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Jüngerschaft

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Gottsucher
Themenstarter
Beiträge : 18

Hi,

wenn Mt 28,18-20 richtig verstehe, dann sollte gelebte Jüngerschaft die oberste Priorität jeder christlichen Gemeinde sein; alles andere konnt danach. Leider kenne ich bisher keine Gemeinde, in der über Jüngerschaft nicht nur gepredigt wird, sondern auch gelebt wird. Nun wird es schwer möglich sein, Jüngerschaft heute genauso zu leben wie vor 2000 Jahren im Alten Orient. Als "Babychrist" (als der ich mich 3 Jahre nach meiner Bekehrung immer noch fühle) habe ich aber auch keine Ahnung, wie so etwas heute praktisch aussehen könnte. Hier daher nur mal ein paar gebrainstormte Gedanken dazu:

Ich denke, es müsste eine fluktuierende Gemeinschaft von Menschen sein, die auf ihrem geistlichen Weg schon unterschiedlich weit sind. Das hat nichts mit dem Alter zu tun – junge Menschen können geistlich schon reifer und erfahrener sein als „alte Säcke“ wie z.B. ich. 😉 Die Ausbildung eines Jüngers sollte Theorie (Lehre) und Praxis (Übungen) umfassen und kann durchaus mehrere Jahre dauern; die 12 Jünger Jesu etwa haben drei Jahre lang Tag und Nacht mit ihrem Rabbi gelebt. Jedem Mitglied dieser Gemeinschaft sollte ein Mentor zur Seite stehen, der sie/ihn über einen längeren Zeitraum hinweg begleitet und mit seelsorgerlichem Rat zur Seite steht. Die Gemeinschaft sollte gemeinsam wachsen, voneinander lernen und letztlich ausgebildete Jünger „produzieren“ und aussenden, die dann ihrerseits neue Gemeinschaften bilden. Dieses Multiplikationsprinzip entspricht dem Jüngerschaftsmodell, das Jesus der Kirche in Mt 28,19-20 aufgetragen hat. Ziel sollte sein, dass es in jeder Stadt solche „Jünger-Gemeinschaften“ gibt, der sich jeder anschließen kann, ohne gleich seinen Job kündigen zu müssen, um für ein Jahr auf eine weit entfernte Bibelschule zu gehen. Das kann man vielleicht als Jugendlicher oder junger Erwachsener in der Selbstfindungsphase zwischen Schule, Studium und Beruf machen, aber nicht mehr so einfach als festangestellter Arbeitnehmer.

Habt Ihr weitere Ideen? Wie könnte Jüngerschaft in Gemeinden praktisch umgesetzt werden? Oder gibt es so etwas schon? In einer Gemeinde sagte man mir, das wäre eigentlich Aufgabe von Kleingruppen. In dem Hauskreis unserer Gemeinde sehe ich das nicht. Wie ist das in Euren Gemeinden?

LG
Stefan

 

Antwort
8 Antworten
lhoovpee
Beiträge : 2335

Ich habe keine direkte Antwort auf deine Frage, sondern eher ein kritische Stellung dazu.

Ich finde, man sollte nichts höher Stellen als von Jesus gelehrt. Das höchste Gebot ich die Gottes- und Nächstenliebe; nicht die Jüngerschaft. Der Missionsbefehl ist eine Handlungsaufforderung von vielen im NT. Diesen zu dem "Wichtigsten" oder "oberste Priorität" zu Erklären ist für mich nicht Nachvollziehbar und gegenüber anderen wichtigen Bereichen der Gemeindearbeit sogar Hochmütig. Natürlich, wenn du es für dich als deine Berufung siehst, dann kannst du es leben. Die Kirche als Ganzen hat aber weit mehr Aufgaben, die ebenso wichtig sind.

Ich sehe im Missionsauftrag auch keine Aufforderung jeden Christen ein nebenberufliches Theologiestudium (Ausbildung) zu ermöglichen. Hier sollte man doch viel mehr auf die Wünsche der einzelnen Personen eingehen. Die "Lehre der Jünger" ist in meinen Augen vor allem durch die Predigt zu erfüllen; da sind halt die meisten da. Zudem sollte ein Angebot vorhanden sein, wo man mehr in die Tiefe gehen kann. Das können Bibelstunden oder Hauskreise sein. In der Kirche in meiner Stadt gibt es dann noch des Öfteren eine Art Podiumsdiskussion, wo Theologen eingeladen werden.

Der von dir grau Hervorgehobene Abschnitt geht in meinen Augen auch viel weiter als aus der Bibelstelle ableitbar ist. Dort geht es dann ja bereits um ein Gemeinde-Vision, -Kultur und -Struktur. Kleingruppen/Lifegroups sind ja schon länger, früher hießen sie halt Hauskreis. Gut Gemeinden, wie Ecclesia Kirchen haben diese ins Zentrum gestellt. Ob das besser ist oder nicht... kann jede Gemeinde selbst für sich herausfinden.

lhoovpee antworten


Deborah71
Beiträge : 17807

@gottsucher 

Jesus sagte : Folge MIR nach..... nicht einem Programm.

Fang doch mal selbst mit Jüngerschaft z.B. mit der täglichen Frage an Jesus: Was hast du heute für mich?

Und dann nimm dir Zeit, die Antwort zu hören und danach zu leben.

Er wird dich Schritt für Schritt ausbilden... Lernen durch Hören und Tun.

 

Es gibt Jüngerschaftsbücher, Kurse...all das... solange es aber nur Theorie in deinem Kopf ist, .... Satz mit x.

 

deborah71 antworten
1 Antwort
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1783

@deborah71 Genau so ist es!

goodfruit antworten
bepe0905
Beiträge : 1315

@gottsucher "Jüngerschaft" ist ein sehr anspruchsvoller Begriff - unter dem unterschiedliche Menschen auch unterschiedliche Vorstellungen haben. So könnte für die meisten Menschen "Jüngerschaft" wohl das sein, was wir in Klöstern oder Communitäten tatsächlich vorfinden. 

Aber auch die Mitarbeiter (besonders die ehrenamtlichen) in Gemeinden und die Mitwirkenden in christlichen Werken (CVJM, Jugendgruppen, Verband "Christen in der Wirtschaft" u.a.) könnte man als "Jünger" bezeichnen. 
Die Frage ist halt, welche Intensität hinsichtlich des Engagements und des Zusammenhalts von Jüngern erwartet wird. 
Aber hier will ich mir kein Urteil erlauben, weil das auch immer mit Aus- und Abgrenzung verbunden wäre. 
Aber für mich ist ein Jugendgruppenleiter, der seinen Anvertrauten in den Gruppenstunden und in Freizeiten Andachten und Bibelarbeiten hält und somit versucht, Jugendliche für Jesus zu begeistern, ganz klar ein "Jünger". 

bepe0905 antworten


Wiwi87
 Wiwi87
Beiträge : 124

Was heißt denn erstmal Jüngerschaft für dich?

Veröffentlicht von: @gottsucher

wenn Mt 28,18-20 richtig verstehe, dann sollte gelebte Jüngerschaft die oberste Priorität jeder christlichen Gemeinde sein; alles andere konnt danach. Leider kenne ich bisher keine Gemeinde, in der über Jüngerschaft nicht nur gepredigt wird, sondern auch gelebt wird. Nun wird es schwer möglich sein, Jüngerschaft heute genauso zu leben wie vor 2000 Jahren im Alten Orient.

Müsste denn wirklich gelebte Jüngerschaft und nicht nur gepredigte so aussehen, wie vor 2000 Jahren? Wäre das erstrebenswert? 

Ich würde schon sagen, dass es Gemeinden gibt, in denen Jüngerschaft auch gelebt wird. Sicherlich nicht immer, rund um die Uhr und in allen Bezügen, aber das war auch damals nicht der Fall, weder unter den Jüngern noch in den Gemeinden.

 

 

wiwi87 antworten
Praktiker
Beiträge : 465

@gottsucher Naja . Es gibt grundsätzlich 2 Sichtweisen der Nachfolge . Einmal als Christ vor und mit Menschen . Die andere ist vor und mit Gott . Für mich sind das 2 verschiedene Vorgehensweisen der Nachfolge .

Einmal orientiere ich mich nach einer Gemeinschaft und lebe in ihr . Vielleicht sogar mit der Bemühung sich nach der Bibel zu orientieren , sprich Nächstenliebe usw. .

Für mich ist die Kerndefinition von Nachfolge in Mt. 11 ; 29 geschrieben .

"Nehmt auf Euch mein Joch und lernt von mir ." 

Damit sind gleich mehrere Problem gelöst .

1. Welchen Lebensweg ich gehe . Dieser von ihm vorgegebene Weg unterscheidet sich merklich von dem , den ich ohne seine Führung gehen würde .

2. Wer mich lehrt . Jesus selbst bzw. der hl. Geist . Er kann auch durch Menschen lehren , die sich von ihm führen lassen .

 

Der Preis der Nachfolge ist nicht Ohne . Es wird nicht umsonst öfters von einem Arbeitsverhältnis im AT gesprochen .

Wie meine Oma gesagt hat : "Nix für nix ." Man bekommt nichts umsonst .

Vielleicht werden sich jetzt manche unter der Gnade Gottes "sonnen" . Das man nicht durch eigene Werke gerecht wird .So steht es geschrieben ...

Wer sich vom hl. Geist in die Wahrheit führen läßt ( leider lernt man sie nicht am "grünen Tisch" , sprich in der theoretischen Diskussion ) , sondern in der geführten Praxis des Alltags .

Wie die Wahrheit über die Gerechtigkeit vor Gott aussieht ist aber ein anderes Thema .

Gruß

Praktiker

praktiker antworten


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