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Nächstenliebe falsch verstanden?


Meriadoc
Themenstarter
Beiträge : 1095

Hi,

 

ich bin eigentlich ein mensch, der gerne auf andere zugeht und wenn nötig, auch in vielerlei Bereichen helfen kann. Natürlich wäge ich auch meine Kompetenzen ab. 

 

Leider aber habe ich auch Grenzen setzen müssen. Auch aktuell muss ich Grenzen setzen. 

 

Nun aber fühle ich mich auch mal nicht verstanden. Vor allem unter Gemeindemitgliedern. Da kommt oft Sachen wie. DU musst Geduld haben. DU musst auf ihn zugehen. Du bist zu hart zu ihm/ihr. Also, aus meiner Sicht ist das aber nicht so. Aber irgendwie bekomme ich das Gefühl, dass man mir sagt. DU bist Christ....du musst. Du kannst weil Jesus mdich befähigt usw. Das hinterlässt in mir ein Druckgefühl.

 

Ich habe ja mal vor längerem von einem Nachbar berichtet. Ich habe einiges mit ihm unternommen und auch vieol zugehört. Habe seine frühere Bekannte kennengelernt und ich erschreckte mich, wie Böse er über sie denkt. Sie ist Adipös, braucht einen Rollator und wenn man sie zuhört, klingt da sehr viel Verbitterung und Häme. Das ist bei dem nachbar auch nicht anders. Gut, er ist jetzt über ein jahr in der Gemeinde, bekommt so viel Liebe und Annahme, ist aber zu anderen extrem abwertend. Eine Frau aus der Gemeinde hilft ihn im Alltag und aus meiner Sicht tut sie ZU viel. Er kann lesen und dies und das, bringt es aber nicht selbst fertig seine Medikamente in einem Blister zu sortieren. Das macht sie für ihn und er sitzt da und schaut nur zu. Mittlerweile wird sie immer erschöpfter und ja, sie hat (aus meiner Sicht) ein Helfersyndrom. 

 

Würde sie mich fragen, ob ich das fortführen werde, ich würde sagen. NEIN! Allein schon wegen der Verantwortung die darauf lastet. Es sind bis zu 9Medikamente die er über den Tag in verschiedenen Zeiten einnehmen muss. Ich habe erfahren, es gibt Apotheken die einen Blisterservice anbieten. 

Dann ist er noch verschuldet und hat sämtliche Karten auch  schon überzogen. Noch bezieht er Lohn und nebenher auch schon seine Rente. Da werden nächstes Jahr Steruern fällig und der Job wird auch mal wegfallen.

 

Okay, hier beende ich das jetzt mal. Da gibt es bei ihm zig Baustellen. 

 

Auch mit meinem damaligen Freund lief einiges schief. Mit seiner ADHS kam ich nicht mehr zurecht. Dann wurde er mir gegenüber aggresiv und das wars. Da war vorher schon einiges im Argen. Ich musste das beenden und dann wurde er nopch schlimmer. Verräter, kameradenschwein und solche Worte filen. ich weiß, dass er ein wenig Rechtsradikale Ansichten hat. Damit kam ich ja auch klar und man redete darüber....aber so?

 

Was hat euch mal so belastet und wie kam ihr dahinter und was änderte sich. Wie soll ich innerklich mit diesem DU BIST CHRIST UND MUSST HELFEN Druck heraus. 

 

M.

 

 

Antwort
7 Antworten
Lucan-7
Beiträge : 29950

@meriadoc 

Vor allem unter Gemeindemitgliedern. Da kommt oft Sachen wie. DU musst Geduld haben. DU musst auf ihn zugehen. Du bist zu hart zu ihm/ihr. Also, aus meiner Sicht ist das aber nicht so. Aber irgendwie bekomme ich das Gefühl, dass man mir sagt. DU bist Christ....du musst. Du kannst weil Jesus mdich befähigt usw. Das hinterlässt in mir ein Druckgefühl.

Das kannte ich seinerzeit nun auch... weniger mir gegenüber, aber ich habe da schon was mitbekommen.

Ich habe da manchmal das Gefühl gehabt, dass da auch etwas Missgunst dabei ist. Wo kämen wir denn hin, wenn du anderen Menschen hilfst, und dich auch noch dabei gut fühlst und ein schönes Leben hast...?

Nein, du hast dich gefälligst aufzureiben und zu leiden. Nimm' dein Kreuz auf dich, und je größer es ist, desto besser!

Denn bekanntlich fühlen sich Menschen besser, wenn sie andere Leute leiden sehen. Schau' an... mir geht es zwar beschissen, aber dem Typ da geht es noch schlechter!

Menschen dazu zu bringen, zu leiden, ist also verführerisch. Nun kann man als Christen ja nicht selbst Leid verursachen, das geht ja nicht.

Aber im Namen des "Guten" und des christlichen Glaubens... da geht schon was, das kann ja nicht verkehrt sein! Da wird der erhobene Zeigefinger zur Rute, und alles im Namen des guten und wahren Glaubens! Allerdings sagte Jesus: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!" - und nicht: "Gebe dich für deinen Nächsten auf, egal wieviel du dabei leidest!"

Wir alle haben, je nach Lebenssituation, ein gewisses Potential, mit dem wir anderen Menschen Gutes tun können. Und dieses Potential sollten wir auch anwenden (Und das tue ich selbst oft genug auch nicht...). Aber alles, was darüber hinausgeht kostet uns nur Kraft. Und da muss dann jeder selbst entscheiden und ehrlich sein, wie viel da auf Dauer zumutbar ist - und was nicht.

Und wenn man das so ehrlich und aufrichtig einschätzt, wie es einem eben möglich ist, und dann auch entsprechend handelt... dann haben andere Leute sich da auch nicht mehr einzumischen.

Und wenn die Leute dennoch meinen, sie müssten da Druck machen und Ratschläge erteilen, dann können sie sich ja für "Deutschland sucht den Superchrist" aufstellen lassen... wenn sie meinen, das Ganze sei ein Wettkampf, dann sollen sie das auch richtig aufziehen.

lucan-7 antworten
4 Antworten
Meriadoc
(@meriadoc)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1095

@lucan-7 

 

Ganz schlimm ist es, wenn man sich zeigt als eine Person die (angeblich) alles mit jesus kann und sich aufreibt und mit Schmerzen an der Hüfte oder Rücken plagt. 

meriadoc antworten
Meriadoc
(@meriadoc)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1095

@lucan-7 

 

Schau mal

 

Er futtert jeden Werktag seine 2 Leberkässsemmeln für knapp 7 Euro. Ich sagte ihm, es gibt einen Blisterservice die 25 Euro im Monat kostet. Also, ein ungesunder Leberkässsemmel weniger und er kann sich das anbieten lassen. Aber nööööh. Ich finde, er nutzt die Dame nur aus. Weil, er ändert nichts an sich. Er geht jeden Tag ungesundes Backzeug holen, jeden Tag in die Kantine.

Ich habe ihm das mal gesagt. Er soll sich selbst darum kümmern.
 
Die gesetzliche übernimmt die Kosten für einen Blisterservice in der Regel nicht als Regelleistung. Den eigentlichen Inhalt – also die verordneten Medikamente – zahlen die Kassen natürlich, für das maschinelle oder händische Vorsortieren in Blisterkarten oder Tütchen erheben Apotheken oder Dienstleister meist eine eigene Gebühr (ca. 15 bis 25 Euro pro Monat oder 3 bis 5 Euro pro Woche), die Patienten selbst tragen müssen.
meriadoc antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5653

@meriadoc Dieser Blisterservice ist ja auch eine Dienstleistung, die von irgendwem bezahlt werden muss. 
Soweit ich weiß, bieten das auch Pflegedienste an, aber das dürfte teurer sein als die genannten 25 Euro.

chai antworten
Meriadoc
(@meriadoc)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1095

@chai 

 

Medicon Apotheke macht das für 25 Euro im Monat und liefert diese sogar.

 

 

meriadoc antworten


Deborah71
Beiträge : 30039

@meriadoc 

Wie soll ich innerklich mit diesem DU BIST CHRIST UND MUSST HELFEN Druck heraus.

Indem du ein Nein als Hilfe erkennst. Helfen bedeutet nicht, zu allem Ja zu sagen und sich leersaugen zu lassen. 

deborah71 antworten
Rafael
 Rafael
Beiträge : 556

@meriadoc 

Wenn Du Dich unter Druck gesetzt fühlst, könnte das ein Impuls sein, das mal näher anzuschauen. Grundsätzlich geht es dann in eine falsche Richtung. 

Was geht Dir denn an konkreten Überlegungen und Fragen durch den Kopf? Gedanken hast Du sehr viele, könnte auch ein Hinweis sein, wieviele Themen zusammenkommen.

rafael antworten


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