Wie habt ihr gelernt Gott zu hören?
Mein Glaube wankt oft auch deshalb weil Gebet für mich oft ein Monolog ist. Ich habe viel gelesen. Klassiker wie Dallas Williard und die Bibel deshalb meditativ gelesen (ob Worte oder Verse mich ansprechen und Gott dadurch spricht). Bücher wie Süßer wie Honig, kostbarer als Gold durchgearbeitet. Christliche Mediationen von Forster gemacht. Am Ende wenn ich traurig bin oder Fragen habe...bleibt Gebet ein Monolog.
Wie war das bei euch? Hört ihr Gott seit der Bekehrung. Kam es später? Hört ihr ihn auch nicht? Lasst uns reden 🙂
@undwenndoch
Durch das persönliche mit den Ohren hörbare Reden Gottes (er hatte sich mit vorher offenbart und dann gesprochen) bin ich zum Glauben an Ihn gekommen. Ansonsten kann ich sagen: Gott redet i.d.R. kurz, knapp und präzise. Nicht dann, wenn ich will, sondern dann wann Er will. Obwohl ich krasse Sachen erlebt habe mit Ihm, dachte ich zu Beginn (das war 2002), dass wird bei mir nie funktionieren. Weit gefehlt. Denn es kommt nicht auf mich an, sondern auf Ihn. Er hat mich gemacht, er kann sich auch so zu erkennen geben, dass man genau weiß, dass es eben der war. Da kann könnte dann manchmal die ganze Welt kommen und das Gegenteil behaupten, man wüsste es doch besser.
Was weitaus häufiger, aber auch schwieriger ist (im Gegensatz zum deutlichen unmissverständlichen Reden Gottes), das ist das leise Reden Gottes. Bei dem man gerade zu Beginn oft überlegt, kommt das jetzt von mir, von meiner Seele, oder kommt das vom Herrn. Mein bester Freund fragte den Herrn ein mal, "Herr, warum fällt es mir so schwer, dein leises Reden von dem Reden meiner eigenen Seele zu unterscheiden?". Da sprach der Herr zu ihm, "Wenn ich dich an das Ende deines eigenen Wollens gebracht haben werde, wird es dir keine Schwierigkeit mehr sein.".
Wir dürfen ihn bitten, "Herr, ich wünsche es mir von dir. Bitte hilf du mir.". Was auch nicht immer gerade leicht ist, "Dann auch tun, was der Herr einem gesagt hat!". Denn das Problem ist, es widerspricht nicht selten dem, was die Bibel unser "Fleisch" nennt, das ist unsere adamitische unter der Sünde verkaufte alte menschliche Natur. Das ist der Teil in uns, der sterben muss, damit der neue Mensch leben und die Kontrolle über sich selbst übernehmen kann. Man kann des Herrn Reden dennoch wahrnehmen, wenn es noch ein paar Jahre oder Jahrzehnte bis dahin ist.
@undwenndoch
Wie habt ihr gelernt Gott zu hören?
Unterschiedlich, so wie hier im Thread bereits geschrieben wurde. Und auch, wenn alles ganz still in mir wurde. Kann sein, dass man manchmal denkt, das Gebet geht nur bis unter die Zimmerdecke. Aber Gott befindet sich ebenso unter der Zimmerdecke.
@undwenndoch
Ich hab da, glaube ich, noch eine Geschichte:
Als ich Gott begegnete (ich schrieb woanders darüber) und irgendwann in meine erste Gemeinde ging - als ich also "noch ganz neu" war ... zu der Zeit tanzte ich noch recht "ausgiebig" ... fast exzessiv ... wenn es an Montagen auch irgendwas hier in B gegeben hätte, wäre ich auch montags noch tanzen gegangen, ich war jeden Tag unterwegs (ich hatte auch nen Tanzpartner). - Nun ging ich ja mit Gott (für mich war das selbstverständlich, mit dem zu gehen, der mich aus der Finsternis geholt hatte) und fragte ihn - hing am Rockzipfel quasi -: Was ist? Darf ich das weiterhin machen? Findest du das gut? Darf ich tanzen? Darf ich weggehen? Wie denkst du darüber? --> und hörte nie eine Antwort. Das zog sich über Wochen ... Monate ... Zwischendurch wurde ich vom Rauchen frei (auch von heute auf morgen ohne Entzugserscheinungen) und fragte weiter; zugegeben, nicht mehr so oft. Ich war auch irritiert, wo ich ihn doch vorher verstand ... hier schien er zu schweigen. - Eines Tages, als ich wieder mal nachfragte, stellte ich selbst verblüffenderweise mit Verwunderung fest, dass ich gar nicht mehr Tanzen ging. 😉 😀 DAS war Gottes Antwort - erkannte ich sofort. Er antwortete, indem er mir etwas (auf-)zeigte. - Ich war so fokussiert auf das Fragen-Antworten und irgendwie mit so vielen anderen Dingen beschäftigt (ist jetzt nur vermutet), dass ich das gar nicht wirklich realisierte, dass ich mehr mit Gemeinde und den Menschen zu tun hatte und mir das Tanzen - oder genauer: das, was ich beim Tanzen fand - nichts mehr gab. Ich erkannte in diesem einen Moment, warum ich tanzen ging. Ich bin überzeugt davon, dass Gott mir das alles aufgezeigt hat (der Geist führt uns in alle Wahrheit). Ich bekam mehr Einblick, wer ich eigentlich bin - paralllel eben zu dem: Wie hat Gott mich gedacht, was denkt Gott über mich, wozu hat er mich geschaffen, wer ist dieser Gott?
Drum prüfe ... und behalte das Gute.
@undwenndoch
Eine viel schlichtere Antwort allein auf deine "Thread-Überschrifts-Frage" (Wie habt ihr gelernt Gott zu hören?) ist von mir auch: Ich wurde gelehrt.