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Sichtweise

  

wenn ich die Bibel mit feministischer Sicht lese und sachen anders interpretiere, als andere ist das dann falsch? Es gibt aber theologinnen, welche es auch so interpretieren. Also nur weil ich nicht das selbe sagen, wie konservative Christen. Ist Konsevativ sein das richtige Christentum? 

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9 Antworten

@anonym135 

wenn ich die Bibel mit feministischer Sicht lese und sachen anders interpretiere, als andere ist das dann falsch?

Nun, da fühle ich mich angesprochen, weil ich neulich aus Dorothee Sölles "Mystik u Widerstand" zitierte.

Ich kann nur von mir persönlich mitteilen, dass ich mit den Jahren ein weites ❤️ bekommen habe, was die Auslegung der Bibel betrifft.

Mir geht es so, dass ich immer wieder nach dem "rechten Maß" suche.

(Vllt ähnlich, wie Hundemann das in seinem Beitrag "Christus in der Mitte" empfiehlt.)

Wenn ich der Meinung bin: Moment, hier kippt 'was und wirkt auf mich überlastig - bin ich (leider) geneigt, gegenzusteuern. 

(Alternativ ziehe ich mich zurück, um Kraft zu sparen.)

Ich kann in der konservativen Bubble genauso gut mitfühlen, wie in der progressiven. 

Jesus würde, so nehme ich mal an, sich von jedermann finden lassen,  der ehrlichen ❤️ s nach ihm sucht. 

Und so können wir auch nicht ausschließen, dass er bei jenen ist, bei denen wir ihn nicht vermuten. 

Was Christen also brauchen, ist eine Herzensschau. 

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@anonym135 

Gibt es ein "richtiges Christentum"?

Was die feministische Bibelauslegung anbelangt... Da kommt es für mich drauf an. Bei manchen habe ich das Gefühl, dass sie auf der anderen Seite vom Pferd fallen und es etwas übertreiben. Genauso kann ich nicht bei allen konservativen Bibelauslegungen mit. Und überhaupt gab es ja über die Jahrhunderte, die teilweise verrücktesten Auslegungen zu manchen Bibelstellen.

Für mich kommt es drauf an, von wo ich mich einer Bibelstelle nähere. So hat die selbe Stelle selbst für mich oft mehr als eine Möglichkeit sie zu verstehen und diese verändert sich im Laufe meines Lebens - oder eben welchen Blickwinkel ich gerade einnehme.

Nennt sich Hermeneutik und ist ein ganz normales Phänomen, wenn es um das Verständnis von Texten geht. Solange man nicht versucht mit Zwang etwas hineinzulesen, was im Zusammenhang des Geschriebenen, der Zeit und der damaligen Kultur so überhaupt keinen Sinn ergibt, bin ich da inzwischen ganz entspannt. Auch wenn ich mit der feministischen Bibelauslegung selbst nicht viel anfangen kann. Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich da schon mit Hartcore-Vertretern Diskussionen hatte, die eben für mich vieles außer Acht gelassen haben, was ihnen so nicht passte.

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Danke, dass ihr eure Erfahrungen teilt. Ich zweifle im Momemt sehr und eure Sichtweisen zu lesen hilft sehr! Danke!  ❤️

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@anonym135
"Interpretation" ist - wie der Begriff aussagt - keine allgemeingültige, als richtig erkannte Lesart, sondern immer eine sehr persönliche Ansicht. 
Genauso wie liberal, progressiv oder konservativ sehr persönliche Haltungen sind. 
Und über Wesen und Inhalt jeder dieser Haltungen kann man diskutieren, genauso wie über verschiedene Interpretationen biblischer Berichte bzw. Erzählungen. 
Dabei sollten wir allerdings festhalten, dass eine feministische Auslegung der Bibel eine persönliche Sicht ist - und ebenso wenig eine wissenschaftliche Beschreibung wie korrekte Wiedergabe eines Urtextes. Sie kann allerdings helfen, den Blick auf die Bibel zu weiten und das Verstehen biblischer Texte in heutiger Zeit zu erleichtern. Und so gesehen hat sie auch ihre Berechtigung - trotz mancher Kritik.

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Gott und der Rheinländer - zufällig entdeckt.

https://youtu.be/cgFzsdRld8w?si=1epTR_tfzm3dc-7j

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@anonym135 

vermutlich liest jeder Mensch die Bibel auf seine eigene Sichtweise......,als Frau, als Mann.....

Nach meiner Erfahrung neigen Frauen eher dazu, Beziehung in Gesprächen zu suchen. Männer eher in gemeinsamen

Aktivitäten. Ein Mann ein Wort, eine Frau ein Wörterbuch ist ein lustiges Sprichwort. Was aber auch nicht immer so stimmt.

An Christus fasziniert mich, das er Menschen nicht immer gleich begegnete, sondern ganz individuell. 

Selbst versuche ich die Bibel ganz einfach zu lesen, unabhängig von so vielen unterschiedlichen Meinungen.

Aber wie jeder Mensch habe ich auch meine Prägung. "linksevangelikal, leicht charismatisch. Weil ich

auch für Umweltschutz bin, und als Musiker es auch gut finde, wenn Menschen nicht nur da sitzen, sondern 

mitsingen, mit klatschen................bewegen.....

Du hast sicher deine Erfahrungen und Gründe, wenn du die Bibel feministisch interpretierst, und das find ich

persönlich nicht falsch. 

Konserativ sein ist oft zu statisch. Selbst versuche ich die Mitte in Christus zu leben....

Lebe es so, wie es für dich am besten ist, mit Christus in der Mitte. 

Auch wenn es immer wieder Menschen gibt, die dich beurteilen, auch verurteilen. 

Aber wenn du in persönlicher Verantwortung vor Christus lebst.........

 

liebe Grüße,

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@anonym135 das richtige Christentum?

Es gibt kein richtiges Christentum - so, wie es kein falsches Christentum gibt. Meinem Begriffsverständnis gemäß ist das Christentum die Gesamtheit aller, die sich als Christen verstehen und verstanden - und ihrer Taten.

Wonach Du also eigentlich fragst, ist wohl, ob es legitim sei, die Bibeltexte anders zu interpretieren, als es die Mehrheit der Christen tut.

Darauf würde ich antworten: man interpretiert immer das aus einem Text heraus, bzw. in diesen hinein, was einem plausibel (vernünftig, begründet, passend) erscheint. Also kann hier genaugenommen auch Legitimität kein Kriterium sein - weil man ja nicht willkürlich entscheiden kann, was einem plausibel erscheint und was nicht.

Also ließe sich sagen: Schere Dich nicht darum, wie die Mehrheit der Christen die Bibeltexte interpretiert, sondern allein darum, welche Interpretation Deiner Ansicht nach Sinn ergibt. Und wenn Du Deine Interpretation nicht nur für stimmig, sondern auch für wichtig erachtest, also denkst, dass andere dadurch gewinnen könnten, wenn sie diese Interpretation übernähmen - dann beschäftige Dich damit, mit welchen guten Argumenten Du Deine Interpretation gegenüber anderen Interpretationen am überzeugendsten vertreten könntest.

Ich möchte allerdings zu bedenken geben, dass es intellektuell redlicher ist, wenn man sich selbst darüber, warum man einen (beliebigen) Text so oder so interpretiert, Klarheit zu schaffen versucht. Hält man diesen Text überhaupt selbst für eine Autorität, oder verwendet man ihn nur gegenüber anderen als eine solche? Mir beispielsweise, als jemandem, für den die Bibel keinerlei "Autorität" hat (ich glaub halt nicht an Gott und also auch nicht, da nun göttlich inspirierte Wahrheiten in der Bibel finden zu können), fiele es recht leicht, alle möglichen Botschaften und Lehren, die meine Weltsicht bestätigen, in diesen Text hinein- oder heraus- zu interpretieren. Aber gegenüber "gläubigen Christen" wäre das unredlich, eine Art Trick. Daher versuche ich, wenn ich denn überhaupt mal mich auf bestimmte Bibelpassagen beziehe, meine Vorstellungen davon, was dort stehen sollte, beiseite zu lassen und zu lesen, was da tatsächlich steht.

Wie immer also Deine Bibelinterpretation auch aussehen mag: werde Dir klar darüber, ob Du sie aus dem Text heraus- oder in ihn hineingelesen hast.

 

p.s.: Obwohl ich allgemein der feministischen Idee positiv gegenüberstehe, kann ich persönlich wenig feministischen Geist in den Bibeltexten finden, und halte eine feministische Theologie daher nicht für überzeugend. Nun gut - ich halte ja auch die anderen christlichen Theologien nicht für überzeugend, aber eher konservative Theologien scheinen mir zumindest besser zu den Texten, auf die sie sich beziehen, zu passen.

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@anonym135 

 

Hi,

kennst du die Filmreihe "The Chosen". Die Macher der Serie haben sich sehr gut bemüht, Jesus aus menschlicher Sicht anzunähern. Die Rolle der Frau, des Mannes, der Aussenseiter. Ich finde, dies ist denen sehr gut gelungen. Wie begegnen Menschen Jesus, wie begegnet Jesus die Menschen. Manches könnte passiert sein und manches ist so passiert. Mich hat vieles sehr berührt.

 

Vielleicht hilft es dir, deine Sicht auf Jesus zu ändern. Ich muss es auch immer wieder. 

 

Die Serie läuft auf Amazon Prime, auf Youtube. Wo man es kostenlos ansehen kann,  da können andere dir helfen.

 

M.

 

 

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@anonym135 

Hallo, schwer zu sagen, müsstest konkrete Beispiele sagen. Ich kann nur aus meiner Ecke, römisch Katholisch etwas dazu sagen.

Sicherlich sind das aus der Seite betrachtet, eher traditionelle (aber eben auch bewährte) Sichtweisen. Auf der anderen Seite ist der Mensch dem nach unserer Sichtweise die größten Ehren zu Teil werden, aber auch eine Frau. 

Ich finde aber man sollte Differenzieren zwischen das ein Geschlecht "weniger Wert" wäre und dem, das jedes Geschlecht gerade auch im statistischen Schwerpunkt einfach anders ist und sein darf, also keine sozialistische Gleichmacherei.

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