Benachrichtigungen
Alles löschen

Hölle

Seite 6 / 6

Arcangel
Themenstarter
Beiträge : 6576

Hallo zusammen

In letzter Zeit bin ich in Diskussionen immer mal wieder über das Thema Hölle gestolpert. Ich bin mir selbst bei diesem Thema etwas unschlüssig, deshalb möchte ich gerne drei Theorien diskutieren. Bei allen drei Theorien gibt es Argumente dafür und dagegen, mache überzeugender als andere, aber alles in allem genug, um keine abschliessende Aussage zu machen, wie dies aussehen wird. Ich bin überzeugt, dass wenn es um Eschatologie geht, dies bewusst unklar ist. Genauso wie das Messiasgeheimnis im AT erst im Rückblick klar wird, genauso denke ich, dass eschatologische Fragen erst im Rückblick Sinn machen. 

Hier die drei Theorien. 

Vollständige Vernichtung von allem, was nicht im Buch des Lebens steht. 

Offenbarung 20
14 Der Tod und die Unterwelt aber wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod: der Feuersee.
15 Wer nicht im Buch des Lebens verzeichnet war, wurde in den Feuersee geworfen.

Ewige Qualen im Feuersee

Offenbarung 20
10 Und der Teufel, ihr Verführer, wurde in den See von brennendem Schwefel geworfen, wo auch das Tier und der falsche Prophet sind. Tag und Nacht werden sie gequält, in alle Ewigkeit.

Leben in der neuen Schöpfung, aber getrennt von Gott und seiner Herrlichkeit. 

Offenbarung 22
14 Selig, die ihre Gewänder waschen: Sie haben Anteil am Baum des Lebens und sie werden durch die Tore in die Stadt eintreten können.
15 Draußen bleiben die Hunde und die Zauberer, die Unzüchtigen und die Mörder, die Götzendiener und jeder, der die Lüge liebt und tut.

Wie gesagt, ich bin (biblischen) Argumenten für und gegen jede dieser Positionen begegnet. 

Meine Frage ist, wo landet ihr und warum? 

 

Antwort
994 Antworten
3 Antworten
Dorisa
 Dorisa
(@elfentanz)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 87

Meine Frage ist, wo landet ihr und warum? 

Ich denke, dass ich in dem Himmel komme. Jesus hat nämlich gesagt, wer an ihn glaubt wird nicht gerichtet. (Johannes 3 Vers 18) . In der Bibel steht zwar auch der Glaube ohne Werke sei tot (Jakobus 2, Vers 17) aber ich habe Werke getan und der erst genannte Satz von Jesus bedeutet meiner Meining nach, dass man, wenn man glaubt, nicht perfekt sein muss um in den Himmel zu kommen.

Ich habe zurzeit trotzdem eine große Angst in die Hölle zu kommen. Ich habe Angst, dass ich wie der dritte Knecht in dem Gleichnis von den Talenten bin und dass Gott mich deshalb nach meinen Tod in die äußerste Finsternis wirft. Ich habe auch schon mit vielen Menschen darüber gesprochen, alle sagen mir ich käme nicht in die Hölle, aber nichts kann mir die Angst nehmen. Kennt ihr Lorosa? Ich wollte zu ihrer Tour gehen und sie bitten für mich zu beten. Ich war in Northeim auf ihrer Tour aber im Gottesdienst vor ihren Dienst nahm ich eine so negative Energie war, dass ich es nicht aushielt und wieder gegangen bin. Jetzt ist es zu spät jetzt kann ich nicht mehr hin z.B. wegen Termine die ich habe oder dass ich keinen Urlaub auf der Arbeit nehmen kann. Ich ärger mich so, dass ich gegangen bin vielleicht hätten Sie mich von meiner Angst befreien können. Ich hätte die negative Energie einfach aushalten sollen. Ich weiß auch nicht woher es kam. Vielleicht kam es vom Feind, der mich davon abhalten wollte für mich beten zu lassen. Ich habe das manchmal, dass ich an einen Ort negative Energien wahrnehme aber es war noch nie so schlimm wie da.

elfentanz antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3742

@elfentanz 

. Ich ärger mich so, dass ich gegangen bin vielleicht hätten Sie mich von meiner Angst befreien können.

Ärger dich nicht, denn Gott möchte dass du frei bist und Lorosa (die ich nicht kenne) ist nicht die einzige, die dich befreien kann…bzw. ihr Gebet für dich.

Deine Hinwendung zu Gott zählt. Sie ist nicht „nichts“ vor Gott.

stern antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6576

@elfentanz 

Hallo Dorisa

Gottes Gnade wurde dir gescheckt, und zwar nicht aufgrund deiner Taten. Warum meinst du, dass deine Taten oder Untaten, jetzt in der Lage währen diese Gnade wieder zu verlieren?

Halte an Jesus fest, vertraue darauf, dass ER mit dir ans Ziel kommt, auch wenn die hinter letzte und schlimmste von allen bist, und es nichts an dir gibt, dass in irgendeiner Weise würdig ist. ER wird mit dir ans Ziel kommen, halte dich nur an ihm fest, und setz alle Hoffnung auf Jesus. 

Der Einzige der Perfekt ist, ist der, der aus dem Himmel kam um uns zu sich zu holen. Gott erwartet keine Perfektion, sondern nur Vertrauen und Glaube an ihn. 

arcangel antworten
Jeschua77
Beiträge : 8

@arcangel 

Danke für Deinen Gesprächsbeitrag.

Ich teile keine der drei von Dir präsentierten Positionen. Am meisten überzeugt mich die Apokatastasis, also die letztendliche Versöhnung der gesamten Schöpfung mit Gott.

Die von Dir aufgeführten Bibelstellen scheinen mir die jeweiligen drei Modelle nicht wirklich zu beweisen:

Offb 20,14–15 spricht vom „zweiten Tod“, aber nicht ausdrücklich von endgültiger Vernichtung. Offb 20,10 nennt konkret den Teufel, das Tier und den falschen Propheten – nicht alle Menschen. Und Offb 22,15 sagt zwar, dass Menschen „draussen“ sind, aber nicht, dass dies ihr ewiger Endzustand ist.

Für die Apokatastasis sprechen für mich besonders 1Kor 15,22–28 und Kol 1,19–20: In Christus werden alle lebendig gemacht, der Tod wird beseitigt, Gott wird „alles in allen“ sein und durch Christus „alles mit sich versöhnen“.

Ich glaube also durchaus an Gericht, aber an ein Gericht mit erzieherischem und wiederherstellendem Charakter – nicht an ein Gericht, bei dem Vernichtung oder ewige Trennung von Gott das letzte Wort haben.

Wenn Christus tatsächlich „alles“ mit Gott versöhnt (Kol 1,20), stellt sich natürlich auch die Frage nach Offb 20,10.

Für mich beschreibt Offb 20,10 zunächst das Gericht über den Teufel, das Tier und den falschen Propheten – nicht zwingend den Zustand nach der endgültigen Vollendung, von der Paulus spricht, wenn jeder Feind beseitigt, jede Macht untergeordnet und Gott schließlich „alles in allen“ sein wird (1Kor 15,24–28).

Gerade beim Teufel bleibt allerdings eine echte exegetische Spannung: Die Schrift sagt nicht ausdrücklich, dass er am Ende versöhnt wird. Wenn Kol 1,20 aber wirklich umfassend gemeint ist – „alles … auf der Erde und in den Himmeln“ –, scheint mir ebenso schwer vorstellbar, dass am Ende noch ein Geschöpf ewig unversöhnt und in Feindschaft zu Gott existiert.

jeschua77 antworten
1 Antwort
Jeschua77
(@jeschua77)
Beigetreten : Vor 11 Monaten

Beiträge : 8
Veröffentlicht von: @jeschua77

@arcangel 

Danke für Deinen Gesprächsbeitrag.

Ich teile keine der drei von Dir präsentierten Positionen. Am meisten überzeugt mich die Apokatastasis, also die letztendliche Versöhnung der gesamten Schöpfung mit Gott.

Die von Dir aufgeführten Bibelstellen scheinen mir die jeweiligen drei Modelle nicht wirklich zu beweisen:

Offb 20,14–15 spricht vom „zweiten Tod“, aber nicht ausdrücklich von endgültiger Vernichtung. Offb 20,10 nennt konkret den Teufel, das Tier und den falschen Propheten – nicht alle Menschen. Und Offb 22,15 sagt zwar, dass Menschen „draussen“ sind, aber nicht, dass dies ihr ewiger Endzustand ist.

Für die Apokatastasis sprechen für mich besonders 1Kor 15,22–28 und Kol 1,19–20: In Christus werden alle lebendig gemacht, der Tod wird beseitigt, Gott wird „alles in allen“ sein und durch Christus „alles mit sich versöhnen“.

Ich glaube also durchaus an Gericht, aber an ein Gericht mit erzieherischem und wiederherstellendem Charakter – nicht an ein Gericht, bei dem Vernichtung oder ewige Trennung von Gott das letzte Wort haben.

Wenn Christus tatsächlich „alles“ mit Gott versöhnt (Kol 1,20), stellt sich natürlich auch die Frage nach Offb 20,10.

Für mich beschreibt Offb 20,10 zunächst das Gericht über den Teufel, das Tier und den falschen Propheten – nicht zwingend den Zustand nach der endgültigen Vollendung, von der Paulus spricht, wenn jeder Feind beseitigt, jede Macht untergeordnet und Gott schließlich „alles in allen“ sein wird (1Kor 15,24–28).

Gerade beim Teufel bleibt allerdings eine echte exegetische Spannung: Die Schrift sagt nicht ausdrücklich, dass er am Ende versöhnt wird. Wenn Kol 1,20 aber wirklich umfassend gemeint ist – „alles … auf der Erde und in den Himmeln“ –, scheint mir ebenso schwer vorstellbar, dass am Ende noch ein Geschöpf ewig unversöhnt und in Feindschaft zu Gott existiert.

Nachtrag zu meinem obigen Post:

Die in Offb 20,10 mit „in alle Ewigkeit“ übersetzte Wendung lautet im griechischen Grundtext eis tous aiōnas tōn aiōnōn, wörtlich etwa „in die Äonen der Äonen“ bzw. „für die Zeitalter der Zeitalter“.

Das ist zweifellos eine sehr starke Dauerformel. Sie kann je nach Zusammenhang unbegrenzte Dauer ausdrücken, beweist aber für sich allein nicht zwingend eine philosophisch endlose Ewigkeit.

Offb 20,10 muss deshalb auch im Licht der Vollendungstexte gelesen werden: Wenn Christus alles mit Gott versöhnt, jeden Feind beseitigt, den Tod aufhebt und Gott schliesslich „alles in allen“ ist, spricht für mich viel dafür, „in die Äonen der Äonen“ hier als eine noch innerhalb der Heilsgeschichte liegende Gerichtszeit zu verstehen – so gewaltig und lang sie auch sein mag.

Eine absolut endlose Qual wäre jedenfalls nur schwer mit diesen umfassenden Vollendungsaussagen vereinbar.

 

jeschua77 antworten


Seite 6 / 6
Teilen:

Hey du!

Dieses Forum ist für dich kostenlos.
Das funktioniert nur, weil uns treue Menschen regelmäßig mit ihrer Spende unterstützen.
Bist du dabei?