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CDU/CSU wollen Bürgergeld blockieren

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1-ichthys
Themenstarter
Beiträge : 693

Nun ist es wieder soweit. Wie damals bei der Einführung von Hartz IV will die Union beim Bürgergeld wieder Klientelpolitik betreiben. Die Union befürchtet, dass das Bürgergeld die Menschen vom Arbeiten abhält. Was spielt sich da in den Köpfen einiger Politiker ab? Die wenigsten Menschen wollen den Sozialstaat "ausrauben". Das jetzige System ist doch eine einzige Ar...kriecherei den Behörden gegenüber. Der Antragsteller ist Bittsteller und der Behördenmitarbeiter der King, dem man untertänigst um etwas bittet. Das Bürgergeld würde endlich damit Schluss machen und beide Seiten könnten sich auf Augenhöhe begegnen. Aber nein, der Staat soll ja immer bestrafen. Natürlich gibt es auch Zeitgenossen, die das System ausnutzen, sie sind aber mit 6% relativ gering. D. h., 94% sind gesetzestreu! Und diesen will die Union eine Verbesserung ihrer Situation verweigern? In Wahrheit geht es der Union darum, die Billigjobs, die ja bereits heute Sklavenjobs sind, zu zementieren, um billige, nicht wehrfähige Arbeitskräfte für ihre Klientel zu generieren. Sollte die Union das Bürgergeld verhindern oder stark verwässern, dann werde ich die Union nicht mehr wählen können.

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klappstool
(@klappstool)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 422
Veröffentlicht von: @1-ichthys

Nun ist es wieder soweit. Wie damals bei der Einführung von Hartz IV will die Union beim Bürgergeld wieder Klientelpolitik betreiben. Die Union befürchtet, dass das Bürgergeld die Menschen vom Arbeiten abhält. Was spielt sich da in den Köpfen einiger Politiker ab? Die wenigsten Menschen wollen den Sozialstaat "ausrauben". Das jetzige System ist doch eine einzige Ar...kriecherei den Behörden gegenüber. Der Antragsteller ist Bittsteller und der Behördenmitarbeiter der King, dem man untertänigst um etwas bittet. Das Bürgergeld würde endlich damit Schluss machen und beide Seiten könnten sich auf Augenhöhe begegnen. Aber nein, der Staat soll ja immer bestrafen. Natürlich gibt es auch Zeitgenossen, die das System ausnutzen, sie sind aber mit 6% relativ gering. D. h., 94% sind gesetzestreu! Und diesen will die Union eine Verbesserung ihrer Situation verweigern? In Wahrheit geht es der Union darum, die Billigjobs, die ja bereits heute Sklavenjobs sind, zu zementieren, um billige, nicht wehrfähige Arbeitskräfte für ihre Klientel zu generieren. Sollte die Union das Bürgergeld verhindern oder stark verwässern, dann werde ich die Union nicht mehr wählen können.

Ich halte die Union insgesamt für nicht mehr wählbar. Sie hat sich mehr und mehr dem Trump'schen "Wahrheitsgeist" verschworen und lügt, dass sich die Balken biegen. Das ging schon beim letzten Kanzlerkandidat Laschet los und hat sich mit Merz nur noch verschlimmert.

Was Hartz4 angeht: Ich habe das immer als ein Recht empfunden das man nicht nur wahrnehmen darf sondern auch sollte. Im Gegenzug habe ich gerne 1€-Jobs angenommen und mich auch sonst an die Verabredungen gehalten. Mir ist dabei aufgefallen, dass es immer mit auf das eigene Verhalten ankommt. Nach dem Motto "wie man reinruft" wurde ich von nahezu allen Mitarbeitern der Behörde respekt- bis fast schon liebevoll behandelt. Und natürlich ist es dabei erlaubt, sämtliche Register zu bedienen. "Sind sie das, der/die von uns beiden so gut riecht? Wie heißt, das wo gibts das?" oder auch "Danke, dass Sie sich damals für diesen Beruf entschieden haben.". Vorausgesetzt, es war die Wahrheit. Aber ich hab immer etwas Nettes an meinem Gegenüber gefunden dass ich kurz ansprechen konnte. Das hebt das Ganze auf eine etwas persönlichere und friedliche Ebene. Heutzutage kann man sich auch kurz vor dem Gespräch bei zB Facebook informieren, ob der/die Mitarbeiterin dort vertreten war. Viele Menschen gehen recht offen mit ihren Interessen um (Hundeliebhaber oder reisefreudig zB). Unter der Bedingung, dass da tatsächlich etwas ist, das auch meinen Interessen entsprach, konnte ich das ins Gespräch einfließen lassen. An meinem damaligen Wohnort gab es eine Sachbearbeiterin, die mich für 1 Monat zu meiner Freundin im Norden fahren ließ. Rechtlich eher eine Grauzone wenn nicht sogar völlig unmöglich, aber sie sagte mir "Fahren Sie nur, ich halte ihnen den Rücken frei. Sagen Sie nur Bescheid, wenn Sie wieder zurück sind."

Was ich damit sagen will: Aur der "anderen Seite" sitzen auch Menschen mit Bedürfnissen, Ängsten und Träumen. Eines davon schien mir, ernst genommen werden zu wollen. Nicht durch Angst sondern durch entgegen gebrachtes Vertrauen.

 
 

 

 

klappstool antworten
1-ichthys
(@1-ichthys)
Beigetreten : Vor 9 Jahren

Beiträge : 693

@klappstool 

So wie Du es in dem letzten Abschnitt beschrieben hast, sollte es ja sein. Natürlich muss man den Behördenmitarbeitern respektvoll gegenüber treten.

1-ichthys antworten
Lucan-7
Beiträge : 16986

@1-ichthys 

ich denke, das Thema ist zu komplex um es so einseitig zu betrachten. Das dumme ist halt: Man braucht eine einheitliche Regelung für alle Betroffene.

Man kann nicht sagen: "Du bist ein braver, anständiger Mensch - du brauchst dich jetzt erst mal nicht rechtfertigen und auch sonst nichts tun" und zu einem Anderen: "Du bist ein fauler Schmarotzer, der einfach nur keine Lust hat etwas zu tun... von dir erwarten wir jetzt jede Woche einen Bericht über deine Bemühungen, sonst wird das Geld gekürzt!"

Nein, wenn der "Schmarotzer" seine Bemühungen nachweisen muss, dann muss es genau so auch der "brave Bürger", weil die Regeln nun mal für alle gelten.

Und ich kann die Argumentation nachvollziehen, wenn es für arbeitende Menschen frustrierend ist, wenn sie am Ende genau so viel Geld haben wie jemand, der nicht arbeitet - und der sich noch nicht einmal dafür rechtfertigen muss. Auch wenn die Problematik ganz woanders liegt - nämlich daran, dass viele Menschen schlicht zu wenig Geld bekommen für das, was sie leisten.

Persönlich denke ich, dass gewisse Nachweise für Bemühungen zumutbar sind, wenn man vom Staat Geld bekommt. Dass man da sicher noch einiges verbessern kann ist unbestritten, dass es unangenehm ist auch - vor allem dann, wenn man unverschuldet in diese Situation gerät.

Aber ein halbes Jahr gar nichts tun müssen und überhaupt keinen Druck aufbauen... das halte ich auch für keine Lösung. Man muss hier schließlich das ganze Spektrum sehen, und nicht nur solche, die sich redlich bemühen und ihr Bestes tun.

 

 

 

 

 

lucan-7 antworten
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1-ichthys
(@1-ichthys)
Beigetreten : Vor 9 Jahren

Beiträge : 693

@lucan-7 

Klar müssen Nachweise für Bemühungen vorgelegt werden, das ist ja nicht falsch. Es kommt aber darauf an, wie mit den Nachweisen seitens der Behörden umgegangen wird. Druck aufbauen wird m. E. erst dann nötig, wenn ein Sachbearbeiter nach einer gewissen Zeit erkennt, dass der Kunde sich überhaupt nicht bemüht. Aber alle erst einmal unter Generalverdacht zu stellen, halte ich für absolut falsch.

 

"nämlich daran, dass viele Menschen schlicht zu wenig Geld bekommen für das, was sie leisten."

Und erst Hartz IV hat dies ermöglicht. Die Arbeitnehmer trauen sich nicht mehr gegen diese Art von Sklavenarbeit die Stimme zu erheben.

1-ichthys antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 16986

@1-ichthys 

Es kommt aber darauf an, wie mit den Nachweisen seitens der Behörden umgegangen wird. Druck aufbauen wird m. E. erst dann nötig, wenn ein Sachbearbeiter nach einer gewissen Zeit erkennt, dass der Kunde sich überhaupt nicht bemüht.

 

Das ist aber nicht die Kritik, die du in deinem Einführungspost benannt hast. Dass man Bürgergeldempfänger mit Respekt behandeln soll schließt ja auch die CDU nicht aus.

 

lucan-7 antworten
1-ichthys
(@1-ichthys)
Beigetreten : Vor 9 Jahren

Beiträge : 693

@lucan-7 

Doch, meine Kritik bezieht sich auf die Blockadeankündigung. Aber wer u. a. sagt, dass Bürgergeld-Empfänger es sich in der Arbeitslosigkeit bequem machen könnten, der stellt alle unter Generalverdacht. Und das jetzige Prozedere bei den Behörden ist nicht immer respektvoll, das beweisen ja die zahlreichen Beschwerden von Hartz IV- Empfängern, obwohl einige davon sicher nicht begründet sind.

1-ichthys antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 16986

@1-ichthys 

Aber wer u. a. sagt, dass Bürgergeld-Empfänger es sich in der Arbeitslosigkeit bequem machen könnten, der stellt alle unter Generalverdacht.

Nein. Wer ausdrücklich von "könnte" spricht tut das nun gerade nicht.

Und es ist eine Tatsache, dass es Leute gibt, die solche Zuwendungen gnadenlos ausnutzen. Und das sind auch keine Einzelfälle, sondern bestimmte Millieus, in denen das der Fall ist.

Natürlich ist das ärgerlich für jene, die unverschuldet in Not geraten und dann mit solchen Leuten in einen Topf geworfen werden.

Man kann dem aber durch eigenes Auftreten auch entgegenwirken. Und wenn das Amt einen dann trotzdem noch herablassend behandelt, dann geht es hier weniger um politische Gesetzgebung als um die Frage der Schulung der entsprechenden Sachbearbeiter.

Und auch wenn ich das an dieser Stelle nicht weiter ausführen werde habe ich hier auch persönliche Erfahrungen.

 

 

 

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 212

@lucan-7 

Man kann nicht sagen: "Du bist ein braver, anständiger Mensch - du brauchst dich jetzt erst mal nicht rechtfertigen und auch sonst nichts tun" und zu einem Anderen: "Du bist ein fauler Schmarotzer, der einfach nur keine Lust hat etwas zu tun... von dir erwarten wir jetzt jede Woche einen Bericht über deine Bemühungen, sonst wird das Geld gekürzt!"

Das wird in der Praxis aber so gemacht. Da haben die Sachbearbeiter auch Spielraum oder sie nehmen ihn sich zumindestens.

derelch antworten


Suzanne62
Beiträge : 7631

@1-ichthys Die CDU/CSU macht zunächst einmal schlicht das, was als Opposition ihr Job ist....und ja, natürlich ist das auch "Klientelpolitik". Aber man kann doch einer Partei nicht ernsthaft vorwerfen, dass sie die Interessen ihrer Wählerklientel wahrnimmt und vertritt.

Weshalb sollte irgendwer eine Partei noch einmal wählen, wenn er seine Interessen von ihr nicht vertreten sieht?

Das ist doch das, was das Wesen einer Demokratie ausmacht: sich zunächst mal für die eigenen Interessen bzw. die Interessen der eigenen Wählerklientel engagiert einsetzen, dann aber auch einander zuhören, miteinander verhandeln und wenn nötig miteinander ringen.....und am Ende einen Kompromiss aushandeln, mit dem alle einigermaßen leben können.

Zwar teile ich die Bedenken der Unionsparteien nicht und würde es eher begrüßen, wenn die Pläne der Ampelkoalition so wie vorgesehen am 1.1.2023 in Kraft treten würden.

Aber ich kann den Unionsparteien nicht ernsthaft vorwerfen, dass sie sie nicht einfach abnicken, sondern eben - wie gesagt - ihrem Auftrag als Opposition nachkommen.

suzanne62 antworten
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1-ichthys
(@1-ichthys)
Beigetreten : Vor 9 Jahren

Beiträge : 693

@suzanne62 

Es ist richtig, dass die Opposition gegen die Regierung opponiert. Allerdings habe ich den Eindruck, die Union stellt alle Hilfeempfänger unter Generalverdacht. Und leider benutzt sie dabei falsche Fakten, die u. a. von der AfD verbreitet werden,  lt. einer Analyse bei RPO.

1-ichthys antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 7631

@1-ichthys Falls Bedenken der CDU/CSU auf falschen Annahmen basieren, lässt sich das hoffentlich im Vermittlungsausschuss ausräumen.

Allerdings halte ich nicht alle Einwände für unberechtigt. 60.000 € Schonvermögen sind schon außerordentlich großzügig.

Und dass es in den ersten sechs Monaten des Leistungsbezugs  so gar keine Sanktionen geben soll, das halte ich auch nicht für gut.

Selbstverständlich möchte ich nicht alle Leistungsempfäner unter Generalverdacht stellen. Aber die Leute, die keine Lust aufs Arbeiten haben und es sich in der Arbeitslosigkeit z.T. mit gelegentlicher Schwarzarbeit gemütlich eingerichtet haben und eigentlich keine Ambitionen haben, wieder eine geregelte sozialversicherungspflichtige Tätigkeit aufzunehmen, die gibt es nun mal auch.

Und da verstehe ich, dass andere Menschen, die jeden Tag früh aufstehen und - unabhängig von Lust oder Unlust - ihre gar nicht unbedingt üppig bezahlte Arbeitsleistung erbringen, einen "dicken Hals" bekommen.

Schließlich sind sie es, die durch ihre Steuern das Geld für die Leistungsempfänger aufbringen.

suzanne62 antworten
lhoovpee
Beiträge : 2335

@1-ichthys 

Die meisten, die ich kenne und gegen das Bürgergeld wettern, können noch nicht einmal sagen was sich ändern wird. Und in den sozialen Medien wird von rechter und konservativer Seite ein Horrorbild verbreitet, was sicherlich nicht die Wahrheit wiederspiegelt.

Ich kenne mich da im Detail aber auch nicht aus; kann also selten groß was zu Diskussion beitragen. Was ich so mitbekommen habe: Ich finde es gut, das am Anfang der Bezugszeit weniger Sanktionen verhängt werden und das Weiterbildungen belohnt werden (Weiterbildungsprämie). Auch das man nicht direkt umziehen muss, nur weil die Wohnung zu groß ist, finde ich gut. Hier könnte man sicherlich über die Länge in der nicht auf Vermögen und Angemessenheit der Wohnung geachtet wird diskutieren.

 

lhoovpee antworten


Tagesschimmer
Beiträge : 1067

@1-ichthys Eins ist klar. Es gibt schon jetzt einen Begriff für die, die mit Arbeit weniger verdienen als sie durch Hartz IV bekommen. Das sind die Aufstocker - eine riesige Gruppe, die in dieser Diskussion oft völlig ignoriert wird. Sie dürfen lediglich in Minimum von ihrem Einkommen zusätzlich behalten. 

Wo ist also die Ungerechtigkeit, die durch ein Bürgergeld entstehen würde? Richtige Betrüger gibt es jetzt und wird es später geben. Man müsste bei den Arbeitgebern ansetzen, wenn man illegale und sittenwidrige Arbeit vermeiden will. Die könnten ja richtige Strafen zahlen, im Gegensatz zu den Arbeitnehmern. Sie könnten auch darauf verzichten, solche Arbeitsverhältnisse anzubieten und damit den Anreiz zu schaffen, eine Vollzeittätigkeit als Zuverdienst anzusehen. Wer nicht konkurrenzfähig ist, hat keinen Freibrief für Betrug.

Arbeit lohnt sich für viele schon lange nicht, trotzdem gibt es viele Gründe, arbeiten zu gehen. Ich verstehe, dass sich arbeitende Menschen mehr Freizeit wünschen. Ist es aber richtig, dieses Bedürfnis gleich als Grund für Arbeitslosigkeit anzunehmen? Warum sind denn nicht alle, die es logisch finden, dass man lieber von Hartz IV/Bürgergeld lebt, nicht selbst arbeitslos?

Es gibt also Menschen, die arbeiten gehen, obwohl es ihnen nicht viel nutzt. Andererseits gibt es Menschen, die leicht eine gute Arbeit finden könnten, aber lieber zu Hause bleiben. Manche Elternteile wollen unbedingt noch etwas länger für die Betreuung zuständig sein und tuen so, als fänden sie keine Arbeit. Ebenso Fast-Rentner, die sowieso keine Mindestrente mehr erarbeiten können und sich lieber Zuverdienstmöglichkeiten für später sichern. Ohne es zu wollen, fühlen sich solche Leistungsbezieher aber schnell als Betrüger. Das sickert in die Identität ein, manchmal Generationenübergreifend.

Wenn Menschen trotz permanenter Strafandrohungen, Kontrolle und Anreizen sowieso machen, was sie für ihr Leben für am Besten halten, wozu dann dieser gewaltige Verwaltungsapparat? Dann lieber ein Bürgergeld, das individuelle Entscheidungen legal macht. 

Gäbe es legale und ausreichend entlohnte Arbeit für jeden, wäre ein Bürgergeld immer noch geringer als Arbeit. Für Menschen die das wählen, entsteht eine Art Schmerz, den sie für einen bestimmten Lebenstil gerne aushalten. Sie wägen ab und treffen ihre individuelle Entscheidung in eigener Verantwortung. 

Also machen wir doch besser nicht die Arbeitnehmer zu Kriminellen, die am Ende des Tages durch zusätzliche Leistungen gerade so viel bekommen, wie sie eigentlich durch ihre Arbeit verdienen sollten. Lieber soll jeder sein Auskommen haben und sittenwidrigen Arbeitsverhältnissen die lange Nase zeigen können.

tagesschimmer antworten
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1-ichthys
(@1-ichthys)
Beigetreten : Vor 9 Jahren

Beiträge : 693

@tagesschimmer 

Was viele auch übersehen: Wer Bürgergeld bezieht, zahlt nicht in die Rentenkasse ein. Allein deshalb lohnt es sich nicht, sich es im Bürgergeld gemütlich zu machen. Und das Hauptproblem ist der Niedriglohnsektor. Auch ich bin darin "gefangen " und liege nur knapp über dem gesetzlichen Mindestlohn. Dennoch gehe ich lieber arbeiten als mich von Behörden abhängig zu machen. 

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DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 212

@1-ichthys 

Wer Bürgergeld bezieht, zahlt nicht in die Rentenkasse ein. Allein deshalb lohnt es sich nicht, sich es im Bürgergeld gemütlich zu machen.

Das spielt gar keine Rolle. Es ist bei der Höhe der Sozialleistungen in Deutschand völlig egal, ob man in die Rente einzahlt oder nicht. Mit Mindestlohn oder auch deutlich drüber geht man eh in die Grundsicherung im Alter.

derelch antworten
JohnnyD
Beiträge : 1347

@1-ichthys 

Die Union ist eine Volkspartei mit Fokus auf die arbeitende Bevölkerung und hilfsbedürftige Menschen. Den Fokus auf Großunternehmer und Bildungsabbrecher haben andere Parteien.

Klar hält das Bürgergeld vom Arbeiten ab. Das ist ja auch ein Ziel des Bürgergelds und teilweise in Ordnung.

 

Der Antragsteller ist Bittsteller und der Behördenmitarbeiter der King, dem man untertänigst um etwas bittet.

Nein, mit dieser Haltung verliert man den Fokus und erreicht nur Ablehnungen. Das läuft schlicht-pragmatisch-sachlich mit Formularen, Fristen und Textbausteinen.

Arbeitslosigkeit ist halt ein Job; im Vorteil ist der, dessen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse geregelt sind (die gesamte Bedarfsgemeinschaft) und mit Zettelwirtschaft zurecht kommt (oder sich rechtzeitig Hilfe holt).

 

Das Bürgergeld würde endlich damit Schluss machen und beide Seiten könnten sich auf Augenhöhe begegnen.

Man begegnet der Exekutive nicht auf Augenhöhe. Das funktioniert nicht.

So etwas ähnliches wie Augenhöhe hat man allenfalls punktuell im Gerichtsverfahren, wenn sich also vor der Judikative Bürger und Exekutive gegenübersitzen (aber meines Erachtens auch nur, wenn man vor Gericht anwaltlich vertreten ist).

johnnyd antworten
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Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 6322

@johnnyd 

Die Union ist eine Volkspartei mit Fokus auf die arbeitende Bevölkerung und hilfsbedürftige Menschen.

🤣 Der war gut.

Man begegnet der Exekutive nicht auf Augenhöhe. Das funktioniert nicht.

Die Frage ist, ob etwa die Bundesagentur für Arbeit zur Exekutive gehört.

Das bisherige System ist insofern eine Zumutung, als dass man mit Jobangeboten konfrontiert wird, die überhaupt nicht zu einem passen. Ich muss mich da nicht mal auf die Horrorgeschichten, die im Internet kursieren, verlassen, ich kenne das aus eigenem Erleben. Das fing schon damit an, dass ich dem Menschen, der für mich zuständig war, erstmal erklären musste, dass Magistra Artium ein Universitätsabschluss ist. Man sollte doch meinen, dass Personen, die in der Bundesagentur für Arbeit beschäftigt sind, wenigstens die gängigen deutschen Schul-, Hochschul- und Universitätsabschlüsse kennen. Und demnach sahen die Jobangebote aus, die wussten einfach nichts mit mir anzufangen. Französisch sollte ich dann unterrichten, weil die im Schulzeugnis gesehen haben, dass ich 4 oder 5 Jahre Französisch in der Schule hatte. Oder Sekretärin im Museum, ohne eine entsprechende Ausbildung. Aber Geschichtsstudium und Museum haben ja irgendwie miteinander zu tun, passt schon.

Und geht weiter damit, dass man dort zwar erklärt bekommt, dass, wenn man sich bewerben will, zumindest die Schlüsselqualifikationen vorhanden sein sollten, und dann kriegt man die Aufforderung, sich für einen Job zu bewerben, für die du keines der genannten Schlüsselqualifikationen vorweisen kannst. Beißt sich irgendwie.

Ich konnte es mir zum Glück bisher leisten, solche Angebote abzulehnen. Oder ich schrieb Bewerbungen, wo im Anschreiben gleich drinsteht, dass mir bewusst ist, dass ich den wesentlichen Qualifikationen nicht entspreche (weil ich z.B. anders als im Angebot gefordert keine gelernte Bürokauffrau oder Verwaltungsfachkraft bin), mich aber halt bewerbe, weil die Bundesagentur für Arbeit das so will, und wenn sie doch auch noch Leute mit meinen Qualifikationen brauchen können, freue ich mich über ein persönliches Gespräch. Zum Glück habe ich jetzt eine entspannte Sachbearbeiterin, die mich jetzt nicht jeden Monat sehen will und damit zufrieden ist, dass ich mich gerade auf Minijob-Basis bewege, weil sie selber sieht, dass die Aussichten auf eine sozialversicherungspflichtige Teilzeitstelle für mich gerade eher mau sind.

Meine Erfahrungen als Arbeitssuchende waren für mich schon ärgerlich und frustrierend, ich war aber bisher noch nie HartzIV-berechtigt (und komme deswegen wohl auch nicht fürs Bürgergeld in Frage). Ich kann mir vorstellen, wie belastend und demütigend das sein muss, wenn man auf HartzIV angewiesen ist und dann noch mind. 4 Bewerbungen pro Woche schreiben und sich auf jeden noch so hirnrissigen Jobvorschlag bewerben soll. Und die Arbeitgeber schlagen häufig die Hände über dem Kopf zusammen, weil sie sich mit Bewerbungen von für diesen Job gänzlich ungeeigneten Bewerbern rumschlagen müssen. 

Mich würde da mal interessieren, wie hoch die Erfolgsquote der Arbeitsämter so ist, oder ob die meisten Jobsuchenden nicht durch Eigeninitiative irgendwo unterkommen. Weiß da wer was?

Arbeitslosigkeit ist halt ein Job; im Vorteil ist der, dessen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse geregelt sind (die gesamte Bedarfsgemeinschaft) und mit Zettelwirtschaft zurecht kommt (oder sich rechtzeitig Hilfe holt).

Ja, sicher. Aber gerade denen, die nicht zurechtkommen, warum auch immer, sollte man entsprechend gezielt helfen, und da sind dann die Arbeitsämter halt dann doch auch Dienstleister. 

Statt dessen geht mal halt lieber davon aus, dass die meisten Arbeitslosen bloß zu faul sind.

Das erspart einem auch, mal darüber nachzudenken, wie es sein kann, dass sogar in Vollzeit tätige Menschen aufstocken müssen. 

alescha antworten


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