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Ich wurde gekündigt

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Schlüsselkind
Themenstarter
Beiträge : 997

Fühl mich so depressiv. Hab mich gestern bei christlichen Öko Dörfern und Gemeinschaften beworben. 

Hab das Gefühl, ich bin so ein schlechter Christ, dass ich keine Gemeinschaft mit den anderen haben darf. 

Trau mich nicht zum Amt und würde am liebsten erstmal ne Woche trauern und beten. 

Ist sowas erlaubt?

Antwort
26 Antworten
GoodFruit
Beiträge : 4219

@pumuckl97 Ich denke, dass es, nachdem ersten Schock erst einmal wichtig ist, einen kühlen Kopf zurückzubekommen. Das ist eine sehr emotionale Situation, die aber sehr besonnenes und bedachtes Handeln erfordert.

Ist das eine fristlose Kündigung oder arbeitest Du bis zu einem bestimmten Termin weiter?

Hast Du eine Berufsrechtschutzversicherung? Falls ja, würde ich die Sache auf jeden Fall mit einem Anwalt durchsprechen. Falls nein, kann das auch sinnvoll sein - aber das musst Du selber wissen. Eine Anstellung ist ein Verhältnis, das mit einem Arbeitsvertrag begonnen hat und das in klaren gesetzlichen Regeln abläuft. Eine Kündigung ist das Ergebnis eines Konfliktes und da ist zu prüfen, ob das inhaltlich und formell alles so in Ordnung ist. Ich halte es für fast selbstverständlich, sich darum zu bemühen, einen Experten an die Seite zu bekommen. Das mag dem alten Arbeitgeber lästig sein - aber es ist das professionell und Du hast ein Recht dazu, deine rechtliche Situation auszuloten und gegebenenfalls hinterher besser dazustehen. Das mindeste, was Du herausholen kannst, ist ein wirklich gutes Zeugnis.

Bemüh Dich, keine verbrannte Erde zu hinterlassen. Die Welt ist klein und man sieht sich immer zweimal. Und das gilt natürlich umso mehr, wenn man in seinem Berufsfeld vor Ort weiter aktiv sein möchte. Wenn Du den Rechtsweg wählst, dann ist das professionell und nicht böse. Man tut das ja, um Gerechtigkeit für alle Beteiligten herzustellen. Du willst da niemanden "fertig" machen und so begegne den Menschen im alten Job mit Liebe, wie es uns Jesus sogar für Feinde geboten hat. Liebe ist kein Gefühl, das von den Umständen erzeugt wird. Liebe ist grade in so einem Umfeld zunächst einmal eine Entscheidung, die man dann mit guten Gedanken und Taten umsetzt.

Du darfst sicher erst einmal durchatmen. Vielleicht ist ja auch eine Neuorientierung dran. In Deutschland fallen wir ja nicht gleich ins Nichts - aber damit das auch so ist, sind natürlich Amtsbesuche eine Pflicht und die gilt es zu erfüllen. Aber sieh zu, dass Du schon bald mit neuen Bewerbungen durchstartest. Lass Dich da nicht entmutigen. Ich bin mir sicher, dass Du was Neues findest.

Möge unser Vater im Himmel Dir nahe sein. Möge ER Dir zeigen, dass er einen Weg für Dich hat und dass ER auch dein Versorger ist. Ich bin mir sicher, dass Du mit wunderbaren Talenten begabt ist. Ich kann das so sicher formulieren, weil das jeder Mensch ist - und das schöne dabei ist, dass diese Talente bei allen Menschen andere sind - oder zumindest ein klein wenig anders ausgeprägt und ausgerichtet. Kennst Du Deine Talente? Das würde Dir helfen, die richtige Nische im Arbeitsmarkt zu finden und vielleicht irgendwo anzukommen, wo Du besser hineinpasst als bei der alten Arbeitsstelle.

Das wünsche ich Dir von Herzen! Ein Neuanfang ist ein Neuanfang - und das ist auch immer eine neue Chance, Dinge anders, vielleicht besser zu machen - oder in ein Umfeld hineinzukommen, in das man automatisch gleich viel besser hineinpasst.

 

Liebe Grüße

GoodFruit

goodfruit antworten
2 Antworten
Schlüsselkind
(@pumuckl97)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 997

@goodfruit 

Danke für die Ermutigung. 

Ist das eine fristlose Kündigung oder arbeitest Du bis zu einem bestimmten Termin weiter?

Die haben mich nach 6 Monaten in der Probezeit gekündigt und auf die 2 Wochen Kündigungsfrist meinen Urlaub gelegt. Vielleicht könnte ich gerichtlich Widerspruch einlegen, aber wenn die mich nicht als Arbeitskraft wollen, will ich auch nicht dort arbeiten. Also hab ich die Kündigung unterschrieben.

Hab mich bei verschiedenen Stellen beworben und 2 Vorstellungsgespräche nächste Woche und es steht noch offen, ob ich in eine christlichen Gemeinde ziehe. 1 Besuch ist schon geplant. Ich glaub es zieht mich mehr in die Gemeinschaft. Aber vielleicht finde ich vorher auch schon einen neuen Job und ziehe dann trotzdem weg.

pumuckl97 antworten
Millie49
(@millie49)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 356

@pumuckl97 Ich bin während meiner beruflichen Tätigkeit auch 2 x gekündigt worden. Das war ein Schock, ABER manchmal war ich sogar froh darüber, weil ich nicht zu 100% glücklich dort war. 

Gehe bitte ganz schnell zum Amt! Dort sind die Bearbeitungszeiten lang und Du brauchst Geld, sowie Versicherungsschutz!

Das fühlt sich jetzt erst einmal sch... an, jedoch wirst Du irgendwann wissen, warum Dir das passiert ist. Jedenfalls war es bei mir der Fall.

Ich habe nicht den Eindruck, das Du ein schlechter Mensch/Christ bist. Vielleicht sind die anderen keine guten Menschen/Christen? Dann gehörst Du da auch nicht hin.  

Gott/Jesus hat bestimmt was besseres für Dich in petto. 🤔 🙂 

Ein ❤️ von mir für Dich!  

millie49 antworten


Holzi83
Beiträge : 31

Beten ist immer gut, trauern gehört manchmal auch zum Leben dazu aber nicht vergessen das dich Jesus liebt so wie du bist. Du brauchst keine "Leistung zu erbringen dafür. Die Liebe ist bedingungslos. 

Wen du mir ein paar Adressen schicken könntest, wo du dich beworben hast (christliche Öködörfer) würde mich interessieren. 

holzi83 antworten
Magdalena71
Beiträge : 15

@Schlüsselkind

Erstens: Vermutlich hat der Job nicht zu Dir gepasst? Oder hast Du Dich selbst sabotiert? Wolltest Du den Job nicht mehr? Aber irgendetwas passte wohl nicht.

Zweitens: Alles was wir erleben, ist eine Lektion, an der wir etwas lernen. Zum Beispiel Demut / Demütigung. An unsere Grenzen zu kommen. Den Mut und das Gottvertrauen nicht zu verlieren.

Drittens: Du darfst traurig sein. Du darfst essen. Jesus sagte doch, dass selbst die Spatzen auf dem Felde, die nicht arbeiten, immer genug zu essen bekommen, weil Gott sie liebt. Gott liebt Dich auch dann, wenn Du nicht arbeitest, wenn Du traurig bist. Ich denke, dass er uns sogar besonders liebt, wenn wir traurig sind, weil wir ihm dann näher sind und offener für sein Wort. Wenn wir glücklich und erfolgreich sind, hören wir ihm oft nicht gut zu, weil wir glauben, alles im Griff zu haben. Aber wenn wir nicht mehr weiter wissen, da fragen wir endlich mal: "Gott, was soll ich Deiner Meinung nach tun?"

Viertens: Wenn etwas endet, entsteht Raum für etwas Neues. Einen besseren Job, einen Neuanfang, eine Neuorientierung. Halte die Augen offen, was Gott für Dich vorgesehen hat! Er hat bestimmt schon einen Plan. Vermutlich braucht er Deine Arbeitskraft woanders.

 

magdalena71 antworten


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