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Presseartikel: Jesus vielen amerikanischen evangelikalen Christen zu links.

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GoodFruit
Themenstarter
Beiträge : 4219

Hallo Community,

ich bin grad auf diesen Artikel hier gestoßen:

https://www.fr.de/politik/politik-praesidentschaftswahl-evangelikale-christen-usa-trump-links-92454527.html?utm_source=pocket-newtab-de-de

Es geht darin um eine Entwicklung in den USA, bei der Grundlagen des Evangeliums so zurechtgebogen werden, dass sie für eine harte Law-and Order Politik à la Donald Trump taugen.

Predigten, die den Weg Jesu, bei dem eine bewusst schwache Haltung zu einem Bloßstellen der verdorbenen harten Haltung führt (Hinhalten der anderen Wange nach Angriff), zum Thema haben, gibt es da gar nicht mehr. Das Evangelium wird so verborgen, wie es dem sehr menschlichen politischen Willen entspricht. Und Prediger, die sich daran nicht halten, bekommen in ihren Kirchen Probleme.

Ich habe diesen Thread unter "Kirchengeschichte" eingeordnet, weil ich denke, dass es kein wirklich theologisches Thema ist, sondern eins, bei dem es in erster Linie um Macht geht und um den Umgang mit dem Evangelium in diesem Kontext. Die Kirche als Gemeinschaft vieler Menschen und damit vieler Wähler wird instrumentalisiert und darüber der Kern ihrer selbst beschädigt.

In der heutigen Welt mögen solche Vorgänge nichts Besonderes mehr sein. Aber ich bin da etwas rückständig und mich verstört so etwas immer noch. Ich frage mich aber auch, ob unsere Kirchen nicht vielleicht ganz ähnliche problematische Aspekte enthalten, denn auch die Kirchen in Deutschland waren lange Zeit Instrumente in der Hand der Mächtigen.

Und so möchte ich denn auch anregen, in diesem Thread zwei Aspekte zu diskutieren:

1) Der Presseartikel der Frankfurter Rundschau und die dort beschriebene Entwicklung in den USA.

2) Gibt es bei unseren Kirchen ähnliche Aspekte? Gibt es biblische Inhalte - insbesondere, die die Lehre Jesu und dem Konzept des neuen Bundes in Christi Blut - also dem Kern des Evangeliums - betreffen, die nur selten bis gar nicht in Predigten in deutschen Kirchen vorkommen?

Für mich ist der zentrale Punkt hier nicht die Verdorbenheit der Welt, die Lüge, das "sich etwas vormachen", das so überhaupt nicht ist, sondern mir ist es wichtig darauf zu schauen, was uns verloren geht, wenn wir ein falsches, ein verbogenes Evangelium leben.

Jesu Weg der intelligenten Schwachheit, bei der die Macht von der physischen in die geistliche Dimension übergeht, ist ein geniales Friedenswerkzeug, dessen sich grad Politiker bedienen sollten. Und die Möglichkeit der Umkehr von unguten Wegen bei gleichzeitiger Vergebung von Schuld und der Prämisse für die Geschwister im Glauben, dies zu achten und nicht zu Verurteilern zu werden, ermöglicht wirkliche Veränderung, eine Fehlerkultur, die zu einem Wachstum zum Guten führt, wie das mit keinem anderen Konzept vergleichbar wäre.

Das mal als Anmerkungen von mir, der sich gerne Konzepte aus der Perspektive ihrer systemischen Wirkweise ansieht.

Aber das Evangelium ist ja viel mehr als nur ein Instrument für gelingendes Leben, für friedvolles Miteinander und in unvergleichlicher Weise aufbauenden gesellschaftlichen Entwicklung. Das Evangelium ist die Botschaft für die persönliche Errettung aus dem Würgegriff der Schuld und die Eintrittskarte in die Dimension des ewigen Lebens. Und grade dies geht doch mit einem Evangelium verloren, das wieder Gesetzlichkeit predigt und Strafen fordert, das physische Härte verherrlicht und intelligente Schwachheit für eine Dummheit hält. Im Grunde genommen ist das nicht mehr christlich. Die Kirche wird zu einem politischen Verein deklassiert, der seine Kernaufgabe nicht mehr im Fokus hat.

Liebe Grüße

GoodFruit

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20 Antworten
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Veröffentlicht von: @ichsen

Für die christlichen Organisationen hätte ich da gern einen, auf Deutschland bezogenen, Beleg...

z.B. fallen mir spontan die Jesus Freaks und Jesus People ein (ja, die gibts immer noch), dazu christliche Kommunitäten ("Jesus-Bruderschaft"), verschiedene katholische wie evangelische klösterliche Gemeinschaften (Benediktiner-Schwestern auf dem Schwanberg und Benediktiner im Kloster Münsterschwarzach), manche CVJM-Gruppen und einige christliche Pfadfinderschaften und dazu die Mehrheit der (jüngeren) Besucher evangelischer Kirchentage, 
außerdem man kann wohl auch die Maria 2.0-Bewegung zu eher links stehenden (zumindest liberalen) Bewegungen zählen.
Soweit einfach mal einige Namen auf die Schnelle 

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