Berufen Single zu sein?
Hallo liebe Leute,
aufregend, ich hoffe ich bekomme hier überhaupt eine Antwort....
Ich bin seit 4 Jahren Single und seit über einem Jahr jetzt wieder mit Jesus unterwegs und Single. Seit jetzt ca. ein paar Monaten habe ich immer wieder das Gefühl, sobald ich jemanden etwas näher kennenlerne, entferne ich mich von Gott. Ich will den Mann nicht zum Götzen machen. Aber ich habe die Sehnsucht nach Liebe und Bindung in mir. Ich weiß laut Bibel, dass nicht jeder dazu gedacht ist, zu heiraten. Es gib Frauen, die dazu berufen sind Single zu bleiben, so können sie ganz Gott dienen und ihn verherrlichen. Aber wenn in mir die Sehnsucht schlummert? Aber die Bedürfnisse und Gefühle können Laut Bibel eben auch trügerisch und Listig sein und einen von Gott ablenken...
Ich weiß gar nicht mehr wohin mit mir. Ich liebe Gott, ich habe trotzdem das Bedürfnis nach Nähe und Liebe von einem Mann.
Gibt es jemanden, der das versteht und eine Lösung hat? Einen Bibelvers, der Ermutigt? Etwas, das einen etwas Leitet und den Weg zeigt?
Es ist völlig normal sich Liebe und Nähe zu wünschen und die Menschen, die dir in deinem Leben begegnen, könnten potenzielle Kandidaten sein, wenn man sich Zeit nimmt, sie näher kennen zu lernen.
Veröffentlicht von: @loui95Aber die Bedürfnisse und Gefühle können Laut Bibel eben auch trügerisch und Listig sein und einen von Gott ablenken...
Ja, das kann sein, deshalb sollte man sich die Zeit nehmen um jemanden gut kennen zu lernen, bevor es tiefer geht.
Wo steht das übrigens, dass Gefühle und Bedürfnisse trügerisch sein können, kenne ich gar nicht.?
Veröffentlicht von: @loui95Aber ich habe die Sehnsucht nach Liebe und Bindung in mir.
Die Bindung ist ein Grundbedürfniss des Menschen und als erste wichtige Bindung fällt mir die Bindung zur Mutter ein, ist diese eher gut oder schwierig, kann sie, je nachdem Einfluss auf alle späteren Beziehungen einwirken..
@blumenwiese Vielen Dank für die Antwort, ich suche das gerne einmal raus.
Also ich habe kaum Kontakt zu Menschen ausserhalb, weil ich grade so unglaublich viel Zuhause bin mit dem HO und meiner 11 Jährigen Tochter, die nach der Schule lernen muss und ich Haushalt. Ich habe am Wochenende dann das Problem, dass ich nicht mal in einer festen Gemeinde bin, weil ich noch keine gefunden habe.
Ich habe keine Eltern mehr und auch keine weiteren Verwandten, ausser meiner Tochter...also sieht es dementsprechend dünn aus. Ich habe meine beste Freundin, die auf jeden fall viel Hilft, aber es ist natürlich eine andere Liebe, die ich vermisse.
Hallo Loui95,
der Vers aus 1. Mose 2 (V. 18) wird dir sicherlich bekannt sein:
Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht.
Eigentlich sagt er schon alle: Das Alleinsein ist keine Schande, aber es ist eigentlich nicht gut. Es ist von Gott nicht vorgesehen.
Auch im Volksmund gibt es ähnliche Sprüche, in denen sich Erfahrung und Weisheit zeigen, z.B.:
"Wer schnell gehen will, gehe alleine - wer aber weit gehen will, der gehe mit einem Freund".
Und damit sollten wir der Lösung deiner Frage doch schon etwas näher sein:
Ich liebe Gott, ich habe trotzdem das Bedürfnis nach Nähe und Liebe von einem Mann.
Was du da fühlst, das ist das Allernormalste der Welt. Und das solltest du nicht unterdrücken, denn auch gemeinsam mit einem Partner (möglichst dem Richtigen) kannst du Gott lieben. Und tatsächlich sind nur wenige Menschen wirklich dafür geschaffen und in der Lage, als Single ein wirklich erfülltes Leben zu führen.
Ich weiß, viele müssen es oder versuchen es, aber die Betonung liegt m.E. auf "erfülltes" oder "glückliches" Leben. Als soziale Wesen brauchen wir Menschen nun mal Gemeinschaft - und auch ein guter Freundeskreis, eine lebendige Gemeinde, nette Nachbarn usw. ersetzen i.A. keine/n feste/n Partner/in, kein beständiges Gegenüber, mit dem man sich offen austauschen, durch "Dick und Dünn" gehen und auch miteinander kuscheln kann.
Aber wenn in mir die Sehnsucht schlummert?
Ich könnte jetzt schreiben: "Solange die Sehnsucht schlummert - lass sie schlummern und störe dich nicht dran, denn solange ist ja alles noch OK". Aber sie schlummert ja nicht, sondern sie meldet sich und erinnert dich daran, dass du nicht der geborene Singletyp bist:
Aber ich habe die Sehnsucht nach Liebe und Bindung in mir.
Ich weiß nicht, wie deine Trennung vor 4 Jahren verlief, aber ich fürchte, dass du dir selbst einige Blockaden aufgebaut hast.
Vielleicht gibst du dir daran die Schuld, vielleicht siehst du dich als "fehlerhaftes Exemplar". Jetzt bist du seit einem Jahr "mit Jesus unterwegs" und befürchtest nun, diese Beziehung könne leiden und in die Brüche gehen, wenn du wieder einen Partner findest?
Ja - sowas kann passieren, wenn es der falsche Partner ist (siehe Simson), aber mit einem passenden Partner wirst du in jeder Hinsicht dazugewinnen. Also: NUR MUT!
Die Sehnsucht nach Liebe und Bindung ist ganz natürlich und entspricht wohl dem, was sich Gott gedacht hat, als er jenes unvollkommene, fehlerhafte Exemplar "Mensch" schuf.... Und wenn du doch als Christin glaubst, dass Gott die Liebe ist, dann darfst du darauf vertrauen, dass er dich nicht fallen lässt, wenn du außerdem hier in deinem Alltag einen Menschen liebst, mit dem du zusammen sein willst.
@bepe0905 Wow, ich bin überwältigt, wie viel Zeit du dir für die Antwort genommen hast, Dankeschön! Ich denke, ich muss Simson konkret lesen, ich weiß nämlich grade nicht, worum es geht. Aber abgesehen davon, ist es schon so, dass der Mensch nicht alleine sein soll, aber ja auch nicht einfach mit irgendwem. Und seitdem ich eben mit Jesus wieder unterwegs bin, fühlt es sich so an, als hätte ich vor 4 jähren einfach immer nur jemanden genommen, um nicht alleine zu sein. Das mache ich eben nicht mehr, sondern versuche wirklich herauszufinden, ob diese Person was für mich ist und zeige mich auch, wie ich bin. Ich habe Ansprüche, an denen ich nicht Rütteln lasse, wie zum Beispiel den Glauben. Das schränkt es ja schon mal SEHR ein ^^
Und dann ist für mich auch klar, das ich nicht date, aus Lust und Laune, sondern eben um mal jemanden zu haben, den ich auch heiraten will und der mich eben auch.
Ich denke aber, dass ich allgemein etwas in mich zurückgezogen bin, weil ich keine Gemeinde mehr habe, in der ich mich wohl fühle und deshalb auch eher wenige Menschen um mich herum habe.
Das mit den Blockaden gehe ich an, aber es ist halt eher genau andersrum, seitdem ich an denen arbeite, ist es weniger so, dass ich jemanden finde. Weil ich eben weiß, was ich mag, wer ich bin.
Hej, ja, kann ich verstehen. Ich bin seit ungefähr 21 Jahren Single. 🙂 Meine Geschichte ist ...
Ich war verheiratet, das hielt nicht lang, wir wussten damals nicht wirklich, worauf wir uns einließen und was eben unter "Ehe" zu verstehen ist und waren beide entsprechend ge- oder verprägt von unseren Herkunftsfamilien. Damals kannte ich Christus noch nicht. Ich hatte viele Männerbekanntschaften und viele bis alle der nicht so netten Art, bis zu einer Vergewaltigung. Ich suchte ... weil ich glaubte, dass ein Mensch, ein Mann meine Lücke füllen würde. In einer Tiefe schrie ich ins Universum. Gott antwortete, wir lernten uns kennen und gehen seither miteinander.
Wie ich schon versuchte zu beschreiben, waren meine Männerbekanntschaften nicht unbedingt schön, meine Erfahrungen ... nun ja.
Ich habe manchmal Sehnsucht danach, nicht mehr alles allein machen zu müssen, nicht mehr alles allein organisieren zu müssen, nicht mehr allein alles stemmen müssen, mich um alles Große und alles Kleine allein kümmern zu müssen. Es fällt mir zunehmend schwerer. Ja, Gott hatte sich das ja auch anders gedacht ... Diese Situationen, wo ich überfordert bin und eine Sehnsucht nach Hilfe aufkommt, sind nicht so häufig und erschlagen mich nicht, will heißen: martern mich nicht, drangsalieren mich nicht, quälen mich nicht.
Und genau das finde ich bei Paulus. Kennst du sicher auch. - Ich weiß nicht wirklich, ob es eine "Gabe der Ehelosigkeit" gibt, explizit ist sie ja nicht benannt. Ich denke seit vielen, vielen Jahren über Paulus Worte nach, hänge ihnen hinterher ... Auf den ersten Blick völlig verständlich, dass ich dann auch immer, wenn ich an einen Partner in meinem Zuhause denke, auch leicht in Panik verfalle 😀 😉 - logo, ich bin es seit zig Jahren gewohnt, allein zu leben. Natürlich würde das noch mal eine riesige Umstellung bedeuten und wer weiß, ob sich das noch mal ergibt und wenn ja, wie es sein wird. Darüber kann ich mir Gedanken machen, wenn es soweit ist.
Ich liebe es, allein zu sein, was auch mit meiner Hochsensibilität zu tun hat. Ich brauche viel Stille und Ruhe um mich herum. Ich mag es auch, unter Menschen zu sein, keine Frage, das kann ich allerdings nicht allzu lang, sonst falle ich auf der anderen Seite vom Pferd und brauche tagelang, um mich davon zu erholen. Natürlich wäre die Situation eine ganz andere, wenn da quasi noch jemand ist, der morgens n Kaffee trinkt, der Geschirr benutzt, kocht, isst ... kurz: lebt und eben "da" ist. 😉 Aber auch dafür gäbe es ja Lösungen 😉 , falllllls es zuviel werden sollte. Für alles gibt es Lösungen, davon bin ich überzeugt. Für alles gibt es Wege. Weil Gott da ist, weil Gott sieht, weil Gott liebt, weil er sich schenkt und geschenkt hat.
Ja, es ist granatenstark, für niemanden mitdenken oder mitfühlen zu "müssen", ganz allein über meine Zeit mit Geschwistern, Gemeinde oder Gott zu bestimmen und frei handhaben zu können. Und ja, es ist auch granatenstark, das gemeinsam mit jemandem machen zu können. Beides hat seine Herausforderungen. Beides lässt sich nicht miteinander vergleichen. Ich lebe im Hier und Jetzt und genieße alles, was im Hier und Jetzt da ist, kämpfe gegen alles im Hier und Jetzt, was mich herausfordert. Nichts anderes machen Menschen, die zu zweit oder dritt oder viert (Familie) unterwegs sind. 🙂 Heißt: Ich nehme es, wie es kommt und mache das Beste draus.
🙂
@neubaugoere Dein Text und deine Offenheit gefällt mir, ich danke dir dafür. Ich merke auch, dass mir das alleine sein oft immer besser gefällt. Ich mache mir fast schon Sorgen, dass ich irgendwann nicht mehr in der Lage bin, mit dem Mann zusammen zu wohnen. Es ist wirklich alles eine Umstellung und gleichzeitig natürlich auch immer noch die Sehnsucht. Aber die ist ja auch nicht durchgehend da, oft bin ich auch einfach froh, wenn ich meine Ruhe habe, wie du sagst. Alles hat seine schönen Seiten. Und beides hat auch Herausforderungen.
Ich glaube, so wie wir im geistlichen Kampf den Lügen und Versuchungen etwas entgegenzusetzen haben, wir auch in diesem Punkt sozusagen "etwas tun" können, nämlich der Sehnsucht, sollte sie "quälender" werden, entgegensetzen, was alles gut ist. Dankbarkeit war schon immer ein Weg, der mich mit allem leichter klarkommen lässt und den Blick einfach ändert. Quälende Sehnsucht lenkt meinen Blick auf mich selbst, auf dieses meine Sehnsucht, mein Schmerz, meine unerfüllten Wünsche, meine ... meins ... meine ... Kommt rüber, worauf ich aufmerksam machen möchte? Ja, oder? 😉 Es ist alles völlig in Ordnung, Sehnsucht zu haben, Wünsche zu haben, völlig in Ordnung. Unser Umgang damit darf sich aber ändern, wenn wir "leiden". (Es geht immer um unseren Umgang mit den Dingen/Herausforderungen/Situationen.) Ich möchte immer gern alles im Blick behalten, mich nicht hinreißen lassen, eins zu sehr in den Fokus zu nehmen (keine Angst, ich bin auch nicht perfekt 😉 ). Wenn ich das überall so handhabe im Leben, warum nicht auch hier? 🙂 Ich hab die Angewohnheit, auch in den - sagen wir - unschönsten Lebenssituationen nach Gott Ausschau zu halten, Gott in der Situation zu suchen, das Gute zu suchen. Vielleicht gelingt es mir deshalb so gut ... (das mit dem Alleinsein).
Veröffentlicht von: @loui95Ich liebe Gott, ich habe trotzdem das Bedürfnis nach Nähe und Liebe von einem Mann.
Also, dass muss sich ja nicht grundsätzlich ausschliessen.
Wenn du einen Christen als Partner hast, habt ihr einen gemeinsamen Grundstein, darauf würde ich persönlich achten (das sage ich jetzt im fortgeschrittenen Alter und ohne Verliebtheitshormone…)
Dann fallen mir noch zwei Sachen ein, die hilfreich sein könnten:
1: die Liebe ist eine Himmelsmacht, dh (für mein Verständnis) wann es zwischen dir und jemand anderem „funkt“, liegt denke ich, nicht in deiner Macht
2: Epheser 5:22
da soll sich die Frau dem Mann unterordnen, wie sie sich Jesus unterordnen würde
(wer sich daran stört: in Vers 21 sollen sie sich beide einander gegenseitig unterordnen im Herrn)
Also machst du soviel nicht falsch, wenn du dir die Liebe eines Mannes wünschst. Vielleicht musst du es nur langsamer angehen lassen…
Hi,
in kenne eine Glaubensschwester, die war mit einem Mann zusammen (nicht verh.). War ziemlich einiges blöd (und heftig) was abgelaufen ist. Die Beziehung endete und sie entschied sich erstmal voll auf Jesus zu konzentrieren. Sie ging nach Israel auf eine Bibel- und Missionsschule und dient seit Jahren in Somalia. Ich bin echt erstaunt über sie. Somalia ist ein sehr hartes Land und man muss echt aufpassen. Sie kleidet sich genauso wie die Frauen sich kleiden und ordnet sich unter. Leider sind auch Mitarbeiter ermordet worden, aber sie kann nicht anders. Sie liebt diese Menschen und als Krankenschwester und Hebamme bildet sie dort Frauen aus. Also sehr viele Entbehrungen und einen Mann hat sie immer noch nicht. Aber immer wqieder, wenn sie in die Gemeinde kommt. Sie strahlt so viel Freude und Dankbarkeit aus.
Ich hab sie damals, bevor sie den Plan hatte, gelöchert. Willst du das wirklich? Weisst du was du aufgibst? ist es nicht nur "Schwärmerei".
Jetzt denk mal nach. Du hast zwei Wünsche. Jesus lieben und nachfolgen und dann ist die andere Sehnsucht auch noch da. Man kann beides, aber wo steht die oberste Priorität.
Jesus sagte mal: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes, alles anderer wird euch zufallen.
Ich denke, du solltest deine Wünsche für einen Partner nicht aufgeben. Der könnte irgendwo sein. Aber ich denke, du könntest deine Prioritäten überdenken.
Ich habe vor über 30 Jahren zu Gott gesagt. Wenn es dein Wille ist, dass ich als Single lebe, dann musst du mir ein erfülltes Leben geben. Leider lief bei mir so vieles anders. Darüber will ich hier jetzt nicht schreiben.
Ich kannte Männer wie Frauen, deren Leben gewaltig Schiffbruch erlitten haben. Wegen ihrer Sehnsüchten.