Altersvorsorge durch Kapitalanlage / Aktien ergänzend zur Rente als ´Pflicht`` ?
In der Familien gab es heftige Diskussion um die Frage anlagenbasierte Altervorsorge.
Aus meiner Sicht wäre das grundsätzliche eine Katastrophe und absolut unchristlich. Ich denke Folgendes:
Wenn immer mehr Menschen mehr oder weniger gezwungen werden, ihr Geld in Aktien etc. anzulegen, wird doch nur erreicht, dass der Druck auf Unternehmen ect. wahnsinnig ansteigt, die entsprechenden Renditeerwartungen zu erfüllen. Wie wollen sie es machen? Doch nur, indem sie die Ausbeutung von Menschen und Natur an andere Stelle erhöhen. Bereits der jetzige ´Erfolgdruck` führt doch dazu, dass immer mehr Fonds durch Green-washing und andere Methoden die Welt plündern - wobei noch die Frage offen, wieviel von dem Gewinn bei den Rentner ankommt und wieiviel vorher für Prämien und andere Gratifikation an die Raubritter der Welt ausgezahlt wird.
Woher kommen die Gewinne? Z.B. durch die Zinsen der Schuldner, die größten sind die Staat. Also was passiert. Das Geld (Zinsen) gibt der Staat an die Banken, die davon einen Teil an die Rentner weitergeben. D.h. mit anderen Worten, der Staat bezuschusst die Renten sowieso. Jetzt unmittelbar, ohne Zwischenprofiteure. Siehe auch Rister-Rente. Die einzigen die wirklichen Ertrage haben, sind die, die diese anbieten.
Das System, die Renten aus den je laufenden Erträgen des BSP zu finanzieren ist da im Prinzip gesünder und christlicher. Auch wenn ich einsehe, dass es irgendwie reformiert werden muss.
Aus meiner Sicht wäre das grundsätzliche eine Katastrophe und absolut unchristlich.
Es ist absolut keine Katastrophe und auch nicht per se unchristlich. Es ist weit verbreitet und man kann das natürlich sehr unterschiedlich ausgestalten. Es ist aber auch kein Allheilmittel für die Behebung maroder Rentenpolitik.
Wenn immer mehr Menschen mehr oder weniger gezwungen werden, ihr Geld in Aktien etc. anzulegen, wird doch nur erreicht, dass der Druck auf Unternehmen ect. wahnsinnig ansteigt, die entsprechenden Renditeerwartungen zu erfüllen. Wie wollen sie es machen? Doch nur, indem sie die Ausbeutung von Menschen und Natur an andere Stelle erhöhen.
Den Druck rentabel zu wirtschaften hat jedes Unternehmen. Kleinaktionäre sind nicht im Fokus, wenn es darum geht die Geschäftsstrategie einer Aktiengesellschaft festzulegen. Von daher ändert es auch nicht viel.
wobei noch die Frage offen, wieviel von dem Gewinn bei den Rentner ankommt und wieiviel vorher für Prämien und andere Gratifikation an die Raubritter der Welt ausgezahlt wird.
Das kommt drauf an, ob man direkt anlegt oder über eine Pensionskasse, Versicherung, Fond und dergleichen.
Woher kommen die Gewinne? Z.B. durch die Zinsen der Schuldner, die größten sind die Staat.
Die Gewinne von Aktiengesellschaften kommen durch erfolgreiches Wirtschaften und eher weniger bis garnicht durch Zinseinnahmen. Gewinne durch Aktien erhält man ja auf verschiedene Art und Weisen. Einmal durch die Zahlung von Dividenden an die Aktionäre (= Beteilung am Unternehmenserfolg) und durch Kursgewinne, die aber nur zum tragen kommt, wenn man die Aktien verkauft und aber auch ein Verlust, statt eines Gewinns sein kann. Der Staat hat damit erstmal nichts zu tun.
Also was passiert. Das Geld (Zinsen) gibt der Staat an die Banken, die davon einen Teil an die Rentner weitergeben. D.h. mit anderen Worten, der Staat bezuschusst die Renten sowieso. Jetzt unmittelbar, ohne Zwischenprofiteure. Siehe auch Rister-Rente. Die einzigen die wirklichen Ertrage haben, sind die, die diese anbieten.
Das vergiss mal ganz schnell wieder. Hat mit der Thematik nichts zu tun.
Das grösste Problem bei der Geschichte ist eigentlich, dass es eine Menge Unwissen über Rentensysteme und Geldanlagen gibt.
Ich kann Deinen Unmut nachvollziehen. Historisch gab es von der Antike bis ins Christentum des Spätmittelalters erhebliche Vorbehalte gegen Zinsnahme, Kapitalakkumulation und auch gegen reines Gewinnstreben. Thomas von Aquin hat sich noch im 13. Jahrhundert gegen Zinsnahme ausgesprochen. Reichtum wurde als Raub an den Armen und der Natur verstanden - wohingegen heute Steuern als Raub an den Reichen verstanden werden.
Die christliche Sicht auf die Ökonomie änderte sich nicht ganz zufällig mit dem Beginn des Frühkapitalismus. Allerdings ging diese frühe Sicht wohl zwangsläufig umgekehrt auch mit einem Bekenntnis zu einem Leben in Armut einher. Auch dieses Bekenntnis, oder das Armutsideal, gerieten mit Beginn des Frühkapitalismus mehr und mehr in den christlichen Hintergrund, wenn nicht gar in Verruf (gut zu sehen am Armutsstreit des Franziskanerordens oder die Verfolgung mancher herätischer Sekten, die sich insbesondere an den alten Armutsidealen orientieren wollten).
Johannes Chrysostomos (4. Jahrhundert) fasziniert mich ja in vielerlei Hinsicht. Ich finde ihn heute so aktuell und progressiv wie kaum einen Anderen: Er hielt die Gütergemeinschaft für die Einzig naturgemäße Ökonomie der Menschheit. Die progressiven Ökonomien denken heute tatsächlich in eine ähnliche Richtung - aber es bleibt unklar, ob die sich jemals durchsetzen werden oder eine schöne Utopie bleiben.
Zurück ins hier und jetzt: Ich bin eine absolute Verfechterin des umlagefinanzierten Rentensystems. Das hätte auch funktioniert, wenn sich die Gewinne seit den späten 80ern kontinuierlich in den Reallöhnen wiedergespiegelt hätten. Stattdessen sind Dividenden und Aktiengewinne massiv gestiegen, Arbeit wurde demgegenüber nicht nur steuerrechtlich abgewertet (an der Stelle spielt der Staat eine sehr große Rolle), der Niedriglohnsektor ab den 2003ern hat unseren SV Systeme nochmal stärker zugesetzt (und umgekehrt die Unternehmensgewinne weiter nach oben getrieben) und so gehen die Vermögen nicht ganz zufällig so weit auseinander wie nie.
Aus christlicher Sicht erscheint mir eine Teilhabe an der Gewinnerseite dieses Systems tatsächlich recht fragwürdig. Gleichzeitig kannst Du das was Du hast (wenn Du was hast) im derzeitigen System nur durch eine Kapitalbeteiligung am Markt schützen (wobei Immobilien und Boden auch nicht zu verachten sind) und womöglich ließe sich noch argumentieren: Marktanteile lieber in der Hand von irgendwie verantwortungsbewussten Christen als in der Hand von Psychopathen. Insgesamt bleibt mit Blick auf die Zukunft unklar, wie lange dieser Markt noch funktioniert oder ob da ein ziemlich großer Crash wartet, der wieder vorwiegend die Kleinanleger trifft.
Alternativ bliebe derzeit noch ein Bekenntnis zum Armutsideal, was zynischer klingt als ich es meine.
Veröffentlicht von: @ina_4321Zurück ins hier und jetzt: Ich bin eine absolute Verfechterin des umlagefinanzierten Rentensystems. Das hätte auch funktioniert, wenn sich die Gewinne seit den späten 80ern kontinuierlich in den Reallöhnen wiedergespiegelt hätten.
Zumindest sind wir uns schon mal einig, dass das derzeitige umlagefinanzierte Rentensystem nicht oder nicht mehr funktioniert.
Die Hauptursachen sehe ich woanders, nämlich in der demografischen Entwicklung und der höheren Lebenserwartung. Als das System eingeführt wurde und in der ersten Zeit danach, hatte die Bevölkerungsverteilung noch eine Pyramidenform (breite Basis junger Menschen, relativ wenig Rentenempfänger), heute hat sie eher eine Urnenform (schmalere Basis, viele Rentenempfänger) und diese Tendenz verschärft sich. Als reine Umlage funktioniert es schon lange nicht mehr - seit dem sog. Pillenknick -, und der Steuerzuschuss wird immer höher.
Das Problem ist seit ca. 50 Jahren bekannt, Gegenmaßnahmen auch, aber bisher haben es alle Regierungen auf die lange Bank geschoben. Andere Länder, z. B. Schweden, sind dabei, es durch kapitalfinanzierte Elemente zu entschärfen, aber bei uns scheint das bisher nicht politisch vermittelbar zu sein.
Vielleicht hat das mit mangelndem Finanzwissen und einem Grundmisstrauen gegenüber Marktwirtschaft/Kapitalismus zu tun. Man profitiert von diesem hässlichen, aber starken Vieh, das den Wagen zieht, auf dem man gefahren wird, möchte aber persönlich nichts mit ihm zu tun haben, schon garnicht mit dem Gestank, den es gelegentlich verbreitet.
Die Hauptursachen sehe ich woanders, nämlich in der demografischen Entwicklung und der höheren Lebenserwartung.
Und es zahlen eben nicht alle ein und auch nicht unbegrenzt. Deutschland ist die Höhe der Versicherungsbeiträge gedeckelt, aber die Rentenhöhe nicht. Die Schweiz hat ein Mischsystem umlage-/kapitalfinanziert. Beim Umlagefinanzierten Teil gehn sie den umgekehrten Weg wie Deutschland. Die Höhe der Beiträge ist unbegrenzt (auch Einkommensmillionäre zahlen theoretisch auf das ganze Einkommen VErsicheungsbeiträge), die Höhe der Rente ist dagegen auf niedrigem Niveau (leicht über Sozialhilfe) begrenzt, der rest kommt aus dem kapitalgedeckten Teil. Aber auch deren System ist nicht stabil.
Als reine Umlage funktioniert es schon lange nicht mehr - seit dem sog. Pillenknick -, und der Steuerzuschuss wird immer höher.
Es hat noch nie wirklich funktioniert, aber es war das einfachste nach dem Krieg.
Andere Länder, z. B. Schweden, sind dabei, es durch kapitalfinanzierte Elemente zu entschärfen, aber bei uns scheint das bisher nicht politisch vermittelbar zu sein.
Es gibt seit langer Zeit kapitalgedeckte Zusatzrenten in Deutschland, einfach nicht verpflichtend und nicht für alle zugänglich. Ein Allheilmittel ist die kapitalgedeckte Rentenversicherung aber auch nicht.
Die heilige Kuh die man nicht antastet, ist die Beteiligung der Bestandsrentner an der Sanierung der Rentenversicherung.
Die demografische Entwicklung ist nur eine Seite der Medaillie. Die andere zeichnet sich durch Reallöhne und Erwerbsbeteiligung aus. Die demografische Entwicklung wurde mit Blick auf die SV-Systeme durch die höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen, zugewanderten Personen und älteren Personen zu einem wesentlichen Teil ausgeglichen.
Ein größeres Problem für die SV Systeme sind sinkende Reallöhne. Es ist nun auch mehr als plausibel, dass es für ein beitragsfinanziertes System Probleme gibt, wenn die Reallöhne der Vielen, die einzahlen, sinken (während die Reallöhne der Wenigen, die nicht einzahlen, steigen). (vgl. https://www.wsi.de/de/blog-17857-umlagefinanzierte-alterssicherung-funktioniert-auch-wenn-die-bevoelkerung-altert-68334.htm).
Nur über Demografie zu sprechen, blendet wesentliche Probleme aus und erscheint hier leider nicht ausreichend.
Was für die SV Systeme ein gravierendes Problem in der Zukunft werden kann, ist die Krise der Lohnarbeit. Wenn KI einen Großteil der Lohnarbeit überflüssig machen sollte, werden die beitragsfinanzierten SV-Systeme wie wir sie heute kennen, nicht mehr funktionieren - dann werden sich ganz grundlegende Verteilungsfragen stellen.
Am Rande: Die Reproduktionskrise in der wir stecken, hat btw. nicht nur mit dem Pillenknick zu tun - sondern auch mit der gesamtgesellschaftlichen Abwertung der Reproduktion.
Die meisten Menschen profitieren im übrigen nicht von Marktwirtschaft/Kapitalismus - doch womöglich muss man die Menschen, die den Preis für den Wohlstand der Wenigen zahlen, kennen und das Leid sehen, das dort verbreitet wird. Sich also tatsächlich mit dem Dreck und dem Gestank auseinandersetzen und sich fragen: Könnte es anders gehen?
Wie auch immer:
Die Eingangsfrage von Herbert war eine ganz Andere, nämlich, inwiefern eine anlagenbasierte Altersvorsorge mit dem christlichen Glauben in Einklang zu bringen ist. Darauf habe ich in meinem ersten Post geantwortet und argumentativ dargelegt, warum diese Form der Altersvorsorge zwar notwendig erscheinen kann - aber eben nicht mit dem christlichen Glauben in Einklang zu bringen ist. Aus meiner Sicht wirkt es argumentativ wenig überzeugend, zu sagen "Doch, das ist mit dem christlichen Glauben vereinbar, weil es notwendig erscheint".
Darauf habe ich in meinem ersten Post geantwortet und argumentativ dargelegt, warum diese Form der Altersvorsorge zwar notwendig erscheinen kann - aber eben nicht mit dem christlichen Glauben in Einklang zu bringen ist.
Und das ist genauso wenig überzeugend, wie die Ausführungen des WSI.
@ina_4321 Ja, ich tu mich damit auch schwer; aber ich fühle mich dadurch wie ein Exot.
Und nebenbei - man vergisst die Menschen, bei denen ihr Einkommen jetzt grad so reicht zum Leben.
Die haben evtl. nichts zum Anlegen und leben im Risiko, dass ihnen diese (kleine) Anlage genommen wird, sollten sie in eine entsprechende Situation kommen.
Da trifft's doch auch der Spruch, dass dem, der viel hat, gegeben wird und dem, der eben nicht viel hat, auch das Wenige noch genommen wird.
Veröffentlicht von: @ina_4321
Die demografische Entwicklung ist nur eine Seite der Medaillie. Die andere zeichnet sich durch Reallöhne und Erwerbsbeteiligung aus. Die demografische Entwicklung wurde mit Blick auf die SV-Systeme durch die höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen, zugewanderten Personen und älteren Personen zu einem wesentlichen Teil ausgeglichen.
Offensichtlich nicht. Denn sonst hätten wir nicht das Problem, dass die steuerfinanzierten staatlichen Zuschüsse absehbar steigen werden, wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen.
Ein größeres Problem für die SV Systeme sind sinkende Reallöhne. Es ist nun auch mehr als plausibel, dass es für ein beitragsfinanziertes System Probleme gibt, wenn die Reallöhne der Vielen, die einzahlen, sinken (während die Reallöhne der Wenigen, die nicht einzahlen, steigen). (vgl. https://www.wsi.de/de/blog-17857-umlagefinanzierte-alterssicherung-funktioniert-auch-wenn-die-bevoelkerung-altert-68334.htm).
Ein Beitrag des WSI, einem Institut der Hans-Böckler-Stiftung (DGB). Die umlagefinanzierte Alterssicherung funktioniert nur aufgrund von laufenden staatlichen Zuschüssen. Als eigenständiges Versicherungsunternehmen wäre die Rentenversicherung längst insolvent ohne diese Subvention, was man politisch natürlich nicht zulassen kann. Und das Problem, dass diese aus dem laufenden Staatshaushalt zu finanzierende Subvention absehbar stark steigen wird (s.o.), lässt der Autor außen vor.
Nur über Demografie zu sprechen, blendet wesentliche Probleme aus und erscheint hier leider nicht ausreichend.
Was für die SV Systeme ein gravierendes Problem in der Zukunft werden kann, ist die Krise der Lohnarbeit. Wenn KI einen Großteil der Lohnarbeit überflüssig machen sollte, werden die beitragsfinanzierten SV-Systeme wie wir sie heute kennen, nicht mehr funktionieren - dann werden sich ganz grundlegende Verteilungsfragen stellen.
Das ist noch einmal ein ganz anderes Thema, das hier wohl zu weit weg führt. Inwieweit KI wirklich handwerkliche Tätigkeiten ersetzen kann, ist noch offen. Dazu braucht man eben nicht nur eine Software, sondern auch die entsprechenden flexiblen Industrieroboter.
Am Rande: Die Reproduktionskrise in der wir stecken, hat btw. nicht nur mit dem Pillenknick zu tun - sondern auch mit der gesamtgesellschaftlichen Abwertung der Reproduktion.
Da ist was dran. Noch heute führt das Kinderkriegen zu erheblichen materiellen Nachteilen für das entsprechende Paar, gerade wenn beide hochqualifiziert sind und dann nur einer Karriere machen und gut verdienen kann. Früher hat meist die Frau zurückgesteckt, heute übernehmen zunehmen auch Männer diese Rolle.
Die meisten Menschen profitieren im übrigen nicht von Marktwirtschaft/Kapitalismus - doch womöglich muss man die Menschen, die den Preis für den Wohlstand der Wenigen zahlen, kennen und das Leid sehen, das dort verbreitet wird. Sich also tatsächlich mit dem Dreck und dem Gestank auseinandersetzen und sich fragen: Könnte es anders gehen?
Ich erinnere mich noch gut an Deutschland 1989: "Kommt die D-Mark, bleiben wir, kommt sie nicht, gehn wir zu ihr!" Das war einer der großen Treiber, der das sozialistische Experiment DDR beendet hat. Danach kam die Ernüchterung, weil die Marktwirtschaft auch Nachteile hat, aber zurück will kaum jemand.
Trotzdem kann und muss man sich vielleicht auch fragen ob es auch anders geht. Diese Fragen werden seit der Erkenntnis der Begrenztheit natürlicher Ressourcen mit zunehmender Intensität gestellt, haben nur zurzeit vorübergehend keine Konjunktur. Aber auch das führt weg von der Frage, wie man im Alter sein Leben finanziert.
Wie auch immer:
Die Eingangsfrage von Herbert war eine ganz Andere, nämlich, inwiefern eine anlagenbasierte Altersvorsorge mit dem christlichen Glauben in Einklang zu bringen ist. Darauf habe ich in meinem ersten Post geantwortet und argumentativ dargelegt, warum diese Form der Altersvorsorge zwar notwendig erscheinen kann - aber eben nicht mit dem christlichen Glauben in Einklang zu bringen ist. Aus meiner Sicht wirkt es argumentativ wenig überzeugend, zu sagen "Doch, das ist mit dem christlichen Glauben vereinbar, weil es notwendig erscheint".
Wie das mit christlichen Glauben in Einklang zu bringen ist, muss jeder für sich entscheiden. Ob man Zinsen nehmen darf, ist eine lange diskutierte Frage im Juden- und Christentum. Ich habe dazu mal nachgelesen: Die katholische Kirche hat jedenfalls lt. Wikipedia (Stichwort: Zinsverbot) im Jahre 1822 das Zinsverbot aufgehoben. Ich persönlich bezweifle, dass die zur Zeit der Bibel bestehende Feudal- und Sklavenwirtschaft in diesem Punkt maßgeblich sein kann für eine moderne Industriegesellschaft. Ich sehe auch den Kapitalismus nicht so negativ wie Herbert oder du. Ich möchte nicht, wie es zu biblischen Zeiten wohl üblich war, im Alter meinen Kindern auf der Tasche liegen. Von daher habe ich mich damals für einen Beruf entschieden, der Geld bringt, und zusätzlich zur gesetzlichen Rentenversicherung privat vorgesorgt. Falls ich oder meine Frau schwer pflegebedürftig werden, können uns die Eigenbeiträge trotzdem schnell ruinieren, aber das ist wieder ein anderes Thema.
Wenn man auf der sicheren Seite sein will, kann man natürlich auch eine Lebensform wie die der Amischen wählen. Leben in einer abgeschotteten Gemeinschaft auf dem Land, Subsistenzwirtschaft, Pferdekutschen statt Autos, keine Impfungen, entsprechend hohe Kindersterblichkeit usw. usw.. Mein Ding wäre das nicht.
@ina_4321 Johannes Chrysostomos (4. Jahrhundert) fasziniert mich ja in vielerlei Hinsicht. Ich finde ihn heute so aktuell und progressiv wie kaum einen Anderen: Er hielt die Gütergemeinschaft für die Einzig naturgemäße Ökonomie der Menschheit. Die progressiven Ökonomien denken heute tatsächlich in eine ähnliche Richtung - aber es bleibt unklar, ob die sich jemals durchsetzen werden oder eine schöne Utopie bleiben.
Interessant. Hast Du Lust, das etwas weiter auszuführen? Mir sagt der Name erstmal nix - was ist da unter "Gütergemeinschaft" zu verstehen und falls es sich da um ein Konzept handelt, das innerhalb von (überschaubaren) Gemeinden funktionierte - wie ließe sich das auf größere Kollektive - Staaten, Staatsverbünde und gegebenenfalls eben die Weltgemeinschaft - übertragen? Bei Adjektiven wie "naturgemäß" werde ich ja immer schnell skeptisch, da ich nicht denke, dass "naturgemäß" ein Kriterium sein kann bei einer Menschheit, die sich offenkundig von den "natürlichen Verhältnissen", wie sie bis vor - sagen wir mal großzügig: zweitausend Jahren - noch geherrscht haben mögen, entfernt hat. Aber vielleicht ist mein Verdacht hier auch unbegründet und die von Dir erwähnten "progressiven Ökonomien" (meinst Du eher: Ökonomen?) räumen ihn schnell ab?
Marktanteile lieber in der Hand von irgendwie verantwortungsbewussten Christen als in der Hand von Psychopathen.
Falls das System an sich "falsch" sein sollte - wie könnte es denn dann verantwortungsbewußt sein, daran teilzuhaben und es per Teilhabe zu stabilisieren? Irrte sich Adorno und es gibt doch ein wahres Leben im Falschen? 😉
Ich bin eine absolute Verfechterin des umlagefinanzierten Rentensystems. Das hätte auch funktioniert, wenn sich die Gewinne seit den späten 80ern kontinuierlich in den Reallöhnen wiedergespiegelt hätten.
Da sprichst Du aber nun über die Entwicklungen der Vergangenheit. Wie siehst Du es hinsichtlich der Zukunft? Also für die post-AI-Disruptions-Ära? Oder bist Du - wie meinem Gefühl nach 99,99% aller, die sich hier in Deutschland zum Rententhema äußern - auch der Ansicht, dass sich durch die AI-Revolution nichts Grundlegendes am herrschenden Wirtschaftssystem, dem kapitalistischen Paradigma, ändern werde?
Alternativ bliebe derzeit noch ein Bekenntnis zum Armutsideal, was zynischer klingt als ich es meine.
Diesen Hinweis finde ich sehr... nun ja: bedeutsam. Falls ich richtig liegen sollte mit meiner (derzeit noch: absoluten Minderheits-) Vermutung, dass aufgrund der AI-Disruption in den nächsten 5 bis 15 Jahren der Kapitalismus implodiert (oder explodiert oder jedenfalls erledigt ist... 😀 ) - dann gäbe es zwei unterschiedliche Übergangsphasen hin zu einem hoffentlich neuen und besseren Wirtschaftssystem:
1. die der zunehmenden und schließlich zum globalen Bürgerkrieg ausartenden Verteilungskämpfe zwischen der besitzenden (und also durchaus mächtigeren) und der besitzlosen (und zahlenmäßig überwiegenden) Klasse. Und
2. die, bei der die besitzlose Klasse nicht kämpft. Entweder, weil sie ohnehin mangels Machtmitteln dazu nicht fähig ist, oder aus Einsicht darein, dass so ein Kampf den Übergang zu einer neuen, besseren wirtschaftlichen Weltordnung nicht beschleunigen, sondern gegebenenfalls sogar verhindern könnte.
Im zweiten Szenario könnte ein solches Bekenntnis zum Armutsideal, in dem Sinne also, dass Verzicht auf Konsum als tugendhaft statt als ohnmächtig verstanden wird, womöglich das Selbstwertbewußtsein der besitzlosen Klasse steigern und insbesondere dabei helfen, dass in den Reihen der Besitzlosen neue, von Ressourcenverbrauch möglichst entkoppelte, Strategien, ein erfülltes Leben zu führen, entwickelt und verfolgt werden könnten.
Ob man dann ein neues Bewußtsein der Besitzlosen als "christliches Armutsideal" bezeichnen wollte, oder ob man es, weniger konfessionell spalterisch irgendwie anders benennen würde, meinetwegen "Neue Einfachheit" oder so (ja, ich bin ganz schlecht beim Erfinden guter Slogans!), bliebe dann womöglich gleich. Den hier im Thread schon irgendwo genannten Franz von Assisi könnte ich mir dann gut als Icon solchen neuen Denkens vorstellen: friedlich und konsumökonomisch "einfach"...
@jack-black Beim Begriff 'neue Einfachheit' bin ich in meinem Nachdenken auch gelandet.
@chai Aber es hört sich nicht besonders cool an, oder? 😉
Veröffentlicht von: @jack-blackHast Du Lust, das etwas weiter auszuführen?
Ja, aber heute nur noch wenig Zeit 🙂 ich versuche es:
Die Konzepte von Chrysostomos lassen sich natürlich nicht 1:1 auf die heutige Zeit übertragen. Die heterodoxen oder progressiven Ökonomiekonzepte sind namentlich zum Beispiel die Gemeinwohlökonomie oder Degrowth (im Gegensatz zu progressiven Ökonomen wie Piketty).
Bei „naturgemäß“ darfst Du gern aufhorchen, darüber lässt sich streiten, insbesondere wenn ein solches Wording ein Konzept zu legitimieren scheint. GWÖ, Degrowth etc. nutzen den Begriff nicht. Ich kenne niemanden außer mir, der Chrysostomos als Vorreiter progressiver Ökonomiekonzepte verstanden hätte 😉
Im Christentum waren es unter anderem die Benediktiner, die sich in klein- und später in größeren Kollektiven und Verbünden organisierten und eine Form der Gütergemeinschaft lebten, die Chrysostomos wohl als „naturgemäß“ verstanden hätte: Sie haben gewirtschaftet, um die Gemeinschaft zu organisieren und zu erhalten. Nicht um zu wachsen oder persönliches Eigentum zu erlangen. Nebenher haben die Benediktiner die Versorgung der Armen, die außerhalb ihres Kollektivs lebten, als wesentliche Aufgabe verstanden. Das sind gänzlich andere Paradigmen als die der orthodoxen Ökonomie.
Herbert dachte in seinem Ausgangspost über die christliche Legitimation der anlagebasierten Altersversorgung nach und da fand ich es ganz passend einen der Kirchenväter hervorzuholen. Chrysostomos hätte die anlagebasierte Altersversorgung als nicht christlich abgelehnt. Thomas von Aquin hätte das fast 900 Jahre später im übrigen auch getan. Womöglich hätte sogar Luther noch gesagt, Notlagen sollten durch die christliche Gemeinschaft abgefedert werden - und nicht durch individuelle Anlagen, die Gewinne durch die Ausbeutung von Mensch und Natur hervorbringen.
Veröffentlicht von: @jack-blackDa sprichst Du aber nun über die Entwicklungen der Vergangenheit. Wie siehst Du es hinsichtlich der Zukunft? Also für die post-AI-Disruptions-Ära? Oder bist Du - wie meinem Gefühl nach 99,99% aller, die sich hier in Deutschland zum Rententhema äußern - auch der Ansicht, dass sich durch die AI-Revolution nichts Grundlegendes am herrschenden Wirtschaftssystem, dem kapitalistischen Paradigma, ändern werde?
Ach, lass mich doch noch etwas in der Vergangenheit schwelgen. Da ist es warm und heimelig.
Wenn mit KI die Lohnarbeit fällt, war es das mit der Rente, wie wir sie kennen. Und nicht nur damit. Dann werden grundlegende Verteilungsfragen auf uns zukommen die wahrscheinlich mit mehr oder weniger brutalen Verteilungskämpfen einhergehen.
Ich glaube im übrigen, dass gar nicht so wenige Personen Deine Dystopie teilen, inklusive den MAGA Jungs und Teile von CDU/AfD - nur dass es für sie keine Dystopie ist.
Was bleibt, wenn es so käme und nicht nur die Lohnarbeit sondern auch die ganzen ETFs nix mehr wert sind? Haus und Boden haben. Oder in Kleinkollektiven leben, die über Haus/Boden und die Möglichkeit, diese zu verteidigen, verfügen und in einer Weise wirtschaften, die die Gemeinschaft organisiert und erhält.
Veröffentlicht von: @jack-blackIm zweiten Szenario könnte ein solches Bekenntnis zum Armutsideal, in dem Sinne also, dass Verzicht auf Konsum als tugendhaft statt als ohnmächtig verstanden wird, womöglich das Selbstwertbewußtsein der besitzlosen Klasse steigern und insbesondere dabei helfen, dass in den Reihen der Besitzlosen neue, von Ressourcenverbrauch möglichst entkoppelte, Strategien, ein erfülltes Leben zu führen, entwickelt und verfolgt werden könnten.
Danke besonders für diesen Absatz.
Neben der materiellen Problematik die Armut mit sich bringt, ist die permanente Abwertung ein anderes aber ein ebenso großes Problem. Ließe sich daran etwas ändern - das würde ziemlich viel Potential freisetzen.
Wie würde die Welt aussehen, wenn wir Menschen für etwas anderes als Geld und Status(symbole) anerkennen würden - zum Beispiel dafür, ein achtsames Leben zu führen und so wenig Ressourcen wie möglich zu verbrauchen? Wenn der SGB II Leistungsberechtigte (Hartz IV, Bürgergeld, bald Neue Grundsicherung) auf einmal nicht mehr zum Abschaum der Nation sondern zum Vorbild erklärt würde?
In dem Kontext wäre die neue Einfachheit (NE) (oft genug schreiben, dann klingt es irgendwann gut) ein spannendes Konzept, das sich auf das Phänomen der „freiwilligen Armut“ zurückführen lässt. Die freiwillige Armut taucht von der Antike bis ins Christentum des späten Mittelalters immer wieder in unterschiedlichen Kontexten auf - und scheint seit Assisi (nicht zufällig mit Beginn des Frühkapitalismus) im europäischen Raum weitgehend verschwunden. Es gab in der Geschichte des frühen und Hochmittelalters immer wieder Zeiten, in denen Gruppen von freiwillig in Armut lebenden Personen (das war oft aber nicht immer religiös motiviert) die Personen empowerten, die unfreiwillig in Armut leben mussten. Das könnte die Neue Einfachheit dann auch vom Minimalismus unterscheiden.
Ich glaube ja (und weiß es nicht), dass sich der Kapitalismus nie durchgesetzt hätte, wenn das Christentum das Armutsideal nicht aufgegeben hätte. Im 13. Jahrhundert galt JEDER Arme Mensch - und nicht nur die Mönche, die freiwillig in Armut lebten - als „pauperes Christi“ - als Jesus selbst. Das änderte sich ab dem 14. Jahrhundert. Wären die Armen ab dem 14. Jahrhundert nicht als kriminell, faul, hässlich und so abscheulich beschrieben worden, dass man sie in unbezahlte Arbeit prügeln darf und sich jeder von ihnen abgrenzen will - es hätte vielleicht nie die Arbeitskräfte und die KonsumentInnen gegeben, die der Kapitalismus brauchte. Deswegen kann das Thema Armut - in welcher Weise auch immer - aus meiner Sicht eine starke Hebelwirkung in einem künftigen Transformationsgeschehen entfalten.
@ina_4321 Danke für die interessanten Ausführungen! Bis auf das hier:
Ich glaube ja (und weiß es nicht), dass sich der Kapitalismus nie durchgesetzt hätte, wenn das Christentum das Armutsideal nicht aufgegeben hätte.
sehe ich die Dinge sehr ähnlich. Aber ich bin zu sehr Materialist, um glauben zu können, dass ein religiöses Ideal einer begrenzten Kultur den Kapitalismus dauerhaft von der Welt ferngehalten hätte. Weil ich übrigens auch irgendwie nicht glauben mag, dass das christliche Armutsideal jemals wirklich in den unteren Schichten/Ständen/Klassen der Bevölkerung so ganz ernst als Ideal verstanden wurde*. Wenn Du schreibst:
Im 13. Jahrhundert galt JEDER Arme Mensch - und nicht nur die Mönche, die freiwillig in Armut lebten - als „pauperes Christi“ - als Jesus selbst.
Dann kann ich nicht umhin zu fragen: für wen galt da jeder arme Mensch als "pauperes Christ", und was hatten diese armen Menschen davon?
*Armut läßt sich m.A.n. bloß bis dorthin mit Würde verbinden, wo der reale Hunger beginnt.
Veröffentlicht von: @jack-black
*Armut läßt sich m.A.n. bloß bis dorthin mit Würde verbinden, wo der reale Hunger beginnt.
Aus meiner Sicht lässt sich Armut schon dann nicht mehr mit Würde verbinden, wenn Menschen Hunger oder Wohnungslosigkeit angedroht wird. Also das, was unser Sozialgesetzbuch II heute macht und was die Merkantilisten in den Arbeitshäusern in ihrer Extremform begannen. Das wird später nochmal wichtig.
Veröffentlicht von: @jack-blackWeil ich übrigens auch irgendwie nicht glauben mag, dass das christliche Armutsideal jemals wirklich in den unteren Schichten/Ständen/Klassen der Bevölkerung so ganz ernst als Ideal verstanden wurde
Das Armutsideal als Lebensziel nicht, das sehen wir ja schon anhand der Feudalgesellschaft. Aber etwas anderes fand in allen Gesellschaftsschichten Anklang und verbreitete Furcht und Schrecken: Die Vorstellung, in der Hölle landen zu können.
Veröffentlicht von: @jack-blackDann kann ich nicht umhin zu fragen: für wen galt da jeder arme Mensch als "pauperes Christ", und was hatten diese armen Menschen davon?
Bis Calvins Prädestinationslehre galt - und zwar in die Tiefen der Gesellschaft - die Vorstellung: Wer arm ist, ist nahe bei Gott. Wer Reich ist, muss sich das Tor zum Himmelreich erarbeiten. Wie könnte das gehen? Aha! Durch Almosen! Wer dem Armen Menschen ein Almosen gibt, kann dafür ein Gebet erwarten. Dieses wird sehr mächtig sein und dem Gebenden das Himmelreich näherbringen. Arme Menschen hatten damit eine Form ökonomischer Macht (irgendwer nannte es „die Ökonomie des Seelenheils“) - die ihm später abhandenkam. (das Almosen ist noch etwas anderes als der Ablasshandel)
Der Reiche (nicht nur der, alle die mehr hatten als sie für den Moment brauchten) musste geben, er machte das womöglich nicht gerne, womöglich tat er es abfällig, aber er musste es tun. Die Gegenleistung war nicht Arbeit, sondern Gebet. Die Almosenlehre- und Gabe durchlief dabei im Laufe der Jahrhunderte Höhen und Tiefen, war aber eine Form gesellschaftlich gelebter Kulturpraxis.
Nach dem Einzug der Geldwirtschaft (das erscheint mir auch nicht ganz unwichtig) und dem Aufleben der Städte gab es im 13. Jahrhundert die letzte Hochphase (hier kommen Historiker immer ins Schwärmen), in der sich die Verpflichtung zur Armenversorgung mittels Almosen durch die gesamte Gesellschaft zog. Weltliche und religiöse Rechte lagen nah beieinander und der arme Mensch hatte sowohl ein religiöses als auch ein weltliches Recht auf das Almosen. Der Mundraub war Anfang des 13. Jahrhunderts legal und die arme Person galt „als privilegierter Gläubiger, und jedermann muß ihm nach seinen Mitteln und seinem Stand helfen“ (Mollat 1984: 101*).
Bis zum Einzug der Geldwirtschaft und der neuen Stadtkultur fand Armut auf dem Land statt. Und hier hatten die Benediktiner bis ins 11. Jahrhundert quasi ein Monopol auf die Versorgung der Armen. „Wer an der Klosterpforte klopfte, dürfte das Gefühl gehabt haben, an einer Art Grenze zwischen […] einer von Gewalt geprägten Gesellschaft und einer Stätte des Friedens“ (Mollat 1984: 49*) zu stehen.
Wenn Du Dir nun vorstellst, heute an der Pforte des Jobcenters zu klopfen.... welche Gefühle kommen dabei auf? Die Menschen die ich kenne, fühlen in dem Moment Angst, Scham, Ohnmacht, Kontrollverlust. Hier dürfte klar werden, warum aus meiner Sicht die Würde des Menschen nicht erst mit dem realen Eintritt von Hunger beginnt - und wahrscheinlich ist längst klar geworden, was der Arme Mensch vom Armutsideal hatte.
Natürlich war das nicht immer und gleichermaßen so gewesen (so wie heute auch nicht jeder Jobcenter Sachbearbeiter zum Fürchten ist).
Es gibt aus dem 6. Jahrhundert noch ein Dokument, dass den Bischöfen verbot, die Armen mit Hundemeuten zu vertreiben. Von einem Kaufmann, der es ziemlich satt hatte, Almosen verteilen zu müssen, wurden sinngemäß die Worte „die Hölle scheint ein angenehmerer Ort zu werden als der Himmel, wo diese ganzen erbärmlichen Lumpensäcke rumhängen“ überliefert.
Dennoch funktionierte das Ganze - was wir an der Armenversorgung sehen. Almosen für Gebet. Statt Geld für Arbeit. Das änderte sich mit Einzug des Frühkapitalismus. Mit Luther und Calvin gab es dann erste Zweifel an der Almosenlehre. Aber auch am Wert der Armut. Plötzlich stand nicht mehr der Arme Mensch nah bei Gott, sondern der Reiche! Für Luther war Betteln eine Schande für einen Christen. Die katholische Kirche diskutierte wieder (den Diskurs gab es auch zuvor immer wieder) über „würdige“ und „unwürdige“ Armut. Sie fragten sich, wer das Almosen verdiente und lange Zeit war es egal, warum Du arm warst, wenn Du arm warst, warst Du nahe bei Gott und phasenweise der "pauperes Christi" (die Geschichte von Sankt Martin behandelt das Thema im übrigen, leider wird der relevante Teil in den heutigen 11. November Erzählungen immer weggelassen). Das änderte sich dann gravierend.
Die würdig armen waren die Alten, Kranken, Witwen, Kriegsversehrten usw. - sie hatten weiterhin ein Recht auf Versorgung. Die unwürdig Armen, das waren die jungen Männer, die arbeitsfähig erschienen, die durfte man (ich glaube das hat sich letztlich vollständig im 16. Jahrhundert durchgesetzt) dann auch von Seiten der katholischen Kirche in Arbeit zwingen. Das ist erstaunlicherweise die Gruppe, die mit der Industrialisierung zumindest im 20. Jahrhundert Armut überwinden konnte. Wer ab da marginalisiert wurde, das waren die einst „würdig Armen“ - die haben heute kein selbstverständliches Recht mehr auf Versorgung und auch die alleinerziehende Mutter klopft heute in Angst und Schrecken an der Pforte des Jobcenters und wird in prekäre Beschäftigung gezwungen.
Die ersten Wirtschaftswissenschaftler waren, weil Du nach dem Einflussgebiet des Glaubens fragst, gläubige Personen, die sich durchaus an der Kirchenlehre orientierten. Adam Smith, den ich menschlich sehr wertschätze, war gläubig. Erstaunlicherweise war Robert Malthus (der wollte Frauen und Kinder verhungern lassen) Theologe. Aber die Kirche hat nunmal mit Einzug von Geldwirtschaft und dann Richtung Kapitalismus einen erheblichen Wertewandel vollzogen - in Bezug auf meine These betrifft das vor allem die Almosenlehre vs. Arbeitspflicht.
* Michel Mollat: Die Armen im Mittelalter. C.H. Beck, 1978 (kann ich sehr empfehlen)
Veröffentlicht von: @jack-black... ich bin zu sehr Materialist, um glauben zu können, dass ein religiöses Ideal einer begrenzten Kultur den Kapitalismus dauerhaft von der Welt ferngehalten hätte. Weil ich übrigens auch irgendwie nicht glauben mag, dass das christliche Armutsideal jemals wirklich in den unteren Schichten/Ständen/Klassen der Bevölkerung so ganz ernst als Ideal verstanden wurde*.
*Armut läßt sich m.A.n. bloß bis dorthin mit Würde verbinden, wo der reale Hunger beginnt.
Armut und / bzw. Einfachheit ist nur da 'gut', wo es ein selbstgewählter Zustand ist.
D.h. wenn ich mich dazu entscheide, ein einfaches Leben (wie z.B. im Campingurlaub) zu führen, ist das ok.
Wenn ich in einer Wohnung ohne fließendes warmes Wasser oder mit Plumpsklo leben muss, ist das sicher nicht mein Idealzustand.
@chai Armut und / bzw. Einfachheit ist nur da 'gut', wo es ein selbstgewählter Zustand ist.
Hhmm... Du hast die Gänsefüßchen um 'gut' nicht ohne Grund gesetzt. Was die Armut angeht (man kann auch als Milliardär "einfach" leben, wenn man will), ist die meinem Verständnis nach nie "selbstgewählt". So, wie auch die selbstreproduktive Arbeit der Lohnarbeiter im Kapitalismus nie selbstgewählt, sondern eben "notwendig" ist. Wer arbeitet schon "selbstgewählt" 8 Stunden am Fließband oder in Spät- und Nachtschichten in der Pflege oder dem Bergwerk?
Dennoch gibt es ja sowas wie das "Arbeiterethos", eine Art Würde und Stolz derer, die solche harte Arbeit, mag sie auch noch so "entfremdet" (im marx'schen Sinne) sein, ausüben. Eine Art trotziger Stolz, der in dem Bewußtsein besteht, eine Arbeit zu machen, die nicht Spaß macht, die man nicht selbst als Lebensinhalt wählen würde, wenn man bessere Alternativen hätte. Die man aber nun, da man dazu gewzungen ist, dennoch mit gewissermaßen erhobenem Kopf ausübt, selbst, wenn der Lohn nie ausreichen wird, diesem Dasein knapp oberhalb des Existenzminimums zu entfliehen.
In einer ähnlichen Situation wie diejenigen, die heute in prekären Arbeitsverhältnissen stehen, wird meiner Vermutung nach in Zukunft die Majorität aller Menschen/Bürger sich befinden: ohne Lohn-Job und also von irgendwelchen sehr knappen Bürgergeldern oder "Almosen" der Besitzenden abhängig. Diese Armut meinte ich. Die wird nicht selbstgewählt sein, sich einzubilden, auf diese Art arm sein zu wollen, wäre Selbstbetrug. Wenn ich da von Würde spreche oder gar von Ethos, dann meine ich das im stoizistischen Sinne: Dass man akzeptiert, in dieser ökonomisch ohnmächtigen Position sich zu befinden, ohne sich selbst den Vorwurf zu machen, daran "schuld" zu sein. Man kann, solange man "nur" arm ist, aber (noch) nicht in Existenznot, für sich entschließen, seinerseits ethisch korrekt zu leben: nicht den anderen Armen noch ihre geringen Habseligkeiten zu klauen, nicht durch Gewalt z.B. gegen die eigene Frau oder die Kinder sich einen kurzen "Machtkick" zu verschaffen als psychologische Entlastung von dem latenten Minderwertigkeitsgefühl, welches diejenigen empfinden, die, obwohl selbst in aussichtsloser Position innerhalb der Strukturen befindlich, immer noch dem Prinzip der "Leistungsgerechtigkeit" sich verpflichtet fühlen.
Wenn ich in einer Wohnung ohne fließendes warmes Wasser oder mit Plumpsklo leben muss, ist das sicher nicht mein Idealzustand.
Sicher nicht. Aber es geht halt um die Grenzen, ab welchen jemand noch sich "menschenwürdig" verhalten kann. Wenn ich in einer Wohnung kein fließend warmes Wasser habe und nur ein Plumpsklo - bin ich dann noch fähig, mich meinen Mitmenschen gegenüber menschlich - im Sinne von: nicht gewalttätig - zu verhalten? Wenn denn das Ideal einer "Neuen Einfachheit" gelten sollte, wäre meine Antwort hier: Ja, das ist dann immer noch möglich, obwohl fließend warm Wasser schon ganz nett wäre. Man überlebt halt auch ohne.
Aber ohne ausreichend zu Essen überlebt man nicht. Und wer hungert (oder unter lebensgefährlicher Hitze oder Kälte oder Durst leidet...), der kann sich meine Ansicht nach nicht mehr im obigen Sinne menschlich verhalten. Der betrügt und lügt und stiehlt und tötet womöglich, um zu überleben - menschenwürdiges Verhalten ist für ihn objektiv nicht mehr möglich.
Veranschaulichendes Beispiel: Manche Holocaust-Überlebenden waren auch dadurch traumatisiert, dass sie nur überlebten, indem sie andere Mitgefangene bestahlen, übervorteilten, verrieten oder sonstwie schikanierten - und noch lange nach ihrer Befreiung mit den daraus resultierenden Schuldgefühlen nicht klar kommen konnten: sie waren durch die Umstände aus jener Sphäre, in der man sich menschenwürdig/ethisch korrekt verhalten kann, herausgedrängt worden.
Ich denke, dass Hunger die Menschen aus dieser Sphäre der Menschenwürdigkeit hinausdrängt. Da, in der existenziellen Not, liegt die Grenze, hinter welcher Stolz und Wahnsinn mehr oder minder dasselbe bedeuten.
Veröffentlicht von: @jack-blackMan kann, solange man "nur" arm ist, aber (noch) nicht in Existenznot, für sich entschließen, seinerseits ethisch korrekt zu leben: nicht den anderen Armen noch ihre geringen Habseligkeiten zu klauen, nicht durch Gewalt z.B. gegen die eigene Frau oder die Kinder sich einen kurzen "Machtkick" zu verschaffen als psychologische Entlastung von dem latenten Minderwertigkeitsgefühl, welches diejenigen empfinden, die, obwohl selbst in aussichtsloser Position innerhalb der Strukturen befindlich, immer noch dem Prinzip der "Leistungsgerechtigkeit" sich verpflichtet fühlen.
Wenn die Argumentation lautet: Die Würde im Sinne von menschenwürdigem Verhalten hängt von der Möglichkeit ab, selbstbestimmte, ethische Entscheidungen zu treffen, dann....
Veröffentlicht von: @jack-blackUnd wer hungert (oder unter lebensgefährlicher Hitze oder Kälte oder Durst leidet...), der kann sich meine Ansicht nach nicht mehr im obigen Sinne menschlich verhalten. Der betrügt und lügt und stiehlt und tötet womöglich, um zu überleben - menschenwürdiges Verhalten ist für ihn objektiv nicht mehr möglich.
... können sich Menschen auch in einer solchen Situation entscheiden, zu sterben anstatt zu lügen, zu stehlen und zu töten. Und diese Entscheidungen treffen Menschen - wir bekommen von diesen nur nicht viel mit. Das hieße, menschenwürdiges Verhalten ist in diesem Sinne auch in Extremsituationen der materiellen Entbehrung möglich. Und die Frage, was die Würde ausmacht, damit noch nicht beantwortet.
@ina_4321 ... können sich Menschen auch in einer solchen Situation entscheiden, zu sterben anstatt zu lügen, zu stehlen und zu töten.
Das als allgemein geltendes Ideal lässt sich wohl kaum etablieren. Ausgangspunkt dieses Nebenstrangs der Diskussion war ja aber eben dies: die Frage, ob sich eine neue Form von Ideal (ähnlich dem christlichen Armutsideal, das Du oben anführtest), finden ließe.
Ein Ideal, das sich nicht realistischermaßen leben läßt, taugt nix.
Veröffentlicht von: @derelchDen Druck rentabel zu wirtschaften hat jedes Unternehmen. Kleinaktionäre sind nicht im Fokus, wenn es darum geht die Geschäftsstrategie einer Aktiengesellschaft festzulegen. Von daher ändert es auch nicht viel.
Bitteschön. was heißt rentabel wirtschaften? Geld scheißt kein Geld. Sondern es muss irgendjemand dafür arbeiten. Der bekommt sein Lohn und die Aktionäre ihre Dividente. erste Frage: Wenn die Summen, die angelegt werden sollen, immer größer werden, wo soll bespw. die deutsche Wirtschaft den Gewinn erwirtschaften?
Gewinne durch Aktien erhält man ja auf verschiedene Art und Weisen. Einmal durch die Zahlung von Dividenden an die Aktionäre (= Beteilung am Unternehmenserfolg) und durch Kursgewinne ...
Für mich ist das eine Scheinantwort.... Es geht doch genau darum, wer und wie die Dividente erwirtschaftet werden? Ich kann kann da mitgehen, wenn dieses System der AGs ein gewissen Größe nicht überschreitet. Fakt ist, ab einer gewissen Größe wird dieses System instabil und tritt notwendig in Konkurrenz zu anderen Volkswirtschaften. Oder aber die bis in der Geschichte probate Lösung ist, den Wohlstand durch Krieg vernichten und dann solange aufbauen, bis zum nächsten mal.
Das (Zinsen) vergiss mal ganz schnell wieder. Hat mit der Thematik nichts zu tun.
Vielleich habe ich micht ungeschickt ausgedrückt. Im Moment ist der Staat auf allen drein Ebenen der größte Schuldner. Und zahlt mächtig viel Zinsen, die dann an die mit dem meisten Vermögen zurückfließen. So ist dann nicht besser, anstell eines Schuldendienstes die Rente zu subventienieren, anstatt Zinsen zu zahlen?
Bitteschön. was heißt rentabel wirtschaften?
Einnahmen-Ausgaben-Steuern-Rücklagen-Investitionen > 0. Ist nicht so schwer und bei allen Unternehmensformen gleich. Unterschiedlich ist nur, wer sich den Gewinn einsteckt.
Sondern es muss irgendjemand dafür arbeiten.
Ja natürlich, das ist aber völlig unabhängig davon, ob man Einzelunternehmer, eine GmbH, AG, OHG oder CO KG ist. Es ist immer gleich. Eine AG ist einfach eine Unternehmensform, die eine Fremdkapitalisierung zulässt. Bei einer GmbH geht das auch, ist aber weniger üblich.
Wenn die Summen, die angelegt werden sollen, immer größer werden, wo soll bespw. die deutsche Wirtschaft den Gewinn erwirtschaften?
Das eine hat mit dem anderen erstmal nichts zu tun. Kapitalanlagen sind erstmal nicht auf Deutschland und nicht auf Aktien beschränkt. Die Summen bauen sich aber auch nur langsam auf und werden auch nur langsam grösser. Es finden auch immer wieder Entnahmen statt.
Vielleich habe ich micht ungeschickt ausgedrückt. Im Moment ist der Staat auf allen drein Ebenen der größte Schuldner. Und zahlt mächtig viel Zinsen, die dann an die mit dem meisten Vermögen zurückfließen. So ist dann nicht besser, anstell eines Schuldendienstes die Rente zu subventienieren, anstatt Zinsen zu zahlen?
Du hast dich nicht ungeschickt ausgedrückt, du bist eher gedanklich irgendwo seltsam abgebogen. Die Zinszahlungen des Staates haben mit Kapitalgedeckter Rente erstmal nichts zu tun. Davon mal ab, der Staat zahlt erheblich weniger Zinsen (2025: 34 Milliarden, Tendenz stabil), als er ins Rentensystem pumpt (2025:134 Milliarden + direkte Pensionszahlungen, Tendenz steigend)
Erstmal vielen Dank für Deine geduldige Mühe.
Dass man „rentabel wirtschaften“ durch eine Buchhaltung (Einnahmen-Ausgaben etc.) darstellt ist mir durchaus bekannt. Dass trifft aber nicht das Problem. Auch „wer sich den Gewinn einsteckt.“ Ist erst einmal ein sekundäres Problem.
Es geht überhaupt erstmal um die Frage, was geschieht, wenn in erhebliche höheren Maße als zur Zeit Menschen genötigt (weil sie sonst keine Sicherheit haben) werden, ein Teil ihres Einkommens in Kapital verwandeln zu müssen. Kapital heißt, es wird Geld investiert mit dem einen Ziel, ein Unternehmen zu finanzieren. So weit so gut. Das zweite Ziel ist, so die Ideologie des Kapitalismus, dass der Investor mit der Zurverfügungstellung von Kapital einen ´Entschädigung` bzw. Belohnung für seine Risikofreudigkeit erwartet. Problematisch ist hier die Höhe. Ich verweise auf Josef Ackermann, der ein Renditeziel von 25 Prozent für maßgeblich erklärte „Die von Ackermann angepeilte Eigenkapitalrendite von 20 bis 25 Prozent sei nur möglich, „weil er genau weiss, dass die Deutsche Bank ein Systemrisiko darstellt und daher von den Steuerzahlern gerettet würde, falls ein Konkurs droht“. Die Deutsche Bank komme derzeit nur auf eine Eigenkapitalquote von 4 Prozent. Wenn das Finanzsystem sicher sein solle, müsste diese jedoch bei 20 bis 45 Prozent der Bilanzsumme liegen..
Jahre später ist dann unter anderem herausgekommen, mit welche krummen Dinger er dieses Ziel verfolgt hat (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Bank ab ´Rolle in der Finanzkrise ab 2007 und Anklage in den USA`;2012 bis 2019 Verwicklung in Geldwäsche und Steuerhinterziehung ) und die Deutsche Bank in den USA riesige Strafzahlungen leisten musste, während Ackermann mit Boni (oft 10.Mill / Jahr) sich zurückgezogen hat.
Ackermann ist nur ein Beispiel – wofür? Für den immensen Druck und die Verführung (zum Größenwahn), die aus den Renditeerwartungen massiv gesteigerte Kapitalanlagen resultieren. Zudem ist er ein Beispiels dafür, dass ein nicht unbeträchtlicher Anteil der vielleicht erwirtschaften Gewinne erstmal nicht an die Rentner zurückfließt, sondern an die, die sich ihre ´glorreiche` Arbeit unverhältnismäßig hoch bezahlen lassen.
Zweitens erinnere ich an die Zeit der Negativzinsen, die als Ausdruck eines überreichlichen Geldangebot zu verstehen sind. Geld ist da, aber kein kann oder will damit wirtschaften (vgl. das Stichwort Sparschwemme).
Gehe ich von der aktuelle Wirtschaftslage, so zeigt sich, dass es vor allem bei Startups ein größerer Kapitalbedarf besteht, wo Investitionen naturgemäß aber ein größeres Risiko darstellen. Ansonsten ist die Wirtschaft nicht nur in Deutschlan verhalten und könnte eben die Erwartung einer kapitalgesicherten Rente nicht erfüllen. Ich verweise nochmal auf die Pleite der Riesterente
Vor diesem Hintergrund versuche ich mein Problem mal neu zu formulieren:
Wenn durch eine kapitalgesicherte Rente massenhaft Erwartungen an eine signifikante Rente geweckt werden, wie können die erfüllt werden, ohne das nicht an andere Stelle ein gesteigerter, massiver Raub an Naturschätzen und Arbeitskraft (Ausbeutung) erfolgt?
Veröffentlicht von: @ina_4321Alternativ bliebe derzeit noch ein Bekenntnis zum Armutsideal, was zynischer klingt als ich es meine.
Danke für Deine Worte.
Ich denke auch, Armut meint ja nicht zwingend in Sack und Asche zu gehen. Es geht um Maß und Ziel und um Gerechtigkeit.
@herbert Ich denke auch, Armut meint ja nicht zwingend in Sack und Asche zu gehen. Es geht um Maß und Ziel und um Gerechtigkeit.
Das denke ich nicht. Armut ist durchaus eben der Gegensatz zu Reichtum. Und wenn Armut und Reichtum parallel existieren, hat das nichts mit Gerechtigkeit zu tun. Unter "Maß und Ziel" kann ich mir denn auch in diesem Zusammenhang nicht wirklich was vorstellen. Wer misst da, wer definiert die Ziele?
[Besserwissermode on]"In Sack und Asche gehen" ist meinem Verständnis nach übrigens kein Ausdruck für Armut, sondern ein Bild für jemanden, der gedemütigt wurde: in Sack und Asche geht auch ein Reicher, der in irgendeinem sozialen Zusammenhang gerade was auf den Deckel bekommen hat und nun den reuigen Büßer zu geben hat, bis wieder andere Schweine durch die Medienlandschaft getrieben werden...
In "sackartigen Klamotten" indes geht wohl der wirklich Arme, der sich halt keine (neuen) Klamotten kaufen kann. [/Besserwissermode]
@herbert Das Idee der Rente ist ja an sich, dass die derzeit arbeitende Bevölkerung ihre Alten mit der Rente versorgt.
Das funktioniert solange, bis die arbeitende Bevölkerung hinreichend Geld erwirtschaftet, dass sie durch diese Zahlung nicht selber in Not gerät. Wir haben einfach massiv zu wenig Kinder in die Welt gesetzt! Und das fliegt uns jetzt um die Ohren. Die Belastung darf nicht zu groß werden. Und so kann man nur entweder die Renten kürzen (wobei keine Altersarmut entstehen sollte) oder die Zeit des Arbeitslebens ausdehnen (ich darf schon bis 67 ...).
Die allererste Rente, eingeführt von Bismarck, gab es mit 70 nach mindestens 30 Jahren Arbeitsleben. Wer da richtig malocht hatte, dürfte dieses Alter kaum erreicht haben. Es war erst einmal ein wichtiger psychologischer Effekt, weil man die Sicherheit erhielt, irgendwann einigermaßen versorgt zu sein.
Ich finde es wichtig, sich selber einen finanziellen Puffer aufzubauen, der möglichst so groß sein sollte, dass er vom Ertrag aus sich selber genug abwirft, um nicht verbrauchen zu müssen. Da muss man dann aber sehr früh im Leben Anfangen und möglichst auf Aktien setzen.
An der Börse kann man als Trader oder als Investor Geld machen (oder Geld verlieren). Der Investor ist jemand, der in Unternehmen oder Fonds investiert, von denen er langfristig Ertrag erwartet. Der Kauft die Aktien und rührt sie kaum noch an.
Der Trader verfolgt die Entwicklung der Kurse und investiert dann in Unternehmen, von denen er auf Grund grundlegender Daten, den Erwartungen in der Branche und vor allem aber den Kursentwicklungen Gewinne erwartet. Er kauft sich dann die Aktien und setzt dabei gleich fest, wann die wieder verkauft werden sollen. Für das Geldverdienen mit diesem Ansatz sind sowohl ein günstiger Einstieg wie auch ein Ausstieg wichtig. Wer wartet, bis die Kurse wieder gefallen sind, kommt dann oft schon zu spät. Das ist schon ein wenig wie Zocken, kann aber ertragreicher sein als einfaches Investieren. Aber es kostet Zeit und man muss sich da auch reinknien, damit es überhaupt funktioniert.
Ich bin so ein Mix aus beiden Konzepten. Ich bin nicht ständig am Kaufen und Verkaufen - aber ich tausche auch mal Fonds aus, wenn die nicht laufen oder woanders grad die Post abgeht.
Es gibt viele gute Seiten für einen Einstieg. Onvista finde ich klasse, um zu sehen, wo grad Schwerpunkte sind (Ich filtere mir die Fonds ausgehend von monatlicher Performance bis in größere Zeiträume so weit runter, bis es nur noch einige hundert Fonds sind - da sieht man dann schon, wo Schwerpunkte sind.
Dann gehe ich damit in Fondsweb und gebe ausgewählte Fonds ein. Die haben da Übersichten, wie die Fonds im Vergleich zur Benchmark performen und Übersichten, wie die Gewinn-Risiko Streuung des Fonds im Vergleich zu anderen aussieht. Manchmal habe ich an der Stelle schon bessere Fonds gefunden. Aber nicht jede Bank bietet auch alle Fonds im Angebot.
Bei finanzen.net kann man sich ein fiktives Konto erstellen (das können fast alle!) und man kann sich schöne Grafiken als Übersicht über alle Fonds, die interessieren, erstellen lassen. Für den Aufmerksamen Investor ist das eine gut Übersicht, um notfalls korrigierend Maßnahmen ergreifen zu können.
https://de.investing.com/ liefert schöne Kerzengrafiken, die der Trader für seine Entscheidungen benötigt. Diese Webseite hat auch eine spezielle Finanz-KI, die noch jung ist, aber schon einen guten Ruf hat. Allerdings kostet die Geld.
Gebührenpflichtige Angebote gibt es viele.
Ich folge einem Englischsprachigen Kanal auf Youtube, den ich empfehlen kann: Felix & Friends. Da kann man Traden lernen und bekommt Infos, die Entwicklungen an den Börsen zu verfolgen.
Aktuell geht der Rentenmarkt baden. Jahrelang hat man in Japan für Lau Geld aufgenommen, um dann in amerikanische Staatsanleihen, Zinsen abzugreifen. Das geht jetzt nicht mehr. Japan ist fast pleite und dort kostet das Geld inzwischen Zinsen. Und ob amerikanische Staatsanleihen grad so eine sicher Bank sind, weiß ich auch nicht.
Ich nehmen Deine Antwort um zu betonen, dass die Diskussion bisher weitgehend an meiner Fragestellung vorbeigeht.
Es geht mir nicht darum Aktioen- und Fondhandel zu erklären. Dazu würde ich dann ein anderes Form aufsuchen. Auch die Diskussion um die Würde von Armut trifft nicht den Kern des Problems.
Es gibt aus meiner Sicht einmal ein ökonomisches Problem - dass sind die Renditeversprechen, die gemacht werden. Ich gehe davon aus, dass diese niemals eingehalten werden können (siehe Volksaktie Telekomm, weil das Produktivitätsproblem, was ja zur Zeit ein Grund für das Rentenproblem ist (geringe Löhne, hohe Zahl Arbeitsloser) auf Dauer größer wird.
Zweitens halte ich den Geldkreislauf über Fonds für unrentabel, weil zuviele daran mitverdienen und nicht alles an die Rentner zurückfließt. Ich verweise auf die Kranken- / Pflegeversicherung: durch die Privatisierung sind eine Reihe AG in dieses Geschäft eingestiegen, die einen nicht unbeträchtlichen Anteil der Beiträge in Eigenmittel verwandeln: Mangementkosten für die Holdings bzw. Eigentümergesellschaften und Dividenden für ihre Aktionäre. Ich kann keine Zahlen nennen, aber macht euch klar, von euren Beiträgen zu Kranken- und Pflegeversicherung wandert mancher Euro nicht in Leistungen, sondern auf Konten von Menschen, die nichts zur Gesundheit und Pflegebeitrage.
Das zweite Problem ist der ´heimliche Lehrplan` der Idee von anlagenbasierten Rente.
1. Wiederspricht die damit erzielte geistige / mentale Wirkung der Lehre Jesus des Herrn:
Mt.6,21 "Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz."
oder
Mt.6, 28 Und was seid ihr besorgt um eure Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes! Wie sie wachsen! Sie arbeiten nicht und spinnen nicht
2. Erhöht sich auf diese Weise die Abhängigkeit der Menschen von den Machthabern, die nun jederzeit sagen, "Leute wenn ihr eine gute Rente haben woll, dann müssen wir auf Umweltschutz verzichten, .... dann müssen wir mehr Krieg führen, denn wenn nicht kaput geht, dann können wir nicht richtig profitabel aufbauen (`Trump ik höre dir trumppen`)
Man stelle sich vor, dass mehrer große Volkswirtschaften auf der Suche sein müssen, irgenwo, irgendwen und irgendwas auszubeuten zu müssen.
Lange Rede kurzer Sinn, es geht um die Frage, welche Dynmaik in der Gesellschaft und in der Welt ausgelöst, durch diese geplante Umstellung (die wohlmöglich nur der Beginn der Vernichtung des staatlich gewollten Solidaritätsgedanken ist. Siehe die Änderungen und der Flüchtlingsdebatte.
Zum Schluss: ich schreibe hier bewusst auf dem Formu Jesus.de und mich interessiert ob, wie meine Problem geteilt werden oder nicht, ob ich von meinem christliche Verständnis ausgehend daneben liege und oder nicht.
Das das jetzige System reformbedürftig ist, ist mir völlig klar. Das zu diskutieren wäre der dritte oder vierte Schritt.
@herbert Hallo Herbert,
ich denke, dass der Aktienmarkt von den Anteilen, die Banken sich von den Gewinnen mitnehmen, noch die konsumerfreundlichsten Angebote sind. Man muss beim Kauf darauf achten, welche Gebühren bei Fonds anfallen. Manche Banken (grad auch online Banken) bieten da auch Discount. EFTs haben generell kaum Gebühren. Man muss natrülich seine Gewinne versteuern. Das wird natürlich mit Verlusten gegengerechnet und so versteuert man nur, was man tatsächlich aus diesen Geschäften als Gewinn mitnimmt.
Der Hauptgrund, warum viele Experten zu Investitionen an der Börse raten, ist der Verfall der Bareinlagen auf Banken durch Inflation. Und selbst wenn man da 4% Zinsen mitnimmt, ist dieser Betrag zumeist voll durch die Teuerung gefressen. Die Börse ist da meist attraktiver.
Die Telekom Aktie hat da viel kaputtgemacht. Es war aber auch ein genereller Fehler, alle Eier in ein Nest zu legen. Diversifizierung ist ein Grundprinzip der Risikostreuung. Ich habe einige Fonds von denen ich jeweils nicht besonders viel Anteile halte. Die Bereiche, in denen ich investiert bin, sind aber gut überlegt und man kann in den Bereichen aktuell schon Geld verdienen. Dazu sind die Fonds selber gut ausgewählt - nur relativ stabile, die schon über Jahren gut performt haben - außer bei ganz neuen Feldern wie Raumfahrt, wo die Fonds oft erst vor wenigen Monaten aufgelegt wurden.
Dieses Prinzip extremer Diversifizierung habe ich mir bei einem Kollegen abgeschaut, der Erfolgreich Fussballwetten gemacht hat. Er kannte sich gut im Fussball aus. Das bedeutet, dass er im Schnitt mehr Partien richtig geraten hat als falsch. Wenn er dann alle Partien gewettet hat - und dort, wo er eine Sensation für möglich gehalten hat auch in diese Richtung investiert - dann war er immer im Plus und wenn die Sensation eintrat auch mal ganz deutlich. Er dürfte dort kaum Geld verloren haben (im Schnitt).
So ähnlich mache ich das mit den Aktien.
Ich beute da niemanden aus. Ich arbeite auch für ein Börsennotiertes Unternehmen, nachdem wir lange Zeit ein mittelständisches Unternehmen in privater Hand waren. Der familiäre Geist ist langsam schwächer geworden, aber auch die Erwartung, dass man weit jenseits von gesetzlichen Schranken Überstunden schiebt. Vieles ist professioneller und letztendlich kann ich sagen, dass es mir im großen professionellen Umfeld besser geht als in der kleinen Klitsche.
Die Idee der Rente ist der Generationenvertrag. Generation 3 zahlt die Rente von Generation 2 und Generation 4 wird einmal die Rente von Generation 3 zahlen. Das ist von der Idee her genial. Es geht nur dann nicht mehr auf, wenn eine Generation es nicht gebacken bekommt, hinreichend Nachkommen in die Welt zu setzen. Und in so einem Kontext ist es schon irrational, davon auszugehen, dass die paar Nasen, die man dann doch in die Welt gesetzt hat, das Heer der Alten zu versorgen. Und wenn ich sehe, dass da ein großes Problem auf mich zukommt, dann ist es clever, da schon mal eigene Ersparnisse aufzubauen. Wer ein Leben lag das zur Seite legt, was er entbehren kann, hat irgendwann mehr Geld, als wie er je für möglich gehalten hätte.
Jesus sagt, dass wir uns keine Sorgen machen müssen - die Lilien halt ... Und Sorgen sollen auch nicht sein, da sie destruktiv für den Glauben sind. Aber wenn ich weiß, dass ich mit wirtschaftlich sinnvollem Verhalten eine sorgenvolle Zukunft vermeiden kann, dann ist es für mich selbstverständlich, mich so zu verhalten.
Wir leben hier im schwäbisch-badischen. Unsere Kinder bekamen einmal Kinderbuch "Frederik", das von einer Maus handelt, die im Sommer Sonnenstrahlen sammelt und so dann die Gemeinschaft im Winter damit beglückt. Eine nette Geste dieses Geschenk. Meine Frau sah das anders: "Diese faule Sau - soll mal schaffen". Tja, so konnte man das auch sehen. Ich weiß nicht, ob wir Jesu Lilien und Spatzengeschichte in Sinne leichtfüßiger Sorglosigkeit in Bezug auf unterlassen von "Vorräte sammeln für Notzeiten" deuten dürfen. Ich bin auf dem Land groß geworden und im Winter war da der Keller voll mit Eingemachten und Eingefrorenen. Wenn ich in einem Klima lebe, wo ganzjährig Ernten möglich sind (Jesus lebte in so einem Klima!), dann hat dort der Begriff "Vorrat" eine deutlich geringere Priorität.
Wir haben ja auch das Gleichnis der geliehenen Talente, die es zu vermehren galt. Dort entspricht das Handeln und Vermehren der Talente der Aktivität an der Börse und das "Vergraben" in etwa dem Sparbuch.
Das zweite Problem ist der ´heimliche Lehrplan` der Idee von anlagenbasierten Rente.
1. Wiederspricht die damit erzielte geistige / mentale Wirkung der Lehre Jesus des Herrn:
Mt.6,21 "Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz."
Nur, weil ich Geld angelegt habe, bedeutet das ja nicht, dass dort auch mein Schatz sein muss. Ja, es ist ein Aspekt von Geld, dass es das Herz binden kann und dann gehen Menschen, denen das passiert, verloren. Aber ich kann Geld oder materielle Werte auch achten und vielleicht sogar toll finden - und doch ist der Herr Jesus immer noch ein ganzes Stück größer. Ich sehe da immer meine Schwiegermutter als Beispiel. Sie hatte als Schneider ihr Leben lang im Akkord gearbeitet und weil sie da richtig gut war und man sparsam lebte, kam einiges an Geld zusammen. Sie hatte einiges an Goldschmuck und Geldmünzen. Sie hatte Freude daran und schaute sich diesen "Schatz" gelegentlich an. Dann wurde bei ihr eingebrochen und alles war weg. Ich hatte ziemlich große Bedenken, dass sie dieser Verlust brechen würde - aber das geschah nicht. Sie hatte Freude daran gehabt, aber ihr Herz war beim Herrn Jesus. Und so konnte sie ohne den Verlust lange nachzuweinen, einfach weiterleben. Sie war nicht in die Falle des Geldes und der materiellen Werte hineingefallen.
Andererseits kann Geld einem auch Dinge ermöglichen. Wenn ich eine zusätzliche Rente aus den Erträgen aus Investitionen habe, dann ist das ein Upgrade im Lebensstil. Ich sehe nicht, warum da irgendetwas dran schlecht sein soll. Der einen hat halt sein ganzes Geld in der Zeit des Arbeitslebens ausgegeben mit vielleicht dem einen oder anderen Luxus oder Urlauben etc. Der andere hat vom Aldi gelebt und ist öfter mal in Urlaubszeiten auf dem eigenen Balkon oder irgendwo im Park gesessen. Jeder muss da sehen, wie er sein Kapital einsetzt.
Lange Rede kurzer Sinn, es geht um die Frage, welche Dynmaik in der Gesellschaft und in der Welt ausgelöst, durch diese geplante Umstellung (die wohlmöglich nur der Beginn der Vernichtung des staatlich gewollten Solidaritätsgedanken ist. Siehe die Änderungen und der Flüchtlingsdebatte.
Ich bin sicher jemand, der keinen in Not zurücklassen will. Aber ich finde schon, dass Menschen die die Möglichkeit hatten, für das Alter finanziell vorzusorgen und es nicht gemacht haben, da nicht zu viel erwarten sollten. Es ist ein Stück Eigenverantwortung, das zu tun. Ne üppige Rente war schon früher eher selten und daher war es schon immer sinnvoll, nebenbei was zurückzulegen bzw. zu investieren.
Schweden war ja mal das große Muster für den Sozialstaat. Inzwischen ist das Leben in Schweden so teuer, dass viele mehrere Jobs brauchen - und dann brauchen sie trotzdem noch Zuschüsse, um über die Runden zu kommen.
Was wir brauchen ist ein bezahlbares Leben (Wohnung, Nebenkosten, Lebensmittel) und eine Unterstützung für all diejenigen, die es aus eigenen Mitteln nicht schaffen. Wer aber diese Not aus einer lockeren Lebenshaltung heraus provoziert hat, muss sich nicht wundern, wenn nicht so gern gegeben wird.
Vielen Dank für Dein ausführliche Antwort. Ich will nur auf einige Punkte eingehen
welche Gebühren bei Fonds anfallen…
Gebühren sind bei Mitverdienen doch nicht das Problem, sondern die Gewinnausschüttung. Es geht um den Prozess vom Erzielen des Gewinns aus bspw. Beteiligungen und dem Prozess, bis dieser Betrag am Ende zu Auszahlung bereit steht. Da lassen sich Leute ihr Tun ganz über gebühr bezahlen, und zwar nicht von de Gebühren sonder Gehälter und Prämien.
Ich verweise mal auf das jüngste Urteil des Bundesgerichtshof (BGH) vom 10.12.2025 BSG zu den Rentensparverträgen der Allianzversicherung. Da ging es darum, dass sie eine Klausen in den Verträgen hatten, die es ihnen erlaubt, wenn die Gewinnerwartungen ausbleiben, den Rentenfaktor (der für die Auszahlung maßgeblich ist zu kürzen. An sich eine logische und gerechte Sache. Bestandet wurde aber, dass im Falle einer unerwarteten Renditesteigerung keine Erhöhung des Rentenfaktors vorgesehen war, sondern dieser Gewinn, sollte beim Konzern verbleiben.
(ausführlicher vgl. https://www.verbraucherzentrale-bawue.de/pressemeldungen/geld-versicherungen/unwirksame-rentenkuerzung-bgh-bestaetigt-urteil-gegen-allianz-114449
Die Frage ist doch welcher Geist steckt dahinter, der ja nicht nur bei der Allianz zu finden ist. Ist dieser Geist durch Solidarität, geschweige durch Nächstenliebe geprägt? Oder was steckt da ein Geist dahinter? Sind Broker und Banker angetreten, der Welt Frieden, Gerechtigkeit zu bringen. Oder wollen sie die Gesetze des Kapitalmarktes zum weltbeherrschenden Zeitgeist machen. Eine noch beschönigende Darstellung dieses Geistes findest Du unter https://www.bpb.de/themen/wirtschaft/finanzwirtschaft/524122/die-finanzkrise-von-2007-2008-und-ihre-folgen/
Was haben die Banker am Ende gemacht, sie haben sie Dumme gesucht, den sie die faulen Immobilienkredite unterjubeln konnten. Unter anderem auch der Deutsche Rentenversicherung (DRV). Es gab Verluste, beispielsweise durch Engagements bei der insolventen Bank Lehman Brothers (44,5 Millionen Euro, vgl. https://www.tagesspiegel.de/politik/rentenkasse-verliert-445-millionen-1708021.html ).
Die privaten Rentenversicherungen in den USA) war noch wesentlich stärker davon betroffen.
Meine ökonomische Soreg ist, dass die Anflutung von Kapital keine soliden Anlagen findet – es ist einfach zu viel Geld mit zu vielen Erwartungen, die nicht erfüllt werden können.
Zugleich wird dadurch ein ´Drache` gefüttert der ziemlich gnadenlos alles seinem maximalen Profitbestreben unterwerfen muss. Frage: Wo oder bei wem holt der Drache sein Futter? Doch dort wo du arbeitest bzw. aus deinem Vorgarten, wenn sich dort gerade seltene Erde befinden. Auf seltene Tiere wird keine Rücksicht genommen, die machen ja nur Problem im Ökosystem. Davon kann man ja nicht leben, wenn nicht der Dollar rollt.
Was den Zeitgeist angeht, als das Thema, das hier im Forum zuhause ist, so werden die Menschen dazu erzogen, das Streben für Profit und die unsichtbare Hand des Marktes als frohe Botschaft aufzufassen. Wer gezwungen ist den Banken etc. zu vertrauen, der ist auch gezwungen ihre Geschäftsgebaren zu akzeptiere
Das Argument, dass bei fehlendem Nachwuchs die Generation fehlt, die die Rente bezahlen soll leuchtet ein. Das gleiche Problem ist aber auch dann gegeben, wenn Fonds etc. in Firmen investieren wollen, die aus dem gleichen Grund nicht genügend Arbeitskräfte einstellen und dann auch nicht die Gewinnerwartungen bedienen können.
Aber wenn ich weiß, dass ich mit wirtschaftlich sinnvollem Verhalten eine sorgenvolle Zukunft vermeiden kann, dann ist es für mich selbstverständlich, mich so zu verhalten.
Da bin ich voll bei Dir. Meine Frage ist eben, was sinnvoll ist, und zwar nicht nur aus dem individuellen ökonomischen Blick, sondern unter dem Aspekt des Nächsten. Zum Sparen, dass ich auch bis zu einem gewissen Sinn für notwendig und sinnvoll halte gibt noch folgendes Anzumerken: Die Verteilung materieller Ressourcen in dieser Welt ist ein Nullsummenspiel, was heißt, was der einer mehr hat, hat der andere weniger. Das diese hier im reichen Westen nicht durchschlägt, liegt einfach daran, dass bislang die Welt ausgebeutet werden konnte. Das geht jetzt so langsam zu Ende. China mag der erste relevante Verweigerer sein, mit Sicherheit nicht der letzte
@herbert Es gibt viele Finanzprodukte und man muss sich alle kritisch ansehen. Die Transparent über die Kosten ist unter gesetzlichem Druck besser geworden. In der bisherigen Geschichte des Finanzsystems waren Aktien immer die besten Zugpferde, weil man da am unmittelbarsten an den Gewinnen der Wirtschaft beteiligt ist.
Du hast richtig erkannt, dass wir grad in einer Phase des Umbruchs stecken. Stichworte sind:
Scheitern der modern money theory, die meint, dass die psychologische Bewertung von Geld wichtiger ist als der wahre Gegenwert.
Fehlen der Hinterlegung von Geld mit Gold oder einem realen Werthintergrund. Daraus folgend massive Inflation.
Zusammenbruch von für viele Jahre funktionierende Mechanismen, wie dem, in Japan billig Geld zu leihen und in den USA Staatsanleihen mit guten Zinsen zu nehmen. Gerne von Lebensversicherungen etc. genutzt.
Schwäche der bisherigen starken Geldmacht der USA. Ende des Petrodollars, Erstarken der BRICs Staaten.
Es wird vieles anders. Was viele glauben ist, dass das Geld selber dabei ist, massiv Wert zu verlieren. Das hängt damit zusammen, dass früher oder später Probleme durch Gelddrucken oder das neue virtuelle Geld zu mehren gelöst werden sollen.
Viele Christen geben ihren Zehnten. Warum nicht einen zweiten Zehnten für sich selber auf die hohe Kante legen und dass dann zumindest zum Teil anzulegen? Wenig ist da besser als Nichts.
Das mit dem Nullsummenspiel stimmt nur bedingt. Je mehr Menschen es gibt, desto größer ist der Markt und desto größer ist die verfügbare Gesamtsumme. Probleme entstehen durch Menschen, die nicht genug bekommen können und die dann Besitztümer anhäufen, die sie realistisch niemals verbrauchen werden. Und diese Super-superreichen beginnen jetzt, die Welt totalitär in Besitz zu nehmen. Das ist eine politische Dimension der Sache.
Meine ökonomische Soreg ist, dass die Anflutung von Kapital keine soliden Anlagen findet – es ist einfach zu viel Geld mit zu vielen Erwartungen, die nicht erfüllt werden können.
Da brauchst Du an sich keine Sorge zu haben. Wenn Fonds zu viel Geld bekommen, dann schränken sie die Kaufbarkeit bald ein. Es gibt da genug, die man heute gar nicht mehr kaufen kann - bis sie wieder Geld gebrauchen könnten. Das bei gemanagten Fonds. Bei ETFs werden ja nur die zu dem jeweiligen Index gehörenden Aktien gekauft. Es gibt auch SWAP Fonds, die dann andere Unternehmen aus der Branche kaufen und dabei den Verlauf des Indexwertes zu replizieren suchen. Nachteil bei letzteren ist, dass, wenn die Bank, die den Fonds aufgelegt hat, pleite geht, ist alles futsch. Das ist bei den unmittelbaren ETF Fonds anders.
Ich kann Dich verstehen, dass Du gerne ein anderes Geldsystem hättest. Im Moment müssen wir aber wohl mit dem aktuellen Leben. Wenn Du siehst wie grade China oder Brasilien erfolgreich sind, dann spricht nichts dagegen, auch dort investiert zu sein.
Nach vielen Dank, dass Du auf meine Gedanken eingehst.
Ich habe dennoch einigen Diskussionsbedarf bzw. Verständnisfragen.
Aktien immer die besten Zugpferde, weil man da am unmittelbarsten an den Gewinnen der Wirtschaft beteiligt ist. Dass sehe ich auch so.
Frage was geschieht, wenn vermehrte Nachfrage nach einer Aktie auftritt. Das Unternehmen kann den Verkauf weitere Aktionen verweigern, damit es beispielsweise die Mehr behält- Auf jeden Fall wird ja wohl erst einmal der Kurs steigen. Übt das jetzt einen Druck auf das Unternehmen aus oder wirtschaftet es weiter wie bisher und die Dividende fällt dann % -tual entsprechend geringer aus?
Was viele glauben ist, dass das Geld selber dabei ist, massiv Wert zu verlieren
Dass glaube ich auch. Bisher waren es Inflation und Krieg, die dafür gesorgt haben, dass der Geldentwertung ein Ende gemacht wurde und quasi das Spiel wieder neu eröffnet wurde.
Viele Christen geben ihren Zehnten. Warum nicht einen zweiten Zehnten für sich selber auf die hohe Kante legen und dass dann zumindest zum Teil anzulegen? Wenig ist da besser als Nichts.
Das klingt mit ein wenig zu harmlos. Für sich selbst etwas auf die ´hohe Kante` legen ist denke ich völlig in Ordnung. Die Frage ist das Maß.
Die Frage die aber offen ist die nach der Außenwirkung. Ich denke dass Du mit Deiner Sicht auf das Nullsummenspiel daneben liegst. Weder die Größe des Marktes noch die der Gesamtsumme spielt vorderhand eine Rolle (sie bedingen allenfalls die ´Trägheit` des Spiels). Nullsummenspiele beschreiben in der Spieltheorie Situationen, also Spiele im verallgemeinerten Sinne, bei denen die Summe der Gewinne und Verluste aller Spieler gleich null ist (win – lost Situation) .
Man kann versuchen ein Nullsummenspiel in ein Nich-Nullsummenspiel zu verwandeln, also eine Win-win Situation herstellen. Dies funktioniert, wenn ein Unternehmen mit dem eingesetzten Kapital entsprechende Gewinn einfährt. Wenn aber das eingesetzte Kapital sehr hoch ist oder die Erwartungen an die Dividende, dann verwandelt sich die win-win Situation in eine win-lost Situation.
In einem offenen Markt kann der Investor sein Geld abziehen. Klar -aber dann wohin damit. Nachmals das ökonomische Problem liegt an dem gewaltigen Ausmaß des anflutenden Geldes.
Das spirituelle oder biblische habe ich mehrmals benannt und wenn auch einzelne gegen die Verführung des Gelds immun sein mögen, diejenigen, die in die Finanzwelt berufliche einsteigen, haben alles anderen im Sinn als Gemeinwohl
Probleme entstehen durch Menschen, die nicht genug bekommen können und die dann Besitztümer anhäufen, die sie realistisch niemals verbrauchen werden. Und diese Super-superreichen beginnen jetzt, die Welt totalitär in Besitz zu nehmen. Das ist eine politische Dimension der Sache.
Da teile ich Deine Meinung. Gerade wegen dieser Entwicklung wäre eine anlagenfinanzierte Altersversorge problematisch.
Da brauchst Du an sich keine Sorge zu haben. Wenn Fonds zu viel Geld bekommen, dann schränken sie die Kaufbarkeit bald ein.
Gerade das liegt ja der Hund begraben. Ich gehe davon aus, das vielleicht ein Teil des Geldes der staatliche verordneten Alterssicherung tatsächliche angelegt werden kann, eben bis zu genau dem Moment, wo die Kaufbarkeit eingeschränkt und die Fonds geschlossen werden.
Ich habe mal überschlagen: bei 46.Mill Arbeitnehmer, die pro Monat 100 € einzahlen entstehen 4.600.000.000 € Investionsmasse / Monat und zwar zusätzlich !!!
Auch wenn ein Teil dann als Rente ausgezahlt wird, entsteht im Laufe weniger Jahre ein Riesensumme, die verzinst werden will. Und dass neben den Spareinlagen die bereits jetzt auf den Konten liegen. Ich habe bisher keinen gefunden der mir plausibel erklären kann, wie man solche gigantische Summe produktiv unterbringen will. Zumal ja auch hier Konkurrenz aus anderen Ländern bzw. privaten Rentenkassen besteht.
Ich kann Dich verstehen, dass Du gerne ein anderes Geldsystem hättest
Nee - nicht um Geld geht es, sondern um Kapital. Dass ist der entscheidende riesige Unterschied.
@herbert Ich häng mich mal hier dran, auch wenn's an anderer Stelle vielleicht besser passen würde.
Aber es geht mir darum, dass @goodfruit an anderer Stelle über die Wirtschaft schreibt, die natürlich dazu da ist, um Geld zu verdienen. Notfalls auch eben mit Robotertechnik, die den Menschen überflüssig macht.
Und natürlich tut die Wirtschaft alles, um Kosten zu sparen und dadurch den Gewinn zu erhöhen.
Vollkommen egal, ob dadurch Menschen ihre Arbeit verlieren oder nicht.
Und genau das macht diese ganze Geschichte für mich schwierig. Egal, ob ich mein Geld selber anlege oder ob ich's in eine Versicherung oder einen Fond (oder mehrere Fonds) einzahle - das Prinzip ist immer das gleiche. Man legt das Geld dort an, wo es möglichst viel Ertrag bringt.
Und so wie ich das bisher verstanden habe, geht's ja genau darum - ist das moralisch vertretbar oder mit dem Glauben vereinbar?
@herbert Ich habe mal überschlagen: bei 46.Mill Arbeitnehmer, die pro Monat 100 € einzahlen entstehen 4.600.000.000 € Investionsmasse / Monat und zwar zusätzlich !!!
KI hat grad ein gewaltiges Problem: Die ganze Sache braucht sehr viele spezielle Teile, die direkt niemand auf dem Schirm hat und dazu dann noch die teuren Chips. Es mangelt der Branche grad massiv an Kapital und da sind Investitionen in großem Maßstab möglich. Oder überleg mal, wir bekämen das mit der Kernfusion hin. Das ist ein riesiger Markt mit massiv Investitionsbedarf und Produkten, die über lange Zeit Erträgnis bieten.
Ich nehmen Deine Antwort um zu betonen, dass die Diskussion bisher weitgehend an meiner Fragestellung vorbeigeht.
Die Antworten sind einfach nicht das, was du gerne hören würdest.
Es gibt aus meiner Sicht einmal ein ökonomisches Problem - dass sind die Renditeversprechen, die gemacht werden. Ich gehe davon aus, dass diese niemals eingehalten werden können
Wer macht denn Renditeversprechen? Das kapitalbasierte Rente auch mit Risiko behaftet sein kann, ist eigentlich bekannt. Bei Altersvorsorge geht es um langfristige Investion und nicht ums schnelle Geld.
Auch bekannt ist, dass Bargeld unter Kopfkissen und Geld auf einem Bankkonto an Kaufkraft verliert und auch bekannt ist, dass für die späte Gen X und alle Nachfolgegenerationen aus der gesetzlichen umlagebasierten Rente nichts zu erwarten haben. Das das an schlechten Löhnen liegt und Reallohnverlust, ist ein Märchen.
Man kann sich jetzt trefflich drüber streiten, ob man während des Erwerbslebens lieber Geld zurücklegt fürs Alter oder ob es sinnvoller ist das Geld auf den Kopf zu hauen und später lieber auf Sozialleistungen zu spekulieren.
Zweitens halte ich den Geldkreislauf über Fonds für unrentabel, weil zuviele daran mitverdienen und nicht alles an die Rentner zurückfließt.
Ja das stimmt, es verdienen viele mit. Es bleibt normalerweise trotzdem was übrig.
Ich verweise auf die Kranken- / Pflegeversicherung: durch die Privatisierung sind eine Reihe AG in dieses Geschäft eingestiegen, die einen nicht unbeträchtlichen Anteil der Beiträge in Eigenmittel verwandeln: Mangementkosten für die Holdings bzw. Eigentümergesellschaften und Dividenden für ihre Aktionäre. Ich kann keine Zahlen nennen, aber macht euch klar, von euren Beiträgen zu Kranken- und Pflegeversicherung wandert mancher Euro nicht in Leistungen, sondern auf Konten von Menschen, die nichts zur Gesundheit und Pflegebeitrage.
75 Millionen der Deutschland lebenden Menschen sind gesetzlich versichert. Welche gesetzliche Krankenkasse in Deutschland ist eine Aktiengesellschaft?
Lange Rede kurzer Sinn, es geht um die Frage, welche Dynmaik in der Gesellschaft und in der Welt ausgelöst, durch diese geplante Umstellung (die wohlmöglich nur der Beginn der Vernichtung des staatlich gewollten Solidaritätsgedanken ist. Siehe die Änderungen und der Flüchtlingsdebatte.
Kapitalgedeckte Renten sind schon lange Realität.
also zuerstmal, mit Aktien kenne ich mich nicht aus, meine letzten waren von Hoechst, die verkaufte ich auf Höchsstand, kurz bevor Hoechst in Salamitechnik verkauft wurde.
Aber ich sehe es so, dass Gott mein Versorger ist. Und trachtet zuerst nach dem Reich Gottes, so wird euch alles hinzugefügt. Und Saat und Ernte. Du wirst überall ernten, wo du gesät hast. Zeit, Liebe, Freundlichkeit, Geduld, Hilfe, und auch Geld. Auf einem Geschäftsleutetreffen gab es einen Vortrag dazu von Erich Fitz - er schrieb ein Buch über sein Leben mit dem Titel: Geschäfte mit Gott: wie du durch Umsetzung biblischer Verheißungen erfolgreich wirst
Ich kann sagen, ja es funktioniert - Saat und Ernte. Gott ist treu, er wacht über seinem Wort. Ich habe viel gesät und vielmehr bekommen. Auf Wegen, auf die ich nie gekommen wäre! Alles ehrlich. Gottes Plan für dein Leben ist größer als dein Verstand. Ich würde heute kein Geld in Aktien geben.
Meine Erfahrung ist die, dass ich Gott frage, wo ich spenden kann. Er zeigt es mir und auch wieviel ich geben darf. Alles was ich habe gehört Gott. Ich bin hier nur Verwalter und möchte treu sein mit dem was ich habe. Ich kann nix mitnehmen wenn ich hier weggehe. Und ja, als ich kein Geld hatte, war Geld vielmehr Thema als heute.
Ich habe gelernt, dass es viel in Gottes Wort steht zu Finanzen - ein gutes Buch dazu ist: Biblischer Umgang mit Geld - Daniel Exler (er ist selbständiger Steuerberater und Christ)
Viele Verheißungen gibts in der Bibel - und Jesus wurde arm, auf dass wir in ihm reich sind. Wie bin ich froh nicht mehr unter dem Fluch der Armut zu sein! Die passenden Finanz-Bibelstellen raussuchen, im Herzen glauben und bekennen. So funktioniert das bei mir.
Dieses Jahr hatte ich auf einmal eine für mich große Rechnung - und das Geld war nicht da. Zuerst sprach ich die Not. Die Angst drückte rein. 2 Menschen boten mir an, dass ich das Geld von ihnen bekomme. Aber in so einer Situation war ich schonmal gewesen und es tat meiner Seele wohl, dass jemand mir finanziell helfen wollte. Damals sagte ich danke, es hilft mir, aber ich glaube, Gott hilft mir durch - was er auch tat. Ich erlebte Wunder, finanzielle Wunder.
Diesesmal stoppte ich die Not zu sprechen. Fing an: Das Geld kommt zu mir und bleibt bei mir. Und nach 14 Tagen hatte ich das Geld. Es ist keine Magie. Gott ist einfach größer als jede Not. Und er schaut aufs Herz. Geld ist für mich nur ein Tauschmittel. Und in den Psalmen steht, dass Gläubige nicht hungern müssen. Vertrau auf Gott, er schenkt Weisheit. Er hat den besten Plan und leitet dich mit Frieden. Und hier im Buch steht dass du auch Zinsen nehmen darfst, aber nicht wenn du Geld an einen Bruder verleihst.
Ich bring einfach nur ein paar Schlagworte: Sparen ist gut, genau wie Vorsorge für schwierige Zeiten. Horten ist Sünde. Gesammelt wird händeweise (Sprüche 13,11). Sprich und handle im Glauben - rufe Finanzen in Existenz und erwarte göttliche Ernte; sammle himmlische Reichtümer, Gott segnet dich - auf dass du ein Segen bist
er schreibt im Buch, Aktien kaufen ist möglich - aber nur mit dem Geld, was dir nicht fehlt, wenn du es verlieren solltest
Jesus fragte die Jünger, ob ihnen was fehlte - sie sagten nein.
Vielleicht ein bisschen am Thema vorbei - aber es war mir jetzt so auf dem Herzen. Sorry!