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Theodizee

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Queequeg
Themenstarter
Beiträge : 7422

Wenn von irgendwoher die Frage nach der Theodizee gestellt wird, ist so gut wie immer damit gemeint, wie ein gütiger Gott die Menschen so in ihrem Elend belassen kann , dem sie durch Krieg, Krankheit und Böswilligkeit anderer verharren müssen.

Am Wochenende ist mir eine interessant Variante begegnet, bei der es darum ging, warum dann die irdische Wirklichkeit so gestaltet wurde, dass auch bei den Tieren das eine des anderen Wolf ist und sie auf schlimme Weise als Nahrung für andere dienen.

Das hat mich dann wieder zu der Frage geführt, die sich mir immer wieder mal stellt: Wieso geht man davon aus, dass es bei Pflanzen keine Schmerzen und auch Empfindungen wie Gefühle gibt? 

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371 Antworten
Meriadoc
Beiträge : 538

@queequeg 

 

Ich frage mich, ob bei einem schwer geistig Behinderten es DOCH eine verzweifelte Sehnsucht nach Kommunikation besteht?

 

Ein polnischer Film, der sich mit dem Thema geistige Behinderung auseinandersetzt, ist "In meinem Kopf ein Universum" (Originaltitel: "Chce się żyć") aus dem Jahr 2013. Der Film erzählt die Geschichte von Mateusz, der aufgrund einer zerebralen Bewegungsstörung lange Zeit fälschlicherweise für geistig behindert gehalten wurde. 

 
Der Film zeigt Mateusz's Kampf um Anerkennung und ein würdevolles Leben, trotz seiner körperlichen Einschränkungen, die seine Kommunikation mit der Umwelt erschweren. Es ist eine Tragikomödie, die auf wahren Begebenheiten beruht und von dem Regisseur Maciej Pieprzyca inszeniert wurde. 

 
"In meinem Kopf ein Universum" wurde in Polen gedreht und ist im deutschen Kino unter dem Titel "In meinem Kopf ein Universum" gestartet.Der Film hat eine Laufzeit von 112 Minuten und ist ab 6 Jahren freigegeben.
 
 
 
Ich denke da an meinen verstorbebnen Bruder.
 
Für mich der Horror, wenn es auch so bei im gewesen wäre.
meriadoc antworten
2 Antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7422

@meriadoc 

Ja, das sind heftige, traurige und hilflos machende Dinge im individuellen Leben.

Mit ging es in dem Posting aber weniger darum, als vielmehr um das Elend der Schöpfung insgesamt - insbesondere der Tiere und Pflanzen.

queequeg antworten
Meriadoc
(@meriadoc)
Beigetreten : Vor 9 Monaten

Beiträge : 538

@queequeg 

Schert sich Gott um die Pflanzen.

 

M.

meriadoc antworten


lhoovpee
Beiträge : 3485

@queequeg 

Wieso geht man davon aus, dass es bei Pflanzen keine Schmerzen und auch Empfindungen wie Gefühle gibt?

Für Schmerzen muss es ein Art Nervensystem geben und ein Organ (beim Menschen ist es das Gehirn), dass die Signale als Schmerz interpretiert. Für emotionale Gefühle muss ein Bewusstsein vorhanden sein.

Pflanzen haben zwar eine Art "Nervensystem", wodurch Bäume z.B. auf Fressfeinde reagieren, sie haben aber kein Organ, dass diese Signale als Schmerz wahrnehmen würde.

 

 

 

lhoovpee antworten
12 Antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7422

@lhoovpee 

Das ist mir ja bekannt. Aber kann mir denken, dass es außer dem Nervensystem andere Möglichkeiten gibt, so etwas wie Gefühle oder "Körperwahrnehmungen" zu empfinden und vielleicht auch weiterzugeben.

queequeg antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 3485

@queequeg 

Aber kann mir denken, dass

Denken kann man sich viel. Solange es dafür aber keine Belege gibt, bringt uns das wenig. 

außer dem Nervensystem

Ja. Da gibt es durchaus andere Varianten in der Natur. 

etwas wie Gefühle oder "Körperwahrnehmungen"

Kommt jetzt drauf an, was du mit Gefühle und Wahrnehmung meinst.

Pflanzen nehmen ihre Umgebung wahr. Entsprechend reagieren sie auf diese. Wenn ein Baum von Fressfeinden angegriffen wird, verbreitet dieser entsprechende Stoffe, so das andere Bäume in der Umgebung gewarnt werden. Das sind aber alles Automatismen. Der Baum fällt keine Entscheidung aufgrund von Schmerzen. 

Das ist aber kein Bewusstsein, wie es Tiere haben. 

Aber da gibt es auch noch viel zu erforschen.

lhoovpee antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4148

@lhoovpee 

(beim Menschen ist es das Gehirn)

Es geht auch ohne Gehirn, also z.B. bei Regenwürmern das Strickleiternervensystem.

tatokala antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 3485

@tatokala 

Das Gehirn war auch nur als Beispiel genannt.

 

lhoovpee antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 5840

@lhoovpee 

Für Schmerzen muss es ein Art Nervensystem geben und ein Organ (beim Menschen ist es das Gehirn), dass die Signale als Schmerz interpretiert. Für emotionale Gefühle muss ein Bewusstsein vorhanden sein.

Das kommt darauf an, wie man Schmerz definiert. Wenn du dir in den Finger schneidest, dann reagiert dein Körper darauf. Der Schmerz ist lediglich ein Signalweg, um deine Aufmerksamkeit zu erregen. Wenn eine Pflanze von einem Fressfeind befallen wird, dann reagiert sie auch darauf, der Signalweg ist ein anderer, aber auch hier erfolgt eine Reaktion auf eine Verletzung. 

arcangel antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 3485

@arcangel

Naja, der menschliche Körper reagiert auch auf viele Dinge, ohne dabei Schmerz zu empfinden. Eine Reaktion allein ist noch kein Schmerz. 

lhoovpee antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 5840

@lhoovpee 

Klar nicht jeder reiz ist ein Schmerz ausserdem ist die Schmerzempfindung und Schmerzgrenze (ab wann etwas wie stark als Schmerz empfunden wird unterschiedlich). Wann wird aus einem Reiz ein Schmerz, das ist bereits bei uns Menschen extrem individuell. 

Schmerzen sind ein kompliziertes Thema, deshalb wäre ich vorsichtig zu behaupten ein Lebewesen kann keine Schmerzen empfinden, nur, weil es kein zentrales Nervensystem hat. 

arcangel antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7422

@arcangel 

Es hat mir mal ein Jäger bei einer entsprechenden Diskussion erklärt, die Tiere, die er schießt, würden keine Schmerzen empfinden - auch, wenn der Schuss nicht sofort tödlich ist -, weil in dem Moment, in dem der Körper? des Tieres die tödliche Verletzung spürt im gleiche Moment soviel Stresshormone ausschüttet, dass kein Schmerz mehr empfunden werden kann.

Ähnliches wurde uns auch damals in dem Angelkurs erzählt.

queequeg antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 5840

@queequeg 

des Tieres die tödliche Verletzung spürt im gleiche Moment soviel Stresshormone ausschüttet,

Also Cortisol, und Adrenalin, das macht aber das Fleisch nicht wirklich besser. 

 

arcangel antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7422

@arcangel 

Vielleicht mag ich deshalb kein Wild.

queequeg antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 5840

@queequeg 

Ich halte das mit den Stresshormonen für ein Märchen, damit sich der Jäger nicht mit dem Tierleid auseinandersetzen muss. Kaum ein Tod ist so schnell, dass man keinen Schmerz empfindet. Da sind die langsamen Tötungsmethoden (einfrieren, CO2 Bad), wohl schmerzfreier (wenn korrekt durchgeführt!!!!). 

arcangel antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7422

@arcangel 

Das denke ich auch. Zumal er das auch für die Tötungen in freier Wildbahn behauptete. Also, jede Gazelle würde auch nichts spüren, wenn ein Löwe sie erlegt.

queequeg antworten
Jack-Black
Beiträge : 5657

@queequeg Wieso geht man davon aus, dass es bei Pflanzen keine Schmerzen und auch Empfindungen wie Gefühle gibt? 

 

Wer ist hier mit "man" gemeint?

Soweit ich das mitbekommen habe, gibt es verschiedene Varianten des Theodizee-Problems, jene, die sämtliches Leid in Rechnung stellen und jene, die nur das durch moralisches Übel verursachte Leid berücksichtigen.

Wörtlich bedeutet Theodizee ja: "Gerechtigkeit Gottes", bzw. "Rechtfertigung Gottes". Gott wird da also hinterfragt hinsichtlich dessen, wie gerecht er handelt, bzw. die Welt gestaltet habe. Es muss dann nachgefragt werden, was überhaupt unter gerecht zu verstehen sei, man kommt da schnell von Hölzchen auf Stöxchen. Insbesondere, wenn die eine Seite meint, Gott verteidigen zu müssen gegen fiese Unterstellungen und so emotional beteiligt ist, dass sie den eigentlichen Sinn dieser Denkfigur (des logischen Problems) gar nicht mehr zu erkennen vermag: Dass sie dazu dient, falsche Vorstellungen zu kritisieren, oder, konkreter: falsche (in sich widersinnige) Gotteskonzepte zu entlarven. Eigentlich sollte ja jeder, der es vorzieht, an wahre statt an unwahre Dinge zu glauben, geradezu dankbar dafür sein, wenn ihm ein Denkfehler, den er gemacht hat, gut nachvollziehbar demonstriert wird: so dass er fürderhin diesem Denkfehler nicht mehr aufsitzt, so wenig wie allen weiteren Denkfehlern, die sich aus ihm ergeben.

Aber schon im Begriff der Theodizee wird das Ganze zu einer Frage nach Gewinnen und Verlieren, von Angriff und Verteidigung vor Gericht. Und weil hier also viele das Gefühl haben, man wolle ihnen persönlich etwas wegnehmen (ihre Beziehung zu Gott beispielsweise oder, damit zusammenhängend, ihre Beziehung zu Menschen mit der gleichen Art Gottglauben), werden, sobald der Begriff auftaucht, manchmal schon die argumentativen Schotten dicht gemacht, beispielsweise, indem unterschiedliche Arten von Leid voneinander getrennt werden. Was ich hier mal, mich ungewohnterweise zum advocatus dei aufschwingend, tun möchte:

Wenn wir beispielsweise das Leid von Pflanzen (die gefressen werden) ebenso betrachten wollen wie das Leid eines Kindes, vor dessen Augen ein Soldatenmob seine Mutter vergewaltigt und es hernach dazu zwingt, die Nachbarin zu töten, um so wenigstens das nackte Leben seiner Mutter zu retten... und wenn wir dann beide Arten von Leid in die "Anklage wider Gott" mit reinpacken nach dem Motto: "Beides hättest du verhindern können, aber du hast es nicht verhindert, also bist du nicht anbetungswürdig!", dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn die apologetische Seite unwillens ist, auf dieser Schiene weiter zu diskutieren.

Das "moralische Übel" ist, einem weitverbreiteten Empfinden nach, von anderer Qualität als das körperliche Leid, wie es via Schmerzempfinden ständig in der Natur vorkommt. Ebenso, wie auch bewußtes Leiden üblichen Vorstellungen gemäß eine andere Qualität hat als unbewußtest Leiden.

Das bewußte Leid, wie es das Kind aus meinem Beispiel vermutlich empfindet, geht einher mit dem Wunsch nach einer anderen Welt: Jener Welt, in welche die Mutter nicht vor seinen Augen vergewaltigt wird. Jener Welt, in der es nicht selbst die Nachbarin erschlagen muss, um das Leben der Mutter zu retten. Diese Alternativ-Welt ist widerspruchsfrei* denkbar. Während eine Welt, in welcher Pflanzen nicht von Tieren gefressen würden, kaum widerspruchsfrei denkbar ist. Das moralische Übel ist nicht notwendig in dieser physikalisch verfassten Welt - die sinnlichen Emfpindungsfähigkeiten von Lebewesen indessen sind notwendig: wie wir wissen, dient unser körperliches Schmerzempfinden als beim Überleben hilfreiches Informationssystem.

Dass also Tiere oder Pflanzen Schmerz empfinden, aka leiden können - dieser Umstand lässt sich, als Vorwurf im Rahmen der Theodizee formuliert, sehr leicht mit der von Leibniz her bekannten "Lösung" kontern: Wir leben demnach in der besten aller denkbaren Welten, das Leid der Tiere und Pflanzen lässt sich gar nicht vollständig verhindern, weil körperliches Leid nun mal zum körperlichen Leben dazugehört.

Der übliche Einwand gegen diese apologetische Gegenargumentation lautet dann: Na gut, vielleicht ließe sich in einer physikalischen Welt mit darin körperlich existierenden Lebewesen Leid nicht vollständig verhindern - aber es ließe sich doch leicht eine Welt denken, in welcher weniger gelitten würde. So kann man argumentieren und so habe ich auch in vielen Fällen schon argumentiert. Aber da gerät man dann schnell in's letztlich zweckfreie Feilschen: Welche Art körperliches Leid muss ermöglicht werden, welche Art nicht? Wie ist es mit Zahnschmerzen, sollten die nicht einfach dadurch verhindert werden können, dass Zahnschmelz sich nicht von Bakterien zerstören ließe? Veilleicht - aber vielleicht haben ja auch die Bakterien ein Recht auf Glück und Lebenserfüllung in dem ihnen von Gott verheißenen und zubereiteten Lebensraum, der köstlichst warm-feuchten Mundhöhle? Warum muss die Schmetterlingsraupe leiden, während sich an ihren Innereien die Larve der Schlupfwespe labt? Ließe sich das nicht verhindern? Schon möglich, aberr was sollen die Schlupfwespenlarven dann fressen? Eichenblätter? Da sind ja schon die anderen Schlupfwespen gewesen, um für ihre Nachkommenschaft zu sorgen, und wer fragt wiederhum den Eichbaum, wie der das findet?

Es liefe darauf hinaus, wessen Interessen mehr zu wiegen hätten: die Interessen dieser oder jener Spezies?! Das mit Gott zu verhandeln erscheint denn doch ewas lächerlich: Er wird wohl am besten wissen, wie wichtig die jeweiligen Lebewesen in seinem großen Plan seien und ihm vorzuwerfen, er bevorzuge da die eine Zecke vor der anderen Kaninchen-Mama, dürfte eine aussichtslose Angelegenheit sein, sobald er mal die Gesamtheit aller Kausalzusammenhänge auf den Tisch packt, um zu demonstrieren, dass und wie er im konkreten Einzelfall der Zecke erlaubt, sich am Augenlid der Kaninchen-Mama vollzusaugen, um am Ende die Welt gerettet und vollendet zu bekommen.

Und nun, wo uns die vielen Beispiele schon zu nerven beginnen, kommt die entscheidende Grundsatzfrage: Will der Eichenbaum überhaupt eine andere Welt, eine Welt, in der keine Schlupfwespen ihre Eier in seinen Blättern ablegen? Hat er überhaupt irgendeinen Grund zur Klage, so rein subjektiv? Wer sind wir, dass wir uns Gott gegenüber zu den Eichenbaum stellvertretenden Klägern aufschwingen - ohne dafür ein Mandat erteilt bekommen zu haben?

Ist der Eichenbaum unglücklich, wenn seine Blätter von Schlupfwespen malträtiert werden? Oder müssen wir ihn uns selbst dann, wenn ihm nach den Schlupfwespen noch die klimawandelbewirkte Dürre den Rest zu geben droht, als einen glücklichen Baum vorstellen, frei und stolz seinen selbstverständlich aussichtslosen Kampf gegen dass göttlich verhängte Schicksal ausfechtend? Wolltest Du etwa Sisyphos den Felsbrocken wegnehmen?

Man muss nicht davon ausgehen, dass Tiere oder Pflanzen kein Empfinden, keine Gefühle haben können, um sagen zu können: Da wir nicht wissen (können), was sie empfinden und fühlen, können wir nicht sagen, ob sie ihr Leid als ungerecht empfinden, ob es also als moralisches Übel mit aufgenommen werden kann in die Sammelklage wider den angeblich allmächtigen Gott.

 

 

 

 

*Aus der Perspektive des strengen Determinismus zwar nicht, aber dies zu beweisen wäre ausser dem laplace'schen Dämon niemandem möglich.

 

jack-black antworten
2 Antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7422

@jack-black 

Ich gehe mal aus der Fülle an Aussagen nur auf einen Aspekt ein. Das ganze Projekt "Theodizee"! scheitert schon im Ansatz an der Vorstellung, dass da irgendwo jemand sitzt, der die Geschicke der Welt und des Menschen mit den Fäden in seiner Hand steuert. damit sehe ich schlimme Verbrechen wie von Dir dargestellt und Blattläuse, die meine Pflanzen kaputt machen, auf der gleichen bio-physischen Ebene.

queequeg antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 5657

@queequeg Das ganze Projekt "Theodizee"! scheitert schon im Ansatz an der Vorstellung, dass da irgendwo jemand sitzt, der die Geschicke der Welt und des Menschen mit den Fäden in seiner Hand steuert.

Kein Dissens. Aber dann ergibt es wenig Sinn, einen Thread unter dieser Überschrift zu eröffnen, oder? 😉

jack-black antworten


Queequeg
Themenstarter
Beiträge : 7422
Veröffentlicht von: @jack-black

Kein Dissens. Aber dann ergibt es wenig Sinn, einen Thread unter dieser Überschrift zu eröffnen, oder? 😉

Nein. Die Welt besteht ja nicht nur aus meinen Vorstellungen. Und es gibt haufenweise Menschen, die meinen, dass das ganze Unheil jedweder Art nur von dem Menschen in die ganze Schöpfung gebracht wurde.

Das zu hinterfragen, war mein Ausgangspunkt. In diesem Zusammenhang ist mir nochmal aufgefallen, dass es anscheinend so eine Art fundamentaler Grenze zwischen Tier- und Pflanzenwelt gibt, was so ja auch schon biologisch nicht ganz stimmt. Und theologisch habe ich noch nie viel zu Pflanzen gehört.

queequeg antworten
Stern
 Stern
Beiträge : 1681
Veröffentlicht von: @queequeg

Und theologisch habe ich noch nie viel zu Pflanzen gehört.

Blätter dienen den Tieren als Nahrung und ihre Früchte uns Menschen. 

Also sie sind von Anfang an zum Essen vorgesehen. Die Früchte werden ja von den Pflanzen/ Bäumen „abgeworfen“, also ist das für die Pflanze lebenserhaltend und für uns lebenserhaltend….

Dass die Tiere das Grüne der Pflanzen zu essen bekommen, oder das Gras, lässt zumindest darauf schließen, dass das für die Pflanze ok ist.

 

Theologisch - biblisch betrachtet.

 

stern antworten
19 Antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7422

@stern 

"Dass die Tiere das Grüne der Pflanzen zu essen bekommen, oder das Gras, lässt zumindest darauf schließen, dass das für die Pflanze ok ist."

Dass Löwen Gazellen zu essen bekommen, lässt dann wohl auch darauf schließen, dass das für die Gazelle o.k. ist.

queequeg antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 1681

@queequeg 

🤭😄

Das weiss ich nicht. Mit Sicherheit kann man sagen, dass Tiere Schmerz empfinden. 

Dass wir Menschen Tiere essen, war dann Plan B, weil der Mensch es so wollte , hat Gott sein ok gegeben (es ist schon länger her, ich weiss die Story nicht mehr so ganz genau), aber selbst wenn wir Menschen Tierfleisch-abstinent lebten, würden sie ja immer noch von anderen Tieren gefressen werden…und das hat man in der Schöpfungsgeschichte unterschlagen.

Irgendwo (Offenbarung? Woanders?) steht dann, dass in der fernen Zukunft der Löwe beim Lamm liegt ohne es aufzuessen.

Also scheint das blutrünstige Essverhalten ja doch nicht so für die Ewigkeit zu sein.

 

 

 

 

 

stern antworten
Rosanne
(@rosanne)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 83

@stern 

Um mal bei den Offenbarungen zu beginnen, tatsächlich dürfen wir annehmen, dass Löwen und Lämmer irgendwann wieder zusammen kuscheln werden. Wie schön wird das wieder sein.

Wieder? Wenn man Genesis ernst nimmt, und das tue ich jetzt, kann man davon ausgehen, dass vor der Vertreibung aus dem Paradies (also als Gott noch sah, dass alles in der Schöpfung „gut“ war), Löwen und Lämmer sich gerne mochten. Dass die Situation noch eine ganz andere war. Ja, alle Tiere mochten sich. Aber nicht zum Fressen gern. Sie waren ALLE Vegetarier.

„Gen 1,30 Allen Tieren des Feldes, allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, was Lebensatem in sich hat, gebe ich alle grünen Pflanzen zur Nahrung. So geschah es.“

Und ob in der ursprünglichen Schöpfung, die gemäss Gott „gut“ war, Pflanzen, Tiere und Menschen wussten, was gut und was nicht gut ist? Vielleicht fanden sie alles gut, weil es wirklich gut war. Das waren noch gute Zeiten!

Die guten Zeiten sind offensichtlich vorbei, seit der Mensch entgegen Gottes Warnung „den unerlaubten Apfel“ ass, und gottähnlich werden wollte. 

„Gen 3,5 Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.“

Misst, misst … haben wir gebaut.

Ich kann mir vorstellen, Gott findet seine Schöpfung auch nicht mehr gut. Er sieht aber, wie kein anderer, das enorme Potenzial, das immer noch vorhanden ist und er wird das Gute eines Tages alles wiederherstellen, indem er alles erneuert, renoviert, heilt…. 

Gott gibt uns aber immerhin jeden Tag wieder die Chance, dem Paradies nahe zu kommen, auch wenn Tod, Krankheit, Naturkatastrophe und Kriege leider dazu gehören, wie es sinngemäss auch Jesus sagt. 

Um die Zeit bis zur Totalrenovation zu kommen überbrücken, haben wir durch Jesus sehr, sehr gute Leitlinien, Hoffnung, Trost und sogar Vergebung geschenkt bekommen. Der Heilige Geist, Gottes Wind, ist dabei jederzeit für uns da, gibt uns Rückenwind. 

Wir kommen da schon durch. 

Und ob Pflanzen Schmerzen empfinden? 
Nun, wenn Gott die Pflanzen als Nahrung für Tier und Mensch zur Verfügung stellte, in einer Zeit, wo alles noch „gut“ war, dann…

nö… dann kennen sie wohl keinen Schmerz. 

 

rosanne antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 1681

@rosanne 

„Gen 1,30 Allen Tieren des Feldes, allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, was Lebensatem in sich hat, gebe ich alle grünen Pflanzen zur Nahrung. So geschah es.“

Stimmt, das war nicht unterschlagen  sondern einfach anders im Paradies 🤦‍♀️

 

(ok, danke, das war jetzt hilfreich)

Und irgendwo in der Offenbarung, also dann, wenn die Neue Welt schon da ist, gibt es Bäume, deren Blätter zum Heil der Menschen dienen, jeden Monat…

dh auch da geben die Pflanzen was von ihrem Leben ab…Crazy…was für Aussichten 😎👀

 

 

stern antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 1681

Trotzdem frage ich mich, wieso die Menschen dann noch Heil brauchen 🤨🤔?

stern antworten
Rosanne
(@rosanne)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 83

@stern 

Du meinst, in der neuen Welt?

Ich weiss natürlich nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass alles um uns herum in der neuen Welt für uns „heil“ und „gut tuend“ sein wird.

Es wird uns alles gut tun, was wir sehen, was wir hören, was wir spüren, was wir genüsslich konsumieren….

So etwas vielleicht?

rosanne antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 1681

@rosanne 

Du meinst, in der neuen Welt?

ja

Ich hab nochmal nachgelesen und es bestätigt das was du sagst, dass es ein umfassendes Heil gibt (und diese Blätter nicht zu medizinischen Zwecken genutzt werden)

stern antworten
Rosanne
(@rosanne)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 83

Nachtrag:

😀

Soeben klingelte es an der Tür. Der Pöstler. Endlich waren sie da, meine bestellten Gartenpflanzen: „Hebe Emerald Gem“ und „Säckelblume Marie Simon“. Uiii, dicht in Karton verpackt, ganz dunkel und etwas trocken … 

Ich packte sie schnell aus und fragte: „oh, geht’s euch gut?“.

Sie guckten mich verdutzt an: „Uns geht’s immer gut“.

Ich werde sie am Nachmittag einpflanzen.

rosanne antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 5657

@rosanne Ja, alle Tiere mochten sich. Aber nicht zum Fressen gern. Sie waren ALLE Vegetarier.

Keine Veganer? Also Milch, Käse und Eier durften verschnabuliert werden? Dennoch tun mir die armen Sumatra-Tiger und Weißen Haie da leid - wie kriegten die mit ihren Zähnen all das Suppengrün gemahlen, um ihre doch relativ großen Körper mit den nötigen Kalorien zu versorgen?

jack-black antworten
Rosanne
(@rosanne)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 83

@jack-black
Veganer … wie stelle ich mir das vor bzw. wie leiten wir da etwas Sinnvolles ab…. Spielt es eine Rolle, ob man unter paradiesischen Bedingungen zum Frühstück Lust auf ein feines 6-Minuten Ei hätte? Ich denke, wenn alle dies gut fänden, also auch die Hühner-Damen, dann wäre dies gut. 

😉

Ja, und das mit dem Sumatratiger und dem Hai… Da kann ich auch nur meine eigene Einschätzung geben. Wenn die Tiere und Menschen der Schöpfung (und wohl auch die Pflanzen?) den göttlichen Auftrag bekommen haben, sich über die ganze Welt zu verbreiten, den Erdkugel zu bevölkern, dann sind die Geschöpfe wohl auch von Anfang an mit den Fähigkeiten ausgestattet worden, dies auch überhaupt tun zu können. Sprich: sich den jeweiligen (z.B. klimatischen) Erdkugel-Bedingungen anzupassen. Sonst wäre der göttliche Auftrag richtig gemein. Und gemein ist nicht gut.

Somit war die Schöpfung wirklich „gut“, alle Bedingungen und Veranlagungen waren von Anfang an vorhanden. Das, was wir heute Evolution nennen (alsob es eine neue Erfindung wäre), kann somit nur eine ganz einleuchtende Eigenschaft der Schöpfung von Anfang an sein.

Aus der Bibel, altes und neues Testament, kann ich ableiten, dass Veränderung (und deren Antizipierung), Entwicklung, Aufbruch und Verbesserung gewollte Eigenschaften der Schöpfung und somit auch von uns Menschen sind. Auch „innerlich“, wie sonst konnte ein Noach überleben, zog Abraham von Ur nach Kanaan, wurde Saulus zum Paulus … Aber das ist eine andere Diskussion.

Zurück zum Samurai-Tiger. Würde man diesem ein Foto seines in die Kamera lächelnden Ur-UrgroßVaters in die Hände geben, würde er wahrscheinlich ziemlich erschrecken. „Hääää ?? Der gleicht mir gar nicht! Schau mal die Zähne an!“.
Ur-Ur-Opa hätte wohl die gleichen Zähne wie ein Brachiosaurus. Oder ein Diplodocus!

😆

rosanne antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 5657

@rosanne Ur-Ur-Opa hätte wohl die gleichen Zähne wie ein Brachiosaurus. Oder ein Diplodocus!

Die armen Viecher, die damals dem Ur-Ur-Opa all die Streifen auf den Hals zu malen hatten. Aber Moment mal: Wenn Tarn-Färbung damals gar nicht notwendig gewesen sein sollte, weil es ja keine Predatoren und daher auch keine Notwendigkeit gab, sich zu tarnen - trugen dann Diplodocus-Tiger, Brachiosaurus-Geparden oder auch Triceratops-Zebras und Stegosaurus-Rehkitze gar keine Tarn-Muster, sondern waren womöglich in Blau-Metallic, Pink und Türkis gekleidet?

Die nun wirklich mich bedrängende Frage ist allerdings: Warum finden sich so wenige Allosaurus-Fossilien mit Pflanzenfresser-Backenzähnen?

jack-black antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7422

@jack-black 

Davon abgesehen ist die ganze Konzeption der (Säuge)tiere - inklusive des Menschen - einem irdischen Leben angepasst, nicht nur die Gebisse.

queequeg antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 5657

@queequeg Schon klar. 😉 Die Menschen übrigens sind auf Fleisch als Hauptbestandteil der Nahrung hin angepasst, wie ich neulich in einem interessanten YT-Video erfuhr, das ich mir leider nicht bookmarkte. Insbesondere unsere starke Magensäure ist ein Hinweis darauf, dass unsere Vorfahren Aasfresser waren.

Hhmmm... Keine große Veränderung. 😀

jack-black antworten
Rosanne
(@rosanne)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 83

@jack-black 

Tatsächlich sind wir seit sehr langem Fleischfresser.

Genau deswegen ist es so interessant, dass die „Schöpfungsgeschichte mit den ursprünglich herbivoren Geschöpfen“ vom Jüdischen Volk geschrieben, oder zumindest bis heute fest geglaubt und zigfach weitererzählt wurde. Das ist nicht naheliegend. Ein Volk, das ihrem Gott von Anfang an wohlriechende Fleischopfer brachte, alte Stammväter mit feinsten Fleischgerichten auf nicht immer ehrliche Weise wohlwollend stimmte, ein Volk das auch heute noch sehr viele gute Fleischgerichte kennt und geniesst, warum würde dieses Volk glauben, dass der Fleischkonsum ursprünglich nicht vorhanden war, dass dieser ursprünglich auch nicht so gewollt war? 
 
Vielleicht WAR es ursprünglich vom Schöpfer wirklich nicht so gewollt und wurde auch wirklich kein Fleisch gegessen.
Das muss man nicht glauben, aber ich glaube es. 
 
 „Die nun wirklich mich bedrängende Frage ist allerdings: Warum finden sich so wenige Allosaurus-Fossilien mit Pflanzenfresser-Backenzähnen?“
 
Ich schrieb übrigens, dass Ur-Uropa Beisserchen wie ein Diplodocus gehabt haben könnte. Dass der eigentliche Diplodocus, gemäss Funde, zeitgleich mit dem Allosaurus gelebt hat, ist hier doch nicht von Bedeutung. 
 
Mit deinem Allosaurus-Einwand lenkst du mächtig vom ursprünglichen Thema ab. Spannend ist es aber allemal. Wissenschaft ist spannend und was belegt ist, ist belegt. Gehen wir noch etwas weiter in die Zeit zurück als beim Allosaurus,
dann kommen wir zum Trias und dem damals lebenden (angenommenen) Ur-Dinosaurier, dem Eoraptor. Dieser lebte zusammen mit vor allem sehr vielen Pflanzenfressern, die man nicht zu den Dinos rechnet. Selber hatte er hochinteressante Beisserchen, nämlich sowohl Fleischfresser- als auch Pflanzenfresserzähne. Die Fleischfresser waren damals noch in der überwältigenden Minderheit. Irgendwann davor hat es wohl einen Übergang gegeben. Darüber sind keine eindeutige Funde und deswegen keine Gebiss-Beispiele bekannt. Von den ganz jungen Anfängen der Pflanz- und Tierwelt weiss man dann wieder etwas mehr, wie @Lucan richtigerweise schreibt, da gab es keine Fleischfresser. 
 
Und was die Tarn-Farben der von dir, @jack-black, genannten Tiere betrifft, diese waren in der Anlage wohl schon da bevor die Jägerei anfing. Sie haben vielleicht mal eine überfliegende Libelle fälschlicherweise oder aus Neugierde als fliegende Blume betrachtet, die darin enthaltenen Proteinen schmeckten besonders gut und machten kräftig. Diejenigen, die klareren Zarnfarben hatten, hatten die besseren Jagderfolge und wurden die Stärksten. Sie verfeinerten ihre Jagd-Technik, bekamen Jagd-Instinkt und entwickelten sich weiter. Zu Jägern. Vielleicht ging es so, vielleicht nicht.
 
Farben wie metallic-blue und Barbie-Pink gab es übrigens auch bestimmt schon, wissen wir nicht, leider war damals die Farb-Fotografie noch nicht besonders gut entwickelt.
Wir wissen Vieles noch nicht. Immer noch nicht.
 
Ist es schlimm? Ist es wichtig?
 
Die Nachricht ist, dass es einmal für alle Geschöpfe gut war. Und dass es einmal für alle Geschöpfe wieder gut wird.

 

Und zum Schluss noch dies, die Wissenschaft steht nie still:

Der Fleischkonsum unserer Vorfahren ist in der Fachwelt ein umstrittenes Thema. Manche Forschende vermuten, dass die ersten Vorfahren schon vor 3,5 Millionen Jahren regelmäßig Fleisch gegessen haben, also der Australopithecus. Andere nehmen an, dass erst die Vorfahren der Gattung Homo vor etwa zwei Millionen Jahren auf den Geschmack kamen. "Davon gehen wir aus", sagt Anthropologin Leichliter vom Max-Planck-Institut für Chemie. 

Das Forschungsteam konnte die neue Zahnanalyse zum ersten Mal an sieben Vormenschen von der Gattung Australopithecus testen. Das sind die letzten Menschenaffen, aus denen dann die Gattung Homo, also der Mensch, entstanden ist, die Ergebnisse der im Fachmagazin Science veröffentlichten Studie sind eindeutig: Das Forschungsteam findet in den Zähnen keinen Hinweis auf Fleisch. „Das heisst nicht, das sie gar kein Fleisch gegessen hat, aber auf jeden Fall nicht genug, um es zu messen oder das Gehirnwachstum zu beeinflussen“, sagt Tina Lüdecke.“ Vielleicht mal ein Ei oder Termiten - aber viel mehr tierisches Eiweiss haben die Vorfahren der Gattung Australopithecus vor drei Millionen Jahren nicht gegessen.“
 
Jaa!!! @jack-black: Das 6-Minuten Frühstücksei war also wohl doch erlaubt!  
😋
rosanne antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27434

@rosanne 

Ur-Ur-Opa hätte wohl die gleichen Zähne wie ein Brachiosaurus. Oder ein Diplodocus!

Nun ist ein sehr großer Teil dieser Vorfahren ja inzwischen längst bekannt... ein Zeitalter, in dem es keine Raubtiere gegeben hat liegt allerdings schon seeeehr lange zurück. So weit, dass von heutigen Tieren und Pflanzen keine Rede sein kann... so vor etwa 4 Milliarden Jahren.

Allerdings gibt es, wenn wir uns denn bis zur Entstehung des ersten Lebens auf der Erde begeben, dann doch ein paar erstaunliche Dinge, die mit der Bibel übereinstimmen: Es gab keinen Tod, zumindest keinen natürlichen, denn die ersten Lebewesen alterten nicht.

Und tatsächlich gab es auch keine Raubtiere, denn die ersten Lebewesen töteten nicht, sondern ernährten sich wie Pflanzen von Mineralien. Ich schreibe "wie Pflanzen", weil diese Wesen noch keine echten Pflanzen waren, da sie noch keine Photosynthese betrieben.

Und es spricht auch einiges dafür, dass diese Wesen aus "Lehm" entstanden, bzw. sich dort bildeten, etwa in den geschützten Räumen von Schichtsilikaten (Und nicht etwa freischwebend im Wasser, wie sich das manche vorstellen...).

Und diese Lebewesen waren seinerzeit die Vorfahren allen heutigen Lebens auf der Erde... wenn man die Sache etwas großzügiger auslegt, dann passt das schon irgendwie....

lucan-7 antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 1681

@lucan-7 

Es gab keinen Tod, zumindest keinen natürlichen, denn die ersten Lebewesen alterten nicht.

Woher weiss man das und wieso haben sie dann angefangen zu altern, weiss man das auch?

stern antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27434

@stern 

Woher weiss man das und wieso haben sie dann angefangen zu altern, weiss man das auch?

Ehrlicherweise muss man natürlich sagen, dass hier auch viel Spekulation dabei ist. Aber ein paar Dinge ergeben sich logisch - ein Einzeller, der sich durch Zellteilung vermehrt, durchläuft keinen Alterungsprozess. Diese Zellen sind so primitiv - was soll da auch schon altern? 

Es kann natürlich passieren, dass hier und da eine Funktion gestört wird - dann aber durch irgendeine äußere Einwirkung, nicht durch einen Alterungsprozess.

Warum wir als mehrzellige Wesen überhaupt altern ist auch eine der Fragen, auf die es wohl noch keine zufriedenstellende Antwort gibt. Denn einen Selektionsvorteil für die Evolution sehe ich da nicht, im Gegenteil - ein Mensch, der sehr viel älter wird könnte auch sehr viel mehr Nachkommen haben. Aber so funktioniert es halt nicht.

Dabei beruht das Altern auf biologischen Prozessen, die durch unsere Gene vorgegeben sind. Und das bedeutet, dass sich das Altern auch verhindern lässt - in die Richtung wird ja gerade viel geforscht. 

Da kommen auch noch interessante Konsequenzen auf uns zu, wenn Superreiche irgendwann die Möglichkeit haben werden, ihr Altern zu verhindern...

lucan-7 antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7422

@lucan-7 

"erstaunliche Dinge, die mit der Bibel übereinstimmen"

Für so überaus erstaunlich finde ich die Einschätzung der Bibel nicht. Der Nilschlamm war für die Anwohner eine zwingende Notwendigkeit des Überlebens. Kein Wunder, dass die Menschen damals geglaubt haben, dass das Leben aus Lehm, Schlamm, Dreck stammte.

Bei den südamerikanischen Indianern war Mais das lebensbestimmende Element, aus dem von den Göttern alles gemacht wurde.

queequeg antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27434

@queequeg 

Für so überaus erstaunlich finde ich die Einschätzung der Bibel nicht.

Ich halte das ja auch eher für einen Zufall. Aber ich finde es halt doch erstaunlich, dass es eine Zeit auf der Welt gab, wo es zwar Leben, aber zumindest prinzipiell keinen Tod und keine Räuber gab.

Dass diese Zeit aber mit dem biblischen Schöpfungsbericht zusammenhängt halte ich auch für etwas weit hergeholt. Das dürfte außerhalb der Vorstellungen der damaligen Menschen gelegen haben.

 

lucan-7 antworten


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