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Abschaffung von Bargeld und der gläserne Bürger

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GoodFruit
Themenstarter
Beiträge : 4219

Hallo Community,

ich wollte mal fragen, wo bei Euch Grenzen wären, wo ihr euch von einem bargeldlosen Zahlungsverkehr zu sehr überwacht sehen würdet.

Die Thematik ist ja nicht neu und oft diskutiert.

Hier ein aktueller Bericht, der auch von Rückbauten des bargeldlosen Verkehrs in Schweden berichtet und von den Wünschen der Bürger, weiterhin weitgehend anonym mit Geld zahlen zu können:

https://www.br.de/nachrichten/netzwelt/re-publica-bargeld-als-gegenpol-zur-digitalisierung,TgP3O8F

Ich lese das immer und erinnere mich dann meist auch, dass ich eben noch mit Payback oder der Deutschlandkarte recht umfangreich Daten von meinen Einkäufen in für mich unkontrollierbare Kanäle grgeben habe.

Jetzt hatte ich aber ein Erlebnis, wo ich ein wenig geflasht war von einer unerwarteten Überwachung:

Es war auf einem Besucherparkplatz an der Nordsee, wo man den Hafen und den Strand besuchen konnte. Da war immer schon ein Parkautomat und ich habe immer brav bezahlt. Nun wollte ich da mein Ticket lösen und ich musste feststellen, dass ich bei Einfahrt in den Parkbereich bereits fotografiert worden bin und bei Ende meines Besuchs bezahlen musste.

Das lief dann so ab, dass ich mein KFZ Zeichen eingeben musste, es gab dann Infos zur Einfahrtzeit und zu meinem Fahrzeug und ich musste die Info bestätigen. Dann würde mir der Betrag genannt, den ich per Karte zahlen musste. Es gab einen Hinweis, dass wer nicht zahlt, eine Rechnung über 40 EUR per Post bekommt und ich würde mich wundern, wenn da nicht noch ne saftige Bearbeitungsgebühr zusätzlich fällig werden würde.

Das ganze Verfahren verlief reibungslos - aber irgendwie kam mir da die Überwachung doch etwas sehr nahe und ich hatte kein gutes Gefühl dabei.

Ähnliches könnte uns auch auf ganz normalen Supermarktparkplätzen passieren, wenn der Einkauf mal etwas länger dauern sollte als wie es das System erlaubt und mein Fahrzeug dann fotografiert wird und eine saftige Rechnung hinausgeht.

Jetzt meine Frage an Euch: Würden Euch solche Vorgänge auch stören, oder findet ihr das normal und vielleicht sogar ganz praktisch (denn ich musste z.B. bei dem Strandbesuch ja nicht auf eine vorbezahlte Zeit achten)?

Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

Würdet Ihr vielleicht sogar von Angeboten fernbleiben, wo derartige Technologie eingesetzt wird?

Viele Grüße

GoodFruit

Antwort
44 Antworten
Gorch-Fock
Beiträge : 1349

Also @goodfruit

Ich weiß ja nicht, ob du es schon inzwischen mitbekommen hast.

Die Europa Bank will den Zahlungsverkehr mit Bargeld abschaffen.

Warum wird Bargeld abgeschafft 

 

https://www.swr.de/wissen/odysso/wer-profitiert-von-der-abschaffung-des-bargeldes-100.html

gorch-fock antworten


Alescha
Beiträge : 8520

@goodfruit 

Der Campingplatz, auf dem wir seit einigen Jahren immer unsere Pfingstferien verbringen, kennt unser Autokennzeichen auch. Muss man bei der Anmeldung angeben. Ich finde das praktisch, denn statt wie auf anderen Campingplätzen immer mit einer Karte zu hantieren, die man dann womöglich ein paar mal durchziehen muss, bis die Schranke sich öffnet, fährt man da einfach an die Schranke, eine Kamera erkennt das Kennzeichen, die Schranke öffnet sich. Der Campingplatz weiß ja auch, wie wir heißen, wie alt wir sind und wo wir wohnen. 🤷🏻‍♀️

Ich habe da inzwischen kaum noch Bedenken. Lange habe ich mich gegen diverse Einkaufs-Apps gewehrt, inzwischen habe ich aber z.B. die Edeka-App, mit der ich an der Kasse zahlen kann. Gut, jetzt weiß Edeka, welche Filialen ich besuche und was ich einkaufe - na und? Ich freue mich dafür darüber, dass mich die App mit Rabatten und Gratis-Artikeln belohnt. 

alescha antworten
2 Antworten
GoodFruit
(@goodfruit)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 4219

@alescha Für einen Campingplatz halte ich ein Registrieren von persönlichen Daten auch für normal. Das ist ja wie, wenn man in einem Hotel eincheckt.

Hier ging es aber um einen Tagesbesucherplatz. Da stehen Fahrzeuge von Personen, die nicht mehr als 24 h vor Ort sind. Begrenzt ist das durch ein Nachtparkverbot von ein paar Stunden, wodurch dann Dauerparker sofort erkannt werden können. Die Besucher sind da, um ein wenig am Strand spazieren zu gehen, den Hafen zu besuchen, vielleicht ein Fischbrötchen oder ein Eis essen und dann wieder wegfahren.

Technisch hat das ja alles reibungslos geklappt und ich weiß auch nicht, ob das eine Aufregung wert ist. Allerdings war es für den Moment, in dem ich realisierte, dass ich dort in deren Datenbank mit Foto und Kennzeichen registriert war, so etwas wie ein Schock - allein, weil ich das so noch nie erlebt hatte. Ich kannte solche Aufzeichnungen nur von Geschwindigkeitsverstößen - also wo ein Fehlverhalten dokumentiert wurde und dann eine entsprechende Strafe begründet wurde und nicht als Teil eines normalen Vorgangs bei gesetzeskonformem Verhalten.

goodfruit antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8520

@goodfruit 

Hier ging es aber um einen Tagesbesucherplatz

Ja, schon klar, dass das ein Unterschied ist. 

Und ich verstehe auch, dass da 

Ich kannte solche Aufzeichnungen nur von Geschwindigkeitsverstößen - also wo ein Fehlverhalten dokumentiert wurde und dann eine entsprechende Strafe begründet wurde und nicht als Teil eines normalen Vorgangs bei gesetzeskonformem Verhalten.

ein ungutes Gefühl aufkommt.

Da wäre es vielleicht interessant, wie lange das Kennzeichen gespeichert bleibt. 

Vor allem würde mich interessieren, was passiert, wenn die Rechnung dann per Post kommt und der Fahrzeughalter nicht mit dem Fahrer identisch ist. Ob dann das gleiche Prozedere in Kraft treten kann wie bei Verkehrsverstößen.

alescha antworten
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