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Gelübde

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Drina
Themenstarter
Beiträge : 15

Hallo,

Warum steht in Apg. 15,28-29 drin, dass Christen diese vier Sachen beachten müssen und warum steht da nix von Gelübden?
In dem NT gibt es keine Anweisung von Gott Gelübde zu halten. Dafür in Prediger 5,3-4 steht die Aufforderung es zu halten.
Soll man also nun ein Gott gegebenes Gelübde halten? Wie kann man sich davon befreien?
Muss man das heutzutage als Christ auch noch einhalten?

Danke.

Antwort
20 Antworten
Adjutante
Beiträge : 1980
Veröffentlicht von: @drina

Soll man also nun ein Gott gegebenes Gelübde halten?

Aus meiner Sicht erstmal spontan: ja.

adjutante antworten


bepe0905
Beiträge : 1087

Liebe Drina,
ich denke, es geht hier um ganz grundsätzliche Dinge - und zwar nicht nur im Zusammenhang mit Gott bzw. nach biblischem Verständnis.
Zu Leuten, die große Versprechungen machten, pflegte meine Großmutter gern zu sagen "Versprich nichts, was du hinterher nicht halten kannst".
Und nichts anderes steht auch beim Prediger Kap 5, V.3: "... was du gelobst, das halte. 4 Es ist besser, du gelobst nichts, als dass du nicht hältst, was du gelobst."
Und egal, ob man Gott etwas gelobt oder einem anderen Menschen - was man verspricht, das sollte man gefälligst halten!

Natürlich gibt es - wie immer im Leben - auch Ausnahmen. Wenn mir z.B. mein 5-jähriger Enkel mit dem Brustton der Überzeugung verspricht, mir "das beste Auto der Welt" zu kaufen wenn er groß ist, dann schaue ich zwar den kleinen Kerl freundlich und liebevoll an und freue mich auch gleichermaßen über solche Spendierlaune wie auch über seine eigene Überzeugung, nehme aber dieses "heilige Versprechen" doch nicht ganz so ernst.

Das Gleichnis von den zwei ungleichen Söhnen in Matth. 21 zeigt, dass Gott erwartet, dass wir unsere Zusagen einhalten. Aber möglicherweise sieht Gott uns bei so manchem Gelöbnis ähnlich an wie ich meinen Enkel. Er erkennt unseren ernsthaften Willen, weiß aber bereits, dass wir nicht die Kraft oder Beständigkeit haben, unser Versprechen auch zu halten.

Im NT finden wie den oft zitierten Spruch "Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach", der zwar an dieser Stelle eine andere Situation beschreibt, den man aber auch allgemein auf menschliches Verhalten bzw. besonders auf unsere Versprechen und deren Einhaltung beziehen kann.
Insofern kann ich die Mahnung des Predigers nur noch mal betonen: Es ist besser, nichts zu geloben, als es hinterher nicht zu halten.
Und betrifft nicht nur Christen und sollte nicht nur Gott gegenüber so sein.

Aber falls es - auch bei bestem und ehrlichem Bemühen - mit der Einhaltung nicht klappt, dann dürfen wir Christen doch auf Gottes Gnade und Vergebung bauen
meint
Dschordsch

bepe0905 antworten
1 Antwort
lubov
(@lubov)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 2421

Das finde ich sehr weise Worte und eine umfassende Betrachtung, der ich zustimme.

Danke, Dschordsch!

lubov antworten
Herbstrose
Beiträge : 14193

Ein Gelübde kommt einem Schwur gleich. Dazu sagt Gottes Wort ganz klar:

Mt 5,37 Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Bösen.

Jak 5,12 Vor allen Dingen aber, Brüder und Schwestern, schwört nicht, weder bei dem Himmel noch bei der Erde noch mit einem andern Eid. Es sei aber euer Ja ein Ja und euer Nein ein Nein, damit ihr nicht dem Gericht verfallt.

Wenn du also sagst, dass du dies oder das tun wirst, dann tu es.

herbstrose antworten
12 Antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1530
Veröffentlicht von: @herbstrose

Jak 5,12 Vor allen Dingen aber, Brüder und Schwestern, schwört nicht, weder bei dem Himmel noch bei der Erde noch mit einem andern Eid. Es sei aber euer Ja ein Ja und euer Nein ein Nein, damit ihr nicht dem Gericht verfallt.

Genau das ist die Stelle - auch wenn es in Jakobus steht, ein Brief der öffnet mit: "1.1 Jakobus, Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus, an die zwölf Stämme in der Zerstreuung: Seid gegrüßt!" sich also exklusiv and messianische Christen wendet, ist die Sache da doch eindeutig benannt und sicher auch für Heidenchristen gültig.
Ich denke dies, weil hier ja nicht Gott etwas auferlegt, das mit dem Entschluss der Apostelversammlung als Last von den Heidenchristen genommen wurde, sonder weil sich die Menschen selber etwas auferlegen.

Und da ist sicher die Warnung dieselbe, wie sie für den Eid ausgesprochen wurde. Das ist eine Ernste Sache und sollte nicht gebrochen werden. Es kann das heute hilfreich sein, eine dringend erforderliche Verhaltensänderung vor Gott fest zu machen. Aber wenn Du Dir nicht sicher bist, ob Du es wirst halten können, dann lass davon die Finger.

Es ist Ernst - aber Gott ist unser lieber und uns liebender Vater. Wenn wir da mit einem unbedacht gesprochenen Gelübde in Schwierigkeiten kommen, dann können wir das vor ihm bewegen und der Heilige Geist wird uns anleiten, was zu tun ist.

goodfruit antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Es kann das heute hilfreich sein, eine dringend erforderliche Verhaltensänderung vor Gott fest zu machen. Aber wenn Du Dir nicht sicher bist, ob Du es wirst halten können, dann lass davon die Finger.

Meinst du mich?

herbstrose antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1530
Veröffentlicht von: @herbstrose

Meinst du mich?

Ich meine nicht Dich persönlich sondern jeden, der das liest, denn es ist das eine Erkenntnis von mir, von der ich denke, dass sie allgemein angewandt werden kann.

Um das noch etwas auszuführen: Mir hat mal jemand angeraten, eine Gelübde abzugeben um eine konkrete Sache zu überwinden.

Da war es zum einen so, dass ich nicht überzeugt war, ob ich da im Konflikt mit einem Gebot Gottes war - oder nur um einen Konflikt mit einer Interpretation des Gebotes aus einer bestimmten Haltung heraus.

Was wäre passiert, wenn ich das Gelübde abgelegt hätte? Ich hätte mir diese Sache für mich persönlich zum Gesetz gemacht, das ich dann auch halten muss. Ich hätte mich in meiner Freiheit als Christenmensch ohne wirkliche Not eingeschränkt.

Wenn ich diese konkrete Sache hätte loswerden wollen, dann hätte mir ein Gelübde helfen können. Aber wenn ich um meine Natur weiß und mich damit im Rahmen dessen sehe, wie Gott den Menschen gemacht und gewollt hat und darüber hinaus es sehr, sehr schwer gehabt hätte, das Gelübde zu halten - dann wäre so ein Gelübde eine dumme Sache.

goodfruit antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 16815

Vielleicht ist Deine Antwort ja richtig, aber so aus dem Bauch heraus finde ich Dschordschs Meinung dazu einfach besser 😊 Irgendwie klingt seine danach, als wäre Gott tatsächlich mal Mensch gewesen ^^

tristesse antworten
Georg Heinrich
(@groesste-liebe)
Beigetreten : Vor 9 Jahren

Beiträge : 258

Die beiden genannten Zitate handeln davon, dass wir so aufrichtig leben sollen, dass wir die Wahrheit unserer Aussagen nicht durch Schwüre beteuern müssen. Beteuerungen braucht nur der, der als Lügner bekannt ist.

Wir dürfen aber schwören, wo es von uns gefordert wird: Vor Gericht oder bei der Vereidigung von Amtsträgern.

Der Unterschied zwischen Schwüren und Gelübden besteht darin, dass man einen Schwur vor jemandem ablegt, der einen davon auch wieder entbinden kann, dass man ein Gelübde nur vor sich selber ablegt und niemand einen daraus entbinden kann.

Deswegen halte ich Gelübde generell für unklug.

groesste-liebe antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Der Unterschied zwischen Schwüren und Gelübden besteht darin, dass man einen Schwur vor jemandem ablegt, der einen davon auch wieder entbinden kann, dass man ein Gelübde nur vor sich selber ablegt und niemand einen daraus entbinden kann.

Danke für das Herausstellen der Unterschiede. Ich denke aber, dass es egal ist, ob man vor anderen oder nur vor sich selber einen Schwur ablegt. Es geht Gott darum, dass wir wahrhaftig sind.

Deine angeführten Ausnahmen, was Schwüre betrifft, fallen unter Jesu Gebot, dass wir uns der Obrigkeit unterordnen sollen.

herbstrose antworten
Adjutante
(@adjutante)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 1980
Veröffentlicht von: @groesste-liebe

..., dass man ein Gelübde nur vor sich selber ablegt und niemand einen daraus entbinden kann.

Das trifft jedoch so nicht zu, wenn man Gott etwas versprochen hat. So wie ich es erlebt habe, ruft Gott mir ihm Versprochenes in Erinnerung.

Veröffentlicht von: @groesste-liebe

Deswegen halte ich Gelübde generell für unklug.

Generell kann ich das gar nicht so sehen.

adjutante antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 2837
Veröffentlicht von: @adjutante
Veröffentlicht von: @adjutante

..., dass man ein Gelübde nur vor sich selber ablegt und niemand einen daraus entbinden kann.

Das trifft jedoch so nicht zu, wenn man Gott etwas versprochen hat. So wie ich es erlebt habe, ruft Gott mir ihm Versprochenes in Erinnerung.

Aber könnte Gott einen nicht auch aus dem Versprechen ihm gegenüber entlassen, wenn es etwas ist, was er nicht will, weil es uns schadet?
Bzw. sollte derjenige, dem ich das Versprechen gebe, dieses nicht auch annehmen, was Gott vielleicht manchmal nur uns zu liebe tut und uns daher auch wieder daraus entlässt.

Veröffentlicht von: @adjutante
Veröffentlicht von: @adjutante

Deswegen halte ich Gelübde generell für unklug.

Generell kann ich das gar nicht so sehen.

Ein Gelübde lege ich vor Gott ab, aber es gilt, ob es vom anderen angenommen wird oder nicht. Daher ist es immer "gefährlicher" als ein Versprechen, weil die "Kontrolle" durch ein Gegenüberfehlt, ob es überhaupt sinnvoll ist oder mir schadet und es auch keine geregeltes Zurück davon gibt.

channuschka antworten
Adjutante
(@adjutante)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 1980
Veröffentlicht von: @channuschka

Aber könnte Gott einen nicht auch aus dem Versprechen ihm gegenüber entlassen, wenn es etwas ist, was er nicht will, weil es uns schadet?
Bzw. sollte derjenige, dem ich das Versprechen gebe, dieses nicht auch annehmen, was Gott vielleicht manchmal nur uns zu liebe tut und uns daher auch wieder daraus entlässt.

Welche Versprechen Gott gegenüber könnten uns denn schaden? Möglich könnte es dann wohl durchaus so sein, wie Bepe0905 bereits ganz oben geschrieben hat.

adjutante antworten
Adjutante
(@adjutante)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 1980

Gelübde sind freiwillig.

adjutante antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 2837

Versprechen auch

channuschka antworten
Adjutante
(@adjutante)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 1980

Ja. Versprechen vor Gott sind für mich Gelübde.

adjutante antworten


lhoovpee
Beiträge : 2205

Natürlich solltest du dich an das halten, was du gelobst zu tun.
Egal ob gegenüber Gott oder gegenüber deinen Mitmenschen.
Dein Ja, soll ein Ja sein und dein Nein soll ein Nein sein.

Ich sehe jetzt nicht so ganz den Zusammenhang zu Apostelgeschichte? Dort werden viele Gebote nicht erwähnt, die dennoch Sinnvoll sind.

lhoovpee antworten
Blackhole
Beiträge : 926

Jeder Minister und jeder Bundeskanzler leistet einen Amtseid. Genau wie die Ministerpräsidenten der Länder.
Damit signalisieren sie, daß sie ihr Amt ernst nehmen und nicht als Broterwerb sehen, also nicht einfach nur das nötigste machen um am Monatsende das Gehalt auf dem Konto zu haben, den Arbeitstag halt absitzen, oder schlimmer noch, danach schielen wie sie noch mehr Gehalt raus schinden, sondern tatsächlich den Staat im Sinne des Wohlergehens aller Bürger gestalten wollen.

Jeder Richter leistet einen Eid, mit dem er verspricht, auf strikter Basis der Gesetze der Bundesrepublik zu urteilen.

Jeder Zeuge vor Gericht hat zu schwören, die Wahrheit zu sagen. Ohne wahrheitsgemäße Zeugenaussagen kann der Richter kein gerechtes Urteil fällen.
Der Angeklagte muss nicht schwören, denn er darf lügen.

Bei meiner Diplomarbeit habe ich auch eidesstattlich erklärt, daß diese Diplomarbeit von mir ist und ich keine unerlaubte Hilfe (Ghostwriter) in Anspruch genommen habe.

Eide werden in unserer Gesellschaft durchaus noch verlangt, nämlich dann wenn es besonderst darauf ankommt, dem anderen glauben zu können.

Brautleute wollen am Altar auch versichert bekommen, daß der andere es ernst meint und nicht bei den kleinsten Schwierigkeiten abhaut.

Nicht immer jedoch sind Eide, Schwüre und Gelübde einhaltbar.
Ein Politiker oder Richter kann krank werden und zurück treten müssen, ein Beamter kann Zweifel am Staat bekommen, Ordensleute Glaubenszweifel. Ehen können zerbrechen.

Auch Staaten können verschwinden:
Mein Urgroßvater aus Schlitz im Vogelsberg hat als Bahnbeamter vier Diensteide geleistet: Einen auf den Kaiser, einen auf die Weimarer Republik, einen auf Hitler und einen auf die Bundesrepublik.

So wichtig es also ist, daß es un unserer Gesellschaft noch Eide, Gelübde und feste Versprechen gibt, denn sonst könnten wir nie sicher sein, ob wir jemandem glauben können....

....so wichtig ist es auch, sich einzugestehen, daß nicht alle Eide, Gelübde und feste Versprechen einhaltbar sind.

Als Christ sollte man Versprechen in welcher Form auch immer möglichst einhalten.
Mit ADHS stoße ich dabei an eine Grenze, denn ich vergesse viel.

Wenn ich aber schon wieder was vergessen habe, z.B. letzten Mittwoch das eine Spiel in die Spieleausleihe zurück bringen, dann ist das eine Nebensache. Meine Umgebung ist genervt, aber nicht verletzt.

Ein anderes Kaliber aber ist Meineid. Z.B. wenn raus kommt, daß ich das Spiel auf ebay vertickt habe. Oder letzten Mittwoch eh am oberen Orinoco war, also eh nicht kommen konnte und das auch wusste. Das würde verletzen.

Es ist ein Riesenunterschied, wenn man aus den und den Gründen merkt, daß man ein Versprechen, ein Gelübde oder einen Eid nicht halten kann, oder ob man meineidig war, d.h. von Anfang an nicht vorhatte, das einzuhalten.
Wenn z.B. Politiker oder Richter korrupt sind.
Das richtet Schaden an, tiefe Verletzungen, zerstört die Demokratie und das menschliche Miteinander.

blackhole antworten
1 Antwort
bepe0905
(@bepe0905)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 1087

vielleicht sollten wir den Unterschied zwischen Eid und Gelübde (Gelöbnis) noch etwas deutlicher machen.
Jeder Staatsdiener leistet einen Amtseid auf die Verfassung (Grundgesetz) der Bundesrepublik Deutschland.
Ein Fehlverhalten (z.B. Verstoß gegen seine Amtspflichten) kann daher auch deutliche strafrechtliche Folgen für ihn haben.
In meiner Zeit als Soldat wurden die Berufs- und Zeitsoldaten bei ihrer Übernahme in den Staatsdienst dann auch feierlich vereidigt. Sie mussten schwören, "... der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen...".
Dies war also ein Schwur, ein feierliches Versprechen, dass vor Zeugen geleistet wurde und gleichermaßen eine Selbstverpflichtung, aber auch eine Verbindlichkeit gegenüber dem Staat war.

Wehrdienstleistende waren davon befreit, aber sie leisteten ein "feierliches Gelöbnis". Sie mussten also nicht schwören, aber sie gelobten, "... der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht usw ...". Und dieses Gelöbnis hatte damit eher den Charakter eines Treue-Versprechens, das sich der Soldat als Selbstverpflichtung gab, ohne damit eine Verbindlichkeit dem Staat gegenüber einzugehen.

Und so sehe ich das auch in anderen Situationen:
Einen Schwur leiste ich stets als verbindliche Zusage einem anderem Menschen oder einer Institution gegenüber, während ein Gelübde eher eine Selbstverpflichtung ist.

Von der Sache her mag das für einen selbst kein Unterschied sein - rechtlich (also auch strafrechtlich) gesehen aber schon.

bepe0905 antworten


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