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Angemessener Umgang mit Wut


Evana2
 Evana2
Themenstarter
Beiträge : 34

Hallo Ihr Lieben,

eben kam bei mir die Frage auf: Wie reagiere ich denn angemessen, wenn eine nahestehende Person
bei mir ihren Ärger, ihre Wut verbal heraus haut? 

Meistens empfinde ich es als sehr unangenehm, weil Körpersprache und Worte oft sehr aggressiv auf mich wirken
und mir in irgendeiner Form Angst einjagen oder mich einschüchtern wollen. Auch wenn ich nicht persönlich
gemeint bin, reagiere ich mit "Abstand".
Das liegt wohl an meiner Vergangenheit, als ich noch Kind oder Jugendliche war und zwischen meinem Vater
(er konnte sehr jähzornig sein) und meinem Bruder, dazwischen ging.

Vorgestern und gestern hatte ich dadurch einen Konflikt mit meiner Freundin. Sie erwartete von mir, dass ich sie
auffange, ihr helfe, oder wenigstens in ihrer Situation verstehe. Aber ich konnte nicht angemessen reagieren.
Dieses aufbrausende Verhalten gepaart mit Schimpfwörtern lässt mich verstummen und mich zurückziehen.
Deshalb war sie enttäuscht über mein Verhalten und ließ es mich spüren.

Ich glaube, mich hätte Jesu Verhalten, als er den Tempel reinigte, auch sehr erschreckt.

Wut ist gut, darf gezeigt und geäußert werden, schließlich hat uns jemand verletzt. So reagierte Jesus: Er war verletzt darüber,
dass sein Tempel, der Begegnungsort, um Gottes Gegenwart zu erleben, so missbraucht wurde. 
Mein Haus soll ein Gebetsort sein, ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus.

Zum Glück war gestern eine andere Glaubensschwester und Freundin vor Ort, die mir half, wieder ruhiger zu werden.
Sie erdete und beruhigte mich mit Körpertherapie. Wo fühlst du den Schmerz? Wo bist du Christin und wo geht es dir gut?
Ich zeigte auf die Bauchgegend. Da war er zu spüren. Oberhalb hatte ich Frieden, aber im Darm war "Dicke Luft" zu spüren.

Anschließend durfte ich, mal wieder malen. Aus dem Darm wurde eine Schlange, aus mir ein Baum. Die Schlange saß im Stamm fest.
Der Baum trug trotzdem Früchte. Herzen, allerdings waren sie nicht rot, sondern durch das Grün (grüne Laub) schwarz gefärbt.

Dann malte ich einen schwarzen Zaun, entlang dem Baumstamm, mit heftigen Zacken. 6 an der Zahl. Grenzverletzungen.
Schließlich zeichnete ich ein Schmetterlingsnetz, dass die Schlange einfing, mit einem langen Stab.
Meine Freundin wollte wissen, woher dieses Netz kommt. Also gab sie mir ein zweites Blatt zum Malen.

Ich malte einen Krankenwagen, einen Käfig und einen Engel. Er hielt den Stab des Netzes fest.

Soviel zu meiner Seelenhygiene beim Malen. Manchmal brauchen wir Hilfe, um mit den Aggressionen von Anderen klarzukommen.

Wie geht Ihr mit fremden Aggressionen um?

Lieben Gruß
Evana

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16 Antworten
Kintsugi
Beiträge : 673

Ich finde es sehr spannend, was Du schreibst. Deine Geschichte spiegelt ziemlich genau wieder, was sich hier vor einigen Tagen im virtuellen Raum ereignet hat. 

Grenzverletzungen

ist ein wichtiges Stichwort.

Ich kann Deine Reaktion gut nachvollziehen. 

 

kintsugi antworten
1 Antwort
Evana2
 Evana2
(@evana2)
Beigetreten : Vor 3 Wochen

Beiträge : 34

@kintsugi 

So ein bisschen eingelesen habe ich mich heute schon. Deshalb auch mein Impuls, mein aktuelles Thema
hier loszuwerden.

Wir haben uns wahrscheinlich so daran gewöhnt, die Aggressionen im Bekannten-, Freundes-, Familien-, Kollegenkreis oder wo auch sonst, raus zu lassen, dass wir dabei ganz vergessen, es an der richtigen Stelle abzugeben.
"Zurück an den Absender" Ob es die Arbeit, die Politik, die Lehrer, die Nachbarn oder sonst wen betrifft.

Aber wen hilft es?

Ich war im letzten Halbjahr ziemlich unter Druck. Fing die Aggressionen meiner Mitmenschen auf und schleppte sie erstmal
dahin, woher meine Hilfe kommt. Zu Gott, ans Kreuz.

Im ersten Vierteljahr war es so schlimm, dass ich mir ärztlichen Beistand suchen musste, bzw. ihn schon fast aufgedrängt bekam. Die Therapeutin hat mich gefunden und mir sofort Zeit eingeräumt. Das ist mit meinem Chef oben abgesprochen und abgesegnet. Zeitgleich bekam ich noch eine Glaubensschwester aus Dänemark an die Seite gestellt, die mich für 
diesen Schritt zusätzlich ermutigte. Wenn es im Zeitplan Gottes ist, öffnen sich Türen. Vorher hatte ich kein "grünes Licht"
dafür.

Schon interessant: Die Verursacher bräuchten einen Arzt, haben aber keine Krankeneinsicht. Die Gesunden suchen einen Arzt auf, um mit den krankhaften Verhalten ihrer Mitmenschen klar zu kommen, bevor die psychischen Probleme somatisch werden.

Nun habe ich eine Auszeit und kann mich um Reflektion und Familienangelegenheiten kümmern.

 

evana2 antworten


Tineli
 Tineli
Beiträge : 1376

Liebe Evana,

es ist toll, dass du so eine Glaubensschwester und Freundin hast, die dir da gut helfen konnte. 

Zu der Ausgangssituation mit deiner Freundin, die erwartete, dass du sie auffängst: Das wäre natürlich toll gewesen, wenn das funktioniert hätte, aber sie hat kein Anrecht darauf, dass du das kannst. Wenn es dir - aus welchen Gründen auch immer - nicht möglich ist, dann ist es ok, wenn du dich zurückziehst. Das ist genauso wie mit praktischer Hilfe: Wenn jemand umzieht, dann darf er natürlich fragen, ob ihm jemand dabei hilft, Kisten zu packen, Möbel abzubauen und alles in den Umzugswagen zu schleppen. Wenn du aber gerade ein gebrochenes Bein hast, dann kannst du eben nicht helfen. Ein Anrecht darauf, eine Erwartungshaltung gibt es da nicht. 

Langfristig ist natürlich die Frage, ob du für dich lernen magst, wie du aggressive Äußerungen von anderen besser aushalten kannst. Das hängt davon ab, wie groß der Leidensdruck ist. Kurzfristig können dir solche Erdungsmaßnahmen helfen, wie sie dir die Körpertherapeutin gezeigt hat. Vielleicht hilft es dir auch, nur kurz Abstand zu schaffen (auf die Toilette gehen), dir ganz bewusst zu machen, dass hier keine Gefahr besteht, dass es nicht mehr dein Vater ist, der da ausrastet und du auch kein Kind mehr bist und dass alles ok ist. Und dass du tief ein- und ausatmen kannst und dir immer wieder sagen, dass alles ok ist. Vielleicht hilft das, dass du dann auch in der Gegenwart deiner Freundin, die grad sehr wütend ist, es aushalten kannst. Aber wie gesagt, wenn es nicht geht, dann hast du das Recht, auch "nein" zu sagen.

nen lieben Gruß, Tineli

tineli antworten
3 Antworten
Kintsugi
(@kintsugi)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 673

@tineli 

Das finde ich interessant:

Langfristig ist natürlich die Frage, ob du für dich lernen magst, wie du aggressive Äußerungen von anderen besser aushalten kannst.

Meine Frage ist: Muss ich es aushalten? Warum muss ich es aushalten?

Habe ich nicht die Verantwortung mir selber gegenüber, wenn ich merke, hier wird für mich eine Grenze verletzt, das so als meine Empfindung und Reaktion stehen zu lassen und zu sagen: Ich möchte das nicht. Ich möchte das auch nicht aushalten (müssen).

Wer meine Grenzen verletzt, dem gehe ich entweder dauerhaft aus dem Weg oder ich sage: Stopp! 

Das gilt ja auch für den gegenteiligen Fall: Ich möchte weder aus dem Nichts mit Aggression noch mit Zärtlichkeiten überschüttet werden. 

kintsugi antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 12362

@kintsugi 

Niemand muss müssen. Jeder darf, keiner muss. Aber es ist möglich. Das kann man lernen. Manch einer möchte es vielleicht und weiß nicht wie. Der darf wissen, dass es erlernbar ist. 🙂

 

neubaugoere antworten
Evana2
 Evana2
(@evana2)
Beigetreten : Vor 3 Wochen

Beiträge : 34

@tineli 

Liebe Tineli, 

es war nur über "WhatsApp" eine Sprechnachricht. Trotzdem hat mich ihr aggressives Verhalten verstört.

Wenn man die Dreieinigkeit Gottes Vater, Sohn und Geist aufteilt. So habe ich wohl eher eine Geist/Taubenmentalität.
Geht man nicht achtsam mit mir um, fliege ich in Sicherheit erstmal weg.

Schimpfwörter mag ich nicht, nutze ich nicht und will sie auch nicht hören, egal von wem und an wen sie gerichtet sind.

Mittlerweile ist der Konflikt geklärt. Wir haben uns über die Erwartungen ausgetauscht und unsere Freundschaft wieder 
bekräftigt.

Es ist ja ihr Problem: wenn sie an mich Erwartungen stellt, dann ist es ihre Enttäuschung, wenn ich diese nicht erfüllen kann. Sie hat sich in mir bzw. meiner derzeitigen Stabilität getäuscht. Und das habe ich ihr wertschätzend klargemacht.

Andersherum ist mir mein Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis zu wertvoll, um sie mit meinen Aggressionen zu schocken, so gut mir das möglich ist. Diese "arbeite" ich anders ab:

Hausarbeit, Kilometerlanges Spazierengehen, Singen, segnen und Vergeben sind so einige Ressourcen, um wieder in Balance zu kommen.

Deshalb verstehe ich nicht die Entladungen meiner Umwelt.

Ob cholerische Chefin, aufbrausende Dozentin, bagatellisierende Leiterin, die nicht verstand, dass ich Hilfe brauchte.
Es gab genug schwierige Menschen in letzter Zeit für mich. Rückzug war leider nicht möglich. 

Nur dann wohin mit dem Aggressionsgift?

Bloß nicht in die Opferfalle hinein und wenn dann doch, dann heißt es: Wie befreie ich mich daraus wieder?

Verbaler Sondermüll! Nicht zu sehen, aber er stinkt und ist ungenießbar und erschwert das Leben.

Also habe ich mich dort auf "You raise me up" freigetanzt und habe mir selbst geholfen.
Es tat so gut und hat auch beeindruckt.

Ich wachse an den Herausforderungen und Krisen.

Lieben Gruß
Evana

 

evana2 antworten
Deborah71
Beiträge : 17190

@evana2 

Danke für deinen Bericht über Körpertherapie. Das bringt mich gerade weiter mit der Frage: wo sitzt der Schmerz?.

 

deborah71 antworten
9 Antworten
Evana2
 Evana2
(@evana2)
Beigetreten : Vor 3 Wochen

Beiträge : 34

@deborah71 

Es hat mir auch geholfen, dass die Freundin/Körpertherapeutin mir den Rücken stärkte, in dem sie ihn mit ihren Händen stützte.
Ihre warmen Hände und ihre Nähe, sowie ihre einfühlsame Art waren eine Wohltat für mich.

Dafür war ich eine Wohltat für sie, als sie Hilfe brauchte. Sie brauchte vor einiger Zeit Mutterliebe, weil sie diese in ihrer Kindheit
vermisste. Damit konnte ich dann dienen. Aber das wäre einen eigenen Thread wert. Gottes mütterliche Liebe.

evana2 antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 17190

@evana2 

Ein Thread über Gottes mütterliche Liebe wäre eine feine Sache. 🙂 

deborah71 antworten
Evana2
 Evana2
(@evana2)
Beigetreten : Vor 3 Wochen

Beiträge : 34

@deborah71 

Ich frage mich gerade, in welche Rubrik dieses Thema am Besten passt?

Autheintisch Christsein? Mit Gott erlebt? Jesus nachfolgen? Gemeindeleben? Bibel & Bibelstellen?
Theologie? Ein Leib?! Interkonfessionelles? Frau sein? oder Miteinander - Füreinander?

Für den Leib Christi ist es wichtig, dass dieses Thema aufgegriffen wird. Bis jetzt habe ich es noch
nirgends gesehen. Es ging nur um das Vaterherz Gottes. Aber uns fehlt auch das Mutterherz Gottes.
Zu viele Mütter waren traumatisiert und konnten uns nicht die notwendige Liebe geben, die wir brauchten
als Kinder.

Daher meine Frage: Wo passt es?

evana2 antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 17190

@evana2 

hmmm....mitüberleg....

Mi-Fü ....  >  klingt nach einem seelsorgerlichen Thema, könnte aber auch über die Kernbibelstelle in

Bibel & Bibelstellen  einen Einstieg haben....

Jese nachfolgen... Jesus, der sagte: lasst die Kinder zu mir kommen... gerade auch die verletzten Kinderseelen in erwachsenen Körpern...

Ich bin gespannt, welche Anregungen da noch kommen, wo du es beginnen könntest...

 

 

 

 

deborah71 antworten
Evana2
 Evana2
(@evana2)
Beigetreten : Vor 3 Wochen

Beiträge : 34

@deborah71 

Da ich es erlebt habe, passt es auch in "Mit Gott erlebt". Aber da scheint die Resonanz nicht gut zu sein.
Mein Gedicht/Lied: "Kommt, kommt, freue dich!" hast nur du gelesen.

Authentisch Christsein: Die Mutterliebe Gottes ausstrahlen, weitergeben!" würde auch passen, 
genauso wie in "Frau sein". Zumal das wohl auch eher Frauenspezifisch ist. Oder können auch Männer
mütterlich lieben? Allerdings haben da die Männer kein Mitschreibrecht. Folglich scheidet die Rubrik
aus.

Vielleicht schreibe ich ja mit diesem Thema Kirchengeschichte? Brandneu. Beginn der Erweckung?

oder vielleicht einfach dort, wo die meisten Leser mitlesen und wo die meisten Beiträge veröffentlicht
werden?

Also noch ist die Entscheidung schwer.

evana2 antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 17190

@evana2 

In Frau sein dürfen Männer mitschreiben steht oben drüber. Nur das Café ist eine Ausnahme.

Da Gott mütterlich lieben kann und er ist uns ja männlich vermittelt, würde ich das nicht nur Frauen zuschreiben.

Zumal auch Männer oft Mütter hatten, die nicht lieben konnten und darunter gelitten haben.

Ja, der Ort für das Thema  ......?......   gut überlegen für den größten Nutzen für uns alle, dass wir ermutigt und aufgebaut werden durch den Blick auf Gottes Kapazität.

deborah71 antworten
Evana2
 Evana2
(@evana2)
Beigetreten : Vor 3 Wochen

Beiträge : 34

@deborah71 

mal sehen, was Gottes Wille ist diesbezüglich. Den Seinen gibt es der Herr im Schlaf, bzw.
während der Schlafenszeit ein.

evana2 antworten
Evana2
 Evana2
(@evana2)
Beigetreten : Vor 3 Wochen

Beiträge : 34

Nun ist es geschehen. Der Thread: "Gottes liebevolles Mutterherz" ist in der Rubrik
Theologie (Gottes Wesen) gestartet.

Ich bin gespannt auf die Reaktionen. Heute morgen habe ich mich gerade gefragt: "Klingt die
Überschrift sektiererisch oder warum hat es noch keiner gelesen?"

evana2 antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 17190

@evana2 

Guten Morgen Evana,

es ist früh, es ist Sonntag....  Jesus hat beim Wachwerden klar geredet.

Und dann hat mein Mann zwei "redende" Wolkenbilder vom Strand mitgebracht. Dieses hier hat mich besonders beeindruckt:

Ein riesiges Y > bedeutet für mich: Nimm den Ysop (Türen schließen und Abendmahl nehmen)

 

deborah71 antworten


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