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Immer hundert Prozent im Job geben?


Mariposa22
Themenstarter
Beiträge : 217

Unser Team ist gerade in einer Warteposition, da Umstrukturierungen anstehen. Keiner weiß, was wird, und ob es sich noch lohnt, sich voll reinzuknien. Keiner muss eine Entlassung fürchten, aber uns wurde mitgeteilt, dass unser Aufgabengebiet von einer anderen Abteilung übernommen werden soll. Wie verhält man sich in der Situation? Muss man weiterhin volle Leistung bringen, auch wenn das Ergebnis dann vermutlich in der Mülltonne landet? Wird das erwartet? Oder kann man sich in der Zeit auch mal etwas gehen lassen? Motiviert bin ich ja durch die aktuelle Lage nicht gerade. Kennt ihr solche Situationen? Darf man sich auch ein bisschen durchmogeln?

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bepe0905
(@bepe0905)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 1315
Veröffentlicht von: @mariposa22

Unser Team ist gerade in einer Warteposition, da Umstrukturierungen anstehen. Keiner weiß, was wird, und ob es sich noch lohnt, sich voll reinzuknien. Keiner muss eine Entlassung fürchten, aber uns wurde mitgeteilt, dass unser Aufgabengebiet von einer anderen Abteilung übernommen werden soll. Wie verhält man sich in der Situation? Muss man weiterhin volle Leistung bringen, auch wenn das Ergebnis dann vermutlich in der Mülltonne landet? Wird das erwartet? Oder kann man sich in der Zeit auch mal etwas gehen lassen? Motiviert bin ich ja durch die aktuelle Lage nicht gerade. Kennt ihr solche Situationen? Darf man sich auch ein bisschen durchmogeln?

Hier einen Rat zu geben ohne Hintergründe zu kennen ist gewagt.

Umstrukturierungen bergen immer Chancen und Risiken. Und wenn sie - ohne konkrete Infos - zu lange dauern, dann ist das meist ein schlechtes Zeichen für die Mitarbeiter und ein schlechtes Zeugnis für das Management.  

Ich weiß auch nicht, wie "man" reagieren sollte. "Durchmogeln" ist immer schlecht, im Gegenteil würde ich mich jetzt erst recht voll "reinknien". Denn sonst ist zu befürchten, dass die Mitarbeiter der anderen Abteilung später mal alle Fehler, Unvollkommenheiten, Nachlässigkeiten und unvollendeten Aufgaben auf ihre Vorgänger - also auf euch - schieben werden. 

Ja, was wird erwartet - und von wem? Die Frage kann nur euer Vorgesetzter, vielleicht auch der Personal- oder Betriebsrat und im Zweifel die Geschäftsführung beantworten. Genauso, wie es später weitergehen soll. Und mit diesen Fragen würde ich mich an genau diese Personen (oder Instanzen) wenden, im Zweifel auch an die Personalleitung. 

Denn damit "oute" ich mich als mitdenkenden Mitarbeiter, dem nicht alles egal ist (Hauptsache, der Job bleibt erhalten und die Kohle stimmt), sondern der sich Gedanken macht - und zwar um die eigene weitere Karriere und um das Unternehmen. 

Denn wenn es bei euch so ist wie du schreibst "Warteposition" (wie lange schon und noch?), "keiner weiß was wird" (also Unwissenheit über nähere und fernere Zukunft) und "darf man sich in der Zeit auch mal gehen lassen?" (also momentan keine Führung, keine klaren Aufgaben), dann lässt man euch also derzeit (bewusst oder ungewollt) im Dunkel stehen. Und das ist immer ein Zeichen für schlechtes Management. 

Und deshalb würde ich mich in dieser Phase auch schon mal auf dem Arbeitsmarkt umschauen. Andere Väter haben auch hübsche Töchter und andere Unternehmen gute Jobs, Und engagierte, zielstrebige Mitarbeiter werden eigentlich nach wie vor gesucht - im Gegensatz zu unschlüssigen, zögerlichen "Abwartern". 

bepe0905 antworten
SimonDerBeter
(@simonderbeter)
Beigetreten : Vor 2 Monaten

Beiträge : 1

@bepe0905 Haallo?

simonderbeter antworten
Tagesschimmer
Beiträge : 1067

Das Wort „durchmogeln“ fordert dazu heraus, deine Gedanken als illegitim zu bewerten. Vielleicht neigst du aber dazu, deine berechtigte Frage zu deinen Ungunsten zu formulieren? 

Insgesamt würde ich sagen, dass es nur extrem wenige Arbeitsverhältnisse gibt, bei denen man immer 100 Prozent geben muss, auch im ganz normalen Ablauf. Bis zu einem gewissen Grad gehörst du immer dir selbst und triffst eigene Entscheidungen. Es ist eine besondere Form der Demütigung, Menschen sinnlose Arbeit tun zu lassen. Jeder vernünftige Arbeitgeber sollte dem entgegenwirken. 

tagesschimmer antworten
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bepe0905
(@bepe0905)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 1315
Veröffentlicht von: @tagesschimmer

Es ist eine besondere Form der Demütigung, Menschen sinnlose Arbeit tun zu lassen. Jeder vernünftige Arbeitgeber sollte dem entgegenwirken. 

Genau so ist es!

Wenn bekannt wird, dass ein Unternehmen "umstrukturiert", dann werden Headhunter gleich sehr aufmerksam.

Weil sie wissen, dass dann die cleveren Mitarbeiter*innen nicht bereit sind, alles einfach auf sich zukommen zu lassen, sondern an Gesprächen interessiert sind. Es ist also gut möglich, dass einige aus eurem Team in nächster Zeit Anrufe erhalten, bei denen sie zuerst stutzig werden und dann vielleicht etwas verlegen reagieren und dem Gesprächspartner mit leicht rotem Kopf und leiser Stimme (und mit verschämtem Blick in Richtung der Kollegen) die private Telefonnummer oder Emailadresse nennen.

Mit anderen Worten: in einem halben Jahr wird euer Team nicht mehr das gleiche sein, da werden wohl einige Leute fehlen....

bepe0905 antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 217

@bepe0905 Hallo Tagesschimmer, Hallo Bebe, Danke für eure netten Worte. In Punkto Reorgs ist unser Unternehmen sehr schlecht, das wird auch immer wieder kritisiert, zu häufig, zu langwierig, zu undurchsichtig. Dafür ist unser Unternehmen in anderen Bereichen top. Ich würde es niemals freiwillig verlassen. Es ist eine Art Heimat für mich geworden. @Tagesschimmer: danke, dass du mich darauf hinweist, dass ich es zu meinen Ungunsten formuliert haben könnte. Tatsächlich ist das Thema Schuldgefühle ein Lebensthema bei mir und rührt, wie könnte es auch anders sein ;-), aus meiner Kindheit her. Bebe: die Arbeit, die wir machen, wird entweder gar nicht übernommen werden, oder es wandern einzelne Teamkollegen in die andere Abteilung und werden *ihre* Arbeit möglicherweise wie Sauerbier anpreisen müssen. Ich bin im Marketing, im Bereich Mitarbeitertraining und das Etablieren von Bewusstsein für Strukturen sowohl innerhalb des Unternehmens als auch außerhalb (ja ja ich weiß ... das ist wie wenn der Arzt krank ist).

mariposa22 antworten


neubaugoere
Beiträge : 12685

@mariposa22 

Wie wäre denn eine konkrete Nachfrage an der "richtigen Stelle"? Also an der Stelle, die die Situationsentwicklung sieht und vielleicht auch mittendrinsteht?

neubaugoere antworten
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Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 6 Monaten

Beiträge : 217

@neubaugoere Hi, ich habe gerade mit meinem Chef gesprochen. Er ist ein sehr ehrlicher Mensch und sagte mir, ihm gehe es gerade genauso. Er hat gesagt, dass es aber nicht mehr so lange dauern kann, bis wir mehr wissen. Ich glaube, es hat ihm gefallen, dass ich offen ausgesprochen habe, wie ich mich gerade fühle.

mariposa22 antworten
bepe0905
(@bepe0905)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 1315

@mariposa22 Na also, das nenne ich doch mal eine gute Nachricht (also nicht, dass er es auch nicht weiß  🙄 
aber dass du ihn angesprochen hast und das ihm dies wohl gefallen hat  🤗 ). 
Dann wollen wir mal hoffen, dass Ihr wirklich bald Klarheit bekommt.

bepe0905 antworten
tristesse
Beiträge : 17983

@mariposa22 

Gut dass Du mit Deinem Chef gesprochen hast.

 Muss man weiterhin volle Leistung bringen, auch wenn das Ergebnis dann vermutlich in der Mülltonne landet? 

Ich sehe das sehr pragmatisch. Solange Du 100% Gehalt für Deine Arbeit bekommst, ist es auch richtig, 100% Leistung zu erbringen. 

tristesse antworten


Tagesschimmer
Beiträge : 1067
Veröffentlicht von: @mariposa22

(ja ja ich weiß ... das ist wie wenn der Arzt krank ist).

😀 andersrum gedacht: Wenn man krank ist, ist es nicht schlecht, selbst auch Arzt zu sein. 

tagesschimmer antworten
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