Glaubensprobleme wegen Zweifel an Gottes Gerechtigkeit
Hallo Zusammen,
Ich weiß, das ist so ziemlich das klassische Thema wenn es darum geht, ob wir glauben oder nicht. Ich würde die Frage doch ganz gerne stellen, da ich, seit ich hierüber nachdenke, echt mit meinem Glauben zu kämpfen habe.
Es geht mir darum: wie kann Gott fair sein? Die Frage basiert auf mehreren Gedankengängen:
1)Wir reden oft von Gottes Plan. Davon, dass er alles bereits für uns vorgeplant hat. Im Zuge dessen danken wir ihm wegen vielem: für das Essen auf meinem Tisch, für Klamotten in meinem Schrank,…Wir danken also Gott für all das. Das Gute kommt also von Gott. Doch geschieht uns etwas Schlechtes, dann ist es nie Gott. Seltsam, oder? Geschieht uns etwas Gutes, dann hat der gute Gott für uns gesorgt, passiert uns etwas Schlechtes, dann war das der böse Satan/ein böser Dämon, der uns Unrecht getan hat/uns dazu verleitet hat. Aber wir können doch nicht einfach nur die Guten Dinge aus unserem Leben rauspicken und sie Gott zuschreiben und alles andere Böse/nicht so Gute dem Satan oder dem menschlichen Fleisch. Entweder muss doch Gott für alles verantwortlich sein (also auch für das Leid), oder für gar nichts (dann aber auch nicht für das Gute).
Hier argumentieren jetzt viele Christen, dass es durchaus so ist, dass nur das Gute von Gott (Gott=Gut) kommt, da Gott einfach Gut ist und das Böse ja die Abwesenheit des Guten (Böse≠Gott) ist, Schlechtes/Böses also immer dann passiert, wenn man in der Abwesenheit von Gott ist. Das Böse/Schlechte kommt also immer aus dem eigenen Fleisch/dem Antichristen/Freien Wille heraus. Eigentlich ganz simpel. Bis hierhin kann ich sogar noch mitgehen.
Doch nun sehen wir uns mal ein Schwerbehindertes Kind an, dass in extremer Armut in einem Slum geboren wird. Irgendwie nicht so gerecht. Bereits in der Bibel ist zu finden: „Du hast mich gebildet im Mutterleib“ (Psalm 139, 13-16). Gott hat also das Kind schwerbehindert geschaffen. Kein Antichrist, kein menschliches Fleisch, Gott hat das Kind behindert gemacht. Einem Kind so eine Last aufzuerlegen ist für mich alles, aber nicht gut, barmherzig oder eine sonstige positive Eigenschaft, die man Gott ja so gerne zuspricht. Das ist ganz offen gesagt für mich pur böse. Und klar, für alles hier auf der Erde sind wir verantwortlich. Wenn ich jemanden beleidige, dann war es ich, dann kam es aus meinem Fleisch heraus. Aber in dieser Stelle steht ja ganz klar, dass Gott für die Schaffung des Kindes verantwortlich ist, sein Plan (um wieder auf den Anfang zurückzukommen) ist also, dass das Kind schwerbehindert in eine extremst arme Gesellschaft geboren wird. Mega gerecht.
2)So, mein zweiter Punkt knüpft direkt an den Ersten an und ist auch um einiges kürzer. Hier gehe ich ein wenig von der Gerechtigkeit weg und hin zur Fairness. Ganz einfach formuliert: Angenommen, wir leben nach dem Plan Gottes (und mindestens die Geburtsumstände müssen von ihm ausgehen, das liegt ja nicht in unserer Hand, in welche Gesellschaft und mit welchen angeborenen Krankheiten wir geboren werden). Wie fair ist es jetzt, dass Kinder auf der Straße geboren werden, eventuell sogar angeborene Krankheiten und ich (vermutlich auch du) in einem behüteten Elternhaus mit gutem Essen, guten Klamotten und einem sicheren Dach über dem Kopf aufwachsen darf? Also das ist ja mal anders als fair. Und da frage ich mich ganz einfach: Wieso? Wenn wir doch wirklich alle gleich viel Wert sind vor Gott, wieso spiegelt sich das dann nicht in unserer Schöpfung wieder?
Zuerst einmal vielen Dank, dass du all das wirklich zu Ende gelesen hast. Ich würde dich nur bitten, wenn du auf diese Frage antwortest, keine einfache Leier wie „Das ist alles Gottes Plan, den verstehen wir nur noch nicht“ zu nutzen. Ich glaube das ist auch respektlos als privilegierte Christen aus einem wohlhabenden Land heraus die Probleme von zb Kinderarbeitern in Afrika klein oder als „von Gott gerecht“ zu reden.
Lg und noch schöne Ostertage
Fairness und Gottes Gerechtigkeit sind zwei verschiedene Dinge.
Das Leben und die begrenzten Menschen produzieren Unfairness. Diese Freiheit haben sie.
Die Gerechtigkeit Gottes bezieht sich darauf, dass ein Mensch sich nicht selbst erlösen kann und deshalb Jesus kommen musste, die Menschheit zu erlösen.
Der Sünde Sold ist der Tod. Darin ist keine Möglichkeit der Auferstehung enthalten. Sünde kann nur sich selbst reproduzieren zu weiterer Sünde, weil sie sich von Sünde ernährt.
Daher ist es notwendig aus Glauben die geschenkte Gnade anzunehmen, die Jesus am Kreuz freigesetzt hat, und ein neues Leben im Reich Gottes zu beginnen, das sich weniger fehlerbehaftet und weniger unfair sich selbst und anderen gegenüber entwicklen kann.
nachdenkliche und gesegnete Paaskedagen (plattdeutsch für Ostern)
Hallo,
Danke für Deine Gedanken…
Ich habe mich auch immer von Zeit zu Zeit gefragt, wie man diese Welt hier als „gut“ bezeichnen kann. Und meine Antwort darauf ist eher eine hoffende als eine wissende.
Wegen bzw. seit dem Sündenfall ist die Welt erlösungsbedürftig, davor war sie es nicht.
Was für mich soviel heißt wie: entweder sie war davor an sich „gut“ bzw. „besser“ oder meine Wahrnehmung von ihr ist nicht korrekt, also entspricht nicht dem wirklichen Bild.
Da ich das nicht weiss, woran es liegt, dass die Welt so ist wie sie ist, konnte ich dann einigermassen meinen Frieden machen, als ich ein paar Dinge für mich geklärt habe:
- es nützt nichts, sie schönzureden
Es gibt Leid in mannigfaltiger Form; das zu leugnen (um Gott gut dastehen zu lassen) ist zynisch.
-Jesus, der sagt dass Gott als einziger gut ist und der behauptet, Gott als einziger zu kennen, will dass wir an Gott glauben und ihn lieben. Gott soll uns von dem Bösen erlösen - also wird Gott wohl nicht böse sein und es würde Jesus -der zentralen Gestalt in unserem Glauben- widersprechen. Jetzt ist die Frage: wem vertraust du mehr in Bezug auf eine Beurteilung Gottes: dir selbst oder einem, der sagt, dass er ihn als einziger kennt?
- Jesus sagt auch, dass wir uns in dieser Welt fürchten, aber dass wir das nicht brauchen, denn er habe die Welt überwunden. Also kann sie nicht so gut sein, zumindest nicht so wie sie gerade ist, sonst müsste er sie ja nicht überwinden, oder?
das heißt, obwohl ich die Frage nach Gottes Fairness nicht mit Sicherheit beantworten kann, also wieso es die scheinbar unendlich grossen Unterschiede in Versorgung, Chancen, Gesundheit, usw…gibt, sondern nur ein paar Mutmaßungen anstellen kann, kann ich Vertrauen in Jesus Worte haben. Das ist letztendlich das, was mir bleibt…Ich kann ihm Vertrauen schenken - und das nennt man dann Glauben.
Du siehst, andere stellen sich dieselben Fragen. Nicht jeder findet die gleichen Antworten, aber das war so ganz grob meine.
Ebenso schöne Ostertage wünsch ich dir!
Guten Morgen, Jonah
Irgendwie will es passen, dass Du Dein Posting am Karfreitag gesetzt hast und erst morgen das Osterfest gefeiert wird - also jetzt gerade, wo ich es lese, zwischen dem Schrei der Gottverlassenheit und der unbegreiflichen Osterbotschaft ...
Was Du so genau und berührend schreibst und fragst, ist ja das "alte" Theodizee-Problem - nämlich die Frage, die auch nach der Shoah aus jüdischem Mund heißt: "Wenn es Gott gibt, den Gerechten - WARUM???"
Eine unser Verstehen und Begreifen befriedigende Antwort darauf gibt es mMn nicht - allenfalls Versuche, mit dieser Frage irgendwie umzugehen im Bewältigen und im "Dennoch & Trotzdem", das an Gott festhält. Du schreibst ja selbst, dass Du die Richtungen solcher Antworten kennst (Sündenfall, unerlöste Welt, Gottes unergründlicher Ratschluss, das Böse etc.)
Die Frage nach Gott in Leid, Schicksal und Natur ist ja eine monotheistisch gestellte Frage, die Juden, Christen & Muslime betrifft. Im Islam geht man so damit um, dass man Allah nicht hinterfragt und sich beugt. Im Judentum schwankt es zwischen Klage und Gottesbehaftung (IHN bei seinen Verheißungen behaften) und dem Versuch der Annahme & Bewältigen des Schweren. Für den christlichen Glauben verschärft sich für mein Empfinden die Frage noch einmal, weil (im Unterschied zur jüdisch noch offenen Messias-Frage und der noch nicht erfüllten Zeitenwende) mit Jesus bereits viel Heils- Geschehen und Heils-Gewissheit zu unserem Glauben gehört.
Auf den Punkt, für mich: Es gibt nur das Aushalten einer Frage, die keiner von uns beantworten kann. Daran kann ich zerbrechen und den Glauben verlieren, Oder in ein Christsein flüchten, dass die Welt abschreibt, sich den Kreuzen und dem Leiden nicht mehr angefochten stellt und aussetzt, sondern schon jetzt in einem ZUviel an erlöster Seligkeit "badet" ... Oder eben ein Aushalten und Bleiben im "Vorletzten", wie D. Bonhoeffer es ausdrückt, zwischen seinem eigenen Martyrium und der Überantwortung an Gott bis zum Schluss.
Zu den berührenden Zeugnissen des Dennoch & Trotzdem des Glaubens gehört für mich eine Erlebnis-Schilderung von U.Parzany, der mit den Eltern eines getöteten Mädchens nach einem Verkehrsunfall zusammensaß - er schreibt: "Tief in der Nacht saß ich mit den Eltern zusammen. Wie kann Gott so etwas zulassen? Das Mädchen war nachmittags fröhlich aus dem Haus gegangen. Und dann aus heiterem Himmel die Todesnachricht. Ist das Gottes Liebe? Ich verstand nichts. Genausowenig wie die Eltern. Sollte ich mich hinsetzen und zu erklären versuchen, dass alles doch irgendwie im höheren Sinne sinnvoll sein könnte? Ich wäre mir idiotisch vorgekommen. Wo ist in einer solchen Situation die Liebe Gottes zu finden? Ist da nicht alles Nacht? Es war ein langes, schweres Gespräch. Mir fiel überhaupt nichts ein außer dem einen: Wir haben immer wieder das Kreuz in unsere Mitte gestellt ... Keine theologische Rechnung ging mehr auf. Keine weltanschauliche Erklärung hielt mehr durch. Nur eins wussten wir noch: Mitten in dieser Dunkelheit steht das Kreuz, an dem Gott sich hat festnageln lassen."... Das zu lesen berührt mich bis heute. Nicht weil es etwas erklärt oder meinen Verstand befriedigt, sondern weil es mir hilft, Gott - im Noch des Nicht-Verstehens - anders zu sehen, nämlich IN Christus inkarniert als den Gekreuzigten.
Luther unterscheidet dementsprechend zwischen der uns zeitlebens noch verborgenen Seite Gottes (dem Deus absconditus) und seiner offenbaren Seite (dem Deus revelatus), zu dem er sich immer wieder flüchtet und an den er sich in seinen Verzweiflungen festhält ...
Viele Sätze am Samstagmorgen - aber Dein Posting hat all das in mir ausgelöst ... und ich teile es, vor-österlich mit Dir und hier im Forum
L'Chaim
@jonah guten (Kar)samstag morgen,
Der Gedankengang ist nachvollziehbar.
Allerdings sagt der Christliche Glaube nicht aus das diese Welt hier Gerecht oder Fair ist.
Gottes Gerechtigkeit bezieht sich in erster Linie auf Elemente des Glaubens, der Moral.
Er hat diesen Zustand zugelassen, aber Gottes Gerechtigkeit darf man nicht in der natürlichen Welt suchen
So denke ich zumindest, ich hoffe mal damit nicht meiner Kirche versehentlich zu wiedersprechen, bin selbst kein katholischer Theologe.
@jonah Moin,
Deine "Frage" läuft am Ende auf eine Spezialversion des Theodizee-Problems hinaus, welches ja darin besteht, dass angesichts des faktischen Leids auf der Welt die Definition Gottes als allgütig, allwissend und allmächtig in sich widersprüchlich ist.
Mehr dazu, sobald ich mir sicher sein kann, dass wir es bei Dir nicht nur mit einem "nur-ein-Posting-und-dann-Tschüss!"-User, womöglich sogar einem KI-Bot zu tun haben. Nix für ungut! 🙂
Hello,
danke dir (und allem anderen, die geantwortet haben). Es würde mich wirklich interessieren, was du dazu meinst und keine Angst, ich bin kein KI-Bot oder sonstiges;)
lg
Hej Jonah,
herzlich willkommen im Forum! 🙂
"und keine Angst, ich bin kein KI-Bot"
*seufz*... das sagen die KI-Bots auch immer...
Aber keine Sorge. Solange ich keine starken Indizien für das Gegenteil habe, gehe ich von der Echtheit der Teilnehmenden hier aus.
Liebe Grüße
fr 🙂 sch
@jonah ich bin kein KI-Bot
Gut! 🙂
Es würde mich wirklich interessieren, was du dazu meinst
Na, ich hatte ja schon sinngemäß geschrieben, dass Du hier eine der unterschiedlichsten Varianten des Theodizee-Arguments ansprichst. Jenes ist nun wirklich ad nauseam hier im Forum und über die Jahrhunderte (oder sogar Jahrtausende...) diskutiert worden und wird nicht umsonst auch seit Büchner "der Fels des Atheismus" genannt. Immer, wenn also jemand die Theodizee anspricht, kann ich (als Atheist) eigentlich nur nicken und sagen: "So isses, das übliche christliche Gotteskonzept ist in sich widersprüchlich und also kann so ein Gott nicht existieren!"
Du legst hier allerdings insofern eine Spezial-Version des Theodizee-Arguments vor, als Du auf die Frage der "Gerechtigkeit" abzielst. Und das halte ich für eine sehr schwache, ja sogar invalide Version des Arguments. Warum? Nun, weil Du hier erstmal in der Bringschuld bist zu definieren, was Du unter Gerechtigkeit verstehst. Es lässt sich da stets das nicht ohne Grund schon in der Bibel selbst vorkommende "Töpfer - Tongefäß"-Argument anführen, nach welchem der Schöpfer (Gott) eines Dinges jedes Recht hat, mit diesem Ding umzugehen, wie immer es ihm gefällt. Warum sollte es irgendwie ungerecht sein, wenn der souveräne Gott die Menschen unterschiedlich behandelt? Welcher Maßstab soll denn an die Gerechtigkeit Gottes angelegt werden? Deiner? Meiner? Was ist denn gerecht? Geht es um Verteilungsgerechtigkeit (dass also alle Menschen von Gott die gleichen Chancen, sich zu bewähren, eingeräumt werden)? Oder geht es um Leistungsgerechtigkeit - dass also Gott sich anschaut, was die Leute aus ihrer jeweils kontingenten Situation so machen - um sie dann am Tag des Jüngsten Gerichts danach zu "richten". Nach verbreiteter christlicher Ansicht sind alle Menschen von Grund auf böse oder sündig oder halt - ungerecht (nicht richtig). Mit welchem Recht wollen sie da irgendwelche Ansprüche stellen, wie Gott mit ihnen zu verfahren hätte?
Wenn Du das Verhältnis zwischen den Menschen und Gott als ein Rechts-Verhältnis begreifen willst (und so wurde es über Jahrhunderte hin getan, die Begriffe Altes Testament und Neues Testament sind ja nicht ohne Grund juristischer Art und der Rechtsbegriff "Bund" taucht öfter im religiösen Zusammenhang auf), dann musst Du darlegen, welches Gesetz hier Anwendung finden soll. Gesetze - also welches Gesetzte. Na, da beißt sich dann aber die Kritik die Zähne aus an dem göttlichen Gesetz und dem christlichen Gotteskonzept, dass in Gott eine Art Königsherrscher sieht. Des Königs Wille ist Gesetz...
Also nein: ich halte Deinen Einwand gegen die Gerechtigkeit Gottes für nicht sonderlich solide, weil er von einem Bauchgefühl ausgeht: dass man doch irgendwie wisse, was gerecht oder fair sei.
Warum sollte es irgendwie ungerecht sein, wenn der souveräne Gott die Menschen unterschiedlich behandelt? Welcher Maßstab soll denn an die Gerechtigkeit Gottes angelegt werden? Deiner?
Da "Gerechtigkeit" vor allem eine Frage der Perspektive ist gilt hier wohl allgemein: Entscheidend ist die Perspektive des Fragenden.
Also geht es darum: Kann Gottes Handeln so erklärt werden, dass Gott dem Fragenden als "gerecht" erscheinen kann?
Wenn das nicht der Fall ist, dann ist Gott - aus der Perspektive des Fragestellenden - eben kein "gerechter Gott", während Gläubige, die mit Gottes Taten kein Problem haben und alles begeistert abnicken, was da in der Bibel über ihn geschildert wird, Gott als absolut "gerecht" empfinden können.
Beliebtes Argument in diesem Zusammenhang: Wir sind eh alles Sünder, und egal was uns auch an Schrecklichem zustoßen mag... wir haben es alle verdient!
@lucan-7 Da "Gerechtigkeit" vor allem eine Frage der Perspektive ist gilt hier wohl allgemein: Entscheidend ist die Perspektive des Fragenden.
Nun ja, dann wäre die Sache völlig relativ und schon entschieden: denn aus dem Eingangsposting entnehme ich, dass die Handlungen Gottes, wie sie in der Bibel dargestellt werden, bzw. wie er sie in de faktischen Welt dann sieht, nicht gerecht sind: Case closed!
Beliebtes Argument in diesem Zusammenhang: Wir sind eh alles Sünder, und egal was uns auch an Schrecklichem zustoßen mag... wir haben es alle verdient!
Ich denke nicht, dass dieses "beliebte Argument" den Threadersteller überzeugt, aber das kann er ja nur selbst wissen. 🙂
Dass es eine ganze Batterie "üblicher" apologetischer Argumente zu Gottes Gerechtigkeit gebe, hatte ich ja selbst angesprochen und als Beispiel die schon in der Bibel auftauchende "Töpfer-Gefäß"-Analogie (Gleichnis...) genannt.
Wie auch immer - mir ging es darum, dem Threadersteller aufzuzeigen, weswegen ich sein Problem gewissermaßen "falsch" finde, d.h. nicht hinreichend zuende gedacht finde. Oder zumindest aus philosophischer Perspektive unsauber formuliert. Auf schlechte Fragen* lassen sich halt keine guten Antworten geben... 😉
Es hat schon seinen Grund, warum die Theodizee nicht etwa, wie der Threadersteller, nach Gottes Gerechtigkeit fragt, sondern nach seiner Allgüte (All-Liebe) im Angesicht des Leids: darüber können wir Menschen urteilen, denn Leid ist konkret und nicht abstrakt (relativierbar).
* @Jonah: Das ist nicht als Angriff/Spitze gegen Dich und Dein Anliegen gemeint! Grundsätzlich sind alle Fragen legitim. Mit "schlechte Frage" meine ich halt, dass Du das Problem, welches Du hier im Thread aufwirfst, noch nicht soweit durchdacht und formuliert hast, dass es überhaupt "lösbar" wäre.
Nun ja, dann wäre die Sache völlig relativ und schon entschieden: denn aus dem Eingangsposting entnehme ich, dass die Handlungen Gottes, wie sie in der Bibel dargestellt werden, bzw. wie er sie in de faktischen Welt dann sieht, nicht gerecht sind: Case closed!
Es ist ja trotzdem möglich, dass es auch andere Ansätze gibt, die man bisher übersehen hat. Ich konnte damals ja auch keinen "gerechten Gott" erkennen, aber ein möglicher Ansatz war für mich Jesu Aussage: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt!".
Das würde bedeuten, Gott greift auf dieser Welt nirgendwo ein, er steht lediglich als geistiger Beistand als Orientierung zur Verfügung. So wie ein Kompass, der einen zwar auch nicht selbst aus einem Dschungel bringt, aber zumindest die Richtung anzeigt, in die man gehen muss. Den Rest muss man dann schon selber schaffen.
Das ergibt für mich zwar ein einigermaßen stimmiges Bild des Glaubens - entspricht aber nicht dem, was im Christentum gelehrt wird. Denn da gehört das persönliche Eingreifen eines allmächtigen Gottes nun einmal dazu.
Und das passt dann nun mal wirklich nicht.
Veröffentlicht von: @lucan-7... während Gläubige, die mit Gottes Taten kein Problem haben und alles begeistert abnicken, was da in der Bibel über ihn geschildert wird, Gott als absolut "gerecht" empfinden können.
Das ist aber schon arg platt.
Ich kenne genug Gläubige, um sagen zu können, dass ganz vieles eben nicht 'begeistert abgenickt' wird.
Manches ist einfach nicht zu verstehen und das darf man auch als gläubiger Mensch so zugeben.