Kinder brauchen Mär...
 
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Kinder brauchen Märchen

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Queequeg
Themenstarter
Beiträge : 3368

"Kinder brauchen Märchen", sagt Bruno Bettelheim zu Recht. Natürlich gibt es im Märchen Grausamkeiten, die wir als Erwachse im realen Leben in keiner Weise tolerieren würden. Aber im Gegensatz zu Mutmaßungen vieler Erwachsener machen die Kindern in der Regel keine Angst, weil sie sie völlig anders verstehen als ein Erwachsener - nämlich nicht als äußeren Handlungsvollzug, sondern als quasi innewohnende Konsequenz des Bösen.

Und vor allem - die Grausamkeiten der Märchen machen keine Ängste, sie binden sozusagen Ängste, die ohnehin da sind, aber für das Kind völlig ungreifbar sind. 

Und nicht zuletzt: Kinder können in die Märchenfiguren und Szenerien ihre eigenen Lebensgefühle projizieren und sich damit entlasten. Wenn z.B. die Mutter als lieblos, versagend erlebt wird, kann es sehr tröstlich sein, wenn sie eines Tages als Hexe im Ofen endet. Wobei das ein Kind durchaus nicht so konkret meint, wie es im Bild aussieht.

 

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76 Antworten
Queequeg
Themenstarter
Beiträge : 3368
Veröffentlicht von: @kintsugi

Allerdings nimmt er ja durchaus Interpretationen und Deutungen vor, was bestimmte Elemente in einem Märchen auf psychologischer Ebene bedeuten

Ja sicher. Das Problem ist ja auch nicht die Interpretation an sich, sondern das, was man daraus machen will. Wenn sie dazu dienen soll einem Menschen einen Weg zu weisen, den er nicht sieht, ist sie fehl am Platze.

Um das mal konkreter zu machen. Ich habe meist mit dem Märchen "Die kluge Else" (bei der es um die Befreiung der Else zu sich selbst geht) angefangen, das ich vorgelesen habe. Nach ungefähr 5 Minuten, die ich vorher angekündigt hatte, habe ich dann gefragt, wie der Mensch sich jetzt fühlt, bzw. welche Gefühle und Gedanken er jetzt hat. Das führte dann meist sowieso zur zweiten Frage, wie es während des Hörens war.

Von da aus ging es dann fast völlig alleine weiter mit den Erinnerungen an die eigene Kindheit und Entwicklung und der Frage, wo der Mensch denn heute steht. Im weiteren Verlauf der Behandlung habe ich meist noch das eine oder andere Märchen eingeführt, aber nicht mehr vorgelesen, sondern zum Lesen mitgegeben. Erst wenn es dann im Vergleich des eigenen Lebensablaufs durchgearbeitet worden ist, habe ich eine Interpretation nachgeliefert. Die Eingangsfrage war immer: "Was hat das Märchen mit Ihnen zu tun?"

Dabei habe ich dann oft solche Äußerungen gehört wie: "Der muss mich gekannt haben, der das Märchen geschrieben hat" oder "woher kann der Autor mein Leben so gut kennen?".

queequeg antworten
2 Antworten
Kintsugi
(@kintsugi)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 509

@queequeg Ja, das ist wohl das Geheimnis der Märchen (und anderer Weisheitsliteratur), das ist absolut faszinierend. Und immer wieder spannend, wenn man sie als Erwachsene liest und ganz neu versteht als damals.

kintsugi antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3368

@kintsugi 

Ja, so ganz geheimnisvoll ist es nicht. Märchen erzählen ja nicht einfach irgendwelche Geschichten, sondern greifen Lebenssituationen auf, die jeder Mensch aus seinem Leben kennt. Dabei handelt es sich meist um kritische Entwicklungsschritte im kindlichen Leben, die immer angstbesetzt sind. Hier auch noch mal "Hänsel und Gretel":

Die Eltern sind keine armen Schlucker und die Mutter ist ach nicht böse. Sie sind Erwachsene, die ihren Kindern bis hierher alles gegeben haben, was sie für ihr Leben brauchen, und nun müssen die anfangen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Das macht Angst und das Kind empfindet es als ungerecht, wenn es jetzt selbst etwas machen muss, was bislang die Mutter gemacht hatte. Also ist sie im Empfinden des Kindes eine böse Mutter.

Dementgegen ist die freundliche Frau im Wald richtig fürsorglich. Sie gibt den Kindern mehr als sie wirklich brauchen. Genau das, was die Kinder wollen. Sie könnten jetzt richtig glücklich sein. Nur - diese nette alte Frau, dieser Gegentyp zur versagenden Mutter, ist überhaupt nicht lieb, sie ist eine Hexe. Sie gibt den Kindern nur alles, damit sie sie dann selbst fressen kann.

Das meinte Drewermann auch mit der Doppelbödigkeit der liebevollen und fressenden Mutter. Es ist ein und dieselbe Personen von ihren beiden Seiten. Übrigens, Du kennst sicher die Formulierung, "ich hab Dich zum Fressen gern". Sehr liebevoll? Ganz und gar nicht. 

Das Märchen - und das Leben von Hänsel und Gretel - geht gut aus, nachdem sie ihre orale Sucht des Versorgt-werden-wollens überwunden haben und ihr Leben aus eigener Kraft hinkriegen. Den letzten Schatz hat die Mutter ihren Kindern geben können, indem sie sich als total versorgende Übermutter verbrennen ließ. Mit diesem Schatz konnten die Kinder dann sogar noch ihren Vater unterstützen.

queequeg antworten


Queequeg
Themenstarter
Beiträge : 3368
Veröffentlicht von: @kintsugi

Ich sah vorhin „Die Theologie der Märchen

Ich finde immer wieder faszinierend, wie er es versteht, die reale Lebenssituation eines Menschen zu verstehen und zu beschreiben, zu dem meist nur ein Schlagwort geliefert wird. Wenn die Rede ist von "Mutter", "Vater", Bruder" oder was auch immer, glaubt man zu wissen, was damit gemeint ist. Aber wenn man die Situation des Menschen verstehen will, muss man sie untersuchen und kann nicht von irgendwelchen Standards ausgehen. Wird z.B. im Märchen von einer Stiefmutter gesprochen, muss man fragen, was denn diese Frau, die ja in Wirklichkeit die Mutter ist, im Erleben des Kindes zur Stiefmutter macht. Das sind so die Zusammenhänge, die ich sonst bei kaum jemandem so einfühlsam dargestellt sehe wie bei Drewermann.

queequeg antworten
4 Antworten
Kintsugi
(@kintsugi)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 509

@queequeg Ja genau. Als Kind war für mich klar: Das ist die böse zweite Frau des Vaters, die liebe erste ist gestorben. Und auch die Mutter von Hänsel und Gretel zum Beispiel habe ich als Kind wirklich nicht ausstehen können.

Aber was eigentlich dahinter liegt, das (von ihm) zu hören oder zu lesen, ist wirklich faszinierend. 

kintsugi antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3368

@kintsugi 

Man kann sicher alle seiner Märcheninterpretationen mit Gewinn lesen. Aber das eindrücklichste ist nach meinem Empfinden sein Verständnis von Grimms "Die zwei Brüder". Es ist eigentlich Pflichtlektüre für Männer, die wissen wollen, warum sie so sind, wie sie sind und für Frauen, die verstehen wollen, warum Männer so sind. Leider mit 111 Seiten ziemlich umfangreich. Aber das Märchen selbst ist auch eines der längsten.

queequeg antworten
Kintsugi
(@kintsugi)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 509

@queequeg In meinem alten Märchenbuch ist es das letzte Märchen. Anhand der Bilder erinnere ich mich, es früher gelesen zu haben, aber an den Inhalt erinnere ich mich überhaupt nicht mehr. Muss ich also auch erst wieder-lesen!

kintsugi antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3368

@kintsugi 

Drewermann: Die zwei Brüder - Berliner Nachtgespräche

https://youtu.be/QV_A8c8uOz8

queequeg antworten
Jack-Black
Beiträge : 2177

@queequeg 

"Kinder brauchen Märchen", sagt Bruno Bettelheim zu Recht.

Ich weiß nicht so recht, ob er das zu Recht sagt(e). 😀

"Märchen" ist ja ein recht weiter Begriff, und wenn Ihr hier nun vor allem Grimms Märchen, durch Drewermann und Co interpretiert, thematisiert, habe ich den Eindruck, es gehe doch in erster Linie um Erwachsene, und was die so an Märchen als Projektionsflächen haben.

Ich habe lange - so, wie man mir's in den Pädagogik-Seminaren beibrachte - ebenfalls gedacht, dass Kinder unbedingt Märchen bräuchten. Hey - immerhin bekam ich als Kind Märchen vorgelesen und hatte es mir geschadet? Also!

Wenn ich allerdings zurückdenke und auch, wenn ich heute Kindern etwas "Spannendes" erzähle, merke ich, dass die allermeisten der Grimm-Märchen mich damals nicht fesselten und auch die heutigen Kinder nicht fesseln. Was m.M.n. damit zu tun hat, dass sie gar nicht so tiefsinnig und spannend sind, wie man es uns über die Jahrzehnte hinweg per "vorherrschender Lehrmeinung" in die Köpfe pflanzte.

Was Kinder m.A.n. brauchen, sind Geschichten. Die gibt es in Märchen, die gibt es in Fantasy a la Michael Ende, die gibt es in Kinderbüchern, in welchen Tiere oder andere kleine Kinder die Identifikationsfiguren spielen. Die gibt es in einer durch Tradierung gereiften Form in den großen Sagen: der Edda, der Odyssee, der Illias oder der Nibelungensage. Wie beispielsweise die Illias Kinder faszinieren kann, bekam ich nur per Zufall mit. Als führerscheinloser Mitfahrer war ich mit einer Familie über mehrere Stunden im Auto unterwegs - mit mir auf der Rückbank der siebenjährige Sohn und sein noch sechsjähriger Kumpel. Die Familie war vor Kurzem aus dem Griechenland-Urlaub zurückgekehrt und der Sohn erwähnte einen Tagesausflug nach Ithaka. "Wußtest du, dass das eine griechische Insel ist? Eigentlich sind doch die Italiener die Itakkas, hab ich immer gedacht, dabei stimmt das gar nicht!"

Spaßeshalber fragte ich ihn, ob sie denn, wo sie schon mal auf Ithaka gewesen seien, meinem alten Kumpel Oddy einen Besuch abgestattet hätten. Sein fragender Gesichtsausdruck sagte es mir: Da war die Familie auf Ithaka gewesen und die Odyssee nicht mal erwähnt worden. Also fing ich an, von Odysseus zu erzählen und wie der sich als Idiot verstellte, indem er mit Ochse und Pferd den Strand pflügte, um nicht für Menelaos kämpfen zu müssen. Wie dann Palamedes seinen Sohn Telemachos - der war da ungefähr so alt wie ihr zwei! - vor den Pflug warf und so herauskam, dass Odysseus doch nicht bekloppt, sondern voll kriegstauglich war und also mit nach Trojak schiffen mußte. Troja? Ja, Troja. Habt ihr noch nie von Troja gehört? Vom Trojanischen Pferd? Von Achilles, dem Namensgeber eurer Achilles-Ferse?

Die Autofahrt dauerte runde drei Stunden, am nächsten Tag hatte ich keine Stimme mehr. Und wenn ich in der Folgezeit die Familie mal besuchte, war es immer der Sohn, der mich am meisten begeistert begrüßte: "Erzählst du heute weiter von Achilles?" - "Was soll ich von dem noch erzählen, du weißt doch, wie er starb, danach lag er nur noch in seinem Grab herum." - "Ja, aber wie war das nochmal genau?"...

Die Tochter einer Freundin, der ich mal an einem verregneten Sonntagnachmittag die Nibelungensaga erzählt hatte - ein wenig auf das Publikum hin "neu gefasst" mit einer deutlich im Vordergrund stehenden, sehr blonden, sehr langhaarigen und auch ansonsten großartigen Kriemhild - überrasche mich Wochen später damit, dass sie wissen wollte, ob Hulk und Gnörk (so hatte ich die beiden Söhne König Etzels genannt, die vor der Endschlacht ja durch Hagen geköpft wurden) sich nicht vielleicht geduckt haben könnten. Ich wußte überhaupt nicht mehr, wovon sie da redete, denn Hulk und Gnörk hatte ich mir nur als hinreichend vorderasiatisch klingend aus dem Ärmel geschüttelt, um den Kleinen, wenn schon kein Gesicht, dann wenigstens einen Namen zu geben. Aber das Mädchen hatte sich ihre Namen gemerkt und dass sie vom düsteren Hagen (War Hagen böse? - Nein, er war düster, nicht böse. - Warum war er nicht böse? - Weil er seine Könige liebte und wollte, dass es denen gut geht.) so brutal erschlagen worden waren.

Ich lernte da zweierlei. Erstens: stick to your story, auch wenn Du sie "nur" Kindern erzählst. Zweitens: dieses Mädel, bei dem ich noch während des Erzählens befürchtet hatte, sie sei eigentlich noch zu jung für so eine letzten Endes blutige Rachestory, hatte durchaus schon verstanden, dass es sich hier um Fiktion handelte und dass man daher, wenn einem Details nicht gefielen, diese ändern konnte: Die beiden Kinder von Kriemhild und Etzel konnten das Gemetzel überleben, wenn sie sich nur rasch genug duckten, und wer weiß - vielleicht würden sie später als Königskinder nach Prinzessinnen Ausschau halten?

 

Ich bringe diese zwei Beispiele so ausführlich, um eine Vermutung zu illustrieren: Ich vermute, dass die "großen" Sagen mindestens ebensogut, vermutlich aber, wenn man sie gut erzählt, sogar besser bei Kindern ankommen. Und zwar, weil sie einerseits sich gut "in die echte Welt" integrieren lassen und nicht komplett unter dem "Das hast du dir nur ausgedacht!"-Vorbehalt stehen, dem jedes Märchen ausgesetzt ist. (Daher ja auch das alltagssprachliche Synonym von "Märchen erzählen" statt "lügen".) Und weil sie andererseits meistens auch sowohl spannender als offener sind. Offen in dem Sinne, dass sie in eine Sagenwelt eingebettet sind, in der sich Verbindungen ergeben können - während Märchen a la Grimm in sich geschlossene Geschichten sind, die erstmal ohne für Kinder einsehbare Verbindungen zueinander sind. Leute wie Drewermann oder Marie-Louise von Franz können ja ihren gesamten literarischen Fundus in ein Grimm-Märchen hineinprojezieren und da dann hinter jedem Komma archetypische Bedeutungszusammenhänge ertappen. Aber Kinder haben so einen Fundus noch überhaupt nicht und wenden ihn entsprechend auch nicht an.

Daher meine Gegenthese zu Bettelheim: Kinder brauchen spannende Geschichten, am besten zur sie umgebenden Kultur passende Sagen. Grimms Märchen sind heutzutage sprachlich, oft auch ethisch veraltet (man schaue sich mal die "Moral der Geschicht" von König Drosselbart an...) und wer sie in ihrer Originalform seinen Kindern vorliest, tut das eher aus Bequemlichkeit und nach dem Muster: "Uns hat's doch schließlich auch nicht geschadet."

Geschadet womöglich nicht. Aber hat's uns denn wirklich genutzt? Müßte ich als Äneas des 21. Jahrhunderts auf der Flucht hin zur Gründung einer neuen Kultur eins der Bücher, die ich aus meiner Kindheit kenne, wegwerfen so blieben am Wegesrand wohl die Grimm-Märchen liegen und gingen so zukünftigen Generationen verloren. Während Winnetou, Die Rote Zora, Odysseus und Thor samt ihrer Erzählkosmen gerettet würden. Und natürlich "Blitz, der Schwarze Hengst", wie konne ich den vergessen! 😀

jack-black antworten
12 Antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3368

@jack-black 

Ich hatte ja bereits geschrieben, dass Märchen keine ausdrückliche Kinderliteratur sind, aber vor Kindern auch nicht verborgen werden müssen.

Ansonsten kann ich hier nicht so recht einen wirklichen Widerspruch erkennen..

queequeg antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2177

@queequeg

Märchen keine ausdrückliche Kinderliteratur sind, aber vor Kindern auch nicht verborgen werden müssen.

 

Ja, ich war aber von der Threadüberschrift ausgegangen, die mich gewissermaßen "triggerte". Und "brauchen" ist halt was anderes als: "muss nicht verborgen werden".

 

Ansonsten kann ich hier nicht so recht einen wirklichen Widerspruch erkennen.

 

Ich würde der in der Threadüberschrift enthaltenen These Bettelheims halt widersprechen. Kinder brauchen keine Märchen.  Sie kommen ohne aus. Aber um zu kulturell etablierten Erwachsenen zu werden, brauchen sie durchaus den Kontakt zu Geschichten/Narrativen. Die Konzentration auf die Bedeutung speziell von Märchen ist meiner Ansicht nach eine, die weniger kulturell, ästhetisch oder soziologisch geprägt ist, sondern eben vorwiegend psychologisch, womöglich auch pädagogisch. Dahinter steht nun mal ein bestimmtes psycholanalytisch grundiertes Weltbild in der Tradition von Freud und Jung.

Da wir uns hier im Forum "Kunst und Kultur" befinden, erlaube ich mir, diese hauptsächlich psychoanalytische Betrachtungsweise von Kunstwerken und/oder kulturellen Referenzsystemen zu hinterfragen.

Märchen sind nur ein Genre innerhalb der Klasse fiktionaler Narrative. Und ich denke eben, dass andere Genres (Sagen, Fantasy-Universen und insbesondere Rollenspielsysteme) für Kinder wichtiger oder bereichernder sein könnten als speziell Märchen. Wobei ja jene Genres häufig "märchenhafte Elemente" enthalten und also mein Widerspruch eher gradueller Art sein mag. 🙂

jack-black antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 16798

@jack-black Sehr sympatische Ansichten 🙂  zumal ich als Kleinkind nach Aussage meiner Mutter bei Schneeweißchen und Rosenrot das Kino zusammengebrüllt haben soll, als der Bär den Zwerg fressen wollte, der mit dem Bart in einem Baumstumpf festhing. Danach waren Märchenfilme im Kino passè.

Mein Freund wurde dann im großen Königsmärchenbuch Herr Ribbeck von Ribbeck in Haveland. Da gabs immer leckere Birnen. 😋 

deborah71 antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3368

@deborah71

Man sollte auch nicht in Märchenfilme gehen, die einem die ganze eigene Fantasie rauben. 

queequeg antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 16798

@queequeg Ich wurde ja da hingeschleppt. Freiwillig hätte ich das nicht gemacht... ob ich da 3-5 Jahre war? Jedenfalls war es zu früh für mich.

deborah71 antworten
Kintsugi
(@kintsugi)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 509

@deborah71 Der Zwerg hatte es aber auch sowas von verdient, seien wir ehrlich! 🤣 

Den Film kenne ich aber nicht.

kintsugi antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 16798

@kintsugi Als Erwachsene liest sich das Stück ganz anders. Das Frühereignis hatte aber doch Folgen. Irgendwie hatte ich einen Magneten an mir für solche Miesmorchel. Das ist jetzt beendet nach der letzten Begegnung mit dem Märchen. Jesus hat den Zwerg erledigt.

deborah71 antworten
Kintsugi
(@kintsugi)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 509

@deborah71 Jesus erledigt letzen Endes alle doofen Zwerge - und schickt einem schon dauernd Zeichen, dass da was nicht stimmt, aber meistens weiss man es ja erst immer besser… Freut mich für Dich! 

Das war und ist eines meiner liebsten Märchen, ich habe weiter oben gesehen, was Du dazu geschrieben hattest! 

Andere Interpretationen werde ich mir noch raussuchen.

kintsugi antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2177

@deborah71 

als Kleinkind nach Aussage meiner Mutter bei Schneeweißchen und Rosenrot das Kino zusammengebrüllt haben soll, als der Bär den Zwerg fressen wollte, der mit dem Bart in einem Baumstumpf festhing. Danach waren Märchenfilme im Kino passè.

 

😀 😀 😀 Mir wird (insbesondere von meinem "kleinen", d.h. ein Jahr jüngeren Bruder) heute immer noch gern auf's Brot geschmiert, dass ich mich als kleiner Junge, wenn Lassie (für die Spätgeborenen unter den Usern: eine Collie-Hündin, deren Name für die damals beliebte TV-Serie stand) oder Timmy mal wieder in Schwierigkeiten gerieten, mich aus Angst oder unerträglicher Spannung hinter dem großen Fernsehsessel meines Vaters versteckte, bis die Gefahr vorüber war. Im Kino wäre ich vermutlich auf allen Vieren zwischen den Sitzreihen hin- und hergekrabbelt.

jack-black antworten
Kintsugi
(@kintsugi)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 509

@jack-black Ich glaube nicht, dass Bettelheim das nur und ausschliesslich auf Märchen bezogen hat, von daher sehe ich wie Queequeg jetzt auch keinen so grossen Widerspruch.

Wenn ich an meine eigenen Kinder denke, dann kann ich bestätigen, was Du sagst (und Deinen Text zu lesen hat Freude gemacht). Sie liebten und lieben die ägyptische, griechische, römische, nordische Mythologie. Das liegt natürlich zum einen daran, dass wir Eltern das auch tun und der Opa sich da tiptop auskennt. Aber es hat andererseits nach wie vor eine grosse Faszination. Allerdings waren sie immer die Ausnahmen, die meisten Gleichaltrigen kannten und kennen diese Dinge nämlich nicht.
Dennoch muss etwas dran sein, auch für Erwachsene. Guck‘ Dir die ganzen Wikingerfilme und -games an, Assassin’s creed usw. 

Und ebenso haben die ganzen Ritter- und Piratengeschichten nichts von ihrer Faszination verloren (auch wenn gewisse grosse Spielzeughersteller der Ansicht sind, das nicht mehr im Programm haben zu müssen…). 

Was ich aber nicht glaube, ist Deine These, dass die Leute Märchen aus Bequemlichkeit vorlesen. Ich glaube viel eher, es wird sowieso kaum noch vorgelesen, was ich wesentlich trauriger finde, aber das ist wieder ein anderes Thema…

kintsugi antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2177

@kintsugi 

Und ebenso haben die ganzen Ritter- und Piratengeschichten nichts von ihrer Faszination verloren

 

Die unterschiedlichen Genres in der Klasse der Abenteuergeschichten* haben halt so ihre Saisons: die flauen mal ab, mal kommen sie wieder in Mode.

 

(auch wenn gewisse grosse Spielzeughersteller der Ansicht sind, das nicht mehr im Programm haben zu müssen…)

Sieh's positiv: per Verknappung erhalten Deine alten Spielfiguren so peu a peu einen höheren Sammlerwert! 😀

 

 

 

 

*Schon die Protagonisten in den bei Mediävisten so beliebten spätmittelalterlichen, märchenhaft aufbereiteten Sagenwelten (die Artusromane des Chrétien de Troyes oder Wolfram von Eschenbach) zogen ja auf âventiure, also Abenteuer, aus.

jack-black antworten
Kintsugi
(@kintsugi)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 509
Veröffentlicht von: @jack-black

 

 

(auch wenn gewisse grosse Spielzeughersteller der Ansicht sind, das nicht mehr im Programm haben zu müssen…)

Sieh's positiv: per Verknappung erhalten Deine alten Spielfiguren so peu a peu einen höheren Sammlerwert! 😀

 

Naja… wenn die noch OVP und unbespielt wären, vielleicht. Aber ist egal. Aber man staunt, was man selber mal bezahlt hat und was die Sets (allerdings nur wirklich neu) jetzt wert sind, jungejunge.

kintsugi antworten


poimen.a
Beiträge : 755
Veröffentlicht von: @queequeg

Ich habe aber kaum einen Erwachsenen gesehen, der die Möglichkeit seines Todes so gelassen hinnahm wie diese Kindern.

Genau DAS meinte ich...

- Kinder haben dazu einen anderen "Zugang" (weil ihr Leben noch nicht so "abgenutzt" ist !?? )

 

hg poimen

 

(Diese neue Forum hängt die Texte aber auch an "wo immer es will" -grummel :-((  )

poimen-a antworten
2 Antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 16798

@poimen-a Mit Copy&paste in ein direkt angehängtes Schreibfeld geht es besser.

copy&paste den gewählten Text transportieren; weiterschreiben und danach den Text als Zitat kennzeichnen.

deborah71 antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3368

@poimen-a 

Eine Meinung dazu:

Wie, wenn erst wir Erwachsenen, jenseits von Eden, die Welt gar nicht mehr anders sehen könnten als in der Projektion eigener Widersprüche und Zerrissenheiten? Dann stünden wir im Angesichte eines solchen Kindermärchens nicht vor der Frage, wie wir die Kinder lehren müßten, auf unsere Art «Erwachsene» zu werden, sondern gerade umgekehrt: statt ein Kindermärchen wie «Schneeweißchen und Rosenrot» vom Erwachsenen-standpunkt aus «kritisch» zu «hinterfragen», stellt sich womöglich dieser unser Erwachsenenstandpunkt selbst in Frage, und nur, wie wir es lernen können, selber nach einem Bibelwort wieder «zu werden wie die Kinder» (Mk 10,15), ist dann der eigentlichen Untersuchung wert.

Eugen Drewermann, Schneeweißchen und Rosenrot

queequeg antworten
poimen.a
Beiträge : 755
Veröffentlicht von: @deborah71

copy&paste den gewählten Text transportieren; weiterschreiben und danach den Text als Zitat kennzeichnen

Kapier ich nicht... (das hab ich doch gemacht ?) ich kopiere und schreibe weiter UND antworte auf EINEN BESTIMMTEN Beitrag(!)

 

Sowenig wie es möglich scheint "gelesene Beiträge" zu markieren, sowenig kann hier ein angedachter Gedanke verfolgt werden. NOCH habe ich HOFFNUNG, dass dies nur "Anlaufschwierigkeiten" sind ...-> aber (für mich !) hat die Sache den "Geruch" nach "System"...

 

hg poimen

poimen-a antworten
2 Antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 16798

@poimen-a   Ich hab jetzt den nachfolgenden Satz von dir markiert, angeklickt, hier reintransportiert und dann steht er ohne Zitatfeld so da. Die roten Anführungszeichen auf deinem post habe ich tunlichst nicht angeklickt, denn sonst war mein post ohne erkennbare Zuordnung weiter unten gelandet.

Kapier ich nicht... (das hab ich doch gemacht ?) ich kopiere und schreibe weiter UND antworte auf EINEN BESTIMMTEN Beitrag(!)

Wenn dein Post unabhängig von dem post auf das du antworten willst, erscheint,  dann hast du sehr wahrscheinlich den Zitatknopf in dem betreffenden Post angeklickt.

So, ich füge nochmal hier ein: und jetzt markiere ich hier und drücke in meiner Bearbeitungsleiste die schwarzen Anführungszeichen.

Kapier ich nicht... (das hab ich doch gemacht ?) ich kopiere und schreibe weiter UND antworte auf EINEN BESTIMMTEN Beitrag(!)

deborah71 antworten
poimen.a
(@poimen-a)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 755

@deborah71 Ich hab jetzt den nachfolgenden Satz von dir markiert, angeklickt, hier reintransportiert und dann steht er ohne Zitatfeld so da.

Einen Versuch ist es mir schon wert... (kopie § paste - check)

Nun die schwarzen Zitiersymbole...-da läuft was völlig aus dem Ruder (jetzt zitiert das System Deinen kompletten Beitrag - oder hätte ich jetzt die "roten" Symbole drücken müssen?)

 

hg poimen

(ich schick den mal ab, bevor das System den ganzen Beitrag zerschießt) -o.k. hat geklappt; werd ich mir merken  DANKE

poimen-a antworten


Queequeg
Themenstarter
Beiträge : 3368
Veröffentlicht von: @kintsugi

Das liegt natürlich zum einen daran, dass wir Eltern das auch tun

Ja sicher. Hier wie auch überall sonst im Umgang/Verhältnis zu Kindern ist die elterliche Authentizität entscheidend. Wenn die Eltern sich für Märchen begeistern können, werden es die Kinder ziemlich sicher auch. Leider aber andere Dinge auch, wie bei einem weitläufigen Onkel von mir, der allen Ernstes meinte, der Krieg, den er an der Ostfront erlebte, hätte mit Tod und Sterben nur am Rande zu tun, zentral sei aber die Kameradschaft, das romantische Lagerfeuer und die Gulaschkanone gewesen. Das hatte er tatsächlich bis zu seinem Tode vertreten und so seine Kinder zu begeisterten Soldaten erzogen. Aber gut, auf seine Weise war er eben auch authentisch.

queequeg antworten
Seite 3 / 4
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