Corona-Verstöße akzeptieren oder melden?
Hallo zusammen,
ich befinde mich gerade in einem ethischen Dilemma. Letztens habe ich zufällig auf Facebook einen Live-Gospelgottesdienst einer Freikirche mitverfolgt, in dem weder auf Abstand noch Masken geachtet wurde. Ca. 75 % der Besucher trugen keine oder wenn, unterm Kinn. Google sagt mir, dass sowohl in der evangelischen Landeskirche als auch in der katholischen Kirche strenge Hygieneregeln vereinbart wurden, aber wie ist das mit Freikirchen? Können die machen, was sie wollen?
Ich hatte daraufhin einen englischen Kommentar gepostet (die Gottesdienste werden überwiegend von Menschen aus afrikanischen Ländern besucht, die kein Deutsch können), man möge bitte auf sich und seine Mitmenschen achten und eine Maske tragen. Der wurde direkt gelöscht.
Jetzt überlege ich: Gottesdienste und Events dieser Art finden dort jede Woche statt. Soll ich einfach hinnehmen, dass diese Menschen sich und andere in Gefahr bringen? Letztlich auch mich, falls ich mal auf das Krankenhaus angewiesen bin, dort aber bereits die halbe Gospelgemeinde liegt? Oder soll ich das Ordnungsamt einschalten? Egal, was ich mache - irgendwie fühlt sich im Moment alles falsch an... 🙁 Was meint Ihr?
Liebe Grüße
Non
Ich würde erst mal schauen, ob das nur eine Ausnahme war, oder ob es beim nächsten mal genau so aussieht.
Dann würde ich die entsprechende Gemeinde per Mail anschreiben, und nach den Hygienkonzept fragen. Dieses müssen diese haben. Ansonsten sind keiner Veranstaltungen erlaubt.
Je nach Reaktion würde ich dann das Ordnungsamt informieren.
Nachtrag vom 24.11.2020 1907
p.s. erwarte aber nicht zu viel vom Ordnungsamt.
Veröffentlicht von: @nonconformistaSoll ich einfach hinnehmen, dass diese Menschen sich und andere in Gefahr bringen?
Bei einzelnen Leuten, Familien oder kleineren Verstößen würde ich nichts sagen (Nachbarn z.b. ). Bei so großen und sich wiederholenden Events ist das aber etwas anderes. Das ist einfach Wahnsinn. Ordnungsamt melden hilft da nicht. Wenn Du das im Livestream siehst, sofort die Polizei rufen. Die sollen sich das anschauen. Freikirchliche Versammlungen sind einer der Haupttreiber dieser Corona- Epidemie. Das getraut sich nur keiner zu sagen. Praktisch mein gesamter freikirchlicher Freundes, Familien und Bekanntenkreis - überall in Deutschland hat sich mit Corona angesteckt. Mindestens 150 Leute, die ich kenne, weil man sich eben nicht dran hält und große Events begeht. Völliger Wahnsinn. Es sind ja nicht nur die Leute selbst, die sich in Gefahr begeben, sondern sie verbreiten es weiter an Alte, Kranke und Schwache.
Pauschalisierende Aussagen
sind nicht hilfreich.
Es gibt hunderte freikirchlicher Gemeinden, die sich alle an die derzeit geltenden Auflagen halten. Schade, dass die in den gleichen Topf geworfen werden wie die Spreader.
Veröffentlicht von: @herbstroseEs gibt hunderte freikirchlicher Gemeinden, die sich alle an die derzeit geltenden Auflagen halten. Schade, dass die in den gleichen Topf geworfen werden wie die Spreader.
Diesen Eindruck habe ich auch.
Es ist wenig hilfreich, nein, es ist ungerecht und schamlos, aus dem großen fehlverhalten einer freikirchlichen Gemeinschaft einen pauschalen Vorwurf abzuleiten.
Da sollte man sehr vorsichtig sein.
ChristosFilios
Landeslirchler eKiR
Veröffentlicht von: @herbstroseEs gibt hunderte freikirchlicher Gemeinden, die sich alle an die derzeit geltenden Auflagen halten.
Auf jeden Fall. Und ja:
Veröffentlicht von: @herbstroseSchade, dass die in den gleichen Topf geworfen werden wie die Spreader.
Nur, wenn in einer christlichen Gemeinschaft ein Hotspot auftritt, dann ist es eine freikirchliche Gemeinde. Hier werden auch die Gründe beleuchtet, warum das so ist. U.a. bleibt man länger zusammen (z.B. gemeinsames Essen), in den Gottesdiensten herrscht mehr Nähe, sie haben ein größeres Einzugsgebiet und tendenziell eine hohe Skepsis, was die Gefährlichkeit des Virus und folglich die staatlichen Maßnahmen betrifft.
Veröffentlicht von: @aleschaU.a. bleibt man länger zusammen (z.B. gemeinsames Essen), in den Gottesdiensten herrscht mehr Nähe, sie haben ein größeres Einzugsgebiet und tendenziell eine hohe Skepsis, was die Gefährlichkeit des Virus und folglich die staatlichen Maßnahmen betrifft.
Das ist vielleicht in einzelnen Freikirchen so. In den meisten Frikirchen, die ich kenne, werden die örtlichen Vorgaben auf's genaueste befolgt. Nach dem Gottesdienst gibt es aktuell kein Catering oder gemeinsames Essen. In den Gottesdiensten werden Abstände peinlich genau eingehalten (in alle Richtungen 1,50m Abstand zwischen Stühlen bzw. Stuhlgruppen). Ja, das Einzugsgebiet ist groß, führt aber nicht zwangsläufig zu mehr Nähe. Und nein, es gibt keine Skepsis. Gottesdienste werden online übertragen. Wir übertragen intern via Zoom, andere nehmen vorab die Predigt und die Musik auf und senden auf Youtube, ohne vor-Ort-Publikum.
Es gibt einfach viele viele viele Freikirchen und selbst wenn sich 99% daran halten, sind es die 1% die sich nicht dran halten für größere Ausbrüche verantwortlich. Das ist eine Tatsache. Und diese wenigen schaffen es alle in ein schlechtes Licht zurücken.... Dagegen kannst du dich nicht verschließen.
Wie ich weiter oben schon schrieb ...
Ob diese statistisch wirklich so relevant sind? Eine interessant Frage, der man nachgehen könnte, wenn man sich mit Zahlen auseinander setzen will. 😛
In der Statistik des Landkreises können 60-100 Personen schon was ausmachen. Bundesweit wohl eher nicht.
Es ging mir eher darum, wie man damit umgeht. Und auch darum, dass man anerkennt, dass es da durchaus ein Problem gibt - selbst wenn es der Großteil der Gemeinden nicht betrifft. Das macht nämlich viel aus, wie man kommuniziert, vorallem da es ja auch bei den Coronaleugnern (ich möchte die Gemeinden ausdrücklich nicht dahin verordnen. Manches ist einfach auch reine Unvorsicht) Menschen geben soll, die ihr Christsein öffentlichwirksam vor sich her tragen.
Veröffentlicht von: @aleschaNur, wenn in einer christlichen Gemeinschaft ein Hotspot auftritt, dann ist es eine freikirchliche Gemeinde. Hier werden auch die Gründe beleuchtet, warum das so ist. U.a. bleibt man länger zusammen (z.B. gemeinsames Essen), in den Gottesdiensten herrscht mehr Nähe, sie haben ein größeres Einzugsgebiet und tendenziell eine hohe Skepsis, was die Gefährlichkeit des Virus und folglich die staatlichen Maßnahmen betrifft.
Danke für den Link
Ich habe nicht gesagt, dass sich keine Gemeinde dran hält. In meinem Umkreis halt anscheinend nicht alle, was die vielen vielen Infektionen zeigen.
Und 1,5 Meter Abstand im Gottesdienst und auch Maske helfen nicht, wenn man dann doch mitsingt und Lobpreis macht oder sich anschießend im Hauskreis trifft...... In der Landeskirche wird nicht mehr gesungen und dort sind alle extra Veranstaltungen abgesagt.
Kannst Du garantieren, dass in Deiner Gemeinde Sonntags kein Gemeindemitglied ( unter der Maske) mitsingt?
Veröffentlicht von: @malanyaUnd 1,5 Meter Abstand im Gottesdienst und auch Maske helfen nicht, wenn man dann doch mitsingt und Lobpreis macht oder sich anschießend im Hauskreis trifft......
In vielen, vielen freikirchen kommt der Lobpreis aus der Konserve und der hauskreis findet online statt.
Veröffentlicht von: @malanyaKannst Du garantieren, dass in Deiner Gemeinde Sonntags kein Gemeindemitglied ( unter der Maske) mitsingt?
Ja.
Bei uns dürfen, wenn alle am Platz sitzen, die Masken abgenommen werden. es singt niemand und alle Fenster sind offen. Und das schon seit vielen, vielen Monaten.
Veröffentlicht von: @herbstroseBei uns dürfen, wenn alle am Platz sitzen, die Masken abgenommen werden.
Und wie viele Leute sind das dann bei Euch, die 1 bis 2 Stunden ohne Maske in einem ( wenn auch gelüfteten) Raum sitzen?
20 Personen auf 300qm
okay, das ist sicher akzeptabel.
Das ist nicht nur akzeptabel, sondern entspricht den Vorgaben der örtlichen Behörden. Wir haben sogar personenzahltechnisch noch Luft nach oben.
Veröffentlicht von: @malanyaFreikirchliche Versammlungen sind einer der Haupttreiber dieser Corona- Epidemie.
Das hätte ich doch gern mal statistische belegt. Auch, was deiner Definition nach ein "Hauttreiber" ist.
Dein Umfeld muss nicht zwangsläufig repräsentativ sein.
In meiner Stadt haben sich (fast) alle (Frei)Kirchen an einen virtuellen Tisch gesetzt und mit Lokalpolitiker und Ordnungsamt gesprochen. So sind die Maßnahmen weitestgehend gleich oder sehr ähnlich. Ob die auch alle umgesetzt werden, kann ich natürlich nicht beurteilen.
Dennoch ist natürlich deine Grundaussage korrekt, dass es nicht OK ist, wenn Maßnahmen und Regeln missachtet werden.
Veröffentlicht von: @malanya. Freikirchliche Versammlungen sind einer der Haupttreiber dieser Corona- Epidemie
Nope.
Da gibt es noch private Verlobungs- und Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, Kellerparties, etc.
Urlaubsheimkehrer sind auch sehr anfällig.
Veröffentlicht von: @malanyaDas getraut sich nur keiner zu sagen.
Warum sollte sich das keiner trauen?
Wenn bei uns in einer Gemeinde Corona auftritt, dann geht das schon mal durch die Medien.