Wiedergeboren Brainstorming
Guten Morgen,
eine Runde Brainstorming zur Wiedergeburt, einfach mal raushauen, was einem so dazu einfällt, mich interessiert was ihr dazu denkt.
mir fällt dazu ein:
-man sieht alles neu, wie ein Baby, ist vorurteilsfrei
-gilt vielleicht besonders für Menschen, die durch Taten gerechtfertigt werden wollen?
selbst so erlebt und verifiziert?
Ja. Und ich ergänze zum Begriff Wiedergeburt das
- Wissen, dass Gott mich wirklich angenommen hat.
ohne schon nachgelesen zu haben: was für einen Unterschied hat es auf das praktische Leben?
spontan: Die Erwartung des persönlichen Pfingsten und die innere Gewissheit, dass das Krafthandwerkszeug verliehen ist von Jesus. Die Bitte um Ausbildung in der Anwendung der Geistesgaben.
Die Beziehung zu Jesus, dem Heiligen Geist und dem Vater geordnet zu haben, wer macht was... Joh 16.
Ich las mal einen "(Aus)Spruch" von jemandem: "Christus ist noch nie bei einem Menschen nur halb eingekehrt." (Es wird Spurgeon zugeschrieben.)
Ich bin bei Adjutante: Lebensveränderung, die gleich oder auch nach und nach sichtbar/erfahrbar wird; Kehrtwende; Erneuerung ... hängt ja auch irgendwie alles zusammen ... neue Sichtweisen, neue Herangehensweisen, neue Perspektiven ...
weil das alles der Heilige Geist schenkt.
Ich hab so den Verdacht, dass es da gewaltige Unterschiede zwischen Landeskirche und 'allem anderen' gibt.
In die Landeskirche wird man halt oftmals hineingetauft und -konfirmiert (oder eben -kommuniziert und -gefirmt) und dann ist man halt Christ und in Gemeinschaften und Gemeinden etc. brauchts die 'Lebensübergabe' und 'Wiedergeburt'.
Ja, immer je nachdem, wie gelehrt wurde ... und ob dazu eingeladen wird, zu hinterfragen ... sich, das System, den Glauben ...
Die Frage nach der "Wiedergeburt" (bzgl. Johannes 3,3) zielt wohl letztlich auf die Frage: "Wer ist ein Christ bzw. darf sich als Christ bezeichnen und verstehen?" - und es ist eine "soteriologische" Frage (d.h. die Frage nach dem "Heil" und dem "Gerettet sein").
Im Pietismus und im evangelikalen, charismatischen und freikirchlichen Verstehen wird klar definiert: Christ ist, wer in seinem Leben eine Bekehrung ("vorher - nachher"), eine klare Entscheidung und Lebensübergabe an Jesus vollzogen hat. Dies wird dann präzisiert mit der Konkretion: Jemand ist ein "wiedergeborerer Christ".
Gemeindezugehörigkeit definiert sich dementsprechend freikirchlich so, dass man mit dieser Glaubensentscheidung (oft auch einer damit verbundenen Erwachsenentaufe) zu den anderen "wiedergeborenen Christen" als Leib Christi gehört - und "nach außen" hin missionarisch unterwegs ist.
Darüberhinaus sieht man die "Volkskirche" (ihre Mitglieder, Amtsinhaber und Vertreter) in der Regel kritisch, weil diese Eindeutigkeit (weitestgehend) fehlt: Man kritisiert, dass kein "klares Evangelium" mehr verkündigt wird, dass ein "liberaler" (nicht mehr "bibelgläubiger" Geist herrscht) und dass Theologie, Verkündigung, Taufpraxis etc. in weiten Bereichen nicht mehr wirklich christ-lich (d.h. Christus-gemäß) sind.
Wenn man Menschen fragt: "Bist Du ein Christ/eine Christin?" und die Antwort heißt: "Ich versuche es!" oder "Ich hoffe!" oder "Ja, weil ich getauft und konfirmiert bin!" oder "weil ich so erzogen wurde" o.ä., dann heißt die Messlatte: Du bist noch nicht wirklich "zum Glauben gekommen."
Für Luther ist die "wahre Kirche" da, wo Menschen sich "um Wort und Sakrament" versammeln, in der Barmer Theologischen Erkärung ist davon die Rede, dass die Kirche berufen ist "die freie Gnade Gottes an Alles Volk auszurichten" - dies bedeutet, dass nicht eine menschliche Messlatte über "drinnen oder draußen", dazugehörig oder eben nicht, angelegt wird - es macht die Grenzen fließender - bietet offeneren Raum für Verstehen, Pluralitäten, Hören, Suchen, Finden - und macht die Zugehörigkeit nicht fest an einem bestimmten Status, sondern an der Mitte dessen, was die Kirche gibt ...
....
Zur Bibelstelle denke ich: Jesus spricht zu Nikodemus davon, dass eine "Neugeburt" nötig ist, damit ein Mensch "das Reich Gottes sieht" und in das Reich Gottes "eingeht". Es geht mMn. nicht um eine individuelle Seelenrettung im zukünftigen Gericht, sondern um das Sehen und Teilhaben an der Wirklichkeit Gottes, seiner heilsamen Wirk-lichkeit, seiner Real-ität ... und die Pointe scheint mir, dass wir diese Ein-Sicht von uns aus nicht einfach mitbringen, sondern dass Gott bzw. Gottes Geist es in uns "wie mit einer erneuten Geburt, einem neuen/zweiten auf die Welt kommen" einem "erneuten Schöpfungsakt" schaffen muss (so dass wir sehen, erkennen uns darauf einlassen, daran teilhaben, daran mitwirken).
Ich glaube, dass dies nichts mit dem "vorher-nachher" einer Bekehrung zu tun hat, sondern es immer und immer wieder - täglich neu - in und an uns geschehen kann und muss - dieses "aufs Neue geboren werden."
Und der Anfang der Geschichte besteht ja auch nicht darin, dass Nikodemus nach "Errettung" fragt, sondern andeutet: In Jesus KÖNNTE er es mit Gott zu tun haben ... und Jesus gibt ihm so etwas wie eine Bestätigung darin, dass diese Ahnung, dieses Fragen seine Richtigkeit hat, die letztendliche Kenntnis (nikodemus, allen, uns) aber eben von Gott neuschöpferisch gegeben wird
Das "einfach mal rausgehauen" 😉
L'Chaim
ziemlich viel so rausgehauen…😉
Es geht mMn. nicht um eine individuelle Seelenrettung im zukünftigen Gericht, sondern um das Sehen und Teilhaben an der Wirklichkeit Gottes, seiner heilsamen Wirk-lichkeit, seiner Real-ität ... und die Pointe scheint mir, dass wir diese Ein-Sicht von uns aus nicht einfach mitbringen, sondern dass Gott bzw. Gottes Geist es in uns "wie mit einer erneuten Geburt, einem neuen/zweiten auf die Welt kommen" einem "erneuten Schöpfungsakt" schaffen muss (so dass wir sehen, erkennen uns darauf einlassen, daran teilhabenm, daran mitwirken)
das war sehr erhellend, vielen Dank!
das auch:
dass die Kirche berufen ist "die freie Gnade Gottes an Alles Volk auszurichten" - dies bedeutet, dass nicht eine menschliche Messlatte über "drinnen oder draußen", dazugehörig oder eben nicht, angelegt wird - es macht die Grenzen fließender - bietet offeneren Raum
👍🏻
Ich glaube, dass dies nichts mit dem "vorher-nachher" einer Bekehrung zu tun hat, sondern es immer und immer wieder - täglich neu - in und an uns geschehen kann und muss - dieses "aufs Neue geboren werden."
Interessante Sichtweise. Über Nacht wird man dann wieder zum unerretteten Sünder, der am nächsten Morgen neu (von oben) geboren werden muss?
In der damaligen rabbinischen Vorstellung war jede neue Entwicklungsstufe eine Stufe in ein neues Himmelreich, Schüler, Student, Heirat. Kein Wunder, dass Nikodemus Schwierigkeiten hatte, Jesus zu verstehen. Er war voll auf die irdischen Gegebenheiten ausgerichtet und fragt deshalb nach der natürlichen Geburt durch die Mutter und erkennt, DAS kann es ja nicht sein.
Bei der Frau am Brunnen gibt Jesus einen kleinen Einblick in die Geburt von oben: in dir entspringt dann eine Quelle lebendigen Wassers, die ins ewige Leben quillt. Der Himmel/die Versetzung in die Königsherrschaft Gottes beginnt also hier und wird nach dem Ableben bei Gott vollendet.
NeÜ:
Joh 3, 14 Und wie Mose damals in der Wüste die Schlange für alle sichtbar aufgerichtet hat, so muss auch der Menschensohn sichtbar aufgerichtet[1] werden,
15 damit jeder, der ihm vertraut, ewiges Leben hat.
16 Denn so hat Gott der Welt seine Liebe gezeigt: Er gab seinen einen und einzigartigen Sohn, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht ins Verderben geht, sondern ewiges Leben hat.
17 Gott hat seinen Sohn ja nicht in die Welt geschickt, um sie zu verurteilen, sondern um sie durch ihn zu retten.
18 Wer ihm vertraut, wird nicht verurteilt, wer aber nicht glaubt, ist schon verurteilt. Denn der, an dessen Namen er nicht geglaubt hat, ist der eine und einzigartige Sohn Gottes.
Veröffentlicht von: @deborah71Interessante Sichtweise. Über Nacht wird man dann wieder zum unerretteten Sünder, der am nächsten Morgen neu (von oben) geboren werden muss?
Nee ... ich finde Du machst den Nikodemus-Fehler: Wie kann das sein? 😉
Es geht nicht um das "unerrettete Sündersein", sondern darum, dass Gott/Gottes Geist beständig das Erkennen, Sehen, Teilhaben bzgl des Reiches Gottes bewirken und schaffen muss ...
Du bleibst in dem Schema "vorher - nachher" ... einmal wiedergeboren ... ich rede davon, dass wir auf dem Weg sind, wo Gottes Neu-schaffen in und an uns ein kontinuierliches ist.
L'Chaim
Ich mache keinen Nikodemusfehler... 😉
Geburt von oben und dann als neue Schöpfung weiterleben.... im heiligenden Wirken des Heiligen Geistes, seine Frucht bringend, d.h. den Charakter Gottes entwickelnd.
Jemand schrieb einmal: Mache deinen Startpfosten (Kreuz) nicht zu deinem Zielpfosten.
Mmhh ...
Irgendwie kriege ich es nicht hin, mit meinen Inputs an manchen Stellen mal ein bisschen die Türen für "andere Sichtweisen" zu öffnen, die über die (summa summarum mir bekannten & gängigen) freikirchlichen und evangelikal-geprägten Antworten hinaus reichen ...;-)
Macht aber wiederum auch nix, weil Gottes Garten eben weit und bunt ist ... und sein Herz GROSS!
Bzgl. des Start- und Zielpfostens gerne noch ne Erklärung ... Asante sana! 🙂
L'Chaim
Irgendwie kriege ich es nicht hin, mit meinen Inputs an manchen Stellen mal ein bisschen die Türen für "andere Sichtweisen" zu öffnen ...
Wieso und wozu? Die Wiedergeburt ist für mich auch was anderes als eine geistliche Erneuerung, die auf dem Weg erlebt werden kann.
Ja, das "Wieso und wozu " auch mal andere (ergänzende, bereichernde, vielleicht auch korrigierende, zumindest legitime und persönlich vorgetragene!) Sichtweisen ???
Die Antwort ist eine Positionierung, die sagt: Ich weiß es doch (schon, besser, richtig verstanden), oder?
😉
L'Chaim
Die Antwort ist eine Positionierung, die sagt: Ich weiß es doch (schon, besser, richtig verstanden), oder?
Tja, tatsächlich gehe ich davon aus, was und wie ich Gott in dieser Hinsicht (z.B. in Bezug auf eine bewußte Entscheidung für Jesus, Wiedergeburt, geistliche Erneuerung) selbst und bei anderen erlebt habe ... Und auch, welche Wege andere Leute gegangen sind.
Schön für Dich ...
Und dann wäre da noch (auch hier im Forum) die Möglichkeit andere Sichtweisen, Erfahrungen und (vielleicht) Gott-geschenkte Inputs mal an sich ranzulassen????
L'Chaim
Und dann wäre da noch (auch hier im Forum) die Möglichkeit andere Sichtweisen, Erfahrungen und (vielleicht) Gott-geschenkte Inputs mal an sich ranzulassen????
Natürlich, hier geht es um brainstorming. Das gilt für mich und auch für Dich. 😉
Bzgl. des Start- und Zielpfostens gerne noch ne Erklärung ...
Das bezieht sich auf eine Reihenfolge von Ereignissen gegen Ende des Johannesevangeliums aus einer eindrücklichen Predigt und nimmt das Bild des Paulus, einen guten Lauf zu laufen, dass niemand einem die Krone des Lebens nehmen kann.
Das Kreuz am Anfang: Jesus hat alles vollbracht am Kreuz. Der Freikauf von der Herrschaft der Sünde ist getan und wird dem Glaubenden geschenkt, so er glaubt, dass Jesus seine Schuld und sein Urteil getragen hat . Ihm wird die Gerechtigkeit Gottes zugerechnet. Er wird versetzt in das Reich des Sohnes und lebt fortan mit Jesus und dem Vater in der Kraft des Heiligen Geistes.
Das Kreuz am Ende: Mensch meint sich erst verbessern, gute Taten tun zu müssen, sich den Freikauf am Kreuz zu verdienen, damit Gott ihn in die Ewigkeit lässt.