Auserwählt, Berufen, Erlöst und Errettet
Vier Begriffe die in Diskussionen gerne in den Mixer geworfen werden und als Einheitsbrei serviert werden.
Auserwählung hat nichts mit Berufung hat nichts mit Erlösung hat nichts mit Errettung zu tun.
Das Volk Israel, ist auserwählt, wurde aus der Sklaverei gerettet, und ist dazu Berufen eine Heilige Nation von Priestern zu sein. Dennoch hat all dies nichts mit Erlösung zu tun.
interessant dürfte auch sein, diese Begriffe (auf Völker oder Einzelpersonen bezogen) aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen,
z.B. unter historischem Aspekt, nach biblischem Anspruch oder aus ganz persönlichem Erleben bzw. eigener Erfahrung.
So kann mancher "Auserwählt" sein, ohne es selbst zu wissen und zu spüren. Genauso kann man sich "Berufen" fühlen und im Bewusstsein einer Berufung zu wirken versuchen - aber ob dem wirklich eine Berufung zugrunde lag, wird u.U. erst viel später sichtbar.
"Errettung" kann sich auf viele Menschen (Volk) beziehen und ist meistens nach außen hin sichtbar, aber "Erlösung" betrifft eher Einzelne, weil es sich hierbei meist um eine ganz persönliche Sache (Schuld) handelt.
Das stimmt fast.
„Die Er vorherbestimmt, diese beruft Er auch; und die Er beruft, diese rechtfertigt Er auch.“ (Römer 8,30)
„Ergreife das äonische Leben, zu dem du berufen worden bist“ (1. Tim. 6,12)
„…der uns gerettet und berufen hat mit einem heiligen Ruf – nicht nach unseren Werken, sondern nach seinem eigenen Vorsatz und der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor äonischen Zeiten…“ (2. Tim. 1,9)
„Alle die zu äonischem Leben verordnet waren, kamen zum Glauben“ (Apg. 13,48).
Was sagt uns das? Auserwählung (Vorherbestimmung) geschieht vor unserem Leben. Die Berufung erfolgt natürlich erst, wenn wir leben. Berufen wird man zu bestimmten Aufgaben:
- Mose wird am Dornbusch berufen, Israel aus Ägypten zu führen (2. Mose 3,4-10)
- Samuel wird als Prophet berufen (1. Samuel 3,1-10)
- David wird zu König erwählt, obwohl er der jüngste war (1. Samuel 16,1-13)
- Jeremia wurde schon im Mutterleib zum Propheten berufen (Jer. 1,5)
- Paulus wurde vor der Geburt abgesondert, Christus unter den Nationen zu verkünden (Gal. 1,15)
Einige Menschen werden also berufen, um bestimmte Aufgaben zum Wohle vieler auszuführen. Eine besondere Berufung ist dabei die zum äonischen („ewigen“) Leben, in dem ebenfalls Aufgaben erfüllt werden, nämlich alle anderen Geschöpfe zu Gott zu führen (Gläubige aus Israel auf der Erde, Gläubige aus den Nationen in den „Überhimmeln“). Gläubige aus den Nationen wurden dazu von Gott „vor dem Niederwurf [Grundlegung] der Welt auserwählt“ (Eph. 1,4), also lange vor ihrem Leben – ohne ihr Zutun und ganz passiv:
„Ergreife das äonische Leben, zu dem du berufen worden bist“ (1. Tim. 6,12)
Also wird man zum äonischen Leben berufen (schlecht übersetzt mit "ewigem" Leben; schlecht, weil es Anfang und Ende hat).
Wenn man zum äonischen Leben berufen wird, wird man auch gerettet. Steht ja oben.
Dennoch werden alle anderen Menschen auch gerettet, auch die nicht zum äonischen Leben auserwählten. Das wäre ja sonst ungerecht. Dafür ist Jesus gestorben:
„Demnach nun, wie es durch die eine Kränkung Adams für alle Menschen zur Verurteilung kam, so kommt es auch durch den einen Rechtsspruch durch Jesu Tod für alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens“ (Römer 5,18; 1. Kor. 15,22).
Darin kann man sich auf…
„… den lebendigen Gott verlassen, welcher der Retter aller Menschen ist“ (1. Tim. 4,10)
“ Gott, unser Retter, dessen Wille es ist, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. (1. Tim. 2,4)
Klassischer Fall von selektiven Bibellesen.
29 Denn die er vorher erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene ist unter vielen Brüdern. 30 Die er aber vorherbestimmt hat, diese hat er auch berufen; und die er berufen hat, diese hat er auch gerechtfertigt; die er aber gerechtfertigt hat, diese hat er auch verherrlicht.
11 Du aber, Mensch Gottes, fliehe diese Dinge; strebe aber nach Gerechtigkeit, Gottesfurcht, Glauben, Liebe, Ausharren, Sanftmut! 12 Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen worden bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen!
Und dann diese Aussage von dir:
Was sagt uns das? Auserwählung (Vorherbestimmung) geschieht vor unserem Leben. Die Berufung erfolgt natürlich erst, wenn wir leben.
Auserwählung und Vorherbestimmung ist nicht dasselbe, weder in der Wortbedeutung noch im Gebrauch in der Bibel. Deshalb steht ja auch in Römer 30 das diejenigen, die Gott vorher gewusst hat, hat er vorherbestimmt und diese hat er auch Berufen. In Apg 4,28 steht auch das Pilatus und Herodes vorherbestimmt.
Berufen wird man zu bestimmten Aufgaben:
Genau