Wie habt ihr gelernt Gott zu hören?
Mein Glaube wankt oft auch deshalb weil Gebet für mich oft ein Monolog ist. Ich habe viel gelesen. Klassiker wie Dallas Williard und die Bibel deshalb meditativ gelesen (ob Worte oder Verse mich ansprechen und Gott dadurch spricht). Bücher wie Süßer wie Honig, kostbarer als Gold durchgearbeitet. Christliche Mediationen von Forster gemacht. Am Ende wenn ich traurig bin oder Fragen habe...bleibt Gebet ein Monolog.
Wie war das bei euch? Hört ihr Gott seit der Bekehrung. Kam es später? Hört ihr ihn auch nicht? Lasst uns reden 🙂
@undwenndoch
Mein Erfahren ist, dass mein Glaube wankt, weil ich ihn selbst nicht festmache. Gott überhaupt nicht mehr in Frage zu stellen war ein großer Schritt in meinem Glaubensleben und führte zu einer anderen inneren Ausrichtung.
Davor war es irgendwie unstetig, mal tolle Erlebnisse, mal Flaute über lange Zeit. Seit ich Gott nicht mehr in Frage stelle, merke ich, dass ich
- die Zweifel vorher selbst induziert habe mit zweifeln, so blöd sich das auch anhört
-dass den Glauben festmachen stark macht weil die Gewissheit einen anderen „Stand“ hat (man ist nicht wie von einer Welle hin und hergeworfen)
- und gleichzeitig ist man sehr abhängig von Gott, was einen auch mal schwach aussehen lässt, weil man nicht ehrgeizig seine eigenen Pläne verfolgt
Das Hören selbst vollzieht sich nicht akustisch, also bei mir nicht. Es sind entweder Erinnerungen an dS was ich in der Bibel gelesen habe, das mich führt oder aber das Leben, der Alltag entfaltet sich auf eine geheimnisvolle gute Weise…was mich wiederum bestärkt.
@stern Das gebet selbst ist also bei dir auch ein "Monolog"?
@undwenndoch
Ja. Aber kein fruchtloser. Kein ins Nichts reden, sondern immer im Bewusstsein dass Gott mich hört. Und dadurch verändern sich Dinge in dir drin.
Früher hab ich das gemacht, was goodfruit mir empfohlen hat, also hinsetzen und schreiben, alles was einem dazu in den Sinn kommt, zu der Frage und dem Anliegen. Und das hat auch was gebracht, ich habe immer da was gelesen, was ich nicht mir selbst zuschreiben konnte. Im Vergleich zu heute würde ich aber sagen: es ist als alleinige Methode nicht ratsam, denn es festigt deinen Glauben nicht.
Dieses Festmachen musst du selbst machen in dem Sinn, dass du dich frägst, auf wen oder was du vertraust. Wenn du diese Frage beantwortet hast, also erst dann, finde ich, kann der Glaube fest werden. und das ist dann der Grundstein, den du legst, worauf du dann aufbaust.
Die Schreib- Methode alleine kann einen auf Dauer verwirrt zurücklassen, weil man die Vertrauensfrage noch nicht geklärt hat.
Sie bringt aber schon Klarheit an sich.
@stern Also kann man sagen du hörst Gott nicht aber erkennst klar seine Antworten?
@undwenndoch
Ja. Sowohl beim Schreiben als auch im praktischen Leben.
Gott h ö r t dein Gebet...............
.....das Gott unsere Gebete hört, wird mir gerade immer wieder neu bewusst. Wenn ich
bereit bin, auf Empfang zu gehen. Mit Gott in Beziehung zu kommen, mir Ihm zu reden, ist
keine einseitige Angelegenheit. Gott tut etwas, und ich darf antworten.
Auch in Zeiten wo Gott manchmal ganz weit weg scheint, ich scheinbar gar nicht
fühle, ist er doch da. Glaube habe ich gelernt, ist Verstand und Gefühl, beides.....
Beziehung zu Gott, schmerzhafte Sehnsucht, quälende Belastung, Angst entdeckt zu
werden.
Nicht immer scheint das spürbare Erleben Gottes angenehm......Unsere Seele reagiert
mit allen ihren gesunden und ungesunden Anteilen auf das Wirken des Geistes Gottes.
Habe die Nähe Gottes, oder Nähe zu anderen Menschen, auch schon als bedrückend erlebt,
anstatt befreiend.
Wenn ich Schuldgefühle habe, vor Gott und anderen Menschen, verletzt bin, schlechte
Erfahrungen mit Gott und Menschen gemacht habe, blockiert bin..........................
Das darf aber auch mal sein, meine ganze Wut gegenüber Gott und anderen Menschen
heraus schreien....
Da geht es nicht immer darum etwas zu erleben, schöne Gefühle zu haben.
Sondern zu versuchen, trotzdem empfänglich für Gott zu sein, authentisch, denn
Er weiß ja, wie es in uns aussieht. Wir müssen vor Gott keine Maske aufsetzen.
Beziehung zu Gott, zu mir selbst, anderen Menschen kann ein langer Weg sein,
das Umdenken und innere Heilung erfordert, aber es lohnt sich.
liebe Grüße,
Und auch du bist irgendwann von irgendwem gelehrt worden, wie du Gott hörst, seine Stimme hörst, ihn vernimmst. Ich glaube, genau darum ging es im Eingangspost.
das habe ich doch klar geschrieben, das es in der Beziehung zu Gott nicht nur
um Gefühle geht, immer gut drauf sein, immer voll abgehen, wenn die
Gefühle mit uns durchgehen. Das durfte ich, wenn auch bitter lernen...............
Auch in der Beziehung zu anderen Menschen, himmelhochjauchzend, und
dann wieder unten. Christus die Mitte, das zählt.
@neubaugoere Ich weiß nicht, ob man das von irgendwem gelehrt wird.
Ich glaube, dass Gott sich ganz alleine bemerkbar machen kann.
Jaein 😀
Gott hat eben auch sein Bodenpersonal ... beides ... Ich denke an: ich hätte nie gewusst, dass Gott eben auch durch die Schrift zu mir spricht, wenn es mir nicht jemand gesagt hätte. Natürlich kann Gott. Und doch nutzt er eben auch sein Bodenpersonal ... nicht nur, aber auch ... beides eben.
Es gibt reichlich Predigtvideos dazu. Persönliche Berichte über Erfahrungen hier im Forum sind einem aber näher, denke ich.
"Ach,... sooo ..... DAS kann es auch sein.... staun...... hab ich ja schonmal erlebt, aber nicht Gott zugeordnet... " denk, denk, denk, erinner.... aufmerksamer sein mir vornehme.... 😉
ja es gibt viele Predigtvideos, persönliche Erfahrungen, aber manchmal ist es schwer,
das Wirken des Heiligen Geistes zu unterscheiden. Als Musiker weiß ich, das ich
mit Musik auch manipulieren kann. Liegt die Berührung der Musik an meiner Beziehung
zu Gott, an der Musik, oder an der guten Stimmung........................................
Oder auch die Rhetorik an der Predigt.
Deshalb ist meine persönliche Beziehung zu Gott das Wichtigste.
Dann fällte es mir auch leichter zu unterscheiden, was Manipulation ist, und was
nicht. Selbst singe und spiele ich deshalb nicht nur Lobpreismusik, sondern
auch mal ältere Lieder, weil da manche Texte authentischer sind..
Zum Beispiel "befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt."
Nachfolge Jesus kann auch sehr hart sein.
Oder "so nimm denn meine Hände und führe mich"
Wenn wir gar nichts fühlen, spüren von Gottes Macht, ER führt uns
durch die Tiefe auch durch die Nacht.........
Vielleicht ist Gottes Wort auch wichtiger wie alle unsere Erfahrungen.......
liebe Grüße,
Gott kann sich auf vielerlei Weise bemerkbar machen. Ich glaube nicht, dass es da eine 'Technik' gibt.
Manchmal ist es ein Impuls, manchmal ein Gedanke der nicht meinem Denken entspricht ...
Es gibt ein Lied, da heißt es (aus dem Gedächtnis) 'Gott spricht zu uns auf wunderbare(?) Weise, durch Botschaften im Alltagsalphabet ... '
(Ich bin mir sicher, dass @Hundemann Text und Autor kennt)
Er spricht zu uns..........Siegfried Fietz
ob es dieses Lied ist.............es gibt so viele Lieder.......,
und Gott redet meiner Erfahrung auf verschiedene Art und Weise. Wer einen Engel sieht oder eine Vision
hat, ist meist recht sicher, das Gott gerade redet. Aber derartiges ist eher die Ausnahme.
Zu vielen Menschen spricht Gott durch eine leise innere Stimme. Und da ist es wichtig, auch
mal schweigen zu können, damit wir unter den vielen Stimmen Gottes Stimme hören, erkennen..........
Da geht plötzlich ein Gedanke durch den Kopf, rufe eine bestimmte Person an, schreibe eine e-mail,
antworte hier in unserem Forum...........
Da bin ich auch immer wieder im Lernen, dieses leise Reden Gottes von den vielen Gedanken
zu unterscheiden.....
Vertraute Stimmen in unseren Beziehungen können wir auch unterscheiden......am Telefon,
ach du bist es........
In Johannes 10 Vers 27 sagt Christus Jesus, "meine Schafe erkennen meine Stimme...."
Bin ich bereit ein Schaf zu sein, das bereit ist, auf Christi Stimme zu hören,
unter den so vielen Stimmen, das Christus die wichtigste Stimme meines Lebens ist.......
liebe Grüße,
@hundemann Es ist wohl dieses Lied, aber es wurde anscheinend neu vertont.
"bist für uns wie ein Vater, der Sein Kind nie vergisst" gesungen von Lila....
ja, es gibt viele schöne Beziehungslieder.......Und vielleicht ist das Wichtigste
unseres Lebens, mit Gott in Beziehung zu kommen. Mir hilft auch das Vater unser
Gebet, wie ich mit Gott reden darf. Einfach das Vater unser Gebet beten, oder frei
beten. Kein Showbeten, um gesehen zu werden, wie gut und fromm ich bin,
sondern in meinem Zimmer beten. Und dann auch wieder gemeinsam mit anderen
Christen beten.
Jeder Mensch hat doch schon Momente erlebt, in denen er sich vorkam wie im
Himmel auf Erden. Ein Abendessen bei Kerzenschein, ein Glas Rotwein, ein
tiefes Gespräch mit einem vertrauten Menschen, oder "meinem Hund."
Oder eine Zeit im Gebet, wo Gott spürbar anwesend war, das man IHN fast mit
den Händen greifen konnte........
Und Gott unser Vater lädt uns ein, mit zu wirken, das der Himmel auf die Erde
kommt. Die Worte, "dein Reich komme" bedeutet genau das.
Der Himmel soll auf die Erde kommen, und Sein Wille soll geschehen.
Und das ist schwer, ich hätte es auch lieber, das mein Wille geschehe.......
Aber der Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat, will Dinge nicht allein tun..
Sondern in Zusammenarbeit mit uns Menschen.
Im Gebet, in Beziehung zu IHM, dürfen wir um Sein Eingreifen bitten,
dass Leben, Segen, Heilung........auf unsere Erde kommt.
Wenn man jemandem eine Freude machen möchte, ist es gut zu wissen, was
dieser Mensch mag. Jemand freut sich über Blumen, andere über praktische Hilfe usw...
Beim Gebet dürfen wir Gott fragen, was Ihm wichtig ist, was Er auf dem
Herzen hat...............
Im Vater unser Gebet kann uns Gott ganz viel zeigen.
liebe Grüße,
Stimme dir zu. Es gibt keine Technik. Aber es gibt eine Bereitschaft, so wie der Prophet Samuel als Kind begann, nachdem der zweimal seinen Lehrer Eli geweckt hatte, weil er meinte, dieser rief ihn:
1Sam 3,10 Da kam der HERR und trat herzu und rief wie vorher: Samuel, Samuel! Und Samuel sprach: Rede, denn dein Knecht hört.
Und die Bereitschaft zu hören, mich unter Gott zu stellen, fällt mir auch schwer.
Im Himmel ist alles klar. Da geschieht Gottes guter Wille, ohne Einschränkung.
Was Gottes Wesen und Sein Geist ist. Liebe, Treue, Frieden, Freundlichkeit, Güte...
(nach Galater 5 Vers 22)
Auf der Erde, und auch in meinem Leben sieht da manches anders aus......
Aber was ist nun Gottes Wille für uns, für jeden Menschen......
Da gibt es viele, unterschiedliche Antworten. Und ich kann dass auch oft nur
stückchenweise erkennen. Spontan würde ich sagen, Liebe ist das Wichtigste,
Gottes Wille ist Liebe.
Neben den allgemeinen Maßstäben der Bibel hat das aber auch viel mit der persönlichen
Berufung und Beauftragung des einzelnen Menschen zu tun.
Welchen Aspekt des Himmels ich besonders gerne auf der Erde sehen.
Und da gibt es vermutlich unterschiedliche Meinungen. ..............
liebe Grüße,
@undwenndoch
Wie war das bei euch? Hört ihr Gott seit der Bekehrung. Kam es später? Hört ihr ihn auch nicht? Lasst uns reden 🙂
Eine wunderbare Frage. Danke dafür. Was ein schönes Thema. Und was für ein schöner Austausch (kann dadurch zustande kommen). 😊
Achtung: "Lebensbericht" 😉
Ich lebte ja immer in einer Welt ohne Gott. Wusste nicht, dass es wirklich einen gibt und wusste auch nichts um Vater, Sohn und Heiligem Geist. Ich wuchs auf und wurde quasi "von meinen Eltern gelehrt", dass alle Gläubigen (egal woran) einen an der ...... *hüstelgrins* naaa n Flitz unterm Pony haben und nicht richtig ticken. Die Welt ist, wie sie ist. Ich war irgendwann dann via GMX in einer Community (die hatten daaamals noch eine) und lernte (online) so ein paar nette Leute kennen. Einen besonders. Als der dann sagte, dass er an Gott glaubte, und einige der anderen auch, dachte ich 'ach manno, die sind doch so nett' (so schade um sie). 😀
Na wie dem auch sei, der gute junge Mann erzählte mir von sich und diesem Gott, wie sie zusammen leben, wie er aufwuchs (Pastorensohn), was er erlebte und so. Ich fand das nicht interessant, ich fand ihn interessant, weshalb ich diesen Kontakt hielt. Ich realisierte schon irgendwie, dass er sich anders verhielt, er war anders, nicht nur netter, er hörte zu, ließ mich ausreden, war wirklich an mir interessiert, vertraute mir ... ich kannte das bis dahin nicht. So doof das klingt, ich kannte sowas nicht. Ich kannte leider nur ... sagen wir, die andere Art von Männern (bis hin zu einer Vergewaltigung durch meinen damaligen Freund, einen Mann aus dem Orient).
Der Kontakt vertiefte sich. Irgendwann entschlossen wir uns, uns mal zu treffen. Da wir so gut wie jeweils am anderen Ende Deutschlands wohnten 😀 , suchten wir auf der Landkarte irgendwie die Mitte und mieteten dort ein Ferienhaus. Dort verbrachten wir dann einige Tage, kochten gemeinsam (war mir auch fremd), erkundeten die Gegend gemeinsam (Freundschaften und derlei kannte ich auch nicht wirklich, nur aus der Kindheit und auch das ist ein eigenes Kapitel). - Oh, ich muss zum Punkt kommen. 😀
Er war zuerst da und wartete auf dem Parkplatz. Ich stieg aus, ging hin, wir umarmten uns (auch da war mir aufgrund meiner Erfahrung schon ein wenig mulmig vorher, aber er war doch so nett). Er hielt mich im Arm ... Sekunden zu lang ... und bei Unwohlsein können Sekunden zu Minuten werden und Zeit sehr lang ... Mein Innerstes stand auf, wehrte sich aus Leibeskräften ... er hielt mich ... fast wurde das zur Qual, ich gab irgendwann auf ... und genau in dem Moment lockerte sich die Umarmung und ich war quasi wieder frei. <- Ich erlebe solche Momente sehr detailliert und tief, ich bin hochsensibel (nur zur Info), mein Innenleben wie ein überfülltes Kino. - Ich wusste irgendwie immer instinktiv, das war nicht nur er, der mich da umarmte. Meine Seele war berührt, angetoucht. Nie im Leben hätte ich mir das anmerken lassen und es erst recht nicht benannt. Denn Gott war bis dahin nicht real.
Irgendwann standen wir mal auf dem Balkon. Ich stand vorn, schaute auf das wunderbare Weizenfeld, wo der Wind durchfuhr, es sah herrlich aus. Er saß hinter mir. Wir unterhielten uns. Ich erzählte meine (Vergewaltigungs-)Geschichte. Dann hörte ich es schluchzen hinter mir. Ich war verwirrt. Ich dachte, ich hätte mich verhört. Wieder schniefte es und schluchzte leise. Was zum ...... war das? Ich fragte ihn, warum er denn jetzt weine, es ist doch meine Geschichte, mein Schmerz (was hat er damit zu tun?). Er erklärte mir, dass ihm das so leid tue, dass ich das erleben musste. Was? Was war das? Wieder war meine Seele berührt. Etwas später realisierte ich, dass das Mitleid war, er litt mit mir mit; und dass Mitleid nichts Negatives ist, wie mir immer weißgemacht wurde. Da fühlte jemand mit mir. Da tat es jemandem leid ... Das kannte ich nicht.
Der Kontakt verlor sich irgendwann. - Ich kann mich noch erinnern, dass ich einmal ein denkwürdiges Erlebnis hatte. Ich wohnte damals im achten Stock eines Hochhauses, konnte weit über die Häuser sehen und immer viel Himmel. Mit einem Mal zog es mich irgendwie raus blicktechnisch - kann ich kaum beschreiben - aus Filmszenen kennt man das, wo aus einer Stelle rausgezoomt wird bis ins Weltall und der Mensch/das Haus immer kleiner werden, man sieht nur noch die Gegend, dann nur noch die Stadt usw. - und wieder zurück. Wuuoooaaaah, was war das denn???? - Ich rief ihn damals an, wo wir noch Kontakt hatten, und er erklärte mir, dass mir da "jemand" einen kleinen Blick durch seine Augen gewährt" haben soll. Ich war sprachlos, nicht wenig berührt.
Ich weiß nicht mehr, wie viele solcher kleinen Dinge ich erlebte bis zu dem Moment, wo es geschah. ❤️ Ich kam vom Einkaufen, musste die Straße etwas hochlaufen mit den Einkäufen. Zwischendurch dachte ich immer mal wieder an einen Menschen, der mein Vertrauen missbrauchte, der mir nicht gut tat. (Ich hatte auch über die Arbeit Kontakt mit einer jungen Frau, die merkwürdige Dinge erlebte, wie Kerzen in der Mitte anfangen zu brennen, die Stehlampe an- und ausgeht, obwohl der Stecker gezogen war, jemand an der Glastür vorbeiging, obwohl alle im Raum waren ... sie hatte mir damals ein Horoskop erstellt.) Ich nahm etwas wie einen Schatten wahr. Ach Quatsch, rieb mir die Augen, das kann nicht sein, und ging weiter. Da war er wieder. Im Nachhinein immer dann, wenn ich an diesen Menschen dachte. Es wurde mehr. Penetranter. Auch das Augenreiben half nicht, der oder die Schatten waren da. Ach du Sch........ was war das denn??? Na klar fielen mir dann die Dinge mit der Kollegin ein. Sch.......... Hilfe! Was tun? Was auch immer ich tat, es half nicht, die Schatten waren penetrant da. Jetzt hatte ich nicht einfach nur Angst, nein, sie steigerte sich in Panik. Ich hatte das nicht unter Kontrolle. - Da fiel mir etwas ein, was dieser junge Mann mir damals mitgegeben hatte (ich konnte mich nicht wirklich erinnern, aber in dem Moment schon): Wenn ich mal in Panik geraten sollte, solle ich Seinen Namen rufen, Er würde mir helfen. Was? Das war doch aber sein Gott, nicht meiner. Ich hatte damit nichts zu tun. Die Situation schien ausweglos. Schlimmer konnte es aus meiner damaligen Sicht nicht werden. Also traf ich diese Entscheidung. Ich lies alles los (also die Einkaufstüten), ich kann mich nicht erinnern, ob ich die Augen schloss oder was ich im Einzelnen noch tat, aber ich erinnere mich haargenau an das, was dann geschah:
Jesus Christus, sagte ich, in mir bebte es *Gänsehaut*, du Gott von XYZ, XYZ hat gesagt, du würdest mir helfen, ich brauche Hilfe!
Die Szene war wohl filmreif. 😉 "Es" war um mich herum, hüllte mich irgendwie ein ... und ich sah eine riiiiesige Hand, die etwas beiseite schob, was ich als eine Art "grauen Schleier" bezeichnen würde. Dann war es nur noch hell. Klar. Still. - In meiner Erinnerung stand ich auch erstaunlicherweise woanders als vorher, wo ich um Hilfe bat. Vielleicht war ich weitergegangen. Vielleicht ... ich muss es offenlassen.
In mir waren alle "Loser-Stimmen" still, alle Fragen beantwortet, selbst die, die ich nie gestellt habe. Alles war anders. Ich war anders. Ich sah dieselben Häuser und doch wusste ich in mir, es ist anders. Ich hörte dieselben Geräusche (Autos, Straßenbahn) und doch wusste ich, etwas ist anders. Alles Negative in mir war verschwunden. Es war hell, freundlich, klar. Und ich war ein neuer Mensch.
Das war der Beginn unserer wunderbaren "Freundschaft" ... Gott rettete mich. Und ich durfte - im biblischen Bild gesprochen - meine eigene Umpfropfung in den neuen Weinstock erleben. (so erklärte ich es mir, als ich die Bibelstelle las mit dem Weingärtner).
Ich hatte fortan viele kleine Momente der Kommunikation mit Gott, meinem Freund, meinem Retter ... zuerst über Wolken. Ich fragte ihn etwas, er gab über die Wolken Antwort. Ich "testete" ihn. Heute denke ich, vielleicht war ich wie ein kleines Kind, das etwas lernt und der sein Kind liebende Vater schaut zu und schmunzelt darüber, findet das toll, wie sich sein Kind entwickelt.
Im Februar 2004 war es, da fand ich den Mut, mir eine Therapeutin zu suchen. Nun ja, in Berlin gab es damals schon Wartezeiten auf Therapieplätze von bis zu einem dreiviertel Jahr. Puh, ob ich dann noch die Kraft haben würde? Eine Freundin begleitete mich und ermutigte mich immer wieder (obwohl sie an diesen Gott gar nicht (mehr) glaubte - katholischer Hintergrund). Im September dann der Anruf: Jemand hätte abgesagt, wir könnten starten. Gut. Ich legte den Hörer (ja damals noch schnurgebunden 😀 ) auf. Mich durchfuhr wie ein Blitz ein Gedanke: Ab hier geht es nicht mehr ohne Gott. Huch? Wo kam das denn her? Es war nicht mein Gedanke, es fühlte sich nicht so an. Nach wohl exakt drei Sekunden (auch so Sachen nehme ich wahr) nahm ich den Hörer und rief den mir mittlerweile von Gott gesandten (ich testete Gott, ob es ihn gibt - warum auch immer - und bat um jemanden in meiner Nähe, den ich mit Fragen löchern könnte, der junge Mann vom Anfang war da schon weggefallen. Unglaublich, aber nach dieser Bitte kam exakt drei Tage später ein neuer Kontakt zustande zu einem jungen Mann in meiner Stadt, der mich auch jahrelang immer erfolglos zur Gemeinde einlud.) anderen jungen Mann an und sagte nur: XYZ, Sonntag, Gottesdienst, du holst mich an der U-Bahn ab. Bäm. Seit diesem Tag bin fest in eine Gemeinde eingeliedert. Fortan jeden Sonntag Gottesdienst. Die Predigten schienen immer exakt für mich zu sein. Der Pastor erklärte mir damals, dass das der Heilige Geist ist, der mich anspricht, man würde immer denken, ej, der meint mich, woher weiß der das? ... (weil es so ist 😀 )
Parallel zur Therapie, die ja im September begann hatte ich dann auch Seelsorge mit dem Pastorenehepaar. Ich hatte eine - wie wir heute sagen - weltliche Therapeutin und betrachteten die - ich glaubte ja irgendwie, seit wann, weiß ich auch nicht so genau, es entwickelte sich einfach - Seite als Gotteskind, also mit Gott und mir eben auch. An einem Tag (dem schlimmsten, weil es direkt um den Mann als Vergewaltiger ging) ging es mir nicht gut. Wer mich kennt, weiß, ich mag nicht spazierengehen. Uäääh, was ist das denn? 😀 Aber ich fragte die Therapeutin (ich war mit Auto), ob es in der Nähe irgendwas gibt, wo ich spazierengehen konnte. Und das gab es. Am Ufer eines kleinen Baches entlang ... dort atmete ich auf, versuchte, Kraft zu tanken, mich zu beruhigen, was auch funktionierte. Als es mir besser ging, stieg ich ins Auto und fuhr heimwärts. Alles steckte mir noch in den Knochen, ich war trotzdem immer noch aufgewühlt, aber ruhig. Ich fuhr, die Sonne schien. Auf einmal war mir, als klopfte jemand an meine Frontscheibe, was ja real nicht sein kann, wenn ich fahre. Häh? Und wieder. What??? Es war mir, als wolle das Klopfen mich irgendwohin führen, mir etwas zeigen. Und so sah ich wirklich konzentriert aus dem Fenster in die Richtung, aus der das Klopfen kam. Was ich sah, war, am Himmel gefühlt Millionen von kleinen Wolken, die alle eine Fischform hatten. Ich war zutiefst berührt. Ich wusste, wer da geklopft hatte und ich verstand die Botschaft. Ich musste anhalten und weinte erstmal. Weinte mir alles aus der Seele. Das war überwältigend! - Die Termine waren nicht mal aufgebraucht, fragte mich die Therapeutin, warum wir überhaupt noch Termine machen. What?? Mir schien es wie ein "Gesund-Attest" ... und ich wusste, ab jetzt beginnt ein neues Leben. Theoretisch ist alles in Ordnung, jetzt muss ich es nur noch praktisch umsetzen. - Und dazu hatte ich wahnsinnig liebe Menschen in dieser Gemeinde an meiner Seite und lernte ein total anderes Leben kennen, eines, was ich mir immer gewünscht hatte. Ich wusste und weiß, das alles hatte ich Gott zu verdanken.
Ich wurde im Sommer 2005 in meinem Lieblingssee (Familie, da badeten wir immer) mit drei anderen getauft. Es war recht diesig, aber die Sonne brach ab dem Moment durch, als der erste Täufling seinen Fuß ins Wasser setzte. Krass. Keine Störung vom Publikum drumherum. Und während der ganzen Taufe waren da drei kleine Enten ... - das ist "unsere Sprache" oder ein Teil davon ... mein Taufvers:
Jes 61,10 Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt.
Als ich mal in der Bahn saß, um zur Gemeinde zu fahren, las ich in meiner Bibel. Ich verstand ja so viel nicht. Zu der Zeit las ich über das tausendjährige Reich. Das verstand ich erst recht nicht. Warum nicht gleich, Gott? Warum erst wieder noch ... ? Es wollte sich mir einfach nicht erklären. Dann geschah etwas, das mir schier die Sprache verschlug: Ich hörte in mir eine Stimme - und wer immer diese Stimme in sich hört, weiß, wie sich das anfühlt, dass du etwas denkst und weißt, das bist nicht du, dass du etwas hörst und weißt, das bist nicht du -, die da sagte (fast wörtlich): "Es ist mir nicht so wichtig, ob du das verstehst. Mir ist wichtig, dass du meinen Sohn in deinem Herzen trägst." Bäm. Weinen. Weinen. Weinen. Nicht sprechen können. Nur weinen. Die ganze Zeit bis zur Gemeinde.
In der Gemeinde angekommen, versuchte ich mich zu beruhigen. Aber kaum öffnete sich die Tür und die Leute sahen mich eben mit diesem Blick an, konnte ich nicht anders als nur zu weinen. Immer, wenn ich es erklären wollte, weinte ich. Ich konnte nicht reden. Dann war jemand so pfiffig und fragte anders: Ist was Schlimmes passiert? Bist du verletzt? Ich schüttelte den Kopf. Ist was Tolles passiert? Ich nickte heftig. Dann waren schon mal alle beruhigt. Wir einigten uns irgendwie, dass die anderen schon anfangen und ich nachkommen würde. Ich weinte dann noch etwas in der Küche. Als ich mich dann wirklich beruhigt hatte, stieß ich dazu. Ich gab Zeugnis, sagen wir ja so, und wir lobten und priesen unseren großartigen Gott.
So, das war jetzt viel. Beim Schreiben hab ich in einige Taschentücher geweint, weil mich das immer wieder so berührt, wie gut Gott ist und wie er an mir gehandelt hat, und dass ich Zeugnis sein darf. 🙂
"Unsere Sprache" verändert sich auch, sie blieb nie gleich. Über die Wolken kommunizieren wir z.B. nicht mehr. Ich merke, wie mich der Heilige Geist führt, manchmal nicht so deutlich. Manchmal kann ich seine Heiligkeit hautnah erleben. Seine Stimme hab ich auch nur noch ein Mal danach wieder gehört. Die Erlebnisse sind für mich so eindrücklich, dass ich gar nicht mehr davon brauche.
In meiner ersten Gemeinde lernte ich viel über Gott, über seine Idee, unsere Identität. Die Gemeinde "starb". Ich suchte eine neue. Auch dorthin führte mich Gott, weil er sie mir nannte. Da blieb ich ca. 11 Jahre. Dort sagte er am Anfang in einem Gebetstreffen zu mir: jetzt wirst du erwachsen. Krass. Was? Sollte sich unsere schöne gemeinsame Zeit verändern? Wieso? (ich kann nicht sonderlich gut mit Veränderungen)
Auch heute noch verändert sich immer mal wieder unser "Kanal", auf dem wir reden. Aber Gott ist immer da, begleitet mich in allem, zeigt mir Dinge, erklärt mir "die Welt"/Situationen in meinem Leben, lehrt mich, führt mich. Und ich feiere das ... Ihn.
Da fehlen sicher Kommas oder anderes ... egal.
Dein Taufvers 🥰😍🥰
Den (ersten Teil) hatte ich damals (ohne gläubig zu sein) zu meiner Konfirmation gewählt…
Im ganzen ist er noch schöner. Und wie passend für dich, für dein neues Leben ❤️
@undwenndoch
Er hat mich klar in den Gedanken angesprochen, als ich Joh 19,18-19 las: "Das bin Ich". Dazu umgab mich so eine reine Liebe, die ich bis dahin nie kennengelernt hatte.
Ich hatte gelesen, um zu verstehen, wovon meine Kollegin nach ihrer Bekehrung sprach. Ich war zwar in der Kirche, hatte aber nie Bibellesen gelernt. Das hatte mich gefuchst, weil ihre Worte für mich 'böhmische Dörfer' waren.
Dann gab es verschiedene Gelegenheiten, zu denen ich starke Gedanken, die meine unterbrachen, hörte und die immer eine Lösung brachten. Auch einmal Heilung, als ich Psalm 118,17 lesen sollte, als ich mit Lungenentzündung lag.
Einzelne wichtige Bibelverse begannen im Herzen zu brennen und ich wusste, da redet Gott und das ist für mich.
Mit der Zeit wurde die Beziehung immer vertrauter und ich erwartete auch zu hören. Aber meistens 'sehe' ich mehr und eher und danach kommt das Fragen und Hören. Wie Jeremia sehe ich oft im Natürlichen und da ist eine Verbindung zu einer inneren Botschaft, Beispiel Mandelzweig. Dabei ist ein Wortspiel. Ich mag Wortspiele. Das benutzt Gott auch oft. Der zweite Eindruck von Jeremia war eine innere Vision, das Ding mit dem Kessel von Norden. Innere Eindrücke kenne ich auch. Auch das ist Reden Gottes.
Er ist sehr kreativ.
@undwenndoch Klassisch "reden" höre ich ihn nicht.. Ich habe für mich persönlich jedoch festgestellt, dass mir drei Dinge wieder & wieder auffallen:
- Stille. Keine große Überraschung, aber ich finde, Stille ist eine tolle Voraussetzung, um sich Gott näher zu fühlen
- Natur - ich fühle mich Gott im Allgemeinen ausgesprochen nahe in der Natur, in den Wäldern, auf Wiesen, am Wasser & sei es noch so vermeintlich klein, z.B. auch eine schöne Blume am Wegesrand
- Zum Gebet: Ja, ich erlebe Gebet zwar tendenziell auch mehr als Monolog, ABER ich spüre & fühle irgendwie, dass da ein Gegenüber ist, dem es nicht einfach egal ist, was ich bete oder erzähle .. Zumal ich auch hinterher immer sehr ruhig bin & mehr innerlichen Frieden verspüre (kann auch rein psychologisch begründbar sein, aber ich glaube nicht, dass das der einzige Grund ist)