Bitten und Nehmen
In Anlehnung an
„bittet um was ihr wollt, und es wird euch gegeben“
und im Kontrast oder komplementär dazu
“keiner kann sich etwas nehmen, es sei denn es ist ihm vom Himmel her gegeben“
Ich weiss nicht, ob es sich dabei um verschiedene Adressaten handelt. Aber einfach mal so als Aussagen nebeneinander scheinen sie sich -mal wieder- zu widersprechen.
Wenn ich bitten kann, um was ich will und es wird mir gegeben, dann liegt die Betonung auf dem Bitten für ein gewünschtes Ergebnis.
Beim anderen Vers liegt der Fokus auf dem Himmel, so dass man nur bekommt, was dort eh schon beschlossene Sache ist.
Mal abgesehen davon, dass die erste Formulierung sehr erstaunlich ist, ist sie ja ein scheinbarer Widerspruch zur zweiten Formulierung.
Wie integriert ihr das?
"dass die erste Formulierung sehr erstaunlich ist" ...
... und leider kaum ernst zu nehmen. Ich könnte Hundertschaften oder mehr Menschen aufmarschieren lassen, denen auf ihre Bitten nichts gegeben wurde.
... und leider kaum ernst zu nehmen. Ich könnte Hundertschaften oder mehr Menschen aufmarschieren lassen, denen auf ihre Bitten nichts gegeben wurde.
Die Erfahrung machen wir alle. Trotzdem steht es da.
Wie würdest Du denn denken und reagieren, wenn ich Dir ein Dutzendmal oder öfter eine Mail geschrieben hätte, "treffen wir uns morgen um 14:00 am Marktbrunnen, dann können wir zusammen Kaffee trinken", und nie bin ich gekommen.
Nun, so ist es ja nicht, zumindest nicht bei mir.
Es ist eher eine Zusage, und die nehme ich als wahr an. Solange ich es aber nicht so erfahre, denke ich mir, dass ich etwas noch nicht so mache, dass die Zusage sich erfüllen kann.
"Solange ich es aber nicht so erfahre, denke ich mir, dass ich etwas noch nicht so mache, dass die Zusage sich erfüllen kann."
Von allen Problemen, mit denen ich bei gläubigen Menschen konfrontiert wurde, war das das bei weitem häufigste. Eine Unzahl von Menschen hat das so formuliert, "ich bin so froh, von Jesus gerettet worden sein" und im gleichen Atemzug, "aber ich weiß nicht, ob ich wirklich genug getan habe, um von ihm im Himmel eingelassen zu werden".
Ist das die viel beschworene Liebe Gottes, Bedingungen für seine Liebe zu stellen?
aber ich weiß nicht, ob ich wirklich genug getan habe, um von ihm im Himmel eingelassen zu werden".
Ist das die viel beschworene Liebe Gottes, Bedingungen für seine Liebe zu stellen?
Das sind für mich zwei Paar Schuhe.
Das eine paar: durch Jesus Anteil haben am Reich Gottes
Das andere Paar: hier im etwas bitten zu können, das dann auch erfüllt wird
Ich glaube nicht, dass ich nicht gerettet bin, wenn meine Bitte nicht erhört wurde.
Kannst du bitte die Hausnummern der Bibelstellen angeben?
Der Kontext gehört zur Herangehensweise zur Auslegung.
Gerne.
Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist.
Johannes 3,27
Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt, und es wird euch zuteil werden.
Johannes 15,7
Danke.
Joh 3, 27 Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist.
Hier geht es um Berufung und Dienst des Johannes. Er ist von Gott gesandt und autorisiert, berufen von Mutterleib an, den Weg des HERRN zu bereiten.
Joh 15, 4 Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt. 5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. 6 Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. 7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. 8 Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.
An Jesus angeschlossen bleiben, an die Kraft des Heiligen Geistes, die befähigt Jesu Zeugen zu sein. In der engen Gemeinschaft mit Jesus orientieren sich die Bitten an den Worten und Impulsen Jesu.
Beide Verse kann man nicht so gegeneinander setzen, wie im Eingangspost oder integrieren, weil sie jeweils an andere Personen gerichtet sind, eine andere Situation darstellen und ein anderes Thema haben. Man kann sie nacheinander setzen:
Deine Berufung und dann Frucht in der Berufung bringen als Rebe am Weinstock.
Ok, ich hab mir sowas ähnliches schon gedacht. Du hast es gut erklärt, wie sich die Aussagen zueinander verhalten, danke!
Danke für deine positive Rückmeldung. Kontext ist wichtig.