Dante Alighieri und die ›Göttliche Komödie‹
Dante Alighieri (*1265 | †1321) war ein Dichter und Philosoph des Spätmittelalters und schuf die ›Divina Commedia‹. In 3 Bänden (Inferno | Fegefeuer | Paradies) schildert er in insgesamt ›100 Canti‹ (Gesängen) - einen als Einleitung und 33 je Band - die Vorstellungen eines spätmittelalterlichen Menschen über den Weg (und die Beschaffenheit) von der Hölle (Inferno) über das Fegefeuer (Purgartorio) ins Paradies (Paradiso).
Er bedient sich dabei der Versform in Terzinen, d. h. Strophen zu je drei Versen, die jeweils durch drei Reime miteinander verbunden sind. Sein Werk gilt als das bedeutendste seiner Epoche, geschrieben in Altitalienisch (ich besitze eine Ausgabe, in der Ursprungstext einer deutschsprachigen Übersetzung gegenübergestellt und erläuternd kommentiert ist).
Ich lege das Werk jedem ans Herz, der sich dafür interessiert wie Kirche und Glauben in einer Ära Europas, die oft als ›das dunkle Zeitalter‹ beschrieben wird, die Vorstellung und den Ausblick des Menschen auf ›das Leben nach dem Tode‹ geprägt haben.
Veröffentlicht von: @arcangelBevor man Dante liest, sollte man aber wissen, wer Virgil ist, wofür er stand und welche Philosophie er vertrat, und man sollte auch die Figur von Beatrice kennen und welche Beziehung Dante zu ihr hatte.
Danke, dass Du Dich bereiterklärt hast der Forengemeinschaft Virgil und seine Philosophie zu erklären … und auch die Figur der Beatrice sowie ihre Beziehung zu Dante zu beleuchten.
Ich halte dies ebenfalls für geboten und bin dankbar, in Dir einen Sach- und Themenkundigen gefunden zu haben. Deine Unterweisung verspricht spannend zu werden und ich kann es kaum abwarten sie zu lesen.
Eigentlich mag ich nicht wirklich eine vertiefte Abhandlung zu Virgil schreiben. Aber kurz und knapp Virgil schrieb das Nationalepos Roms welches ein Gegenentwurf zu Homers Odyssee und Ilias war.
Während bei den Griechen die persönliche Exzellenz und Unsterblichkeit (Achilles Zog in den Krieg, obwohl er wusste, dass er dort Sterben würde, ABER er würde dadurch eben auch über allen anderen Stehen und Unsterblich werden)
Bei den Römern war die Ehre Roms das Höchste gut, und die Würdigung durch Rom (der Triumphzug in Rom als das ultimative Ziel)
Diese Vergöttlichung des Staates wurde von den germanischen Stämmen aufgenommen und weiter Zelebriert und in der Fortführung eben auch die Katholische Kirche.
Es ist eben nicht nur Virgil der Heide, der nicht ins Paradies kommt, sondern eben auch die Idee der "vergöttlichten" Staates und damit eben auch die Institution der Kirche. Dante schiesst damit direkt gegen die institutionalisierte Religion, welche den Zugang zum Paradies nicht erwirken kann.
So weit wie ich das verstanden habe.