder wird es nicht gelebt - und wenn nein, warum?

Antwort
71 Antworten
bepe0905
Beiträge : 1095

Bei den Briefen an die Gemeinde zu Korinth sollte man den Hintergrund kennen.
Paulus hat die Gemeinde gegründet und sie hatte auch einen ziemlichen Zulauf zu verzeichnen. Allerdings kam es schon früh in dieser Gemeinde zu Streitereien, die teilweise aus der besonderen Situation der Gemeinde (lebendige Hafenstadt mit Kneipen, Prostitution und ausländischen Matrosen, jüdischen Händlern, römischer Besatzung, reichen Bürgern und Sklaven) herrührte, wodurch sich innerhalb der Gemeinde Konflikte bildeten, weil Gemeindeglieder ihren gewohnten Lebensstil nicht aufgeben wollten. Nicht ganz unschuldig daran waren andere Apostel, die ebenfalls dort missionierten und predigten und die strengeren Lehren des Paulus angriffen. So wurde er einmal regelrecht durch Gemeindeglieder aus Korinth verjagt.

Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass er sich in den Briefen an die Gemeinde in Korinth meistens schärfer (teilweise auch resignierender) ausdrückte, als es in anderen Briefen der Fall war. Er ruft die Gemeinde hier konkret dazu auf, einen Prozess der inneren Reinigung zu beginnen und sich von einigen Mitgliedern zu trennen - vielleicht um zu retten, was noch (oder nicht mehr ?) zu retten ist. 😢

Veröffentlicht von: @schlamuetzel

Wie wird das in Gemeinden gelebt? Oder wird es nicht gelebt - und wenn nein, warum?

Das kann ich nicht beurteilen - denn zumindest aus unserer Gemeinde sind mir solche Leute nicht bekannt. 😇

bepe0905 antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Eigentlich gehen Gemeinden, so hoffe ich und habe es erfahren, damit recht vorsichtig und sanft um. In dem Sinne das Umgang in Mahnung und Empfehlung zu Umkehr besteht.

Aber Konsequenz ist angesagt.

Da wird es im Umgang Grauzonen geben ... oftmals ist ja ein Ehepartner oder sonstiges Familienmitglied der aktive Sünder. Soll der Angehörige nun geächtet sein?Nur nicht, er bedarf des Trostes und der helfenden Hand.

Dazu die Fragen nach Gemeinde-groß klein, geistlicher Abstand zum Sünder im Gemeindealltag der Vergangenheit, sicherlich fällt Distanz und Verurteilung der Sünden leichter wenn man einander nicht so eng war.

Gottes Wort bietet hier ein helfendes Gerüst für den Umgang in der Sache.

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @schlamuetzel

Wie wird das in Gemeinden gelebt? Oder wird es nicht gelebt - und wenn nein, warum?

Nimm doch mal ein paar Verse davor hinzu:
1 Überhaupt hört man, dass Unzucht unter euch ist, und zwar eine solche Unzucht, wie es sie nicht einmal unter den Heiden gibt: dass einer die Frau seines Vaters hat.
2 Und ihr seid aufgeblasen und seid nicht vielmehr traurig geworden, sodass ihr den aus eurer Mitte verstoßen hättet, der diese Tat begangen hat?

Dann wissen wir, wovon Paulus da schreibt: Da ist also ein Vater mit seinem Sohn, die ein und dieselbe Frau haben und mit der Initmen Verkehr haben.

Wie oft kommt das in den Gemeinden vor und wie wird das gelebt?

Wir können hier Paulus wohl ganz leicht verstehen - auch heute in einer vielleicht viel liberaleren Zeit: das geht so aber gar nicht - und das sagt Paulus auch ganz deutlich die paar Verse weiter, die Du hier zitierst.

LG
Ecc

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3 Antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Das scheint mir ein, nicht der, Gipfel der Unzucht zu sein ... der sexuelle Umgang von Vater und Sohn mit ein und derselben Frau resp. Mutter und Ehefrau.

Aber da ist ja noch eine Bandbreite an Unzucht die zu beachten, zu werten und zu berücksichtigen ist, keineswegs darf eine Gemeinde bei Kenntnisnahme die Augen verschließen.

Und waren die Korinther nicht Heiden? Die dann an solchen üblen Bräuchen auch als Christen festgehalten haben? Oder haben sie als Christen das erst "gelernt"?

Nur bitte, was hier verworfen wird ist ja klar erkennbar.

Anonymous antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Nur bitte, was hier verworfen wird ist ja klar erkennbar.

Nein, kann ich nicht erkennen.

ungehorsam antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Bei der Fülle an Sünden fällt einem das ja auch schwer.

Anonymous antworten


Herbstrose
Beiträge : 14193

In unserer Gemeinde wird das so gehandhabt, dass die Gemeindeleitung mit den betreffenden Personen spricht. Gibt es keine Umkehr, dann wird die Person von der Gemeinde ausgeschlossen. Dies ist in unserer Gemeinde erst ein Mal passiert. Da war die Gemeindeleitung sehr lange im Gespräch mit der betreffenden Person. Letztlich blieb nur die Trennung.

herbstrose antworten
4 Antworten
Clay
(@clay)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1322

So kenne ich das auch.
Das Ziel ist - zumindest aus Gottes Sicht - die Wiederherstellung der Person, die gesündigt hat oder noch sündigt.
Konsequenzen hat es dann, wenn die Person uneinsichtig ist und von der Sünde nicht lassen will.
Auch dazu schreibt Paulus an anderer Stelle, wie vorzugehen ist: zuerst ein Vier-Augen-Gespräch, dann mit Zeugen, usw. und am Ende dann der Ausschluss. Dabei geht es um Personen, die gläubig geworden sind und damit sich entschieden haben, im Willen Gottes zu leben.

LG.
Clay

clay antworten
schlamuetzel
(@schlamuetzel)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 99

Danke für deinen Beitrag! Ich persönlich würde es auch so verstehen. Erlebt habe ich in der Vergangenheit, dass man der Person aber "bloß" die Mitliedschaft entzogen hat, was für sie gar kein Problem war, da sich für sie dadurch nichts geändert hat. Sie konnte ja trotzdem an allen Veranstaltungen und Treffen teilnehmen, mit der Begründung, dass sie dann ja weiterhin die Möglichkeit hat, Gottes Wort zu hören. Für mich widerspricht das irgendwie diesem Vers, der ja doch ziemlich radikal nach Gemeinschaftsentzug klingt, aber aber andererseits auch Sinn macht, weil dadurch besser zum Ausdruck kommt, wie schlimm unvergebene Sünde vor Gott ist und dass es einer Trennung von ihm gleich kommt.

schlamuetzel antworten
schlamuetzel
(@schlamuetzel)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 99

Ok, danke!

Darf ich fragen?
Betraf das nur die Mitgliedschaft oder auch den Besuch des Gottesdienstes, sowie den alltäglichen Kontakt, wie z.B. Hauskreis o.ä.?
Ich nehme an, es ging um Unzucht und wahrscheinlich eher nicht um Habsucht (schwer nachzuweisen?) oder Götzendienst?

schlamuetzel antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Es ging um den Lebenswandel an sich.

herbstrose antworten
Pinia
Beiträge : 1375

Ich denke der Sinn der Anweisung ist der Schutz des Bruders.
Er soll sich nicht in Sicherheit wiegen nach dem Motto "ich bin ein Christ, damit ist alles ok", und durch seine Unbußfertigkeit und sein bewusstes fortwährendes Sündigen seine Erlösung aufs Spiel setzen. Paulus fordert auch an anderer Stelle auf, dass Christen entsprechend ihres neuen Standes leben sollen. Jesus betont ebenfalls den Gehorsam, das Tun des Willens Gottes.

Wenn ich einen Bruder/eine Schwester im Glauben sündigen sehe, dann gebietet es die Liebe, dass ich mit ihm/ihr ins Gespräch komme - umgekehrt wünsche ich mir auch, dass Glaubensgeschwister mich darauf hinweisen, wenn sie sündiges Verhalten an mir wahrnehmen. Das ist unangenehm und tut weh, aber es dient zum Besten. Wichtig ist allerdings die Haltung und die Wortwahl des Hinweisenden/Ermahnenden. Es geht immer darum, den anderen zu gewinnen, ihn zu Reue und Buße, zur Umkehr zu bewegen. Und das in einer Haltung der Sorge um das Heil des anderen und der Liebe zum anderen, nicht in Hochmut oder Verachtung.

Jesus gibt für solche Fälle in Mt.18 klare Anweisungen:
Mt.18 Sündigt aber dein Bruder an dir, so geh hin und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Hört er nicht auf dich, so nimm noch einen oder zwei zu dir, damit jede Sache durch den Mund von zwei oder drei Zeugen bestätigt werde. Hört er auf die nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und Zöllner. (d.h. einer, den es wieder zu gewinnen gilt)
Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst sein.

Die Frage nach der Praxis in Gemeinden ist natürlich auch die Frage, inwieweit solche Dinge offenkundig sind. Es kann nicht Aufgabe der Gemeinde sein, im Leben von Menschen zu bohren, ihre Nasen in die Schlafzimmer der Menschen zu stecken. Wenn jedoch Dinge offensichtlich sind, müssen sie angesprochen werden - auch im Blick auf die Außenwirkung, die Vorbildfunktion gegenüber anderen in der Gemeinde und Menschen von außerhalb.

pinia antworten


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