Auseinandersetzung mit aiṓn und aiṓnios
Auseinandersetzung mit der Bedeutung und Verwendung der zentralen Begriffe ‚αἰών‘ (aiṓn) und ‚αἰώνιος‘ (aiṓnios) im ursprünglichen biblischen Grundtext.
(Manchmal und an manchen Bibelstellen mit „Ewigkeit“, bzw. „ewig“ übersetzt)
In der antiken griechischen Sprache, besonders auch im Judentum (gegenwärtig damaligen Zeit:) des Zweiten Tempels und im sogenannten Neuen Testament, wurde „αἰών“ (aiṓn) oft verwendet, um auf bestimmte Zeitalter (wie das (damals) jetzige Zeitalter vs. das kommende) zu verweisen.
In diesem Rahmen bezeichnet das davon abgeleitete Adjektiv „αἰώνιος“ (aiṓnios) die Qualität und Bestimmung eines Zeitalters (z.B. eines zukünftigen Zeitalters), was den Zusammenhang an einigen Stellen in der Bibel eine ganz bestimmte, sowie homogene Bedeutung gibt und das Vorkommen dieser beiden Wörter innerhalb des Grundtextes objektiv darstellt. Natürlich könnte man aus Neutralität eine Transliteration vorziehen und hätte immer noch ein besseres Ergebnis erzielt als sich auf das subjektiv geprägte Verständnis der bekannten Bibelübersetzer einzulassen, die ja unterschiedlichste Bedeutungen, an unterschiedlichen Stellen, zueinander unterschiedlich übersetzen.
Zu prüfen ist an allen Stellen, der inhaltliche Bezug bei gleichbleibender Bedeutung in der Verwendung von:
- αἰών (aiṓn) = Substantiv: „Zeitalter“.
- αἰώνιος (aiṓnios) = Adjektiv: „zeitalterlich“ (weil „zum Zeitalter gehörend“, da es sich auf αἰών (aiṓn) bezieht, z.B. das Leben oder die Strafe, die zum kommenden Zeitalter gehören
(Innerhalb dieser objektiven Untersuchung wird man auf keinen einzigen Widerstand stoßen, ausgenommen dem der Tradition)
Ein Prüfen aller Stellen (Vorkommen) als Vergleich mit dem Wort „Ewigkeit“ und „ewig“ (inkl. Singular und Pluralform) wird an den meisten Stellen in Sinnlosigkeit enden.
Ich habe nicht so ganz verstanden, was du sagen oder fragen wilst.
@murphyline es geht um das Vorkommen der Wörter αἰών (aiṓn) und αἰώνιος (aiṓnios) im Grundtext der Bibel, welche an manchen Stellen mit „Ewigkeit“ und „ewig“ übersetzt werden.
Wenn die Definition für Ewigkeit einen Zeitraum ohne Anfang und/oder Ende, also ein unendliches Zeitkontinuum bezeichnet und das abgeleitete Adjektiv „ewig“ etwas beschreibt, das für immer besteht, nie endet oder zeitlos ist, dann ergeben die Aussagen im Zusammenhang des jeweiligen Bibeltextes in der Mehrzahl keinen Sinn (z.B. alleine schon an den Stellen, wo es in der Pluralform vorkommt).
Aus diesem Grund ist zu prüfen, ob eine damals (z. B. zur Zeit der Apostel) verständliche Bedeutung zu diesem zentralen Wort innerhalb der vorliegenden Kontexte sinnvoll ist (wie oben erwähnt und bezeichnet).
@schubertholger Ok, aber wie passt es zusammen, das Problem aufzuwerfen, und dann diese Aussage "
Ein Prüfen aller Stellen (Vorkommen) als Vergleich mit dem Wort „Ewigkeit“ und „ewig“ (inkl. Singular und Pluralform) wird an den meisten Stellen in Sinnlosigkeit enden.
zu tätigen? Denn das wäre doch eine sinnvolle Herangehensweise (vom Umfang abgesehen.)
Zum anderen müsste das hier:
eine damals (z. B. zur Zeit der Apostel) verständliche Bedeutung
genauer verifiziert werden.
Aber das wäre etwas für jemanden, der fit ist in Altgriechisch. (Also wirklich fit.)
@tatokala Na klar!!
Beides ist sinnvoll zu prüfen, nämlich an allen Stellen (Vorkommen) im jeweiligen Zusammenhang:
„Ewigkeit“ / „ewig“ versus „Zeitalter“ / „zeitalterlich“
(Innerhalb der oben bezeichneten Bedeutung)
Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel die Recherche mit einer Elberfelder -Online - Bibel, um alle Vorkommen zu prüfen. www.csv-bibel.de
- Erstes Vorkommen Substantiv:
Matthäus 12, 32
- Erstes Vorkommen Adjektiv:
Matthäus 18, 8
Nachtrag:
In den antiken Sprachen wie Hebräisch oder Altgriechisch gibt es keine moderne „lineare“ Zeitvorstellung wie bei uns.
„Olam“ (Althebräisch) und „Aion“ (Altgriechisch) bezeichnen ein Zeitalter, eine Zeitepoche.
Man liest und versteht objektiv zum Beispiel Plural: „in die Zeitalter der Zeitalter“ – im Hebräischen: olam olamim (עוֹלָם עוֹלָמִים), oder im Griechischen: eis tous aionas ton aionon (εἰς τοὺς αἰῶνας τῶν αἰώνων).
Wenn „Ewigkeit“ ein Zeitraum ohne Anfang und/oder Ende ist, dann ist es kein messbarer Zeitabschnitt! Also wird es sinnlos, von „mehreren Ewigkeiten“ zu sprechen. Mehrere Unendlichkeiten nebeneinander? Mathematisch oder logisch ist das problematisch.
Historisch gesehen haben viele Übersetzer der Bibel, vor allem in der Spätantike und im Mittelalter, die Begriffe nicht neutral, sondern dogmatisch geprägt übersetzt.
Was wir heute unter „Ewigkeit“ verstehen, ist maßgeblich durch Übersetzungen und die theologische Tradition geprägt, nicht durch den Sinn und Wortlaut der Originaltexte!
Theologische Vorannahmen (z. B. ewige Hölle, ewiges Leben, lineares Weltende) haben oft beeinflusst, wie „olam“ oder „aion“ übersetzt wurden.
Der Gedanke von „Ewigkeit“ als „unendlich und absolut“ ist nicht originär biblisch (ursprüngliches Verständnis des Grundtextes), sondern eine spätere dogmatische Interpretation, die von Philosophie (z. B. Platonismus), kirchlich-institutioneller Lehre und sprachlichen Missverständnissen geprägt ist. Es wurde aber auch subjektives und institutionelles Gedankengut bewusst eingebaut, damit die Idee einer unveränderlichen Ewigkeit, jenseits der Zeit zum theologischen Standard wurde.