Das Falsche glauben...
 
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Das Falsche glauben!?

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Holger F.
Themenstarter
Beiträge : 700
Die Frage nach dem Schicksal von Menschen anderer Religionen bewegt sich immer im Spannungsfeld zwischen Absolutheitsanspruch und universell gedachter Barmherzigkeit Gottes. 
 
(A) Im Judentum steht mW. allein das ethische Handeln im Vordergrund. Von Nichtjuden wird kein Übertritt gefordert. Sie müssen stattdessen eine universale Ethik befolgen (Verbot von Mord, Diebstahl und Götzendienst, Pflicht zur Einrichtung eines Rechtssystems). Laut Talmud haben die Gerechten aller Völker Anteil an der kommenden Welt. Eine ewige Verdammnis im Sinne einer Hölle existiert nicht…
 
(B) Die katholische Kirche hält daran fest, dass das Heil durch Jesus Christus und seine Kirche vermittelt wird. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil wird ausdrücklich gesagt, dass Menschen, die ohne eigene Schuld den christlichen Glauben nicht kennen, aber aufrichtig nach der Wahrheit suchen (Stimme ihres Gewissens) durch die göttliche Gnade gerettet werden können…
 
(C) Der Protestantismus teilt sich mangels eines zentralen Lehramts in zwei Hauptströmungen auf.
a) Die Landeskirchen (EKD) überlassen das Schicksal Andersgläubiger unter Verweis auf die Gnade Gottes der göttlichen Liebe.
b) Der konservativ-evangelikale Zweig beharrt darauf, dass der persönliche Glaube an Jesu Christi der einzige Weg zur Rettung ist.
 
(D) Der Islam knüpft das Heil an den reinen Monotheismus. Da der Islam als vollendete Offenbarung durch den Propheten Mohammed gilt, führt die bewusste Ablehnung dieser Botschaft zum Ausschluss vom Paradies. Für Menschen, die unverschuldet nie von der islamischen Botschaft gehört haben, sieht die Theologie im Jenseits jedoch eine „gerechte Sonderprüfung“ durch Gott vor.
 
 
1. Sind diese monotheistischen Sichtweisen richtig wiedergegeben? Welche Gesichtspunkte fehlen ggf.?
2. Ergibt sich nicht immer, dass das Heil Andersgläubiger in den monotheistischen Religionen nie ausgeschlossen wird?
3. Man wird immer in eine Religion hineingeboren. Kann man dann überhaupt „das Falsche“ glauben?
 
 
Antwort
248 Antworten
Claudius
Beiträge : 143

@holger-f
Punkt B ist meiner Kenntnis nach die orthodoxe Position oder kommt ihr nahe, bzw. ist mit ihr harmonisierbar. Insofern freut es mich, das die Katholische Kirche zu einer ihrer ursprünglichen Lehren zurückgekehrt ist, frage mich allerdings, ob dies nicht schon immer in Bezug auf eigene Theologen und Heilige Lehre gewesen sei und weshalb es dahingehend für diese Feststellung eines Konzils bedurfte?!??? (Nur aus Neugier).
D: Mir ist beim Lesen des Quran aufgefallen, das die (bedingte) Barmherzigkeit und (absolute) Souveränität (wie dies logisch zusammengehen soll?) im Verhältnis zur Exklusivität des radikalen Monotheismus steht (obwohl, wenn Jesus explizit als ein Geist Gottes Bezeichnung findet, dann frage ich mich...). Will heißen: Absolute Aussagen verbieten sich eigentlich, zumindest nach dem Quran. Aus diesem Grund kann auch kein Muslim dem Himmelreich sicher sein, denke ich - zumal die Gerechtigkeit Gottes umfassender ist, als der beschränkte, menschliche Verstand dies zu fassen vermag.

claudius antworten
1 Antwort
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5600
Veröffentlicht von: @claudius

... - zumal die Gerechtigkeit Gottes umfassender ist, als der beschränkte, menschliche Verstand dies zu fassen vermag.

Das dürfte ein Problem vieler Glaubenden sein. 
Es lässt sich einfach - egal mit wie viel Theologie und theologischem Wissen - nicht alles fassen und erklären. 

chai antworten


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